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Full text of "Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550"

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1 







DKKÜNDEN 



ZDR 



GESCHICHTE DER UNIVERSITÄT TÜBINGEN 



( AUS 0£N JAHREN 1476 BIS 1550. 



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ÜBKUNDEN ZUB GESCHICHTE 



DES 



UNIVERSITÄT TÜBINGEN 






AUS DEN JAHREN 



1476 BIS 1550. 



TÜBINGElr 1877. 

VERLAG DER H. LAÜPP'SOHEN BÜCHHANDLUNG. 



IcLka^M.-!"! S .^ 






HARVARD COfiror tIBRARY 
JUL 181904 

HOHENZÜLLERN COLLrXtlON 
GIFT OF A. C. COOLIDCe 



Druck von H. L a u p p in TQbüigen. 



Bei Gelegenheit der bevorstehenden Säcularfeier 
unserer Universität erschien es dem Akademischen Senat 
angemessen den ältesten Theil ihrer Urkunden und 
Acten, bis an das Ende von Herzog Ulrichs Regierung, 
in neuer Bearbeitung herauszugeben. 

Der Sammlung der württembergischen Gesetze von 
A. L. Reyscher gebührt das Verdienst in Band XI 
dritte Abtheilung (Tübingen bei L. Fr. Fues 1843) 
auch die Universitätsgesetze vom Anfang an bis zum 
Jahr 1843 zuerst ans Licht gebracht zu haben. Dieser 
von Th. Eisenlohr besorgte Theil der Sammlung ist 
aber gerade in der ältesten Partie einer Revision be- 
dürftig, da der Herausgeber theils in der Lesung der 
alten Schrift Schwierigkeit fand, theils statt der Ori- 
ginalien ein Copialbuch aus dem Ende des 16. Jahr- 



VI 

hunderts zu Grunde legte und aus demselben neben den 
Fehlem der Abschreiber auch die schlechte Orthographie 
der Zeit herübemahm. Ausserdem konnte die Zusam- 
menstellung durch zahlreiche dort nicht aufgenom- 
mene oder inzwischen aufgefundene Documente ergänzt 
werden. 

Die Reihe der Acten ist freilich auch so noch 
nichts weniger als vollständig. In der Wintemacht 
des 16. Januars 1534 wurde das Universitätshaus ein 
Baub der Flammen und blieb Ruine bis lo49. Pri- 
vilegien der Universität und andere Documente, denen 
man hohe Bedeutung beilegte , Matrikeln , Statuten- 
bücher und ähnliches wurden wie es scheint vollstän- 
dig gerettet, aber die losen Acten, Protokolle des Se- 
nats , Concepte der Berichte an die Regierung und 
sonstige Correspondenz sind verloren. 

Nun hätten sich wenigstens die Reinschriften jener 
Berichte sowie die Concepte von Regierungserlassen in 
den Stuttgarter Archiven imd Registraturen finden 
können. Alle Nachsuchungen des Herausgebers sind 
jedoch vergeblich geblieben. Nirgends hat sich eine 
zusammenhängende Masse von Acten über die Univer- 
sität aus jener Zeit vorgefunden, sondern nur verein- 
zelte Findlinge. 

Man hat daher an mögliche Zerstörungen während 
des dreissigjährigen Kriegs gedacht. Aber diese Ver- 
muthung trifft hier nicht zu. Denn schon der Kanzler 
Martin Aichmann, welcher in den Jahren 1593 



vn 

bis 1599 für die von Herzog Priederich beabsichtigte 
und 1601 wirklich ausgeführte Organisation der Uni- 
versität seine bekannten Relationen ausarbeitete, hat 
aus der Zeit vor 1534 nicht wesentlich mehr gehabt, 
als wir heute haben. Ja es ist ihm einiges unbekannt 
geblieben, was inzwischen sich gefunden hat. Aber 
Aichmann klagt, die Acten seien so zerstreut gewesen, 
dass er sie bei der Registratur zu Hof, im geheimen 
und Oberrßith wie nicht weniger auf der Visitation und 
bei dem Consistorio erheben und habe zusammentragen 
müssen. Und weil sie durch diese Zerstreuung nicht, 
wie es die Nothdurft erfordert hätte, aufeinander regi- 
striert worden, seien sife auch dermassen von einander 
kommen, dass sie noch nicht vollkommen zusammen- 
gebracht werden mögen. 

Es ist also nicht für unmöglich zu halten, dass 
aus einem vergessenen Winkel doch noch Dinge zum 
Vorschein kommen, welche die grossen Lücken unserer 
üniversitätsgeschichte vom Beginne bis zu ihrer Refor- 
mation einigermassen ausfüllen könnten. 

Insbesondere ist zu bedauern , dass von der bei 
Gründung der Universität geführten Correspondenz kein 
Buchstabe in unsere Hände gekommen ist. Bei dieser 
Armuth der Zeugnisse aus den Anfängen dürfte der 
Abdruck der Matrikel um so willkommener sein, 
die allein noch von den Personen der Lehrer und der 
Lernenden redet, und welche als eine Quelle vieles 
wissenswerthen der Herausgeber gerne mit einem eigent- 



I 

■ 

i 



liehen Commentar begleitet hätte, wären ihm dazu so 
viele Jahre gegönnt gewesen, als er Monate zu ver- 
wenden hatte. 

Tübingen im Juli 1877. R. 



INHALT.' 

Seite 
♦ 1. Papst Sixtus IV genehmigt die Verlegung eines Theils des Sindel- 
finger Stifts nach Tübingen 11 Mai 1476 I 

*2. Prsepositura in Sindelfingen 7 

*3. Qoittancia super erectione Studii Dec. 1476 ....... 10 

4. Päbötliche Bulle betreffend die Errichtung einer Universität in 
Tübingen mit dem Publicationsinstrument vom 13 November 

1476 bis 11 März 1477 11 

*5. Instrumentum translationis praepositurae Sindelfingensis in Tu- 

bingam 27 

6. Graf Eberhards Bekanntmachung über Eröffnung der Universi- 
tät 3 Juli 1477 28 

7. Freiheitsbrief des-Grafen für seine Universität vom 9 Oct. 1477. 30 

8. Erste Statuten der Universität von dem päpstlichen Bevollmäch- 
tigten Abt Heinrich zu Blaubeuren vom 9 October 1477 ... 39 

♦9. Graf Eberhard befreit die Hofstatt von Stift und Burs 26 Mai 1479 67 
♦10. Bulla, in qua Sixtus IV Eberhardo Seniori indulget, quod De- 
dmas Noualium in sustentationem Univ. Tubingensis erogare 
possit 8 Kai. Jan. 1480 68 

11. Erste Ordnung Graf Eberhards vom 23 April 1481 70 

12. Kaiser Friedrichs IIL Bestätigungsbrief vom 20 Februar 1484 . 76 

13. Schenkungsbrief Graf Eberhards vom 17 Januar 1486 ... 78 
*14. Die Universität kauft von den Augustinern ein Lectorium für 

die Theologen 9 September 1490 80 

Gegenbrief der Augustiner . 81 

15. Zweite Ordnung Eberhards vom 20 Dez. 1491 82 

*16. Bulle Alexanders VI über das Hecht der Besetzung des Cancel- 

lariats bez. der Propstei vom 26 Aug. 1492 94 

*17. Bestätigung der Privilegien iarch Eberhard II vom 16 März 1496 98 



1 Die in der Eisenlohrscheu äammluug nicht enthaltenen Stücke sind mit einem * 
versehen. 



X 

Seite 

*18. Erlass Eberhards II betr. das üppige Leben der Studenten vom 

6 Februar 1498 99 

*19. Bestätigung der Privilegien durch Herzog Ulrich (mit geordne- 
tem Regiment) vom 15 September 1498 100 

*20. Neue Redaction der Statuten der Universität um 1500 . . . 101 

*21. ConcesHio delationis vniuersalia Sacramenti quintis feriis per Rai- 

mundum le^tum 1502 108 

*22. Conductio Petri Bruni 24 August 150 Ji 110 

♦23. Anstellung des Jacob Lemp 1509 . . . ' 113 

*24. Anbringen der Universität beim Herzog über 

1. Verwendung der Juristen beim Hofgericht usw. 

2. Freilassung des Donnerstags für die Juristen. 

3. Lebenslängliche Anstellung der Lehrer, etwa 1510 . . .110 
*25. Satzungen über das Borgen an Studenten 1516 121 

26. Ordinatio de viduis orphanis et pupillis, qui sunt a personis 

universitatis per mortem relicti 1518 123 

*27. Bestätigung der Privilegien durch den Statthalter Karls V vom 

9 März 1520 125 

*28. Bestätigung der Privilegien durch Karl V vom 1 März 1521 . 127 

*29. Kaiser Karl V stiftet zehen Stii^endien für Magister 14 Jan. 1522. 128 
30. Bekanntmachung der Universität unentgeltlichen Unterricht 

betreifend 1522 130 

♦31. Bekanntmachung vom 25 Januar 1524 gegen nächtliche Ruhe- 
störung 135 

*32. Gegen Schiessen und Feuerwerk. Februar 1524 140 

33. Ordinatio Regis Ferdinandi 1525 141 

*34. Die Universität beschwert sich zwei Doctoren zu einem Rechts- 
tag wider die Widertäufer nach Rottenburg a. N. zu senden 
1 April 1527 153 

♦ 35. Vertrag zwischen Universität und Stadt Tübingen die Beihilf 

vnd Collectas betreffend 22 November 1527 155 

*36. Abschied zwischen Universität und Stadt 9 Aug. 1533 . . . 157 

*37. Reformation der Universität 1534.35 161 

38. Herzog Ulrichs Ordnung vom 30 Januar 1535 176 

39. Herzog Ulrichs zweite Ordnung vom 3 Noveml)er 1536 . . . 185 
*40. Artickel der Vniuersitet fürhalten, dem furter gelebt werden 

soll 11 April 1537 199 

♦41. Statuten der Universität von 1537 205 

42. H. Ulrichs Ordnung der Artisten Facultät vom 20 Juli 1544 . 232 

» 43. Begleitschreiben zu vorstehender Ordnung 23 Sept. 1544 . . 241 

44. Declaration der Ordnung der Artisten vom 25 Februar 1545 . 243 

* 45. Vertrag zwischen Universität und Stadt über Weinschank, Güter 

usw. 15 Jan. 1545 246 

46. Herzog Ulrich rügt allerlei Mängel der Universität 13 Apr. 1546 249 



XI 

»eite 

STATUTEN DER FAOULTÄTEN UND BURSEN. 

Facultas Theologica. 

I. Statuta 1480 255 

IL Zusätze zu den Statuten 261 

TU. Ordinatio Facultatis theolo^cae 1496 264 

♦IV. Statuta 1538 270 

Facultas Juridica. 

I. Statuta Facultatis Juridice 1495 274 

II. Statuten von 1530 286 

Facultas Medica. 

I. Statuta Facultatis Medicinalis Vniuersitatis Tuwingen 

1497» 301 

IL Legea et constitutiones collegü medici vniuersitatis 

scholae Tubingensis [1538] 309 

Facultas Arbium. 

♦I. und n. Statuten von 1477-88 und 1505 . . .^ . . 320 

♦in. Verordnungen von 1488 375 

♦IV. Statuten von 1536 381 

Bursae 403 

♦L Statuta von 1505 406 

♦n. Statuten des Contuberniums 1536 425 

Register 449 

MATRICULA khMM UNIVERSITATIÖ TUWlNCiENSlS 

U77— 1545 455 

Register 694 



I 



1. 

Papst Sixtus IV genehmigt die Verlegung eines Theils des 
Sindelfinger Stifts nach Tübingen. 11. Mai 1476. 

SiXTVS EPI8C0PVS SBRVVS 8BRV0RVM DBI düecto fiUo AbBATI mO- 

iiasterii in Blabnren Constaiiciensis diocesis sahitem et aposto- 
licam benedictionem. Ex superne prouidentia maiestatis in 
apostolice dignitatis specula positi circa universarum , qnarum 
nobis desuper commissa cura est, ecclesiamm profectus et com- 
Tnoda, sicuti ex debito nobiR pastoralis incumbit officii, studiis 
intendimus assiduis et earum statum, proat rernm pensatis eir- 
cumstantiis congruere cernimus, in melius dirigere studemas, 
uotis illis gratiosum prestantes assensuni, per que frequentioris 
deuotionis ardore potioribusque laudnm preconiis venerari possit 
altissimiis et pro animarum propagatione salutis ubilibet diuino- 
rum cultus continuum suscipiat incrementum. 

Sane dilecti filii nobilis viri Ebbrharoi comitis in Wirtem- 
berg et Montepeh'gardo et dilecte in Christo filie nobilis mu- 
lieris Mbchthildis archidncisse Austrie ipsius comitis genetricis 
nobis nuper exhibita petitio conti nebat, quod ecclesia S. Martini 
extni muros opidi Sindelfingen Constanciensis diocesis Maguuti- 
nensis prouincie, que etiam parochiam habet et in loco humili 
et paruo consistit, in eius primeua fundatione monasterium Ca- 
nonicorum regularium ordinis S. Augustini fiiisse dicitur, in qua 
prepositura ac decem canonicatus et totidem prebende ac per- 
petue Capellanie et Rectoria parochie huiusmodi sunt fundati; 
et ipse locus, qui muris non clauditur, dilectis filiis preposito et 
canonicis dicte ecclesie et decem perpetuis capellanis in eadem 

Urkunden der U. Tabingen. 1 



2 1. Verlegung des Sindelfinger Stifts 1476. 

abiuuicem habitantibus securus non est, essetque pro viris re- 
ligiosis satis accomodus. Cum autem, sicut eadem petitio sub- 
iungebat, si dicta ecclesia, que de iure patronatus dicte Mechthil- 
dis archiducisse ratione dotis existit, cum prepositura," que in 
dicta ecclesia dignitas principalis existit, cuique cura imminet 
animarum, et octo ex Canouicatibus et prebendis ipsius ecclesie 
cum plenitudine iuris canouici ac omnibus iuribiis et pertinentiis 
suis et duabus terciis partibus quotidianarum distributionum di- 
uinis officiis in dicta ecclesia interessentibus ministrari solitarum 
aut ipsarum iusto valore ad parochialem ecclesiam S. Georgii in- 
signis opidi Tubinghen dicte diocesis, que mouasterio in Beben- 
husen Cisterciensis ordinis dicte diocesis canonice est annexa et 
perpetuum habet vicarium, et in qua duodecim perpetue Capellanie 
fundate existunt, de dilectorum filionim Abbatis et Conuentus 
dicti Monasterii in Bebenhusen consensu, transferretur et ipsa 
ecclesia S. Georgii in collegiatam ecclesiam cum quibuslibet 
coUegialibus insiguiis necnon iuribus iurisdictionibus preeminen- 
tiis libertatibus immunitatibus honoribus et priuilegiis adinstar 
coUegiatarum aliarum ecclesiarum illarum partium, et ipsa eccle- 
sia S. Martini in monasterium Canonicorum Regularium ordinis 
S. Augustiui huiusmodi cum dormitorio et aliis necessariis of- 
ficinis pro priore et conuentu sub dilectis filiis Capitulo Mona- 
sterii in Wi ndesheni* eiusdem ordinis S. Augustini Traiecteusis 
diocesis erigerentur, ex hoc ipsi prepositus et Canonici securiores 
essent et diuinus cultus non mediocriter sumerot incrcmentum. 

Quare pro parte dictorum Eberhardi comitis et Mechthildis 
archiducisse nobis fuit humiliter supplicatum, ut dictam ecclesiam 
S. Martini ad ipsam ecclesiam S. Georgii cum prepositura octo 
cauonicatibus et prebendis ac duabus partibus distributionum 
huiusmodi transferre illamque in coUegiaiam et dictam ecclesiam 
S. Martini cum illius edificiis et claustro in Monasterium dicti 
ordinis S. Augustini, ut prefertur, erigere ipsisque priori et Con- 
uentui reliquam partem distributionum huiusmodi pro anniuer- 
sariis in dicta ecclesia S. Martini peragendis, necnon pascua 
nemora et iuriadictiones ipsius ecclesie S. Martini in districtu 



1 Windsheim in den Niederlanden, Overyssel bei Z wolle, Sitz der 
Fratres vitte communis. 



1. Yerlegong des Sindelfinger Stifts 1476. 3 

dicti opidi Sindelfingen existentia applicare et ipsi sie erecto 
Monasterio duos CanoDicatus et totidem prebendas ecclesie S. 
Martini decem Capellanias et Kectoriam huiusmodi cum plenitu- 
dine iuris canonici ac omnibus iuribus et pertiuenciis suis per- 
petuo unire annectere et incorporare et alias eis in premissis 
oportune pfouidere de benignitate apostolica dignaremur. 

No6 igitur qui dudum inter alia yoluimus, quod petentes 
beneficia ecclesiastica aliis vniri tenerentur exprimere uerum ua- 
lorem socundum communem extimacionem tarn beneficii uniendi 
quam illius cui uniri peteretur, alioquin unio non ualeret; qui- 
que certam notitiam de premissis non habemus , erigendi Momv- 
sterii duorum Ganonicatuum et totidem prebendarum decem Ca- 
pellaniarum ac Rectorie huiusmodi fructuum reddituum et pro- 
uentuum ueros ualores annuos presentibus pro expressis habeutes, 
huiusmodi supplicacionibus inclinati discretioni tue per apostolica 
scripta mandamus, quatinus uocatis Abbate et Conuentu Mona- 
sterii in Bebenhuseu, Preposito Canonicis et Gapellanis predictis 
ac dilectis filiis Rectore Rectorie prefate et Vicario dicte ecclesie 
S. Georgii et duodecim perpetuis Capellanis in eadem ac aliis qui 
fuerint euocandi, de premissis omnibus et singulis ac eorum cir- 
cumstantiia uniuersis auctoritate nostra te diligenter informes, et 
si per informationem huiusmodi ita esse repereris, dictam eccle- 
siam S. Martini cum prepositura octo Canouicatibus et prebeudis 
et duabus partibus distributionum huiusmodi ad ipsam ecclesiam 
S. Georgii, de Abbatis et Conuentus Mouasterii in Bebenhusen 
huiusmodi consensu, transferre illaque dieta vnione dissoluta, cum 
insigniis iuribus iurisdictionibus preeminenciis libertatibus inmu- 
nitatibus honoribus et priuilegiis predictis in coll^iatara, et dic- 
tam eclesiam S. Martini cum illius edificiis et Claustro in Mo- 
nasterium dicti ordinis S. Augustini cum dormitorio et ofiicicis 
predictis, ut prefertur, erigere ipsiusque erigendi Monasterii Priori 
et Conuentui reliquam partem distributionum huiusmodi pro anni- 
uersariis in dicia ecclesia S. Martini peragendis, necnon pascua 
nemora et iurisdictiones ipsius ecclesie S. Martini in districtu 
dicti opidi Sindelfingen existentia applicare et ipsi sie erecto Mo- 
nasterio duos Canonicatus et totidem prebendas ecclesie S. Mar- 
tini et decem Capellanias et Rectoriam huiusmodi cum dicti iuris 
plenitudine ac omnibus iuribus et pertinentiis suis perpetuo unire 



4 1. Verlegung des Sindelfinger Stifts 1476. 

annectere et incorporare. Ita quod cedentibus uel decedentibus duos 
Canonicatus et totidem prebendas ac decem Capellanias et Rec- 
toriam huiusmodi obtinentibus seu illos quoraodolibet dimitten- 
tibus liceat eisdem priori et Gonuentui corporalem ipsorum 
duorum Canonicatuum et totidem prebendarum ac decem Capel- 
laniarum et Rectorie iuriumque et pertiuentiarum predictorum 
necnon etiam dicti erigendi Monasterii et ipsis preposito et Cano- 
nicis engende ecclesie possessionem auctoritate propria libera ap- 
prehendere et ipsorum duorum Canonicatuum et prebendarum ac 
decem Gapellaniarum et Rectorie fructus redditus et prouentus 
huiusmodi aut eorum iustum ualorem in erigendi Monasterii et 
illius prioris et CJonuentus usus et utüitatem conuertere et per- 
petuo retinere. 

Quodque dicti duodecim Capellani in dicta ecclesia S. Geor- 
gii Vicarii nuncupentur, qui remuneratione habita competenti 
in illa diuinis officiis noctumis et diurnis interesse teneantur, 
quodque prepositus et Canonici predicti de uario ', et ipsi vicarii 
de asperiolis almuciis * in dicta ecclesia S. Georgii , postquam 
erecta fuerit, ut prefectur, et processionibus uti dictique priori et 
Conuentus ipsius erigendi Monasterii curam animarum dicte ec- 
clesie S. Martini per vnum ex Canonicis dicti erigendi Monasterii 
aut alium presbyterum secularem ad eorum nutum amouibilem 
perpetuis futuris temporibus regi et gubernari facere ac omnibus 
et singulis priuilegiis immunitatibus libertatibus gratiis et indul- 
tis dicto Capitulo in Windeshem apostolica vel alia quauis auc- 
toritate concessis perpetuo gaudere ualeant. 

Quodque visitatores per Capitulum huiusmodi pro tempore 
deputati ipsum erigendum Monasterium in capite et in membris 
uisitent ac illius prioris et Canonicorum crimina et excessus iuxta 
dicti Monasterii Windeshem statuta corrigant ac priorem dicti 
erigendi Monasterii et illius officiales tociens quociens opus fuerit 
iuxta dicta statuta amoueant et alios ydoneos deputent aliaque 
faciant, que regulari uite uiderint expedire, diocesani loci et cu- 
iuscumque alterius licentia in premissis minime requisita, alias 
tamen sine preiudicio ordinarie iurisdictionis, statuere et ordinäre 



1 buntes Mesagewand. 2 Chorraützen und Kragen von Eichhorn 

oder Hermelin. 



1. Verlegung des Sindelfinger Stitfts 1476. 5 

necnon post erectionem huiusmodi ab eisdem duobus canonicifi et 
decem Capellanis ac Bectore uel eorum procuratoribus ad hoc ab 
eis specialiter constitutis, si suos Ganonicatus et prebendas et 
Capellanias ac Rectoriam buiusmodi, ut unio annexio et incor- 
poracio predicte suum sortiantur effectum, in tuis manibus sponte 
et libere resignare uoluerint, resignationes buiusmodi bac uice 
dantaxat recipere et admittere, illisque per te receptis et admissis 
duobus Ganonicis decem Gapellanis et Rectori predictis pensiones 
annuas, de quibus tibi rationabiliter uidebitur, super fructibus 
redditibus et prouentibus erigendi Monasterii buiusmodi ipsis 
duobus Ganonicis decem Gapellanis et Rectori quoad uixerint vel 
procuratoribus suis ad hoc ab eis specialia mandata habentibus 
per priorem et Gonuentum erigendi Monasterii buiusmodi, annis 
singulis in terminis et locis ac sub censuris et penis ecclesiasti- 
cis ad id per te ipsarum partium consensu statuendis, integre 
persoluendas respectiue reseruare constituere et assignare eadem 
auctoritate nostra procures, faciens eisdem duobus Ganonicis de- 
cem Gapellanis et Rectori de dictis pensionibus iuxta reseruationis 
constitutionis et assignationis earundem, si illas feceris, tenorem 
integre responderi, contradictores per censuram ecclesiasticam ap- 
pellatione postposita compesceudo. 

Non obstantibus uoluntate predicta ac constitutionibus et 
ördinationibus apostolicis, necnon in Windeshem et Bebenbusen 
Monasteriorum ac ecclesie S. Martini et ordinum predictorum iu- 
ramento, confirmatione apostolica uel qiiauis firmitate alia robo- 
ratis, statutis et consuetudinibus contrariis quibuscunque ; aut si 
aliqui dicta apostolica uel alia quauis auctoritate in eadem ec- 
clesia S. Martini in Ganonicos sint recepti uel ut recipiantur in- 
sistant , seu si super prouisionibus ibi f aciendis de Ganonicatibus 
et prebendis ipsius ecclesie S. Martini ac buiusmodi speciales vel 
aliis beneficiis ecclesiasticis in Ulis partibus generales apostolice 
sedis uel l^atorum eins litteras impetrarint, etiam si per eas ad 
inhibitionem reseruacionem et decretum vel alias quomodolibet 
sit processum. 

Quas quidem litteras et processus habitos per easdem et que- 
cnnque inde secuta ad Ganonicatus et prebendas ac decem Ga- 
pellanias et Rectoriam buiusmodi uolumus non extendi, sed nul- 
lum per hoc eis quoad assecutionem beneficiorum aliorum pre- 



Q 2. PrsBpositnra in Sindelfingen. 

iudicium generali necnon quibuscunque priuilegiis indulgencüs 
et litteris apostolicis generalibus vel specialibus, quonimcunque 
tenoram existant, per que presentibus non expressa ud totaliter 
non inserta, effectus earum impediri ualeat quomodolibet iiel differri 
et de quibus quoramque totis tenoribus habenda sit in nostris 
litteris mentio specialis. Aut si priori et Gonuentui erigendi 
Monasterii huiasmodi a predicta sit sede iodultum, quod ad pre- 
stacionem uel Solutionen! alicuius pensionis minime teneantur et ad 
id compelli ant quod interdici suspendi uel excommunicari non 
possint per litteras apostolicas non facientes plenam et expressam 
ac de uerbo ad uerbum de indulto huiusmodi mencionem. 

Volumus autem, quod si unionem annexionem et incorpora- 
tionem huiusmodi per te uigore presentium fieri oontigerit) Ca- 
nonicatus et prebende ac decem Capellanie huiusmodi debitis 
propterea non fraudentur obsequiis, sed illorum congrne euppor- 
tentur onera coDsueta. Attente quaesumus prouideas, ne in resig- 
nationibus huiusmodi, si fiant ex parte prioris et Conuentus eri- 
gendi Monasterii et resignantium predictorum aliqua prauitas 
interueniat seu etiam corruptela, et insuper ex nunc irritum de- 
cemimus et inane, si secus siiper his a quoquam quauis auctoris 
täte scienter uel ignoranter contigerit attemptari. 

Datum Rome apud S. Petrum Anno Incarnacionis domi- 
nice MCCCCLXXVP quiuto idus Maii pontificatus nostri Aunö 
quinto. 

K. Staatsarchiy. Abschrift in der Bebenhäuser Handschrift I. 25 der 
Königlichen Handbibliothek. — Die Bulle ist an den Abt von Blaubeiiren 
gerichtet , der in den folgenden Aktenstücken als Bevollmächtigter des 
Papstes auftritt. 



2. Freepositura in Sindelfingen. 7 

2. 

Praepositura in Sindelfingen. 

Qvidam Adilbertus Comes residens in Castro Sindelfingen 
fundaiiit ecclesiam nostram Sindelfingen vna cum vxore sua 
Wilcba. Ab initio enim fecerunt monachos ordinis S. Benedicti 
cum monialibus eiusdem ordinis, postmodum translato illo ordine 
Hirsawgie fecerunt Canonicos in Sindelfingen monasterio et ex 
Castro destructo fecerunt monasterium et vsque ad mortem eorum 
faerunt residentes in quadam domo, quam struxerant apud eccle- 
siam b. Martini. Et post obitum eorum elegenint sepulturam 
Hirsawgie. Item partem ville istius contulerunt in fundacione 
ecclesie b. Martino et eam consecrare fecerunt Anno D. Incarn. 
millesimo octogesimo tercio, quarto nonas Julii et dedicata est 
venerabilibus Godehardo Juuavensi [sire] Salzbui^ensi Archiepis- 
copo et Adelberone' Herpipoleusi Epo. in honore S. et indiuidue 
trinitatis b. Marie virginis et S. Martini epi. et confessoris. 

Item residuam partem istius ville sorori sue Vte reliquit. 

Item Vta predicta copulata fuit cuidam duci, a quo genuit duas 

filias anam nomine Vta et alteram nomine Lücgart. Vta copulata 
fuit Welphoni duci de Spoleto, per quam genuit filium Welpho- 
nem iuniorem qui Tüwingen exercitum habuit^scilicet A. D. mil- 
lesimo ceutesimo sexagesimo quinto , octauo idus Septembris. 
Lücgardis predicta per violentiam iuncta fuit cuidam militi trans- 
alpino nomine Verli, per quem genuit Philippum postea prepo- 
situm ecclesie nostre in Sindelfingen , et in hoc Welpho senior 
degenerauit. 

Item Wilcba fundatrix huius ecclesie tradidit Vte nepti sue 
in dotem Schomblirc cum ministerialibus et omnibus attinen- 
tiis, Celle et nemus et omnia attinentia, villam Merclielingeu cum 
suis attinentiis; item Grtiningen cum suis attinentiis, Kisilowe 
cum suis attinentiis , item Hedolfishane cum suis attinentiis, 
Mumgolfishane cum suis attinentiis, item Owisbane cum suis at- 
tinentiis, Neckirowe cum suis attinentiis, item Kannistat cum 
suis attinentiis, item Bliningen Etertingen Moringen cum omnibus 
eis adiunctis, item partem istius ville Sindelfingen. 



g 2. Prsepositura in Sindelfingen. 

Item predicfca Wilcha vltimo vendidit Hainrico Imperatori 
ministeriales iu Bemehusen et alios omnea ministeriales eius, vt 
prouideret ei in necessariis temporibus vite sue cum centum * 
personis, seruis et dominabus. 

Vte ergo predicte et Welphoni iuniori filio eius mortuo cum 
heredes veri noB inueuirentur ad Imperatorem Hainricum filium 
sororis Welphonis senioris omnia predieta et prescripta sunt de- 
Yoluta. Hec innouata fuere a quodam Conrado de Wurmlingen * 
canonico ecclesie de Sindelfingen A. D. MCCLXXIIL 

Primus prepositus fuit Büggo prespiter. 

WoLFBAMNüs prcspitcr secundus prepositus huius loci. 

Fridbbicüs tercius prepositus huius cenobii. 

GoTTHBFRiDus quartus prepositus. 

Philippus quintus prepositus, qui fuit filius comitisse Lukg- 
HABDi», quorum predecessores hanc ecclesiam lundauerunt. 

Adalbbbtüs de Walbuch sextus prepositus. 

Fbidebicüs de Ihblingen septimus prepositus. 

CoNBADüs DE Hailfingen octauus prcpositus. 

LuTTiLABDus DE Gbrüningen prcpositus uouus rcxit ecclesiam 
istam A. D. MCCXXXVIII. 

prepositus decimus dictus de Gossblingen. 

Thbodbbicus Ihblingen vndecimus. 

o 

Vlrtcüs de Göppingen prepositus duodecimus. 

CüNBADüs DE Bebnhüsen trcdccimus fuit canonicus ecclesie 
Constanciends, prefuit A. D. MCCLXXV. 

Hainbicüs de Hailfingen illi suc<;essit , qui obiit A. D. 
MCCLXXXXVII. 

Webnhebüs de Bbbnhxjsbn illi successit, obiit autem A. D. 
MCCCXXXII. 

Dominus Vlricus de Wibtembbrg eodem anno electus illi 
successit, qui obiit A. D. MCCCXLVIII septimo idus 

o 

ViiRicüs DE GiLTLiNGEN postca clcctus , obüt autem A. D. 
MCCCLXXXXVI. 



1 Auch die Mon. Genn. lesen cetisu , was keinen Sinn gibt. Crusius 
schreibt richtig centum. 2 Im Freib. Diöc. Archiv 1, 64 wird irrig an- 

genommen, dass er 1275 Probst gewesen sei, vgl. die Reihe der Pröpste. 



2. Prsdpoeitura in Smdelfingen. Q 

o 

Vlbicüs de Stütoardia * postea eligitur, alias de W]b- 
TBMBBBG, lector quoDclam ecclesie in Metzingen, a qua nomina- 
batur Metzinger. 

Mgr. Johannes df Bottwar sacre pagine professor post il- 
lum ecclesie est prepositus, obiit autem A. D. MCCCCXXXIII. 

Mgr. Heinricus Degen decretorura doctor illi successit. Hie 
domum prepositure in Sindelfingen edificauit, beneficium altaris 
S. Andree f undavit atque dotauit , calicem libros et ornamenta 
contradidit, hie instituit cantari antiphonam Recordare. Hie 
Dominus Heinricus preposituram permutauit pro ecclesia in Oel- 
tingen cum Mgr. Johanne Degen predecessore meo A. D. MCCCCLV. 

Sub eodem Mgr. Johanne Degen dimembrata fuit ecclesia S. 
Martini in Sindelfiugen auctoritate romani pontificis Sixti IV. A. D. 
MOCCCLXXVII et prepositura cum octo canonicatibus et totidem 
prebendis translata fuit ad hanc nostram ecclesiam S. Georgii in 
Tüwingen, que eadem auctoritate erecta fuit in collegiatam, hac 
lege vt predicti canonicatus et prebende de cetero cum vacarent 
assignarentur regentibus certis in vniuersitate Studii generalis 
huius loci ad hoc qualificatis. Cetera vero beneficia in ecclesia 
Sindelfingen eadem auctoritate canonicis et regularibus ibidem de 
nouo institutis fuere assignata. Deinde vero A. D. MCCCCLXXXII* 
altera post S. Michahelis festum [30. Sept.J obiit predictus vene- 
rabilis vir Mgr. Johannes Degen et ego Johannes Vebgbnnhans 
decretorum doctor in locum ipsius concorditer fui electus. 

Univ. Archiv Mh. I. 82. IV. Bona preepositurse. Pergament. Der Aus- 
zug der Chronik ist von Jo. Nauclerus um 1482, also mehr als hundert 
Jahre vor Crusius und Gabelkover gemacht, aber nicht von seiner Hand 
geschrieben. Derselbe findet hier als Anhang zu Nr. 1 vollständige Auf- 
nahme, da sich mit Hilfe dieser Version einige Verbesserungen und Er- 
gänzungen nicht blos zu C. F. Haug, Chronicon Sindelfingense Tub. 1836, 
sondern auch zu dem Abdruck der Notsß Sindelfingenses in den Monu- 
menta Germania Scr. XVII, 399 ergeben. 

Dem durch den Abzug seiner meisten Kinkünfte übel geschwächten 
Stift suchte die Erzherzogin Mechthild, Graf Eberhards Mutter, welcher die 
Einkünfte von Sindelfingen als Widerlage verschrieben waren, in Verbin- 



1 Bei Crusius und Gabelkover erscheinen hier Ulrich von Stutgard 
und Ulrich von Wirtemberg als zwei Personen, offenbar unrichtig, da bei 
ersteremjede weitere Angabe fehlen würde. Vorliegende Fassung erklärt 
zugleich die Entstehung des Irrthums. 



XO 3. Quittanda super erectione studii. Dec. 1476. 

düng mit dem Sohne dadurch etwas zu Hilfe zu kommen, dass sie das 
Kloster und seine Güter freiten: für alle Frondienst mit Wägen Karren 
oder andern! , Atzung Leger Hund und Jegerkost, Bett [Bede] und Stür 
und alle ander üffsatzung und Beswarnus, Urach 1, August 1476. Sattler 
Gr. 3. Beil. 70. 



3. 

Quittancia super erectione Studii. Dec. 1476. 

Univebsis praesentes literas iuspecturia Pbtbüs de Aranda 
vtriusque iuris doctor apostolicaß sedis prothonotarius et camere 
apostolicae clericus ac sanctissimi domini nostri papas vicethesau- 
rarius generalis Saluiem in domino. Vniuersitati vestrß3 notmn 
facimus per presentes, quod venerabilis dominus Burcb«rdus Regis 
dericus Conatanciensis in decretis Baccalarius et domini Comitis 
de Vertenberg Capellanus nomine ßectoris Magistrorum Studii 
generalis in oppido Tubingen Const. dioc. nouiter erigendi pro 
compositione solutionis integre annatae seu fructuum primi anni 
Parocbialium ecclesiarum sancti Jobannis baptistae in Brakenhen 
et SS. Philippi et Jacobi in Statten, ac in Ascb, Necnon in Rin- 
gingen et in Eningen Wormaciensis et dictae Gonslanciensis dioc* 
per cessum vel decessum vacaturarum vniuersitati praefati studii 
generalis erigendi vniendarum. Necnon Canonicatuum et praebeu- 
darum ecclesiee S. Georgii praedicti oppidi Tubingen in Gollegia- 
tam Ecclesiam nouiter erigendae assignandorum, per praesentatio-. 
nem praefati domini Comitis de Vertenberg doctoribus et magistris 
in dicta vniuersitate Lectoribus futuris , in quibus nomine quo 
supra idem dominus Burchardus erat in Camera apostolica, ra- 
tionibus praedictis sub certis sententiis censuris et penis efficaciter 
obligatus florenos auri de Camera centum et duodecim ac medium 
Reuerendo in Christo patre domino B. Episcopo Ciuitatiscastelli 
et domino Melia duce Cicala peeuniarum Camerae apostolicaß de- 
positariis pro ipsa Camera recipientibus die dati praesentium, 
tempore debito, per mauus proprias soluit realiter et cum effec- 
tum [sie]. De quibus quidem flor. CXII -f sicut praemittitur solutis 
prefatos dominum Burchardum et futuram vniuersitatem dicti 
studii eorumque heredes et successores et eorum bona quaecunque 
praesentia et futura, tenore praesentium quittamus absohiimus et 



4. Päpstliche Bulle vom 13. Nov. 1476. H 

perpetuo liberamns. In quornm fidem praesentes lifceras sigillo 
nostri Vicethesauriatus Officii appenso munitas fieri iuflsimus. 
Datum RomsB in Camera apostolica anno nativ. dominice 

MCCCCLXX sexto ind. Villi die Mensis Decembris pontif. 

S. in Chro patris et dom. nostri dom. Sixti diuina prouidentia 
papee quarti. anno sexto. 

pro valore centnm quinquaginta flor. Renensium. 
P. de Aranda S. d. n. papae 
vicethes. manu propria. 

Univ. Archiv Mh. I, 2. Perg. mit Siegel in Blechkapsel. Aiif der Ruck- 
seite: H. Brunus. — Quittanda super erectione studii. 



4. 

Päpstliche Bulle betreflfend die Errichtung einer Univer- 
sität in Tübingen mit dem Publikationsinstrument, 

13. November 1476. 



vom 



11. März 1477. 



In nomine domini amen. Heinbigus permissione diuina Ab- 
bas Monasterii in Blaburren, Ordinis S. Benedicti Constanciensis 
diocesis, Executor et Commissarius ad infra scripta a 8. Sede 
Apostolica vna cum certis nostris in hac parte CoUegis: Cum 
elaufiiila: Quatinus tos uel duo aut ynus vestrom: in subinsertis 
literis apostolicis apposita specialiter dcputatus. Vniuersis et 
singulis has literas visuris lecturis et audituris, presentibus et 
posteris ac presertim illi nel illis qiiorum interest intererit aut 
Interesse poterit et quos nosse fuerit oportunum: Subscriptonun 
noticiam indubitatam: cum salute in Domino sempitema. 

Literas Sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini 
Sixti diuina prouidentia Pape Quarti : Eins vera Bulla plumbea 
in filiiä Canapi more Romane Curie impendente bullatas, non 
abrasas eancellatos uel abolitas nee in aliqua sua parte suspectas 
sed Sanas integras et illesas, omnique prorsua vitio et suspicione 
carentes, Nobis pro parte «Hlustris et Generosi domini domini 
Eberbardi Comitis in Wirtemberg et in Montepeligardo Senioris 
in ipsis literis principaliter nomin^ti, alias pridem presentatas: 



12 4. PäpstUche Bulle vom 13. Nov. 1476. 

Nos cum ea qua decuit reuerencia accepisse noueritis, hunc.qui 
sequitur Tenorera de verbo in verbum continentes. 

SixTvs EPiscopvs SEßvvs SEBVORUM DEi : Düectis filüs Abbat! 
in Blaburren et S. Martini in Sindelfingen per Prepositum soliti 
gubemari Monasteriorum ac ecelesie in Herremberg Prepositis 
Constanciensis diocesis , Salutem et apostolicam benedictionem. 
Copiosus in misericordia dominus , et in cunctis suis gloriosus 
operibus, a quo omnia dona defluunt, ad hoc nobis licet insuffi- 
cientibus meritis sue sponse vniuersalis ecelesie regimen com- 
mittere et nostre debilitati iugum apostolice seruitutis imponere 
voluit, ut tamquam de summo vertice montis ad infima reflecten- 
tes intuitura, quod pro huiusmodi illustranda ecclesia ad fidei 
propagacionem conferat orthodoxe, quod statui quorumlibet fide- 
lium conueniat, prospiciamus attentius, et qualiter a fidelibus 
ipsis profugatis ignorancie tenebris, illi per donum sapientie in 
uia mandatorum ac domo domini conuersari debeant, solertius 
attendamus, eos ad querendum literarum studia, per que mili- 
tantis ecelesie respublica geritur, diuini nominis ac eiusdem fidei 
cultus protenditur, omnisque prosperitatis humane conditio au- 
getur, nostre solicitudinis ope apostolicisque fauoribus propensius 
excitemus. 

Sane pro parte dilecti filii Nobilis viri Eberhardi Comitis in 
Werttemberg et Montispeligardi, nobis nuper exhibita petitio 
continebat, Quod in Ciuitatibus opidis et locis suo, ac dilecti filii 

o 

Nobilis viri Ulrici eciam Comitis in Werttemberg et Montispeli- 
gardi temporali dominio subiectis, quorum territoria longe late- 
que ampla existunt et incolarum multitudine, ac fructum über- 
täte habundant, non est aliqua vniuersitas Studii generalis, ad 
quam Civitatum Terrarum opidorum et locorum huiusmodi et 
aliorum circumuicinorum locorum incole uolentes in scientiis pro- 
ficere ad studendum et addiscendum commode se transferre valeant, 
Quodque si in opido Tuwingen Constanciensis diocesis, Prouincie 
Maguntinensis Loco insigni et commodis habitacionibus pleno, in 
quo victualium omnium maxima copia habetur, eius temporali 
dominio subiecto, prope quod infra duas dictas uulgares * non est 

1 In Eberhards Landestheil befanden sich also damals nur zwei öffent- 
liche, wohl städtische Schulen. Die eine wird die zu Urach sein , welche 
er in demselben Jahr der Aufsicht des dortigen Stifts unterstellte. Wo 



4. Päpstliche Bulle vom 13. Nov. 1476. 13 

aliqua vniuersitas studii generalis, erigeretur vna vniuersitas ipsius 
stndii generalis cuinscumque facultatis et seiende, eidenlque vni- 
*uersitati sie postmodum erecte pro faciliori supportatione oneriim 
et expensarum eiusdem presertim salarionim illorum, qui Cathe- 
dras pro tempore inibi regent, S. Johannis Baptiste in Bracken- 
hein et SS. Philippi et Jacobi in Stetten ac in Ajsch nee non in 
Bingingen et in Eningen, Wormaeiensis et predicte Constancien- 
sis diocesis parochiales ecclesie, que de iure patronatus Comitis 
de Werttemberg pro tempore existentis fore noseuntur, reseruata 
congrua portione pro perpetuis vieariis, ad presentacionem dicte 
vniuersitatis institnendis, perpetuo unirentur annecterentur et in- 
corporentur, ac in ecclesia S. Martini in Sindelfingen dicte Con- 
stanciensis diocesis, quam nuper in collegiaiam, ac illius prepo* 
situram dignitatem inibi principalem et octo canonicatus et toti- 
dem prebendas ad parochialem S. Georgii dicti opidi Tuwingen 
transferri, et S. Georgii in collegiatam cum dicta prepositura et 
octo canonicatibus et totidem prebendis , S. Martini vero eccle- 
siam predictam in Monasterium ordinis S. Augustini erigi man- 
dauimus, duo Canonicatus et totidem prebende postquam erecti 
fuerint supprimerentur et extinguerentur, illarumque fructus red- 
ditus et prouentus pro dote quatuor inibi aliorum Canonicatuum 
et totidem preben darum de nouo erigendarum equis porcionibus 
applicarentur et assignarentur, ac per nos statueretur et ordinare- 
tur, quod ad huiusmodi decem canonicatus et totidem prebendas 
qui de dicto iure patronatus existunt, cum prima uice eos vacare 
contigerit et deinde perpetuis futuris temporibus successiue viri 
ecclesiastici ad regendas decem cathedras in eadem vniuersitate 
Studii erigendi ydonei et docti, uidelicet quatuor magistri in ar- 
tibus, quibus dicte quatuor de nouo erigen de prebende assigna- 
rentur et in eisdem artibus legerent et regerent, per dictum Co- 
mitem seu dilectam in Christo filiam Mechtildem illius genitri- 
cem, ad quam racione dotis sue inpresencianim presentacio per- 
sonarum ydonearum, ad canonicatus et prebendas predictos, cum 
pro tempore vacant ut asseritur pertinet, et eorum successores in 

die andere gewesen sei, lässt sich bei der Dürftigkeit der Nachrichten nicht 
sicher angeben ; vielleicht in Tübingen selbst. Der Notar Gregor Mai, der 
die obige Urkunde beglaubigt, ist in der Matrikel zugleich als rector sco- 
larum particnlarium in Tuwingen bezeichnet. 



14 4. I^pfltUche Balle vom 13. Nov. 1476. 

iure patronatus predicto, presentari, et ad preseniacionem huius- 
modi institui deberent, exiude predictis et aliorum predictorom 
locorum circurnuicinorum inoolis et habitatoribus uolentibus in' 
sciezLcia proficere, magna comoditas studendi pararetur et eorundem 
studentium postmodum doctrina et sciencia in Civitatum Terra* 
rum et locorum predietorum regimen, fideique catholice propa- 
gacionem quam plurimi fructus proueuirent. 

Quare pro parte dicti Eberhardi Comitis nobia fuit humiliter 
supplicatum, ut in prefato opido Tuwingen Studium generale 
quarumcunque facultatum erigere, ac eidem sie erecto parocbiales 
ccclesias prefatas perpetuo unire, annectere et incorporare, Nee 
non duos Canonicatus et totidem prebendas eiusdem ecclesie si 
opus fuerit supprimere, ac quatuor alios Canonicatus et totidem 
prebendas ibidem de uouo erigere, illisque sie erectis pro eorum 
dote fructus redditus et prouentus dictorum supprimendorum Ca- 
nonicatuum et prebendarum equis porcionibus applicare et assig- 
nare, et quod ad Canonicatus et prebendas predictos videlicet de 
nouo erigendos Quatuor magistri in artibus, ad alios vero alii 
viri docti et ydonei, qui omnes in predicta ecclesia modo infra 
scripto residenciam facere teneantur, ad regendas Cathedras pre- 
dictas, ut prefertur, et non alii presentari debeant. statuere et 
ordinäre, ac alias in premissis oportune prouidere, de benignitate 
apostolica dignaremur. 

Nos igitur qui dudum inter alia uoluimus et ordinauimus, 
Quod petentes beneficia ecclesiastica aliis vniri teueren tur expri- 
mere verum valorem tarn beneficii uniendi quam illius cui uniri 
peteretur, alioquin vnio non valeret: Attendentes quod ex Htte- 
rarum studio animarum saluti consulitur, insurgentes controuersie 
deciduntur, pax et trauquillitas inter mortales procurantur, lici- 
tum ab illicito discernitur, bonis premia et reprobis supplicia 
dispensantur , et alia tarn publica quam priuata spiritualia et 
temporalia comoda mundo proueniunt : Vniuersitatis predicte fruc- 
tuum reddituum et proventuum verum valorem annuum presen- 
tibus pro expresso habentes: Et eiusdem Comitis laudabile pro- 
positum huiusmodi plurimum in domino commendantes : huius- 
modi supplicacionibus inclinati, discrecioni vestre per apostolica 
scripta mandamus, quatinus vos, vel duo, aut vnus vestnun si 
predicta vera compereritis in prefato opido Tuwingen perpetuis 



4. Pftpsfcliche Bulle rom 13. Nov. 1476. 15 

futuris temporibns generale Studium cuiuscunque facultatis et 
seiende licite auctoritate nostra erigatis, et in illo Cathedras qua* 
rumcanque iacultatum, nee non Bectorie et alia pro illius pro- 
spero et felici regimine necessaria officia dicta auctoritate insti- 
tuatis, et que propterea utilia et oportuna fore cognoueritis, con* 
siitutiones et statuta eodem auctoritate ordinetis, necuon dictas 
parochiales ecclesiai;, quarum omniuni fructus redditus et prouen- 
tus Quinquaginta duarum Marcarum argenti secundum conimu- 
nem estimacionem valorem annuum, ut afiseritur, non excedunt, 
Beseruata tarnen congrua porcione pro perpetuis vicariis in Ulis 
ad presentacionem vniuersitatis dicti Studii instituendis , de qua 
se sustentare, Episcopalia iura soluere et alia eis incumbencia 
ou^a perferre commode possint, eidem mense ' vniuersitatis pre- 
dicte, ita quod cedentibus uel decedentibus ipsarum parochialium 
ecclesiarum Bectoribus seu alias parochiales ecclesias predictas 
quomodolibet dimittentibus , liceat extunc eidem vniuersitati per 
se uel alium seu alios corporalem parochialium ecclesiarum iu* 
riumque et pertiuenciarum predictorum possessionem propria aucto- 
ritate libere apprehendere, et de [sie] earundem parochialium eccle- 
siarum fructus redditus et prouentus in dicti Studii usus et vti- 
litatem ac inibi legentium doctorum salaria conuertere et perpe- 
tuo retinere, diocesani loci et cuiusuis alterius licencia super hoc 
minime requisita, prefata auctoritate uniatis incorporetis et an- 
nectatis. Nee non duos Canonicatus et totidem prebendas in 
dicta ecclesia S. Georgii eadeni auctoritate supprimatis et extin- 
guatis, ac ibidem Quatuor alios Canonicatus et quatuor prebendas 
de nouo erigatis, et pro illoinim sie erigendorum dote fructus red- 
ditus et prouentus dictorum supprimendorum Canonicatuum et 
prebendarum equis porcionibus applicetis et assignetis. 

Sic quod ad Canonicatus et prebendas predictos, quociens illos 
perpetuis futuris temporibus vacare contigerit videlicet ad quatuor 
de nouo erigendos Quatuor M^istri in artibus, qui in eisdem 
artibus actu legant et regant, ad alios vero Canonicatus et pre- 
bendas predictos alii viri ecclosiastici, docti et ydonei ad regendas 
decem ex huiusmodi Cathedris in eodem Studio perpetuo per dic- 
tum Comitem in Werttemberg, et eiusdem Comitis successores in 



1 8va, Einkommen, Vermögen. 



16 4. Päpetliche Bulle Yom 13. Nov. U76. 

iure patronatus predicto presentari et ad presentaeiones huius- 
modi in Gauonicos dicte ecclesie institui, et instituti Gathedras 
ipsas regere teneantur et debeant. Quodque si ex modemis Ca* 
nonicis huiusmodi aliqui reperirentar ad legendum et regendam 
ibidem sufficientes et ydonei, et onus huiusmodi sussumere volue- 
rint, ad illud deputentur, prelibata auctoritate statuatis et or- 
dinetis. Ac obtineatibus pro tempore dictos Canonicatus et pre- 
bendas, Cathedrasque actu regentibus iu yniuersitate predicta, ut 
quamdiu Gathedras ipsas rexerint, diuinis in dicta ecclesia S. 6e- 
orgii, in qua sunt duodecim perpetui vicarii diuina of&cia ibidem 
continue celebrantes et illis insistentes, racione Canouicatuum et 
prebendarum predictorum interesse non teneantur, nisi quatinus 
interesse tenentur diuinis in ecclesia S. Spiritus haidelbergensi 
wormaciensis diocesis, ipsius ecclesie S. Spiritus Canonici Gathe- 
dras regentes in yniuersitate studii haidelbergeusis \ absque eo 
quod in dicta ecdesia S. Georgii diuinis intersint, seu insistant 
eorundem Canouicatuum et prebendarum fructus redditus et pro- 
uentus eciam pro tribus primis annis, pro quibus noui Canonici 
iuxta ipsius ecclesie in Sindelfingen Statuta iurata illos non per- 
cipiunt, sed partim defuncto Canonico partim fabrice cedunt, cum 
ea integritate, quotidiauis distribucionibus dumtaxat exceptis, per- 
cipere possint et debeant, cum qua illos perciperent si in ipsa 
ecclesia S. Georgii diuiuis interessent , nee ad interessendum di- 
uinis in dicta eccle3ia S. Geoi^ii alias teneantur aut ad id inuiti 
coarctari yaleant, nisi quatinus in ecclesia S. Spiritus haidel- 
bergensi, eadem auctoritate concedatis, faciatisque eis huiusmodi 
eorundem decem Canouicatuum et prebendarum fructus redditus 
prouentus et emolimenta quecunque, que interesse ^ diuinis in ea- 
dem ecclesia perciperent, integre ministrari. Non permittentes eos 
per Venerabilem Fratrem nostrum Episcopum Constanciensem et 
dilectos filios dicte ecclesie S. Georgii capitulum seu quoscumque 
alios ad interessendum in ipsa ecclesia compelli aut alias contra 
huiusmodi concessionis , si illam feceritis, tenorem quomodolibet 
molestari. 



1 Bullen ürbans VI 2. Aug. 1387, Bonifacius TX 12. Dec. 1399, Eu- 
gens IV 13. Mai 1434 hier zum Theil wörtlich widerholt. Jus Univ. 
Heidelb. (von Hertling) 1748. S. 11 ff. 2 sva. interessendo. 



4. I^pstHche Bolle vom 18. Not. 1476. 17 

Et nichilomiDas si ad effectum premissorum, obtinentes par- 
rochiales ecclesias predictas illas, resignare voluerint, resignaciones 
huiusmodi prefata auctoritate recipiatis et admittatifl, eisque per 
aos reeeptis et admiäsis eisdem resignantibus , ne ex resignatio- 
nibus huiusmodi nimium dispeudium paciantur, pensiones annuas 
de quibus cum eis concordari poterit, super fructibus redditibus 
et prouentibus parrochialium ecclesiarum resignatarum huiusmodi 
eisdem resignantibus quoad uixeriot, uel procuratoribus eorum 
sub penis et censnris ecclesiasticis , ac in terminis et locis per 
nos statnendis integre persoluendas, aut paxrochialium ecclesiarum 
quas resignaverint , fructus redditus et prouentus in toto uel in 
parte cum libera facultate iUos eciam propria auctoritate perci- 
piendi et leuandi dicta auctoritate reseruetis constituatis et assig- 
netis, facientes pensiones huiusmodi iuxta reseruacionis constitu- 
cionis et assignacionis earundem, si eas fieri contigerit, tenorem 
efficaciter persolui, et non 'permittentes eosdem resignantes, quo 
minus pensiones seu fructus huiusmodi percipiant, per quoscum- 
que impediri. Contradictores auctoritate nostra appellacione post- 
posita compescendo. Non obstantibus priori yoluntate nostra 
predicta ac felicis reoordacionis Bonifacii Papee VIII predecessoris 
nostri, per quam huiusmodi concessiones de fructibus in absencia 
pereipiendis, sine prefinicione temporis, fieri prohibentur ^ et aliis 
apostolids ac in prouincialibus eciam synodalibus Conciliis editis 
generalibus uel specialibus constitucionibus et ordinacionibus nee 
non dicte ecclesie S. Georgii iuramento confirmacione ap<»stolica 
uel quauis alia firmitate roboratis, statutis et cousuetudinibus con- 
trariis quibuscumque. Eciam si per ipsos decem Canonicatus et 
prebendas pro tempore obtinentes, de illis seruandis et non im- 
petrandis literis contra illa et illis impetratis seu alias quouis- 
modd concessis non utendo prestare contingeret iuramentum. Aut 
si primam nou feceriut in eadem ecclesia S. Georgii residenciam 
consuetam, Seu si episcopo prefato a sede apostolica sit conces- 
sam uel imposterum concedi contingat, quod Canonicos ecclesia- 
rum suarum ciuitatis et diocesis per subtractionem prouentuum 
suorum Ganouicatuum et prebendarum compellere valeant ad resi- 
dendum personaliter in eisdem, Seu si episcopo et capitulo pre- 



1 c 15 de rescriptis in Sexto I, 3. 

Urkanden der U. Tfibingen. 



18 4. papstliche Bulle vom 13. Nov. 1476. 

fatis communiter uel diuisim. a dicta sit sede indultum uel impo- 
sterum indnlgeri contingat, quod Canonicis et personis Buamin 
ecciesiarum non residentibus personaliter in eisdem fructus red- 
ditos et prouentas suorum Ganonicatuum et prebendanun mini- 
strare in absencia minime teneantur, et ad id compelli, aut quod 
interdici suspendi vel excommanicari non possint per literas apo- 
stolicas non facientes plenam et expresaam ae de verbo ad ver- 
bnm de indulto hniusmodi mencionem. Aut si aliqui super pro* 
uisionibus sibi faciendis de huiusmodi uel aliis beneficiis eccle- 
siasticis in illis partibus speciales uel gen^rales, apostolice sedis 
vel legatorurii eins literas impetrarint, eeiam si per eas ad inhi- 
bieionem, reseruacioneni et decretum uel alias quomodolibet sit 
processum. Quas quidem literas et processus habitos per eajsdem 
ae inde secuta quecumque ad parrochiales ecclesias huiusmodi 
volumus non extendi, sed nullum per hoc eis, quoad assecucionem 
beneficiorum alioram preiudicium generari, Et quibuslibet aliis 
priuilegiis indulgenciis et literis apostolicis generalibus uel spe- 
cialibus quoruincunque tenorum existant, per que presentibus non 
expressa uel totaliter non inserta effectus earum impediri valeat 
quomodolibet uel differri, et de quibus quorumque totis tenoribus 
habenda sit in nostris literis mencio specialis. Prouiso quod 
propter vnionem anuexionem et incorporacionem huiusmodi si 
fiant, et effectum s<Trciantur, parrochiales ecciesie predicte debitis 
non fraudentur obsequiis et animarum cura in eis nullatenus ne- 
gligatur, sed earum debite supportentur onera cousueta. Attente 
quoque prouideatis, ne resignacionibus huiusmodi si flaut ex parte 
Rectorum dictarum parrochialium ecciesiarum et yniuerstitatis pre~ 
dictorum aliqua prauitas interueniat seu eciam corruptela. 

Nos eciam, si erectionem vnionem annexionem et incorpora- 
cionem ac alia premissa vigore presencium fieri contigerit, ut 
prefertur, pro tempore existentem Prepositum dicte ecciesie 8. Ge- 
orgii eiusdem Studii Cancellarium perpetuis futuris temporibus 
apostolica auctoritate facimus creamus constitnimus et deputamns 
ac illos, quos primo ^ diligenti examine et seruatis seruandis ydonci 
reperti fuerint, ad Bacallariatus licencie Magisterii et doctoratus 
aliosque gradus quoscumque in Theologia vtroque iure artibus 



1 fehlerhaft, wohl zu lesen: qui preaio. 



4. Päpstlidie Bulle vom 13. Kot. 1476. 19 

quoque et medicina cum solita inaignioram exhibicioue, seruata 
tarnen Constitocione Viennensis Concilii super hoc edita \ in vni- 
uersitate predicta duntaxat promouendi, et eis sie promotis ut 
kathedras regere legere docere et alios actus pertinentes ad gra* 
dus, ad quos promoti fuerint, facere possint et yaleant concedendi, 
et generaliter omnia alia et singula, que Archidyaoonus ecclesie 
Bononiensis ' in Tniuersitate Studii Bononiensis facere et exer- 
cere quomodolibet potest ex apostolica conoessione statuto uel 
consuetudine faciendi exercendi presencium tenore anctoritate 
apostolica coneedimus facultatem, Ac Tolumus et vniuersitati 
eiusdem sie erigendi Studii, nee non illius pro tempore Rectori 
ac doctoribus Scolaribus et personis, qui pro tempore erunt, ac 
illis quos ad gradus quoscumque inibi promoueri contigerit , ut 
Omnibus et singulis priuilegiis immunitatibus graciis fauoribus 
exempcionibus concessionibus et indultis tam de iure commuui 
quam ex concessionibus apostolicis et imperialibus aut alias quo- 
modolibet in genere uel in specie quibuscumque aliorum quorum* 
eunque studiorum generalium Yniuersitatibus et illarum Rectori- 
bus doctoribus Scolaribus et personis, ac promotis pro tempore 
in eisdem concessis et concedendis et quibus illi pociuntur et 
gaudent ac uti et gaudere poterunt quomodolibet in futurum uti 

1 Clem. 2 de magistris V, 1. 

2 HoMORius Seruus seruornm Dei, dilecto filio Akchidiacono Bomomibnsi 
salutem et apost. benedictionem. Cum ssepe contingat, vt in Ciuitate Bo- 
nonienfli minus docti ad docendi regimen aasumantur, propter quod et doc- 
torum bonos minuatur et profectus impediatur scholarium yolentinm eru- 
diri, nos eorundem ytilitati et honori vtiliter prospicere cupientes anctori- 
tate preesentium duximus sfcatuendum, vt niillus vlterius in Ciuitate prse- 
dicta ad docendi regfmen assamatur, nisi a te obtenta licentia, examina- 
tione pnBhabita diligenti. Tu denique contradictores , si qui fuerint, yel 
rebelles per oensuram ecclesiasticam appellatione remota comx>e8ca8. Da- 
tum Beatee lY Kai. Julii, Fontificatus nostri anno tertio [1219]. Cber. 
Ghirardacci Hist. di Bologna, 1, 128. C. SigoniusOpp. 3, 214. Sarti De 
Archig. Bon. Proff. 2, 25. Diese Verfügung ist an Gratia aus Arezzo, 
einen berühmten Recbtslehrer persönlich gerichtet, und Savigny Ö. d. R. R. 
S, 225 behauptet, dass nicht die Meinung zu Grund liege, als ob die Pro- 
motionen zu den päpstlichen Vorrechten gehArten. Gleichwohl wurde diese 
Meinung von Rom aus allmählich grossgezogen und an jenen ältesten Vor- 
gang angeknüpft, wie Stellen gleich der obigen zeigen. Tübingen hatte 
in der Folge unter dieser Theorie lange zu leiden und ist seinen aposto- 

üsehen Kanzler erst im J. 1556 vollständig losgeworden. 

2* 



20 4- Päpstliche Balle vom 13. Noy. 1476. 

potiri et gaudere possint et debeant in omnibus et per omnia 
perinde ac si illa eisdem Yniaersitati erigendi Studii et illias 
Bectori doctoribus Scolaribus et personis in illa pro tempore 
promotis specialiter et nominatim conceasa forent auctoritate 
apostolica tenore presencium indulgemus. 

Et insuper ex nunc irritum decernimus et inane, si secus 
super hijs a quoquam quaais auctoritate scienter uel ignoranter 
cont^erit attemptari. Datum Rome apud 8. Peixum Anno In- 
carnacionis domiuice millesimo quadringentesimo septuageeimo 
sexto. Id. Novembris ponti£catus nostri Anno sexto. 

Post quabum quidem litebabuh apostolicabum presentatio- 
nem acceptiouem et diligentem inspectionem pro parte prefati 
domini Comitis Elberhardi ut prefertur principaliter in eisdem 
nominati, quatinus ad earum et in eis conteutorum nobisque 
conunissorum debitam execucionem iuxta traditam nobis inibi 
formam proeedere dignaremur, debita extitimos precum instancia 
requisiti. 

Nos YEBo Hainbicus Abbas Execntor et Commissarius pre- 
dictus, Superiorum nostrorum et potissime apostolicis mandatis 
reuerenter, sicut tenemur, obedire, cauteque et rite in commissi 
nobis negocii execucione proeedere uolentes, vt nuUi iuteresse 
habenti vel pretendenti in suo videremur iure preiudicare, Omues 
et singulos cuiuscumque dignitatis gradus status vel preemiuencie 
fuerint, sua communiter uel diuisim hac in parte interesse pu- 
tautes in genere uel in specie, Ad comparendum coram nobis in 
loco ad hoc deputato, £t ad uidendum et audiendum nos de ex- 
positis narratis et contentis in dictis literis apostolicis eorumque 
circumstanciis singulis diligenter iuformari, et huiusmodi iufor- 
macione accepta et habita, veritateque uarratorum huiusmodi 
quantum sntficere yideretur comperta, Deinde ad execucionem 
apostolice commissionis seruata forma nobis tradita rite per nos 
procedi, vel ad dicendum et allegandum quicquid in contrarium 
eorum racionabiliter dicere proponere et allegare vellent ac va- 
lerent, in locis quibus videbatur expedire per patentes nostras 
literas citari et vocari fecimus atque citauimus in certum termi- 
num corapetentem peremptorium Cum certificacione quod eis uel 
alio legitimo oppositore et contradictore non comparente aut com- 
parente nil tarnen raeiouabilis in contrarium premissorum dicente 



4. Päpstliche Bulle vom 13. Nov. 1476. 21 

nel allegante, Nos nichilominns ad debitam execucionem dicti no- 
bis commissi negocii seniatis seruandis proculdubio procedere non 
obmitteremus Citatorum absencia sea contumacla in aliquo non 
obstante. In quo qnidem Citacionis termino Citacione ipsa rite 
et legitime executa vna com executione debita a tergo seriatim 
notata, coram nobis pro parte memorati domini Comitis Eber- 
hardi realiter reproducta , atqiie Citatorum non comparencium 
contumacia aceusata. Nos merito eosdem prout debuimus, repu- 
tauimus contumaces, Nullo prorsus alias contradictore apparente 
legitimo uel oppositore. Ceterum quatinus amplius ad execucio- 
nem buiusmodi commissionis nobis facte iuxta illius vim formam 
et tenorem rite procederemus debita sumus instancia requisiti. 

Nos iTAQUB Judex et Commissarius sepe dictus vigore clau- 
sule supradicte de veritate Narratorum in preinsertis literis apo- 
stolicis deductorum, sollerti nostra super hiis inquisicione preuia, 
testimoniis fide dignis sufficienter informati atque edocti, Ad 
buiusmodi nobis Commissorum execucionem et expeditionem de- 
bitas duximus procedendum et processimus, Negociumque ipsum 
nostris pronunciacione decreto et declaracione de Jurisperitorum 
consilio et assensu, in scriptis terminauimus in hunc qui sub- 
seriptus est modum. 

Chbisti Nomine invocato. Qvia visis diligenterque perpensis 
coram Nobis in presenti negocio deductis Narratorum in supra 
inserta Commissione apostolica veritatem comperimus indubitatam, 
iccirco ad buiusmodi nobis bac in parte commissorum debitam 
execucionem humiliter procedere volentes sicuti tenemur de Juris- 
peritorum consilio nobis super hoc communicato, auctoritate apo- 
stolica decemimus declaramus et in hiis scriptis pronunciamus 
in Opido T u w i n g e n in preinsertis literis apostolicis nomi- 
nato perpetuis futuris teniporibus generale Studium cuiuscunque 
factUtatis et seiende licite erigi passe et debere, afque cadem 
auctoritate erigimus et in illo cathedras quarumcunque facultatum 
nee non Rectorie et alia pro illius prospero et felici regimine 
necessaria officia instituimus, ac constituciones et statuta melius 
visa expedire edenda esse decemimus. 

Ecclesias denique parrochiales S. Johannis Baptiste in Bracken- 
hain, SS. Philipp! et Jacobi in Stetten Wormaciensis ac in Asch 
nee non Hingingen et in Eningen Gonstanciensis diocesum cum 



22 ' 4. Päpstliche Bulle vom 13. Nov. 1476. 

Omnibus suis iuribus et pertinenciis prefate sie iu Tuwingen 
erecte vniuersitati pro faciliori onerum et expeusarum eiusdem 
presertim sallariorum illorum qui cathedras pro tempore inibi 
reguut supportacione , quorum interest accurente consensu, ac 
preseucium tenore in dei nomine ynimus annectimus «t incorpo- 
ramus earumque omnium et singularum fructus redditiis et pro- 
uentus memorate vniuersitati et in illa regentibus et legentibus 
perpetuo appropriamus, volentes et presentibus statuentes Quod 
cedentibus uel decedentibus ipsarum parrochialium ecclesiarum 
Bectoribus seu alias illas Ecclesias quomodolibet dimiitentibas 
liceat ex tunc eidem vniuersitati per se uel alium seu alios cor- 
poralem parrocbialium ecclesiarum iuriumque et pertinenciarum 
earundem possessionem propria auctoritate libere apprehendere, 
et ipsarum parrochialium ecclesiarum fructus redditus et prouen- 
tus in dicte vniuersitatis vsus et vtilitatem conuertere et perpe- 
tuo retinere, diocesani loci et cuiusuis alteriu3 licencia super hoc 
minime requisita. 

Vt autem predicte parrochiales ecclesie debitis non frauden* 
tur obsequiis et animarum cura in illis non negligatur, reseruari 
et assignari volumus ac presentibus auctoritate apostolica reserua- 
mus et assignamus vicariis perpetuis pro tempore dictarum ec- 
clesiarum iuxta cuiusuis ecclesie habitudines et circumstancias 
porcionem congruam, unde se sustentare, .iura episcopalia soluere, 
et alia sibi ratione illius ecclesie incumbencia ouera commode 
supportare queant et eorum quilibet queat atque possit. Quod- 
que inter octo canonicatus et prebendas quos pridem dicta auc- 
toritate de ecciesia Sancti Martini in Sindelfingen in ecclesiam 
parrochialem sancti Georii in supratactum opidum Tuwingen trans- 
tulimus, duo canonicatus et totidem prebende in eadem ecdesia 
parrochiali supprimendi sint et extinguendi, quos ut sie, dum illos 
vacare quomodolibet contigerit, pro nunc prout ex tunc, et ex 
tunc prout ex nunc extinguimus et supprimimus, et ex hiis Qua- 
tuor alios canonicatus, et Quatuor prebendas de nouo erigimus, 
ac pro illorum ut sie erigendorum Canonicatuum et prebendarum 
dote, fructus redditus et prouentus dictorum suppressorum Cano- 
nicatuum et prebendarum equis porcionibus applicamus et assig- 
namus, Sic quod ad Canonicatus et prebendas predictos quociens 
illos perpetuis futuris temporibus vacare contigerit, videlicet ad 



4. Pa^iliche Balle Tom 13. Nov. 1476. 23 

quatoor de uouo erigendos ac quomodolibet erecios, quatuor ma- 
gistri in artibus, qui in eiadem artibus acta legant et r^ant, ad 
alios vero sex Ganonicatus et prebendas predictos alii viri eccle- 
siastici docti et ydonei, ad regendas decem ex huiusmodi Cathe- 
dris in eodem Studio per Ulustrissimam dominam Mechüldem 
Arehiducissam Anstrie etc. ratione dotis sue quoad uixerit et 
deinde perpetno per dictum dominum Comitem in Wirtemberg 
et illius Successores in Jure patronatus predicto presentari et ad 
presentationem huiusmodi in Canonicos dicte ecclesie institui et 
instituti Gathedras ipsas regere teneantur et debeant, Ac obtinen- 
tibus pro tempore dictos Ganonicatus et prebendas Gathedrasque 
actu regentibns in vniuersitate predicta, ut quamdiu Gathedras 
ipsas rexerint, diuinis in dicta ecclesia sancti Georii in qua sunt 
duodecim perpetui vicarii depntati diuina officia ibidem celebran- 
tes, et Ulis insistentes racione Ganonicatuum et prebendarum pre- 
dictorum interesse non teneantur, nisi quatinus interesse tenentur 
diuinis in ecclesia S. Spiritus haidelbergensi Woimaciensis dio- 
cesis ipsius ecclesie S. Spiritus Ganonici Gathedras regentes in 
vniuersitate Studii haidelbergensis absque eo quod in dicta ec- 
clesia S. Georii diuinis intersint seu insistant eorundem Ganoni- 
catuum et prebendarum fructus redditus et prouentus Eciam pro 
tribus primis annis, pix> quibus noui Ganonici iuxta ipsius eccle- 
sie in Sindelfingen statuta iurata, illos non percipiunt, sed par- 
tim defuncto Ganonico, partim fabrice cedunt, cum ea integritate 
quotidianifi distribucionibus dumtaxat exceptis, percipere possint 
et debeant atque percipiant, cum qua illos perciperent, si in ipsa 
ecclesia S. Georii diuinis interessent, nee ad interessendum diui- 
nis in dicta ecclesia S. Georii alias teneantur aut ad id inuiti 
ooarctari valeant nisi quatinus in ecclesia S. Spiritus haidelber- 
gensi, eadem auctoritate concedimus. 

Volentes et statuentes eis huiusmodi suorum decem Gano- 
nicatuum et prebendarum fructus redditus prouentus ac emoli- 
menta quecunque, que si interessent diuinis in eadem ecclesia 
perciperent, integre ministrari debere, ordinaria et cuiusuis alte- 
rius molestacione in hiis et circa ea cessante et semota. Et ni- 
chilominus si ad effectum premissorum resignaciones parrochialium 
ecclesiarum predietarum in fauorem vnionis annexionis et incor- 
poracionis, de quibus in apostolicis literis ipencionatur, iuxta et 



24 4. Päpstliche Balle vom 13. Nov. 1476. 

secundum earundem vim formam et tenorem facte faerint, ac per 
nos accepte et admisse, vnionem annexionem et incorporacionem 
huiusmodi effectum sortitas esse, ia robore debito existere simili 
auctoritate apostolica nobis commissa ex nunc prout ex tunc de- 
claramus, Atque cuilibet resignanciiim earundem pensionem an- 
nuam, de qua concordatum fuerit, super fructibus redditibus et 
prouentibus parrochialium ecclesiarum resignatarum huiusmodi, 
quoad uixerit uel illius legitimo procuratori, sub penis et censu- 
ris ecclesiasticis ac iu terminis et locis statuendis integre persol- 
uendam pari auctoritate reseruamus constituimus et assignamus, 
Yolentes pensionem et pensiones huiusmodi iuxta reseruacionis 
et assignacionis earundem, si eas fieri contigerit, tenorem effica- 
citer persolui. 

Reseruatis desuper mandatis et prooessibus in Gontradictores 
dicta auctoritate apostolica fulminandis \ super quibus disponendi 
ordinandi faciendi et exequendi si et prout temporis tractu vide- 
bitur oportunum et expedire nobis potestatem omnimodam ple- 
namque facultatem ex nunc saluamus et retinemus. Reseruantes 
etiam nobis et reseruata esse volentes omnia et singula alias in 
preinsertis literis apostolicis nobis quomodolibet concessa, Et pre- 
sertim facultatem nobis statuendi et statuta faciendi datam et 
concessam, de quibus cum et ubi oportunum visum fuerit pre- 
staute domino sepe dicta auctoritate execucionem debitam ÜEicie- 
mus. Non obstante in premissis omnibus et singulis que supra- 
dictus dominus noster Papa hac in parte suis literis voiuit non 
obstare, Adhibitis et seruatis in hiis et circa ea solennitatibas 
et cautelis de iure iu talibus obseruari consuetis et adhibendis, 
decernentes prout dictus dominus noster papa decreuit irritum et 
inane si secus super hiis a quoquam quauis auctoritate scienter 
vel ignoranter contigerit attemptari. 

In qvobvm omnivm et bingvlobvm fidem et testimonium pre- 
missorum presentes literas siue preseus publicum Instrumentum 
huiusmodi nostram sentenciam et decretum aliaque premissa in 
se continens , exinde fieri et per Notarios publicos Scribasque 
nostros infra notatos subscribi et publicari ac Sigilli nostri Ab- 
bacialis iussimus et fecimus appensione communiri. 



1 8va. promolgandis. 



4. P&psUiche Bulle Tom IS. Nov. U76. 25 

Lecta lata et iu scriptis promnlgata fuit hec nostra sentencia 
siae hoc nostrum decretam in Opido Yrach Anno Domini mille* 
simo qnadringentesimo aeptoagesimo septimo, Pontificatus sano- 
tissimi in Christo patris et domini nostri domini Sixti diuina 
prouidencia pape quarti predicti, Indiciraie deeima, die vero Mar- 
tis Mensis Marcii yndecima hora fere meridiei, presentibus tunc 
ibidem yenerabilibas et religiosis honorabilibnsque viris ac pa» 
tribus Domino Bbbnhabdo Abbate in Bebenhusen Cisterciensis 
domino Albebchto priore domus Bonilapidis Gartusiensis ordinum, 
Nee non dominis Johanne Tbobn preposito, Magistro Gonbado 
Menokueb de Möuchingen , sacre theologie , Magistro Johanne 
Hbckbagh , in Sindelfingen CanonieiB, Johanne et Luowioo Vbb- 
OENHANNS fi^tribus ecclesiarum parrochalium in Brackenheyn et 
Eirchejn sab Tegk, wormaciensis et constanciensis dioc. Recto- 
ribus , LuoA Sfetzhabt Arcium et medicine , ac superillustris 
principis et domine domine Mechtildis Archiducisse Anstrie etc. 
phisico, Doctoribus, Magistro Johanne Tefeneb professo Mona- 
sterii nostri Bläburren Sacre Theologie Bacallario formato, ma- 
gistro Gbobio Schbibeb Bectore ecdesie in Asch, Jodoco Medeb 
de Wyla Cioitati Imperiali et Conbado Wolban de Teffingen 
Gapellanis in Sindelfingen, Nee non strenuo et yalido domino 
Johanne Spabt de Estetten milite, layco Gonstanciensis dioc. 
predicte, Testibus ad premissa vocatis rogatis et debita precum 
instancia requisitis ^ 



1 Der Stifter ist bei diesem Geschäft mir durch einen weltlichen Zeuger, 
den letztgenannten Hans Spaet von Ehestetten einen seiner vertraute- 
sten Räthe vertreten. Er gehörte sn einer damals am gräflichen Hof in 
den höchsten Stellen stehenden Familie, auf der Alb und im Lauterthal 
begütert, hatte seinen Herrn nach Palsestina begleitet und von ihm 
manche Gnaden empfangen , steht auch , Anfangs 1488 , unter den Exe- 
cutoren seines letzten Willens als Ritter und Vogt zu Zwiefalten, Stein- 
hofer 8, 628. Sattler erzählt nach archivalischen Quellen, dass Eber- 
hard am 16. Juli 1488 den Hans Speet, nachdem er wegen eines unbe- 
kannten wider den Grafen Heinrich begangenen Verbrechens lang in 
Haft gewesen, begnadigt habe gegen Urfehde und eidliche Verpflichtung: 
sogleich in die Insul Rhodns sieh zu erheben und nimmer daraus zu kom- 
men, ausser wann er wider die Ungläubigen zu streiten befelcht würde. 
Gr. 8 am Ende. Es ist kaum glaublich, dass es derselbe Mann gewesen 
sei. In der That gab es damals mindestens zwei Adlige des Namens, wie 
aus Steinhofer 8, 281 ygl. mit 238 zn entnehmen ist. Die übrigen zwölf 



29 4. Päpstliche Bulle yom 13. Nov. 1476. 

Et £^o Mathias Hörn de Eltingen Glericus Spirensis dioc. 
Sacra Imperiali auctoritate Notar ins publicns prothonotarius opidi 
Yrach ac Commissarius Curie Gonstanciensis causarum matrimo- 
nialium in et circa opidmn prefatum , generalis iuratus , Qnia 
dictamm literarum apostolicarum presentationi accepcioni, Cita- 
cionis emittende decreto et reproductiom eiusdem, Gontumaeie 
absencium accasacioni, Gonclusioni, pronunciacioni , omnibosque 
aliis et singulis, dnm sicuti premittitur fierent et agerentur yna 
cum domino Notario et testibns snb et prescriptis presens fui, 
illa sie iieri videndo et andiendo, icciroo hoc presens publicum 
decreti Instrumentum ad ipsius Executoris ei domini Commissarü 
prescripti mandatum adiutorio domini Gregorij Maij Notarij sab- 
scripta de premissis contextum et in hanc publicam formam r^ 
dactum manu mea propria exarayi Signoqne et nomine meis so- 
litis et consuetis signani et roborani in fidem et testimonium 
omnium et singulorum premissorum ad hoc vocatus rogatua pa- 
riter et requisitus. 

Ego quoque Gregorius Maij de Tüwingen Clericus Gonstan. 
dioc. Sacra Imperiali auctoritate Notarius publicus et Gurie Gon- 
stan. causarum Matrimonialium Gommissarius generalis. Quia 



sind sämmtlich Clerici im damaligen Sinne: 1. Der Abt Bernhard 
Rockenbauch von Magstatt, auch sonst ein Vertrauensmann des 
Grafen, erscheint zugleich als betheiligt, da die Georgenkirche bis dahin 
dem Kloster Bebenhausen zugehört hatte. 2. AlberchtusBot von 
Neiffen ist der dritte Prior. Das Necrologium Boni Lapidis (MS. K. öff. 
Bibliothek) sagt von ihm: Laudabiliter rexit domum tarn in spiritualibus 
quam in temporalibus. 3. Johannes Tegen, Propst. 4. M. Conrad 
Menckler und 5. M. Johann Heckbach, Decretorum Doctor an der 
neuen üniTersitftt vertreten die CoUegiat- Kirche. 6. Johannes und 7. 
Ludwig Vergenhans, die beiden in Eberhards Geschichte vielfach 
verflochtenen Brüder haben wir als die nächsten Berather und Helfer des 
Grafen bei der Gründung der Universität zu betrachten. 8. Der Doctor 
der Medicin und Magister Lucas Spetzhart vertritt, wie auch der Bei* 
satz andeutet, die Erzherzogin Mechthild, deren Arzt er war. Zugleidi ist 
er, wie am 15. September sein Name in die Matrikel eingetragen wird, 
Domini Comitis physicus juratus. Möglich ist, dass er neben Johannes 
May an der jungen Universität eine Zeit lang gelehrt hat. 9. Der M, 
Johann Tefener einstudierter Mönch von Blaubeuren wird als Secretär 
seines Abts zu betrachten sein. Die übrigen drei, durch welche die Zwölf* 
zahl voll wird, vertreten die incorporierten Pfarren und Caplaneien. 



4. PäpstHche Bulle Tom 13. Nov. 1476. 27 

snpra insertarum literarum apostolicarum porrecfcioni accepcioni,. 
Gitacionis emmittende decreto, ac reproductioni eiusdem Contu- 
macie absentiiim accusationi, conclusioni , pronunciacioni aliisque 
Omnibus et singulis, dum sicut prescriptam est fierent, vna cum 
predictis testibus et Notario ad hec eorrequisito presens fui, ea 
sie fieri videndo et audiendo. Qnamobrem hoc presens publicum 
decreti Tnstrumentum post ipsius Domini Commissarii mandatum, 
coadiuuante Domino Mathia Hom Notario memorata manu eius- 
dem scriptum exinde confeci, et in hanc formam publicam redegi, 
Signoque et nomine meis solitis signaui et communiui in robur 
et fidem omnium et siugulorum premissorum ' rc^atus et debito 
requisitos. 

■ 

Uniy. Archiv Mh. IJ. Perg. mit Siegel des Abts. Abgedruckt bei 
Besold DisB. de juribus majestatis 186. Moser Sammlung Würt. Urk. 1,48. 
Zeller Merkw. d. Stadt Tüb. 289. Bök Gesch. d. Univ. Tüb. Beil. 3. Kisen- 
lohr Ü. G. 1. 



5. 

Instrumentum translationis praepositurae Sindelfingensis 

in Tubingam. 

Ausgefertigt Montag 10. März 1477 hora vesperarnm von Abt Heinrich 
unter Beisein des Frater Alberchtns Priors von Güterstein Carth. ord., des 
Johann Schilling und Magister Georius Schriber, Rectoren der Parochial- 
kirchen in Eingingen and Asch. Ohne eigenthümlichen Inhalt. 

K. Staatsarchiv. Pergament mit Sigel des Abts. 



28 6. Graf Eberhards Bekaimtmaehting y. 3. Juli 1477. 



6. 

Graf Eberhards Bekanntmachung über Eröffnung der 

Universität 

3. JuU 1477. 

Intimacio fundacionis V niuersitatis Tuwingensis. 

Eberliardus Comes in Wirtemberg et Montepeligardo Senior. 
Yniuersis et sin'gulis cniuscunque dignitatis status ae preemi- 
nentie Doctoribus Magistris Studiosisque scolaribns ybicunque 
constitutis salutem et omne bonum. 

Cum res etatesque hominum animo reuoluimus qualia quan- 
taque Sununus ille rerum parens et conditor atque huius immense 
molis Bector mortalibus beneficia contulerit dispensaueritque nil 
magis humane inuenimus conuenire nature quam aliquo se erga 
tantorum bonorum largitorem opere gratum exhibere Nam etsi 
illi haud ynquam condignas gracias agere valeamus Habet tarnen 
mens bona atque diuine beneficencie obnoxia affatim quo se exer- 
ceat creatorique suo complacere ac vt ita dicamus debitum co- 
netur exoluere Quod nobis considerantibus ac sepeuumero memo- 
ria repetentibas quanam potissimum via aggrediamur quod crea- 
tori nostro gratum reipublice ac subditorum nostrorum saluti 
atque vtilitati conducibile videretur tandem succurrit nil melius 
atque ad beatam vitam consequendam aptius immortalique deo 
acceptius ne concipi quidem posse quam bonarum artium atque 
disciplinarum studia quibus ipsum Deum nosse solum colere soli 
obtemperare erudimur sedula diligentia atque concertatione pro- 
sequi Atque quo ea in terris nostro temporali dominio subiectis 
vigeant in hysque boni ac studiosi iuuenes imbuantur instituan- 
tur doceauturque pre omnibus enixeque curare Non bis accurata 
templorum edificia atque structuras non denique beneficiorum 
ecciesiasticorum fnndaciones preferimus Nam satis euo nostro 
decus creuit ecclesie Constatque solum acceptabile deo templimi 
esse pectus humanum Summuntque illum omnium rerum opificem 
plus innocentia atque sanctitate hominum quam templorum mag- 
nificentia letari Atque ea parum ad beatitudinem conferre sed 



6. Graf Eberhards Bekanntmachmig y. 3. Juli 1477. 29 

ita doiutazat deo placere si quis puram castamque mentem in ea 
ipsa iuiulerit quam profecto nulla via atque arte melius neque 
compeudiosius quam ex literarum erudicione cousequi poterimus. 

Qua de re permoti publicas scolas atque yniuersale diuina- 
rum humanarumque scieniiarum Studium in terris nostro tempo- 
rali dominio subiectis erigere atque eooperatione Illustrissime prin- 
cipis et domine domine Mechtildis Arduducisse Austrie etc. geni** 
tricis Nee non lUustris domini Vdalrici Ciomitis in Wirtemberg 
et Montepeligardo patrui nostri fundare eurauimus In quo doctis- 
simorum Yirorum conuentus celebrari rudesque adolescentium 
animi erudiri atque institui possent. 

•Ad cuius quidem fundationem satis oportune se locus insignis 
opidi nostri Tuwingen offerebat cuius amenitatem ngrique ferti- 
litatem atque aeris salubritaton plus oculis contemplari quam a 
nobismet ipsis commendari placuit In hoc itaque tarn preclaro 
atque ameno opido Auctoritate Sanctissimi in Christo patris ac 
domini nostri domini Sixti diuina prouidentia pape quarti atque 
Sacrosancte Romaue ac Vniuersalis ecclesie gubernatoris publicas 
Scolas atque Generale optimarum artium Studium ereximus atque 
fundauimus Cuius felix cursus sub decem doctoribus quatuorque 
liberaUum artium magistris cathedras inibi regentibus complere- 
tur quorum tres sacris theologie libris atque scripturis intende- 
rent Tres itidem qui sacrata pontificura Jura que canonica vocant 
resoluerent Duo qui legum ampla volumina eorumque difficul- 
tates enodarent tottidem in medicinis qui salubri cura morbis 
corporibusque mederentur humanis Quatuor insuper qui liberalibus 
artibus intenti causas rerum atque naturas subtili inuestigatione 
perquirerent Vt omnes fixis atque sufficientibus prouisi stipendijs 
in omni facultate gratis legendo nequis inopia diuiciarum ad no- 
tionem veritatis impediretur ascendere solerti studio atque dili- 
gentia singulis facultatibus preessent Insuper vt haberent studiosi 
adolescentes in quo spem reponerent atque bona fiduda premium 
laborum suorum expectarent Eandem vniuersitatem plusquam tri- 
ginta Beneficiorum collatione dotatam condignis Emunitatibus 
atque priuilegijs laudabilibusque institutis plurimum decorauimus. 

Yos igitur bonarum artium Studiosos viros Vos onmes pre- 
stantis animi Juuenes vereque sapientie amatores qui virtutis at- 
que scientie semitam ingredi Yeramque beatitudinem consequi 



30 7. Freiheitsbrief vomi 9. Okt. 1477. 

desideratis ad haue ipsam aocedendam {requentandamqae hortamtir 
et inuitamas Non deerunt vobis qui et doctrina et auctoritate 
anixDOS vestros atqne mentes informent ac ad erndiendam insti* 
tuendainque litteris ac bouis moribus vitam quottidie vos meliores 
reddant Ex quoram emditione facile emei^re atque ad altiores 
diguitatum gradus ac fastigia ascendere atque conuolare poteritis 
Et iie Yobis tarn f ructuosum et laudabile bonum dintius differatur 
huiuB Bouelle plantationis fausta ac felicia initia a doctissimis 
viris in omni arte disdplinaque prineipiantibus ad proximas ka- 
leudas Octobris exspectate atque suscipite * deinceps in omne 
euum ad laudem summi ac etemi dei tociusque celestis Curie pro- 
gressura atque perpetuo duratura Datum in Yrach sub sigillo 
nostro presentibus subimpresso anno domini millesimo quadrin- 
gentesimo septuagesimo septimo mensis Julij die tercia Inditione 
Yero decima. 

In Placatform gedruckt, 45 Zeilen üniv. Bibl. Mh. I. 2a. O. D. 
Hoffmann, Von d. eig. Stiftungstag 19. Mit Ausnahme des Punktes nach 
Senior im Eingang fehlt jede Interpunction. Eine gleichzeitige Abschrift 
enthält die Bebenhäuser Papierhandschrift in der königlichen Handbiblio- 
thek I, 35. — Abgedruckt nach dieser bei Schmid u. Pfister, Denkw. d. 
B«f. Gesch. I, 176. Eisenlohr U. G. 12. — Das Blatt ist wahrsdieinlich 
bei Konrad Mancz in Blaubeuren gedruckt, somit einer der ersten alt- 
würtem bergischen Drucke. 



7. 

Freiheitsbrief des Grafen für seine Universität, 

vom 9. Oktober 1477. 

Wir Eberhart Graue zu Wirtemberg vnd zu Mümppelgart etc. 
der elter. Bekennen vnd tuen kunt Offenbär Allermenglichem 
mit disem brieff für vns vnd alle vnsre erben vnnd Nachkomen. 
Diewyl vnd wir von sonn dem gnaden des Oewigenn almechtigen 
gota vnsers Schöpfers, von gepurt vnd sust mit zyttlicher Mech- 
tigkeit lands vnd luts die zu Regieren vnd zuüersenhen hochge- 

1 Wiohl : suspidte. 



7. FreiliMtsbriflf Yom 9. Okt. 1477. 3] 

bomn begoübi sint, so ist in yjis wglerkantuaB das wir siner 
Almechtikeit dest mehr schuldig werden au der Rechnung vnnaers 
Anoipts dartzal^^n Tsd zubetzahi, vnd doch durch Blödikeit 
menschlicher Natur geprüchlich yudSümig an den gehotten des- 
selben öwigen gots offb erfunden werden, demselben nach vns 
billich gepürte nach ynderteuiger erkantuQs mit demütigem her- 
taen, So gross wir mögen ynsre schuld abtzulegen, ynd nach 
Crefften denselben ynsren öwigen got ynd schopfifer gegen yns in 
Barmhertaickett zu ermiltern, dem zu fürderüng, ynd ouch damit 
wir der hochgelopten himelkonOgin yad iünckfrow Maria der 
vMer gottes yund allen in got gehailigten walgeuallen, ynd der 
gantzeu Christenheit trost hilff ynd macht wider die yind ynnsers 
gloubens, ynuberwintlich geberen, dardurch wir dann nit minder 
hoffen, allen ynsren yorfam ynd uachkomen selidi Heil ouch zfl 
b&wen ynd ynsrer gantzen herschafft wirtemberg lob ere ynd nütz 
zAerwcrben ouch yßwendig scheden, den die ynsren ynd ynsre 
zAgewandteu bißher yilfältig gelitten haben züyerhüten. 

So haben wir in der guten mejnung helffen z&graben den 
brunen des lebens darüs yon allen enden der weltt ynersihlich 
geschöpfft mag werden trostlich und hailsam wyßheit zu erlösch- 
ung des yerderplichen fürs Menschlicher ynuemunfft ynd Bunt- 
heit, yns ysserwelt ynd fürgenomen ain hoch gemain schäl ynd 
Yniuersitet in unser stat Tüwingen zu süfften ynd yfftzurichten, 
die dann yon d^B hailigen stül z& Rom mit Bäpstlicher ynd 
yolkomenlicher fürsenhung begaübt ynd dartzu mit gnug not- 
dttrfftigen gepürliehen ynd erbern stattüten zu halten angesenhen 
ist. Damff wir dann geraißt werden ynsre sonderlich gnad ynd 
fryhait dartzu ouch zugeben. Als wir dann das für yns ynsre 
erben ynd nachkomen tuen In mäßen wie hernach yolgt. 

Zum ersten, wollend wir alle maister ynd Studenten, die 
ietzo hie in unsrem studio zu Tüwingen sind oder hienach komen 
ynd alle die hinweg ziehen, in was stats wird oder wesens die 
syen, in allen ynsren landen stetten dörffem ynd gebieten schir- 
men ynd hanthaben in allen den gnaden ynd fryhaiten rechten 
ynd gewonheiten, wie die in gemein oder insonderheit yon den 
gaistlichen oder kaißerlichen rechten den meistern ynd Studenten 
gnedicklich geben syen ynd yerlihen, in allem füg als ob solich 
gnad fryheit ynd recht wie uorgemelt ist, herinn all vnd yeg- 



32 7. Freiheitsbrief 7om 9. Okt. 1477. 

lichs insonderheit, von wort zu wort, gantz aigentlichen yerschri- 
ben vnd begriffen were. Doch die nachuolgenden Artickel sollen 
verstanden ynd gehalten werden Nach irem innhalt wie die be- 
griffen sint. 

Wir niemant ^ ouch in vnsren nnsrer Nachkomen vnd er- 
ben sünderlichen schirm vnd behüttung all doctor Maister vnd 
Studenten die ietzo hie sind hienach komen mögen oder hinweg- 
ziehend, deßhalben gebietten wir Ernstlichest so wir mögen, allen 
ynsren vnderthon, edeln und unedeln, vögten schulthaisen Bürger- 
meistern Bürgern gebüren ' vnd allen die vns zügehöiend oder in 
vnsren landen woneu oder wandlen, das ir deheiner kein meister 
Noch Studenten die hie sind oder herkomen oder hinweg ziehen 
in vnsrem land deheinerley vnbülich gewalt schand schmachheit 
leid letzüng oder vnrecht Mißhandlung oder Übels tue oder zu- 
füg durch sich selbs oder ander, oder schaff geschenhen werden, 
an lyb an gut an glimpff öder an ere in welcher wjs oder maß 
das sin mog, heimlich oder öffentlich, sonder das nit gestat, von 
iemandts gescheen, alsuer er dauor gesin möge, alles one geuerd, 
vnd wer der oder die werent die solich vnsre gebott brechen oder 
überfüren die oder der sollend zu stund vnsre huld verloren haben 
vnd dartzu hundert guldin die vus zu pene geuallen sollend, zu 
der pene, die er ouch sust verloren het, Nach der statt recht zu 
Tuwingen , vnd dannocht nit minder sol derselb oder die also 
vnsre gebott übertretten, dem derselb schad oder schmacheit ge- 
scheen were, och bessern Nach dem rechten vnd gantz aU^en. 

_ ■ • 

Yber soliches vnd anders so doctor Meister oder Studenten 
zeschaffen gev^ynnen mit den vnsren sollei;i ouch vnsre amptlüt 
in vnsrer stat Tuwingen oder an andren enden da sich gepürt 
in vnsren landen zu stund kurz vßtreglich recht sprechen on 
alles vertziehen vnd vffschieben , als bald sie solliches rernemen, 
oder in furbraucht würdt von wem das sye by vnsren hulden 
das zu halten, vnd by verlierung aller irer Empter vnd hundert 
guldin zu pene onableßlich denselben vnsren amptlüten allen vnd 
yeden insonderheit wir hie in Crafft dis briefis vollen gewalt 
geben als dick des not ist über soliches recht zusprechen vnd 
Erberglich zuentschaiden alles getrüwlich vnd one alle geuerd. 



1 nehmen. 2 Bauern. 



7. Freiheitabrief vom 9. Okt. 1477. 33 

Were aber yemandts vnder denen die solich vnsre gebot brechen 
vnd der docb nit mit gut gnng tun mocht derselb soll solichs 
mit sinem lyb eramen bessern vnd gantz ablegen. 

Wir wollend ouch vnd gebietent ernstlichen allen unsren 
vogten Burgermeisternn amptlüten statknechten gebüteln vnd 
andern vnsren vnterthonen das sie kein meister noch Studenten 
dem studio zugehörig yahend oder vahen laussen noch yemands 
gestatten band oder gewalt an sie zulegen in deheinerley wyße 
vmb deheinerley schuld Mißtaut oder verwürckung, die sich in 
der stat zu Tüwingen oder in demselben ampt begeh, sonder dis 
laussen gescheen von dem rector der Vniuersitet oder denen den 
es von der schulen oder Rector Empfolhen würdt Nach irem 
willen vnd geuallen. Es were dann das er sich fridlicher Anmu- 
tung für den Rector mit in zekomen frauelich widert, oder in 
ainer treffenlichen Mifitaut herfunden würd, so gebieten wir doch 
by obgemelten penen denselbigen meister oder Studenten zu stund 
sinem Rector oder oberosten one alle widerred vnd Mißhandlung 
Erberglich vnd one geletzt souer es sin mag züantwurten, dem- 
selbigen in sin strauff zugeben vnd zulaussen, vor demselben sol 
er , ob es nott were , bürgen setzen genug zusin dem rechten, 
vnd mocht er nit bürgen haben, sol er geloben des züthun vnd 
darnach ouch von dem Rector gelaussen werden, were aber ain 
solicher so lichtuertig oder die sach so gros, das im vff solich 
gelüpt nit wolt ain rector getruwen, so sol in der Rector sust 
innhalten vnd versorgen vntz zu vfitrag der Sachen. Ouch ob ainer 
als gröblich were verlömbdet vmb übeltaut, den sol doch ain 
rector züzyten oder die vnsren ob sie das von ainem rector wür- 
den gehaissen vnd sust nit bescheidenlich on all mißhandlung 
gefenglich halten, vnd wann er würdt vßgelausseu, sol er nit mer 
geben. Noch betzalen, dann was er in vencknus vertzert hat one 
geverlich. 

S o geben wir ouch ainem yeglichen rector zAzy ten, oder dem 
der sin stathalter ist gantzen vollen gewalt vßrichtung vnd recht 
zusprechen vnd zutun über all vnd yeglich sachen die maister 
vnd Studenten vnder ainander vßzutragen haben, vßgenomen vmb 
ligende guter erbfall oder ander derglich sachen , die sollen be- 
rechtet werden an den enden da sie geuallen vnd gelegen sint, 

Urkunden der U. Tabingen. v 



34 ?• FreOieitibritf vom 9. Okt. U77. 

Ob aber ein lay mit ainem maister oder Studenten «schaffen 
het, soll im der maisier oder stadent antwurten vor sinem rector, 
vnd würd ainem studeuten für vnsren amptmaun gebotten, sol 
in der amptmann zustund so dis an in geuordert würdt wider 
wysen für sinen rector, vnd wo er das zustund nit tete, sol er 
sin ampt vnd dartzu hundert guldin verloren han. 

Widerumb. wa nxaister oder Studenten mit den vnsren z& 
schaffen gewynnen, sollend sie die vnsren ouch beliben laussen 
vor vnsren amptlüten, Also das die Studenten den lejen 
vnd die leyen den Studenten recht geben vnd niemen, vnd niemon 
vnd geben sie aU vnd ir ieglicher vor sinem geordnoi-ten richter, 
Nach innhalt Gemeiner geschribeu recht, wölt aber ain maister 
oder Student demselben rector oder sinen. stathaltem nit gehor- 
sam sin in zimlicben dingen vnd redlichen gebotten, wann dann 
der rector begert hilff zu solichem , gebieten wir allen vnsren 
amptlüten im hilff vnd bystand zutund mit ihren knechten vnd 
vnderthon, als dick das not würt, by vorgemelter pene hundert 
guldin. 

Ouch wollen wir das all maister vnd Studenten die hie zu 
Tfiwingen sint oder herkumen oder hinwegziehen, an iren per- 
sonen ouch an allen iren güttem wie die syen genant, es sye 
tuch win körn habem visch fleisch bücher oder anders so sie 
bruchen wollend, aller Schätzung zoll stür vngelts gewerpff ' 
Tribut oder ander beschwerung, wie die genant werden, zu öwi- 
gen zyten in allem vnsrem land, vff wasser veld oder in stetteu 
oder dörffem hinyn zufüren oder tragen durch sich selbs oder 
ander Nach oder vor sant Martinstag, wie wenn oder an weliehen 
enden sie die koufien füren tragen oder bestellen gantz fry vnd 
ledig sin sollen t vnd von allen vnsren zollern amptlüten vnd an- 
dern den dis zäeruordeni vnd yntzuniemen zästaut ledig getzalt 
vnd gelaussen werden on widerred alweg by pene hundert guldin 
halb vns vnd halb der vniuersitet veruallen, vßgenomen was guter 
weren die sie yetzo betten oder fürter überkemen die nit fry an 
sie komen werent, mit denselben soll es gehalten werden wie mit 
andern derglich guter , vCgenomen were ob doctor oder maister 
der vniuersitet körn win oder anders des iren verkouffen wöllent. 



1 ausserordentliche Abgabe. 



7. Freiheitsbrief vom 9. Okt. 1477. 35 

da sollend sie sich mit dem yerkouffen halten wie ander die vn- 
sren, Ynd nit hoher beschwert werden von Nüwem als Tngeuerlich. 
Wir geben oach doctor -Maister vnd Studenten die frjhait, ob es 
ymer dartzu kern das von vns oder vnsren nachkomen, oder den 
von Tüwingen ainicherley beswernng vff win oder kom bücher 
oder anders was das were wyter dann yetzo ist gesetzt würd zu 
Tüwingen oder vffgel^, das soll gantz vnd gar die genanten 
doctor meister oder Studenten, Noch ouch die so in zukouffen 
geben, nit binden noch beschwären.. Es mögent och alsdann nit 
destminder die vniuersitet, doctor Maister oder Studenten, durch 
sich selbs oder wen sie dartzu orden, solichs zu irem vnd der iren 
bruch bestellen, one allen hindernus menglichs. 

Ouch wollend wir vad gebieten ernstlichen allen den imsren, 
das alle doctor, meister und studeaten, oder die inen zugehören 
sollich obgeschriben gut win flaisch visch kom brot vnd anders 
wo vnd wenn sie wollend bestellen mögen oder kouffen, 
▼nd ab £ck das in yerkooffena wy s gelegt oder zuverkouffen 
öffentlich herfQrgetan wfirdt, sollent all vnsre vnderthon in ver- 
kouffen gAtwillig gegen inen bewysenn vnnd zukouffen geben. 
Noch übergemeines kouffgelt Nach der statt gewonheit nit 
sehetzen. 

Daby sol nit minder von der vniuersitet Notdürftiglich vnd 
ernstlich bestelt geordnet vnd versenhen werden, das in solichem 
kein geuerd mitt andern den vnsren gebrückt, sonder dis erberg- 
lich one vffsatz vnd redlich gehalten, zu irem bruch vnd one 
f&rkouff. Es were dann, das Bropst vnd Cappittel ouch die von 
der vniuersitet ire gülten, die inen von iren pfrunden vnd stip- 
penium alher fallen, zu Tüwingen verkouffien würden, das sie 
dann solich verkoufl'en wol tun mögen wie ander die vnsren von 
Tüwingen. 

Wir woUent ouch vfi das Niemands onzimlicb geschetzt 
werd, das der rector zuzyten, vnd vnsrer statt Tüwingen vogt, 
als dick die eruordert werden, geben zwen man die by guten 
trüwen, vorhin darumb g^eben, schetzend die huser darin 
die Studenten ziehen wöUent, Nach billikeit vnd guter gewonheit 
der statt Tüwingen, darby ouch die der dieselben hußer sind, 
beliben sollent, Als lieb in der huszins desselben iaurs ist, vnd 
vnsre vngnad ^uuermiden, vnd wa ouch meister oder sch&ler er- 

3* 



36 7. Freiheitebrief vom 9. Okt. 1477. 

finden ain hus, das der aigen hußwirt des das hus ist, nit will 
selber nutzen oder die sinen, mögend dieselben meister oder scha- 
ler also laussen schetzen vnd daryn ziehen vnd des zins halb zu 
bezalen , Nach guter gewonheit der stat vnd der vorberürten 
schatzer geheis vnd willen gnäg tun vnd verzinßeii, daran soll 
nienien sie sttmen noch irren by vorgemelter pene verlierung 
des zinses. 

Wir habent ouch alle fryheit geben, wie Maistern vnd Schü- 
lern, geben och hiemit in Crafft dis brieifs allen iren Beliehen 
wyben vnd kinden, dartzu allem irem ingesind, knechtenn, 
magten dienern dartzu pedellen schribem inbindem, illuminierem, 
welche zu Tüwingen wonung haben. 

Wir wöUent ouch vnd gebieten Ernstlichen denen von Tü- 
wingen das sie kein Juden och sust keinen offen Wucherer by 
in, in der stat oder in iren zwingen vnd bennen laussen won- 
hafft beliben. 

Wir wollend och das Niemand zu Tüwingen keinem Meister 
oder Studenten vfl bücher lyhe, die kouff oder verpfend on sonder 
vrlob ains Rectors zuzyten , vnd ob ainer das überfüre, der soll 
von stund veruallen sin vierzig guldin, vnd nit minder die bücher 
onengelten wider geben, würd ouch ain buch oder mer by ye- 
mendes fünden das gestoln oder abtragen were, das sol zustunden 
dem des es gewesen ist, wa er das mit siner trüw behalten mag, 
widerkert werden on gelt by ietzgemelter pene. 

Wir wöUent ouch vnd gebieten das die amptlüt vnsrer stat 
zu Tüwingen keinen lybartzet frow oder man der von der 
faeultet der Ertzny nit bewert ist laussen ainicherley Ertzny zu Tü- 
wingen triben, oder üben, es sye mit wasser besenhen, oder Rei- 
nigung geben oder sunst, deßglichen wollen wir das kein wund- 
a r t z a t scherer oder ander in was stants der sige, lybartzny trib, 
er sye denn bewert vnd von der faeultet der Ertzny zugelaussen. 
Solich obgeschriben fryheit vnd gaub sollen ouch all iaur 
vnser vogt vnd zwen von dem gericht, von wegen der 
gemelten gemainen stat vff ain genanten tag, einem rector oder 
der Vniuersitet zu den heiligen schweren, alles Redlich vnd vff- 
recht zuhalten, wie vorgeschriben stet on all geuerde vnd sich 
by verlierung yeglicher hundert guldin wider solichcs schweren 
nit stellen noch sich des widern in kein weg als bald sie vnd 



7. Freiheitsbrief vom 7. Okt. 1477. 37 

ir yeder das zutun von dem rector oder der Vniuersitet ermant 
werden vnd eruordert, on alles geuerde. 

Darumb gebieten ouch vrir emstliclien vnd wollen, souil 
uns das berirt, das all vnsre amptltit Statlialter vogt hofineister 
houptman vnd all vnsre lebenlüte geistlich vnd weltlich in was 
stants die syen, Schulthaißen richter gebütel in allem vnsrem 
Land, in vnsrer gegenwürtigkeit vnd abwesen, by den eiden so 
sie vns geton habent, dartzu by vorgemelten penen, Nach allem 
irem besten vermögen hanthaben schirmen vnd schützen vesteng- 
lieh in öwig zyt one widerred vnd fürwort, in gemein vnd Son- 
derheit all genad fryheit schirm recht vnd scbützung, so wir 
doctorn Meistern vnd schalem, vnd allen den , die in zäverspre- 
chen steen, des vorbenanten vnsers Studiums zu Tüwingen mit 
gutem willen geben vnd verlihen haben mit diesem brieflf one 
geuerd. 

Vnd umb das solich genad vnd fryheit, pene gebott vnd 
Satzung allermenglich offembar werd vnd sich der neinen mog 
entschuldigen in vnwissenheit, wollen wir by vorgemelten penen 
hundert guldin der vniuersitet veruallen vnd zugeben von der 
statt Tüwingen, das sie alle iaure, an sant Jörigen des hailigen 
ritters vnd Marterers tag in desselben sant Jörigen kirchen des 
süSts vor allem volck von dem statschriber in bywesen ains vogts 
vnd zweyer richter vnd der statt gebütel vff derCantzel von 
wort zu wort vnderscheidenlich ganntz zu end vß verlesen vnd 
verkündet werden. 

Dieselben all und y^lich also für vns vnd all vnsre 
nachkomen vnd erben was vns vorgeschriben stet , md souil vns 
das berürt, by vnsren truwen vestenglich vnd vntzerbrüchlich an 
allen stücken vnd artickeln zuhalten, globen wir vnd versprechen 
in Crafft dis brieffs nach vnsrem besten vermögen alles getrüw- 
lich vnd one alles geuerd, wir wollen ouch soliches von ainem 
yeglichem vnsrem erben vnd Nachkomen, dem vnsre stat Tü- 
wingen würdt zu regieren, in anfang sins regiments versprochen 
vnd gelöpt werden, des zu warem vrkund haben wir vnser In- 
sigel, für vns vnsre erben vnd Nachkomen offenlich gehenckt 
an diesen brieff. 

Vnd wir vogt gericht vnd Raut der statt Tü- 
wingen bekennen ouch für vns vnd vnsre Nachkomen, das dis 



38 7. Preiheitebrief vom 9. Okt. U77. 

alles, wie hieuor geschriben stet, Nichtzit yßgenomen, mit ynsrem 
guten willen vnd wissen vnd vß sonder beuelh des vorgenanten 
vnsers gnedigen Hern geschehen ist. Darumb globen wir ouch 
ftir vns vnd all vnsre Nachkomen der statt Tüwingen by guten 
trüwen an aides stat, all vorgeschriben gnad fryheit stück und 
artickel vest vnd stet zuhalten, wider die nymer zutund. Noch 
schaffen getan werden, alles erberglich getrüwlich vnd vngeuer- 
lich, vnd des zu waurem vrkünd habent wir der gemeinen stat 
Tfiwingen Insigel, zu des vorgenanten vnsers gnedigen herren 
Insigel ouch offenlich gehenckt an disen brieff, der geben ist zu 
Tüwingen vff sant dionisien tag nach cristi geburt -als man zalt 
Tusent vierhundert sibentzig und siben Jare. 

Univ, Archiv Mh. I, 3. Pergament mit Siegeln des Grafen und civium 
de Tüwingen, Ganze Sätze dieses Briefs sind dem Freiburger gtiftungsbrief 
vom 21. Sept. 1457 wGrtlich entlehnt. Biegger Analecta 277. - Schreiber 
Urkundenbuch II, 2. 447. — Abgedruckt bei Besold de jure acad. 180. 
J. J. Moser erläutertes Würt. 1, 28. Zeller Merkw. d. St. Tüb. 313. Bök 
Gesch. d. U. Tüb. Beil. 23. Eisenlohr U. G. 14. 

Zwischen das Heft ist ein Stück Pergament eingeschoben, worauf die 
Worte stehen: 

»Ir werdent sweren ainen ajd zu got vnd den hailigen all vnd yeglich 
priuilegia vnd frjhait So der hochgeborn vnnser g^ediger Herr Graff 
Eberhart zuWirtemberg vnd zuMümpelgart etc. der elter, diser loblidier 
Vniuersitet zu Tüwingen für sich vnd siner gnaden nachkomen gegeben 
hat, zuhandthabent nach iuwerm vermögen vnd dieselbige Vniuersitet daby 
zübeliben lassen alles getrülich vnd vngeuert. 

Levando digitos dicat et eorum quilibet dicat 

Das ich das also halten wolle also swer ich das mir gott helff und 
die hailigen. 



8. Statuten vom 9. Oktober 1477. 39 



8. 

Erste Statuten der Universität, von dem päpstlichen 
Bevollmächtigten Abt Heinrich zu Blaubeuren, 

vom 9. Oktober 1477. 

Hbinbicus, permisBione diaina Abbas monasterii in Blabürren 
ordinis S. Benedicti Condtantiensis dioceais iudex et commissarius 
ad infrascripta a s. sede apostolica specialiter deputatus. Dni- 
uersis et singalia presentium inspectoribus illis presertim quos 
subecriptum tangit negotium, tangetque vel tangere poterit quo- 
modolibet in futurum Subscriptorum eorundem notitiam cum 
Salute. 

Cum nuper sumpta auctoritate apostolica nobis specialiter 
oommissa vt superiorum nostrorum et precipue apostolicis reue- 
renter obtemperaremus mandatis, vniuersitatem quandam 
Stndii generalis in opido Tuwingen dicte diocesis erexis- 
semus, modo et via melioribos quibus potuimus, Non immerito 
animo reuoluimus, vt violentorum motus reirenentur, temerarieque 
multorum reprimantur in&olentie Eadem nostra auctoritate super 
hiis nobis specialiter commissa, quedam Statuta salutaria dicte 
erecte vjiiuersitatis, statuenda esse ordinanda et edenda. Quatenus 
in illa proficere cupientes ad virtutum apieem et scientie, sublatis 
anfractibus, facilius peruenire qaeant. Horum itaque intuitu vt 
nobis commissorum (instar filiorum obedentie) finem m^ debi- 
tum imponamus Nos matura super hiis deliberatione prehabita, 
memorate vniuersitatis habitudinibus et circumstantiis debite 
pensatis Statuta et ordinationes subnotatas decreuimus et diuino 
inuocato auxilio duximus ordiuandas condendas et faciendas atque 
presentibus facimus condimus et ordinamus, volentes et eadem 
nostra auctoritate apostolica statuentes et decementes, vt perpe- 
tuif> futuris temporibus ab vniuersis et singulis ipsius vniuersita- 
tis membris et suppositis presentibus et posteris, prout quempiam 
concernunt in genere vel in specie Statuta eadem fideliter et in- 
conuulse ac sub infrascriptis penis, sevuentur integre et custo- 
dianiur In quorum omnium et singulorum testimonium et robur 



40 8. Statuien vom 9. Okt. 1477. 

premissorum , Rotulum presentem exinde fieri, et Sigilli nostri 
iussimus et fecimus appensione communiri. 

Datum in Tüwingen anno domini millesimo quadiingen- 
tesimo septuagesimo, septimo, die nona mensis Octobris inditione 
decima. 

Inpbimib itaque, in illius nomine inchoantes, qui omnimn 
bonorum auctor est et patrator Statuimus et ordinamus Quod 
iiixta apostolicum priuilegium toto euo in hac inclita vrbe Tüwin- 
gen sit atque vigeat Studium generale in facultatibus omnibus 
legis diuine pariter et humane iurium vtrorumque Necnou artium 
medicinalium et philosophicarum aliarumque liberalium scientia- 
rum orthodoxe fidei nostre consonarum ab omnibus licite et 
libere actuandum Quodque illius Studii sit vna duntaxat vniuer-* 
sitas et vnum corpus ex omnibus facultatibus indiuisibile, et Ca- 
put vnum scilicet Rector, facultatem habens regendi Membra 
vniuersitatis, secundum Statutorum infrascriptorum tenorem. Item 
quod dicta vniuersitas iuxta differentiam quadrinariam in illa 
doctrinandarum scientiarum in quatuor distinctas esse debeat 
partita facultates Quarum prima et suprema theologica, 
Secunda iuridica tertia Medicine et Quarta artistarum 
appellentur. 

Quarum quelibet suum proprium Coll^um et vnum sin- 
gulare Caput omnium et singulorum illius facultatis tantum mem- 
brorum principale habeat quod nominabitur decanus, potesta- 
tem gerens gubernandi et ordinandi sue facultatis supposita. 
Debeatque et teneatur habere similiter Gonsiliarios et statutarios 
ad hoc abiles et ydoneos, pro illius salubri regimine, qui Statuta 
et ordinationes pro commodo et vtilitate illius facultatis condendi 
et emendandi atque reformandi habeant potestatem, insuper pro- 
motorum et promouendorum mores status actus gesta et scientias 
rimandi et discutiendi, eosque admittendi vel reprobandi similiter 
plenariam habeat facultatem. Ita tamen quod nichil in preiu- 
dicium Statutorum infrascriptorum attemptetur a quoquam. Et 
si quis suo sensu vsus, aliud presumpserit eligere caput in eo- 
dem corpore, excludatur et amplius pro vniuersitatis membro non 
reputetur Cuius quidem decani officium durabit secundum ordi- 
nem sue facultatis. Prouideatur insuper per huiusmodi decanum 
Tigilanter, et per alios suos oonregentes mature pro posse et 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 41 

nosse cuiuslibet, quatenus in sua facultate, nisi jdonei ad gradus 
scolasticos et graduationes honoris ac suum consortium admittan- 
tur Ymo solum literarum scientia eruditi moribus compositi et 
vita honesti , snb pena suspensionis , quam contrafaeienfi eoipso 
ineidat vsque ad congruam et realem satisfactionem Cum honora- 
bilius sit habere paucos studiosos ydoneos quam permultos mori- 
bus deprauatos et imperitos. 

Yolumus preterea et ordinamus, quod quelibet facultas suas 
ordinationes et statuta conficiat, et quod yniuersitas non 
intromittat se de hiis, que specialiter ad aliquam pertinent facul- 
tatem Nisi facultas prius requisita legitime, quouis casu negligens 
reperiatur monitione premissa, ea et^nim vice poterunt alie tres 
faeultates prouidere et expedienda terminare sagaciter. Item sta- 
tuimus similiter et ordinamus, quod nalla ordinatio cuiuscunque 
facultatis habeat vim seu efficaciam ligandi, si quod ad eius ob- 
semantiam aliquis obligetur, nisi prius iuerit per vniuersitatem 
legitime approbata. Quodque nulla facultas statutum approbatum 
per vniuersitatem sine illius scitu et consensu expresso, reuocare 
possit et valeat, Et nichilominas quod nee approbatio neque con- 
sensus huiusmodi vigorem habeant, antequam copia autentica in 
pergameno fideliter conscripta tradatur vniuersitati ad eius archam 
communem reponenda. 

Yolumus similiter statuimus et ordinamus, quod vniuersitas 
proprium habeat fiseum, seris et clauibus diuersis munitum, 
quas claues quatuor facultatum habeant decani , pro reponendis 
rebus clenodiis sigillo maiori, pecuniis atque priuilegiis vniuersi- 
tatis. Singularibus autem facultatibus liceat, quod quelibet de 
custodia sui propra fisci ita prudenter prouideat prout damnum 
et inconmiodum sua in re voluerit euitare. 

Item statuimus et ordinamus, quod quelibet facultas dispo- 
uat de horis lectiouum atque actuum suorum, modo con- 
ueuientiori, quo fieri potest, sine preiudicio alterius vel aliarum 
facultatum. 

Item statuimus similiter, quod in disputationibus pub- 
lids non agitentur Doctores Magistri et Baccalaurei proteruiis 
aut coDuitiis, uec inuicem immorigeratis verbis aut gestibus se 
exprobrent^aut offendaut sub pena iuxta excessum, per vniuersi- 
tatem infligenda. 



42 8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 

Item statuimus quod nullus possit repetere publice, si sit 
Doctor vel Magister de gremio alterius vniuersitatis sine licentia 
faeultatis in qua intendit repetere. Si quis autem contrarium 
presumpserit , nuUum suppositum YDiuersitatis presumat In- 
teresse. 

De Yotis per vniuersitatem prestandis. 

Cum infinitas multis in iuris articulis reprobetur, yolumus 
et statuimus, quod omnes r^entes in superioribus facultatibus, 
Quatuor in artibas Magistri r^entes , quorum semper duo ex 
Collegiatis adminus sint a facultate electi, singuli de singulis 
viis, YDa cum Rectore Yniuersitatis ac decano faeultatis artium 
in Omnibus negotiis vniuersitatem concementibus, totam Tniuer* 
sitatem representare habeant et representent. Et quidquid 
ex omniimi vel maioris partis eorundem votis resnltauerit, firmum 
maneat et ratum habeatur. Si yero parilitas votorum euenerit, 
extunc dominus Rector aut eins vicem gerens, yni partium, que 
sibi secundum conscientiam suam videbitur meliori ratione inniti, 
accedere atque concludere potest. Quodsi aliqua facultatum ne- 
gligeus vel presens non fuerit, residue partes eins negligentia 
siue absentia non obstante, procedendi atque concludendi in cau- 
sis occurrentibus liberam habeant potestatem, huiusmodi etiam 
conclusa absentes rata habere teneantur. 

Juramentum representantium vniuersitatem. 

Jurabitis p r i m o quod eligetis deliberabitis et votabitis fide« 
liter ad honorem dei et vniuersitatis vtilitatem et laudem Ad 
proposita per Rectorem Tel eins locum tenentem, secundum 
quod ratio vestra dictat, secluso amore odio pretio prece aut quo- 
cunque alio iuditium peruertente See und o quod conuentiones 
speciales seu partiales cum aliis non faciatis, neque vocem prius 
promittetis Tel vendetis Tertio quod secreta vniuersitatis con- 
silia et maxime que Rector decreuerit non reuelanda, non 
reuelabitis Quarto quod parebitis Rectoris mandatis iuxta for- 
mam statutorum Qu int o quod nichil attemptabitis in consi- 
lio vel extra, quod sit contra statum dominii et ordinationem 



8, Statuten vom 9. Okt. 1477. 43 

illustris domini nostri fundatoris aut honorem yniuersitati» sed 
eaipsa meliori modo quo poteritis promoueatis. 

De qualitale eligendi Rectorem^ 

Statuimus amplius et ordiuamus quod Rector sae Bectorie 
tempore transacto in die aidelicet Luce euangeliste ac Philippi 
et Jacobi apostolorum beatorum aut eorum vigiliis, representautes 
vniuersitatem conuoeet, ad noui Rectoris electionem, prestito iu- 
ramento per eosdem, quod nullam facultatem spemant, aut aliquam 
alten preponant, aut aliquam quacunque affectione excludant, 
>Sed eligant secundum suas conscientias vnum, (cuiuscunque iafbul- 
tatis fiierit) qui ipsis protunc ad Rectoriam magis ydoneus vide- 
bitur^ ita tamen ordinantes, quod Rectoria non semper maneat in 
yna facultate, sed quod transeat ad supposita diuersarum facul- 
tatum, si reperiantur ydonea, quod videlicet talis quatuor anno* 
rom Magister sit, licentiatus vel doctor, aut saltini alias precipue 
nobilitatis yel dignitatis, prout iudicauerint expedire, eo tamen 
saluo, quod idem suppositum non grauetur sepius hoc officio, 
preter suam uoluntatem. Et sie iuxta statutum de votis pre- 
standis Rector nouus eligatur; Ab hac autem Rectoris electione 
dominum Cancellarium vuiuersitatis et plebanum loci protempore 
exeludimus, quos ab onere huiusmodi exemptos esse Tolumus et 
supportatos. 

Similiter statuimus, quod si quis inRectorem electus fuerit, 
et officium huiusmodi acceptare noluerit, nisi assignet causam 
legitimam vniuersitati acceptam, incurrat penam trium flore« 
nomm renensium yniuersitatis fisco applicandorum, alioquin gra^ 
tiam ammittat et priuilegium yniuersitatis Quod si deliberare 
affectauerit, talis deliberatio trium dierum spatium non excedat 
Nisi ex causa rationabili et legitima terminum huiusmodi pro- 
rogari petat. 

Item statuimus et ordinamus, quod Rector sie electus toti 
yninersitati conuocate yel ad proximam diem conuocande publi* 
cetur a Rectore antiquo, iuramentumque ab eo recipiat in pre- 
sentia omnium, yidelioet quod fideliter et düigenter exercebit 
officium suum iuxta stcUtäa vniueraitatis desuper ordinata et 
alias prout melius nouerit expedire Quodque huiuBmodi atattäa 



44 8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 

eodem die vcl ivfra Mensem actente perlegere non onvmittat. 
Ipse quoque Rector nouus ab antiquo inuestiatur , per tradi- 
tionem sigilli Bectoriae, sceptri et aliorum que habuerit ad of- 
ficium pertinentium , cum digna ipsius antiqui Bectoris officii 
resignatione et noui Rectoris laudabili quibusdam oratiunculis 
acceptatione. 

De officio et potestate Rectoris. 

Iterum statuimus et ordinamus, quod officium Rectoris sit, 
congregationes facere Articulos in congr^ationibus per se 
distincte proponere, Vota siDguiorum coUigere, Gontendentibus 
Silentium imponere, ex Deliberationibus maioris partis, quid 
agendum, concludere, et conclusa iuxta consilium deputatorum 
vna cum eisdem exequi, prout res ox^erit Et ea que ad diuti- 
nam rei memoriam pertinent registrare. 

Rursum Rectoris officium sit, pro posse et nosse tueri et ob- 
seniare priuilegia, Statuta et ordinationes vniuersitatis et iuxta 
ipsa iuste iudicare, Et singulorum querelis, parui sicut magni, 
pauperis sicut diuitis, absque personarum acceptione, aut alia 
quacunque peruertente iudicium affectione, coram se admittere et 
plene iudicare, celeriterque atque gratis iustitiam facere, Abusores 
priuilegiorum et transgressores ordinationum et statutorum vni- 
uersitati propalare et iuxta eorum consilium corrigere et penas 
exigere, Literas quoque priuilegiales et testimoniales iuxta ordi- 
nationem sigillare, Nouitios intitulare , iuramenta recipere, Nulli 
tractatui vel consilio interesse, qui contra honorem et statum 
dominii nostri , vniuersitatis ac huius ciuitatis vergere posset. 
Oeneraliter denique Rectoris officium sit curam et sollicitudinem 
habere de omnibus quae faciunt ad commodum Doctorum Magi- 
strorimi et Scolarium, augmentum studii et profectum doctrine, 
Vt illa diligenter pro posse et nosse procuret, et contraria re- 
pellat atque excludat, Rarius quoque solito per vicos incedat, ho- 
nestiori habitu et ampliori comitiva quam ante Rectoratum uta- 
tur sine dolo. 

Habeat praeterea Rector pro tempore iurisdictionem 
singulorum Doctorum Magistrorum et suppositorum vniuersitatis 
Et pro causis expediendis quatuor teneat et habeat consiliarios 



8. Statuien vom 9. Okt. 1477. 45 

a representantibus vniuersitatem electos, Efc vt euitentur vexa- 
tiones et supposifca vniuersitatis a studio non distrahantur, volii- 
mus et statuimus , yt omnes cause coram eis simplieiter et de 
piano sine strepitu et figura iudicii tractentur, partesque per se 
vel procuratores verbo duntaxat proponant et non scripto Nisi 
causa huiusmodi communi exLstimatione quinquaginta floreuoruni 
excederet valorem , extunc enim si partes aut earum altera peti- 
erit, strepitum iuris admittimus. Et si Bectori visum fuerit, 
omnes rniuersitatem representantes aut eorundem aliquos aduoeet, 
causamque audiat et diffiniat. Quod si aliqua partium pretendens 
grauamen a sententia et decreto huiusmodi prouocauerit et ap- 
pellauerit, mox illa duos florenos rencnses apud Rectorem vni- 
uersitatis pro tempore deponat, et nichilominus de prosequenda 
lite et satisfactione expensarum (si succubuerit) parti appelate 
impendenda, cautionem prestet sufBcientem. 

Amplius statuimus, quod Rector omnes delinquentes et pe- 
nales in certo Rotulo conscribat, penam iuxta vniuersitatis sta- 
tuta exigendo. Quod si non fecerit, extunc huiusmodi pene, in 
computo per eum in fine sui rectoratus fiendo de eins parte de* 
falcentur. 

Insuper ordinamus quod infra quatuordecim dies post iura- 
mentum per nouum Rectorem prestitam, fiat computus ab 
antiquo Rectore de receptis et expositis, presentibus antiquis et 
modemis consiliariis et si obligatus in aliquo remanserit, de illo 
satisfaciat infra nouem dies proxime sequentes, Illa quoque die 
ab eo signata et registrata publice coram eis legat, vt si qua 
digna memorie censeantur vniuersitatis libro conclusionum maiori 
per Notarium inscribantur, petatque antiquus Rector vt eins acta 
et facta tempore sui officii grata et rata habeantur, Et nichilo- 
minus eadem die siugularum facultatum decani recessus rationum 
suarum facultatum ostendant atque ratificent. 

Volumus etiam et statuimus, quod omnes et singuli off i- 
ciati tam vniuersitatis quam siugularum facultatum prestent 
corporaliter sua iuramenta debita, antequam de executione suorum 
officiorum se intromittant. 

Item statuimus et ordinamus, quod cum Rectori incumbit 
executio alicuius deliberati per vniuersitatem, quelibet facultas 
(si opus fuerit) deputet ad hoc unum vel plura supposita ydonea, 



46 3. Statuten vem 9. Okt. 1477. 

secundum exigentiam negotii, et quem maior pars ad hoc elegerit, 
sit proponess sub pena per viiiuersitatem infligenda. 

Statuimufi, etiam quod nulle littere sigillentur maiori si- 
gillo vniuersitatis sine deliberatione eiusdem preuia et minuta- 
rum correctione, que minute (si videbitur expedire) iü archam 
reponantur yniuersitatis. 

Rursus Rector audiat quemlibet in consilio diligenter in or- 
dine suo Non permittens quod vnus alium in loquendo inipediat, 
et silentium imponere babeat Non obedientem pene quam vni- 
uersitas iniunxerit et proteruitas meruerit inobedientis subiciendo. 
i Item in consiliis nullus dicat alt.eri conuitium turpia inho- 
nesta, seu alia Tnde verisimiliter displicentie rixe et odia directe 
vel indirecte poterint suscitari Coutrarium facientes a consilio 
vniuersitatis actu sint suspensi et de ceiero ad consilia non yo- 
candi, douec emendam fecerint vniuersitati sufficientem Ideoque 
Rector non vocabit talem per pedellum ad consilium yniuersita- 
tis, secundum tenorem statuti sequentis^ 

Item Rector vniuersitatis interrc^ationem non faeiot nee con- 
silia celebret, per quam aut que actus scolastici Doctorum uel 
Magistrorum impediantur Nisi necessitas vel euidens vtilitas illud 
exposcat Etiam duntaxat illos conuocet, quorum interest adesse 
secundum statuta vniuersitatis Et omnes ad consilium pertinentes 
per pedellos vocari precipiat Exclusis et a consilio suspensis 
|Nretermissis. Nam quidquid illis presentibus ordinaretur vel con- 
cluderetur, irritum sit nuUiusque roboris vel momenti. 

Statuimus insuper, quod cuiuscunque causa in consilio ma- 
sticetur, is cedat, donec illius cause circumstautie discutiantur In 
quo casu de consilio senior vel ordine prior absentis vicem gerat. 

Item statuimus, quod Rector infra mensis spatium po£.t suam 
electionem aut quam primum commode poterit, vna cum decano 
facultatis artium vel duobus senioribus Magistris eiusdem facul- 
tatis, omnes et singulas bursas predicte facultatis visitabit , ac 
coram bursarum rectoribus et scolaribus eorundem statuta nostre 
vniuersitatis sub rubrica de officio rectorum bursarum descripta 
publice legi faciat Et ab eisdem per eorum fidem diligenter in- 
quirat, au huiusmodi statuta ibidem obseruentur. Quod si in 
aliquo defectum aut negligentiam fore comperiat Illud soUicite 
emendare et corrigere penasque in eisdem statutis contentas exi- 



8. Stataten vom 9. Oict. 1477. 47 

gere velit Promissionem quoque a rectoribus barsarum de clau- 
sura earundem iuxta statutorum tenorem illic solenniter recipere 
ab eisdem. 

Volumus similiter et ordinamus, quod B«ctor nouiter electus 
pofit factam electionem mox petat sibi assignari Co n Biliar ios, 
qui eidem^ etiamsi non petierit, adiungautur quatuor, quos taue 
ymuersitatem representantes duxerint eligendos, qui omues dum- 
modo per Rectorem vocati fuerint, fideliter eidem in tractandis 
negotiis assistere teneantur et astricti ezistant 

Hü etiam CoDsiliarii per pedelloB vel pedellum requisiti 
Bectori obedire teneautur, et iudicialiter assidere, sab pena duo- 
ram golidoram denariorum, quam quiuis vocatus soluat inobedieos, 
causa saltem absentie l^itima oessante Dictamine preuio Bectoris, 
oeterorumque Gonsiliariorum pro tali reputata. 

Pret^rea statuimus, yt Bector pro tempore poii testifi- 
cetur de studifi alicuius Scolaris, nisi testimonio credulo sui Doc- 
toris Tel Magistri per sigiUatas literas ostenso. Nullus denique 
Doctor vel Magister testificetur aliquem suum fuisse. aut esse 
scolarem, nisi palam coguito quod talis Scolaris velut ceteri stu- 
dentes sine fraude vel fictione quacunque auditionem sue lec- 
iionis continauerit. 

Amplius cum nemo suis stipendiis militare cogatur Statuimus 
et ordinamus, quod Bector vniuersitatis pro tempore duos solidos 
ballenses de matricula, et tertiam aliorum omnium ex penis et 
transgressionibus prouenientium durante officio sui rectoratus ha- 
beat partem Pecuniis prouenientibus a promouendis duntaxat ex- 
ceptis, vnde habere et leuare debebit vt sequitur. Item a docto- 
rando in Tbeologia iure aut mediciua medium florenum reuensem, 
birretum duplex et cyrothecas A licentif|ndo in Tbeologia siue iure 
aut medicina, dimidium florenum A baccalaureando in Tbeologia, 
iure aut medicina, et a magistrando in artibus quinque solidos 
ballenses Quatenus emolimentis huiusmodi sibi suffragantibus, 
honestius decentiusque pro honore Tniuersitatis , statum debitum 
seruare possit. Volumus preterea, quod Bector ipse omnibus 
actibus solennibus et publicis vuiuersitatis interesse debeat, item 
singulis computatis modo premisso defalcaüsque solutis, residuum 
per nouiun Bectorem et Ulos qui claues gerunt fisci, statim in 
fiscum reponatur snb prestiti iuramenti debita. 



48 8- Statuten vom 9. Okt. 1477. 

Nullus itaque Rectorum nomine vnraersitatis de pecuuiis 
eiusdem sine scitu et consensu illius, cuiquam quicquam largiatur. 
De valore tarnen vnius floreni et iüfra personis aduenis, dum- 
modo notabiles fuerint, pro honore vninersitatis, et aliis necessariis 
vniuersitatis exigentibus negotiis Rectori pro tempore licebit p r o- 
pinam facere moderatam Diimmodo tarnen consensum ab Om- 
nibus singularum facaltatnm decanis requisierit et talem ab ipsis 
aut maiore eorundem parte obtinuerit. 

Item statuimus et ordinamns, quod Rector fäcultatem habeat 
corrigendi excessus studentinm vniuersitatis cum directione 
suorum consiliariorum ad minus duorum rite deputatorüm Magi- 
stros tarnen et superiorum facultatum licentiatos solus corrigere 
non attemptet, sed illos representantibus vniuersitatem puniendos 
remittat Sicuti etiam in aliorum correctionibus faciat, si notabilis 
emerserit difficultas. Poterit etiam Rector sua mandata sub pe- 
cuniaria pena moderata promulgare. 

Item Rector nunquam sine vniuersitatis decreto sub obedien- 
tie aut prestiti iuramenti debito vniuersitatem eandem con- 
uocet , nisi ardua necessitas euidensque aliud exposcat utilitas, 
quam per dominos facultatum decanos vel ipsorum vices gereutes 
tunc conuocatus volumus approbari. Preterea ad euitandum vni- 
uersitatis conuocationem indebitam et actuum scolasticorum im- 
pedimenta, Statuimus quod Rector sub pena arbitraria, ad nullius 
priuate persone requisitionem totam vniuersitatem conuocet, 
nisi causa a requirente allegata per duos decanos vel vicedecanos 
singularum facultatum legitime conuocatos sufficiens fuerit appro- 
bata. Quam si minus sufficientem repererint, per se cum Rectore 
decidant aut ad Rectorem et suos Consiliarios remittant, 

Titulus deinceps Reötoris talis erit, Rector vniuersita- 
tis studii Tuwingensis. Vnde is sua mandata publica 
sie scribat : Mandat omnibus et singulis^ dominis doctoribus li- 
centiatis magistris nobilibus scolaribus ceterisque suppositis et 
membris vniuersitatis eiusdem. 

Item bacculos et sceptra, matriculam et registra vniuersitatis 
atque rectoratus sigillum Rector custodiat diligenter sine quauis 
alienatione , suo tantum durante officio. Quo lapso successori 
suo iurato ea singula sub debito prestiti sui iuramenti presen- 
tare teneatur. 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 49 

Bector preterea per mensem proximum a fine sui rectoratns 
a looo Don recedat, sed ibidem honeste et palam perseueret, nisi 
seeam saper talismodi recessu a Gonsiliariis et DecaDis fuerit di- 
spensatum gratiose. 

Item statuimus et ordinamus, quod Rector ex causa propo- 
nens se ab vniuersitate absentare, cum scitu et oonseusu do- 
minorum de secreto cousilio (si illi commode conuocari possint) 
id attemptet aut ad minus pedeUis aut yni eorum exitum suum 
iusinuet, yt domiuis de secreto consUio et yicerectori de sui ab- 
seutia festina relatio fiat. Tunc euim Rector precedens imme- 
diate (si presens fuerit) toto tempore absentie Rectoris rectorie 
curam et officium gerat Alioquin iterum antecessor et sie vlterius 
si necessitas exegerit procedendo, douec ad vicerectorem perue- 
niatur. Huiusmodi autem dispositionis substitutionis requisi- 
tiouis ordinatio dominis Gonsiliariis et decanis facultatnm sit 
oommissa ^ 

De pecunia a promouendis exigenda. 

Statuimus et ordinamus, quod graduati in facultatibus mox 
ante assumptos gradus ad fiscum vniuersitatis contributionem 
faciant ceu subscribitur : Item baccalaurei artium quartam partem 
floreni renensis contribuant Licentiati vero in artibus et Bacca- 
laurei aliarum facultatum trium, videlicet theologie iurium et 
medicine medium fiorenum Licentiati autem illarum superiorum 



1 Nach wenigen Jahren schon trifiPt die Universität hiezu die folgende 

Bestimmung : 

Anno D. 1483 die 13. M. Maii per dominos Vniuersitatem represen- 
tantes condusum est occasione absentieRectoris protempore vt infra : 

Quod Rector vniuersitatis pro tempore vltra biduum se ab vniuersitate 
absentare volens sie se absentandi licentiam ab vniuersitate obtineat (non 
tarnen vltra octo dies dnratnram) Et eztunc isipse Rector suis singulis 
obuentionibus gaudere debeat. In quantnm vero huiusmodi licentiam non 
obtineret eisdem suis obuentionibus ipse dominus Rector careat, que vt sie 
vicemgerenti cedere debeant cum efFectu. 

Presentibus M. Manoolvo [Widmann] Rectore et Doctore Cristamno 
WoLMAHi Doctore Jo. Stein, D. Gabbible [Chabot], D. Gonbado [Vessler], 
D. Thoma Russ, Domino Licentiato Ebimqbb, M. Vlbioo CLnrausB decano 
fac artium, M. Gonbado Plendbbeb et M. Gbeoobio Laxpabteb. 

Urkunden der U. Tübingen. 4 



50 8. Statuten vom 9. Okt U77. 

trium facultatum vnum florenum. Et ne quisquam in graduum 
susceptioDe quomodolibet grauetur, volumus et statuimus, vt ar- 
tium baccalaurei, sicuti premittitur, fisoo soluaot septem solidos 
halleDses, &cultati Ynum florenum, similiter vnum florenum pro- 
motori, viginti solidos hallenses pro expensis communibus, me- 
dium florenum pro expensis examinis, quinque solidos hallenses 
pedello et ultra illa minus grauari debeant. Item magistri ar- 
tium et superiorum facultatum baccalaurei duplum soluant pre- 
missorum. Earundem autem superiorum facultatum licentiati et 
doctores hincinde iuxta suarum facultatum ordinationes dent et 
expendant. Hanc equidem pecuniarum summam Rectori pro 
tempore existenti presentabunt conseruaturo vniuersitati tantum 
sine participatione. Nee promotor promouendi facultatem habeat, 
nisi prefata pecunia a singulis, vt premittitur, fuerit presentata. 
Quod si defacto attemptare presumpserit, de suis soluat, nisi de 
et super eo clara paupertas et nota quem excuset, in quem euen- 
tum facultatis, in qua quis promoueri desiderat, stabitur dis- 
pensatioui. 

De officio Rectorum Bursarum. 

Insuper statuimus, quod quilibet intitulatus receptus ad bur- 
sam vel in collegium recipiendus sponte libere et humili spiritu 
presentibus bursalibus palam et publice talem faciat promis- 
sionem : 

Ego — promitto bona fide contra Magisfrum liecto^-em 
btirse non insurgere, eins ififormationem et directioneni patienter 
audirc, nullas conspirationes ant ligas contra ipsum aut in 
preiudicium vniuersitatis facere aut scienter his faciendis in- 
teresse. 

Item bursales debent simpliciter subesse et debitam reueren- 
tiam Rectori burse exhibere ac eidem in hiis parere, que burse 
concemunt vtilitatem. 

Item uuUus bursalis ausu temerario cum suo contendat Rec- 
tore bursalium conuitia dicat vel alia ^romat , quibus ipsum of- 
fendat ,sub pena niedii floreni fisco irremissibiliter soluendi, quo- 
tiens presenti contrauenerit statuto. 

Burse itaque claudi debent niox post campanam die Wacht' 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 51 

glock yylgo nominatum ^. Claues quoque burse personaliter 
ipse burse Rector castodiat vel illius Commissarius iuratus et 
fidelis. 

Preterea inobedientes rebelles et discoli et precipue hü, qui 
conspirationes discordias aut alia illicita in bursis excitant, dum 
oonuicti super hiis fiierint, de bursa dimittantur et expellantur 
com effectu Et nichilominus integrum c^nsum in penam suorum 
excessum acduere teneantur. 

Item nullus Omventorum presumat a quoquam ad bursam 
suam diuertente, pro vtensiliiim conseruatione plus quatuor soli- 
dos halienses exigere aut minus recipere. 

Item ex bursa (vt prefertur) dimissi ei expulsi propter die- 
tas causas aut consimiles ad alias bursas nuUatenuB recipiantur, 
nisi Rector vniuersitatis vna cum quatuor faeultatum deeauis du- 
xerint eos fore recipiendos Alioquin eos recipiens a regimine 
burse per medium annum sit suspensus ipso facto. 

Item nullus scolarium vel baccalaureorum de facultate artium 
existens, quam diu extra bursam locatus fuerit, priuilegiis vniuer- 
sitatis gaudere aut pro studente tueri, seu in bac vniuersitate 
lectiones sibi ad gradum computari, vel ad aliquem gradum in 
artibus promoueri debeat Nisi causa rationabili suadente , et per 



1 Hiezu ein Nachtrag in deniBelben Exemplar der Statuten: 
Anuo dni 1484 die festa S. Conrad! episcopi orta dubietate de clau- 
sura borsarum presertim tempore yemali Conuocati tunc per insignem vi- 
rum dorn. Conradum Bömlim decanum eccle&ie collegiate necnon Rectorem 
huius Tniuersitatis Tuwingensis illam representantes, videlicet dorn. Doctor 
Cbistakmub [Wolmann], d. Doctor Jo. Crützlinoer, d. Doctor Gboboitjs 
Haxt2s88er, d. licentiatus Ebimqbr , M. Jo. Hillbr decanus fac artium, M. 
WiLHELMXJs MCtsghklim, M. Conradus Plenderer, M. Comradus Summerhart 
et M. Jo. Fbamckfort visa temporum et rerum qualitate statutum de clau- 
sura bursarum supratactum^ cnius initiumest Burse itaque claudi debent etc. 
matura deliberatione interpretati sunt et intelligi voluerunt in hunc 
modum : 

Item statuimus et ita seruari volumus, quod a festo S. Martini epi. 
vsque ad festum Kathedre Petri [22. Febr.] hora septima, ab eodem festo 
Kathedre donec ad Vrbani [25. Mai] hora octaua, a quo festo Vrbani vsque 
ad Bartholomei [24. Aug.] hora nona et ab ipso festo Bartholomei donec 
ad Martini hora octaua claudi debeant burse, quarum claues personaliter 
Bector burse vel eins Commissarius iuratus et fidelis habere debeat et 
costodire. 

4* 



52 8« Statuten vom 9. Okt. 1477. 

Rectorem et suos assessores approbata iu alio honesto loco standi. 
Huiusmodi studenti specialis liceotia, (quam in scriptis de manu 
notarii vniuersitatis recipere teneatur , vt impostenim de illa 
constare valeat, et in qua causa licentie cum loco standi desi- 
gnentur) per Rectorem et suos assessores concedatur. Volumus 
tamen, studentes stantes apud parentes consanguineos doctores 
vel magistros regentiam habentes, eisdem quibus bursales gaudere 
priuilegiis. 

Item nuUus bursarum Rector Magister seu quiuis alius, bur- 
sam vel domum alterius conducere attemptet, nisi prius ad duos 
menses ante tempus locationis, inhabitantem seu occupantem sol- 
licite requisierit, an conductam domum vel bursam resignare vel 
diutius retinere proponat. Et si inhabitans eam diutius retinere 
desideret, nullus alius ipsam sine possidentis consensu conducere 
presumat sub pena quinque florenorum fisco vniuersitatis pro vna 
et possidenti pro alia medietatibus soluendorum. 

Item statuimus, quod quiuis Rector burse huiusmodi sub- 
scriptam faciat promissionem in manibus cuiuslibet Rectoris vni- 
uersitatis. 

Ego — promitto, quod meis hursalibus volo fideUter in mo- 
ribus discipUna et docirina preesse, ipsos ad latinisandum in- 
ducerCj bursam meam horis statutis ab vniuersitate , firmitate 
non ficta, claudere clausainque congruis temporibus pro posse 
tenere, discolum vel vagabundum incorrigibilem mecum non sus- 
tinere, quin illum domino Bectori vel eius substituto per me vel 
alium denunciem emendandum , A beano pro illius beanii depo- 
sitione non plus tertia parte floreni renensis exigere aut exigi 
permittere, licentia ad amplius exponendum a Bectore vniuersi^ 
tatis non obtenta, strepitus et ivcommoditates^ quibus vicini ve- 
xantur, aut comessationes frequenteSj cum effectu prohibere, 
alterius bursalem absque sui Bectoris vel vniuersitatis seu illius 
vicem gerentis consensu , non recipere sub pena quatuor flore- 
norum renensium dictis Bectoribus dandorum totiens quotie^is 
contrarium fccero , Insuper promitto curare possetenus , vt mei 
bursales koneste vestiti in plateis et scolis decenter togis et tu- 
nicis iuxta vniuersitatis statutum incedant. 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 53 

De vita et conuersatioue nee non vestibus mem- 

brorum vniue rsitatis. 

Hortandi sunt deineeps studentes primo ad mores, vt se ho- 
neste regant in conaersatione et vestitu Et suis superioribus vide- 
lice^ Doctoribus et Magistris debitam reuerentiam et obedientiam 
impendant, et cum aliis pacifice viuant, neminem ledendo, in 
bonis exterioribus aut corpore vel uerbo, signo vel facto, sed 
Omnibus taliter se exhibeant, vt ex hoc bona yniuersitatis crescat 
fama et honor eorundem laudabilis. 

Item nuUus studentium aliquem ludum inhonestum nociuum 
aut inconsuetum vel vicinorum aut ciuium ad iram prouocatiuum 
in domo vel plateis habeat de nocte vel crepusculo aurora vel 
die, sub pena a Rectore suisque Consiliariis pro tempore arbitra- 
liter infligenda. 

Item studentes de nocte non Y^entur in plateis, sed in com- 
modis suis et bursis laboribus vacando studiosis permaneant. 

Studentes preterea per Rectores bursarum et alios inducantur, 
yt non choreisent in choreis ciuium publice, Nisi ad hoc 
specialiter essent inuitati sub pena quarte partis floreni renensis, 
aut maiore iuxta facti et excessus qualitatem infligenda. 

NuUum insuper yniuersitatis membrum tacite yel manifeste, 
directe yel indirecte, mercatiam exerceat qualitercunque quam- 
diu priuilegiis yoluerit gaudere et studii libertatibus. 

Item famuli Magistrorum Doctorum yel Studentium aliorum, 
et si non exacte studeant, dummodo tarnen alias a scandalis et 
actibus illicitis abstineant, nichilominus vniuersitatis gaudebunt 
priuilegiis. 

Habeat interea quilibet Scolaris simplex actu Doctorem yel 
Magistrum in hac yniuersitate publice regentem et laborantem, 
cuius lectiones et exercitia frequeuter audiat, impedimento ces- 
sante legitimo, Alias pro studente minime reputabitur neque pri- 
uilegiis gaudebit studentium. 

Statuimus similiter, yt nuUus studentium nomine et re ortos 
domos yel areas cuiuscunque sine permissione aut consensu huius, 
ad quem spectat, ingrediatur presertim animo nocendi yel oflFen- 
dendi sub pena medii floreni yniuersitatis £sco persoluendi , nisi 
propter facti qualitatem maiori yeniat pena plectendus. 



54 8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 

Item statuimus et irrefragabiliter obseruari uolumu8, vt mem- 
bra et supposita vniuersitatis honestos clericales et scola- 
sticos h^bi^us deferant, non nimia breuitate aut alia leuitate 
notandos, Cum palliis a parte pectoralium ante sine a lateribus 
appertis vt corpus detegendam videatur. Nee non cum habitibus 
schuparum ^ in publicum prodeant, calciamenta rostrata, maxime 
habentia rostra articulum digiti excedentia Arma quoque et pu- 
^giones accipitres nisos aut alias volucres non deferant. Cum ca* 
puciis clericalibus et liripipiatis ' et alias modeste honesteque, vt 
scolasticos decet, incedant. Quod si quispiam in toto vel in 
parte statuti huius repertus fuerit transgressor, pena quarte par- 
tis floreni totiens quotiens transgrediatur mulctetur De quo vnus 
solidus notario et pedello cedat, residuum vero fisco vniuersitatis 
applicetur. 

Item vt prelatis ecclesiarum, superiorum facultatum Docto- 
ribus et aliis in dignitate oonstitutis , in hoc celebri gjmnasio, 
prestantioris honoris prerogatiua deferatur, statuimus, vt nuUus 
nisi prelatus, iurium aut medicine Doctor, Ganonicus alicuius 
ecclesie kathedralis aut alias excellenter nobilis existat, birre- 
tum rubeum deferat Nee aliqui nisi Doctores et artium libe- 
ralium Magistri, cuiuscunque etiam coloris fiierint, birreta 
rotunda deferre presumant sub pena supra in articulo pro- 
ximo expressa. 

Nullum denique yniuersitatis suppositum scolares qnoscunque 
scolas particulares huius cinitatis yisitantes, yexationibus grauare, 
aut aliis iniuriis siue oontumeliis verbo vel facto raolestare pre- 
sumat sub pena per Rectorem iuxta excessus atque facti qualita- 
tem infligenda. 

Insuper nullum ipsius vniuersitatis suppositum nouitios, quos 
b e a n o s vocant, vexationibus molestet indebitis aut aliquatenus 
perturbet sab pena dimidii floreni, quam eoipso incurrat, maiore 
plectendus, si qualitas excessus postulauerit. Per hoc tamen ar- 
guere volentes eisdem, citra tamen iniuriam, non prohibemus. 

Alia huc appliceutur capitula circa statuta intitulandis le- 
genda conscripta ^. 



1 Wämser. 2 mit Gugelzipfel. 3 s. unten S. 58. 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 55 



De penis deliquentium suppositorum. 

Vt hü, quos timor Dei aut virtutum premia ad statutorum 
obseruantiam uon inducunt, penarum potius formidine tempora- 
lium ad recte viaenduui arceantur, statuimuc et ordinamius, quod 
uullus graduatonun vel studentium vniuersitatis uti cupiens pri- 
oilegiis ciuem aliquem vel incolam ciuitatis Tuwingensis extra 
illam coDueniat alicubi Sed ipsum ex quacuuque causa inter ipsos 
tempore et ratione presentie eorum in studio huiusmodi exorta 
coDueniendi , inira Ciuitatem Tuwiogen coram loci iudicio 
conaeniat, Et iuxta illius vel eorundem diffinitionem iustitie re- 
cipiat oomplementum Nisi loci ipsius iudices in ministranda iu- 
stitia negligentes fuerint vel remissi Sub pena periurii quam 
quilibet contraueniens et ter monitus non desistens incurrat 
ipso facto. 

Item nuUum membrorum vniuersitatis iurisdictioni ordinarie 
subiectum propter negotia in studio emergentia, trahat aliud 
membrum eiusdem ad aliud iudicium, preterquam ad vniuer- 
sitatis Rectorem, nisi cum licentia eiusdem siugulari Sub 
pena iudicio Rectoris vniuersitatis eiusque Consiliariorum infii- 
genda. Nolumus tarnen per hoc statutum alicui de nostra vni- 
uersitate defensionem legitimam aut remedium iuris communis 
esse sublatum. 

Item nuUum membrum vniuersitatis in lupanari aut alio loco 
suspecto zechas teneat aut per noctem maneat in eodem Sub 
pena medii fioreni integre soluendi. 

Nullus etiam studentium de nocte exeat bursam per insolita 
loca, vti sunt fenestre et huiusmodi Nee vi ostia aut seras rumpat, 
vel claue apperiat adulterina, Sub pena vnius floreni et exclusio- 
nis a bursa totaliter, si ter sie fuerit deprehensus. 

Item statuimus et ordinamus, quod inobediens et re- 
bellis si super isto conuictus fuerit legitime, ab actibus mox 
suspendatur scolasticis doctoralibus et magistralibus, si graduatione 
fuerit decoratus Et amplius, si ab vniuersitate fuerit correptus, 
et se non emendauerit, a consortio Doctorum et Magistrorum, 
tanquam membrum putridum et inutile remoueatur Simplex vero 
a gremio vniuersitatis simpliciter excludatur, et decetero non 



56 8. Statnten vom 9. Okt U77. 

sit membram eiusdem, et nichilominns a soolaribus sub pena re- 
tardationis tanquam pestis artius eoiteiur Contra quem denique 
in rebellione perdurantem seculare brachium prout expedierit, 
inuocetur, nisi yniuersitati condigne faerit reconciliatus, penasque 
inxta contumacie exigentiam integre persolaerit. 

Statoimus quoque et ordinamus, vt in hac vniuersitate regen- 
tes, nulluni qui non est membrum eiasdem scienter in do- 
mibu8 yltra octo dies foueant, neque coram eisdem legere pre* 
sumant, prout dimidii fioreni renensis penam irremissibiliter 
soluendi voluerint et eorum quiuis Yoluerit euitare, Qui autem 
huiusmodi nostre yniuersitatis ordinationes et statuta, vel eorum 
aliquodf vbi pena non est annexa specialis, non seruauerint, arbi- 
trarie puniantur secundum Rectoris dictamen et suorum Con- 
siliariorum. 

Item nuUus manifestus seu publicus leno furinfamis 
publicus lusor fractor ostiorumaut raptor mulie- 
rum priuilegiis gaudeat vniuersitatis, sed ipso facto sit exclusus 
Idem est et esse volumus de eo, qui in alio grauiori crimine no- 
torie sit deprehensns aut confessus vel conuictus. 

Porro statuimus et ordinamus, yt quicunque studentium no- 
stre yniuersitatis aliquem hominem cuiuscunque status vel condi- 
tionis offenderit yerbis obprobriosis contumeliosis Tel iniu- 
riosis, de quo conuictus fuerit Tel confessus, soluat duas libras 
cere fisco Tuiuersitatis. Arripiens autem lapidem Tel arma 
Tel instrumentum aliud animo ledendi quempiam, non tarnen 
ledens, tres libras soluat cere Arma quoque, quibus abutitur, 
amittat et Rectori presentet Ledens Tero citra Tulnerationem, si 
duntaxat pugnis, soluat Tnum fiorenum Si autem armis leserit 
Tel instrumentis, non tamen atrociter Tel notabiliter, soluat duos 
florenos, cum armorum amissione. Si autem grauiter quem le- 
serit iuxta decretum Rectoris et Gonsiliariorum eins grauiter 
castigetur et nichilominns leso supradicto satisfaciat. Insuper si 
Magistrum Tel Doctorem nostre Tuiuersitatis Tcrbo offenderit Tel 
facto molestauerit , maiori pene prout circumstantie qualitatis 
Status facti et personarum postulauerint , ad Rectoris dictamen 
suorumque Gonsiliariorum subiciatur. 

Item studentes penitus Titent conuersationes mulierum 
suspectarum Tel inhonestarum singulis temporibus. Si quis 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 57 

autem proprie salutis immemor mulieres introduxerit suspectas, 
solaat prima vice connictus quartana partem floreni, secunda vice 
medium fiorenum et tertia totum florenum vniuersitatis fisco tra- 
dat, et si penitus se non emendauerit, de bursa et bursalium 
oousortio eiciatur et nichilominus peuam dabit suprascriptam. 

Geterum si quis talismodi mallerem in aliquo fouerit loco 
notorie, propter scandalum et dedecus studii secundum Bectoris 
pro tempore et Gonsiliariorum suorum arbitrium grauius casti- 
getur. 

Item quiuis studentium, plena suppositorum facta conuo- 
catione, ex houestatis debito astrictus sit se presentibus ibi- 
dem presentare, proponenda percepturus Alioquin pena in Bectoris 
mandato expressa coerceatur. 

Item statuimus et ordinamus, quod si incendium in hac 
ciuitate oriretur, opera inimicorum vel negligentia cuiuscunque 
(qnod altissimus auertat) aut alias concursus vel tumultus fieret 
secularimn, quod nuUum ad hoc membrum vniuersitatis accedat 
conspiciendum Sed in loco habitationis solite maneat quiete nul- 
lum exterius molestaudo sub pena Bectoris et Gonsiliariorum 
suorum arbitraria Nisi per officiales loci quis extiterit vocatus. 

Item nuUus cedulas äff ixas sub arbitrali pena anmioveat, 

Denique statuimus et ordinamus, quod quilibet citatus ad 
Bectorem yniuersitatis, si solutione careat, debeat habere quin- 
d^iam pro primo termino sub pena duorum solid orum, secundo 
iterum quindenam, ita tarnen quod infra eandem quindenam per 
pecunias aut pignora actori seu creditori satisfaciat, aut se ami- 
cabiliter componat cum eodem, alioquin incarceretur , quousque 
actori seu creditori predicto modo satisfactum fuerit, vel distra- 
hantur et vendantur eins bona secundum loci consuetudinem. 

De intitulatura. 

Cum nemo priuilegiorum particeps erit vniuersitatis cuiusuis, 
nisi de numero sit eiusdem et matricule incorporatus ordine de- 
putato Quamobrem statuimus Quod quiuis animo flagranti seien- 
tias carpere desiderans et virtutum huius studii mores et ob id 
prinil^iis tueri eiusdem necessariis Statim post ipsius accessum 
quietum, infra tarnen mensem proximum immatriculetur 



58 B. Statuten Tom 9. Okt. 1477. 

Alioqain lectiones actus et exercitia etiam vigilanter visitata et 
audita pro forma gradus suscipiendi eidem nolumus computari. 

Statuta intitulandis prelegenda. 

Priusquam Reetor Vniuersitatis alicui inütulando iuramen- 
tum deferat solitum infrascriptuiiif volumus statuimus et ordinamus, 
vt Reetor quiuis pro tempore huiusmodi intitulando statuta prele- 
gat infrascripta et presertim primum Et si maluerit aut expedire 
yisum faerit, alia adieiat et illorum meutern intitulando apperiat 
Ne, si imposterum eundem illis aut eorundem mi contrauenire 
contingeret, ignorantiam yaleat isipse pretendere quomodolibet 
Tel allegare. 

Item nullum membrum vniuersitatis aliquas conspiratio- 
n e ä machinationes seu intelligentias sinistras, cum quibuscunque, 
in genere vel in specie, verbo facto aut signo in preiudicium 
et damnum domini nostri domini Ebebhabdi Comitis Wirtem- 
bergensis vel suorum successorum, et communis huius ciuitatis 
regentie suscitet faciat incipiat aut dirigat per se vel alium, di- 
recte Tel indirecte, tacite vel expresse, quouis quesito ingenio vel 
colore , neque illis interesse presumat Aut quatenus illa fiant, 
quauis occasione consentiat, opem vel auxilium prestet, neque 
sie facientes quomodolibet foueat vel defendat Quinymo sine de- 
trimento et dispendio prefati dominii et regentie civitatis ac rei- 
publicae eiusdem in nostra vniuersitate morari debeat, sub peua 
periurii et amissionis priuilegiorum ipso facto Quibuscunque sta- 
tutis aut aliis in contrarium facientibus non obstantibus, sed in 
hac parte cessantibus et summotis. 

Item statuimus quod desero nuUus studentium post Signum 
campane vvlgo die Wachtglock nominate absque necessitate 
vel causa vadat rationabili per plateas, Et si causam vere habeat 
legitimam , cum apperto lumine , et per loca licita gradiatur et 
bonesta Sub pena unius fioreni totiens fisco vniuersitatis soluendi, 
quotiens super tali excessu conuictus fuerit vel confessus. 

Item nuUus studentium armis munitus offensiuis in plateis 
die aut nocte incedat Sub pena vnius fioreni et amissionis armo- 
rum delatorum. 

Nullum etiam suppositorum vniuersitatis die aut nocte quem- 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 59 

cunque hominera inuadere aut ledere, precipue precones 
viirilee et ceteros confamulos aut confamulas huius ciuitatis, aut 
ab Ulis vel eorum aliquo quitquam extorquere presumat Sub 
pena carceris quindecim dierum aut duorum florenorum vel saltem 
alia grauiori pena, per vniuersitatem iuxta excessus qualitatem, 
infligenda Sed vitam ducat honestam et suo statui congroentem, 
quatenus ad scientiarum et virtutum apicem transuectis ab aliiß 
amplius coUaudari valeat. 

Item nullus studentium , murum huius ciuitatis ascendere 

presumat Sub pena exciusionis. 

Tenor iuramenti ad delationem Rectoris per inti- 

tulandum prestandi. 

Yos — iuratis quod ab hoc hora inantea fidelis eritis vni- 
uersitati Tuwingensi, Ulms commoda pro passe et nasse promo- 
uendo, incammoda auertendo Bectoriqae eiusdem vniuersitatis 
pro tempore existenti aut illius vices gerenti in licitis et hone- 
stis eritis obedientes Statuta denique et ordinatianes , edita et 
edenda, praut statum vestrum concemuni, firmiter obseruabitis. 
Bespondeat intitulandus : 

Ita iura, quod me deus adiuvet et sandorum evangeliorum 

condüares 

IJohannis — In principio erat verbum 
Luce — Exiit edictum a cesare Atigusto 
MaUhei — Liher generationis Jesu Christi etc. 

Nullus itaque ad aliquam suscipiatur facultatem, nisi 
prius immatriculatus reperiatur vniuersitati Receptionem huius- 
modi irritantes Si secus attemptetur. 

Quilibet etiam recipiendus ad vniuersitatem soluat pro in- 
titulatura sex solidos hallenses citra vel ultra, prout placuerit 
vniuersitati ordinandum. Si vero nobilis fuerit, statum tenens 
vt baro comes vel maior, soluat ad honorem sui vnum florenum. 

Prelati vero et volentes locari in primis scamnis soluant ad 
minus vnum florenum De quibus pedellus habebit quatuor solidos 
Et de hoc salw-io intitulature Rector nulli parcere debet alioquin 
de suo soluet, aut de eins parte defalcetur, nisi causa rationabilis 
subsit, quam Rector tunc apponat intitulato, quatenus taliter 



60 B. Statuten vom 9. Okt. U77. 

intitulatus per Kectorem aliquem succedentem amplius non mo- 
neatur, vel promotionis tempore pro residuo requiratur. 

Item Rector in iutitulando apponat cuiuslibet intitulati co- 
gnomen et diem et in fine tax am quantum dedit ad fiscum 
yniuersitatis, vel causam propter quam sine solutione taxe sit 
intitulatus Quicunque enim taxam secundum statuta non dederit 
penuria vel paupertate grauatus, si in yniuersitate perseuerauerit, 
dare tenetur, quando ad meliorem statum peruenerit temporalibus 
ditatus, pro bono vniuersitatis conseruando, quod procurare iurauit. 

Item quod Rector non scribat aliquem sub rubrica alterius 
Rectoris Sub debitu prestiti iuramenti. 

Item renuncians seriöse iuramento Rectori yniuersitatis 
prestito illius nomen de matricula deleatur, nee amplius sine 
consensu yniuersitatis recipiatur et tunc de nouo iurando consue- 
tum iuramentum, quantum reliqui dare tenentur, totaliter dabit. 

Preterea si quis procurauerit se iutitulari, non yt studeat 
vel actus exerceat scolasticos, sed quatenus lites foueat aut causa 
consimili , talis de matricula deleatur conuictus simpliciter, nisi 
saltem Doctoris alicuius Magistri yel talium plurium existat fa- 
miliaris, pro quo tempore duntaxat yti possit priuilegiis ac liber- 
tatibus nostre yniuersitatis concessis suppositis. 

Item quia expertum est, quod aliquis Rectori se sub nomine 
absentis representauerit, et taliter ipsum absentem intitulari do- 
lose procurauerit sibi ipsi nomen ipsius falso imponens sub no- 
mine alterius iuramentum prestando Ideoque statuimus, quod in- 
titulatus et iuratus, de quo Rector yerisimiliter est dubius, per 
iuramentum prestitum requiratur, an ipse sit Johannes yel Petrus, 
sie nominatus et cognominatus , secundum nomen et a^omen, 
quod illi Rectori ad intitulandum expressit Et si dolose processit, 
deleatur nomen eins inscriptum cum cognomine Et in penam 
talis dolosus careat pecunia, quam dedit pro intitulato fraudulenter 
Et perpetuo etiam sit exutus a priuilegiis yniuersitatis et recep- 
tione in suppositum et membrum eiusdem. 

Item statuimus quod tempore promotionis alicuius yel 
aliquorum in aliqua facultate eiusdem facultatis Decanus teneatur 
Rectori illa yice existenti nomen aut nomina promouendi aut pro- 
mouendorum, cum nomine Rectoris eorundem in scriptis presentare, 
yt Rector sciscitari queat, an promouendus intitulatus sit yeraciter, 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 61 

aut quid et quantum iniitulationis tempore soluerit. Et si minus 
reperiator, quam tenor sit statuti, aut suppleat residuum integre, 
vel non promoueatur, nisi rationabilis causa in matricula vniuer- 
sitatis expressa eundem excuset. 

Item volumus et declaramus, vt faciens contra statuta vni- 
uersitatis periurium non incurrat Nisi statutum violatum 
hoc contineat expresse Non obstante quod quilibet intitulatus 
statuta et statuenda pro posse et nosse iurauerit obseruare Sed 
eo casu solum penam in Statuto contentam, aut si non exprimi- 
tur, incurrat arbitrariam. 

De ordine facultatum et suppositorum locatione. 

Quia nuUa Yniuersitas poterit alia ratione subsistere, nisi 
ms^us eam differentie ordo conseruet Statuimus, vt nullus detra- 
bat facultati cuiquam in scolis coUationibus exercitiis principiis 
vel alias vbicunque Sed quelibet facultas in suo seruetur honore. 
Si quis vero de opposito conuictus fuerit Doctor vel Magister, sit 
actu ab actibns scolasticis suspensus et a consilio vniuersitatis, 
donec secundum dictamen vniuersitatis emendam fecerit sulficien- 
tem vniuersitati et facultati quam offendit. 

Statuimus preterea, quod in sessionibus primum locum 
habeant atque teneant Magistri tbeologie Secundum Doctores 
decretorum Tertium Doctores legum Salua ordinatione, quam 
domini Canoniste et Legiste inter se sine aliorum preiudicio 
duxerint forsitan facieudam Quart um Doctores medicine Post 
hos Magistri artium in suo ordine. Prelati vero, vtputa 
Episcopi Abbates Prepositi Decani, siue Duces Comites Barones 
Nobiles Militares, dummodo tameu soluenda tam vniuersitati quam 
pedello solueriut Nee non Magistri aliarum vniuersitatum ad ali- 
quam facultatum non recepti Similiter Baccalaurei superiorum 
trium facultatum iuxta decentiam status vniuscuiusque in banccis 
ex opposito eleuatis coUocari debeant. Si autem circa locationem 
alicuius cuiuscunque status aliqua generetur ambiguitas Debet 
Rector pro tempore ante locationem istius Decanos quatuor fa- 
cultatum conuocare et de eorum consensu iuxta formam statuti 
sequentis locum competentem assignare eidem. Volumus etiam, 
quod pedellus quolibet medio anno Registrum personarum 



62 8. Stataten vem 9. Okt 1477. 

locandarum a domino Recix)re et decanis quatuor facultatum 
petat, Becundum quod singulas personas locandas locare sdt astric- 
tus Sab pena amissionis emolimenti, quod ex locatione dinoscitur 
obtinere. 

Amplius statuimns et ordiaaiRi», quod de eetero in pro- 
cessionibus nullum Membrum vniuersitatis loeum habeat im- 
mediatmn inter Bectorem et ante decanum facultatis theologice, 
nisi sit Episcopus Abbas Dux Comes Baro vel prepositus aut 
decanus ecclesie Metropolitice vel Gancellarius huios vniuersi- 
tatis. Prepositi vero aut decani aliarum ecclesiarum kathedralium 
locum habeant inter Doctores sacre theologie ita tarnen quod 
nullus eorum decano eiusdem facultatis preferatur Sed singuli 
singulis Doctoribus eiusdem facultatis (si maturi viri extiterint 
et de quorum meritis multum constet, atque solennem statom in 
ista vniuersitate ad minus cum vno famulo teneant) socientur. 
Sed prepositi et decani maiorum et notabilium ecclesiarum col- 
legiatarum et canonici ecclesie metropolitice solennem statum, 
vt premissum est, tenentes, post decanum facultatis iuridice cum 
Doctoribus eiusdem facultatis debito seruato ordine procedant 
Ceteri vero prelati minorum ecclesiarum etiam si in statu se 
prioribus vellent conformare, Magistris facultatis artium debite 
lungantur Sic tamen quod decanum eiusdem facultatis non pre- 
cedant. Nobiles autem simplices vel militares aut canonici alii 
a premissis locimi immediatum post artium Magistros assuntiant 
Quibus trium superiorum facultatum baccalaureos volumus asso- 
ciari. Et vt actentius hie ordo seruetur, volumus et statuimus, 
quod nullus in processionibus ant stationibus vniuersitatis quem- 
piam ad locum sibi non competentem trahat vocet vel quouis 
modo introducat Sub pena sex solidorum hallensium fisco vni- 
uersitatis irremissibiliter applicandorum , quos quiuis sub debito 
prestiti iuramenti infra octauam, dum se excedentem discusserit 
Bectori presentare tenetur Dolo et fraude in hiis semotis et pror- 
sus circumscriptis. 

Statuimus preterea et ordinamus, vtin lectionibus ordi- 
när i i s in primis banccis nullus scolarium se coUocet nisi nota- 
bilis aut prelatus decentem et scolasticum tenens statum. 

Item nullus Doctorum vel Magistrorum presumat contra 
ordinationes et honestas consuetudines in vniuersitate hactenus 



8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 63 

obsematas, preter consensum Bue facultatis aliquem promouere 
snb pena ezclosioniB perpetae ab vniuersitate tarn promouentis 
quam promoti. 

Item statuimus quod miUum membrum nostre vniuersitatis 
gradum qnemcnnque ab aliquo Magistro sen Doctore, nisi in- 
titalato inrato et assumpto, suscipiat Neque ab alio Doctore sea 
Magistro ab actibus suspenso scolasticis gradum euudem sumat 
Sub debito prestiti inramenti et exclusionis perpetue Similiter 
sub eisdem debito et peua nullus Doctorum vel Magistrorum 
aliquod membrum non intitulatum ab actibus scolasticis suspen- 
sum vel ezclusum ipso facto (quamuis nou denunciatum) ausu 
proprio att^mptet promouere. 

Item superueuientes Doctores et Magistri, qui se boneste in 
aliis yniuersitatibus rexerint, iuxta tempus sue promotionis in 
ordine sedendi et incedendi recipiantur ad facultatem Et 
inter Doctores et Magistros ceteros eiusdem sue facultatis coUo- 
centur secundum cuiaslibet facultatis ordinationes. 

Item nullus Doctor Magister yel Baccalaureus in alia vniuer- 
sitate promotus, adueniens post festum Philippi et Jacobi anno 
domini millesimo quadringentesimo septuagesimo octauo, ad ali- 
quam facultatem recipiatur, nisi prius publice responderit aut le- 
gerit, ceteraque ad huiusmodi receptionem requisita fecerit Se- 
cundum illius facultatis ordinationem , ad quam recipi desiderat. 

Quoniam sepenumero birretati et lieentiati ad nostram vni- 
uersitatem declinant, non vt regentie facultatum, in quibus pro- 
moti sunt, intendant, sed potius vt scientiis aliarum facultatum 
imbuantur, lectiones in eisdem frequenter audiendo Volumus et 
declaramus, quod tales in parte facultatis illius, cuius lectiones 
audiunt, nisi ad facultatem sue promotionis recepti sint, votare 
debeant et teneantur. 

De notario et pedellis vniuersitatis. 

Volimius, vt notarius et pedelli vniuersitatis suis officiis fide- 
liter intendant, illaque exerceant, prout et quemadmodum infra 
reperitur conscriptum. 

Item notarius vniuersitatis prestet iuramentum intitulan- 
dorum Et quod diligenter et fideliter ad oommodum et honorem 



64 8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 

yniuersitatis et snppositorum illius suum officium exercebit Se- 
creta quoqne non reuelabit, neque pro abusoribus priuilegiorom 
et transgressoribus statutorum scienter scribat Acta denique ac- 
titata mandata actus iudiciarios et yniuersitatis conclusa studiose 
notet, propter quod YQum floreuum renensem in computo cuius- 
libet antiqui Bectoris de fisco yniuersitatis leuare habebit Saluo 
nichilominus sibi competente salario per Tniuersitatem taxando, 
si vel yniuersitati vel illius suppositis quicquam scripserit. 

Item statuimus similiter quod pedelli, antequam admit- 
tantur, etiam intitulandorum iuramentum in manibus Bectoris 
iurent Quodque suum officium fideliter ezercere, secreta yniuer- 
sitatis yel Magistrorum (si que audierint) non reuelare, atque 
illis honorem decentem ybique impendere yelint. 

Item officium sit pedellorum omni die mane et yespere 
Rectorem yisitare et ab illo, anne eins ^eat ministerio, inqui* 
rere Indilate Rectoris mandatis parere, festa et yacationes lec- 
tiones et disputationes ac alia huiusmodi per scolas ordinarie 
legentium proclamare, cougregationes fideliter intimare Rectorem 
cum yirgis honeste conducere Actibus Doctorum et Magistrorum 
interesse Singularum facultatum decanos omni die yisitare et 
eorum mandatis parere, Non iuratos ad congregationem yenientes 
Rectori reuelare, Non intitulatos legentibus (yt coram eis non 
legant) denunciare, penales omnes in proprium r^istrum con- 
scribere Et alia consimilia facere, prout in vniuersitatibus fieri 
consueuit sub pena priuationis salarii. 

Item volumus similiter quod pedellus communis, non possit 
se absentare extra ciuitatem per int^rum diem sine Rectoris li- 
centia Neque per triduum preter licentiam quatuor decanorum 
Quod si secus fecerit, officio suo sit priuatus. 

Item in remunerationem laborum eiusdem et yt promptiorem 
se in commissis exhibeat Volumus yt de taxa cuiuslibet intitu- 
landi, pedelli recipiant vnum solidum hallensem, A yolente autem 
in primis banccis locari, quartam partem floreni in sua intitula- 
tione. Exinde yero singulis annis in nouo anno honestam pro- 
pinam secnndum sui status exigentiam, ad locandum et preconi- 
sandum eundem habeat. Leuet denique de citatione duos denarios 
ac de arresto quatuor denarios A promouendis yero iuxta statu- 
tum de pecunia a promouendis exigenda Et ultimo a sinlugis 



i 



8. Statuten vom 9. Oktober 1477. 65 

vniuersitatis suppositis qiialibet angaria vt sequitiir, videlicet a 
scolare quolibet facultatis artium tres denarios, a bacealaureis 
eiosdem facultatis quatuor denarios, et a quolibet scolare supe- 
riorum facultatum sex denarios. 

Denique statuimns et ordinamus, quod vninersitas deinceps 

eUgere habeat atque eligat Sindicum et procuratorem ydo- 

neom probum et honestum, per quem verisimiliter defraudari non 

yaleat, circa festum S. Johannis Baptiste Cuius officium sit et esse 

debeat, penas negligentiarum a stipendiatis exigere bursarum pec- 

cunias recipere et leuare, de ecclesiis vniuersitati incorporatis 

ioxta eiasdem consilia disponere, peccuniam de hiis cedentem 

imborsare, Dilationes vel debitorum remissiones sine vniuersitatis 

consenpu nemini dare, cum eiusdem scitu exponenda secundum 

ordinationem illustris fundatoris nostri aut illius potestatem ha- 

bentis exponere, De receptis et expositis ratiojiem et oomputum 

facere, hecque et alia prout illi commissa faerint in genere et 

in specie fideliter adimplere iurabit, Pro suis tarnen laboribus ab 

rniuersitate iusto et deeenti salario illi saluo. 

De Missa vniuersitatis. 

Vt vita scolastica sub dei timore et datoris scientiarium de- 
eenti gratitudine decoretur Statuimus, vt vniuerfeitas bis adminus 
in anno Missas celebrari faciat, ob honorem dei omnipotentis 
exordii omnis toni Gloriosissime eins genitricis virginis Marie, 
cleri aduocate vberrime, totiusque curie celestis, pro Beuefac- 
torum et studii fimdatorum salute eiusque augmento salutari, 
vnam in principio studii estiualis Reliquam quoque post initiimi 
studii yemalis. In missa huiusmodi volumus et ordinamus : Quod 
omnes et singuli Doctores Magistri Licentiati et Baccalaurei sin- 
gularum facultatum vestibus suis honestioribus ornati ac etiam 
omnia alia supposita et membra vniuersitatis similiter vestita 
decentius preseutes sint et offerentes Non recessuri ante finem 
sine rationabili causa sub pena in ßectoris mandato pro tempore 
publicanda, fiatque tunc illico coUatio vberior per Doctorera vel 
sacre theologie Baccalaureum. 

K 

Urkunden der ü. Tübingen. ** 



QQ 8. Statuten vom 9. Okt. 1477. 



Expense huius Misse. 

Celebranti Missam duo dentur solidi hallenses Legenti euan- 
gelium sex denarii Legenti epistolam totidem Rectori scolarium 
duo solidi hallenses Organiste duo solidi hallenses lUins senütori 
tres denarii Edituo sex denarii Ast demum inter pauperes quatuor 
solidi hallenses cum dimidio distribuantur. 

Demum in euentum in quem Doctorem vel Licentiatum su- 
periorum facultatum nostre vniuersitatis viam vniuerse carnis 
migrare contigerit Volumus funus illius ad sepulcrum per yni- 
uersitatem conuocatam, debita subsalua processione eouduei Ipsam 
quoque vniuersitatem yigiliis et Misse defunctorum esse preseu- 
tem Idem esse volumus et fieri de quolibet Magistro facultatis 
artium. 

Licet autem (vt placuit Aristoteli) non sit premium dandum 
Inuentoribus nouarum legum Ideoque frequens legum mutatio in- 
stabilitatem parturit Nichilominus tarnen volumus et statuimus, 
vt quotiens vrgens necessitas, aut vniuereitatis euidens utilitas, 
cuiusuis statuti exegerit mutationem interpretationem abroga- 
tionem aut noui statuti editionem Extunc hiis^ qui ex statuto 
representant vniuersitatem, cum expresso scitu et voluntate illu- 
stris domini nostri domini patroni, vocato etiam ad hoc domino 
Cancellario Juxta casuum emergentium ac temporum exigeutiam 
et qualitatem, huiusmodi statuta condant innouent emendent at- 
que reforment, que similiter in suo robore persistere volumus 
ac si per nos essent condita innouata , emendata et reformata 
Alioquin decemimus irritum per presentes et inane, si secus a 
quoquam attemptatum fuerit. 

Univ. Archiv Mh. I, 4. Pergament mit Siegel des Abta. 



9. Graf Eberhard befirdt die Hofstatt von Stift u. Burs 1479. 67 



9. 

Graf Eberhard befreit die Hofstatt von Stift und Burs. 

26. Mai 1479. 

Wir Eberhard u. s. w. der elter bekennea viid tuen kunt 
offembar mit disem brieflf: als die ersamen vnd wolgelerten vnser 
lieb getruwen Probst vnd Capittel vnsers stifts zu Tüwingen die 
hofstat vnder iren husern gelegen, die dann zu einer 
burs zu buwen angefengt was, vnd dartzu 'die lectorien, och dar- 
onder gelegen, in Eoffs wys zu iren banden bracht haben, nem- 
lich die yetzgemelten hofstat, mit der som gelts, so dann die von 
Tüwingen darum geben band, vnd dartzu mit vßrichtung des so 
Se muren ynd dar baw an solcher hofstat bis vff disen'tag ge- 
schenhen gestanden hat \ vnd die lectorien mit sechzig gülden, 
die sie daför vßgericht band , das wir vß sondern gnaden , damit 
wir dem gemelten vnserm stift zu Tüwingen genaigt sigen, solich 
Torgenant hofstat die mit irem begriff so wit der raicht bis 
faeraff an die lectorien mit muren zu ainem oder mer garten oder 
sust daruff, zu des stifts notdurft zubuwen mögen, inzufassen vnd 
zu beschliessen, vnd die lectorien nach irem willen zimlich zu bra- 
chen gnediglich gefreyt haben für vns vnser erben och vnser 
stat Tüwingen, inmasen wie dann des stifts huser darob gelegen 
gefryt sind, vnd fryen das also mit disem brieff. Als wix dann 
wollen , das es von vnsern erben vnd nachkommen och vnser 
stat Tüwingen kunftiglich gehalten vnd dawider nit geton werd 
in keinen weg. Doch so sol der vorgenant stift die muren vnder 
iren husern vnd die thoUen yetzo vnd zu künftigen zyten vff 
iren costen machen vnd versenhen, vnd dartzu der pfrand, so herr 
Jörg Schuchmacher yetzo inhat, ain zimlich Gaplonhus machen 
oder yberkomen, nachdem das hus, so bisher dartzu gehört hat, 
zu der vorgemelten hofstatt genomen vnd kommen ist. 

Urach 26. Mai 1479. 



1 d. h. welcshe die Tübinger darum gegeben haben und dazu mit Be- 
zahlung dessen was Mauern und Bau bisher gekostet haben. — Die Stadt 
hatte also dort selbst ein Bauwesen begonnen, welches nun die Propstei 
übernahm. 

5* 



68 10. P. Bulle 8. Jftn. 1480. 

Sattler Gr. 3. Beil. 79. Durch diesen Brief wird die Freiung errichtet, 
welche die Häuser des Collegiatstifts und der Universität westlich und 
südlich von der Kirche , ferner das Facultätshaus in der Münzgasse d. h. 
das Haus der Artistenfacultät, bald auch die übrigen, von dieser Facultät 
erworbenen Gebäude in der damals sogenannten unteren Neckarhalde, nebst 
den Bursen in einem ansehnlichen Complex umfasste. Die Bezeichnung 
als Hof hat sich für einen Theil dieses Viertels bis heute erhalten. Der 
eine Bebenhäuser Freihof, sagt Zeller Beschr. 639, war in der sog. Münz- 
gasse gelegen und von Eberhardo Barbato zum üniversitätsbau gezogen 
worden, und muss in eben dem Hof gewesen sein, welcher jetzo der Uni- 
versitätshof, den Purschhof darzu gerechnet, genennet wird, und wo viel- 
leicht jetzo das Universitätshaus stehet, darbei nothwendig die Münze muss 
gewesen sein. Diese Vermuthung bestätigt ein Vergleich vom 16. August 
1502 zwischen El. Bebenhausen und Stadt Tübingen, wornach jenem statt 
des an Universität und Collegium abgetretenen Freihofs in der Münz an- 
dere dafür erworbene Gebäude von allen Beschwerden befreit werden. Ur- 
kundlich lässt sich ferner belegen, dass der Abt Bernhard an den Cano- 
nicus Caspar Rockenbauch, seinen Verwandten, &n dem Kloster gehöriges 
Haus und Hofraite in der Münz im J. 1488 verkauft, von welchem die 
Hofstatt, nachdem das Haus abgebrannt, 1491 an die Universität übergeht. 
Von der Kirche an die Münzgasse aufwärts liegen die Häuser des Decans, 
des Propsts, welches der Graf 1481 schenkt, das Lectorium der Juristen 
oder der Juristen Schul, das Collegium, das Blaubeurer Haus, später (1507) 
Sondersiechenhaus, das schwerlich lang dort geduldet wurde, sondern wohl 
auch in den Besitz der Universität oder eines der Lehrer, die sich da 
mit Vorliebe ankaufen, übergieng. Kaufbriefe im Univ. Archiv. 



10. 

Bulla, in qua SiXTUS IV Eberhardo Seniori iudulget, 

quod Decimas Noualium in sustentationem Univ. Tu- 

bingensis erogare possit. 8. Kai. Jan. 1480. 

SixTüs Episcopus Servus Servorum Dei dilecto filio Nobili 
viro Elberhardo Seniori Comiti de Wirtemberg Const. Dioc. salu- 
tem et apostolicam benedictionem. 

Sincere deuotionis affectus, quem ad nos et Romanam geris 
Ecelesiam, non indigne meretur, ut petitionibus tuis, illis pre- 
sertim per quas anime tue saluti coQSulitur, sDnuamus et illa 
fauoribus exequamar oportunis. Exhibita siquidem nobis nuper 
pro parte tua petitio contiuebat, quod cum decima seu jus deci- 



10. P. Bulle 25. Dez. 1479. 69 

mandi et decimas huiusmodi percipieudi in dominio tuo tibi et 
autecessoribus tuis Gomitibus de Wirtemberg a Bomaua Ecclesia 
ia feudum coneesse sint, tu credens hoc tibi liceri decimas No- 
ualiam in dicto dominio existentium concessionis huiusmodi vi- 
gore percepisti, verum quia dubitas, an decimas Noualium huius- 
modi Sana conscientia percipere potueris et etiam possis, pro 
parte tua nobis fuit humiliter supplicatum, ut tibi decimas No- 
ualium in futurum percipiendas in sustentationem Doctorum in 
Uniyersitate studii Tubingensis dicte dioc. l^entium seu scola- 
rium inibi studentium aut alias in alios pios usus oonuertendi 
pro exoneratione tue conscieutie, quatinus alias licite percipere 
nequiueris, licentiam concedere aliasque statui tuo in premissis 
oportune prouidere de benignitate Apostolica dignaremur: 

Nos itaque tuis honestis petitionibus annuentes ac decimas 
de Noualibus huiusmodi per te hactenus ut prefertur perceptas 
tibi remittentes, tuis in hac parte supplicationibus inclinati, tibi 
quod pro conscientie tue predicte exoneratione decimas Noualium 
huismodi, quas in futurum percipies, in sustentationem Doctorum 
in dicta Universitate legentium seu scolarium inibi studentium 
aut alias in alios pios usus, prout conscientia tibi dictaverit, ero- 
gare et dispensare libere et licite valeas auctoritate Apostolica, 
tenore presentium de speciali gratia perpetuo indulgemus. Non 
obstantibus premissis constitationibus et ordiuationibus Aposto- 
licis oeterisque contrariis quibuscunque. 

NuUi ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre re- 
missionis et concessionis infringere vel ei ausu temerario con- 
traire. Si quis autem hoc attemptare presumpserit indignationem 
omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli Apostolorum eius se 
nouerit incursurum. 

Datum Bome apud S. Petrum Anno Incarnationis dominice 
Millesimo quadringentesimo octuagesimo Octavo Kai. Januarii 
Pontificatus nostri Anno Decimo. 

Jo. de Buccabellis. 

Rta in Camera Apostolica 
Marinus. 

Aus Christoph Gottlieb Pistorius, Diss. de decimis. Tubingae 1755, 
S. 54. Das Original hat sich nicht vorgefunden. 



70 11- Krste Ordnung Eberhards 1481. 



11. 

Erste Ordnung Graf Eberhards 

vom 23. April 1481. 

Wir Eberhartt Graue zu Wirtemberg vnd zu Mümppelgari} 
u. 8. w. Der Elter Bekennen vnd tun kuut AUermeniglichem 
mit disem brieff: 

Nachdem wir voran dem Abnechtigen gott zu lob vnd Sinem 
bailigen Cristenlichen globen zu furgennder Sterk vnd vfiFung, 
ouch den gemainen landen zu nutz vnd gutt mit ankerung merck- 
lichs vlis von vnserm bailigen vatter dem Bapst Sixto dem vier- 
den haben erlangt vnd herworben in vnser Statt Tuwingen ain 
vniuersitet vnd gemaine hohe Schull vfFzurichten, vnd 
die zu furgang begäbet mit den nachgemelten kirchen: Nemlich 
zu Brackenhein zu Asch zu Ringingen zu Eningen vnd zu Stetten 
vnderm huchelberg, ouch mit Acht Corherreupfrunden vff unserm 
Stift zu Tuwingen. Also das nun furter in öwig zitt von den 
nutzen vnd gulten der gemelten Kirchen vnd pfrunden Doctores 
vnd maister in der bailigen geschrifPt, zum minsten dry, [dry] * 
in den bailigen gaistlichen rechten, zwen ^ in den weltlichen 
rechten, zwen in der Artzny vnd vier maister in den fryen kün- 
sten sient lesent vnd regierend. Als dann das, wie wir wollen, 
das es furter in solichem zu öwigen zitten one abbruch gehalten 
vnd volzogen werd, in nachvolgenden Artickeln aigentlich be- 
griffen vnd geschriben ist. 

Zum Ersten: So wollen vnd ordnen wir Das es mit den 
Corberren pfrunden gehalten werd nach anzogen der bull , Also 
das die Sechs Doctor der bailigen geschrift vnd 
gaistlichen recht von sechs derselben pfrunden fruchten 
niessung sollen haben vnd von den uberigen zwayen pfrunden 
vier maister, die da syen in CoUegio und Collegiaten 
haissen. Die ouch leben vnd sich halten sollen nach inhalt der 
Ordnung, die wir für das Collegium insonderhait gemacht haben '. 



1 vgl. die zweite Ordnung Nr. 15. 2 diese Zahl wird in der zwei- 
ten Ordnung auf drei erhöht. 3 Diese Ordnung hat sich nicht erhalten. 



1 



11. Erste Ordnung Eberhards 1481. 71 

Item Das gelt, so von den funff Kirchen in der bull 
begriffen gefeilt, sol also getailt werden: Item ainem leg ist en 
hundert vnd zehen guldin. Dem andern legisten Achtzig 
guldin ynd ainem der inlnstitutis liset dryssig guldin. Item 
dem ainen artzatt achtzig guldin, dem andern artzatt secht- 
zig guldin, und ainem der in Oratorien lyset dryssig guldin 
£is were dann das die Vniuersitett erkennen würd, das ainer also 
geschickt. Das im mer zugeben were. Ob aber die Kirchen 
souil nit ertrügen vnd ouch hietzwüschent vnd die Kirchen nit 
gar geuallen sint ^ , So sol in sölichem nach Willen vnser graff 
Eberharts so lang wir in leben sint gehandelt, Vnd doch söllichen 
personnen souer das langen mag vßgetailt werden. Vnd ob mer 
geuallen wird , Das sol dienen zu fßrschlag ^ oder ablösung der 
gQlten Ton der Vniuersitett uffgenommen. Vnd was vß demselben 
iürschlag erkoufft würdt, Dasselbig sol zu menmg der obgemelten 
sold oder bestellung mer^ personen , Wie das yetzo oder her- 
nach yns vnsern nachkomen ynd der Vniuersitet geuallen wirt, 
dienen. 

Dartzu haben wir vß sondern gnaden den obgemelten Gor- 
herren, vud zu abl^ping • der Expens, die Kirchen zu Öt- 
1 in gen * vbergeben vnd zu incorporieren vergundet. Wann die 
vns oder vnsern erben zu hannden wirdet, dieselben gülten sollen 
dann fallen in gemainen Seckel vnd zu buwen erlesung der Kir- 
chen vnd ander beswärd, gebrucht vnd genutzt vnd doch alweg 



1 sva. und bisweilen die Einkünfte von den Kirchen nicht vollständig 
eingegangen sind. 2 Erübrigtes, Ersparniss. 3 Erstattung. 4 Erst 
am 7. Mai 1487 wird die Incorporation der beiden Kirchen von Eltingen 
und Holzgerringen in das neue Stift vollzogen: mit dem Jus patro- 
natus und anderen ihren Gerechtigkeiten vssgenommen die zehenden, wie 
uns die hievor in unsern Gasten gedient haben. Sattler Gr. 3, Beil. 107. 
Eltingen wird aber irrig geschrieben. In der Urkunde stand, wieGabel- 
kover ausgezogen hat (Steinhof er 3^ 446) Oetlingen. Sattler dachte da- 
bei an das gleichnamige Dorf bei Kirchheim u. T., welches unmöglich 
passte, und verfiel dämm auf Eltingen O.A. Leonberg, ein Trrthum, der in 
der Beschreibung dieses Oberamts S. 116 widerholt ist. Gemeint ist aber das 
Holzgerlingen benachbarte Dorf, welches heute Aidlingen geschrie- 
ben wird, früher z. B. im Liber dedmationis cleri const. de a. 1275 Oet- 
telingen heisst. Hienach ist auch oben S. 9. Z. 10 Oetlingen herzustellen. 
Vergl. Beschreibung des O.A. Böblingen S. 126. 



72 11« Erste Ordnung Eberhards 1481. 

merklicbs in dem gemainen Seckel behalten werden zu infallender 
notdurft. 

Item mit dem gelt so vß den bursen genauen wird sol 
sieb also gebalten werden. Zu dem ersten sol der zins von dem 
uffgebracbten gelt dauon vßgericbt werden, das ander sol dienen 
zu ablösung der obgemelten gölten. Vnd so dieselben abgel5Gt 
werden, sol man damit andre buw der Vniuersitet nottürftig fur- 
nemen, als liberien ynd pedagogia vnd anders, das notturfPt wird. 
Aber on das sol es dienen zu furschlag, vnd was von dem erkoufb 
wird, sol dienen armen maistern oder schalem. Doch sol söllichs 
gelt in gemainen Seckel, ob notdurfiPt ynfallen würd, der merer 
taile bebalten werden. 

Item vnd diewyl in der bull bestimpt ist, Das söllich gelt 
berdienen sol denen so lesen vnd regieren, so laug sie das tund, 
so wollen wir, das in nachgescbribner wyß gelesen disputiert vnd 
repetiert werd, by nachfolgenden penen onabläßlicben zugeben, 
so dick das uberfarn wirt. 

Item Es söUent oucb alle die so lesen t in den obern fa- 
culteten all werckts^ lesen vßgenommen vacaciones. Dartzu 
ieglicber des minsten des iars ain disputatz oder repetitz tun 
sol, darzu sie oucb, so dick das notturft ir Schüler erfordert, 
berait sin sollen. Vnd sollen die theology, so ir dry wer- 
den , die zwen allwercktag aiu letz versehen vßgenommen ir 
vacantz vnd der drit in demselben monatt, der nit lißt, dispu- 
tieren , vnd darnach aber zwen lesen vnd der dryt disputieren 
vnd also alwegen furvß, dartzu sol yeglicher des minsten des 
iaurs ain CoUatz tun. Dieselben theology sollen oucb ain 
sonnder uffsenhen haben, das nutzlich vnd wol in den fryen 
Künsten geregiert werd, ir burssen vnd actus visitieren, strafF- 
lichs vff das best reformiern, diewyl sie ir supposita von inen 
ertziechen. 

Dartzu wir oucb die artzat wie sie verbunden haben wol- 
len, vnd sollen die artisten sich och halten wie in der Ord- 
nung des CoUegiums vnd der burssen begriflPen ist. 

Item Welicher och der obgemelten ain letz versompt on 
mercklich vrsach, die gnug erkennt wirtt, oder geschäft vnser 
herschaft der Schul oder des Stifts, der sol so dick das geschieht 



11. Erste Ordnung Eberhards 1481. 73 

ain ort ^ ains guldin geben , vnd von ainer disputatz ain halben 
guldin, Deßglichen von ainer CoUatz och ain halben guldin. Vnd 
das sol vfiF beuelh des Sindicus der Vuiuersitet denen so pfrunden 
betten an denselben iren pfrunden, oder weliche der nit betten, 
an iren sölden inngehalten werden. 

Item vnd welicher der yetzgemelten ainen monat oder me 
die obgemelt Ordnung vbertret one vorgerürt vrsach, des firucht 
der pfrund oder sin sold sol dieselb zitt zu nutz der vuiuer- 
sitet vfgehept vnd insonder ainer dauon, der in vertrej vnd für 
in leß, bestelt werden. Wer aber ainer wie obstet ain gantz iar 
vß) des pfrund vnd lectur oder sin sold, ob er mer dann ain 
iaur bestelt were, sol one sin hinderung von dem Canntzler der 
vniuersitet ledig sin declariert vnd fdro ainem anderen geliehen 
oder ain andre dauon bestelt werden. £s wer dann, das dem- 
selben die vniuersitet ein iaur ainen statt zuuersucben ' erlobte, 
des gült sol doch dasselb iaur die vniuersitet jnnemen vnd die 
letz daruon versenhen naeb notturft. 

Item wir wollend euch das von obgemelter vniuersitet ainer 
geweit werd, dem des zuuertruwend sy, der das gelt von Eircben 
vnd bursen ynnem vnd in obgescbribner form vßgeb ouch die 
penen versumpter letzen ynnem vnd das , wie von den bursen 
geschriben ist, balt vnd darumb des iaurs ain mal oder zway 
vnser herschafiFt oder dem wir das beuelhen vnd der vniuersitet 
Rechnung tue. 

Item Wa mit obgemeltem gelt anders dann vorstett gehann- 
delt würd, das sol craftloß sin vnd dartzu dasselb gelt, damit 
also gehandelt wer, verfallen sin an die presentz ^ Sant Jörgen 
Kirch. 

Item Wir wollen vns ouch nach abganng vnser lieben frowen 
vnd mutter vnd vnser hieben der fryen presentatz nach inn- 
halt der bull vnd wollend, das furo also gepresentiert werd : Item 
das die vniuersitet mitsampt dem probst cantzler vnd dem Eirch- 
herren zu Tuwingen ainen, vflf ir aid die sie darumb tun sollend, 
der sie dartzu an dem nutzsten vnd togenlichsten bedunckt, er- 



1 Viertel. 2 sva. eine andere Stellung vorübergehend anzunehmen. 
8 d. h. an die in ecelma residentes ei in choro presentes oder an den 
fiscitB presenUarum. 



74 11. Erste Ordnung Eberhards 1481. 

welen. Denselben sollend dann vnser nachkommen presentieren. 
Vnd ob es anders dann obstet gehandelt wiird, das sol gantz 
craftloß sin. 

Item Es sol och kainer promouiert werden, er sy dann 
gnugsam vnd hab gelesen vnd disputiert nach Ordnung siner fa- 
cultet, die ouch vff das best fürgenommen werden sollen. 

Item Es sollen ouch uon der vniuersitet Doctor oder maister 
dieselben, die promouiert werden, nit mercklich besweren, deß- 
glichen die obgemelten faculteten zu beschwerd den Schülern nüt* 
zyt furniemen oder ain ander furniemen laussen. 

Item sie sollen ouch ainander er tun ynd in kein Weg ain- 
ander schmachen, by verlierung vnser huld, vnd in disputatzen 
collatzen vnd anfengen der bücher ainander visitiern. 

Item Es sol ouch ain yeglicher in sinem vffhiemen dis vor- 
gemelt Ordnungen zuhalten vnd zu hanthaben sweren. 

Item Vnd unser nachkomen sollen och sweren die fryhaiten 
vnd dis Ordnung zuhalten, ee die von Tuwingeu inen sweren, 
dasselbig ouch die von Tuwingen für sich vnd ir nachkomen also 
zuhalten sweren sollen. 

Item Wir setzen vnd wöUent, das der Cantzler diser vni- 
uersitet och der Eirchher zu Tuwingen in irem vfhiemen swe- 
ren söllent ain sonder ufsenhen zuhaben vnd mit flys darob ze- 
sinde, das dise Ordnungen gehalten werdent. dagegen wollen wir 
sie in geschäfben der vniuersitet, die nit Ordnung oder nutz der- 
selben antreffend, gantz ledig vnd fry sin. Vnd ob sich irrungen 
begebent zwüschent vnser herrschafft vnd der vniuersitet oder 
der vniuersitet vnd den von Tuwingen , so wollet wir sie darinn 
für miÜer vnd tedingßlüt haben. 

Vnd des zu Vrkund So haben wir ol^enanter Ebebhabtt 
Graffe zu Wirtenberg vnd zu Mümppelgart u. s. w. vnser Insigel 
offenlich an disenn brieff, der zwen glich lutend gemacht sint, 
laussen hencken. Vnd wir Hainbigh von gotes verhencknus Abbt 
des Closters zu Blauburen ain Richter vnd Gommissary von dem 
hailigen Bäpstlichen Stäl zu Rom zu vfrichtung der obgemelten 
vniuersitet vnd hohenschull zu Tuwingen sonderlich geordnet 
Bekennen och an disem Brieff, Nach dem wir des obgenanten 
vnsers gnedigen herren Ordnung vnd ansenhen, wie das hievor 
begriffen ist, anders nit dann zu vfgang bliben vnd'gutter frucht 



11. Erste Ordnung Eberhards 1481. 75 

erkennen mugen, vnd vns dann vß machi^ebung der obgemelten 
KpsÜichen beuelch zugebüret za hanthab der Yorgenanten vni- 
uersiiet Ordnung vnd Statuten zumachen, So bestettigen wir hie- 
mit in craft ynsers obgenanuten gewalts Alles, so von dem Tor- 
gemelten vnserm gnedigen herren in disem brieff furgenommen 
Tnd gesetzt ist. Also das Sollichs in öwig zitt furter onabbruch- 
lich gehalten vnd Yolstreckt werden sol. Als wir dann des Vrkund 
Tnd Zucknus geben mit ynserm Abbty insigel, das wir ouch an 
disen brieff gehangen haben. 

Vnd wir der Rector vnd die Vniuersitet zu Tuwingen 
och wir Bropst vnd Gappitel des Stiffts zu Tuwingen Be- 
kennen och mit disem Brieff, Das wir alles das so vorgeschriben 
statt, Souil vns das berurt, also angenomen vnd zu halten für 
vns vnd vnser nachkomen versprochen haben vnd mit disem brieff 
versprechen. Daran wir zu Vrkund der vniuersitet Bropst vnd 
Cappitels insigel ouch haben gehenckt. Der geben ist zu Tu- 
wingen vff Sant Jörgen des hailligen Ritters tag Als man zalt 
nach Cristi vnsers lieben herren gepurt Tusent vierhundert achtzig 
vnd ain Jaure. 

Univ. Arcliiv Mh. I, 5 Pergament mit den Siegeln des Grafen, des 
Abts, des Bectors von Tübingen, des Propsts und Kanzlers Johannes Tegen, 
des Capitels der Collegiatkirche zu St. Martin und Qeorg in Tübingen. 
Auf dem Rücken bezeichnet als Ordinatio de modo legendi in Yniuerdtate 
et alüs statum bonum eiusdem conoementibus. Eisenlohr 41. 



76 12. Kaiser Friedrichs III Bestätigung 1486. 



12. 



Kaiser Friederichs III Bestätigungsbrief 

vom 20. Februar 1484. 

Fbidericyb diuina fanente clemencia Bomanorum Impbbatos 
Semper Augu»tus Hungarie Dalmacie Croacie etc. Rex ac Austrie 
Stirie Earinthie et Oarniole Dux Dominus Marchie sclaTonice ac 
Portusnaonis Comes in Habspurg Tyrolis Pherretis et in Kyburg 
Marchio Burgouie et Lanntgrauius Alsacie Ad perpetuam rei me* 
moriam Notum facimus tenore presencium vniuersis. 

Et si inter varias rei publice curas quibus pro debito Im- 
perialis culminia ad quod diuina clemencia euecti sumus diuturna 
soUicitudine saluti et quieti subditorum inuigilemus minus quoque 
distrahamur negocys quo eorum qui rem publicam nostram crebris 
bellorum impulsibus fatigare non quiescunt contimdamus audaciam 
ad ea tarnen precipue mentis nostre apicem dirigimus et sedulum 
destinamus affectum qualiter precessorum nostrorum diue memorie 
Romanorum Imperatorum leges et constituciones sacre multis 
vigilys et lucubracionibus edite subditorum nostrorum auribus 
magis ac magis inbibantur qui solo earum ?su rempublicam nostram 
ne dum conseruari sed et plurimum augeri videmus Hys enim 
Imperialis celsitudo fulcita effrenes subditorum suorum animos 
cohercens solium Imperiale firmare ac sistere potest quo vtrumque 
tempus et pacis et belli suis finibus subnixum apte gubernet. 

Hinc est quod cum Nobilis ac Generosus noster ac sacri Impery 
fidelis dilectus Ebbbhabdüs Senior Comes de Wirttenberg et Monte 
Beliardo Affinis noster nuper in Opido suo Tübing nobis ac dicto 
Imperio subiecto pro laude dei omnipotentis ac suorum subditorum 
incremento Scolas generales in quibus Arcium Medicine Juris pon- 
tificy ac sacrarum literarum publice traderentur documenta et qui- 
busuis in ea palestra certantibus Sanctissimo domino nostro do- 
mino Sixto papa quarto auctorante digna laborum suorum premia 
tribuerentur erexisset Nos itaque prefati Comitis institucionem 
nedum suis sed et omnibus Impery sacri fidelibus vtilem ac fruc- 
tuosam considerantes prefatas quoque scolas diuersis literarum 



12. Kaiser Friederichs III Bestätigung U86. 77 

documentis illustrare cupientes, quo Scolarium multitudo se idem ^ 
confluens habundius se locupletatam iocundetur de liberalitatis 
nostre munificencia ac Imperialis auctoritatis et potestatis pleni- 
tadine et ex certa sciencia, sano Principum Baronum Procerum 
Nobilimn et fidelium nostrorum accedente consilio, dicto Comiti 
et suis heredibus et suceessoribus presencium tcnore graciosius de 
nouo concedimus, vt exnunc et inantea perpetuis futuris tempori- 
bus omnes et singulas Imperiales Leges constituciones et 
quecunque alia Jura ubicunque et a quibuscunque edita aut pro- 
molgata, quibus sacre memorie precessores Dostri Bomani Impera- 
tores Jus auctoritatemque dederunt, in prefatis eorum Scolis per 
ydoneas personas publice legi ac exerceri et ipsarum 
Auditores dignis honoribus et gradibus in eisdem sublimari 
faciant. 

Decementes et hoc Imperiali volentes edicto, vt quicunque 
euiuscunque status gradus preeminencie nacionis aut lingue Aierint, 
dummodo alias ipsis nichil legitime obstiterit ad locum prefatum 
conflnxerint, dictas Imperiales Leges docere audire in eisdem ad 
gradus solitos et consuetos promoueri ac sublimari, nee non Omni- 
bus et singulis titulis dignitatibus preeminencys honoribus prero- 
gatiuis ac alys Juribus et Immunitatibus quibuscunque vti frui et 
gaudere valeant, quemadmodum reliqui Legum Imperialium 
Doctores etScolares per alias Scolas vbiuis in sacro Romano 
Imperio consistentes de Jure uel consuetudine vtuntur et gaudent 
In contrarium facientibus non obstantibus quibuscunque, quibus 
per presentes expresse volumus esse derogatum. 

NuUi ergo omnino homini liceat hanc nostre concessionis 
decreti Tolunfcatis et derogacionis . paginam infringere aut ei ausu 
temerario quo quo modo oontraire. Si quis autem hoc attemptare 
presumpserit Indignacionem nostram grauissimam et penam Centum 
librarum auri puri, quarum vnam fisco nostro Imperiali Reliquam 
Tero medietatem iniuriam passorum vsibus applicari volumus, se 
nouerit irremissibibiliter incursurum Presencium sub nostri Im- 
perialis Maiestatis Sigilli appensione testimonio literarum. 

Datum in Opido nostro Gretz. Vicesima die mensis february, 
Anno domini Millesimo Quadringentesimo Octuagesimo quarto. 



l für 86 idem wohl ibidem zu lesen. 



78 13. Schenkungsbrief Graf Eberhards 1486. 

Regnorum nostrorum Roraani Quadragesimo quarto Impery Tri- 
cesimo secundo Hungarie vero Vicesimo quinto. 

Ad mandatum domini Imperatoris proprium 
Jo. Waldner Prothonotarius. 



Univ. Archiv Mh. I, 6 Perg. mit dem grossen Kaiserlichen Siegel. 
Abdruck bei Zeller 302. Bök Beil. 33. Eisenlohr 45. 



13. 
Schenkungsbrief Graf Eberhards vom 17. Januar 1486. 

Wir Ebebhabtt graue zu Wirtemberg vnd zu Mumppelgarti 
u. s. w. Der elter Bekennen vnd tun kunt allen den die dißen 
brieff sehen oder boren lesenn : 

Diewyl wir nit fruchtbarere wissen zu fiirderung gemains 
nutz, darzu wir dann sonder naigung hond, dann das die lutt 
von jugent uff ertzogen vnnd geübt werden zu leren tugend gut 
syten imnd Kunst der hailigen schrifiFt vnnd der recht, So habenn 
wir by vnnserm heiligsten vatter Babst S ixten dem vierden 
erworben, das sin haligkeit vnns bewilligt hat ain hohe schule 
vnnd vniuersitet in vnnser Statt Tuwingen vffzurichten, 
nach lutt der bullen von siner haligkait darumb vßgangen, vnd 
der datum ist : an dem dryzehenden tag des monafs Noaember do 
man zalt Tusent vierhundert Sibentzig vnnd Sechs jare, vnd ains- 
tails do man zalt Tusennt vierhundertt achtzig vnnd zway jare 
im aprellen an dem dryzehenden tag^: 

als wir auch daruff daselbs zu Tuwingen ain yniuersitet vnnd 
hohe schule vffgericht vnnd gott dem almechtigen zu lob, vnnd 
umb das die selb schule dest besteudiger sein vnnd in guttem 
loblichenn weßen behalten werden mög, daran gegeben ?nnd er- 
geben habenn, vnnd tund das yetzo aber mit guttem fryen willen 
wolbedaacht vnnd mit raut vnnser rät vnnd getruwen in der 
allerbesten form, als es mit recht vnnd sust gescheen mi^, für 



1 diese Bulle ist unbekannt. 



18. Schenkungsbrief Qraf Eberhards 1486. 79 

vnns ynnser erben vnnd Dachkomen in erafft diß brieffs difie 
nachgeschribenn Kirchen vnnd pfrunden: 

Nämlich die Kirch in vnnser Statt Brackenhain die 
Earch zu Stetten dem dorflF vnderm Huchelberg baid in worms- 
ser bistumb vnnd die dry Kirchen zu Äsch zu Ringingen 
vnd zuOwingen* in Costentzer bistumb gelegen vnnd dartzu 
acht Chorhern pfrund vfif vnnserm Stitft zu Tuwingen die 
vonn Sindelfingen dahin sint gezogen vnnd transueriert. 

Wie denn solich Kirche vnnd pfrunden mit allen vnd ieg- 
licheu iren rechten nutzen gulten vnnd zugehörung nichtzit daran 
vßgenommen Sonnder auch mit dem Rechten der lehennschafft, 
das man zulatin nempt ius patronatus, von vnnsern vordem saliger 
gedechtnuß vnnd vnns inngehapt vnd gebracht vnd von dem vor- 
genauten vnnserm hailigsten vatter dem Babst vff vnnser übergab 
vnnd bitt an die hohe schule zu Tuwingen incorporiert vnnd be~ 
stetigt sint, das die zu nutz vnnd notdurft der selben hohen schule 
bewennt vnnd gebracht werdenn sollen, wie das die obgemelt bull 
vfiFwyset, alles one geuerd. 

Vnnd wir verzyhen vnns für vnnö vnnser erbeun vnnd nach- 
komen zu den vorgemelten Kirchen vnnd pfranden mit iren Zu- 
gehörungen als vorstett aller vnnser gerechtikait , die wir daran 
oder dartzu gehapt haben oder gefaon möchten mit recht gaist- 
lichem oder weltlichem oder sust in ander weg, gar vnd gentz- 
lieh in Crafft diß brieffs. 

Gere[de]nde vnd versprechende filr vnns vnnser erben vnd 
nachkomen die Rectores doctores vnd ander glider der vorgenanten 
hohenschul zu Tuwingen vnd alle ir nachkomen by dißer vnser 
begabung getruwlich zu handthaben zu schützen vnd zu schirmen, 
inen och selbs kainen inirag daran zutunt in kainen w^ 
ongeuerd. 

Doch nemlich sollen die Regierer dei- letzgenanten schule die 
Torgenanten Kirchen mit erbern togenlichen priestern versehen 
vnd besetzen, mit dem die vndertan der selben Kirchen versenhen 
werden mit den faailigen Sacrameuten messe predigen vnnd andern 
dingen nach zimlicher billicher notdurft vngeuerlich. 

Vnnd des zu warem vrkund haben wir vnnser aigen Insigel 



1 verschrieben für Oeningen d. i. Eningen. 



gO 14. Die Universität kauft ein Lectorium 1490. 

offenlich tun henncken an dißen brieff der geben ist zu Stut- 
gartten an Sannt Änttonientag nach Christi gepurt als man zalt 
vierzehenhundert achtzig vnnd sechß jare. 

Univ. Archiv Mh. I, 7. Pergament mit Siegel des Grafen. — Abdruck : 
Zeller 325. Eisenlohr 47. 



14. 

Die Universität kauft von den Augustinern ein Lec- 
torium für die Theologen. 

9. September 1490. 

Vniuersis et singulis presentes literas inspecturis lecturis et 
legi audituris presentibus et posteris Rector et vniuersitas Studii 
Tuwiugeusis subscriptorum noticiam indubitatam cum salute in 
Domino sempiterna. 

Quoniam hactenus lectoria pro singulis facultatibus in locis 
aptioribus habere nequiuimus propter quod ad varia minus tamen 
congrua loca pro perficiendis actibus scolasticis presertim theologice 
facultatis diuertimus non sine iucommodo eiusdem , verum his 
temporibus venerabilis et religiosi in Christo prior et conuentus 
ordinis fratrum heremitarum S. Augustini monasterii Tuwingen 
id ipsum propter sui vetustatem de nouo construere ceperunt cum 
edificiis usui dictorum fratrum necessariis, visus fuit locus inibi 
ad orientalem plagam ambitui circa portam principalem super 
nouo cellari versus Neccarum contiguus, infra tamen dormitorium, 
pro lectorio theologorum satis accomodus. Quem a dictis 
priore et conuentu de expresso conseosu reuerendi patris fratris 
Andree Proles vicarii generalis in certis Alemanie prouinciis 
reformatorum etc. ex singulari, quo nos et nostram vniuersitatem 
prosequitur fauore, pro lectorio perpetuo Theologormn ipsius no- 
stre vniuersitatis obtinuimus. 

In cuius rei beneuolam recompensam eisdem priori et con- 
uentui pro necessaria perficienda structura quadraginta florenos 
Renenses, per eos gratanter leuatos, tradidimus et assignauimus 
in vim perpetue appropriationis nobis et nostris in dicta nostra 
vniuersitate successoribus de dicto lectorii theologorum loco facte, 
sine dolo. 



14. Die Universität kauft ein Lectorium 1490. 81 

Et quamuis spopondimus nos dicto priori et conuentui in aliis 
quadraginta florenis pro assignatione loci pro lectorio Ju- 
ristarum subuenturos, quia tarnen locus talis singulis ponde- 
ratis pro huiusmodi lectorio disproportionatus et minus aptus 
visus fuit, res illa tarn de nostro quam ipsorum fratrum prioris 
et conuentus libero consensu et voluntate suo fine et effectu fru- 
strata est, nobis quadraginta florenis et loco eodem ipsis priori 
et conuentui relictis, omni supra eo vlteriori impetitione cessante. 

In quorum premissorum fidem et testimonium literas pre- 
sentes dictis priori et conuentui assignauimus nostre vniuersitatis 
sigillo subappenso communitas. Ä. D. 1490, 9. Sept. indictione 
oetaua. 

K. Staatsarchiv. Pergament ohne Siegel. 



Gegeiibrief der Augustiner, 

Uniuersis et singulis presentes literas inspecturis lecturis et 
audituris presentibus et posteris Prior et Conuentus ordinis fra- 
trum heremitarum S. Augustini Monasterii in Tuwingen Constaut. 
dyoc. notitiam subscriptorum cum salute in eo qui omnium est 
Vera salus. 

Cum hys diebus monasterium nostrura predictum sua vetus- 
tate ruinam minans in suis edificiis funditus deposuerimus, nouum 
illuc pro necessario nostro vsu (vt Sacratissimam nostram Reli- 
gionem Augustinianam condecet) cum monasticis officinis non 
siue grauibus expensis deo duce et rectore edificando , visus fuit 
et alme vniuersitati Tuwingensi et nobis illic locus ad orientalem 
plagam ambitui circa portam monasterii principalem super nouo 
cellari contiguus, infra tamen fratrum dormitorium, pro lectorio 
Theologorum ipsius vniuersitatis satis aptus. 

Itaque ex singulari fauore quo prefatam almam vniuersita- 
tem in domino prosequimur De expresso etiam consensu Reuerendi 
et Religiosi patris fratris Andree Proles Vicarii Generalis 
Conuentuum Congregationis Alemanie prefati ordinis Reformato- 

Urkunden der U. Tttbingen. v 



82 !«'>• Zweite Ordnung von 1491. 

rum etc. eidem vniuersitati instanti et petenti locum presignatum 
pro perpetuo lectorio Theologorum ipsius vniuersitatis assignainus 
sponte et appropriauimus Quadraginta florenos ßeuenses ab eis- 
dem in parato auro in recompensam hniusmodi beneuolentie nostre 
atque pro necessaria perfit ienda struetura, in quibus benegrati et 
eontenti extitimus leuantes. 

Et licet inter eandem vniuersitatem et nos metitio facta fuerit 
de quodam alio loco per nos ipsi vniuersitati pro lectorio Juri- 
starum appropriando, Quadraginta florenis per eandem vniuersi- 
tatem nobis huius intuitu verbo oblatis , Quia tarnen locus iste 
minus aptus visus est, Idcirco ab acceptatione et assignatione loci 
pro lectorio Juristarum huiusmodi communi assensu hincinde et 
voluntate destitimus Omni huius intuitu impetitioue et requisi- 
tione prorsus cessautibus et sublatis. 

In quorum premissorum fidem et testimouium literas pre- 
sentes dicte alme vniuersitati nostrorum Vicarii prioris et con- 
uentus Sigillis subappeusis dedimus communitiis. Anno D. Mil- 
lesimo Quadringentesimo Nonagesimo Die nona mensis Soptembris 
Indictione Octaua. 

üniv. Archiv Mli. I, 8. i^rgament mit den Siei^fcln. — Zeller l^O. 



Zweite Ordnung Eberhards 

vom 20. Dez. 1491. 

WIR Eberhardt Graue zu Wirtemberg vnd zu Mü nippel- 
gart etc. der Elter Bekennen vnd thund kunt Allerinenglich mit 
disem Brieff Nachdem wir voran dem AUmochtigcn Gott /Ailob, 
vnd sinem heiligen cristenlichen globen zu fürgeendcr sterkin 
vnd vffung, ouch den gemeinen landen zu nutz vnd gut, mit 
aukerung merklichs flyß, von vnsrem heiligen vatfcer dem Bapst 
Sixto dem vierden, haben erlangt vnd erworben In vnser Statt 
Tüwingen ein Vniuersitet vnd gemeine hohe Schul vffzurichtcn 
vud die zufürgang begäbet mit den nachbemelten kirchen Nem- 
lich zu Brackenhein zu Asch zu Ringingen zu Eningen vnd zu 



15. Zweite Ordnung von 1491. 83 

Stetten vnderm Hüchelberg Ouch mit nutzungen gülten vnd 
föllen der vßgelesten vnd extingwirten acht Chorherren pfninden 
vff vnserm Stifft za Tuwingen , nach lut einer bäpstliohen Bull 
darüber gegeben Das wir vns mit derselbigen Vniuersitet ver- 
tragen vnd geeint haben Also das nun ftirter in ewig zytt von 
den nutzen vnd gülten der eegemelten kircheu, vnd der acht 
vßgelesten pfrunden Doctores vnd Meister in der heiligen ge- 
schrifft zum mindsten dry, in den geistlichen rechten dry, in 
den weltlichen rechten dry, in der artzny zwen, vnd vier meister 
in den fryen künsten sigen lesen vnd regieren Als denn das 
wie wir wollen, das es fürter zu ewigen zyten one abbrach 
gehalten vnd vollzogen werd, in nochuolgenden Artickeln aigent- 
lich begriffen ist. 

Zum ersten Nachdem vnd all titel eegemelter pfrunden 
vCgetan sind So sollen Doctores und meister obberürt nun fürter 
von der band bestelt werden wie hernach volgen wirt. 

Verrer So sollen nun furo dry Doctores in der heiligen 
geschrifft zulesen gehalten, vnd yeglicher mit hundert guldin be- 
soldet werden, vnd daruff verpunden sin alle tag ein ordenlich letz 
zuuersehen, wie die nach Ordnung der Vniuersitet gelesen werden 
sollen , vßgenomeu die vacantz vnd den Sampstag so in artibus 
gedisputiert wirt. Vnd die dry Ordinarien in der heiligen ge- 
schrifft yeglicher sin letz vff sinen geordneten tag also versehen, 
das vmb willen der disputation, so ir yedem gepürt zuthund, 
sin letz nit belib vßsteen Sonder soll die volstreckt werden, 
vnd by pen eines ort eins guldins soll ein yeglicher Ordi- 
narius in der heiligen geschrifft in yeglichem vierndel Jars vi- 
sitieren ein mal die ordenlich disputation der artisteu. Dieselben 
Theologi sollen ouch ein sonder vffsehen haben Das nützlich 
vnd wol in den fryen künsten geregiert werd, Ir Bursen vnd 
Actus visitieren , sträfflichs vff das best reformieren , Diewil sie 
ir supposita von inen erziehen. Dartzu wir ouch die Artzat, 
wie sie, verbunden haben wollen. Vnd sollen die artisten sich 
ouch halten, w^ie in der Ordnung des CoUegiunis vnd der Bursen 
begriffen ist. 

Deßglichen soll ein yeglicher derselben Ordinarien in der 

1 K. ansteen. 



84 IS* Zweite Ordnung von 1491. 

Theologi zweimal im Jar disputieren So uerr er anders respon- 
dentes vnd antwurter gehaben mag. Wer aber sach, das ir einer 
vß fordrung der schuler ir promotion halb zwo disputation ge- 
halten hett, derselb solt alsdann dasselbig iar wyter nit schuldig 
sin zudisputieren. Es were denn sach das er noch mer erfordert 
würdt von einem schuler siner promotion halb, Denn so soll der 
Dechan derselben facultet verschaffen, das dem schuler ein dispu- 
tation gehalten werd durch der dryer Ordinarien einen. 

Vnd yeglicher der dryer vorgerürten Ordinarien soll bei pen eins 
halben guldinsJars tun ein coli atz vnd sollen solich coUationes 
von den Doctorn vnd Baccalarien derselben facultet bescheen, vff 
die nachgeschriben tag : Nemlich an dem heiligen Gristaubend, des 
morgens zu acht vren, am mittwoch in der carwochen, so die 
glock sechse schlecht, Ad dem Piingstaubend ouch zu sechsen, An 
dem aubend Assumptionis Marie zu nünen. An aller heiligen au- 
bend zu nünen. Vnd die zwo coUation der Baccalarien sollen ge- 
scheen in den zweyen messen der Vniuersitet. Vnd ob sich die 
zal der Baccalarien meren wird, dero dann yeglicher schuldig 
ist, des Jars ein coUation zuthund, an demselben vnd darüber 
werden dann bequemlich tag vnd stund bestimpt von den Theo- 
logien vnd den Dechan der andern dryen faculteten, one verhin- 
derimg der andern faculteten , die man ouch glich wol schuldig 
wirt sin zuhören, wie die andern. Vnd by disen vorbemelten 
coUationen solleut sin all ingelipt der vniuersitet yeglicher by 
pen eins ort eins guldins. Doch ein schuler soll beliben by 
einem Schilling heller. Vnd soUent die coUationes gescheen in 
dem sal der vniuersitet oder an andern gelegen stetten. 

Item welher hinfür will promouiert werden in Baccalarium 
der heiligen geschriift , der soll sin clericus , welher aber werden 
wül Licentiat der heiligen geschrifft, der soll der grossen vnd mer 
wyhinen eine haben , Welher aber Doctor oder Magister will 
werden in der heiligen geschrifft, der soll zuuor Sacerdos sein *. 

Item es soll ouch weder in der noch in dheiner andern fa- 
cultet keiner promouiert werden, er sy dann gnugsam geachtet 



1 statt dieses Abschnitts hat E. : £& soll ouch keiner promouiert wer- 
den in keinerley gründen in der h. geschriift, er habe dann eine vß den 
grossen vnd meren wyhungen. 



15. Zweite Ordnung von 1491. 85 

vnd hab gelesen vnd disputiert nach Ordnung siner facultet, die 
ouch vfip das best färgenomen werden sollen. Item es sollen ouch 
von der Vniuersitet Doctor vnd Meister, dieselben so promouiert 
werden, nit mercklich besweren Deßglichen die obgemelten facul- 
teten zu beswerd den schulem nichtzit furnemen oder ein andern 
fumemen lassen. Item sie soUent ouch einander eer tun, vnd in 
keinen weg einander schmehen by verlierung vnser huld Sonder 
in disputatzen coUatzen vnd anfengen der bücher einander vi- 
sitieren. 

Wytter so sollen dry Doctores in den geistlichen 
rechten zu lesen gehalten vnd dem ersten gegeben werden hundert 
vnd zwaintzig guldin vnd den andern zweyen ir yedem achtzig 
oder nüntzig guldin nach würde vnd gelegenheit yeder person. 
Vnd deßglichen zwen Doctores in legibus, vnd dem einen hundert 
guldin vnd dem andern achtzig guldin geben werden, Vnd einem 
der Institutiones list drissig oder viertzig guldin. Vnd soUent 
die egemelten Juristen in geistlichen vnd weltlichen rechten ver- 
bunden sin täglich zulesen , vßgenomen die vacantz vnd den 
Dornstag, Souerr die woch anders an ir selbs gantz ist. 

Furo so sollen zweyen Artzaten in ir bestallung 
gegeben werden Nemlich dem einen hundert vnd dem andern 
sechtzig guldin, Vnd den vier Collegiaten ir yedem zwain- 
tzig vnd fünff guldin. Vnd derselben Collegiaten sollen allwegen 
sin zwen von dem alten weg vnd zwen von dem nuwen, vnd 
einem der vngeuärlich liset in oratoria moralibus oder poetrij 
zwaintzig guldin. Vnd welcher ein letz versompt, der anders sold 
hat als obsteet, derselb soll davon zu pen geben von hundert 
guldin solds einen halben guldin vnd von funifzig guldin ein ortt 
eins guldins vnd also füruß nach anzal des solds. Vnd das 
soll also vermerkt werden in den dryen faculteten. Aber in der 
facultet der Theologien , so söUen von hundert guldin sold für 
ein versompte letz allwegen abgetzogen werden ein guldin , vnd 
also füruß nach mindrung des solds, angesehen das die Theologi 
nit also täglichs yeder insonderheit verpunden ist zulesen, als die 
von den andern dryen faculteten. Es were dann, das solicher in 
der vniuersitet geschefften im innsonderheit vfiFgelegt, deß erlassen 
wurde. Ob aber einer in der herrschaflFt oder sinen aigen ge- 
schefften, vß redlicher vrsach sich ain kurtz zyt absentieren wurd, 



86 15- Zweite Ordnung von 1491. 

derselb sol eilobuiig haben von dem Ilector vnd sineni Dachau, 
vnd soll einen andern togenlichen mit wissen vnd willen des 
Rectors vnd sins Dechans die zytt an sin statt stellen , der ine 
dieselbig wil versehe. Wa er aber deren eins nit tet^;, so soll er 
die obgemelt pen geben, Deßglichen vnd in solicher gestalt soll 
es gehalten werden mit den Conuentoribiis. Ob aber der Rector 
selbs der were, so sich hindan wölt tun So soll er erlobung ha- 
ben von sinem nechsten vorfarendeu Rector, der gegenwertig ist, 
vnd von sinem Dechan oder von dem eitern siner facultet. Wer 
aber der Dechan selbs der, so sich als obsteet absentieren wolt 
So soll er von dem Rector vnd dem eitern siner facultet erlobung 
vnd alsdann nichtzit versompt haben. 

Ob sich aber begab, das ein Doctor der obern facultet in 
nit langwirig kranckheit fiel, also das er sin lectur nit versehen 
möcht, der soll einen andern togenlichen bestellen, der die zytt 
für in lese So verr er in haben mag, Ob aber einer der Sti})en- 
dium hat in langwirig kranckheit fiel, deßhalb er sin lectur wie 
vor nit personlich versehen möcht, Ist es dann in der heiligen 
geschrifFt So sollen die andern zwen versehen das sie all lesenlich 
tag lesen Doch also, das alsdenn die zwenDoctores vnd ir yeder 
allein zu einer collation vnd disputation gepunden sy. Ist es 
aber in den rechten, das einer in söllich langwirig kranckheit 
keme So soll die Vniuersitet macht haben ainen vß den andern 
an desselbigeu letzgen zuordnend , vnd was der kranck sins Sti- 
pendiumbs vber hundert guldin hat, soll dem substituierten zu 
sinem Stipendium werden. Wer es aber der andern vieren le- 
genten extraordinarie einer So soll aber die Vniuersitet macht 
haben , vß den andern zuerwölen , ob es ein notdürflftig lectur 
ist, Vnd dess soll sich kein Doctor mugen widern \ 

In der artzny wa einer also kranck wurd So soll der ander 
all tag ein letzgen lesen Würde aber der Collegiaten einer in 
Artibus krank So soll dieselb facultet fryer kunsten vß inen einen 



1 An Stelle dieses und des folgenden Absatzes liest der Entwurf: 
Ouch so soll yezuzytten ein pedell verpunden sin acht zuhahen vnd 
vffzezeiclinen die so nitt lesen vnd wie lang vnd vil sie das versonien, vnd 
das zu allen quatcmbern anbringen den vicrn , so dann geordnet werden 
der Vniuersitet zins vnd gälten inzunemen , nacli lut eins statuta her- 
nachuolgende. 



15. Zweite Ordnung von 1491. 87 

an des krancken lectur ordnen vnd bestellen, Ouch so soll ein 
yeglicher besoldeter von der Vniuersitet verpunden sin, acht zu 
Jiaben vnd vflfznzaichnen sin versompten letzgen vnd das zu allen 
quattembern , yeder von im selbs , by guter truw an eins eids 
statt anbringen, den vieren, so dann geordnet werden der Vniuer- 
sitet zins vnd gulten inzunemen , nach lut eins Statuts hernach 
volgeude, Vnd söUent dies^elbigen vier dem sümigen leser die ver- 
fallen pen abziehen an sinem sold vnd im den sold nit wyter 
geben. 

Der pedell soll ouch schuldig vnd pflichtig sin all ander 
verfallen penen waher oder vß was vrsachen die verfallen weren 
inzubringen, vnd soll der halbteil solicher pen die do verfallen 
von versompnus der disputation oder collation der Vniuersitet 
vnd der ander halbteil des pedellen sin In den andern penen soll 
es gehalten werden nach inhalt der Statuten darüber begriffen, 
wenn von denen soll im nit werden die obgemelt portz, ouch 
soll kein pen nachgelassen werden, sonder streucklich ingebracht, 
vnd wa der pedell daran sümig wer vnd den penfal nit inbrächt 
So soll er dieselbig pen von sinem aigen gelt onabläßlich der 
Vniuersitet gahtz ußrichten vnd bezalen Vßgenomen das die ab- 
sentes Scolaies artium angezeichen sollen werden von denen Eco- 
nimen in vnd mit solichem Flyß , als sie ander ir Burs pen in- 
bringen Darvon sollen sie den halben teil, vnd die Vniuersitet 
den andern teil haben. 

Fürter so sollen von der Vniuersitet vier personeu 
erwölt werden Nemlich ein Theologus, ein Canonist, ein Legist 
vnd ein Artist, dieselben vier sollen zuuor schweren indem so sie 
erwölt sind getrulichen zuhandlen, vnnd darvff innemen vnd vß- 
geben der vorgemelten Vniuersitet Zins vnd gülten, Vnd dieselben 
Zins vnd gülten sollen gelegt werden in ein behaltnuss dartzu 
vier Schlüssel sigen, vnd ir yeglicher den einen han. Vnd solich 
vorgemelt Zins vnd gülten inzusameln soll ein Sind icus von der 
Vniuersitet bestelt vnd versoldet werden, die den obgemelten vier 
personen zuvberantwurten , vnd darinn ouch die Maß vnd der 
flyß werden gehalten Das derselb Sindicus solicher Zins vnd gül- 
ten dheinest einsmals vber zwaintzig ^ guldin zu siner behaltnuss 



1 E. funffzig. 



88 15. Zweite Ordnung von 1491. 

habe. Es sollen oucli die genanten vier erwölten persouen wie 
obsteet, zu yeder zyt win vnd körn heissen verkouffen Vnd wie 
sie das oder anders befelhend oder bestöUend, dem soll der Sin- 
dicus leben vnd nachkomen Das gelt inbringen vnd zu iren ban- 
den antwurten, vnd inen so dick sie das begerend rechnung tun. 

Darumb vnd vmb das alles ir innemen vnd vßgeben sollend 
dieselben vier personen der Vniuersitet, in bywesen eins von 
der Herrschafit dartzu verordnet, vnd ouch des Cantzlers dersel- 
ben Vniuersitet eins jeden jars einmal vngeuärlich vflf domstag 
in der pfingstwochenn oder darby redlich vfifrecht rechnung tun 
Vnd dennzumal mögen die von der Vniuersitet die gemelten 
vier oder ander zu disem Amt setzen vnd erwölen, Es söllent ouch 
die gemelten vier vnder inen einen erwölen vnd den dem Sindico 
bestymmen, zu dem er in der Vniuersit notdürftigen sachen sin 
Zuflucht habe , Deßhalb derselbig von inen erwölt , die andern 
dry ZU im versameln, die vflf des Sindicus fürhalten zunutz der 
Vniuersitet handien sollent. 

Item der Rector Nachdem er sin Rechnung getan hat, soll 
in der conuocation nechst darnach in den Zedeln so vmbgeschickt 
werden bestymmen, das man gericht sy alsdann von der rech- 
nung der andern faculteten^ vnd wie yeglich facultet das ir inen 
zunutz anlegen oder behalten soll, mit rat zu handien ^, 

Verrer wa cls^ von den schulern oder andern für den Can- 
tzler kem vber ein bestelten der eegemelten Vniuersitet Der 
soll von einem Cantzler gerech tuertiget werden. Vnd ob sich 
derselb nit wölt bessern So soll ein Cantzler das vor an die 
Vniuersitet, vnd darnach an vns oder vnser nachkommen langen 
lassen, 

Verrer so soll keiner in den stuben lesen, sondern soll das 
in offner schul darzu geordnet onverborgen geschehen. 

Vnd mitdem gelt, so vß den Bursen geuallen wirt, soll 
sich also gehalten werden : Zu dem ersten soll der zins von dem 
vflfgebrachten gelt dauon vßgericht werden. Das ander soll dienen 
zu ablösung der obgemelten gulten vnd so dieselben abgelöst 
werden Soll man damit ander buw der Vniuersitet notdurfitigi 
fümemen, als liberyen pedt^ogien vnd anders so notdurflFtig 



1 fehlt im E. 



15. Zweite Ordnung von 1491. 89 

ward doch soll solichs gelts in gemeinen seckel, ob notdurfft in- 
vallen wurd, der mer teil behalten werden, 

Furo von wegen der clasur vnd beschliessung der Burssen 
Soll man summer vnd winter beschliessen , wann man vff die 
wacht 111t, als denn in den Statuten begrifiPen ist *, Vnd ob die 
Conuentores bedüchte, vß gelegenheit der Sachen noch frür zu 
beschliessen nott sin, das sollen sie ouch tun, 

Vnd sollen die Docter in der heiligen geschrifft bestellt 
werden als hernach steet Item von einem Rector Item von einem 
Cantzler Item von zweyen besoldten Doctorn in der heiligen ge- 
schriflFt Souerr man sie hatt Item von dem ordinario der da lißt 
in weltlichen rechten Item von dem so da liüt in geistlichen 
rechten in decretalibus Item von dem rechten ordinario in der 
artzny Item von zweyen CoUegiaten theologen * von beiden wegen, 
Vnd so die dry Doctores obgemelt sich also teilen soUent das 
einer in einem weg, die andern zwen in dem andern weg sin 
werdendt, Wa es sich dann begebe das einer von den zweyen, die 
eins wegs weren , abgieng vnd man ein andern an sin Ifetatt vff- 
uemen müst, So soll derselb gewölt werden nit von dem wege 
darinn der abgangen gewesen, Sonder der von des andern weg 
ist, damit es in aUweg glich gehalten werd. 

Fürt er So sollen die Juristen bestelt werden ouch wie her- 
nach Voigt Item von einem Rector Item von einem Cantzler 
Item vnd von allen andern Doctoribus die lesend in den obern 
faculteten, 

Vnd glich in der maß soUent die artzat ouch bestellt 
werden. 

Es sollent ouch die CoUegiaten bestellt werden von dem 
Rector Cantzler den Doctoribus in der heiligen geschrifft , vnd 
den zweyen Ordinarien in Jure vnd in der Artzny, mit sampt den 
andern CoUegiaten, 

Es sollent ouch die so von der Vniuersitet obbestimpt sind 
zubestellen, die da lesen sollen in allen faculteten, schwören, die- 
selbigen zubestellen, die sie dartzu togenlich vnd der Vniuersitet 
am nutzlichsten beduncken, innen oder ußerthalb der Vniuersitet 



1 E. hatte : soll man Summer vnd winter ain stund früer beschliessen 
dann das Statut lutet. 2 Im £. fehlt: theologen. 



90 15. Zweite Ordnung von 1491. 

Vnd die personen so vorgemelt vnd angesehen sind, die legeutes 
zubestellcn , Sollen macht haben solichen seid vmb ein zimlichs 
zumeren oder zumindern wie es sich nach gelegenheit der per- 
sonen , ain 7jt , oder ir lebenlang nutzlich vnd gut beduncken 
würdt, 

Vnd die Vier so der Vniuersitet Zins vnd gulten in- 
neraen, sollen fürtter achf haben vnd manen vflF an vnd vßgeende 
Zyle, deren so in allen faculteten lesen sollen damit zu allen 
Zytten mit an vnd absten derselben, zulesen nit mangel sig. 

Ob aber sach wer, das die nutzung der kirchen vnd vß- 
gelesten pfrunden nit souil ertrügen, oder ye zu zyten ertragen 
würden, insonnder ouch so die kirchen vnd vßgelesten pfrunden, 
als noch nit gar geuallen sind, damit dann die obgemelten sold 
vnd anders vfF die Vniuersitet geend nit stattlich vßgericht wer- 
den möchten, So soll von der Vniuersitet darinn mit gutem rat 
gehandelt, vnd den egertirten personen, souer das langen mag, 
vßgeteilt werden. Würd aber mer dann zu obgemelter der Vni- 
uersitet Vßrichtung not wer geualen, das soll inen zu fürschlag 
oder ablösung der gülten von der Vniuersitet vffgenomen, vnd 
was ouch vß demselben fürschlag erkouft wurdt, zu merung der 
gemelten söld oder bestellung mer personen dienen vnd angelegt 
werden. 

Es soll ouch ein yeglicher in sinem vffnemen ditz vorgemelt 
Ordnung zuhalten vnd zuhanthaben schwören. 

Item die CoUegiaten söllent in dem CoUegio wonen, Oder 
ob sie das zutund nit vermeinten, das sie dann dess Zins ir wo- 
nung mangel vnd die Vniuersitet das zuuerlihen haben ^, 

Es soll ouch die oberest wonung in dem Collegio vnder 
dem dach , nach abgang Doctor Galthers ^ an die Vniuersitet 

1 Der Entwurf hat: Der CoUegiaten halb ist also abgeredt dass die 
gegenwurtigen CoUegiaten nit gedrengt werden ir wonungen in dem Col- 
legium wider ynzunemen, sondern mogent sie die mit willen vnd vergön- 
den des Rectors vnd siner by sitzenden Ratten mitsanipt ouch der CoUe- 
giaten so darinn wonten erbarn vnd bescheiden lütten verlyhen vnd den 
zins darus innemen. Aber die so zu künftigen CoUegiaten vffgenomen 
werden, sollent in dem Collegio wonen oder ob sie u. s. w. 

2 M. Galtherus deWeruia oder Werfia, ütrechter Diöceae, s. theol. lic. 
studii Parisiensis inscr. 13. Jan. 1480. Er doctoriert in demselben Jahr, 



.15. Zweite Ordnung von 1491. 91 

valleu, vnd die Collegiateii kein i^erechtsatn daran haben, Sonder 
soll es darmit gehalten werden, wie hernach steet: Item die 
Gollegiaten so der wouung gemessen wollen, sollen ouch die In- 
buw, ak fenster, ofen, benck, eren, vnd anders deßglich in we- 
senliehem buwe halten. 

Deßglichen soUent dieselben mit sampt dem, der die fönffte 
wonuug inhat, das cloak subern vnd vßftiren. Aber das in 
rechten bestendigem buw zuhalten soll die Vniuersitet schuldig sin, 

Item die grosser stube in dem Collegio solle der Vniuer- 
sitet sin, ir conuocationes vnd hendell darinu zuhaben, Deßglichen 
mögen all facultates ir examina darin halten , ob sie wöUent 
Doch so Si>llent die Gollegiaten hierinn nit vß geschlossen, son- 
der gehalten werden, wie hernach volget. Item die Gollegiaten 
so in dem GoUegio essen wollen Sollen zuuorvß macht haben 
einen wirt zuerwölen vnd anzunemen , on sonder zins oder ge- 
uiess, allein das er in dem Gollegium zymlich wirtschafft halten 
soll für die Gollegiaten vnd ander erber lut, von inen wie hieun- 
den steet vffgenomen. Vnd soll derselbig wirt von allen Golle- 
giaten , oder dem merern teil also erwölt werden , wie ytz stat. 
Ob sie aber deß nit eins wurden So soll die Vniuersitet den 
zusetzen macht haben , deßglichen soll es ouch mit den gesten 
vffzunemen gehalten werden. 

Item der yetzgenant wirt soll macht haben den kelr zu der 
obbestimpten Wirtschafft notdurft zugebruchen, Darzu mögent 
sich deß die Gollegiaten, so ir wonung in dem Gollegium haben 
ouch für ir person notdurft geniessen, Vnd damit das die wirt- 
schafft dest stattlicher mög gehalten werden in dem GoUegio, So hat 
die Vniuersitet zu gnaden derselben wirtschafft das oberest gemach 
so man für die funfften habitation helt, nach abgang Doctor Galthers, 
dem wirt, so also erwölt würt, zugeordnet. Doch soll in solicher 
Stuben nit gespilt, noch aincherley vngefür gehalten werden. 

Item das Gollegium soll ouch vff ein bestimpte stund abends 
beschlossen vnd morgens vffgetan vnd erberglichen geregiert wer- 
den, nach vßwisung der Vniuersitet ^ Vnd soll die gemelt Vni- 

wird Ordinarius der theol. Facultät und stirbt 1497. Univ. Archiv Mh. 

I, 105. 
1 IE. fügt bei: vnd dess nit mer dann ein Schlüssel, der in des eitern 

I oder dess so sie von inen darzu erwelen gewaJt dg, der durch ein Knecht, 



92 15. Zweite Ordnung von 1491. 

uersitet dasaelb Collegiimi mit dach fandamenteu vnd andern 
mercklichen buwen in eren vnd bestand halten, 

Vnd hieruff so gereden globen vnd versprechen wir by vn- 
seru truwen fiir Vns vnd all vnser erben vnd nachkomen in 
krafft ditz Brieffs, Die obgemelt Ordnung an allen stucken punc^ 
ten vnd artickeln vestiglich vnd vnuerbrochenlich nach vnserm 
allerbesten vermögen, getrulich vnd vngeuerlich zu handthaben, 
vnd njmmermer darwider zusind noch zuthund ouch das durch 
niemands andern gestatten noch Verheugen zugescheen in kein 
wiß noch wege Wir wollen ouch solichs von einem yeglichen 
vnserm erben vnd nachkomen, dem vnser Statt Tuwingen wirt 
zu regieren im anfang sins Regiments versprochen vnd gelopt 
werden, Vnd des alles zu warem vesten vrkundt So haben wir 
vnsem Insigel offennlich gehenckt an disen Briefe, Vnd zu mer 
vrkund vnd onbruchenlichem bestand aller vnd jeder obgeschriber 
dinge Bekennen wir der Rector vnd die gantz Vniuersitet Ouch 
wir Johanns Yergenhanns Doctor geistlicher Rechten vnd Probst 
des Stiffbs, ouch zu disen zyten Cantzler der berürten Vniuersitet 
zu Tuwingen, für vns vnd all vnser nachkomen, das solichs 
alles, wie obstat, nichtzit vßgenomen, mit vnserm guten willen 
vnd wissen, vnd vß vnserm besondern bitt an den genanten vn- 
sern gnedigen Herren gescheen geordnet gemacht vnd also zu 
halten beschlossen worden ist, Darumb versprechen vnd geloben 
wir ouch by gutten truwen für vns vnd all vnser nachkomen ge- 
nanter Vniuersitet die obgemelten Ordnung an all ir puncten 
vnd artickeln vest vnd statt zuhaltendt wider die nit zutund 
noch zukonmien noch schaffen durch yemands getan werden in 
was wiß weg oder form das immer gesin könd oder möcht alles 
getrulich vnd vngeuerlich Darumb so haben wir vnser Vniuer- 
sitet vnd Cantzlery Insigel offennlich gehenckt an disen Brieff 
der geben ist zu Vrach vff Sanct Thomas des heiligen Zwölff- 
botten Aubent Nach Gristi vnsers herren gepurt als man zaltt 
tusent vierhundert nuntzig vnd ain Jare. 

Ordinationis denique suprascripte secundum sua capitula et 



dem Dechan in artibus darumb geschwom, vff vnd zuschliessen soll. Es 
were dann dass einer redlichen person darinn wonend zu einer merklichen 
nott ein schlüssel ein anzal zyts zugelaussen würd. 



15. Zweite Ordnung von 1491. 93 

pnncta pablicacio et promiilgacio ad expressam et sonoram lec- 
tionem per me Notarium snbsciiptum factam die Lune mensis 
Septembris vicesimaquarta Anni nonagesimi secuudi in facie do- 
minorum Doctorum et Magistrorum vniuersitatem prefatam repre- 
sentantium rite facta est preseutibus eximiis et honorabilibus 
viris Mag. Coxrado Summbbhabt vicerectore et Wbndalino Stein- 
BAGH s. theol. professoribus D. Jon. Vebgbnhans Cancellario vni- 
aersitatis, Ludovico Teuchsess et Conbado Vesseleb decretorura 
atque Coxbado Ebinoeb V. J. Doctoribus, Johanne Widman de 
Möchingen et Babtolomeo de Alen artium et medicine Doctoribus, 
Mag. Simone Leonis Decaao facultutis artium Mag. Bebnhabdo 
Mag. Jagobo Lslfp et M. Geobgio de Waiblingen etc. Quod at- 
testor manu mea propria ego 

Gregorius Maij de Tuwingen 
Imp. auct. Notarius publicus. 

Univ. Archiv Mh. I, 9. Perg. mit drei Siegeln. Copie auf Perg. Mh. I. 
12a. Eisenlohr 49. — Von dieser Ordnung hat sich ein Entwurf auf Pa- 
pier in der Registratur des E. Consistoriums gefunden. Die Aenderungen, 
welche die Ausfertigung gegenüber diesem Entwurf zeigt und von wel- 
chen einige oben beigefügt sind, erscheinen zweckmässig und sind von der 
Art, dass man ihren Ursprung erkennen kann. Sie gehen oifenbar von 
Personen der Universität aus. Zu bemerken ist besonders, dass hier immer 
richtig Canzler gesagt wird, wo der Entwurf den Propst nennt, d^iss also auf 
die Auseinanderhaltung beider Functionen gesehen wird. Die Angabe der 
Personen, welche im September 1492 den Rath der Universitet bilden, ist 
bei der Lückenhaftigkeit der Nachrichten über den Bestand des Lehrer- 
X>er8onals sehr erwünscht. Man sieht, dass zwei — statt drei — Theolo- 
gen, drei Canonisten, ein Legist — statt zwei — und zwei Mediciner vor- 
handen waEren. Von den letzteren ist Job. Widmann bekannt, Bar- 
tholomaeus von Aalen taucht aber erst durch diese Erwähnung als 
Mediciner auf. Die Matrikel führt ihn bei Eröffnung der Univ. als Barth, 
de Aulon an; nähere Auskunft gibt das Dekanatsbuch der Artisten nach 
welchem er Barth. Scherenmüller heisst, von Aulon gebürtig, Cleri- 
ker der Augsburger DiOcese ist und 1476 in Erfurt magistriert hat. Der 
Mag. Bernhard ist Bernhard Rorbach von Böckingen bei Heilbronn, 
später ebenfalls Mediciner, und Georg von Waiblingen ist der bekannte 
Ge. Harzesser oder Hartsesser nachmals Dekan der Stuttgarter 
Stiftskirche, ein Freiburger Magister 1466. 



94 16. Bulle Aleranderg VI 1492. 

16. 

Bulle Alexanders VI über das Recht der Besetzung 
des Cancellariats bez. der Propstei 

vom 26. Aug. 1492. 

Alexander Episcopus seruiis seruorum Dei ad perpetuani 
rei memoriam. 

Rationi congruit et conuenit equitati, ut ea que de Romani 
pontiticis gratia processerunt, licet eius superveüiente obitu litere 
apostolice super illis confecte non fuerint, suum consequantur 
effectum. 

Dudum siquidem felicis recordationis Innocentio pape octavo 
predecessori nostro pro parte dilecti filii nobilis viri Eberhaedi 
senioris Comitis de Wirttenberg et Montispeligardi exposito, quod 
olim ipse Eberhardus in opido suo Tübingen Constantiensis dio- 
cesis provincie Maguntinensis Studium generale auetoritate aposto- 
liea erigi acpreposituram, que inibi dignitas principalis existit, 
Necnon canonicatus ac prebendas ecclesie in Sindelfingen dicte 
diocesis ad tunc parochialem ecclesiam S. Georii dicti opidi eadem 
auetoritate transferri, Illamque in CoUegiatam ecclesiam erigi ac 
illius prepositum pro tempore existentem in Cancellarium 
vninersitatis dicti Studii deputari, Necnon eidem Cancellario di- 
uersa priuilegia et facultates etiam archidiacono Bononiensi, qui 
Cancellarius Studii BoDoniensis existit, concessa dicta auetoritate 
concedi procurauerat et obtinuerat. Quodque licet ipse Eberhar- 
dus Comes eiusque progenitores ex speciali priuilegio apostolico, 
etiam a tanto tempore , cuius coutrarii memoria hominis non 
existebat, semper fuisset in pacifica possessione vel quasi Juris 
presentandi ordinario loci personam idoneam ad dictam preposi- 
turam cum vacabat, et presentaciones per eos pro tempore facte 
per dictum Ordinarium admisse et effectum sortite fuissent, de- 
buissetque idem comes in eodem iure patronatus in prepositura 
translata huiusmodi succedere, prout etiam successerat, Nihilomi- 
nus inter ipsum Comitem et dilectos filios Capitulum dicte eccle- 
sie S. Georii diuerse contentiones exorte fuissent , asserentibus 
eisdem capitulo ius eligendi prepositum ad eos pertinere. Non- 



16. Bulle Alexanders VI 1492. 95 

nulli yiri ecclesiastici super hoc se interponentes cerfcam concor- 
diam inter partes predictas conceperant, Videlicet quod quotieiis 
ex tune dcinceps dictam prepositurara vacare contingeret, prefati 
capitulum haberenfc ius et facultatem eligendi in prepositumm 
ipsius ecclesie doctorem vel licentiatura in aliqua superiori facul- 
tate per loci ordinarium instituendum, absque aliquo impedimento 
ipsius Comitis ac heredum et successorum suorum, Ac ipsum 
Eberhardum comitem ad acceptandam dictam concordiam induxe- 
rant; lUaque postmodum ordinaria auctoritat'e confirmata fuerat 
ac in eadem expositione subiuncto, quod eidem comiti ex premis- 
sis plurimum preiudicabatur, nee iustum et conueniens erat, quod 
ipse propterea dicto suo iure patronatus priuari deberet, preser- 
tim cum ipse dicte vniuersitatis fundator esset et continue pro- 
curaret illius augmentum et prosperos successus, ac sua ac suc- 
cessorum suorum plurimum intererat, vt persona ydonea in pre- 
positum dicte ecclesie S. Georgii deputaretur, precipue propter 
maxima onera illi ratione dicti officii Cancellariatus incumbentia, 
ac etiam obstantibus reseruationibus apostolicis de dignitatibus 
principalibus in collegiatis ecclesiis per dictum Innocentium pre- 
decessorem et Sedem apostolicam pro tempore factis, ius aliquod 
eligendi ex concordia et illius confirmatione premissis eisdem ca- 
pitulo acquisitum non fuerat nee acquiri poterat. 

Ac pro parte prefati Eberhardi Comitis eidem predecessori 
humiliter supplicato, vt ipsum ad ipsius concordiam et confirma- 
tionem predictas in pristinum et cum statum in quo ante illas 
erat restituere reponere et reintegrare ac pro potiori cautela ius 
patronatus dicte prepositure et presentandi ad illam Romano pon- 
tifici pro tempore existenti personam ydoneam doctorem vel li- 
ccntiatum in aliqua superiori facultate, qui ad regendum dictum 
Cancellariatus officium sufficiens esset, quotiens preposituram ip- 
sam vacare contingeret. Eodem Eberhardo et successoribus suis 
dicti oppidi dominis existentibus in perpetuum de nouo reseruare 
et coucedere, ac alias in premissis oportune prouidere de benig- 
nitate apostolica dignaretur. Idem predecessor, qui personis sin- 
gulis, precipue sibi et sedi apostolice fidelibus et deuotis, iura 
sua conseruari desiderabat , prefatum Eberhardum Comitem a 
quibuscunque excommunicatiouis suspensionis et interdicti alii.fque 
ecclesiasticis sentenciis censuris et penis a iure uel ab homine 



96 16. Bulle Alexanders VI 1492. 

quauis occasione vel causa latis, si quibus quomodolibet innoda- 
tus existebat, ad effectum infra scriptorum dumtaxat consequen- 
dura absoluens et absolutum fore censens, huiusmodi supplicatio- 
nibus inclinatus sub dato nonamm Julii pontificatus sui Anno 
octauo ^ prefatum Eberhardnm Comitem ad ipsius concordiam et 
confirmationem predictas in pristinum et eum statum, in quo 
ante illas quomodolibet existebat, auctoritate apostolica ex certa 
scientia plenarie restituit reposuit et reintegrauit. Et nihilominus 
pro potiori cautela ius patronatus huiusmodi et presentandi Ro- 
mano pontifici pro tempore existenti ad eandem preposituram, 
quotiens illam ex tunc deinceps vacare contingeret, personam 
ydoneam doctorem vel licentiatum in aliqua superiori facultate, 
qui ad regendum dictum Cancellariatus Officium idoneus et suf- 
ficiens foret, Eberhardo suisque heredibus et successoribus dicti 
opidi dominis pro tempore existentibus predietis in perpetuum 
de nouo eadem auctoritate reseruauit concessit et assignauit. Non 
obstantibus premissis ac constitutionibus et Ordinationibus apo- 
stolicis necnon quibusvis specialibus vel generalibus reseruationi- 
bus de dignitatibus principalibus in collegiatis ecclesiis per Sedem 
apostolicam predictara pro tempore factis statutis quoque et con- 
suetudinibus dicte ecclesie iuramento confirmatione apostolica vel 
quauis alia firmitate roboratis ceterisque contmriis quibuscunque. 
Ne autem de absolutione repositione reintegratione reserua- 
tione concessione et assignatione premissis pro eo quod super 
illis ipsius predecessoris (eins superueniente obitu) litere confecte 
non fuerint, non valeat quomodolibet hesitari ; ipseque Eberhar- 
dus Comes illarum non frustretur effectu, volumus ex predicta 
auctoritate decemiraus, quod absolutio restitucio reposicio reinte- 
gratio reseruatio concessio et assignatio predicte perinde a dicta 
die noniirum Julii suum sortiautur effectum, ac si super illis 
eiusdem predecessoris litere sub eiusdem diei dato confecte fuissent, 
provt superius enarratur , quodque presentes litere ad proban- 
dum plene absolutionem restitucionem reposicionem reintegratio- 
nem reseruacionem concessionem et assignationem predictas vbi- 
que sufficiant; nee ad id probationis alterius adminiculum re- 
quiratur. 



1 7. Juli 1492, am 15. starb Bonifadus VIIL 



16. Bulle Alexanders VI 1492. 97 

Nulli ergo homini liceat hanc paginam nostre voluntatis et 
decreti infringere vel ei ausu temerario coBkraire. Si quis autem 
hoc attemptare presumpserit , indignationem omnipoteniis Dei 
et beatomm Petri et Pauli apostolorum eius se nonerit ineur- 
sarom. 

Datum Rome apud S. Petrum A. ine. dorn. 1492 VII. Cal. 
Septembris pontificatus nostri anno primo. 

Ego Simon Caldeatoris artium et medicine Doctor publicus 
auctoritate Imp. et Pap. notarins copiam predictam yidi, a qua presentem 
transsumsi copiam, que de irerbo ad yerbum cum eadem conoordat, de 
qao attestor *. 

Originale bulle retroscripte habetur in canoellaria prindpis Stutgardie 
et fuit mihi quoque communicatum ad transsumendum. Ambro. Wid- 
m a n Prep. '. 

Gleichzeitige Abschrift im Buch der Bona Prsepositurse. üniv. 
Archiv Mh. I. 82. IV. Derselbe Band enthält folgende Aufzeichnung von 
der eigenen Hand des Johannes Vergenhans (Nauderus), seit 1482 Propst 
und Kanzler, welche für die Stellung dieses Würdenträgers bezeich- 
nend ist. 

De faospitalitate prepositi consueta. 

Item In Natiuitate Jhesu Christi, in pascate et festo 
Penthecostes prepositns inuitare habet ad prandium Decanum et Ca- 
nonicos, Capellanum in hospitali et chorales saoerdotes atque scolares et 
plebanum cum duobus adiutoribus, predicatorem , organistam, magistrum 
scolarium ac etiam edituum cum seruo ipsius. 

In die corporis Christi aduocatum , sex scabinos, quorum unus 
cum aduocato ducit prepositum deferentem sacrum, quatuor portant celum, 
sextus dirigit proceasionem, prothonotharius comitatur cum flabello pauo- 
num. Veniunt etiam quatuor precones et alii tres famulantes nee non is 
qui colligit pro fabrica in ecclesia, Item quatuor Sacerdotes ministrantes 
in hoc festo, magister scolarium et organista quatuor pueri chorales, edi- 



1 Dieses Vidimus ist frühestens aus d. J. 1512. 2 Wann der zweite 
Propst und Canzler Joh. Vergenhans gestorben sei, lässt sich aus den fragmen- 
tarischen Acten der Universität nicht erheben. Nach einer Notiz in Rauschers 
Collectanea (E. Staatsarchiv) fällt sein Tod auf den 5. oder 6. Januar 1510 
und ist er 84 Jahre alt geworden. Vermuthlich in demselben Jahr wird 
Ambrosius Widman oder Maichinger sein Nachfolger damals 
Assessor des Kaiserlichen Kammergerichts in Worms. Aichmann in Ms. 
bist. 00. Schnurrer Erl. 355. 

Urkunden der U. Tübingen. 7 



98 17. Beeiätigung durch Eberhard II 1496. 

tuus et famtdus eius. Ego hoc die consuem etiam invitare speculatorem 
thurris in ecdesia. 

Item in festo pasce consueui mittere agnum pascalem ^ aduocato, 
cellerario, doctoribiis proprias expensas habentibus, nobilibus, mechanids 
meis, editno, rectori soolarium, decano et omnibus ecclesie sacerdotibus et 
quibusdam aliis mihi placentibus. Idem feci in festo S. Martini. Pre- 
stantioribus misi duas mensuras, unam de albo, reliquis de rubro, ut puta 
Nobilibus, doctoribiis et decano necnon aduocato cellerario plebano quo- 
que. Mechanids vero et canonicis reliqmsque sacerdotibus ecclesie unicui- 
que unam mensuram. 

1 Man ersieht aus dem folgenden, dass imter Osterlamm überhaupt 
ein Ostergeschenk verstanden wird. 



17. 
Bestätigung der Privilegien durch Eberhard II 

vom 16. März 1496. 

Wir Ebebhakt von gottes gnaden hertzog zu Wirtemberg 
vnd zu Teck Graue zu Mümppelgart u. s. w. Bekennen vnd thun 
kunt offembar mit disem brieff: 

als zuuergangner zyt von wyland dem hochgepomnen fürsten 
vnnd herren hern Eberharten hertzogen zu Wirtemberg vnnd 
zu Teck Grauen zu Mümppelgart u. s. w. vnserm lieben vettern 
seliger vnnd löblicher gedächtnuß ain gemain hohe schull vnd 
vniuersitet in vnser statt Tüwingen gestiflFt vnnd vflFge- 
richt, die dann von dem heilligen stuU zu Bome mit Bäpst- 
licher vnnd volkomenlicher fürsehung begaabt vnd von der key- 
serlichen mayestatt confirmiert dartzu mit gnug uotturff- 
tigen gebürlichen vnd erbern statutten zuhalten angesehen, ouch 
daruflf durch benanten vnsern lieben vetter seligen sonderlich 
gnad vnnd fryhait dartzu gegeben vnnd nachmals ain Nüwe Ord- 
nung wie es mit vnd in sölicher vniuersitet gehalten werden soll 
fiirgenomen ist, alles nach lutt vnd Inhalt der verschreibunge 
darumb uffgericht sölichs mit wyttem begrijBf vnderschidlichen 
inhaltende, die wir hieby von wort zu wort für inseriert haben 
wollen, vnnd der data steen Nämlich der Ersten vflF sant dyoni- 
syen tag nach Cristi gepurt als man zalt Tusent vierhundert 
sibentzig vnnd syben jare vnd der anndernn vff sant thomas des 



18. Erlass Eberhard II 1498. 99 

hdlligen zwölfFboiten aubent nach cristi TDsers lieben herren ge- 
purt als man zalt Tusent yierhnndart nüntadg vnd ain jare: 

da» wir dem nach als angender «gierender iflrst nach ab- 
gang des benanten vnnsers lieben vetters die berttrten stifftung 
guad fryhaitt Statuten ynnd f&rgenomen Ordnung vorbestttmpter 
▼niuersitet mit vrknnd vnd inn krafft dis briefis bekrefftigt 
haben by vnsern fQrstlichen ¥r{lrden ynnd eren, geredend vnd 
versprechen die bemelten vniuersitet by sölicher stifitung 
gnad fryhaitt statuta vnd Ordnung, ouch by den vorangezögten 
verschribungen darüber wysende mit allen puncten clausuln vnd 
artickeln, gnediglich pliben zulasen vnnd nach vnserm besten 
vermögen zuhandthaben, alles getrfiwlich vnd vngenerlich. 

Vnd des zu warem vrkünd haben wir vnnser eigen innsigel 
ofiFenlich thun hencken an disen brieff, der geben ist zu Tuwingen 
vff mitwochen nach dem sonntag letare halbvasten des jars do 
man von der gepurt Cristi vnsers lieben herren zalt Tusent vier- 
hundert vnd im sechs vnd nüntzigsten jaren. 

Univ. Archiv Mh. 7, 11. Perg. mit dem Siegel des Herzogs. 



18. 



Erlass Eberhards II betr. das üppige Leben der 

Studenten. 

vom 6. Februar 1498. 

ünsem günstlichen Gruss zuvor, Würdige, hochgelehrte, liebe, 
Getrewe. Wir werden bericht, wie die Studenten, unser Under- 
thonen Kind, so zu Ttiwingen in der üniversitet studieren, sollen 
vil Gellts verzehren und wenig studieren, ihren Vattern und 
tVeunden zu Schaden und Verderben, das euch und der ganzen 
Üniversitet verächtlich, und auch allso geschehen zu lassen unser 
Meinung nit ist. Und bitten euch ernstlich, ihr wollend mit gu- 
tbem getrewen Fleiß darob sein, das sich die Studenten, sonderlich 
unser Zugewandten Kind, emsigs Studierens fleißen: und Muth- 
willen, kostlich Zehrung und unzüchtig Wesen meiden, damit sie 
Wfird und Ehr, und die üniversitet Lob und UflFgang erlangen 



100 l^- Bestätigung durch Herzog Ulricli 1498. 

möge. Dann wa das nit geschehe, würden wir gedenckhen, ihr 
weren diser Ding Verächter und wir wurden das nit gern haben, 
und deß unsern Ernst erzaigen. Und du Vogt, wollest dem Bec- 
tor und andern Regenten der Schul in solchem behülflich sein. 
Verkünd auch Krämern , Handwerckhem und Wirten , das sie 
keinem Studenten mehr borgen, dann sie mit barem Gellt zu be- 
zahlen haben oder zu der Leibs Notturft brauchen sollen. Dann 
welcher das darüber thet: ob dem nicht darumb würdt, ließen 
wir geschehen , wir wolten auch nicht , das ihre Vätter und 
Freundt darumb ersucht oder umbgetrieben würden. Daran thut 
ihr baiderseits unser ernstliche Meinung. Datum Nürtingen 
Zinnßtags nach Purüicationis Mariae 1478. 

Steinhofer Chronik 8, 678. 



19. 

Bestätigung der Privilegien durch Herzog Ulrich 

(mit geordnetem Regiment) 

vom 15. September 1498. 

Der Brief lautet wörtlich gleich der Bestätigung Eberhards 
des jüngeren, am Schluss: 

Der geben ist zu Stutgartten an Sampstag nach des bal- 
ligen Crutztag Exaltationis u. s. w. Unterzeichnet: Doctor Gre- 
gorius Lamparter Cantzler und Henricus Heller Lant- 
schreiber. 

Univ. Archiv Mh. I, 12. Perg. mit Siegel. 



20. Neue Bedaction der Statuten 1500. IQl 

20. 

Neue Redaction der Statuten der Universität, um 1500. 

Eine Copie der Statuten von 1477 (Univ. Archiv Fach VI, 21) die zum 
Gebrauch bei der vorgeschriebenen Verlesung derselben diente, enthält zu- 
gleich eine Anzahl von Zusätzen, von welchen die wichtigeren und für die 
Zeit bezeichnenden anten folgen. Dasselbe Exemplar, auf Papier geschrie- 
ben und kein Gegenstand so hoher Achtung wie das vom Abt Heinrich 
besiegelte Original, muss sich in der Folge allerlei Durchstriche, kleine 
Abänderungen im Ausdruck, Ergänzungen der Abbreviaturen und anderes 
für den Vorleser dienende, wie die Bezeichnung der Länge oder Kürze von 
Vocalen, an denen er straucheln konnte, gefallen lassen. Man erkennt die 
Hand verschiedener Rectoren und Notare. Dieses Exemplar mag etwa 
dreissig Jahre gedient haben. Ein Datum fehlt, aus äusseren Gründen 
lässt sich aber feststellen, dass das Actenstück nicht später als in den An- 
fang des J. 1506 fallen kann. 

De horis lectionum ^ 

Insuper quelibet facultas in carta pergamenea horas lectio- 
num suarum specificet eamque lectorio suo affigat, corruptam 
renouet, yt eiusdem fiaculiatis scolares se horis huiusmidi deter- 
minatis couformare valeant. Scribatur quoque cedula generalis 
horarum singularam facultatum, que af&gi debet et resemari afiixa 
in pariete stube yniuersitatis , vt tempore distributionis stipen- 
diorum aut bursalis visitationis videri possit, si singuli suas te- 
nuerint horas determinatas. Quod si quis horam sibi debitam 
oommutauerit aut non seruauerit, debet se bona fide denunctiare 
tempore distributionis stipendiorum aut bursaUs visitacionis , et 
punietur secundum tenorem ordinacionis per omnia, vt ibidem 
de negligentia lectionum habetur [f. 4]. 

De cauendo irreuerentiam Bectoris *. 

Et quia Bectoris officium est habere curam de omnibus, que 
faeiunt ad commodum doctorum magistrorum etc., ne vUam sibi 
et ceteris a quoquam irreuerenciam exhiberi contingat, statuimus 
et ordinamus: 



1 zu S. 41, 6 V. u. 2 nach 8. 44, 33. 



J02 20- ^®u® Redaotion der Statuten 1500. 

Quod nuUum membrum vniuersitatis nostre ex proposito 
irreuerenciam faciat et exhibeat per se vel alium, directe vel in- 
directe, quouis modo dominis Rectori Cancellario aut alicui alteri 
de VBiuersitatis consilio existenti, sub pena periurii. 

De viis et bursis. 

Debet denique deinceps quilibet intitulaDdus hec inter alia 
iuramenti intitulandornm capitula iurare: Item quod nullnm 
membrum aut suppositum ad quemcunque statum perueniet hie 
yel alibi, quoscunque nostre yniuersitati incorporandos per se vel 
alium directe vel indireete quouis modo id fieri possit ad viam 
haue vel illam seu bursam specialiter alliciat inducat persuadeat 
aut qualitercunque promoueat cum iniuria aut detractione yie al- 
terius aut personaliter cuiusdam, sub pena periurii, quam secus 
faciens incurrat ipso facto, et exclusionis perpetue ab vniuersitate, 
cum de aliquo tale quid compertum fuerit et constiterit. 

Consulenti tamen se, ad quam bursam aut viam se recipere 
debeat, consulere poterit ad viam et bursam quam maluerit, non 
tamen alteram alteri vel personam persone cum detractione pre- 
ferendo. Cauendo etiam ne impediat talem ab execucione com- 
missionis sibi facte ad viam aliam personam vel personas yie 
alterius, quo minus exsequi possit, dummodo commissio illa a pa- 
rentibus consanguineis aut missum expensantibus facta fuerit. 
Qua executione facta, si eo non obstante in alia via stare cuperet, 
non recipiatur ad bursam aliam, nisi aliter Rectori oonuenioribus 
et magistris constiterit de commissione ad aliam yiam facta, donec 
2a commissio a prefatis absque omni fraude et deceptione pro- 
curata Aierit, cui finaliter standum sit per omnia, pena sub 
eadem. 

Volumus quoque huiusmodi capitula a quolibet intitulationis 
tempore iurari de cetero et cum quadam auisatione in qualibet 
statutorum lectione scolaribus specialiter ad memoriam reuocari. 

Item statuimus et ordinamus, vt postquam aliquis iam vni 
burse incorporatus est, ad aliam bursam per iuramentum nulla- 
tenus assumatur vel recipiatur aut in ea foueatur, nisi per in- 
tegrum annum absens fuerit. Quod si Magistri bursarum didi- 
cerint aliquem ad eos promotum esse cum iniuria ant detractione 



20. Neue Redaction der Statuten 1500. 103 

vie alterius aut personarom eiusdem, debent talem iniustum pro- 
motorem admonere, quod decetero desistat, qnnm de cetero sie 
ad eos per eum promotum nee habere velint nee valeant, sab 
pena carentie omnis emolimenti talis vel taliiim ad eos sie pro- 
mouendi vel promouendorum. Et si quid sie reeiperint in foro 
conscientie restituere teneantur, nee ullo modo habere possint [f. 9]. 

De vestibus *. 

Statntum illad quo ad doetores et superiorum faeultatum 
licentiatos sie deelaratmn est per eos quorum interest. Nullos 
doetorum vel lieentiatus in superiori iaeultate incedat publiee 
mitratus, nisi iniirmitatis eausa in viribus defieiat. Item nullos 
utatur ealigis partitis coloris varii, scilicet neque maniearum 
seissura vel apertione pendente veste et braehio extracto aut 
pheripheriis alterius eoloris a veste pectorali. Nee lieet eisdem 
deferre birretum rubeum aut dupliei pliea plieatum cuiuscunque 
coloris iuerit nisi professio aliud habeat. 

Item vero ad aetus publicos processiones seu ad eeelesiam 
vel templum aut pro spaciamento in vel extra eiuitatem incedant 
cum capueio clericali sine birreto exeeptis religiosis et sacris ini- 
tiatis, quorum professio aliud petit et requirit [f. 27]. 

De non aeeedendo turmatim Reetorem *. 

Visum est nonunquam, quod supposita vniuersitatis nostre 
Reetorem vniuersitatis pro effimdendis precibus aut alia ex eausa 
turmatim accedere presumpserint, quasi liberius petita obtinere 
poasent. 

Quia tamen res illa interdum alia ineommoda gignere pos- 
set, ideiroo alma nostra vniuersitas omnibus et singolis euiuseun- 
que gradus dignitatis aut condicionis ipsius vniuersitatis suppo- 
sitis distriete et sub prestiti iuramenti debito inhibendum duxit 
et inhibet, ne decetero quocunque euentu gregatim, vt prefertur, 
Reetorem aut eins vicem gereutem , Neque etiam quoscunque 
vniuersitatem representantes aeeedere presimiant, sed euentu quo- 



1 nach S. 54, 10 incedant. 2 vor S. 57 de intitulatura. 



104 20. Neue Redaction der Statuten 1500. 

uis se o£Fereute duos aut tres dumtaxat bone discretionis yiros, 
si quid petere aut proponere velint, ad eosdem mittere possint 
[f. 36.] 

De carceris accessu. 

Insuper quidam fenestram carceris noetri pro cum inibi 
detentis habendis coUoquiis aut alias adire visi sunt. Inhibet 
alma nostra vniuersitas quibus supra vniuersis et singulis eius 
suppositis, iie aliqüod tale ^ inantea absque speciali Rectoris pro 
tempore licencia modo premisso carcerem nostrum quomodolibet 
accedere presumat, prout eius carceris aut aliam forsan penam 
grauiorem cupiat euitare. [f. 36 v.] 

De missa vniuersitaiis '. 

Debet quoque officians si tempus patitur in missa de spiritu 
sancto adiungere collectas duas, ynam de beata virgine aliam pro 
benefactoribus , similiter in missa de beata virgine adiungat, si 
tempus admittit, collectas duas super spiritu sancto et pro bene- 
factoribus. 



Zu diesen Zusätzen liefern die nächstfolgenden Jahre noch weitere 
Bestimmungen , welche bei der Verlesung der Statuten je am geeigneten 
Orte eingeschaltet wurden. 

De plasphemiis. 

Preterea conclusum est contra plasphemias inhibitione pu- 
blica: 1" prorumpens in plasphemiam proprie dictam Scolaris, 
qua Deo aliquod indecens attribuat aut eidem quod inest inesse 
den^auerit, in vniuersitatis carcere quindecem diebus et noctibus 
continuis detineatur, nullo cibo quam pane, nuUo potu quam 
aqua aut o£Pa simplici vna cum stramineo lecto iumentorum more 
gauisurus, 2"* prorumpens in eam plasphemiam, qua deo attributa 
aut sanctissime humanitatis sue membra crudeliter et impie iu- 
rando aut maledicendo assumpserit, per que non nisi ribaldi iurare 
et maledicere perbibentur vel macht schwerer dicti, is octo diebus 
et noctibus dictis similibus cibo et potu et lecto prefati carceris 



e^ 



1 sc suppoaitum. 2 S. 65, 8 v. u. nach yemalis. 



I 



20. Neue Redaction der Statuten 1500. 105 

cruciari debeat squalore, 3"* qui aliter quam premissum est per 
diuini uostri paluatoris membra iurauerit maledixerit aut malig- 
natus fuerity tribos diebus et noctibua modo premisso carceris 
angostia yeniat affiigendus. 

De pace maiidanda. 

Conelusit vniuersitaa , quod quiuis yniuersitati incorporatus, 
membris eiusdem altercantibus seu alias se molestantibus, ybi ye* 
risimiliter yerbera sequi possint, pacem mandare babeat [f. 53 y]. 

De non accedendo sacrario. 

Item nullus baccalaureus siue Scolaris die festa tempore 
misse in choro circa angulos ad sacristiam yel testudinem du- 
ceutes sese quomodolibet locet sab pena trium denariorum. Nullus 
etiam predictorum sese circa ianuas chori aut in sedile circa 
cancellos post altare parochiale yel primum yel secundum pul- 
pitum in ingressu chori occurrens locet sub pena preexpressa. 
Verum talis circa tertium pulpitum, vbi chorus canere consue- 
uit, stare et canere ymitando tarnen cantum et directionem re- 
gentis poterit. [f. 53 y]. 

De non liberando yinctum incarceratum. 

Quia nostre yniuersitatis supposita eos qui pro delicto et exces- 
sibus ad carcerem per decretum yniuersitatis iudicati sunt, de ma- 
nibus pedellorum preconum aut aliorum huiusmodi incarcerandos 
ducentium eripere et prorsus liberare presumpserunt aut etiam 
emancipare yi de carcere, in quo recludi solent yel iam inclusi sunt, 
ytque suum propositum et intentum efficatius nanciscantur, recu- 
sarunt bursalia exercicia et actus scolasticos solito more audire 
non sine quadam conspiratione etc. Sed quia res ipsa aliqua, si 
non opponatur, maiora incommoda gignere poeset, iocirco alpia 
nostra yniuersitas inhibendum per presentes duxit et prohibet 
sub prestiti iuramenti debito et pena exclusionis perpetue ab 
yniuersitate aut correctionis publice yirgarum duorum seniorum huic 
machinationi interessentium pro tempore, ne buiusmodi temerariis 
ausibus, yt premittitur, quisquam se inmisceat consilium yel 
auxilium prestando [f. 54]. 



106 ^* ^^e Redaction der Statuten 1500. 

De oonfagientibus ad templum. 

Prohibitum sub peaa perpetue exclasionis, nequis nostre yni- 
uersitati iucorporatus quouis modo aliqnem, qui confagit ad eo 
clesiam propter delictum, inde per se vel alium ad aliam ecclesiam 
ducere attemptet siye id fiat tiirmatim aut sine turma vel armis 
[f. 54]. 

De noa edendo libellos famosos. 

Com delinquendi iniuriandiqae occasionem tollere reipublice 
intersit, statuimus et ordinamus: 

Inyiolabiliter perpetuis futuris temporibus sub iurisiurandi 
religione pena periurii ac exclusionis perpetue ab vniaersitate 
obseruari voliiinus, quod uuUus doctor magifiter lieentiatus Scola- 
ris vel quicunque alius nostre iurisdictioni subiectus per se vel 
per alium, directe vel indirecte, quouis colore vel ingenio et nunc 
et infuturum, etiam eo tempore, quo subiectus esse desineret, li- 
bellos tractatus opuscula vel scripta quecunque, qui- 
bus quoquomodo morderi iniuria affici vel alias quomodolibet 
offendi potest quecunque communitas status aut persona quecun- 
que publica vel priuata, scribat pröducat, nee aliis hoc facientibus 
consentiat aut eisdem facientibus intersii Quin ymo omnes talia 
moliri attemptantes nunc et infuturum Rectori protemporedenunciet. 

SimUique pena teneri vult vniuersitas omnem illum, qui clam 
verbo scripto vel facto quomodocunque cuique doctori de vniuer- 
sitatis consilio ezistenti iniuriatur, ad quod etiam vniuersitas ipsa 
specialiter actendi faciet, si qui talium apprehendi possint. Nam 
si a quoquam in sue fidei et honoris dispendium secus attempta- 
tatum fuerit^ aut noctu in edes alicüius proiecerit aut hostium 
stercore fedauerit, libellum famosum affixerit, ant clamores fecerit, 
vniuersitas contra tales tanquam periuros procedere, provt iustum 
fuerit, non omittat, provt aliquando publicatum existit per va- 
luas ecclesie anno 1506. [f. 55.] 

De vestitu. 
Ex ordinatione ülustrissimi Principis. 

Inprimis Bector optimatesque vniuersitatis studeant summa 
ope, ut congruis statutis et mediis cohibeant auditores, ne ut hac^ 



20. Neue Redaetion der Statuten 1500. 107 

tenus nimium lasciuus et dissolutus uideretur eorum habitus et 
simnl incessus, sed honestioris conditionis hominibus conueniens 
et non yilissimo cuique satelliti similis. 

In quo ordinando ytautur discretione mediaque via, non de- 
dinantes ad extrema, faciendo etiam dificrimen int^ facultates. 

Ferant autem in publico non renones sine interulas instar 
yestis ad equitandiun aut iter faciendum parate, sed indumenta 
scolasticorom hone&tati congrua, non scapulis pendentia sed in- 
dnta. Jurium tarnen scolaribus presertim nobilibus et medicina- 
mm anditoribus manicis indni yel non liberum sit, dum tamen 
non fibrata discissaue sit diplois. Magistri antem artium in oi- 
fieiis constituti et qui iurato paupemm stipendio aluntur, omnes- 
qne theologie et philosophie auditores non nisi indutis mani- 
cis incedant, euiuscunque status aut conditionis fuerint. 

Omnes vero in vniuersum a versicoloribus et abscissis vel 
discissis caligis abstineant, liceat tamen super genibus gratia 
commodioris incessus ynam tantum scissuram facere. Si quis 
eusem aut spatam defensionis causa deferre velit, id cuiyis quo- 
qoe permittatur , modo ensis sit mediocris longitudinis et non 
deferatur more militari aut satellitum retro extensus [f. 55 und 
widerholt l 93]. 

Diese Statuten verrathen, an welchen Gebrechen die Universität beim 
Anbruch jenes Jahrhunderts am meisten litt. Manche der Klagen ziehen 
sich bis zur Reformation fort, wie z. B. aus den Nummern 31. 82. 36 unten 
erhellt. Die Sitten der Studenten, die sich von der clericalen Ordnung der 
mittelalterlichen Universität mehr und mehr losmachen, werden nicht blos 
weltlich, sondern verwildem. Der Adel ist unter ihnen immer zahlreicher 
vertreten und bringt nicht ritterliche, sondern eher Landsknechts Sitten 
mit und macht dem Gericht der Universität viele Noth. Die Kleiderord- 
nungen, auf welche man einen besonderen Werth legt, fruchten nichts, 
und die Grundlagen des Unterrichts zerfallen, indem der Gegensatz der 
zwei Wege der Realisten und Modernen zur äusserlichen Parteisache wird. 
Die Bursen suchen sich die zuziehenden gegenseitig abzuspannen und zwar 
mit Mitteln, gegen welche die Universität strenge Strafen androhen muss. 



108 21. Ck>ncee8io delationis Sacramenti 1502. 



21. 

Concessio delatiouis vniuersalis Sacramenti quintis 
feriis per Raimundum legatum. 

1502. 

Raimundus miseratione diuina et S. Mariae nouse, S. Roman» 
Ecclediae Presbyter, Cardmalis Gurcensis, ad yuiuersam Grermaniam 
Daciam Sueciam Norwegiam Frisiam Prossiam omnesque et sin- 
gulas illarum Prouincias Ciuitates terras et loca etiam sacro Ro- 
mano Imperio in ipsa Germania subiecta, ac eis adiacencia, Apo- 
stolicffi sedis de latere l^atus. 

Vniuersis Christi fidelibus pneeentes literas inspectnris Sa- 
lutem in Domino sempitemam. 

Cum sanctissimi a>rporis ac sanguinis Domiui nostri Jesu 
Christi Sacramentum uenerari deceat in terris, ut ipsius sanctis- 
simae passionis memoriam recolentes eiusdem meriti participes 
esse mereamur, Idcirco uotis fidelium ad idem Yenerabile Sacra- 
mentum specialem deuocionem gerentium libenter annuimus Christi 
fidelesque cunctos spiritualibus muneribus, indulgenciis yidelicet 
et remissionibus inuitamus, vt exinde diuinae gratise reddantur ap- 
tiores. Exhibita siquidem nobis ex parte dilectorum in Christo 
Rectoris, Dociorum et Magistrorum Studij generalis Op- 
pidi Tuwingen Constanciensis dioeesis petitio continebat, 
quod in Ecclesia S. Georgii coUegiata eiusdem oppidi quintis 
ferijs, de corpore Christi, nee non ipsius Vniuersitatis ac qua- 
tuor Facultatum eiusdem studij patrouorum uidelicet SS. Am- 
brosij Augustini luonis Lucse et Katheriuaß celebritatum siue fe- 
stiuitatum diebus de eisdem sanctis in altari S. Ambrosii, ac 
etiam alias bis in anno diebus congruis tempore electionis noui 
Rectoris per exponentes ipsos eligendis dua alia missarum officia 
in praedicto vel alio altari eiusdem Ecclesiae solempniter decantari 
instituerunt. Et si illis indulgeretur, quod eisdem quintis ferijs 
Yenerabile Eucharistie Sacramentum publice sine yelamine in 
monstrantia per circuitum Ecclesiae praedictae aut eins Cimiterij 
deferri et sub misse prefate officio in altari detineri possit, pro- 



21. Conoeflfido delationifl Sacramenti 1502. 109 

fecto diuinus cultus non modicam sumeret incrementiun populi- 
que deuotio cresceret. Quare pro parte eorundem exponentiam 
nobis fuit humiliter supplicatum, quatenus ipsis preistum Eucha* 
ristisB Sacramentum deferendi et in altari vt prefertur detiuendi 
licentiam concedere, et tarn processioni qnain huiusmodi ac alia- 
roiu missarum decantationi interessentibus Christi fidelibus indul- 
gentias aliquas elargiri dignaremur. 

Nos igitur qui diuini cultus augmentum summis desideramus 
affectibus, huiusmodi supplicationi inclinati, Rectori Doctoribus 
et Magistris ae Yuiuersitati praedictis, Vt siugulis quintis feriis 
Yenerabile Eueharis tiee Sacramentum sine uelamine 
processionaliter per circuitum Ecclesise S. Georgij prsedicte vel eius 
Cimiterium deferri et in altari sub missae officio publice detineri 
facere possint. Constitutionibus et ordinationibus in Prouincia- 
libus et Sinodalibus editis Concilijs generalibus vel specialibus 
non obstantibus, auctoritate Legationis nostrsB, qua fungimur in 
haC parte, tenore prsßsentium concedimus pariter et indulgemus. 

Et nihilominus cupientes, ut Christi fideles eo ardentiores ad 
dictum Yenerabile Sacramentum adorandum, dictaque officia uisi« 
tanda reddantur, quo ex hoc ibidem dono coelestis gratise uberius 
conspexerint se refectos de omnipotentis Dei misericordia, ac bea- 
torum Petri et Pauli Apostolorum eius auctoritate confisi Omni^ 
bus et singulis utriusque sexus Christi fidelibus prsedictis uere 
poenitentibus et confessis, qui dictae processioni ac Sacramenti 
delationi seu quintis feriis aut SS. Ambrosii Augustini luonis 
Luce vel Eatharine celebritatum siue festiuitatum alijsue duobus 
per Rectorem Vniuersitatemque prsßdictam eligendis diebus, mis- 
sarum decantationi, etiamsi festa ipsa aut eorum aliqua trans- 
ferri, aut si yenerabile Sacramentum modo praedicto scilicet in 
Monstrantia ad praefatum eiusdem officium nee deferri, nee ibi 
detinere contigerit, deuote interAierint et deuotas ad Dominum 
preces fuderint, aut aliquando pro praefato, de corpore Christi 
officio conseruando atque augendo manus porrexerint adiutrices, 
pro singulis diebus praedictis, quibus praemissa fecerint, centum 
dies de iniunctis eis penitentiis misericorditer in Do- 
mino relaxamus praesentibus perpetuis futuris temporibus duraturis. 
Volumus autem quod si aliquae indulgentiae temporales vel per- 
petuae per uos diebus praedictis ad Ecclesiam ipsam concessa sint, 



110 22. Gondnctio Petri Brnni 1508. 

litene qusB de talibus disponunt, quo ad huiusmodi relaxationem, 
nullius sint roboris seu momenti. 

In quorum fidem presentes literas fieri nostrique sigilli ius- 
simus appensione communiri. Datum Ulme Gonstanciensis Dioc. 
Anno incamationis dominicae millesimo quingentesimo secnndo. 
Pont. Sanctissimi in Christo Patris et Domini nostri Alexaudri 
diuina prouidentia Pape Sexti. Anno decimo. 

Raimundufl. 

üniT. Archi? Mh. L 105b. Perg. das Siegel fehlt. 



22. 
Coaductio Petri Bruni, 24. August 1503. 

• 

Uniuersis et singnlis presentium inspectoribus ego Pvtbüb 
BauN de Kirchen saere theologie licentiAtos notnm esse volo per 
easdem ac recognosco et proüteor verum esse, quod ego per exi- 
mios spectabiles ei yenerabiies viros dominos Bectorem Gancella- 
rium Doctores et Magistros ex ordinatione quondam Illustris prin- 
cipiv Eberhardi ad hoc deputatos ad legendum et docendum quoad 
vixero publice in sacra theologia in scolis eorundem facul- 
tatis et yniuersitatis singulis temporibus, quibus in facultate 
theologica iuxta ordinationem tarn quondam Illustris principis 
quam yniuersitatis et facultatis earundem legi consuetum fnerit 
et debitum, assumptus sum condnctus solenniter et ordinatus. 

Hac interueniente condictione, quod ipsa vniuersitas, doctores 
et magistri eam representaates et eorum successores, mihi sin- 
gulis annis quoad vixero et in vno quoque eorundem salarii no- 
mine quinquaginta fiorenos Bhenenses bonos et legales dare sol- 
uere et effectualiter assignare deberet ac teneretur absque meis 
damno et sumptibus et expensis. Ita tarnen quod si alteri quarto 
de via alia maius Stipendium dari contingeret, quod etiam tan- 
tundem mihi assignari teneantur. Etiam si Ordinarius haben« 
centum de via mea cederet vel decederet, quod eidem succedere 
in Omnibus habeam facultatem liberam, propter quod ad reci- 



22. Condueüo Petri Bruni 1503. 111 

pienda iusignia doctoralia in theologia [procedaui], cum solium 
habere possem aut alias commode fieri posset. 

Atque me ad continuam personalem rcsidentiam obli- 
gaui ordinationemque in premissis tarn Illustris domini nostri 
quam yniuersitatis et facultatis predictorum de modo legendi et 
alias per omnia, prout nostram theolc^icam facultatem concernit, 
ac obedientia qua secundum statum meum generali capitulo cle- 
ricorum secularium vite communis Almanie alte obligor in 
Omnibus semper saluis. 

Pro cuius rei firmiori subsistentia ego Petrus Bron prefatus 
ordinationem conductionem et assumptionem predictas presentibus 
sponte et libere duxi acceptandas, cuius intuitu ad omnium et 
singulorum premissorum ac aliorum in literis conductionis mihi 
per dictam Yniuersitatem traditis comprehensorom executionem 
et obseruantiam firmas et inviolabiles me astringo et Obligo, ac 
iurisdictioni et coerctioni omnium et singularum curiarum eccle- 
siasticarum, quoad ea, me subijcere volendo, monita ac precepta 
ac Processus curiarum huiusmodi et iuditium eorundem de obser- 
uandis premissis recipere teuere et eis fideliter parere, ab illis 
non prouocare, nee ipsam seu ipsos supplicatione vel in integrum 
restitutione Tel reductione ad arbitrium boui viri aut alia qna- 
ctunque causa repugnare, sed per tales iudices et mandata eorun- 
dem ligari cogi et compelli usque ad plenam premissorum obser- 
uationem, promittens nibilomiuus bona fide nomine sacramenti 
conductus et assumptus predicta et alia memorata me rata et 
grata habiturum perpetuo atque firmas et firma, nee contra ea 
in toto yel in parte facere vel contrauenire ex quacunque causa 
per me vel alium seu alios iure Tel hcto publice vel occulte di- 
recte vel indirecte quouis quesito ingenio vel colore neque con- 
trafacere volenti aliquatenus cousentire aut consilium auxilium 
vel opem prestare, nil contrarium vndecumque impetrare, per me 
vel alium impetratis vel impetrandis quomodolibet vti et specta- 
liter non tolerare per me vel alium vel alios publice vel occulte 
directe vel indirecte quouis quesito ingenio vel colore, vt a meis su- 
perioribus reuocer a lectione prefata, sub prestiti iuramenti debito. 

Renuntians etiam sponte in biis omnibus ac circa ea excep- 
tioni doli mali metus et coactionis cuiusuis in factum actionis 
et condictionis indebiti et sine causa, beneficio restitutionis in 



112 22. Conductio Petri Bnmi 1508. 

iDtegrmn ob quaincunque causam literis graciis priuilegiis statu- 
tis constitutionibos consnetadiDibus publicis et priuatis actionibus 
exceptionibus beaeficiis et defensionibus iuris yel facti scripti et 
non scripti canonici vel ciuilis consuetudinalis et municipalis, 
omnique alii auxilio iuris vel facti, quorum pretextu contra 
premissa iuyari yel quomodolibet facere possem yel reniti, dolo 
et fraude semotis. 

In quorum fidem et testimonium omnium et singulorum pre-* 
missorum literas presentes sigilli subappensione tarn spectabi- 
lium quam honorabilium yirorum dominorum prepositi quam ca- 
pituli ecclesie collegiate in Yrach communiter yiuentium et in 
et ad premissa consensum eorum liberum prestantium et singula 
ea gratificantium obtinui communitas. 

Datum anno Domini MDIII die 22, [24J Augusti, in quam 
festum Barth, mr. incidit, indictione sexta. 

Liber oonductionum in üniy. Archiy Fach V, 13. Peter Brun oder 
Braun von Kirchheim am Neckar, geb. 1463 inscribiert in Tübingen 2^. 
Apr. 1488, wird Magister 1492, principiavit in cursum bibliae 1489, in sen- 
tentias 1501 , erhält die licentia 1502 und die insignia magistralia in der 
Theologie 1504. Zur Zeit seiner Berufung ist er Propst ad S. Petrum in 
sylva Schainbuch — Stift Einsiedel — bekleidet in der Folge neun Mal 
das Bectorat, zuletzt im Sommer 1534, wird aber auch nach der Reforma- 
tion, mit welcher er sich nie ganz aussöhnte, vielfach in Geschäften der 
Universität selbst bei Hof und Regierung gebraucht. Sein Grabstein sagt: 
cum rarissimo quodam exemplo vitse annos ad nonaginta firma semper 
valetudine et pie et innocue produxisset , anno tandem 1553 M. Febr. d. 
8. vita defunctus est. Schnorrer Erl. 300. Banmhawer Inscr. mon. 0. 2. 
Der vorstehende Revers und die folgenden Actenstücke über JacobLemp 
zeigen die eigenthümliche Form damaliger Anstellungen. 



23. Anstellung des Jacob Lemp 1509. 113 

23. 

Anstellung des Jacob Lemp 1509. 

A. D. 1500 secunda die M. Septembris fuit conductus lu- 
signis vir Jacobus Lemp sacrorum canonum atque theologie doc- 
tor ab illis quorum interest in locum quarti theologi vie realiiim 
ad secundam lecturam theologie vie sue modo et forma ut se- 
quitur, scilicet at ipse ultra suam condactionem antiquam qua 
conductus est pro centum florenorum stipendio loco D. Consabi 
SuMEXHART bonc mcmoric etiam providere debeat secundam lec- 
turam vie sue pro quinquaginta fiorenis juxta mentionem et con- 
tineutiam literarum 111. Principis nostri, quarum tenor infra te- 
netur hoc adjecto, ut durante illa conductione ad secundam lec- 
turam ipse loco secundi theologi vie sue superiuteudentem habeat 
eximium dominiuTn D. Caspar Forestarii ex Kirchen ad hoc 
ordinatum et deputatum, qui etium celebrandris electionibus, qui- 
bus secundus theologus vie sue interesse et vocem prestare habe- 
ret, loco illius dictus D. Caspar eisdem interesse et vocem prestare 
debebit, si tarnen alias ex sua conductione hoc sibi non competat, 
aiioquin ubi ipse alias haberet interesse, tunc eo casu secundus 
theologus vie moderne exire habebit, ita quod tunc dumtaxat duo 
assint theologi, de qualibet via uuus, quorum vota computentur, 
et iJem observari in convocationibus et tractationibus universi- 
tatis, ubi negotia tractantur, que vias respicerent, ut sicut ine- 
qualitas öccasio litium et turpationum, ita equalitas pacis sit vo- 
trix ' et amicitie. 

Obtulit se denique prefatus dominus D. Jacobus, ut si eum 
durante illa conductione ad secundam lecturam infirmitate gra- 
vare contigerit, propter quam dicte lectioni preesse minime va- 
leret, quod tunc quinquaginta, quos occasioue secunde lecture in 
theologia haberet, nihil penitus levare velit. Sed placuit illi ut 
in eventum talem isti quinquaginta uni alteri de sua via assig- 
nentur doctori Vel licentiato , qui huic lecture presit si haberi 
potest, quod si talis haberi non posset, attamen Baccalaureus. ali- 
quis in theologia vel magister vie sue, quem ipse ad hoc ido- 



1 fotrix. 
Urknndcn der U. Tobingen, 8 



114 23. Anstellxmg des Jacob Lemp 1509. 

nenrn judicaverit, tunc Uli universitas de Ulis quinquagiuta re- 
spondeat, quatenus talis per horam in die coustituto ceteris ma- 
l^istris lectionem faciat, donec qualifieatus accesserit. Voluit tarnen 
predictus doctor Jacobus, ut eessante infirmitate ipse facultatem 
redeundi ad dictam lecturam habeat, dummodo conductio liuius- 
modi faerit, alias non habuerit. 

Noluit etiam per faanc secundam conduetioneni ei nequaquam 
prejudicari, quoniam si ante illam secundam conduetioneni jns habu- 
erit aliquid, propter quod universitas vel iUi quorum intercst eura 
invitum retinere non potuissent, hoc ipsum illesum esse nee eidem 
in aliquo renuntiare voluit. Quam obligationem et reservationem 
Uli quorum interest acceptanmt et approbaverunt , incipiendo in 
angaria crucis anno 1509. 

Sequuntur litere principis uostri, de quibus supra mentio 
est facta. 

Ulrich von gottes gnaden hertzog zu Wirtenberg und zu 
Teck Grave zu Mumppelgart u. s. w. 

Unsern gunstigen grüß zuvor würdigen hoch und wolgelerten 
ersamen und lieben getruwen, wir werden bericht wie der hoch- 
gelert unser sonder lieber Doctor Jacobus Lemp nachsteller hab, 
die zu ansehung siner kuust und geschicklichait in von euch zu 
inen zuziehen understanden, diwil wir dan gedachten D. Jacoben 
mit sondern gnaden wol genaigt und umb siner 1er und geschick- 
lichait in unserer universitet mit lust und willen gern sehen und 
behalten wollen, und aber der Realisten halb er alleiu, das so 
zwayen solt zusten, fürsehen mag und mangel an ainer person 
desselben wegß ist, auch der, so darzu geschigt, umb solich Sti- 
pendium nit mag wol zuwegen bracht werden wie das augen- 
schinlich sich anzögt, desshalb unser gnedig ansenneu und ernst- 
lich begeren, diwil in der hailigen geschrifft gedachter D. Jacob 
hoch berümpt und für ander die zu lern geschickt, Jr wollet von 
gemainer universitet das Stipendium, so sein ander gesell des- 
selben wegß solt haben, im gantz zu ordnen, doch das er darum 
das versehe, das der selb, wa der engegen wfere, schuldig zu 
thuu ist. 

Dann es sieht uns an, wa gschickt glertberümpt 
lüt by euch weren,* die dann uns und unserer uni- 
versitet zu lob eren und guten geschray dienen 



23. Anstellung des Jacob Lemp 1509. 115 

mögen, die selben zu behalten, die wir auch mit 
gnaden zu furderu wol geneigt sind. Zudem sieht 
uns für gut nutz und fruchbar an, das wenig per- 
son und für ander giert und geschickt, die andern 
mögen lern, mit guten Stipendia fursehung haben, 
dann vil personen, so nit also geschigt, zu under- 
h al t en. 

Und wie es itzo uflf der Realisten syten gehalten, das hinfür 
uft der modernen, so es zu dem fal kompt, der gestalt werde 
gehalten , und mocht für gantz gut by uns angesehen werden, 
das all weg zwen dapffer hochgelert und wolgeschickt Theologie 
doctores für ander berümpt und solichs gnad haben ander zu 
lern, gehalten werden und denen bayden sovil gegeben, alß ietzo 
vier haben sollen und das ir yder alle tag ain letzen oder ain 
stund resumiren were und sonst mit dem und disputieren försehen 
wie sich geburt. 

Das wollen von uns gnediger und guter maynung versten 
und dar zu helffen und fürdern, und mit D. Lempen wie obstet 
förgeen. Das alles wie oblut wir uns gentzlich zu euch und 
dhains abschlags versehen , dan es unser ernstlich mainung ist. 
Das wollen wir zu aller zyt gegen gemayner Universität mit 
gnaden erkennen. Datum Stuttgart Samstag nach Bartholomei 
A. D. 1509. 

Liber couductionum im Univ. Archiv V, 1 3. J. L e m p aus Steinheim 
bei Marbach wird intituliert am 2. Mai 1483, baccalaureus im folgenden 
December, Magister 1486, Decan der Artisten 14P4. In der theologischen 
Facultät empfängt er insignia magistralia 7. Juli 1500 zugleich mit Jo- 
hannes Staupitz und ist lange Zeit der angesehenste unter den Tü- 
binger Theologen. Er stirbt am 2. April 1532, ohne eine literarische Lei- 
stung zu hinterlassen. Moser Vit» 45. Schnurrer Erl. 205. Heyd, Ulrich 
1, 220. Melanchthon 23. 



8 



116 24. Anbringen der Universität 1510. 



24. 

Anbringen der Universität beim Herzog über 

1. Verwendung der Juristen beim Hofgericht usw. 

2. Freilassung des Donnerstags für die Juristen. 

3. Lebenslängliche Anstellung der Lehrer, 

etwa 1510. 

Durchleuchtiger hochgeborner fürst gnediger her E. f. gnad 
haben hieuor offtennaln etlich der vniuersitet ordinarieu vnd le- 
gen ten schriben lassen, das sy mit andern E. f. gnaden hoffirich- 
tem vnd bysytzern derselbigen hofgericht bysytzen vnd han- 
deln helflfen sollen , neben dem eruordern E. f. gnaden ye zu 
Zeiten, dan in yrer gnaden eigen gescheiten, dan Derselbigen 
Ehemen nachpuren lehenleuten dienern vnd vnderthonen Sachen 
vnd hendeln gemelter vniuersitet doctor, zu riten zu raten vnd zu 
reden. Wie wol nun wir all sampt vnd sonder E. f. gnaden in 
allem dem so Denselbigen zu Eer nutz vnd wolfart raychen mag, 
in aller vnderthenickait vnd gehorsamy zu dienen willig syend, 
noch dann begegnet gemelter vniuersitet vß obenerzelten sachen 
allerlay vnkomenlicheit. 

Wan anfangs lassen E. f. gnaden zu dem hoffgericht be- 
schriben, etlich Ordinarien vnd legenten der vniuersitet, die lut 
derselbigen vniuersitet stifiPbung fundation auch der Ordination von 
wylund dem durchleuchtigeu hochgeporenen forsten vnd heren 
heren Eberharten hertzogen zu Wirtenberg vnd Theck vnserm 
gnedigeu patron loblicher gedechtuuß vffgericht, tiiglich zu lesen 
vnd den schulern mit ernst vor zu sein, schuldig siend. Wa nun 
die gedachten doctores den gantzen tag vsserhalb der stund darin 
sie lesen , in E. gnaden hoffgericht sitzen , mögen die gemelten 
doctor quemlich mit vlyß vnd nutz nach vermög der vniuersitet 
fundation, wie sich zu thon geptirt, nit leren. Daruß dan sich' 
die schuler beclageu vnd der vniuersitet vß gemeltem vnflyß nach- 
tayl erwachset. Etlich der beschriben doctores mögen kranckhait 
halb yrer lib die bayde, nemlich E. gnaden hoffgericht vnd lec- 
tur nit versehen, besonder lassend die selben yr lection vugclesen. 



24. Anbringen der Universität 1510. 117 

vnd enpfahen nichtz weniger von der vniuersitet yren sold, aber- 
maln zu schaden der schuler vnd vniuersitet. 

Am andern so stet in gedachter vniuersitet obgemelter stiflF- 
tung vnd Ordination , die wir all ze halten zu den hayligen ge- 
schworn haben , begriffen , wa ain doctor der vniuersitet in der 
herschafft geschefften ain kurtze zeit vßryt, das Er nichts weniger 
sein lectur mit ainem andern doctor zu lesen versehen soll, lut 
des ar tickeis hir byligend *. Des beschweren sich aber obenge- 
dacht doctores, so in E. f. gnaden vnd derselbigen Ehemen die- 
nern vnd vnderthonen oder lehenleuten sachen zu ryten zu raten 
eruordert werden, vermaynend die wil sie von E. f. gnaden kain 
sold haben , vnd zu dem mern vnd offtermaln auch von dienen 
sie bystand thund, kain vererung enpfahen, vnbillich sein, das 
sie vffyren costen an yre lecturen andere doctores besolden 
sollen. Daruß erwachsset dan, das aintweder gedacht lecturen 
mitler zyt vnuersehen steend oder die vniuersitet muß dieselbigen 
vff yren costen lessen lassen vnd nicht weniger den vßrytenden 
doctorn yren sold geben. 

Die wil nun gnediger fürst vnd her E. f. gnaden vniuersitet 
yres flyßigen lesens vnd trewen lerens (on rom zu schriben) vor 
andern teutscher nation schulen vyl jar berömbt worden ist, daß 
auch in gemelter vniuersitet vsserhalb der lessenden etwo doctor 
licentiaten auch ander geschigt vnd togenlich personen zu E. f. 
gnaden hoffgericht zu vberkomen siend, vnd wir dytz vngelegen- 
hait der vniuersitet dhainer andern gestalt dan vndertheniger 
getreuwer raaynung vß schuldiger pflicht auch uotturfft anzögen, 
vns damit dhains wegs E. gnaden dieustparckait zu enziehen, 
müw vlyß oder arbait zu fliehen, sonder allain E. f. gnaden vnd 
der vniuersitet nutz vnd fruraen zu furdern, lut vnser pflicht. 
So ist anfangs vnser gantz vnderthenig vlyßig bit E. f. gnaden 
geruchen vnd wollen gnediglich hinfuro zu Der selbigen hoff- 
gericht doctores licentiaten vnd magistros, die nicht lesen, 
verordnen. 

Vnd nicht destweniger syend wir vrbüttig, wa groß vnd 
dapfer hendel an gemelten E. f. gnaden hoffgericht fürfallen, in 
denselbigen vff deä hoffrichters eruordem , nach vnserm besten 



1 S. oben S. 85, 2 v. u. bis 86, 5. 



118 24' Anbringen der Universität 15lO. 

verstand zu ratteu. Wa aber E. f. gnaden dytz ynser bit ye 
nicht gefallig sein wölt, das den E. gnaden die doctores vß der 
vniuersitet beschriben Hesse, so gesehicklichait yrer lyb vnd ge- 
sonds, bayde, nemlich das hoffgericht vnd yr lectur ver- 
sehen mögen. Vnd wellicher di»ctor by siner trewen an aydes 
stat betheuren wölt oder möcht, das er inen bayden nit vor sein 
möcht, damit dan die lectiones versehen, von den schalem 
vnd andern der vniuersitet dhaiu vnflyß im lesen zugelegt wer- 
den möcht, das E. f. gnaden denselbigen doctor gnediglich ruwen 
viid sein lectur versehen lassen wollen. 

Am andern ist vnser vnderthenig vlyssig bit E. f. gnaden 
wollen der vniuersitet personen mit dem vÜryten in andern 
dan in E. gnaden aigin geschefften vnd Sachen gnedig- 
lich verschonen, vnd so uil E. gnaden lidenlich sie yr lectur ver- 
sehen lassen, dar zu der vniuersitet stifftung fundation Ordination 
artickel neben vns gnediglich nachuolgender gestalt erklären: 
wöllicher bestölter der vniuersitet in E. f. gnaden aigin ge- 
schefften vßryttender sich zu söllichen vßrytfcen zu verordnen, 
weder in gemayn noch insonder , gefurdert ' , auch dhaiuen sold 
von E. gnaden hat , das dan die vniuersitet' demselbigen doctor 
sinensold geben, vnd mitler zeit vffyren kosten des ab- 
wesenden doctors lectur versehen solle. Welicher aber nit in 
E. f. gnaden Intern aigin geschefften vnd sachen, sonder dersel- 
bigen lehenleuten dienern oder vnderthonen von E. 
f. gnaden geayschen wird, wa dan derselbig doctor zu zyteu, als 
die vniuersitet yr besoldung vßtaylt, by sinem ayd der vniuer- 
sitet geschworn, sagen mög, das er von sollichem ryt nit souil 
besoldung schenckin vererung oder gab empfangen hab, als er 
mitlerzit an sinem sold versumpt hat, lut der Ordination, als dan 
sol im die vniuersitet auch dasselbig oder vberig er- 
statten vnd mitler zit die lectur vflF yren costen versehen. 
Möchte aber der doctor söllichen ayd nit thun , das er schuldig 
sein solt, mitler zyt sines vßplibens vff sinen costen die lectur 
zu uersehen, lut der Ordination. Damit wirde E. f. gnaden in 
yren geschefften nicht benomen vnd dan noch die vniuersitet auch 
ihre vßrytende doctor in yren gewysny ynd besoldung , vnange- 



1 sich erboten. 



24. Anbringen der Universität 1510. 119 

sehen obeiigemelter vniuersitet stifftung vnd ordioatlou artiekel, 
zu ruwen gestölt. 

Verrer gnediger fürst ynd her zaigen wir E. f. gnaden 
in vnderthenickait an : wie wol obengemelte Ordination vß wysset, 
das die Juristen alle tag zu lesen schuldig siend, vßgenomen 
die yaeantz vnd den dornstag, so verr anders die woch an 
jT selbs gantz ist, noch dan die wyl sollich taglich lesen gemel- 
ten Juristen sonderlich beschwerlich ist, sie an yren krefften hoch 
erschöpffet, viluelticklich neben andern mit der vniuersitet ge- 
sche£Ften beladen siend , vnd dieselbigen vßzufureu verbunden 
werden, vnd dan die doctores der hayligen geschrifft 
vß vermög der erstgedachten stifftung all samstag feyr vnd 
festum haben, vnangesehen das ain anderer fiertag in derselben 
Wochen einfeit, in betrachtung der artisten disputation: damit 
dan glichformickait gehalten werde vnd gedacht Juristen 
dester statlicher der vniuersitet geschefften obligen vnd sich yrer 
kreflFten erholen mögen, darzu die wyl es vber sieben oder acht 
tag ongefarlich ain gantz jar nit betrylBPt, haben wir inen vflF yr 
sonder bit so vil an vns ist gegundet , das sy , des glychen die 
artzet, den dornstag für ain stetten feyrtag haben, 
die woch sey an yr selbs gantz oder nit. 

Nachdem wir aber sollichs on E. f. gnaden gnedigst ver- 
gunden nichts krefftentglich zethun haben, bytten wir sampt ge- 
melter Juristen vnd artzet facalteten, E. f. gnaden wollen gne- 
diglichen in ditz klein nachlassen gehöllen \ damit die Juristen 
sonderlichen yrer vilueltigen täglicher müw doch etwas ringerung 
one nachtayl der vniuersitet vnd schuler enpfahen. 

Alß dan E. f. gnaden hieuor zu mermaln an vns gnedig- 
lich gesonnen haben etlich legenten der vniuersitet vff yre 
lecturen zu perpetuieren vnd yr leben lang zu bestöllen 
u. s. w., weren wir vnd siendt wie obenangezögt woll willig vnd 
in vnderthenickeyt geneigt E. f. gnaden in allen vns treglich 
vnd leidenlichen Sachen zu wilfarn, aber vnsers Verstands wyl zu 
dysen zeiten weder nutz noch gelegenhait der vniuersitet erleydeu 
ymants zu perpetuieren, vnd das vs vyl vnd mangerlay vrsachen, 
die wir jetzomaln all zu erzelen vnderlassen, vnd doch sonder- 



1 gehellen d. i. einstimmen. 



120 24. Anbringen der Universität. 1510. 

lieh vs dem, das etlich lectureii erayschen in yreii gelegenhait \ 
das inen mit gutem ernst vnd vlyß gewarttet werde, sunst haben 
die legenten derselbigen wenig oder gar kain schaler. Wa dan 
die legenten yr leben lang daruff bestölt werden , beten sy vil 
destweniger acht vmb vnd vfF die schüler. Wa sie die legenten 
anch darnach gar kain schuler horte, geng inen dannoch nicht 
an yrem sold ab. 

Neben dem haben wir etlich, für die E. f. gnaden sie yr 
leben lang zu bestellen geschriben, vß anzögung vnser vnge- 
legenhait, mit yrem guten willen zu frid vnd zu ruwen gestölt, 
auch von yrem begern abgewendt. Zu dem siendt noch etwa 
menig personen im gleichen fal mit denen, für die E. f. gnaden 
ye zu zyten geschriben haben, stönd, die sollich bestallung auch 
begern vnd begern möchten , nit allain in der Juristen sonder 
auch andern faculteten , denen wir es mit fugen nit versagen 
möchten noch kunten. Solten vrir dan in allen faculteten die 
legenten perpetuieren , haben E. f. gnaden gnediglichen zu be- 
dencken was nachtayl gemayner Ewer gnaden vuiuersitet daruß 
entstiend^. 

Verner haben wir vns by3 hieher gegen den bestölten 
der vuiuersitet also gehalten, das niemants on sonderlich mörck- 
lich vnd treffentlich verschulden abgesetzt oder von den lec- 
turen gestossen worden ist, deshalben ain yeder bestölter von der 
vuiuersitet perpetuiert sein geacht werden mag , bittende dem- 
nach vndertheniglich , E. f. gnaden wollen yrer gnaden vuiuer- 
sitet gnediglich bedencken, vns die lecturen der gestalt versehen 
vnd darzu mit der mas vnd form bestöUen lassen, das wir in 
den bestallungen vnd perpetuationen am aller nesten bey der ge- 
schwornen Ordination vnd stifftung beleyben vnd derselbigen ge- 
meß handeln mögen. Wollen wir vns dannocht in dem allem 
viiderthenicklich vnd vnuerwyssentlichen ^ gegen E. f. gnaden 
vnd also halten, das E. f. gnaden des ain gnedig wolgefallen 
enpfahen wirdet. 

Zu letst haben wir etlich andere klain Satzungen vnd 
ercklerung derselbigen och der Ordination fiirgenomen, wie ain 
yeder bestölter in enpfahung sines soldes, auch der appellant der 



1 nach ihrer beschaffenheit. 2 tadellos. 



25. Satzungen über das Borgen an Studenten 1516. 121 

vou aiu8 Rectors vrlayl appelliert sich halten sol vnd anders be- 
trefFende zu handthaben der Ordination dienend, die wir vmb 
kurtadn willen hie in dytz supplication einzulejben vnderlassen, 
bittende doch vns des selbigen gnediglieh zuuergunstigen. 

Vnd die wyl wir in dysem allem E. f. gnaden vnd gemayner 
vniuersitet eer vnd nutz suchen, so bitten wir abermaln E. f. 
gnaden wollen sich gnediglieh gegen yrer gnaden vniuersitet vnd 
vns erzögen vnd wie byüher beuolhen haben. Das begem wir 
vmb Dieselbige E. f. gnaden , die der almechtig got in langwi- 
riger vnd fridlicher regierung vffenthalten wolle, mit vnsern vn- 
gesparten hochgevlyssen vnd willigen diensten zuuerdieneu. Gne- 
dig antwurt bittende vnd warttendt 
Ewer fürstlichen gnaden 

vnderthenig gehorsam vnd willig 
Rector Cantzler vnd Regenten 
Ewer gnaden vniuersitet zu Tu- 
bingen. 

Coneept ohne Datum etwa 1500. Registratur des K. Consistoriums. — 
Das fürstliche Hofgericht hat erst 1514 seinen bleibenden Sitz in Tü- 
bingen bekommen, nachdem dasselbe früher in der Regel am jeweiligen 
Aufenthaltsort des Landesherrn und seiner Räthe, in Stuttgart, Urach 
(1480) usw. zusammenberufen wurde. 



25. 



Satzungen über das Borgen an Studenten 1516. 

Herzog Ulrich genehmigt die zugesandten furgenomen Ord- 
nungen vnd Satzungen mit Schreiben an Universität, Verweser 
des vogtampts vnd Richter zu Tuwingen d. d. Stutgart Sontag 
nach conversionis Pauli [27. Jan.] a. 1516. 

Vnd sigen diss nachgeschriben die Satzungen: 

Item zufürkomen nachred, so uss vilueltigem verthon mit 
der Vniuersitet verwanten hie zu Tuwingen geschieht, wirt diss 
nachuolgen mass angezögt. 

Item das kain Inwoner diser stat Tuwingen verwanter ettwas 



122 25. Satzungen über das Borgen an Studenten 1516. 

kauffmans schätz war essen trincken niclitzit vsgenomen , vber 
vnd ueben dem ordenlichen Tisch, gebe vber ain gülden vff 
borgs ainem Studenten dyser vniuersitet verwanten, vssgenomen 
Grauen Pryen Doctor Thumbherren vnd maister, die ämpter haben 
in der artisten facultet, disen mag man vfF borg geben. 

By pen vnd straff das sollich vssgeborgt gelt vber ain gül- 
den verlorn sin vnd der student nit zu bezaln schuldig sin 
soll vnd darzu der sälbig lay geben III lib. vnserm gnädigen 
herm. 

Es soll ouch hiewider kain trug gefar oder fundt furgenomen 
durch lihen oder burgschafft wie es genant mocht werden, dar- 
mit hie wider gehandelt möcht werden. 

Nämlich dehain in woner Tuwingen durch sich selbs oder 
andere wissenlich von sinen wegen machen birgen anniemen oder 
verdingen ' soll mit aim Studenten wie ob, das sollich som gelts 
uff borgs geben vber ain gülden im bezalt werd, oder darumb 
mit fremden gerichten für nemen , by sinem des layen ayd vn- 
serm gnedigen herrn gethon. 

Ob aber dis Studenten vater mutter pfl^er oder so in den 
Studenten verlögten *, ain doctor coUegiat oder Conuentor, so der 
Student von sinen Eltern emphoUen ist, nämlichen mit vssdruck- 
ten Worten erlaupten vnd haissen ain Studenten vff borg vber 
ain guldin zegeben vnd zeborgen, sol der lay vnd inwoner zu 
Tuwingen zu tun macht haben , doch nit vber den gehaiss der 
Elter, wie ob, im beschenhen by pen wie nechst ob gehört ist. 
Diesem voran geht folgender Eintrag: 
Es sol iemand keinem studienten ain wauffen wör oder 
harnasch lychen noch sin hussgesind lychen laussen , by ver- 
bot vnsers Gn. H. eins clainen freffels. 

och sol iemand durch sich selbis oder sin hussgesind kainem 
studienten sin aigen wauffen wör noch hamassz behalten oder 
behalten laussen by gebot ains clainen freffels. 

ain ieder sol wissen, daß er kainem studienten der ain zucht- 
maister oder sust ainen obern hat dem er beuolhen ist, nichtzit 
borgen sol, es sig an essen trincken oder andern köffen, dann 



1 bürgen gutsagen oder versprechen. 2 welche seinen des Studenten 
unterhalt bestreiten. 



20. Ordinatio de viditis 1518. 123 

mit wissen desselben sins obern, by boröbung siner schuld, dann 
man im vor der vniuersität kein recht ergeen laussen wurdet, 
vß Verordnung vnsers Gn. Herrn. 

Tübinger Stadtregistratur Band 48. 



26. 

Ordinatio de viduis orphanis et pupillis, qui sunt a 
personis univei'sitatis per mortem relicti. 

Item wir setzen ordnen vnd wollen, das hinlüro zu öwigeu 
Zyten , waß erbiall gefallen oder sich be^ben zu Tübingen one 
testiert vnd sunder gemecht von persouen so der Vniuersitet vn- 
derwürfilich, zugehörig vnd allda hushablich wonung zu latin 
domicilium haben, das dan sollich erbfäll, vsserhalb desihenigen 
so verdingt ist, sollen vererbt, gethaylt vnd gehalten werden 
i^lycherwyß nach vßwysung vermög vnd inhalt der gewonhait 
vnd Statrecht zu Tübingen, so die Layen zwuschen inen halten 
vnd insunderhaitt , wiewol das Aigenthum in den verfangen 
gütter by dem vberblibnen Egemecht Vatter oder Mutter ist, 
auch sin soll, doch sollich Verfangenschaft nit macht haben 
zuverendern oder beschwern one beschenung Eehaftiger vrsach, 
von gemeiner Vniuersitet erkent vnd zugelassen. 

Item so ainer der Vniuersitet verwandt wie ob es sy frow 
oder man , von dem andern mit tod abget , vnd Kinder hindcr 
inen verlassen, soll das vberblyben Eegemecht innerhalb zwayen 
Monaten den nesten von zyten des abgestorben Eegemechts tod 
za rechnen erschinen vor ainem Rector vnd synen Bysitzem an- 
geben vnd lassen inschriben alle sine ligende gütter Rent Zynß 
etc. so dan verfangen sind, deßglychen och schulden, so noch 
onebe^ialt daruff vCstienden, by pen zehen gülden der Vniuersitet 
zegeben vnd nichtzig destermiuder schuldig sin zethon hernach 
'wie vor. 

Item Wan ains der Vniuersitet verwandt wie ob, mit tod 
abget vnd Kinder hinder im verlasset. Sollen die Kinder souer 
sie gut haben, vsserhalb der verfangenschaft oder anvallet, 



124 2<3. Ordinatio de viduis 1518. 

desglycben wan die Kinder, weder jr recht vatter oder mutter 
hetten, verpflegt werden von zwaien etlichen togentlichen man- 
nern, von der vniuersitet darzu erkiest, wöUehe im anfang yres 
amptes geben sollen dem Rector yr trew, den Kindern Pfleg- 
schaft treulich zuuerwalten, vnd sollen die alten vberblyben Ee- 
gemecht , desgleichen och kind sollicher verpflegschaft sich nit 
widern By pen verlierung aller fryhait der Vniuersitet. 

Item, wüUche von der Vniuersitet zu pflegem als ob er- 
wölt, sollen schuldig sin anzenemen , So aber derselbig also er- 
wölt sollichs anzenemen sich widerte soll zu pen geben der Vni- 
uersitet vier gülden vnd alsdan ain ander erkiest werden glycher- 
wyß wie zeuor anzegt, oder aber redlich vrsach anzögen, So von 
gantzer Vniuersitet für gnugsam erkent würdt, warum er dyß 
pflegschafft anzenemen «nit schuldig sy. 

Item es solle och ain yeder kinds pfleger by pen ains gul- 
dins , wie ob, ains Jars ainmal widerrechnung zethon * in acht^ 
tagen nach walpurgis ainem Rector vnd Bysitzern , wöliche sol- 
lich rechnung vnd Continuation in der Pflegschaft macht haben 
zubestetigen oder hindersich zubringen an die Vniuersitet hierin 
ze handien nach yrera gut beduncken. 

Item Wa ain Witfraw oder Kind von ainem der Vniuer- 
sitet verwandt, als ob, verlassen würde anzogen, oder mer vnd 
wyter beschwert würde mit steuren, Schätzungen, hylfgelt, Fro- 
nen oder andern Beschwerden von der Stat Tübingen dan in 
leben des abgestorbnen Studenten bschehen , sol die Vniuersitet 
inen souer sie begeren by der Vniuersitet zubeliben, sollich nu- 
werung vnd beschwerden zegeben verbietten , vnd daruor sie 
auch vff der Vniuersitet costen beschirmen schuldig sin, causam 
Vniuersitatis hierin zemacheu, Diewil die Vniuersitet hierin in 
Graft gemains Rechten grund ouch fryhait vnd in quasi posses- 
sion ist. Approbatum per totam Vniuersitatem feria sexta post 
Cathedra Petri Anno 1518. 

Univ. Arch. Fach VI, 21 Papier und eine spätere Copie Mh. I, r2a. 
Pergament. Eisenlohr 83. ^ 



1 In einer Abschrift ohne datum VI, 18: zu thuu, in VI, 20: zuchen. 
Offenbar fehlen die Worte: schuldig sin. 



^. Bestätigung der Privilegien 1520. 125 



27. 

Bestätigung der Privilegien durch den Statthalter 

Karls V 

vom 9. März 1520. 

Wir Maximilian von Bekgfn Her zu Sibenbergen Römiscber 
vnd Hyspanischer K. Maiestat vnsers allergnedigsten Hern Bott- 
scbaft in teutschen Landen Bekennen vnd tbuen kunt mit di- 
sem brieue: 

Alls zuuergangner zyt von dem hochgebomen Fürsten Hern 
Ebebhabtbn Hertzogen zu Wirttemberg vnd Deck Grauen zu 
Mümpelgart etc. dem Elltern löblicher gedechtnuss aiu gemain 
hohe schule vnd vniuersitet in der statt Tuwingen gestifft 
vnd vfFgericht, die dann von dem hailligen Stul zu Rom mit 
Bäpstlicher vnd volkomenlicher försenhung begabt, vnd vou. Kay- 
serlicher Maiestat hochloblicher gedechtnus confirmiert, dartzu 
mit gnug nottürftigen gepürlichen vnd erbern Statuten zuhallten 
angesenhen Auch daruff durch benannten Hertzog Eberharten 
sonderlich gnad vnd fryhait dartzu gegeben vnd nachmalls ain 
newe Ordnung, wie es mit vnd in sollicher vniuersitet gehalten 
werden soll förgenomen ist Alles nach Laut vnd Innhalt der 
verschreibungen darumb auffgericht Sollichs mit verrerm begriflf 
vnderschidlich inhaltend, die wir hieby von wort zu wort för- 
inseriert haben wollen, deren data steen Nemlich der Ersten auff 
S. Dionisientag nach Christi gepurt, als man zallt Tausent vier- 
hundert Sibenntzig vnd Siben jare Vnd der andern auf S. Tho- 
mas des hailligen zwölflFbotten aubent Nach Christi vnsers lieben 
hern gepurt, alls man zalt Tausent vierhundert neuntzig vnd ain 
jare die sydher vom Hertzog Eberharten dem Jüngern vnd nach- 
foUgends von Hertzog Vlrichen auch bestettigt vnd confirmiert 
worden sind: 

Vnd dann verschines jars die Stende des löblichen pundts 
zu Swaben das Fürstenthumb Wirttemberg mit dem Swert er- 
obei-t vnd zu iren banden gebracht, das ouch jüngsten dem aller- 
gnedigisten Großmechtigsten , fürsten vnd herren hern Carolkn 
Romischen vnd hyspanischen Könng etc. vnserm allergnedigsten 



126 27. Bestätigung der Privilegien 1520. 

hern, alls Ertzherzogen zu Österreich auß ettlichen mercklichen 
beweglichen vrsachen erblich zugestellt vnd vbergeben: 

Das wir dem allem nach in Kraflft vnsers beuelhs vnd ge- 
wallts So wir deßhalben haben der obbenierten vniuersitet vnd 
hohenschul zu Tuwingen sollich obbestimpt Stiftung gnaden fry- 
haiten Statuten vnd iürgenomen Ordnung, damit sie vom hailligen 
Stul zu Rome vnd wylund Römischen Kaysern vnd Eongen auch 
den fürsten vnd Grauen von Wirttemberg begabt sein vnd die 
sie löblichen herbracht und gebraucht , von seiner K. Maiestat 
alls Ertzherzogen zu Osterreich vnd hern dess Pürstenthumbs 
Wirtemberg wegen gnediglich confirmiert vnd bestett 
haben , wissentlich mit dem briete, Also das dieselb vniuersitet 
vnd hohenschul zu Tuwingen Sich der gemellten Stifftung gnaden 
iry halten Statuten fürgenomenen Ordnung vnd guten gewonhaiten 
in allen vnd yeglichen iren artickelln inhaltungen maynungen 
vnd begreilfungen gerüeblichen gebrauchen vnd geniessen mögen, 
daby sie auch gnediglichen pleiben gehandthapt geschützt vnd 
beschirmt werden sollen von allermenglich vnuerhindert. 

Vnd wann die K. Maiestat zu Land komet, sol ir K. Maie- 
stat als EHzherzog zu Österreich vnd her dis fürstenthums 
Wirtenberg inen dieselben ir fryhaiten vnd ordinationes von 
newem confirmieren vnd bestettigen, wie sich das Innhallt irer 
fryhaiten zuthan gepürt, alles getrüwlich vnd vngeuarlich. 

Mit Vrkund des brieffs der mit vnserm anhangenden Inn- 
sigel besigelt vnd geben ist zu Stui^arten am neunden tag des 
Monats Marcy Nach Christi vnsers lieben hern gepurt, als man 
zallt Tausent fünffhundert vnd zwaintzig Jare. 

Maxim ilianus von Berghen. 

Univ. Archiv Mh. I, 13. Perg. Siegel mit der Umschrift : Maximilian! 
de Bergis domini de Sevemberghen. 



28. Bestätigung diirch Karl V 1521. 127 



28. 
Bestätigung der Privilegien durch Karl V 

vom 1. MJlrz 1521. 

Wir Kabl der püxfft von gottes gnaden Erweiter Römischer 
Kayser zu allen zeiten merer des Reichs in Germanien zu Hi- 
spanien baider Sicilien Jherusalem Hungern Dalmatien Croatien 
u. s. w. Kunig, Ertzherzog zu Österreich Hertz« »g zu Burgund 
zu Brabant zu Wirtemberg u. s. w. Graf zu Habspurg zu Flan- 
dern vnd zu Tirol u. s. w. bekennen 

Als weyland Hertzog Eberhart zu Wirtemberg ain gemain 
hoheschul vnd vniuersitet in unser Statt Tübingen gestuft 
vnd auffgericht, vnd die mit notdurfftigen gepurlichen vnd erbern 
Statuten zuhalten augesehen Auch mit sondern gnaden vnd frey- 
haiten begabt, vnd nachmals ain newe Ordnung, wie es mit 
vnd in sölher vniuersitet gehalten werden soll, furgenomen hat, 
wie dann sölhs alles die verschreibungen darüber auffgericht mit 
weiterm lawterm begriff vnderschidenlichen innhalten, die wir 
von wort zu wort für inseriert haben wellen, der data steen 
nemblich die erst verschreibuug auff S. Dionisientag nach Cristi 
gepurt als man zait tausent vierhundert siebentzig vnnd siben 
jar, vnd die ander auff S. Thomas des hailigen zwölff'potten abent 
nach Cristi vnsers lieben herrn gepurt tawsent vierhundert newTi- 
tzig vnd ain jar, welches alles vom Stul zu Rom durch weylend 
Bäpstlich HAiLiGKAiT vud Kaysbrlich Mayestat als die öbristen 
hewpter, vnd nachmals durch weylend hertzog Eberharten den 
Jünger vnd hertzog Vlrichen von Wirtemberg confirmiert vnd 
besteet vnd aber das Furstenthumb Wirtemberg in vnser vnd 
vnsers hawß Österreich band komen ist, 

Das wir demnach als R^erender Ertzhertzog zu Österreich 
und Hertzog zu Wirtemberg die berürten Stifftung gnad freyhait 
Statuten vnd furgenomen Ordnung derselben vniuersitet mit sampt 
den verschreibungen darüber sagende in allen vnd yeden iren 
puncten clausein artickeln innhaltungen maynungen vnd begreif- 
fungen gnedigclich confirmiert vnd besteet haben, confirmie- 
ren vnd besteten die auch aas iurstlicher macht wissentlich 



128 29. Kaiser Karl V stiftet zehn Stipendien 1522. 

in crafiPt dies brieffs, vnd mainen setzen vnd wollen, das diesel- 
ben Stifftung gnad fryhaiten Statuten vnd furgenomen Ordnung 
mit sampt den verschreibungen darüber weysende, in sölhen iren 
puncten clausein artickeln inhaltungen maynungen vnd begreif- 
fiingen creffbig sein steet gehalten vnd volzogen vnd von nye- 
mands dawider gethan werden, sonder die gemelt vniuersitet zu 
Tubingen vnd ir verwandten der gerueblich geprauchen mugen, 
vnd wir sy dabey gnedigclich bleiben lassen vnd handthaben 
sollen vnd wellen vngeuerlich. 

Mit Vrkhundt diss brieffs besigelt mit unserm anhangenden 
Insigel Geben in vnser vnd des Reichs Stat Worms, am Ersten 
tag des Monats Marcij nach Cristi gepurt funffzehenhundert vnd 
im ainundzwainizigsten vnserer Reiche des Römischen im andern 
vnd ander aller im sechsten Jar. 

Carolas 

Ad mandatum cesaree et catholice 
Maiestatis proprium 

Hannart. 

üniv. Archiv Mh. I, 14. Perg. mit dem kais. Siegel. 



29. 

Kaiser Karl V stiftet zehen Stipendien far Magister, 

14. Januar 1522. 

Wir Kabl der Fünft von gottes genaden erwölter Römischer 
Kayser u. s. w. Hertzog zu Burgundien zu Wirtemberg u. s. w. 
Bekennen vnd thun kunth allermäuglich mit disem brieue: 

Als weilland der hochgeborn Eberhart hertzog zu Wirtem- 
berg vnd zu Teckh u. s. w. der Elter die Pfrund zu S. P 1 o r i e n- 
berg mit aller zugehörd vnd daneben der dorfer vnd flecken 
Tußlingen Eschingen Gunningen Nören vnd Gult- 
1 in gen Nuwbruch mit verwilligen bäpstlicher Hailligkeit der 
pfrund vnd caputiatenhus zu Tuwingen zugeaignet vnd geordnet 
hat, dermassen das die Corhern der Gaputiaten von söUi- 
chen fruchten obgemelter stuck studieren vnd davon ir vnder- 
haltung haben mögen, wöUiches also etliche iaur geweret: 



29. Kaiser Karl V stiftet zehn Stipendien 1522. 129 

Nachgends aber hertzog Vlbich von Wirtemberg bey vol- 
gender bäpstlicher hailligkeit erworben vnd erlangt, das die ob- 
gedacbten fruchten vnd gaistliche leben in sin furgenomen Ca- 
pe 11 vnd Singerey gebracht werden solten, so lang die selb 
sein Capell dnrch ain Brobste zu Denckendorf mit dreissig per- 
sonen in guter gezierd vnd wesenlichem stand vnderhalten würde: 

So nu desselben hertzog Virichs Capell vnd Singerey in un- 
serm fQrstenthumb Wirtemberg zerflossen vnd erloschen, ouch 
solch fürstenthumb vsser sein hertzog Virichs Verwaltung vnd 
regierung komen, darzu von dem brobst zu Denckendorf gar kein 
Capell noch Singerey gehalten wirt: 

Haben wir als Ertzhertzog zu Osterrich vnd rechter regie- 
render hertzog vnd landsfürst zu Wirtemberg Gott dem almach- 
tigen zu ern vnd lob, gemainer Cristenhait zu furstand, zu vff- 
nemung vnd meerung cristenlicher leere, ouch aller kunsten lan- 
den vnd leuten, zu nutzen allen armen Studenten vnd der selben 
eitern zu ergotzung trost vnd enthebung obgenannt gaistlich 
lehenfrucht vnd einkomen Rectorn Doctern vnd Regen- 
ten vnser vniuersitet zu Tuwingen zugestelt zugeordtnet 
vnd vergundet, das selbiger vnser Vniuersitet Verwalter sollich 
fruchten vnd geuell haben einnemen vnd emphahen gebruchen 
vnd niessen mögen fürterhin, von menglichem daran vnuerhindert. 

Doch mit nachuolgender mass vnd gestalt, das die regenten 
gemelter Vniuersitet fürterhin von obgenanten geuellen fruchten 
vnd andern der Vniuersitet einkomen ordnen verschaffen vnd 
halten in baiden bursen zehen magistros, so die orden- 
lich lectiones vnd exercicia , zu erhoUung der stende Baccalau- 
reatus vnd Magisterii dienend, den Schulern vergebenlich vmb- 
sunst vnd one vßgeben ainichs geltz lesen vnd leeren wollen vnd 
soUn. 

WöUiches ouch die gedachten Rector Doctores vnd Regen- 
ten oftgenanter vnser Vniuersitet also angenomen zuthund be- 
willigt vnd zugesagt haben, alles bis vff vnser vnser erben vnd 
Nachkomen wolgeuallen vnd wider abkonden one geuerde. 

Der des zu vrkhund mit vnserm merern anhangenden In- 
sigel, so wir in vnsers Fürstenthumbs Wirtemberg Sachen ge- 
bruchen, besigelt vnd geben is in vnser statt Stutgarten am 14. 

Urkanden der U. Tübingen. 9 



130 30. Bekanntmachnag unentgeltL Unterricht betreffend 1522. 

tag des monats ianaarij a. d. 1522 vnserer Reiche des Römischen 
im dritten vnd der andern aller im sibenden iarn. 
W. T. Preiher zu Waltpurg 

Stathalder. Ad mandatum domini 

Imperutoris in oonsilio. 
Münsinger. 

Univ. Archiv Mh. I, 129. Perg. mit Siegel. 



30. 

Bekanntmachung der Universität unentgeltlichen 

Unterricht betreffend 1522. 

A. 

Newb Ordnungfn der Vniüersitet zu TüWINGEN wölcheb 

OST ALT zu ERHOLLUNa HOCHHAIT VND WÜRDiaKAIT IN ALLEN KÜNSTEN 

DIE Schuler on vssgebung ainichs gelts besonder vmb sunst vnd 

VERGEBENS OÜCH WIE DIE HEBRÄISCH VND GRIECHISCH SpRACHEN GELESEN 
GBLERT VND PURTER GEHALTEN WERDEN SOLLEN. 

Allen und yeden liebbabern guter lugenden und leer Enn- 
bieten wir Rector, Cantzler, Doctores und Regenten der Vniüer- 
sitet zu Tüwingen, Costentzer B'stumbs Mentzer prouintz, vnsern 
grus vnd fugen denselbigen sampt vnd sonder zuwyßen : Nach- 
dem die regierenden Bäpst, Kayser, Kung, ftirsten, herru, stett 
vnd communen vß vilen vergeuden erfaruugen exempeln vnd 
ebenbilden erlernet, was frucht nutzen wolfart vnd viFnemen der 
cristenlichen Kirchen dem hayligen Romischen Reych ouch allen 
gemainen nutzen vnd nationen vß der leer gutten tugendeo vnd 
sitten zugewachsen vnd erstanden syend, haben die obgedachten 
gemain vniuersitates hoch geliebt erhebt vnd mit sondern frey- 
hayten begabt. 

Deßhalben vnd ouch in betrachtung, das gemains nutz not' 
turft der gelerten geschicklichait vnd geprauch eruordert, hat 
Weylund der Durchleuchtig Hochgeporu Ptlrst vnd Herr Herr 
Eberhart hertzog zu Würteraberg ain vnderhalter der gelerten 



30. Bekanntmachung nnentgeltl. Unterricht betreffend 1522. 131 

osw. auß bäpstlichen vnd kayserlichen gewalt zu Tuwingen ain 
hoche schul mit höchstem fleyß vnd vorbetrachtlichait verordnet 
vnd nachvolgend lectiou vnd leren zuhalten gesetzt: 

Nämlichen vier doctor so in der hayligen schrifft 

Item in gaistlichen vnd weltlichen Rechten sechs doctores 

In der artzney zweu doctores 

In den sittlichen Künsten vnd philosophia morali zwen mai- 
ster collegiaten 

In wolreden vnd schreyben als Poetica vnd Oratoria zwen 
maister 

Aber in den naturlichen vnd veruunfiFtigen kunsten naturali 
vnd racionali philosophia vnd zway Bursen zechen maister, so 
von iren schulern iür ir flyß vnd arbait gepürlich besoldung em- 
pfahen möchten, die alle vnd yeder insonder täglichen zu gepür- 
lichen stunden on eruordrung oder empfachung gelts oder solds 
von den schulern ewigklich lesen vnd leren sollen. 

Vber das haben wir zu vffnemung vnd furderung der leren, 
damit den fryen Kunsten nicht entgieng vnd die iungen schuler 
dester statlicher den Kunsten obligen möchten Den gepreiüten 
vnd erfarneu maister Johannen Stöffler lustingensem in 
mathematica täglichen zu gepurender zeyt zu lesen 

Vnd neben dem allen den Hochberümbten vnd viler nacion 
bekannten Doctor Johann Reuchlin Pfortzensem, das er ain 
tag vmb den andern die hailigen hebräischen vnd gute griechi- 
sche Sprachen leren solle, verordnet vnd die bayd on der schuler 
nachtail besonder vmb vnser gelt besoldet vnd bestelt Darzu 
hebräisch gedruckt Biblien von Venedig in ainem zimlichen werd 
nämlich vmb II fl. den schulern zuuerkouffen zuwegen gepracht 
vnd beyhendig. 

Vnd zu iungst durch hilf vnd zutliun des AUerdurchlauch- 
tigsten großmächtigsten Fürsten vnd liemi herrn Caroli Er- 
wölteu Römischen Kaysers usw. vnsers allergnädigsten herrn 
vnd patron ouch vfF ansuchen Der Wolgepornen gestrengen edlen 
hochgelerten herrn Wilhalmbn Truchsässbn Freyhern zu Walt- 
purg seiner Mt. Statthaltern vnd der andern Regenten des für- 
stenthumbs Wurttenberg verfiegt Das furterhin von Philippi vnd 
Jacobi ditz XXII. iars all schuler in den fryen Künsten on vß- 
gebung oder anuordrung ainiches gelts geleret, die fryen wie 

9* 






132 30. Bekanntmachung unentgeltl. Unterricht betreffend 1522. 

die andern vnd höcher kunsteu vergebenlich vnd vnib sonst ge- 
lesen werden. 

Dermassen das obgemelt coUegiaten vnd maistern von kai- 
nem schuler för lesen oder leer ichtzig vordem noch och zu 
zeytten als oftgenant schuler statt vnd gradus baccalaureatus vnd 
magisterii an sich nemen wollen ichtzig änderst dann wie bisher 
gwonlichen allain Examinalia cathedralia prandium vnd derglei- 
chen in ainer klainjFQgeu ringen anzall vnd sumen gelts emp- 
fachen vnd nemen sollen noch mögen. 

Darumb ermanen wir obengemelt liebhaber der Tugend leer 
vnd eer, die bißher ob beschwamuß Expenß vnd costen der mai- 
stern vnd lerern schuchen getragen mögen haben Sye wollend 
sich in dis vnser vniuersitet verfügen alhie tugend kunst 1er des 
alters wegfürung narung in vnderwertigen Sachen trostung vnd 
in glticksäligen dingen zierd vmb sunst vnd on darstreckung oder 
vßgebung gelts empfachen lernen vernemen vnd lesen hörn Wann 
wir werden vnd wollen künfftigklichen vnd lürbaßhin allen oben 
genanten doctorn meistern vnd lerern vß gemeiner vniuersitet 
seckel iärlichen einkumen reichlich vnd nach aines yeden ge- 
schicklichait eerlich besoldung geben. 

Zu dem das vß disem gegenwurttigen eerlichen vnserm fur- 
nemen die iungen Schüler on gelt eruolgen vnd erlangen nachent 
bey iren vatterlichen landen das ihen, so sy hieuor weit suchen 
mießen, ouch vß vntogenlichait kostlichait der lerer vnd maistern 
selten vnd mit vnkumenlichait erlangen haben mögen. 

Vnd des zu vrkund haben wir gemainer vniuersitet insigel 
zu end diser schrift gedruckt. Geben zu Tuwingeu etc. 1522. 

B. 

Vniuersitas Tubingensis omnibus et singulis bonarum lite- 
rarum amatoribus salutem. 

Credibile et a vero minime dissentaneum esse debet, maiores 
nostros ingenita homini deprehendisse virtutum semiuaria ipsam 
se prodente natura, quitus si cultus accederet, curaque diligen- 
tior magni quippiara affici * posse, haud est immerito existimatum. 

1 effici. 



30. Bekanntmachung unentgeltl. Unterricht betreffend 1522. 133 

Itaque bonis ingeniis velut egregiis plantis certa sunt loca desti- 
nata, in quibus semotis impedimentis praesignia sapientiae cul- 
mina inolescere possent. In hanc rem Alexandriam Aegyptus, 
Tharsum Cilicia, matrem artium Athenas tanquam augustnm phi- 
losophiae sacrarium selegit Graecia. Sed et cultores , hoc est 
studiorum prseceptores adhibiti, qui nuper sata rigarent, colerent-' 
qne plantaria. Congratulaturque ita M. TuUius Ciceroni filio, 
Athenas ad Cratippum discendi gratia misso, quod eum exem- 
plis vrbs, doctrina prseceptor augere posset. Gratiam diis habuit 
Philippus terrae Macedoniae regnator, quod Alexandrum filium 
Aristotelis temporibus nasci contigisset. Sic Neroni Senecam, 
Traiano Plutarchum, Garolo illi Magno suum cessisse AIcuinum 
reperimus. Temporis deinde progressu cum rebus gerendis eru- 
ditos deesse non posse censerent principes, honore ac dignitatum 
praerogatiua literarura commendauerunt gymnasia, Pontifices im- 
munitatem addidere. Igitur Ebebhardus Probus Wirtenbergen- 
sium Dux primus, vir ad pacem natus, videns suara Rempubli- 
cam hominum egere doctoium opera, quos incredibili prosecutus est 
beneuolentia, studiorum Vniuersitatem auctoritate Apostolica et 
imperiali, in oppido Tubingensi prudentissima fundauit ordi- 
natione, qua cauetur, vt: 

In Sacra Theologia ordinarii Doctores quatuor. 
In Jure Pontificio et Imperiali sex. 
In Medicina Theorica Practicaque duo. 
In morali Philosophia coUegiati duo. 
In Poetica Oratoriaque duo. 

In Ph i losophia naturali ac rationali duobus in 
contubemiis magistri deeera per singulos dies statis horis suas 
profiteantur lectiones, perpetuisque foueantur stipendiis. Gymna- 
siarchi insuper dicti studii perpendentes, quam magni sint artium 
effectus, nequid liberalibus abesset literis, et quo mathemati- 
ci s alumni liberius vacarent disciplinis , quibus Graecis nil fuit 
illustrius, magistrum Joannem Stoffleb , Astronomum doctissi- 
mum vel Archimedi Syracusio non concedentem machinarum pe- 
ritia, publico conciliarunt honorario. Denique ex orbe illo dis- 
ciplinarum cyclopedia, ne quicquam desiderari posset Unguis 
ediscendis, insignem eruditione cognitissima virum Jo. Rbüchlin 
Phorcensem prsefecerunt , qui Hebraeas Sanctasque ac Grae- 



134 30. Bekanntmachung unentgelt]. Unterricht betreffend 1522. 

cas lit«ras ex authoribus interim praestautissimis , quorum iusta 
Tubingae est copia, qua praedictus est humanitate, doceat fideliter. 
Yniuersos itaque studiorum amatores vbiuis gentium agant, 
quos hactenus grauis forsan vel pro petendis vel percipiendis 
insignibus expensarum deterruit iactura, vberrimos discendi fontes 
adire volentes, huc confluant hortamur, senectutis viatica, aduer- 
sis rebus solatia, fortuuatis ornamenta gratis, libere ac sine vUa 
mercede in hune diem erogari solita Galendis Maus anui 
praesentis XXII percepturi. Magistris enim ac Doctoribus, reliquis- 
que omnium seibilium profossoribus , aerarii tribuni e gazophy- 
lacio satisfaeient, et pro cuiusque munere dignam singulis stipem 
ac praemia depeudent, vt neque propter audiendos cuiuscunque 
facultatis libros quicquain, nee pro percipiendis insignibus inso- 
litum hactenus percipi non consuetum sit erogandum. Idque 
ex Imperiali munificentia, hortatu suasuque Guiluelmi Truchsessi 
Gaesaresß Maiestatis in Ducatu Wirtenbergensium Vicarii, Barouis 
nobilissimi, atque aliorum regentium, quorum auspicio ductuque 
Studiosus quilibet in perpetuum deinceps (diuina modo faueat 
dementia) facile consequi poterit obuium atque oblatum , quod 
olim longa difficilique peregrinatione, et multiplici impendio vix 
atque aegre, vel malignis vel pretiosis est assecutus magistris. 

Von dieser Bekanntmachung, welche in deutscher und lateinischer 
Sprache durch Flugblätter verbreitet worden sein muss, hat sich kein Druck 
mehr erhalten. Die deutsche Fassung ist in einem durchcorrigierten Con- 
cept vorhanden in dem Saramelband des üniv. Archivs Fach VI, 17. Ab- 
gedruckt Eisenlohr 84. Die lateinische Version ist bei J. Middendorp Aca- 
demiarum libri VIII. Col. Agr. 1602. II, 292 abgedruckt. 

Die hier angepriesenen Einrichtungen haben wirklich Anziehung ge- 
übt. Der Zugang im Jahre 1521 bis 22 ist der stärkste bis dahin erreichte 
nämlich 181 Intitulierte. Leider stirbt aber Reuchlin schon am 30. Juni 
desselben Jahrs. 

Das Ausschreiben fUllt in den Februar oder März 1522. 



31. De noctivagis 1524. 135 

31. 

Bekauntuiachung vom 25. Jan. 1524 gegen nächt- 
liche Ruhestörung. 

De noctiuagis. 

Zu verbieten mißhandhmg vnd argwon beuelhen wir Rector 
vnd Vniuersitet alhie zu Tubingen: 

ob ain student oder vniuersitet verwanter zu nacht nach der 
wacht glocken ^ auf der gassen mit freuenhchen weren oder 
Waffen, die er mißbruchte erfunden wurde, ist er dann den 
statknechten oder Wächtern bekant, so sol der statknecht oder 
Wächter in namen des Rectors in Studenten by sinem aid erfor- 
dern, das er sich darin sinem Rector erzögen vnd soHch erfin- 
dung in XXIV stunden den nesten demselben offnen wolle. Vnd 
nicht weniger so soUent solich stat knecht oder wachter in zwayen 
tagen den selben dem Rector, damit er nach inhalt der vniuer- 
sitet Statut gestraft werde, offnen vnd angeben. 

Ob aber ain solich student oder vniuersitet verwanter den 
statknecht oder wachtem nit bekant were, alsdan sol der stat- 
knecht oder wachter in namen des Rectors von ainem solichen 
vnser verwanten by synem aid sinen namen fordern vnd ime by 
sollichem aid ufflegen sich wie ob in XXIV stunden dem Rector 
wolle bezögen vnd sin finden offnen vnd abermaln der statknecht 
oder wachter solichen, als vor, in zwayen tagen dem Rector an- 
bringen. 

Wa aber sich der so erfunden sinen namen zu offnen wider- 
rette vnd sparte *, so soUent die statknecht oder wachter ain sol- 
lichen annemen vnd ainem Rector vber antwurten, doch mit be- 
schaidenhait, wa es gesin mag. 

Item witer ist beschlossen, wa ain student zu nacht nach 
dem glocklin vff* dem Rathuß geleut vff der gassen betretten, 
soll vnd mag von den statknechten oder von denen so dar zu 
verordnet syen, angenomen vnd dem pedellen der vniuersitet vber 
antwurtet werden vnd dan der pedell ain sollichen oder souil ir 

1 In der späteren Fassung von 1532 : das Narrenglöcklin. 2 widerte 
und sperrte. 



136 31. De noctivagis 1524. 

betreten von stund an in der vniuersitet gefencknus legen byß 
vff witem beschaid der vniuersitet. 

Item es sollent auch der stat knecht oder darzu verordnet 
ain sollichen der vniuersitet verwanten, der nach dem glocklin 
vfiF dem Rathuß geleut vff der gassen befunden, der etwas were 
oder Waffen by im hette vnd die selben mißbruchte, diesel- 
bigen vestnen nemen vnd aim Rector der Vniuersitet antwurten. 

Hierin sol ain Rector der Vniuersitet, so im ain stat knecht 
in ietz angezögter maß waffen vberantwurt, von ain yeder 
Waffen, so der student vmb mißbruch der waffen strafpar erfun- 
den wurt, III ß geben, darzu so vil der Studenten durch angeb- 
ung der statknecht vmb mißbruch der waffen gestraft werden, 
alweg in ß geben von ainem waffen. 

Item wa ain student der vniuersitet oder der stat verwanten 
in sin huß wurff by nacht oder schmachbrieff auff oder anschlug, 
singe oder schrye oder derglichen thet, wöUicher ainem Rector 
ain solichen furbringt oder vberantwurtet vnd ain Rector den 
selbigen erkent vbertretten haben, dem so ain solichen angipt 
[sol ain Rector] ain gülden geben. 

In dem wie ob sollen die layen glich halten mit den Stu- 
denten, kain vnderschied der personen haben vnd sonderlich von 
kainem Studenten müt ^ gaben oder schencken oder anders nemen, 
damit es nit onglich gehalten werde. 

Item wa die Studenten oder vniuersitet verwanten mit den 
layen vnd herwider die layen mit den Studenten in zanck oder 
hader erfunden wurden tags oder nachts, so sollen die layen den 
Studenten in namen des Rectors vnd die Studenten den layen in 
namen irer oberkait den friden bieten vnd inglupt nemen. Vnd 
welicher student solichen friden zu halten widerte, der sol dem 
Rector als bald angezögt vnd in der vniuersitet gefencknuss be- 
halten vnd gelegt werden. 

Solichs alles byß zu widerruffung der vniuersitet. Actum 

conuersionis Pauli a. d. 1524. 

Dieselbe Publication wird am 21. Juli erneuert und mit einigen Zu- 
??ät2en versehen wie folgt: 

Ain Ordnung 
wie es nachtz vnd tags mit den Studenten gehalten werden soll, 

1 abgäbe. 



31. De noctivagis 1524. 137 

80 yil muglich mißhandlangen zuyerkumen. Ynd siend 
min herren von der vniuersitet vnd die von der Stat Tubingen 
solicher Ordnung ainmüdig. 

Am besten SO lassen myne herren von der vniuersitet die 
Ordnung in aim briefP begriffen am datum conv. Pauli 1524 in 
irem werd vnd krefften beliben in allen Iren artickeln. 

Am andern vnd von newem , damit vbels noch mer verhiet 
siend vnd werde mit den Studenten vnd layen, so wollend Rector 
vnd vniuersitet , das kainer in verwanter an sunentag vnd vier- 
tag tantz haben weder haimlich noch öffentlich by des Sta- 
tuts pen. 

Es sollend die Studenten nit zu der layen täntz gen, sie 
syend darzu geladen oder nit, auch by pen des Statuts darüber 
hegriffen, vnd die pedellen by iren pflichten ain vlyssig vffsehen 
haben vnd dem Rector die solichs vbertreten angeben vnd ain 
Kector gantz nichts nachlassen, doch die hochtzit täntz, darzu 
ain Student vff die hochtzit geladen were, vßgenomen. 

Es soUent auch der vniuersitet verwanten mit trumen * 
oder andern spylen weder tags noch nachtes in der Ordnung^ 
yS die gassen nit gen, es were dan an ainer offen hochtzit Ais- 
dan mögen sie von der stuben zu dem tantz vnd vom tantz wi- 
der vff die stuben mit spyl zymlich vnd gepurlich gen. Sollichs 
alles byß zu wideruffung oder zu endem. 

Actum durstag nach Margarethe, [14. Juli] a. 1524. 

Acta Senat HS la. f. 5. Der Beschluss wurde mit kleinen Zusätzen er- 
neuert 1529 , ebd. f. 19 v. und 1532, ebd. f. 35 und widerholt bekannt 
gemacht durch Anschlag an die Eirchenthüren. Eine lateinische Version 
wird am 1. Januar 1533 angeheftet, welche folgenden Zusatz enthält: 

Adhaec diras et execrandas illas blasphemias in Dei 0. M. 
Sanctissimum nomen omnino et vsque adeo ab omnibus caueri 
uitarique iubemus, vt si uel impios conuitiatores istos maiorum 
suorum sanctio , qu8B quindecim diebus carcerem , stramineum 
lectum atque panis modo et aquas cibum concedit, minatur, irro- 
gat, nequaquam deterreat: pro maledicendi detestanda libidine 
poenam ex nutu nostro multo grauiorem proculdubio sentiet. f. 42. 

Zugleich gab der Rector Gallus Müller im grösseren Sal der Uni- 
versität eine Erläuterung und Einschärfung des Edicts: elegantissime et 



1 trompeten. 2 geschaart. 



138 31. De noctivagis 1524. 

quanta maxima diligentia authoritate grauitateque orationis potuit in spien- 
didissimo doctorum omnium consessu. 

Wie wenig aber das alles gegen die Uebertretungen »etlicher vom 
Adel und anderer unserer Universität eingeleibt« gefruchtet habe, geht 
aus einem Erlass der Regentschaft vom 14. Februar 1538 hervor (A. Sen. 
Ja. f. 53), in welchem der Universität aufgegeben wird schärfer als bis- 
her einzuschreiten. »Dan solt das von euch nit geschehen, haben unser 
Ober- und Undervögte zu Tübingen in beuelhe selbst darein zusehen und 
gegen den Überfarern mit fenklicher annemung und in ander weg zu 
handeln.« Die Universität nahm diese Androhung sehr schwer und sandte 
D. D. Gall Müller, Peter Brun, Johann Kunig und Georg Simler nach 
Stuttgart, denen es gelang die Abschaffung dieser Schrift und solcher An- 
mutung zu erwirken. Die Strafen gegen die ärgsten Tumultuanten Veit 
Lung von Planeck, Philipp Schenk von Winterstetten, Sebastian von Leon- 
rod u. a. fielen gleichwohl sehr gelinde aus. 

Aus einer am 24. August desselben Jahrs bereits wider nöthig ge- 
wordenen Bekanntmachung des Rectors sind folgende Abschnitte ent- 
nommen : 

Wir wollen vnd gebieten, das alle vnserm gerichtszwang 
vnderwürflich, welcher achtung die imer seien, sich höchsten ver- 
]nögens befleissen, auf das ir bekleidung vnd gang nit wie bisher 
so gantz gail vnd vugezam gesehen werde, wol aber leuten er- 
licherer zuuersicht vnd achtung gemees vnd nit ainem ieden 
geringesten trabanten oder landsknecht geleich. Hierauf sollen 
sie pyretter tragen, welche erlichern vnd liebhabern der tugent 
gezimmen. Hiebei gäntzlicher verworfen die pyret, so zerschnitten 
oder mit seidengewand federn oder anderer zierd vnd geschmucken 
aufgemutzt vnd gezieret. Wir wollen darzu nit ainichen die huet 
erlaubet sein, bei pön siben Schilling häller, so oft ainer die 
Satzung wurde vberfaren. 

Desgleichen sollen sie sich beklaiden nit in Wapenrök Kap- 
pen ^ oder kurtze leibröklin, zugleich den klaidern zum reiten 
oder fusgang berait, besonder in klaidung der studierenden erbar- 
kait bequem vnd die die waden erlangen: auch nit über die 
achseln geschlagen, sondern angezogene ermein. Aber den Schü- 
lern der rechten , fümemlich den edelen , vnd schülem der 
artznei seie erlaubt die ermel anzeziehen oder nit, souer das die 
wammasser nit mit kerderlen gewulstet oder durchschnitten seie. 
Aber der Künsten Maister so ämpter tragen vnd die durch ge- 



Ij^kurze mäntel. 



31. De noctivagis 1524. . 189 

schworne Stipendien der armen werden vnderhalten , auch alle 
der hailigen schrift vnd liebhabender künsten anhänger oder 
Schüler , welches Stands oder wördin die seien , gangen nit auf 
die gassen dan mit angethonen ermein. 

Alle auch zumal durchaus sollen sich vor gethailten vnd ab- 
geschnittnen oder auch zerschnittnen hosen vnd wammas ent- 
halten, mit erlaubtnus hierin des geschikten gangs halber auf den 
kniewen die hosen zuöfnen. Dises sampt vnd sonders bei straf 
siben Schilling, mit welicher ieder vbertretter beladen wurdet, 
doch ausgenemen freihern grauen vnd forsten, welche sich irer 
würdin nach der haubtgezier vnd beklaidung alten herkomens 
gebrauchen. 

Verner so ainer gewer oder schwert zu seiner beschützung 

tn^en wölte, das solle ainem ieden zugelassen sein. Dasselbig 

schwert aber seie zimlicher lengin vnd werde nit nach kriegs 

gebrauch oder landsknechtischen sitten hindersich gestorzt '. So 

ainer dise mas vbergieng , sol er die schwert vnd gewer , so er 

wider dis gebot anders mit tragen oder störtzen gebraucht, sampt 

ainem gülden, vermög der Statuten, verlieren. 

Dass die Universität nicht blos für junge Leute eine Gelegenheit des 
Müssiggangs war, zeigt folgender Theil derselben Proclamation : 

Sollen der vniuersitet Ordinarii, besonder die Rechtsgeleerten, 
vnd zierlicherer künsten Vorleser achtnemen, so etlich weeren, 
welche der künsten vnd leer nit anbengig oder die zuruckschlie- 
gen, welches gesehlechts Stands oder würdin sie weeren, one 
ainich ansehung fürnemlich der Gaistlichen vnd zuuorderist 
Chorherren vnd Pfriendhaber diser Tübinger Kirchen, so auch 
anderer ort Pfrienden betten, mit deren eiukomeu vnd nutzungen 
sie vnderm schein des studierens alhie erhalten wurden, solliche 
durch den pedellen ermanet: so sie sich inner monants frist die 
lectionen der facultet, deren sie anbengig vnd verpflicht emsig 
zuhören nit vnderfiengen, sollen also mit der that von der vni- 
uersitet abgeuallen oder ausgeschlossen vnd selbiger freihait be- 
raubet sein. Damit derselbig nit, zugleich ainem sudhtigen 

oder reidigen schaff, ain gesunde herd vergifte, mit verzerung 
väterlicher hab vnd guter oder der Kirchen pfriend, nit allaiu 



1 Siehe oben S. 107. 



140 • 32. Gegen Schiessen und Feuerwerk 1524. 

zu seiner seelen verderblichen schaden, besonder auch zu der 
vniuersitet ewigen onzier vnd darzu der andern verergernus. — 
Acta Sen. Ib. f. 67. 



32. 
Gegen Schiessen und Feuerwerk. 

Februar 1524. 

Prohibitio ne cum bombardis et globis igneis 
sagitetur. 

Rector et vniuersitas etc. 

Peruenit ad aures nostras, ex nostris nonullos esse, quibus 
cum bombardis globis igneis ceterisque huius generis 
rebus negotium sit, quarum vsus presertim in habitationibus et 
alibi sine magno periculo atque timore incendii esse non possit. 
Iccirco mandamus: 

Ne quis eorum qui nobis subiecti sunt, sine barones doctores 
nobiles etc. cuiuscunque conditionis aut status fuerint, deinceps 
bombardis in hac ciuitate rti quoque modo presumat, sed 
omnino illis aliisque rebus, quarum vsus facile incendium parere 
solet, Tt puluere bombardico globis igneis et similibus abstineat. 
Si quis vero hoc nostrum mandatum transgressus fuerit pena in 
ipsum fuerit perpetue exclusionis. Solent preterea hoc magis 
quam reliqiiis temporibus anni, vt experientia docet, quauis etiam 
laici et quantumlibet leui occasione ad tumultus atque seditiones 
contra nos nobisque subiectos excitari, Tnde nid oportune reme- 
dio occuratur non modica pericula et incommoda et vniuersitati 
et eins suppositis ex congressu laycorum et studentium verisimi- 
liter euenire possent. Quocirca omnibus et singulis mandamus, 
vt ab hoc die vsque ad Reminiscere a choreis aliisque con- 
gressibus laycorum siue diurnis siue nocturnis abstineant. 

Prseterea vnusquisque post cenam in sua habitatione sese 
recipiat atque in eadem nocte maneat, in plateis quoque nemo 
etiam cum lumine non ambulet. Quisquis autem hoc nostrum 
mandatum seruare neglexerit aut in vno pluribusue articulis trans- 
gressus fuerit, is neque a nobis neque ab vniuersitate nostra vt 



33. Ordinatio Regia Ferdinandi 1525. 141 

studens amplius fouebitur. In premissis tarnen penia et aliis 
interim semper saluis. 

Ohne Datum, vermuthlich 1524 in der Fassnacht. Acta senatus Ta. 
f. 7v. 



33. 
Ordinatio Regis Ferdinandi 1525. 

Febdinandus Dei gratia princeps et Infans Hispaniarum Ar- 
chidux AustriaB Dux Burgundise Stirisß Carinthiae CarnioleB etc. 
Gomes Tirolis etc. Cum mortalium uitae moderatores summa cura 
et ope niti decet, ut ea quae aut incerta et lubrica huius vitae 
commoda, aut coelestia et perpetuae salutis dona respiciunt, recte 
a pie gubernentur, idque eo feruentius quemcunque Principem a 
Deo constitutiun super populum, qui vnigeniti Filii sanguine est 
seruatus, praestare conueniat, quod id muneris etiam ab omni 
Christiana pietate longe aliena Ethnicorum superstitio minime 
neglexerit, Itaque cum in huius curae partim asciti, in hoc uno 
uel maxime functionem offitij nostri consistere arbitremur, vt 
studiosa iuuentus et adolesceutias facilitas honestis instituatur 
moribus et sana imbuatur Doctrina, id autem neque securius 
neque maiori cum re fieri posse uideatur, quam quod scholastici 
Gymnasij Magistri solidiora sahibrioraque dogmata condecenti et 
recta Methodo in auditorum animas transfundant. 

Quod quia superiori aetale neglectum et simul pro solida et 
luculenta ueritatis Doctrina, fragiles nutantesque Argutias, pro 
caelestis eloquij Mysterijs, perplexa Philosophorum placita tradita 
esse cognouimus, Vnde tam praeceps libertas orta est, qua iam 
fides nutat et labat Religio , cuius contemptum omni non seculo 
non sunt grauissima secuta dissidia, Cumque Nos potissimum ca- 
lamitatibus praesentis nostri infelicis saeculi moniti fomenta tan- 
tarum turbationum rescindere cupiamus quae, ut est extra omnem 
controuersiam, ob coinquinatum docendi modum introductae sint, 
decreuerimus singula in nostris Prouincijs literaria Gymnasia quo- 
rundam doctrina prudentia et probitate Virorum Scrutinio et cen- 
surae committere, ut ea quae ex Abusibus et Consuetudinis cor- 



142 33. Ordinatio Regia Ferdinand! 1525. 

ruptela minus ad eruditionem pietatemque auditorum accesserunt, 
adimant, mutent, emendent, prout illorum solertise consultius et 
magis frugiferum uisum fuerit. 

Proinde cum inter ceetera literaria nostrse prouidentise com- 
missa Gymnasia nuUi secundum existimemus celebre Gymna- 
sium Tubingense, in eins instauratione et ordine exordiuni 
snmpturi deputauerimus et demandauerimus hanc prouinciam ho- 
norabilibus doctis et fidelibus nobis dileetis Ambkosio Wydman, 
preposito Tübingens! uti Caneellario iamdicti Gymnasii, Paulo 
RiTio Prothophysico, Jacobo Spiegel, Johanni Faut Turium, et 
Mabtino Plantsch sacrarum Literarum professoribus, Consiliarijs 
noatris ^ ut exhibita nostra iussione Bectori optimatibusque ip- 
sius TubiDgensis Studij, seriem eins imitando, ut instauratores 
et censores provide, aequo iudicio, hoc est absque persouarum de- 
lectu uel quouis immoderato affectu , examinent scrutentur et 
quod emendatione eget in ordinem redigant et instauranda in- 
staurent. 

Ipsi uero iamdicti nostri Commissarij maiori et studio et 
diligentia tam apud Gymnasiarchas , Doctores atque Magistros, 
quam auditores etiam facto scrutinio iussionem nostram adimple- 
uerint et non solum de eorundem consensu, sed etiam mutua 
maturaque sua deliberatione et iudicio habito , ad omnipotentis 
Dei gloriam, nostrum honorem, ipsius Gymnasij decus et ampli- 
ficationem atque inclyti huius Principatus famam propagandam 
certum ordinem et Articulos tam circa Lecturas singularum Fa- 
cultatum , quam Kempublicam totius Vniuersitatis constituerint 
et fecerint, quorum tenor sie se habet. 



1 Bei dieser Commisäion sind nur zwei Mitglieder der Universität, der 
Kanzler und der bekannte Theolog Martin Plansch von Domstetten 
inscr. 1477.8. Jacob Spiegel aus Schlettstadt , ein Kais. Rath, ist 
schon 1511 in die Matrikel als Ciss. Mt. secretarius eingetragen; Johann 
Faut von Cannstatt, vermuthlich ein Sohn des von H. Ulrich 1517 hin- 
gerichteten Konrad, ist natürlicher Feind des Herzogs und Diener des östr. 
Regiments. Paul Ricius ein talmudisch gelehrter Jude, der sich taufen 
Hess, eine Zeit lang in Pavia lehrte, durch zahlreiche Schriften sich einen 
Namen machte und Leibarzt Kaiser Maximilians wurde, ist mit den Fremden 
in das Land gekommen. In der Commisäion war also die Facultas artinm 
gar nicht vertreten. 



33. Ordinatio Regis Ferdinandi 1525. 143 

Ordo insacrarumLiterarumLectionibusseruandus. 

Legentes sint quatuor Theologiae Magistri, Licentiatus uel 
ad Licentiae gradum idonelis. Qui omissis et extinctis iam extra- 
ordinarijs Lectionibus, quas uulgato nomine Resuraptiones appel- 
larunt, publice legant ordine subseripto. Videlicet duo altemis 
diebus, alter ante Prandium, alter post Meridiem et integra hora 
uterque legant, quo singulis diebus du8B perficiantur lectiones, 
generalibus uacantijs, die item sabbati loco diei Jouis, aliisque 
iestis et uacantijs demptis, qu8B in Vniuersitate obseruari con- 
sueuerunt, seclusis quoque diebus, quibus disputationes public» 
et ordinariffi in Theologia habentur. Consummabunt autem cursum 
suum in quinquennio ut sequitur. 

Primus Professorum TheologisB legat Pentateuchum Mosi, 
Paulura in omnibus Epistolis, excepta ea quae est ad Hebreos, et 
unum de libris Petri Longobardi Magistri Sententiarum Secun- 
dus legat Matheum et Joannem Euangelistas, Dauidis Psalterium, 
lob et unum e libris Sententiarum Tertius legat Esaiam, Hie- 
remiam, Danielem, Marcum, Lucam, Acta Apostolorum, Canonicas 
Epistolas deque sententiarum librum unum Quartus legat Eze- 
chielem, minores Prophetas, libros Sapientiales, eamque quae est 
ad Hebreos Epistolam , cum uno e Libris Sententiarum. Intern 
pretando tamen textum Magistri Sententiarum difficultates dun- 
taxat ex isto textu emergentes quanto breuius et lucidius absol- 
uant, quoniam per fidem efficimur Filij Dei et non per inanes et 
friuolas questiones , quae sunt inflantis et in asternum exitium 
aedificantis Camis et Doctrinae, quae spiritui Dei aduersatur. In 
casu substitutionis, quae non nisi vrgente necessitate fieri debet, 
Substituens * sequatur continuo eandem Lectionem, quam substi- 
tuens perficere deberet. 

Quod si qui lectiones proscripto modo institutas neglexerint, 
sese denuntient et de unaquaque neglecta lectione debitam poe- 
nam iuxta priores ordinat'iones persoluant. 

Disputationes fiant et ordinariae et extraordinariae so- 
lennes item et non solennes ad modura ordinationis Vniuersitatis 
per Fundatorem institutae, ac iuxta Theologicae facultatis Statuta, 



1 substitutus. 



144 33. Ordinatio Regis Ferdinand! 1525. 

excepto illo hactenus obseruato Statuto , quod una dispatatio 
subleuet prsesidentem a tot Lectionibus, quot horis prsesederit. 
Sed quod non nisi in ipsa disputationis die duntaxat a lectione 
uacet. Fiant autem disputationes de rebus ipsam ueram Theo- 
logiam diuinasque Scripturas respicientibus. 

Aegrotante aliquo Magistrorum Theologiae obseruetur or- 
diuatio Fundatoris, et segrotantis Lectionem reliqui eins Collegae 
prosequantur , ne uUa die duae iuxta praefatum ordinem lectiones 
in publico Auditorio defieiant. Si uero uel perpetuatio uel quae- 
uis alia pacta Conditio obsistat, tunc Yniuersitas Substituto sa- 
larium constituat, ne Auditores lectione fraudentur. Si quis au- 
tem ante conductionis suae terminum decesserit, lectio per super- 
stites babeatur Magistros, cum stipendij rata pro temporis cursu, 
donec alius in demortui locum assumptus fuerit. Non obstante 
ördinatione Yniuersitatis quacunque tarn generali quam speciali. 

Horas lectionum statuant ipsi legen tes Auditoribus magis 
conuenientes, alteram ante et alteram post meridiem. Et duobus 
Senioribus Magistrorum optio sit eligendi quos maluerint duos, 
et deinde iunioribus alios, Sin autem inter ipsos non conueuerit, 
tum per sortes distributio fiat. 

Finitis autem praefatis quinquennalibus cursibus, si eorundem 
lecturas mutare uelint, id arbitrio legentium committatur, dum 
tamen modus legendi non mutetur. Reliqua quorum hie non est 
mentio facta tam circa ordinem et modum legendi quam dispu- 
tandi iuxta antiquas ordinationes obseruentur. Omnium uero 
erit Studium et soUicitudo, ut sacra Volumina expedito prc^ressu, 
pureqne et syncere tradantur, Resecatis et penitus omissis argu- 
tijs syllogisticis ac alijs minus ad rem pertinentibus. 

Ordo in vtriusque Juris Lecturis in posterum 

tenendus. 

Quilibet Doctorum in iure Canonico Legentium compleat 
quadriennio cursum sibi ut sequitur assignatum. Ordina- 
rius Iuris Canonici legat duos libros Decretalium priores, Extra- 
ordinarius autem reliquos Decretalium libros tres. T e r t i u s 
nouorum lurium lectoi Sextum et Clementinas, Titulis qui non 
faciunt ad practicam obmissis, uel saltem, si uoluerit, eosdem 



33. Ordinatio Regis Ferdinandi 1525. 145 

obiter legat. Et singuli integra hora legant, in elucidatione 
Glossarum Iura et potissimum leges et earundem textus inducant, 
demonstrando auditoribus, qua ratione Iura illa citata sint. 

In lureCiuili autemCursum suum Quinquennio 
sequenti modo compleant. 

Ordinarius Legum in primo anno exordiatur a prima 
parte Codicis , legendo Titulos difficiliores utiliores et magis con- 
suetos In secundo anno in secunda parte Codicis ad eundem mo- 
dum. In tertio primam partem ff. vet. Et in quarto in secunda 
parte eiusdem ff. vet. legendo Titulos similiter difficiliores et vti- 
liores. Extraordinarius in primo anno exordiatur in prima 
parte Infortiati et specialiter sequentes Titulos uidelicet Solu. 
Matrimonio, de liberis et posthu., de vulg. et pupill., de Acquiren. 
hered. In secundo, in secunda parte eiusdem Infortiati, Et spe- 
cialiter titulos de Legatis primo secundo et tertio, Excerpendo 
leges difficiliores et utiliores cum Tit. de reb. dub. , ad L. falc. 
et ad Se. con. Trebell. In tertio anno legat in ff. nouo tit. 
de op. no. nunc. , de acquiren. poss. et huiusmodi materias uti- 
liores. In quarto , in eodem digesto Incipiendo a Tit. de verbo. 
oblig. cum aliquibus sequentibus difficilioribus et utilioribus Ti- 
tulis, inter quos interpretetar tit. de verbo sig. et de reg. Iuris. 
Institutionura lector declaret principaliter Textum rese- 
cando omnia inutilia, Ita ut in quadriennio bis finiat quatuor libros 
Institutionum. Et singularem adhibeat diligentiam praBcipuam in 
tradendo Titulo de Actionibus. 

Casterum Doctores vtriusque Censune temperabunt a verna- 
cula nostra lingua, ne frequentius passimque ea utantur, nisi 
quantum Terminorum intelligentia requirit. Prseterea ut fiat 
expeditior progressus euitent Epilogos repetitionesque prolixiores, 
tam circa materias prioris lectionis, quam eins quam legunt, quo- 
niam non solum impedit progressu sed parit etiam fastidium Au- 
ditoribus , licet lectorem a labore subleuet. In recitandis autem 
opinionibus non immorentur diutius quam uel textus uel glossa- 
rum intelligentia exigat, communemque sequantur opinionem. 
Adeoque si in opinabilibus Doctor singularem minusque receptam 
opinionem in consultationibus et Praxi sua amplecti malit, nihilo 

Urkunden der U. Tübingen. 10 



146 33. Ordinatio Regia Ferdinand! 1525. 

tarnen minus coramunem opinionem aliorum Doctorum et pr«ci- 
pue quorum scripta in Cathedris frequentius citantur, Auditoribus 
inculcet. Cseterum in disputationibus eonclusiones in ma- 
teria disputabili more scholastico proponantur, qu8B cum receptis 
Doctorum sententijs pugnent, vt inde Auditorum ingcnia exer- 
ceantut. 

Medicorum Ordo in Lectionibus suis obseruandus. 

Interpretes Medicinae Cursum suum quadriennio com-, 
pleant. Antemeridiana Theorica sit iectio, Doceatque primum et 
secundum Fen primi Canonis Auicennae, Microtechni Galeni, Apho- 
rismos Hyppocratis. Post meridiem practice legant quartum Fen 
primi Canonis quartique Canonis primum Item Nonum ad Almau- 
sorem et Canonis Auicennae Tertiura. Singulo saltem quinquennio 
Anatomiam fieri instituant. 

De Aromatorio. 

Cum non modo expediens , sed omnino etiam necessarium 
existat, utAromatarius simplicibus pariter et compositis pig- 
mentis secundum Artis requisita et praecepta sit instructus eorun- 
demque Minister et expertus et admodum diligens curam liabeat, 
quo Antidota et Pharmaca caeteraque medicinali usui necessaria 
debito Artificio modoque conficiautur et administrentur , Iccirco 
mens atque Jussio nostra est, vt ad minus singulis annis Apo- 
theca uisitetur. Quod si Aromatorius pro tempore Iiirisdictioni 
Vniuersitatis subfuerit, ipsa Vniuersitas per Ordinarios Medicos, 
vnacum alijs eiusdem facultatis Professoribus tunc presentibus, uel 
talibus abai/entibus per alios probos viros Apothecam quotannis 
examinari faciant. Si sit autem subditus Praefecto Ciuitatis, Is 
cum ciuium Magistro eiusmodi visitationem fieri curent. 

Porro quo securiores simus, ut quam minimum inconuenieu- 
tiae et defectus circa prgedicta de caetero contingat, nostra pariter 
est uoluntas expressa, vt alius modo peritus in Arte sua fuerit 
Aromatarius, quem praefati Medici et visitatores maturo syncero- 
que iudicio idoneum epse iudicauerint, in hoc Oppidum assumatur ; 
Non obstante quocunque Priuilegio Concessione siue gratia in 
conlrarium faciente. Quibus ex certis ratiouibus animum nostrum 



88. Ordinatio Begis Ferdinandi 1525. 147 

mouentibus derogatnm ease uolumus, sicut etiam ex potestate 
nostra derogamus. 

In liberalibus studiis. 

Professores Philosophiae Collegiorumque Magistri, quos Bur- 
samm connentores appellare cousueuerunt , ad Philosoph! am 
siue rationalem siue naturalem siue moralem uon 
admittant Auditores nisi siut Grammatici. Solita uero exercitia 
et actus suos prosequantur iuxta modum qui sequitur. 

Docebunt inprimis Paraphrasticam lacobi Fabri Stapulensis 
in Dialectica Aristotelis interpretationem et eiusdem Paraphrasim 
in Physica Aristotelis, ex quo Auditores ob Aristotelem bar bare 
uersum fastidiunt ueterem translationem, interpretaturi et decla- 
raturi eandem Paraphrasim ex veteribus Autoribus, qui minus 
inculcarunt superuacanea et sophistica. Ex quibus eligere pos- 
sunt inter A r ab e s Auerroym, Philosophiam Auicennae, Algazelis, 
de ü rsecis Themistium, Simplici um, Alexandrum, Theophrastum 
Ex Latinis Linconicum, Albertum Magnum et Thomam, Scotum, 
Ocham, Iridium Romanum, Gaietanum non Monachum et loan- 
nem de Gandauo. Neque uUatenus ad Sectarum viarumque dis- 
crimina, aut certos maxime Neotericos Scriptores asstringantur, 
ac si plures et non una via sit atque Methodus ueritatis. Hoc 
enim alitur occasio Dis.sensionum et perniciosarum Factionum, 
quibus hactenus nimium curiose et perquam anxie in animarum 
suarum Auditorumque iacturam et plurium offensionem, soli- 
diore veritatis doctrina neglecta, incubuerunt. 

Quapropter explosis vijs et sectis eorundemque nominibus 
ipsi Philosophiae Professores siue CJonuentores (ut uocant) in 
posterum sine delectu viarum et respectu Authorum in Con- 
tubernijs suis , quorum alterum A q u i 1 e , Alterum P a u o- 
nis nomine de caetero appelletur *, legant et doceant 

1 Die Namen sollen also erst eingeführt werden und die hergebrachten : 
Barsa Bealium und Bursa Modernorum verdrängen , weil 
der Unterschied der zwei Wege überhaupt verworfen wird. Es ist irrig, 
wenn manche amiehmen, die Bursen in Tübingen seien von Anfang an so 
bezeichnet worden. Nirgends bedient sich irgend ein Dokument dieser 
Ausdrücke. Die östreichischen Eäthe haben dieselben von Freiburg ent- 
lehnt, aber mit ihrer Anordnung keinen Erfolg gehabt. Schreiber G. d. 

ü. Fr. 1, 37. 

10» 



148 33. Ordinatio Begis Ferdinand! 1525. 

prsedicamentorum Paraphrasim et Epithomata siue parua Logicalia 
Fabri uelPetri Hispani Textum, aut si hunc quoque fastidiant Audi- 
tores, Rudolphum Agricolam uel Trapezuntium meliori ordine et 
clariori Interpretatione ad Auditor um profectum ex Scholijs siue 
Commentarijs praefatorum Authorum. 

In Philosophia uero morali CoUegiati duo, quando 
syncerior Habetur traductio Aristotelis atque per Jacobum Fabrum 
Scholijs et Commentarijs non contemnendis est illustrata, ipsis 
Aristotelis textum fideliter et diligenter, et non obiter ut 
hactenus tradant. Ex quo hiec Philosophiae pars maxime pertinet 
ad rectam vitae institutionem tum ad superiores doctrinas siue 
Facultates uehementer conducat potissimum ad Theologiam et ad 
Jurisprudentiam , Vnde Auditores etiam ad tam utiles Lectiones 
audiendum asstringant. 

Caeterum ipsi Magistri nihil asque curabunt, quam ut Adoles- 
centes optimse spei et indolis adhortentur, immo asstringant ad 
memoriam diffinitionum diuisionum et necessariarum demonstratio- 
num, vt magis Textui quam glossematum et quaestiuncularum 
argutijs inhsereant sibique fructum inde afferent, nomenque et 
famam Vniuersitati extendant, ne insulsi rudesque doctrina atque 
eloquio Parentum substantijs incassum decoctis domum reuertantur. 

De con ductiouibus legentium. 

Dum condueuntur Doctores et Magistri quarumcunque Facul- 
tatum, animaduertant conduetores sA Articulum ea de re Ordi- 
nationi, inter caetera Vniuersitatis Statuta insitum, quem etiam 
Conduetores ipsi prsescriptis inibi uerbis iurare solent. Adeo 
quod Externis et idoneis et utilibus aeque pateat locus atque 
Patriotis etiam in alia Vniuersitate Mj^isterij uel Doctoratus 
insignibus exornatis. 

Cumque uel parum uel potius nihil conueniat luridicae 
Facultati cum sectis Artistarum maxime ad modum superioris 
Aetatis traditarum, Conduetores de caetero nequaquam ajmulenter 
cequalitatem Collegiorum siue Bursarum, sicut hactenus illis con- 
suetum erat, Sed quae praecipua et maxima ratio esse debet at- 
tendant et respiciant ad eligendi doctrinam et peritiam in ea 
facultate quam profiteri debet. Et quia paupertas faecunda solet 



33. Ordinatio Regis Ferdinand! 1525. 149 

esse ingeniorum Altrix, Iccirco si Competitor qiiispiam statum 
eondecentem aliunde assecutus est, tum egestate oppressi, modo 
cum fructu et utilitate uel lectursB uel offitio praeesse possit, ratio 
habeatur. 

De Perpetuationibus.- 

Porro recta quoque ratione iam cautum et receptum est, ne 
quempiam Vniuersitas ad dies vitce conducere uel perpetuare 
possit ad aliquam lecturam uel offitium, si ille non prius per 
decem annos in hac uel alia Vniuersitate cum honore et Ho- 
minis sui fama legerit. 

De Facultate se absentandi seu absentijs, quas ap- 

pellant Egressiones. 

Cum hactenus Doctoribus saepius quam Äuditorum sit usui, 
concessum fuerit, vt se priuatis negotijs implicando absentent, 
Ideo expedit Absentias constringi. Proinde legentes munus 
suum per se ipsos obeant, uel si practicsß in alienis locis inten- 
dere quam lecturae incumbere malint, id de cetero citra auditorij 
iacturam faciant. Ad quod Conduetores in Assumptione siue 
Gonduetione Doctorum qaanto magis fieri possit eos asstringere 
debent. 

Item Vniuersitas moderari debet Statuta in periurij com- 
minatione, sie ut non prsestetur periurio ex nimia facilitate oc- 
casio et perinde Religio lurisiurandi in contemptum abeat. 

Caeterum statutum per Vniuersitatem superioribus aiinis in 
famosorum libellorum Autores editum ^ in robore suo per- 
maneat, dum tamen uerbum morderi et clausula quomodolibet 
offendi pro non adiectis habeantur, prout in posterum in statu- 
torum publicatione omitti debent. Durum enim- esset quempiam 
periurij reum esse ob mordacitatem uel offensionem, quae intra 
limites famosi libelli concludi nequeant. 

Postremo vt legentium singuli integras et aequales horas 
eompleant, Vniuersitas Magistratum Tubingensem conuenire et 
requirere debet, vt horologium in Praetorio ad rectas et 
aequales horas dirigi faciant. 



1 8. S. 106, 17. 



150 33. Ördinatio Regia Ferdinandi 1525. 

DecuraRectoriset Prseceptorum ergaaiiditores suos 
et vicissim auditorum^erga praeceptores offitiis. 

In prirais Rector optimatesque Vuiuersitatis studeant summa 
ope, vt congruis Statutis et mediis cohibeant Auditores, ne ut 
hactenus nimium lasciuus et dissolutus uideatur eorum habitus et 
simul incessus, sed honestioris couditionis hominibus coDueniens 
et non uilissimo cuique satelli similis. In quo ordinando utan- 
tur discretione mediaque uia non declinantes ad extrema, faciendo 
etiam discrimen inter facultates. Ferant autem in publico non 
Rheuones siue Interulas instfir vestis ad equitandum aut Iter fa- 
ciendum parataß, sed Indumenta Scholasticorum honestati congrua, 
non seapulis pendentia sed induta. lurium tarnen scolaribus 
prsesertim Nobilibus et Medicinarum auditoribus Manicis indui, 
uel non, liberum sit. Dum tarnen non fibrata discissaue sit Di- 
plois. Magistri autem Artiuni in offitijs constituti et qui iurato 
Pauperum Stipendio aluntur, omnesque Theologias et Philosophie 
Auditores non nisi indutis Manicis incedant, cuiuscunqne status 
aut conditionis fuerint. Omnes uero in vniuersum a versicoloribus 
et absc'ssis uel discissis Caligis abstineant. Liceat tamen super 
genibus gratia commodioris incessus vnam tantum scissuram fa- 
cere. Si quis Ensem aut Spatam defensionis causa deferre uelit, 
id cuiuis quoque permittatur, modo ensis sit mediocris longitu- 
dinis et non deferatur more militari aut satellitum retro ex- 
tensus *. 

Prseterea diligenter Rector et Vniuersitas praecipue iure con- 
sulti et literas humanitatis profitentes aduertant, vt si qui sint, 
qui Studium literarum negligant uel postponant, cuiuscunque ge- 
neris ordinis et conditionis existant, absque omni dilectu, maxime 
Ecclesiastici inprimisque Canonici et Prajbendarij Ecclesiae Tubin- 
gensis, qui et alibi Sacerdotia possident eorumque prouentu et 
emolumentis hie prsetextu studij aluntur, tales per Pedellum mo- 
niti, si non intra Mensis spacium lectiones Facultatis, cui inten- 
dere debent, frequenter audire ceperint, sint ipso facto ab Vni- 

1 s. oben S. 106. Diese Kleidervorschrift scheint eine Specialverord- 
nung zu sein, welche einige Jahre vor der Ördinatio ergangen derselben 
einverleibt wurde. Möglich ist übrigens, dass sie umgekehrt von hier aus 
auch in jene Statuten Eingang gefunden habe. 



83. Ordinatio Regis Ferdinandi 1525. . 151 

uersitate exclusi, priuilegijsque eiusdem priuati. Ita quo(J Rector 
immediate talem citatum in Consessn Vniuersitatis declaret et 
pronuuciet exclusum et priuatum ^ 

Et quo effectus huiusmodi exclusionis priuationis et declara- 
tionis sequatiir, requirat Praefectum uel Magistratum Tubingensem 
in pleno Vniuersitatis Consessu, ut iuxta compactatum talem ex- 
clusum non permittant vagari diutius per Oppidum neque pa- 
tiantur uelut hospitem, aut quouis alio nomine hie degere Ne 
corrurapat et inficiat, instar morbidse ouis integrum Gregem, de- 
cocturus uel paternam substaiitiam uel Ecclesiarum preebendas, 
non solum in animse suse detrimentum, sed etiam ad perpetuum 
Vniuersitatis dedecus aliorumque offendiculum. 

Simili modo attendant, ne quempiam infamiauatalium 
notatum et maxime ex damnato et incesto coitu genitum quan- 
tumvis sufficientera Cancellario pro publico examine prsesentent, 
Nisi fuerit uel a Romano Pontifice uel Tmperatore uel ab eisdem 
potestatem habentibusi legitime natalibus restitutus. 

Nos autem huiusmodi ordinationem, vt de uerbo ad 
uerbum hisce paginis inserta est, in omnibus suis punctis arti- 
culis et clausulis, matura quoque nostra deliberatione prsehabita 
discussani ratam gratamque habentes laudantes et approbantes 
inuiolabiliter obseruari et cum eflfectu exequi uelimus. Iccirco 
mandamus iniungimus et praecipimus honorabilibus deuotis nobis 
dilectis Praeposito Tubingensi tanquam Cancellario et Super- 
inteudenti Rectori ac Decanis quatuor Facultatum t)ro tem- 
pore in dicto nostro Gymnasio existentibus, ut et officiorum suo- 
rum et iuramentorum per eos prsestitorum memores summa di- 
ligentia opera et sedulitate cnrent agant et elficiant, vt prae- 
scriptaB ordinationes in omnibus et per omnes, sicut conuenit et 
quos in genere siue in specie, siue mixtim concemunt inuiolabi- 
liter obseruentur, exequantur et nullatenus infringi patiantur, ap- 
positis remedijs mulctis et psenis, quse ipsis uidebuntur adhiben- 
dae, quas ab ipsis transgressoribus cuiuscunque conditionis gradus 
et ordinis extiterint , etiam ultra ordinarias paenas ad Fiscum 
Vniuersitatis irremissibiliter exigere debent. In quantum nostram 
et Successorum nostrorum Principum in prouincia Wirtembergensi 



1 8. S. 139. 



152 • 33. Ordinatio Regis Ferdinandi 1525. 

gubernantium grauissimam indignationem ac simul offitiorum et 
Lecturarum suamm priuationem declinare uoluerint. 

Expresse eisdem iniungentes et volentes, vt in praefatis ordi- 
nationibus nihil prorsus immutent et statuant per se uel con- 
iunetos etiam sibi alios ad Consilium Vniuersitatis deputatos, 
quouis praetextu aut colore quaesito, nisi prius nobis eonsultis et 
dictis Successoribus nostris, uel nobis aut illis "a prouincia longe 
absentibus, nostris uel eorundem pro tempore Locumtenente et 
Consiliarijs prouincialis Regimiuis existentibus. 

Excepta duntaxat artistica facultate, cui integro trien- 
nio per viam probationis niodum et ordinem suum concessimus, 
ita quod si melior et breuior posthac Methodus uel puriores Au- 
tores haberi possint, ut eundem uel eosdem assumere possint et 
debeant. Accedente tarnen semper et requisito inprimis Cancellarij 
praefati, Rectoris item et quatuor Decanorum consensu- et volun- 
tate modo viarium et nomina et discrimina sint et maneant sem- 
per exclusa. • 

Non obstantibus in contrarium quibuscunque ordinationibus 
decretis statutis, etiam iuratis, aut quomodolibet hactenus intro- 
ductis et obseruatis, quibus omnibus et singulis, quatenus prae- 
missorum effectum impedire possent, ex plenitudine potestatis 
nostrae ac de praecisa nostra voluntate, etiam si talia essent, qua3 
deberent praesentibus exprimi, prout pro expressis et insertis ha- 
beri uolumus, derogamus et derogatum esse uolumus praemissis 
ordinationibus plenum nostrae principalis auctoritatis robur et 
efficaciam concedentes. In quorum fidem hasce paginas conscribi 
atque sigilli nostri impressione roborari iussimus. 

Tubingae die vieesima tertia mensis Octobris Anno 1525. 

Ferdinandus. 

Ad mandatum Ser. Dom. Principis 
Archiducis proprium. 

Ja. Spiegel. 

Univ. Archiv Mh. I, 15. Papier mit Siegel. Eisenlohr 86 



34. B«cht8tag in Bottenburg 1527. 153 



34. 

Die Universität beschwort sich zwei Doctoren zu einem 
Reehtstag wider die Widert auf er nach Rottenbnrg 

a. N. zu senden, 1. Apr. 1527. 

Wolgeborner, Edelu, Gestreng usw. E. G. und gunst syend 
unser underthenig gehorsam und willig dienst alzeyt zuvor. 

E. G. und gunst schriben, das uß K. Mt. unsers gnedigsten 
Hern beueih wir zween Doctores uß uns, den Kaiserlichen Rech- 
ten gelert, gen Rotenburg uff den Rech tag, so uff freytag 
nach Judica nechst [12. Apr.] etlicher widergetouften halber 
syn würdet, das Recht sarapt andern zu besitzen und zu urthailen 
zu verhelffen usw. haben wir alles iren inhaltz in gehorsame ver- 
nomen und fügen E. G. und gunst in aller underthenigkait zu 
vernemen: das wiewol wir all samptlich und ain yeder under 
uns insonderheit der gehorsame genaigt und willig weren und 
pillich K. Mt. unserm gnedigsten Hern, auch E. G. und gunst 
S. Mt. loblich Stathalter und Regiment unsern gn. und günstigen 
Hern in aller underthenigkait gehorsame willig gevlissen dienst 
zu allen zeiten ongespart leibs und guts, bewysen und zethundt : 

Aber wir achten und gedenken, das sollich rechtfertigung 
und recht nit bürgerlich wol pinlich syn, Eer Lib und Leben 
berürend werd oder möcht, und aber sollich gericht zu besitzen 
und darin zu urthailen oder yemandts darzu verordnen uns gantz 
beschwerlich, in ansehung das der merer thail uß uns priester, 
die andern zu priesterlichem stand in künftig zeit komen, daran 
in soUichs raercklich hinderung gebern würde. 

Zum andern ist die Universitet mit hendeln desFürsten- 
thumbs täglich beladen, darinne wir alles unser vermögen biß 
hieher mit allen treuwen und willen ouch hohen vlyß gethun und 
furo zethond willig, so würde das der Universitet ain merklich 
anhang und nachtaill gebern. 

Dan über die hendel und des Hoffgerichts des fürsten- 
thumbs, damit wir täglich beladen, haben das Regiment zu 1ns- 
pruck hievor mit andern hendeln uns ouch beladen, das wir 
uß treffenlich Ursachen abgeschlagen und nit annemen wollen. 



154 34. Bechtstag in Rottenburg 1527. 

Wa nun wir der Universitet verwanten aller anderer K. Mi, 
verwanten handeln uns sollten müssen beladen, würden die Letzen 
müssigsten und zuletst abgeen. 

So haben ouch die Universitet zu Friburg die pfarr zu 
Rotenburg, die das sie sich billicher dann wir undernemen ^. 

Ist demnach an E. 6. und gunst unser gantz underthenig 
vleißig pit uns deß zu überhaben und damit onebeladen zu lassen, 
damit wir der hendel diß forsten thumbs belangen und unserer 
Letze darin wir bestelt und verordnet dester baß vorsyn mögen. 

Das wollen wir umb K. M. unsem gnedigsten hem E. G. 
und gunst, unser gnedig und günstig Hern in aller underthenig- 
kait und gehorsamlich zuverdienen willig und bereit syn, under- 
thenigklich pittend uns in gnaden befolhen zu haben. 

Datum Montag nach Letare A. 1527. 

Rector und Regenten der U. z. T. 

An Stathalter und Regenten in Wirtemberg. 

Sattler Herz. 8« Beil. 133. Die Tübinger Doctoren, die sonst mit Statt- 
halter und Regenten auf einem sehr guten Fusse standen, was später 
Herzog Ulrich sie fühlen lässt, wussten doch zu gut, was von einer öster- 
reichischen Regierung in Kezerprocessen zu erwarten war, als dass sie sich 
zu dem Blutgericht hätten hergeben mögen. Die Juristen, aus weichen 
die Deputierten zu wählen gewesen wären, sind damals Conrad Plück- 
lin, Joh. Hemminger, Georg Simler ein Lehrer Melanchthons, 
Joh. König, Peter Neser. Das Regiment wollte die schriftliche 
Entschuldigung nicht gelten lassen, denn am 6. Mai wurde Hemminger 
mit dem Theologen Käuffelin nach Stuttgart abgeordnet, um wider- 
holt zu erklären, dass die Universität ex maximis causis keinen der ihrigen 
stellen könne. Man lag aber dennoch ihnen an, sagt Sattler H. 2^ 170, 
dass endlich Dr Jörg Farner und Balthas Stumpf sich behandeln 
liessen diesem Rechtstag beizuwohnen. Jener gehörte nicht zu der Facul- 
tät der Juristen, sondern zu den Artisten als coUegiatus; dieser findet sich 
nirgends unter den Tübinger Lehrern aufgeführt. Beide sind vermuth- 
lich jüngere Leute, in den Jahren 1513 und 14 inscribiert. Und Farner 
wird einige Wochen nach jenem Gericht von der Universität entlassen. 
Stumpf macht als brauchbarer Mann eine gute Laufbahn und wird Kai- 
serlicher Rath und Canzler in Ensisheim. Die östreichisch hohenbergische 
Regierung, welche ausserdem zwei ihrer Doctoren aus Frei bürg verschrieben 
hatte, machte am 11. Mai zu Rottenburg raschen Process. Der Haupt- 



1 Die Pfarre zu R. gehört der Univ. Freiburg, wesshalb es billig ist, 
dass diese; nicht wir, sich der Sache unt-erziehe. 



35. Vertrag zwischen Univ. u. Stadt 1527. 155 

schuldige, ein gewesener Mönch, der im Geiste der Reformatoren für seine 
Sache spricht, wird nach schändlichen Martern lebendig verbrannt, die 
Männer geköpft , die Weiber ersäuft , im ganzen zwölf Personen. Zwei 
widerrufenden werden wenigstens die Zungen ausgeschnitten. Ob Farn er 
wegen seiner Theilnahme am Gericlit entlassen wurde , wissen wir nicht 
immerhin gereicht es der Universität zur Ehre, dass zu diesem Auftrag 
keiner ihrer Rechtslehrer willig war. 



35. 

Vertrag zwischen Universität und Stadt Tübingen, die 

Beihilf vnd Collectas betreffend. 

22. November 1527. 

Wir des durchleuchtigaten grossmächtigsten Fürsten vnd 
Herrn Herrn Ferdinanden zu Hungarn usw. Königs, Hertzogen 
zu Burgimdien vnd Wirtemberg unseres gnedigsten Herrn, Jörio 
des h. -Bömischen Rychs Erbtruchsäss Fryherr zu Waltpurg Herr 
zu WolflFeck usw. Statthalter vnd Regeuten vnd Rethe des ge- 
melten Fürstenthumbs Wirtemberg bekennen vnd thun kuud 
ofifenbar mit diesem brieff: 

als zwischen den würdigen ersameii hoch vnd wolgelerten 
vnsem lieben besondern vnd guten freunden Rector vnd Regen- 
ten der Vniuersitetzu Tübingen an ainem vnd B u r g e r- 
me ister vnd gericht daselbs am andern thailn, nachgemelter 
Sachen halbn spenn irrung vnd zwitracht herwachsen, derohalbn 
sie bederseits durch ir botschuft vnd gesantten vff heut dato zu 
gutlicher verhör vnd Ijandlung vor uns betagt erschinen vnd in 
solchen irn mengein vnd geprechen mit sampt etlichen irn dar- 
gelegten fryhaiten nach notturft gegen ainander gnugsamlich 
verhört worden sein: dass wir demuach bed tail mit irn guten 
wissen vnd willen solcher geprechen halb nachuolgfender weiss 
gütlich geaint vnd vertragen haben: 

Das die Vniuersitet zu Tüwingen vnd derselben verwandten 
das spennig gelt, wie inen soUichs yetzund vfFerlegt ist, K. 
Maiestet zu vntertenigster gehorsam vnd wilfarung geben vnd 
bezaln sollen , vnd verner , ob sich gefügte , das Ir K. M. dero 
Erben vnd Nachkomen als Hern dis Fürstenthumbs Wirtemberg 



156 35. Vertrag zwischen Univ. u. Stadt 1527. 

künftiglich in Raisen oder Kriegslöfen ainich hilf an gmeine 
Landschaft begern wurden, sover dann ain Landschaft die- 
selbig hilf bewilligt an Leuten, sy erwelen die under inen 
selbs oder bestellen sy umb ain solde, darynn sollen die von der 
Vniuersitet vnd ire verwandten von iren Personen und gütern 
denen von Tübingen zehelfen nit schuldig sein : 

Bewilligten aber ain gmaine Landschaft oder der merer- 
tail söUich hilf zethon an gelte, so sollen die von Tüwingen 
macht haben ir gebürend anzal nach der Stür oder Landstür 
umbzeschlahen vnd alsdann die von der Vniuersitet vnd ihre 
verwandten yederzeit schuldig sein von irn inhabenden stürbaren 
und beschwärlichen gutem daran zugeben vnd zutragen als ander 
burger oder einwoner daselbs von so uiln,* vnd derglychen gutem 
vngeuarlich : 

Vnd sollen damit beiderseits diser geprechen halb gentzlich 
miteinander gericht vnd geschlicht vnd dieser vertrag beden thailn 
an irn fryheiten priuilegien vnd vertragen in alweg vnuergriflFen- 
lich vnd ohnschädlich sein. 

Disen vertrag haben bedertail gesandten angenommen hinder- 
sich an die irn zupringen vnd in genanter zeit zu oder abzu- 
schryben. Ouch nachuolgend denselben gütlich also angenommen 
vnd zugeschrieben vnd daruff von vns brieflich vrkundt begert, 
die wir ihnen zugeben verschafiFt vnd zu vrkundt des fürsten- 
thumbs Wirtemberg gerichts Insigel öffentlich gehengkt haben 
an disen Brief, dero zwen glychlutend gemacht sind vnd yeg- 
lichem tail ainer gegeben ist. 

Zu Stutgarten vflF den 22, tag Novembris als man zahlt 
V, Clir. u. 1. H. Geburt 1527 iare. 

Jörg Truchsess Statthalter. 

J. Raminger. 

Beide Ausfertigungen sind noch vorhanden: Univ. Archiv Mh. I, 92. 
Perg. mit< Siegel (Sigillum Ducatus Wirtembergensis ad causas. 1520) und 
Stadtregistratur. 



36. Abschied zwischen Universität and Stadt 1533. 157 



36. 
Abschied zwischen Universität und Stadt, 9. Aug. 1533. 

Abschied zwischent den würdigen usw. 

Alls vergangner tag die obgenannt^n Herrn Rector vnd 
vniuersitet gegen vnd wider gedachte Burgermaister gericht vnd 
Rat von wegen gemeiner Stat Tüwingen etlich Mengel vnd be- 
schwerden K. majestet Stathallter vnd Regiment fürpracht Der- 
halben sie baiderseits, vfif heut Dato des abschids, durch ire 
verordneten vnd gesanten vor gedachtem Stathalter vnd R^i- 
ment zu gütlicher verhör vnd Handlung betagt erschinen vnd 
verhört worden sind, Vnd aber zu Hinlegung sollicher geprechen 
nach vilfälltiger gepflegner vnderhandlung zwischen baidentailen 
ainicher vergleichung halb in der güttlichait diser Zeit nichtzit 
fruchtbarliehs mögen gehanndelt noch erhallten werden. So 
haben bemelte Stathallter vnd Regiment baidertail gesandten 
disen abschid geben, Das sie Stathallter vnd Regiment baidertail 
fiirpringen vnd was daruff gefolgt , souil die NotturflFt vnd ge- 
lengenhait der Sachen erfordert, zum fürderlichsten an die K. 
Majestet laugen lassen wollen Daruff Ir majestet ferners beuelhs 
vnd bescheids zuge warten Vnd demnach in betrachtuug wölcher- 
massen sie baiderseits irer gelegenheit nach ainander zugethun 
vnd verwandt sein , an Stat vnd innamen derselben Ir majestet 
Inen zu baidentailn ernstlich befolhen sich mittler Zeit in gutem 
freuntlichem willen fridlich vnd dermassen gegen vnd mitainander 
zuhallten zuerzögen vnd zubewysen, wie Inen wol gepürt vnd 
zusteet, das wollen sich Stathallter vnd Regiment ernstlich zuge- 
schenhen versenhen. 

Alls nun baider vorgenannten parthyen gesanten disen ab- 
schid empfangen vnd angenomen Haben Stathallter vnd Regi- 
ment innamen H. K. majestet den gesannten der vniuersitet, 
veyter zuerkhennen geben Diwyl sie die gesannten von wegen 
gemainer vniuersitet sich in diser Handlung erpotten zu abstellung 
der langen wör vnd vnzimlichen klaydungen , der sich die Stu- 
denten etlich zeither vngepürlicher weiß geprucht , ouch sonst 
anderer artickel halp , die zu frid gute r Zucht , bescheidenhait 



158 36. Abschied zwischen üniv. u. Stadt 1533. 

vnd erberm wandel dienlich sein mögen , Sonder Ordnung vnd 
Statuten zumachen fürzunemen zuuerkinden vffzuschlaheu vnd 
zugepieten denselbigen zuleben vnd nachzukomen, ouch derhalb 
mit ernstlicher straff vnd volnziehung derselbigen notturfftigs 
vnd ernstlichs ynsenhens zuthund, vnd sonderlich vmb vbertret- 
tung des fridens sich in solHch irem fürnemen vnd bedencken 
gemainer Landsordnung gemeß am iungsten vßgangen Souil 
möglich zuuergleichen Das sie dann in dem allem fürderlich vnd 
vnuerzogenlich förgangen. Das sey ouch iif Stathallter vnd Re- 
giment an Stat vnd innamen E. majestet ernstlich beuelch vnd 
maynung Sonders zwyfels soUichs werde zu gutem gelangen vnd 
vil vbels verhüten. 

Dann ferner Nachdem sich bifcher vnd noch zwischen den 
Studenten vnd burgern allerley freuenlicher Hendell begeben, ist 
abermals innamen E. majestet in krafft ir majestet oberkait 
Statthallter vnd Regiment ernstlicher beuelch, wann sich fürohin 
dermassen zwischen den Studenten vnd burgern wie gemelt ainich 
freuenliche Mißhandlung zutregt, welcher gestallt das beschehe, 
darin Studenten vnd burger mitainander verwickelt wern, vnd 
sie baiderseits gegenainander berürte Das in sollichen vnd der- 
gleichen Sachen E. majestet ober vnd vnderuogt sament oder sonder 
mitsampt ainem Rector der vniuersitet baiderseits mit ainauder 
von oberkait wegen der Sachen aigentlich inquisicion vnd erfarung 
thun, souil die notturtft erfordert vnd sonderlich so es von Nötten 
dem Rechten gemeß zugnus vnd kundtschafft ordenlich verhören 
vnd in sollicher Handlung vnd verhör der zuigen die beschaiden- 
hait hallten, damit die personen der gezuigen, onvndergriffen 
ainicher ynred, darab sie sich irer sag entsetzen oder daran ver- 
hindern lassen möchten, die warhait ergangner Handlung frey 
on alle sorg vnd forcht vnerschrocken anzögen vff das die Sachen 
souil möglich aigentlich erlernet vnd niemands vernaichtailt werde. 

Belindt sich dann vft der burger selten der vnfug, das dann 
die araptleut anstat E. majestet amptshalb den freuel vnnach- 
leßlich zubiessen vnd zustraffen haben Desgleichen herwiderumb 
So sich der Studenten halb der vnfug befende Das dann ain 
Rector der vniuersitet vermög irer priuilegien Sie der freuel halb 
auch zubiesseu vnd zustrafien haben. Darinn sie ouch baider- 



36. Abschied zwischen Univ. u. Stadt 1533. 159 

seits ynnachleßlich fürfarn vnd khain taill den andern daran 
yerhindern soll. 

Ob auch ain Student ynd ain burger mit ainander aiu fre- 
uenlichen Handel begiengen vnd khain tail den andern daruinb 
f&rnemen oder beclagen Sonder die sach allso stilschwygend hangen 
vnd beruwen lassen wollten So sollen Rector vnd amptleut baid 
mitainander nit destweniger allweg so offt sich das begeh von 
oberkait vnd amptswegen dieselbigen Sachen ynnachleßlich Recht- 
nertigen ynd mit Inquiriren, yerhor der zuigen ynd der straff 
des freueis die bescheidenhait ynd den ynderschid halten inmassen 
yorgeschriben steet. 

Vnd dlwyl sich by nechtlicher weil, zu yerpottner zeit yil- 
lerlay yngeschickter freuelicher lychtuertiger mißhaudlungen yff 
der gassen zutragen die diser zeit, nach gelegenhait der löuff nit 
zuerlyden steen, Sollen K. majestet amptleut den wachtem ynd 
Statknechten ernstlichen beuelch thun So sie ainen der yniuer- 
sitet yerwanten by nächtlicher weil zu der yerpotten zeit an yn- 
zimlichen orten mit yngeschickten waffen ynd lychtuertigem ge- 
schray oder wesen betretten Das sie denselbigen (Souer es sein 
mag mit bescheidenhait) ynuerletzt innamen ains Rectors an- 
nemen In der Stat loch legen ynd mornends am morgen mit- 
sampt den waffen dem Rector Vberantwurten. Doch soll er des 
lochgellts frey sein ynd der Rector den Statknechten yon der 
waffen wegen das widerfaren lassen Das man in hieuor ouch 
geben hat. 

Es sollen ouch wachter ynd Statknecht macht haben die ver- 
wandten der yniuersitet, wa sie in zanckh oder hader betretten 
wurden zu frischer gethät, zu friden ynd glüpt zmiemen es sey 
tag oder nacht innamen ains Rectors, ynd so sie sich des wider- 
setzen, sollen sie den oder dieselbigen Die by tag betretten dem 
Rector von stundan on yerzug vberantwurten vnd die by der 
nacht betretten in der Stat loch legen vnd morgens on ent- 
galtnus des lochgellts ouch dem Rector on ainich yn oder wider- 
red zustellen inmassen yorgeschriben stet. 

Dann ouch ain Studenf ainem Rector vberantwurt würt, der 
by nächtlicher weil ainem, er wer der vniuersitet oder der Stat 
verwannt, Sein behußung vffboldert die thür hinein trett, in sein 
Huß würff, Schmachbrieff anschlieg oder dergleichen schmach 



160 36. Abschied zwischen Univ. u. Stadt 1533. 

oder schaden vnderstünd zuzufiegen So dann derselbig von dem 
Rector für ain vbertretter erkennt wurd Soll der Rector dem 
anbringer ain guldin geben, wie vor auch beschehen. 

Die Stattknecht vnd wachter, auch ander so mit in vffpassen 
gand, Sollen by irn pflichten, so sie den amptleuten thun, von 
khainem Studenten oder burger weder miet gab noch schenckin, 
wie es namen hatt, vor oder nach dem vahen nemen, ouch khain 
vertrag pact geding oder gemecht mit inen eingeen noch machen, 
damit dem wie oblut allenthalb dest baß gelebt vnd in sollichem 
khain person für die ander angesenhen werd. 

Souer ouch ain Rector in sollichen oder dergleichen vber- 
trettungen vß erforderung der notturfft die amptleut samentlich 
oder sonderlich vmb hilfl^ oder bystand zu ainicher zeit ansuchen 
wurd, sollen sie ime dieselbigen zu allertzeit förderlich vnd vn- 
uerzugenlich mittaillen , Damit den hanndeln vnd Sachen nach 
irer gelegenhait, wie oblut, dest statlicher möge begegnet werden 
getruwlich vnd vngeuarlich. 

Dis abschids sampt den augehenckten artickeln seind zwen 
gleichs luts gemacht dem Rector der ain vnd K. majestat ampt- 
leuten der annder zugestellt, sich darnach haben zurichten. 

Geben vnd beschehen zu Stutgarten vnder des ftlrsthenthumbs 
wdrtemberg vffgetrucktem Secret den Neundten tag Augusti A. 
D. dryssig vnd drew. 

Philips pfaltzgraf 
Stathallter. 

Minsinger Cantzler 

Univ. Archiv Mh. I. 93. 



37. Reformation der Univ. 1534.35. , 161 



37. 

Eeformation der Universität 1534.35. 

Postquam 111. Priuceps literas ad vniuersitatem misit, qui- 
bus petiit, ne reforinatores vellemus impedire, duo missi sunt 
ad Ambrosium Blabeb et Simonem Gbuneum seil. D. Balthasab 
[Käiiffelin] et D. Petbus Nbsbr, qui eis visitatoribus nomine 
vniuersitatis proposuerunt, quomodo Vniuersitas parata sit, ut 
omnes defectus deprehensi eiuendarentur, et supra alias ad idem 
parata faerit. Quibus responsum est ab Ambbosio Blabeb et 
Simone Gbünbo, quod Vniuersitas debeat coneipere suos defectus 
et ipsi quoque perlustratis omnium lectionibus defectus depreheu- 
sos velint principi scribere. 

Qui visitatores cum diu negotium tardarent, vniuersitas ve- 
rita, ne ipsa tarditatis insimularetur, eis insinuauit, quod libenter 
vellet eis aliqua proponere, horam salteni ipsis conuenientem in- 
dicare veUent. Quo facto vniuersitas eis totam mentem propo- 
suit, quod quandoquidem 111. Princeps scripsisset ut euidentibus 
defectibus consulturis Ambbosio Blabeb et Simoni Gbüneo vniuer- 
sitas et superattendentes non deberent esse impedimento sed po- 
tius adiumenlo, ut negotium mature consummaretur, ipsa vniuer- 
sitas vereretur, ne ipse lUustris contra vniuersitatem segnitiei 
posset insimulare ideoque ne procrastinaretur negotium et crede- 
retur vniuersitatem esse in causa, vocasset eis et sicut prius 
dictum est, quod ipsa esset parata ad emendationem euidentium 
defectuum, quatenus ipsorum conscientie et iurata ordinatio per- 
mitteret. Ipsi visitatores responderunt vniuersitati , quod bono 
deberet esse animo et ab omni cura libera, quum bene essent 
vniuersitatem apud Principem excusaturi, nee citius potuisse pro- 
cedi. Ceterum quo ad reformationem ipsi visitassent omnium 
lectiones et non reperissent notabiles defectus quin quibus facile 
mederi posset, modo vniuersitas reciperet pietatem et euangelium. 
Nee ipsorum esset animum alicuius persone incommodare, sed 
Omnibus fauere. 

Examinatis tarnen singulis theologie doctoribiis et audita 

Urkunden der U. Tübingen. 1 1 



162 37. Reformation der Univ. 1534.35. 

confessione singulorum , si qui non omne quod ipsi docerent vel 
docuissent crederent, minati sunt depositiouem. 

Quibus vniuersitas per prepoaitum respondet ac pro bona et 
prompta erga personas vniuersitatis voluntate gratias egit. Pe- 
tiit quoque, quandoquidem in omnibus aliis visitationibus defec- 
tus fuissent vniuersitati communieati , et ipsi vellent quos repe- 
rissent defectus vniuersitati communicare. Quod licet primo ne- 
gauerint tarnen postea sunt poUiciti et prestiterunt. 

Nam ante Thome [21. Dec] in ecclesia Rectori eosdem ob- 
tulerunt ^ Super quibus matura deliberatione habita, ante quam 
eoncluderetur aliquid, Vniuersitas misit ad Ambrosiüm Blareb 
et de mora se excusauit causans quarundam personarum absen- 
tiam petiitque ad ipsarum aduentum dilationem, que et eis con- 
cessa est. 

Sed statin! sequenti die Grüneus missis literis petiit, ut infra 
triduum eis responderetur. Alias ipsos propter scriptum prin- 
cipis cogerentur defectus conceptos aut si mauis consilium de re- 
formando gymnasio ad ipsum principem mittere. Quo facto vni- 
uersitati visum est, ut ipsi visitatores et legati principis ad fa- 
cieni vniuersitatis locarentur et rector Vniuersitatis de mora ex- 
cusaret causans quarundam personarum abseutiam, articulorum 
grauitatem et iuratam ordinatiouem , cui ordinationi illi articuli 
valde aduersarentur. Petiit quoque, quandoquidem articuli essent 
ardui et succincte conscripti, vellent vniuersitati eosdem declarare, 
quod et Gruneüs diligenter fecit. 

Post quam interpretationem Vniuersitas eis respondit, quod 
per eam hactenus non steterit, quominus negotium processerit, 
sed solummodo personarum absentiam fuisse in causa, que et 
usque impediret, ne fieret processus, quandoquidem omnes iurata or- 
dinatio concerneret et absentes, quod presentes concluderent, possent 
irritare. Peteret perinde Vniuersitas, ut darentur ei indutie, do- 
noc venirent absentes. Visitatores responderunt, quod de aduentu 
absentium essent incerti ideoque non possent nisi certum illum 
terminum concedere , scilicet triduum , in quo dominus doctor 



1 Diese Artikel waren gleichzeitig dem Herzog übergeben , der unter 
dem 22. Doc. sein Einverstilndnifls an Blarer erklärt. Sattler Herz. 3^ 136 
d. Beil. 



S7. Reformation der üniv. 1534.35. 163 

Johanne H [Annbnister] posset de omnibus rebus certior fieri 
et ipsius consilium experiri. Quod vniuersitas recepit et ad Doc- 
torem Johannem se missuram et deinde responsuram promisit, 
et ita consilium dissolutum est. 

Consulto vero D. Johanne duo missi sunt, qui reforinatori- 
bus dixerunt, vniuersitatem ad respondendum esse paratam. Ad 
quod visitatores dixerunt, quod vniuersitas deberet eis suam sen- 
tentiam cum rationibus mouentibus in scriptis concipere et eis 
communicare. Quod per yniuersitatem factum est et aliqui de- 
putati sunt, qui cum eis dispensauerunt. Quo facto et reforma- 
tores petierunt indutias, que eis concesse sunt. 

Post aliquot dies* domini reformatores petiemnt conuocari 
ad hoc negotium deputatos et ita responderunt. Quod quando- 
quidem articuli uel positiones fere exdiametro pug- 
narent, non possent quidcunque aliud respondere uel tractare, 
sed negotium referendum ad 111. Principem. Quare si Vniuersitas 
uellet suam sententiam ipsis reformatoribus tradere, tunc uellent 
Stutgardie coram 111. Principe fideliter tractare. 

Ad primum , scilicet quod referendum esset ad Principem, 
responderunt quidam deputatorum : quod sperasset vniuersitas uel 
in aliquibus principio esse conuentum et de aliis potuisse ulterius 
inter reformatores et vniuersitatem tractari, ne 111. Princeps qui 
alias satis occupatus esset, illo negotio molestaretur. Sed nihilo- 
minus in sua sententia perseuerauerunt. 

Ad secundum respondit vniuersitas, quod propriam legatio- 
nem mittere vellet et si placeret reformatoribus cum eis descen- 
dere. Ad quod reformatores , potissimura vero Blaber , quod 
Princeps esset vagabuudus nee iu eisdem sedibus moraretur as- 
sidue, quare prius exploraudum, quando commode descenderetur. 
Quo explorato insinuauit vniuersitati, et ita ipsi seorsim, et vni- 
uersitas seorsim * descendorunt et coUatis inferius rationibus or- 
dinatio noua confecta est. 

Univ. Archiv VI, 25. Wer diese Aufzeichnungen , die sich auf den 
äusseren Hergang der Verhandhingen mit den beiden Beauftragten des 



1 Am 9. Dec. 1534 waren zum Herzog geschickt worden Pe. Brun 
und Balth. Käuffelin. Pressel, Blaurer 389. Diese letzte Abordnung, 
vielleicht derselben Personen, wird gegen Ende Januars 1535 fallen. 

11* 



164 37. Reformation der Univ. 1.534.35. 

Herzogs beschränken und den Inhalt derselben ganz beiseite lassen, ge- 
macht habe» lässt sich nicht sicher bestimmen. Angehängt sind dieser 
Ausführung kurze Notizen über Beschlüsse des Senats , die sich nur theil- 
weise auf die Umgestaltung der Universität beziehen. Offenbar ist das 
Papier nur durch Zufall zu den Acten gekommen, verdient aber hier auf- 
genommen zu werden, weil es die einzige Erzählung der Vorgänge ist, die 
wir aus dem Kreise der Universität haben. 

Die Geschichte der Umgestaltung der Univer- 
sität findet man bei Schnurrer Erl. 289 fiF. Heyd Ulrich 
3, 125 ff. Keim Blarer 63 ff. und Th. Pressel Blaurer 381 ff. 
vgl. auch Stalin W. G. 4, 400. Hier soll daher nur eine chro- 
nologische Uebersicht mit Einreihung einiger aus den Acten der 
U. sich ergebender Daten aufgestellt werden. 

1534. Wenige Tage nach der Schlacht bei Laufen 14. Mai, 
durch welche Herzog Ulrich in den Besitz des Landes kommt 
und dessen Reformation bevorsteht, wenden sich die Strassburger 
Theologen mit Rathschlägen an ihn. Die streng lutherische 
Richtung wünschten sie vermieden, ein Zwinglianer war nicht 
möglich , und so schlugen sie in dem Magister Ambrosius 
Blarer aus Constanz einen in Schwaben bereits erprobten mil- 
den Mann des Mittelwegs vor, neben ihm als gelehrten Beistand 
den SimonGrynaeus aus Vöhringen, Lehrer der griechischen 
Sprache in Basel. Zunächst wird jener am 24. Juli berufen, 
trifft am 30. in Stuttgart ein und findet alsbald dogmatische 
Schwierigkeiten bei den Lutheranern, welche mit Mühe ausge- 
glichen werden. Mit dem Auftrag das obere Land zu reformie- 
ren fällt auch die Universität in seinen Sprengel. 

Blarer hatte in Tübingen studiert und kannte den Boden '. 
Aber als er gegen Ende August dort eingetroffen am 2. Septem- 
ber das Predigtamt übernommen hatte, erschien ihm die Aufgabe 
bei der Universität so schwierig, dass er nach wenigen Wochen 

1 Zur Berichtigung der Angaben bei seinen Biographen dient, dass 
Bl. schon am 17. Jan. 1505, noch nicht 13 Jahre alt, hier inscribiert. Die 
Universität diente zugleich als höhere Lateinschule. Dagegen wird er 
baccalaureus erst am 23. Dec. 1511 und zwar als Frater aus Alpirsbach. 
Er ist also kurz nach Beginn seiner Studien ins Kloster gegangen und von 
dort auf die U. zurückgekommen. Magister wird er gleichzeitig mit B. 
Kilufielin am 24. Juni 1513. 



37. Reformation der Univ. 1534.35. 165 

vom Herzog die Herbeiziehung des S. Grynsßus verlangte \ 
Unter den Theologen fand er nur bei Balthasar Käuffelin 
Entgegenkommen, das aber nicht ganz aufrichtig und von kurzer 
Dauer war; dem streitbaren Gallus Müller musste er die 
Kanzel verbieten lassen. Und erst nach des Grynaeus An- 
kunft , im Anfang Novembers beginnen ernstliche Verhandlungen 
mit der Universität , von deren mühsamem Hergang die vorste- 
henden Aufzeichnungen erzählen. 

Den Rath der Universität bilden zu dieser Zeit folgende 
Männer. 

1. Der Theologen Senior ist Peter Brun, von den Refor- 
matoren der Mönch genannt, welcher oben S. 110 flF. erwähnt 
ist. Ferner Gallus Müller von Fürstenberg, zugleich Stadt- 
pfarrer. Er war als Freiburger BaQcalaureus 1509 nach Tübingen 
gekommen. Die Reformation vertreibt ihn wieder nach Freiburg, 
von wo aus er Hofprediger des Königs Ferdinand in Innsbruck 
wird. 1537 stiftet er mit seinem ganzen Vermögen eine Burse 
in Freiburg Domus S. Galli genannt und stirbt 1546 in Meran. 
F. X. Werk Stift. Urk. von Freiburg 128 ff. 

Balthasar Käuffelin aus Wildberg inscr. 1510, Doctor 
1521, ein in den Geschäften der U. bewanderter, auch in seiner 
Art gelehrter Mann. Herzog Christoph nennt ihn einen ver- 
dienten Lehrer. Er stirbt 1559. 

Johannes Armbruster von Walddorf in der Nähe Tü- 
bingens, dfer jüngste der Facultät , inscr. 1520, ist im Winter 
1534 auf 35 Rector. Er erhält später ein Canonicat in Würz- 
burg, ist aber im Sommer 1535 noch da. 

2. Die Juristen sind: Johann Hemminger von Vaihin- 
gen inscr. 1490, angesehener Lehrer und Sachwalter, der sich 
zur Reformation hält und z. B. gemeinsam mit Blarer ein Be- 
denken darüber abgibt, wie Universitas mit Professoren zu be- 
stellen (Aichmann), schon 1537 in den Rath nach Stuttgart be- 
rufen wird und dort 1549 stirbt. 

Georg Si ml er aus Wimpfen kommt kaum mehr in Be- 
tracht. Von ihm schreibt Blarer am 17. Febr. 1535: Simlerus 



1 Schreiben an den Herzog vom 29. Sept. : Er ist warlicj^ ein frommer 
geler ter türer vnd nit bald vergleichlicher mann. 



166 37. Reformation der Univ. 1534.35. 

plane doctus legum interpres apoplexia laborat, qui vereor ut 
possit restitui. 

Er ist wohl 1537 gestorben ; und ihm ist Johann es König 
von Oettingen , ebenfalls geschätzter Jurist, am 21. Juli 1534 
vorangegangen. 

Peter Neser aus Neidingen bei Fürstenberg, verwandt 
mit Gallus Müller und von ihm im Testament bedacht, inscri- 
biert als Magister 1517. Er versieht eine Lectur des canonischen 
Rechts seit 1525 , ist den neuen Dingen abgeneigt und trennt 
sich schon im März 1535 von Tübingen. 1537 erscheint er als 
kaiserlicher Rath in Ensisheim. 

Jacob Kalt von Constanz inscr. 1521, Lehrer des cano- 
nischen Rechts, verschwindet nach der Reform, ohne dass wir 
erfahren, wohin er sich gewandt hat. Eine ausserordentliche 
Lection der Institutionen versieht Joachim Kegel von Neren, 
Magister seit 1 524 und in den Bursen angestellt, jetzt im Ueber- 
gang zum Jus begriffen. 

3. Von den Medicinern hat Rudolf ünger von Blau- 
beuren, schon 1480 inscribiert, die Siebenzig überschritten und 
kann seinem Amt nicht mehr nachkommen. Er wird im April 
1535 entlassen. Die ganze Facultät besteht also aus Michael 
Ruck er von Wiesenstaig inscr. 1521, Mag. 1526, Med. D. 1529. 
Er war kein Freund der neuen Lehre. Noch 1556 sagt eine 
Instruction H. Christophs von ihm, er sei nit allein ein Papist, 
sondern habe noch mehr besondere opiniones und Untugenden. 
Stirbt 1561. 

4. Aus der ansehnlichen Zahl der Lehrer der Artistenfacul- 
tät, der Magistri regeutes sollen der Ordnung nach vier in den 
Rath gewählt werden. Welche vier damals diese Sitze innehatten 
lässt sich nicht bestimmen. . Die bedeutenderen unter ihnen sind 
folgende. 

Gebhard Brastberger aus Urach inscr. 1521 liest über 
Dialektik, geht später zu den Juristen über, wird Assessor des 
Hofgerichts und nimmt 1559 seinen Abschied. 

Kaspar Kurrer aus Schorndorf inscr. 1516 versieht seit 
1523 die griechische Lection. Er ist Schüler Melanchthons und 
veranstaltete auf dessen Antrieb die erste Ausgabe der Chronik 
des Lamberf von Hersfeld, Tübingen bei Morhard 1525. Eben- 



37. Reformation der Univ. 1584.35. 167 

daselbst zwei Jahre früher: Fontani epistola missa e Rhodo. 
Dass er gleichwohl der Reformation sich nicht zuneigte, zeigt 
ein Brief des Grynaeus an ihn vom 31. Okt. 1534. Doch hat 
er sich mit der Aenderuug abgefunden. Später, als die klassi- 
schen Sprachen in andere Hände übergiengen, finden wir ihn 
als Notar der Universität. 

Michael Schwicker — Swigger, Suicker, Schweicker — 
von Ganstatt inscr. 1522, mag. 1526, liest seit 1530 über Jose- 
phus, Csesar und überhaupt Latein, Rhetorik, Poetik auch Historie, 
wird aber durch Hinzutritt der neuen Humanisten gleichfalls 
überflüssig, soll daher physica lesen 1540. 

Michael Vaih — Fech, Vaj, Phai — aus Brakenheim 
inscr. 1521, mag. 1524, liest vomämlich oratoria, aber auch 
Cicero, Terentius und ist eine Zeit lang Vorstand des Pädago- 
giums. Er resignierte seine Lection 1553 und wurde herzoglicher 
Rath. Stirbt 1557. 

Jakob Scheck von Schorndorf, nachmals einer der be- 
rühmtesten Lehrer, welche Tübingen in jenem Jahrhundert ge- 
habt hat, inscr. 1526, m^. 1530. Seine Lection ist meist Ari- 
stoteles, doch auch Virgil u. a. Seine Schriften zu Aristoteles, 
zu deren Herausgabe die Regierung selbst ihn aufforderte, haben 
ihn überdauert und wurden in Lyon widerholt aufgelegt. 1533 
geht er zur Medicin über, die wesentlich in Exegese bestand, und 
stirbt lebenssatt 1587. Es ist von ihm anzunehmen, dass er 
der Reformation aufrichtig entgegenkam, obgleich man in der 
Zeit der Concordie auch ihn nicht ganz rechtgläubig fand. 

Der Astronom und Mathematiker, der übrigens eine der ge- 
ringeren Stellen hat, sofern er nicht zum Rath der Facultät ge- 
hört, der Nachfolger Stöfflers, istPhilippImser — Ympser .— 
aus Strassburg, inscr. 1526. Den Geschichtschreibem der U. fast 
unbekannt ist er doch nicht unbedeutend gewesen. Als er 1557 
seiner mathematischen Lection erlassen zu werden begehrt, sucht 
ihn der Senat mit allen Mitteln zu halten, er bleibt aber bei 
seinem Vorsatz, um seinen Arbeiten ungestört nachzugehen, na- 
mentlich ein für den Kurfürsten von der Pfalz, Ottheinrich, einen 
Liebhaber und Kenner, bestimmtes mechanisches Werk zu vollen- 
den. Vielleicht dachte er in dessen Dienste zu treten ^. 



1 Ratione D. Phil. Imseri lectse sunt literss eius ad Senatum, quae 



168 37. Reformation der üniv. 1534.35. 

Der Hebraeus ist ein früherer canonicus regularis des Adel- 
berger Kloster^ Wilhelm üelin, 1529. nach T. gekommen. 
Die Reformation verscheucht ihn nach Ingolstadt. Seine Schrif- 
ten s. bei Schnurrer, Lehrer d. hebr. Lit. 90. 

Als gleichzeitig mit diesen sind noch folgende Namen etwa 
aufzuführen: Johann Renninger (Rominger) aus Stuttgart 
inscr. 1505, Nicolaus Esslinger aus Gmünd inscr. 1507, 
zugleich Med. D. , Melchior Ruch (Rauch) aus Kempten 
inscr. 1511, Gabriel Sattler aus Waiblingen inscr. 1526, 
eine Zeit lang Pädagogarch auch Notar d.U., Konrad Schott 
aus Tagersheim inscr. 1523, später Jurist und Kanzleiadrocat, 
Georg Kämmerlin von Urach inscr. 1526, liest physica, ist 
nachmals Superattendens der herzoglichen Stipendiaten, die sich 
durch Unbotmässigkeit bemerklich machen, und endlich Mediciner. 

Als der einflussreichste Mann an der ü. ist aber der Probst 
des Stifts und Kanzler Ambro sius Widmann auch Maichin- 
ger genannt anzusehen, der Sohn eines Tübinger Professors der 
Medicin. Er hatte 1490 inscribiert und war kaum erst Assessor 
des Kammergerichts in Worms geworden, als ihn der Herzog — 
vermuthlich durch Einfluss des Gr^or Lamparter und dessen 
Familie bewogen — auf den durch Nauclers Tod erledigten Posten 
berief. Zu diesem Zweck musste er erst geistlich werden und 
die Weihen nehmen ; das gieng aber so geschwind, dass man da- 
ran sehen kann, wie beliebt er bei dem höheren Klerus war. Und 
dem Klerus mehr als dem Herzog ist er in der Folge treu geblieben. 

Die Universität war bis dahin eine durch die wichtigsten 
Vorrechte geschützte selbstständige, nicht blos sich selbst regie- 
rende und ergänzende, sondern auch von eigenem Vermögen le- 
bepde Körperschaft gewesen, welche keine andere Autorität über 
sich erkannte, als in gewissen Dingen die Kirche. Der Auftrag 
der beiden vom Herzog gesandten Männer gieng zunächst dahin 
dieselbe dem neuen Glauben zuzuführen, musste aber nothwendig 



continebant oblationem pulcherrimi operiB nimirum sphaarse cum tabulis 
theoricis. Der Senat schenkt dafür 30 Thaler. ASen. 10. Febr. 1554. 
Imser hat ein instrumentum für den Comes Palatinus, zu welchem er 
a. 1554 mit seinem in Tübingen lebenden Fachgenossen Nie. Pruckner 
gereist war, fertig und lässt es durch die Mathematiker prüfen. ASen. 
16. Aug. 1558. 



37. Reformation der Univ. 1534.35. 169 

die Unterordnung der Körperschaft unter den Landesfürsten im 
Gefolge haben. Diese Forderung wird nirgends ausgesprochen ^ 
sie zieht sieh aber während der ganzen Regierung Ulrichs durch 
alle Verhandlungen hin als die im Hintergrund stehende noch 
zu lösende Frage. Der Herzog wünscht oder befiehlt, die Uni- 
versität gibt nach aus Rücksicht auf den Willen des Herzogs. 
Die Entscheidung ist ihren Händen entschwunden und wird in der 
Regel durch eine Deputation, welche mündlich noch alle Gründe 
geltend zu machen bat, bei Hof und Regierung eingeholt. 

Der erste Abschnitt der Handlung, welche Blarer und 
Gry n» US mit der U. zuführen haben, erstreckt sich durch die 
Monate November December und Januar. Aus den obigen Auf- 



Zeichnungen geht hervor, dass eine Einigung der Reformatoren 
mit der U.» nicht erzielt wurde, da die Ansichten sich fere ex 
diametro widerstreiten, sondern dass jene, ein gütliches Abkommen 
nicht mehr erwartend, ihre Propositionen zur Genehmigung an 
den Herzog brachten, bei welchem auch die Universität vergebens 
sich bemQhte *. Der Herzog genehmigt, wie zu erwarten war, die 
vorgel^en Puncte, welche gleichzeitig der Universität mitgetheilt 
werden und nun mit jener Autorität im Rücken zur Berathung 
kommen sollen. 

1535. Die Universität sacht während der ersten Wochen 
des Januar in Verhandlungen mit den Commissarien über die 
Vorige zu retten, was noch zu retten ist, und tibergiebt dem 
Herzog auch ihrerseits durch Deputierte Artikel und Beschwerden. 



1 Nur ein darauf gehender Erlass wird (bei Aichmann) erwähnt: 
Nach H. Ulrichs einkommen, hat er Vniuersitati beuolhen kein lectur ohn 
sein Vor wissen vnd willen zuuerleihen. Dessen Vniuersitas sich beschwert, 
alß ob solches iren priuilegiis zuwider, hab sich doch erbotten sich weisen 
zuelaßen. 

m 

2 A. 34 [vielleicht ungenau statt 35] hat uff A. Blareri vnd S. Gry- 
nsei der Univ. zugestellte Articul (quidesunt, wieauch der beuelch 
vnd andere s chriften, welcher gestal t die reformation 
inen beuolhen worden) Vniuersitas Hertzog Ulrich ir bedencken vber- 
schickt, so sich fürnemlich referiert vff Hertzog Eberhards Ordination de 
a. 1491. Aichmann Ms. bist. 145. Schon damals fehlten also die we- 
sentlichsten Acten ; das Bedenken der U. , welches A, noch sah, ist inzwi- 
schen verloren gegangen. Auf die Artikel der Universität nimmt die Or- 
dination vom 80. Januar 1535 Bezug. 



170 37. Reformation der üniv. 1534.35. 

iDzwischen ergehen, ohne dass man sie fragt, bereits Berufungen 
nach allen Seiten und am 30. Januar erscheint die Reforma- 
tion und Neuordnung der Universität, unten N. 38. 

Kurz darauf entweicht der Kanzler Widmann nach Rotten- 
burg unter östreichischen Schutz. Die letzten Promotionen der 
Artisten fanden am 10. Januar statt. Am 12. Febr. erkennt die 
U. die Ausnahmestellung der Reformatoren dadurch an, dass sie 
ihnen, als legati Principis die Stelle nach Rector und Kanzler in 
in ihrem Rathe anweist. Am 17. schreibt Blarer höchst be- 
friedigt an BuUinger über den Fortschritt; Braun, Müller, 
Armbruster, Unger seien entlassen, auch zwei Ganonisten 
werden ihnen folgen. Advocamus praestantes medicos, excellentes 
iurisconsultos, egregios theologos, linguarum professores peritissi- 
mos. Jungentur duo ista factiosa Realium et Nominalium, sie 
enim appellant, contubemia, ut unum sit contubernium, ubi Om- 
nibus in commune praelegatur Aristoteles , preelegantur bonae li- 
terae. Ampliora erunt quam hactenus salaria. Ja Blarer denkt 
sogar an baldige Heimkehr. 

Die Messe wurde am 7. März abgestellt, die erste Gommunion 
am 21. gehalten. Inzwischen hatte Peter Neser am 15.. seine 
Entlassung genommen, andere waren schon beim Anzug des Ge- 
witters in der Stille verschwunden, wie der Magister Johannes 
Oaudens Auhauser von Reutlingen inscr. 1526, der in der 
Bursa angestellt im October 1534 resignierte und es später in 
Wien bis zum Bischofi gebracht haben soll. Der Mag. Johannes 
Zink aus Esslingen inscr. 1525 geht im März 1535 nach Frei- 
burg , wo er aus einem Philosophen Ai'zt wird , aber frühzeitig 
stirbt 1545. 

Die neuen Ordnungen sind aber nicht so schnell ins Leben 
geführt, als auf das Papier gebracht. Blarer ist viel auswäi^ts 
in den Kirchen beschäftigt, Grynaeus muss allein in Tübingen 
Stand halten und ist schon im Juni auf dem Sprung nach Basel 
sich zurückzuziehen. Der Gegensatz der einheimischen lutheri- 
schen Theologen gegen die beiden hat sich verschärft K 

1 Schon am 10. April schreiben die Bäthe an den Herzog, man sage, 
es werden in seinem Land zwei Secten in der Religion sach gepredigt die 
ein ob der Staig in des Blarers und die ander bieunten in des Schnepfen 
bezirk. 



87. Reformation der Univ. 1534.35. 171 

Allerdings trifft nun auch die wirksamste Hilfe ein mit den 
berufenen Lehrern. Am 10. Mai wird Bartholomseus Aman- 
tius aus Landsberg (s. Prantl Gesch. d. ü. München 1, 211) 
Jurist, in den Rath der ü. eingeföhrt, am 27. Wilhelm Bi- 
g o t , ein Franzose aus Laval , angestellt , ut physica d. i. Ari- 
stoteles prsßlegat ^ Am 30. Juni fo^en Johannes Sichard 
aus Bischofsheim , Jurist, und Joachim Gamerarius aus 
Bamberg, der bekannte Humanist, damals 35 Jahre alt, welchem 
Grynseus Rolle zufallen sollte, sowie der Baseler Theolog Paul 
Gonstantin Phrygio * aus Schlettstadt , freilich mehr Pre- 
diger als Professor. Der letzte erkl^ im Senat, haec omnia 
clam ab ipso facta esse, sed tarnen academiae inserviturum pro 
virili. ASen. Am 14. August tritt der bekannte Arzt und Bo- 
taniker Leonhard Fuchs aus Wemding ein, am 4. Dec. end- 
lich der erklärte Freund der Reformation Melchior Volmar 
Ruf US (Rot) aus Rotweil, Philolog und Jurist ein vielgereister 
Mann, der auf französischen Universitäten gelehrt hatte. Gry- 
nseus aber, seiner Arbeit müde, ist Ende Julius abgereist und 
durch das dringendste Zureden Blarers nicht zur Rückkehr auf 
den unerfreulichen Posten zu vermögen. 

Nachdem die neuen Lehrer sich kaum etwas eingelebt, findet 
man für nöthig der Universität neue Statuten zu schaffen, da 
die alten in manchen Stücken sich überlebt hatten. Schon ihre 
Sprache war den Humanisten nicht mehr erträglich. Ihre Re- 
daction ist ohne Zweifel Aufgabe des Gamerarius gewesen. 
Am 12. Nov. begann die Berathung der einzelnen Artikel, und 
am 24. Juni 1536 ist man soweit, dass man die Frage aufwirfk: 
quid Rectori cum statutorum publicatione faciendum sit et qua- 
liter res aggrediunda, quo statuta confirmentur. Placuit id ne- 
gotii ad Principem per dominos Gomraissarios referri scilicet D. 
Paulum Phrygionem A. Blarer et Joa. Gamerarium. ASen. In 
solcher Entscheidung der Frage lag schon die Anerkennung der 
neuen Wendung der Dinge, und desshalb versäumt selbst noch 
am Ende jenes Jahrhunderts, Kanzler Aichmann in seiner Re- 



1 Er bat nicht lange ausgebalten, wie er überhaupt ein Abenteurer 
war, und gieng im folgenden Jahr nach Basel. 

2 Die Berufung des Herzogs an ihn ist vom 21. Januar. 



172 37. Reformation der Univ. 1534.35. 

lation nicht den Herzog Friederich, der wirklich die alten Pri- 
vilegien vollends umgeworfen hat, auf dieses nützliche Zugeständ- 
niss aufmerksam zu machen. 

Aber dem Herzog Ulrich und seiner Regierung war nicht 
sowohl daran gelegen diese Grundsätze und Grundrechte in neuer 
Form aufzustellen, als vielmehr die Universität nach seinem Sinn 
zu besetzen und den Unterricht zu ordnen. Um das auf wirk- 
same Weise vollends zu erreichen, bedarf er nicht blos einer ge- 
lehrten sondern auch einer kirchlichen Autorität , welche über 
dem Zwiespalt der theologischen Parteien in Stuttgart und Tü- 
bingen steht, und wendet sich widerholt an den Mann, dessen 
Hilfe man schon früher vergebens begehrt, der aber von seiner 
Jugend her eine freundliche Gesinnung gegen die Universität 
bewahrt hatte, anPh. Melanchthon^ Inzwischen legt man 
die neuen Statuten ad acta, um sich nicht etwa die Hände zu 
binden. 

Melanchthon kommt in der zweiten Hälfte Septembers 
nach Tübingen, wo er als Gast des Camerarius etwa drei Wochen 
verweilt und die Sachen sich ansieht , um sodann beim Herzog 
in Nürtingen seine Rathschläge zu geben. Der Rector Leon- 
hardPuchs undSichard waren ihm von der U. beigegeben, 
und am 15. Okt. vei'sichert er von dort aus Rector und Doctoren, 
dass der Herzog die besten Absichten gegen die Universität hege, 
und dass — womit der Umschwung der theologischen Richtung 
eintritt — Johannes Brenz aus Hall, auch ein weiterer Ju- 
rist werde berufen werden. 

Der Herzog geht nun rasch vorwärts und schickt am 26. 



1 Die Angaben der Tüb. Matrikeln über M. sind folgende: inscribiert 
ist er unter dem Rectorat des Job. Scheurer (des nachmaligen Kanzlers 
Ofterdinger) als PhiHppus Schwartzerd ex Pretan am 17. Sej)t. 1512. Nach 
der Matrikel der Artisten Facultat wird er unter die Baccalaurei aufge- 
nommen unter dem Decanat des Johannes Aschmann : Phil. Schwartz-Erd 
Bretensis 3. Dec. a, 1512, habet autem locum ante baccalaureos in pro- 
motione Cinerum anni eiusdem. M. hatte in Heidelberg schon IV id. Junii 
1511 das Baccalaureat erhalten, Camerarius vita Mel. ed. Strobel 13. Es 
wird ihm aber nach den Statuten der Facultat ein halbes Jahr abgezogen. 
Er magistriert unter dem Dekan Johannes Kreß in die conv. Pauli 1514 
als der erste unter eilfen. 



37. Reformation der üniv. 1534.35. 173 

• 

Okt. seine Räthe Bernhard von Göler ', den Marschall Jo- 
hann Konrad von Thnmm und den Doctor Philipp 
Lang. Sie hören die Wönsche der Universität und zögern nicht 
— was der U. besonders am Herzen liegt — die ausserordent- 
liche Befugniss der Reformatoren für erloschen zu erklären. Da- 
mit ist Blarers Auftrag in Tübingen, dem er sich nicht ge- 
wachsen gezeigt und deissen Verfolgung er selbst schon entsagt 
hatte, förmlich geschlossen. 

Das Ergebniss dieser Reihe von Berathungen ist die vom 
3. Nov. 153G datierte Ordination, welcher der beruhigende 
Titel gegeben wird: Confirmatio Pr ivilegiorum Uni- 
versität is, s. unten N. 39. 

Johannes Brenz von Weil der Stadt und damals Pre- 
diger in Hall, also ein Reichsstädter, der nicht in Tübingen, 
sondern in Heidelberg seine Studien gemacht hatte, erscheint am 
3. Dec. vor dem Senat und erklärt, dass er auf den Ruf des 
Herzogs uud der Universität vom Rath in Hall für die Dauer 
eines Jahrs Urlaub erlaugt habe, um hier zu lehren (ut profes- 
sorem theologiae et pietatis nobiscum hie agat). Ausserdem sei 
er verpflichtet im Fall ausserordentlichen Bedürfnisses auch schon 
früher heimzukehren. Zunächst könne er nicht bleiben, sondern 
werde um die Mitte der Fasteuzeit widerkommen. 

Anfang Aprils 1537 trifft er ein und lässt sich am 17. in 
die Matrikel einzeichnen. Er bringt, nachdem kaum vor wenigen 
Monaten die neue Ordnung ausgegeben war , weitere Artikel 
mit sich, nach denen fürder gelebt werden soll, und 
legt dieselben am 1 1 . der Universität vor. S. unten N. 40. Die- 
selben lauten streng und zeigen, wie langsam das neue Boden 
gewann. 

Die nächste Aufgabe neben den Vorlesungen ist für ihn die 
Vollendung der früher nicht perfect gewordenen Statuten. 
Dabei hat die Regierung sich des ihr dargebotenen Vortheils be- 
dient und bringt den Entwurf als ihre Vorlage ein am 3. Mai. 
Domini Brentius et Camerarius commissarii Principis, ex 



1 Dieser B. Göler von Ravensburg hatte in seiner Herrschaft 
im Kraichgau bereits reformiert. Brenz widmet ihm schon 1534 eine« 
seiner Bücher. 



174 37. Reformation der Univ. 1534.35. 

« 

commissione quadam in üniversritate a se lecta, ceperunt Ordina- 
tionen! Univ€nrtatr a Principe aliqnam da tarn articulatim 
dispntare et pro ea atque eins punctis et articulis servandis la- 
borare. ASeu. 

Daneben gehen Unterhandlungen fort mit fürstlichen Visi- 
tatoren z. B. im Juni zu Urach, wegen Zuschüssen (additiones) 
welche die Regierung leisten solle — die hohen Gehalte hat ja 
der Herzog angeordnet — über Errichtung eines roUstandigen 
Pädagogiums, einer Bibliothek und über Verwaltungsfragen. Auch 
wegen der Stipendiarii des Herzogs — des nachmals sogenannten 
Stifts — mit welchen die Universität sich nicht gern belädt, 
unterhandelt Blarer im November 1537, ohne dass die Sache 
sogleich in richtigen Gang gebracht werden konnte. Für die 
Humaniora, auf deren Hebung man besonders bedacht war, wurde 
im November auf warme Empfehlung Melanchthons Matthias 
Garbitius, Illyricus benannt , angenommen. Ihm überlässt 
Camerarius das Griechische und beschränkt sich auf Latein *. 

Bis zum Ende des Jahrs 1537 gelangen auch jene neuen 
Statuten zu ihrem Abschluss, welche selbst in den Protokollen 
des Senats mit der unrichtigen Bezeichnung Ordinatio, und 
zwar Ordinatio Principis, belegt werden, vermuthlich um anzu- 
deuten, dass das nicht Statuten im herkömmlichen Sinn, sondern 
eine aufgedrungene Verordnung sei. Sie .werden am 26. Januar 
1538 von der ganzen Universität beschworen. ASen. s. unten 
Nr. 41. Gleichzeitig dringen die beiden Commissarien darauf, 
dass auch die Facul täten ihre Statuten erneuem und dem 
Senat zur Prüfung und Gutheissung vorlegen. Diese Arbeit 
scheint aber langsam zu gehen: am 4. Mai wird zwar über die 
Statuten der Mediciner berichtet, wofür Leonhnrd Fuchs 
als einem geschäftsgewandten Mann wohl das Verdienst zufällt, 
die Juristen dc^egen müssen noch im September d. J. an ihre 
Statuten erinnert werden, deren Bestätigung durch den Senat erst 
ein Jahr später wirklich erfolgt. ' 



1 Die Wahl war nicht glücklich. Die Instruction der Visitatoren von 
1556 sagt: Illyricus sei gleichwohl gelehrt, habe aber nit gratiam do- 
cendi, sei auch unserer Confession uffsätzig und beharrlich zuwider, one 
betrachtet, das er hievor zu Wittenberg gewesen, von Ph. Melanchthon 
gen Tübingen promoviert und uiF die 20 Jahr daselbst gehalten worden. 



37. Reformation der Univ. 1534.85. 175 

Im wesentlichen war damit die Neugestaltung der Univer- 
sität vollendet, und Brenz schied von Tübingen, nachdem er 
gerade ein Jahr dort zugebracht hatte. 

Brentius valedixit — 6. Apr. 1538 — dominis de con- 
silio Universitatis. Gratias egit. Excusauit se ambitionis uitio, 
si quid peccauisset rogauit ueniam. Admonuit Universitatem de 
capitibus quibusdam nondum perfectis, de quibus etiam retroactis 
diebus senatum DD. Commissarii admonuere. Nempe de confir- 
matione singularum facultatum statutorum. De superintendentia 
Bursse. De communi hospite. De superintendentia Stipendii 
Martiniani. Ne chalcographus quippiam absque Universitatis 
approbatione emittat. Et demum, ut de funeribus aliquid certi 
constituatur. Postremo poUicitus fuit operam suam et rogauit, 
ut omnia facta dictaue boni consulant. ASen. 

Ein neuer Propst und Kanzler wird aber erst gegen Schluss 
des Jahrs zu Stande gebracht. Nachdem alle Versuche einen 
Verzicht des entwichenen Kanzlers herbeizuführen an seiner Hart- 
näckigkeit gescheitert waren, und die Universität selbst, welche 
in die neue Lage sich nicht finden konnte, durch unnöthige Be- 
denken das Vorgehen der Regierung erschwert hatte , stellte 
endlich am 1. December der Obervogt von Tübingen Friz Ja- 
kob von Anweil im Auftrag des Herzogs den von diesem 
ernannten Probst und Kanzler dem Senat vor. Der Doctor der 
Eechte und Dechant des Stifts in Stuttgart Johann Seh eurer 
(auch in P e 1 1 i o übersetzt) von Ofterdingeu, welcher in frühe- 
ren Jahren unter den Magistri regentes gewesen war, hatte die 
Stelle — wenn auch ungern — übernommraen. Die Univer- 
sität bezeugt dem Herzog ihre Dankbarkeit und der neue Kanz- 
ler leistet den beim Eintritt in den Senat üblichen Schwur. 



178 B8. Ulrichs Ordnung Tom 30. Jan. 1535. 

Zum dritten, Lassen wir vns geualleu, Nachdem vnd 
wir in Rat befinden, das yetziAd zum anfang Anfangs die D i a- 
lectic in latinischer Sprach mit verglichung der griechischen 
Text den Baccalaureis mit sonderm vleis vorgelesen werde, wie 
dann Ir sollichs in ewern fürgetragnen Artickeln begriifeu haben, 
derglichen wir mit lesen des alten vnd newen Testamentz 
zu anfang gehalten haben wollen. Ob aber mit der Zyt ain son- 
derlich heüfliu iunger geschickter Knaben sich zusamen schlahen 
würdt, vnd wolten in sollicher Lection etwas in irer vnd aigner 
sprach lesen hörn , da soll man inen mit extraordinarien Besol- 
dungen vnd Lectionen nach gelegenhait der zyt vnd personen 
bestellen vnd verordnen. Deßgleichen ob sich fLlrtragen würde, 
das baid alt vnd new Testament in der Theologien Schul möch- 
ten in ir aigen sprachen gelesen werden, Das wellen wir hiemit 
bewilligt, beuolhen vnd zugeschehen, on ainichen Hindergang für 
gut angesehen haben. 

Darneben wollen wir hiemit für gut angesehen haben, das 
man der Dialectic halb mit den Baccalaureandis vnd Magistran- 
dis ain sonderlichen vnderschid haben, wie dann hernach volgen 
würdt Dann ie nit gut, das man die iungen Knaben mit den 
Schweresten biechern bemüw. Sondern vom leichtern vf das scbwe- 
rest syberlich vnd mit sonderm vleis layte vnd fiere. 

Zum Vierdten, So ordnen wir, das fürter ain geschickter 
vnd in den Sprachen erfarner Aristotelis phisicam allein 
in der pursch lese vnd lere, mit rechter vnd warhaflFter der grie- 
chischen Sprach vergleichung, Wie dann hieuor mit der Dialec- 
tic angezegt ist. Doch wa die Sprach zunemen, Soll zugelassen 
sein, dise kunst nach irer ai*t vnd aigenschafft auch in irer 
sprach zulesen. 

Zum Fünfften, Souil den sechsten von vch angezognen 
Artickel pedagogos A^^ch anders beriert, Ist vnser gutbeduncken, 
will, maynung vnd Ordnung vß vilerley Vrsachen wie nachuolgt. 
Vnd anfänglich So wollen wir das lürterhin zu Tüwingen sollend 
dry nacbuolgend Schulen geordnet vnd gehalten werden, 
Nemblich die Erst Tri uialis, darinn die iungen Knaben sollen 
vnderwisen vnd gelert werden Latinisch lesen, schryben, decliniem, 
coniugiern vnd Grammatices principia, Vnd sonderlich der Music 
halb zu Chorsingen gehalten werde. Derglichen auch in andern 



37. Ulrichs Ordnung vom 30. Jon. 1535. 179 

Stetten dises ynsers Fürstenthumbs kinder schulen angericht 
werden sollen. 

Die ander Schale, Soll sein ain pedagogi um darein dann 
eerliche kinder Yom Adel Burgerschafft vnd anderer Leuten, In 
vnd Ysserhalb dis Landts geschickt ynd verordnet werden mögen. 
Darzu dann wir nebend der Purß ain sondern Platz angesehen 
haben, als nemblich das Augustiner oder parfuCer closter, oder 
sie baide nach . antzal der personen oder gelegenhait der zyt. Da- 
rtiber wollen wir, das ain sonderer geschickter vnd fürtreffen- 
licher Mann zu ainem Pedagogarcha vnd darnach dry ge- 
lerter Magistrj , oder souil nach Mängin der personen , gesetzt 
vnd verordnet werden, WöUiche dann die knaben dises Pedagogij, 
nach art vnd wissenhait der knaben in ire Classes austhailen, 
Vnd vnderschidenlichen setzen vnd ordnen sollen. Also das die 
knaben von einer Classe in die andern geruckt werden mögen, 
alles zu Raitzung vnd yffer, damit sie durch die Eer vnd Schand 
zum Studio dester mer gezogen vnd geraitzt werden. 

Doch wellen wir hierinn der Lerer Thiranny vnd herttigkait, 
die yetzuzyten sie vben möchten nit zulassen. Sonder vßgeschaiden 
haben. Vnd sollen gemelte Magistrj in pedagogio leren Gramma- 
ticam, Terencium, Virgilij Biecher, Cio^ronis Epistolas oder Pli- 
nij, Schemata Rethorices vnd Grammatices , Erasmi CoUoquia, 
Copiam Verborum et Rerum vnd Parabolas etc. Darzu sollen 
dise Knaben mit souderm vleis angehalten werden, damit sie 
wol lernen ain Carmen vnd ain Epistolam zumachen. 

Sie sollen auch glicher gestalt zu der Music Simplici vnd 
figurata angehalten werden , Also das sie zu zyten , nach dem 
Essen etwan ain Mutetliu oder Psalmen in figuris singen miessen, 
vnd sonderlich am Sonntag in der Kirchen ain Schulrecht in 
der Music mit singen thtien vnd ertzögen. 

Item dise knaben Sollen ire Magistri mit vleis darzu halten, 
das sie alle tag nach dem nachtessen ain stuck vß dem Cate- 
c h i s m o betten, WöUicher dann inen sonderlich solle vorgelesen 
werden. Vnd dise knaben soll man nit allein mit allem vlys 
zu der Latinischen Sprach anhalten, Sonder auch zu den 
Rudimentis vnd Bericht * Grece Lingue gezogen vnd underwisen 



1 Unterricht. 

12 



180 B8. Ulrichs Ordnung vom 80. Jan. 1535. 

werden, damit wann sie in aeademiam geordnet vnd geschickt 
werden, das sie dester mer Frucht vnd nutz schaffen mögen. 

Sie sollen auch, was inen für kurtzwyl zugelassen wirdt, 
dasselfoig alles mit latinischer sprach zureden vnd vßzusprechen 
mit Ernst angehalten werden. Man solle auch dise knaben alle 
halb Jar in im Classibus examiniern, vnd nach iren Studijs oder 
Kunst, Von ain Claß in die ander ordnen, Vnd allweg die ge- 
schicktesten in die Aeademiam oder Purß schicken. Vnd vor 
allen Dingen Sollen die zu der Eer Gotes, zur Zucht vnd der 
Rut gehalten werden. Sie sollen Ir Wonung, geliger vnd Tisch 
in bemeltem Pedagogio haben, darzu dann ain f romer eerlicher 
Burger öder einer der hohen Schule verwandter bestelt werden 
mag, der in das Pedagogium ziehe vnd den Tisch, wie dann bis- 
her in Pursis auch etwan beschehen, vmb ain zimlichen phenning 
halte. Ob aber sust vßwendig in der Statt iemdert * bey ainem 
Vetter ainen Vorthail gehaben mag, das soll ime hiemit zuge- 
lassen sein. Doch das er so bald nach dem Essen vnd fürder- 
lich sich widerumb in das Pedagogium verfiege. Vnd ditse all 
söUeii auch immatriculiert vnd wie andere der Uniuersitet Glider 
yhgelybt vnd «ugethan sein. ' 

Die dritt schale genannt academia oder hohe schule 
soll auß bewegenden treffenlichen vrsachen vnd nach gelegenheit 
diser Zeit Nachuolgender gestalt gehalten vnd geordnet werden. 
In diser wellend setzen vnd ordnen wir, das vsserhalb der drv 
obersten Paculteten in der Philosophy oder Artibus dryerley 
Lectiones sollen teglichs gehalten vnd gehalten werden communes 
propriae liberaB et publicae 

Communes Lectiones, So die die Baccalaurei vnd Magistri werden 
wollen, zuhören vnd zucomplieren verbunden sein sollen, 

Officia Ciceronis hora 1. 

Mathematica h. 2. 
Propriae oder sonderliche lectiones für die so Baccalaurei wer- 
den wollen: 

Principia dialectices ex Caesario Philippo oder andern der- 
glichen h. 6. 

Rethorice h. 7. 

1 irgendwo. 



38 Ulrichs Ordnung vom 30. Jan. 1535. lg] 

das iiew Testament latine vnd das alt Testament auch latine 
mit vergleichung beider Sprachen h. 8 oder 2. 

In scola dialogica alternatim, wie dann die Theologi lesen 
h. 4. 

die griechisch sprach grammatica vnd Lucianus oder ein an- 
derer autor h. 4. 

Proprise oder sonderliche lectiones für die soMagistri in arti- 
bus werden wollen: 

Dialectica Aristotelis cum coUatione grecanica h. 6. 

Phisica mit gleicher collation h. 7 

das alt Testament lateinisch mit Conferiemng der hebreischen 
Sprach, von ainem Theologo, derglichen das new Testament die- 
weil es altematim gelesen wirt h. 8 oder 2. 
Liberae oder publicae vnd frye lectiones: 

hebrea lingiia, die gramatic vnd ain buch vß der bibel, zu 
wöleher lection beriefiFt werden megen Pelicanus oder Bartho- 
lomeus Ziegler ^ zu Onoltzbach h. 12. 

Poetice oder Oratoria ain tag vmb den andern, wie dann 
Ewer gut beduncken gewest ist h. S. 

Wir haben auch gnugsam vrsach, warumb dieHebreisch 
Lection nit ordinaria gemacht, Sonder fry gelassen ist, dann dise 
Sprach nit allen Studenten Sonder allein denienigen die sich vf 
die hailigen schrifft geben wollen, fürstendtlich vnd dienstlich ist. 
Derhalben wölliche im Synd haben , Sich nach dem Magisterio 
vfip die Recht oder Artzney zugeben, oder ia in den iryen kun- 
sten oder Mathematic zuuerharren vnd nit weiter trachten, die 
würden sich hoch beschweren, wa man sie vmb des Magisterij 
willen zur Hebreischen Sprach dringen wolte. Wie dann anders 
wa die erfarung gelert hat vnd zwungenlich vrsach geben, das 
in disem mal milterung vnd dispensierung hat miessen fümemen. 
Wölliche sich aber vff die hailigen geschriflFt begeben wollen, 
werden sich wol erinnern, auch von iren preceptoribus dahin 
gewisen, das sie dise Sprach zulernen nicht vnderlassen werden, 
vnd sich selbs darzu tryben. 

Zum Sechsten was den Sibenden'artickel durch vch an- 
gezogen , Vnd sonderlich den Catechismum belangen thut, 



1 Keiner von beiden ist nach Tübingen gekommen. 



182 38. Ulrichs Ordnung vom 30. Jan. 1535. 

haben wir für nutz, gut vnd notwendig angesehen vnd wollen 
auch das derselbig alle Sonntag, Festo Jouis vnd ander festen 
zu gelegner stund im publico Lectorio, Von dem ainen yQ den 
Teologys, vnd sonderlich, So New Testament list, gelesen vnd 
profitiert werden. Wölche dann alle, So in Artibus complieren, 
zuhören als ordinariam schuldig oder verpunden sein sollen. Es 
soll auch vnd mag wer da will diser Lection zuhören, vnd nie- 
mandt davon abgesondert sein. 

Zum Sibenden, das die Stipendia gemert, zwifach 
oder drifach gebessert werden sollten, Nach Lut ewers achtenden 
Artickels, wollen wir das sich derohalben Vnsere gemelte Refor- 
matores mit vch nach Anzal der Professorum, Auch nach Irer 
Kunst vnd geschichlichait, mit vch vergleichen vnd verainbarn. 
Darzu dann sonderlich ement alle personen der Ordinarien vnd 
Professorum, Zu dem auch der Vniuersitet Rechnung Ires ier- 
licheu ynkommens vnd vßgebens gehört vnd fürgenomen werden 
soll, damit man dester baß das vßgeben vber die Besoldungen 
bestimmen vnd ordnen möge. 

Hieneben wollen wir auch vß beweglichen vrsachen, das die 
disputationes hebdomadales in Artibus, wie die von 
alter gewest sind, on abgang gehalten werden, aber an Statt der 
pursalium Disputationum haben wir für besser, nutzlicher vjid 
tougenlicher angesehen, das zur selbigen Zeit Epistolae vnd Car- 
mina gezögt, vnd mit der Zyt, nach gelegenhait der Studenten 
declamationes gehalten werden, nach Ordnung wie dann soUichs 
die Preceptores im Contubernio nach geschicklicheyt der personen 
anrichten mögen. 

Aber mit der Zit zu compliern in Artibus lassen wir 
die blyben nach alter Ordnung , doch das herinn nach geschick- 
lichait einer ieden persou yetzuzeiten Dispensation fürgenommen 
werde. 

Juris peritia. • 

Zum achtenden wollen wir die personen in baiden rech- 
ten zulesen verordnet an der Zal nit gemyndert. Sonder vß vr- 
sachen im Neunten ewerm Artickel angezögt, auch andern mehr 
dapfern vrsachen, Besonder an der Zal behalten, vnd die dry in 
weltlichen Rechten vngeeudert blyben lassen, aber vß den Cano- 



38. Ulrichs Ordnung vom 30. Jan. 1535. 183 

nisten allain den ordinarium von wegen der Ordnung der gericht- 
lichen proceß, der vß dem andern Buch decretalium, vnd niender 
bas gelerl werden mag, wölHches dann der darzu erwölet zulesen 
allain verpunden sein soll, bleiben lassen werden. Aber die an- 
dern zwen wollen wir hiemit abgeschafft haben, vnd an Ir statt 
zwen verordnen, deren ainer Vsus feudorum vnd der ander No- 
uissima Jura vnd Oonstitutiones grsBcas wie die yetzund befunden 
werden, publice lesen vnd profitieren, damit den iungen angeen- 
den Juristen auch der weg vfgethau werde, den vrsprung vnd 
brucK der Rechten wyter zu suchen , dann bisanher der bruch 
gewest ist, 

Zum Neündten, So lassen wir vns nit mißuallen den 
zehenden artickel mit anhangenden vrsachen, den Rat oder Vni- 
uersitet belangend, vnd wollend demnach zu diser Zeit, doch bis 
zu vernerm Vnserm wolgefallen vnd gelegenhait, Vnd das vnser 
baid gemelten Reformatores zu sölichem Rate von vch gezogen 
werden, So lang sie bey vch sein werden, vnuerendert den blei- 
ben lassen, 

Medica facultas. 

In der Artzney wollen wir, daß an Doctor Rudolffen ^ 
Statt ain sonder 'gelerter Artzat in sprachen, Wie nemlich Doctor 
Fuchs zu Onoltspach ist, oder ain anderer geuordert, vnd mit 
ime Doctor Rudolffen siner Verschrybung halb fröntlich vber- 
kommen, vnd mit ime ein vertrag vfgericht werde. Darneben 
wollen wir vch nach gelegenhait Doctor Micheln * dem Artzat 
sin Stipendium zubessem heimgesetzt haben. Dameben aber 
lassen wir vns gefallen, das mit Lectionen diser Facultet wie 
bisher fiirgegangen, doch das man in derselbigen der Griechischen 
sprach souil Dioscoridem Hippocratem vnd ander beriert, nit in 
vergeß stelle. 

Theologia. 

Die Personen in der hailigen schrifft lesend, wollen wir vß 
vrsachen zu diser Zeit blyben lassen, doch also das zwen Doctores 
syen der ain das alt Testament mit verglichung der hebreischen 



1 Rudolf ünger s. S. 166. 2 Michael Rucker s. S. 166. 



184 38. Ulrichs Ordnung vom 30. Jan. 1535. 

sprach, Der ander das New , mit verglichung der Griechischen 
Sprach alüernis diebus, wie oben gemelt ist, lese. Wa aber mit 
der Zyt sich zugetragen würde, nach vile der Personen vnd Au- 
ditorum, So soll man die zwen dergestalt ordnen, das der ein 
alt, der ander New Testament, in iren sprachen lesen, vnd doch 
die andern zwen, wie gemelt, mit iren Lectionen fürgangen. 

Hieneben wollen wir Doctores Petrum, Gallum vnd A r m- 
broster ^ ires Lesens gnediglich erlassen, deren sie ietzund 
ober^teen sollen, doch sollen Doctor Petteru ierlichs Achtzig 
guldin sein lebenlang gereicht werden , vnd dargegen er in der 
Vniuersitet Rat blyben. Wir haben auch hiemit für billich an- 
gesehen, das der Rector Armbroster in Verwaltung seines 
Rectoratampts blyben vnd darzu im Rat der Vniuersitet sein vnd 
die besoldung von seiner Lectur ain Jarlang empfahen soll. So 
er sich in derselbigen Zeit woU schicken vnd sich mit der rech- 
ten Warhait vnd Gots Wort verglichen, Soll alsdann weiter mit 
ime der gebür nach gehandelt werden. 

Zum Zwölfften, Dieweil wir wissend, das in allen hand- 
lungen vnd anfangen die eer Gottes vnd rechte Gottseligkeit 
gesucht, gefürdert vnd gepflantzt werden soll, So gebieten wir 
vch hiemit vnd wellen ernstlich, das Ir alle dieienigen. So yetzt 
professores bestelt oder noch angenomen werdetf möchten, allein 
die gelerten geschickten vnd Cristenlich Männer darzu bruchen 
vnd verordnen, in allen Faculteten, vnd wöUiche der rechten 
waren Euangelischen Leer vnd göttlicher Warhait zu wider sind 
vnd die lestern vnnderstanden, gentzlich abschaffen vnd vrlouben, 
die wir auch hiemit geurlobt vnd abgeschafft, auch deren kainen 
oder dergleichen vemer zubestellen zugelassen haben wollen. Dar- 
nach wissen vch zurichten. 

Wir wollen auch am letsten, dise vorgeschribne vnd herinn 
begriffne Ordnung, von Vns angesehen vorbehalten haben, die 
nachmaln nach Vnserm Wolgefallen Erheischung der notturfft, 
vnd nach gutem Rate zu mindern , zu meren , gar abzuthund 
oder in ain bessere oder nützlichere Ordnung zubringen vnd zu- 
machen, wie dann vnd soUichs nach gelegenhait der Zeit vns für 
gut ansehen würdet. 



1 Peter Brun, Gallus Müller, Johannes Armbruster s. S. 165. 



39. Ulrichs zwdte Ordntmg v. 3. Nov. 1536. 185 

Ordinarie Personen, so von der Vniuersitet ietz anfangs zulesen 

verordnet vnd besoldet werden sollen, 
Theologi — Zwen, 
Juris Consulti — Sechs, 
Medici — Zwen, 
Artisten — Siben, 

Pnblici professores als Hebreus vnd poeta oder orator — Zwen 
Pedagogiam — Vier personen 

Summa Zwaiutzig drj personen^ die an gelt 

vngeuerlich haben miessen Neuntzehenthalb- 

hundert guldin, 

Wes nu der Vniuersitet Fiscus nit ertragen mocht, wollen 

wir aus gnaden vnd zu vfbringung der Vniuersitet vß vnser 

Camer oder andern orten zu erhaltung diser personen gnediglich 

raichen vnd bezalen lassen. Actum Stutgarten den dryßigsten 

Jauuarij A. im fÜnflF vnd dryssigsten. 

Abachrift, Univ. Arch. VI, 17. Eisenlohr 95. 



39. 
Herzog Ulrichs zweite Ordnung 

vom 3. November 1536. 

Confirmatio Priuilegiorum Vniuersitatis 
Ducis Vdalrici Anno 1536. 

Von gottes gnaden Wib Vleich Hebtzoob zu Wirttbmbkbg vnd 
zu Teckh Grave zu Mümppelgabt etc. Vrkunden mengklichem 
mit disem brieue, Das zuuergangnen Zeiten weillund der hoehge- 
born Fürst vnd Herr Eberhardt Hertzog zu Wirttemberg vnser 
lieber vetter selig vnd loblicher gedechtuus ain gemain hohen«« 
schule vnd Vniuersitet Academiam et Vniuersitatem scolasticam 
in vnser Statt Tüwingen gestifft vnd vffgericht, Auch sonderlich 
gnad vnd freiheit dartzu gegeben , Inhalt der verschreibung 
darumb vffgericht, Anfahend Wir Eberhardt Graue zu 
Wirttemberg vnd zu Mümppelgart der Elter Vnd 
am Dato weisend vflf sanct Dionisien tage Nach Cristi geburdt 



186 30- Ulrichs zweite Ordnung v. 3. Nov. 1536. 

als man zalt Thusent Vierhunderfc Sibentzig vnd Siben Jare, Die . 
Wir auch nach Absterben benants vnsers lieben Vetters alls an- 
geender Regierender Fürst bestetigt, verraög aius Confirmation- 
briefs Anfahend Wir Virich von Gottes gnaden Hert- 
zog zu Wirttemberg vnd zu Teckh etc. vnd am dato 
weisend Am Sambstag nach des heiligen Creuztag Exaltationis, 
des Jars da man von der geburt Cristi vnsers lieben Herrn zalt 
Thawsent vierhundert Neuntzig vnd acht Jar , Vnd wir dann 
got dem allmechtigen vnserm Schöpfer vnd erlöser zu lob rechter 
Euangelischer leer vnd also vnsern hailsamen Cristenlichen glou- 
ben zu vffgang gemeiner Policy, auch vns vnd vnserm Land vnd 
Leuten zu nützen vnd wolfart vil nachdenckens gehabt, vne wir 
bemelte vnser hohe Schul zu Tuwingen in besser Ordnung vnd 
vffgang bringen möchten, Haben, wir demnach vorgemelter Vni- 
uersitet freyheit, Ordnung Statuta, vnd vnser darüber gegeben 
Confirmation, wolberatenlich besichtigen vnd erwegen lassen, Die 
auch selbs besichtigt vnd erwegen. 

Vnd nachdem in mergemelter freyheit bey dem vierdten ar- 
tickel anfahend, Wir wollend auch vnd gebietend ernstlichen allen 
vnsern vögten, Burgermeistern etc. * nit gnugsam vßgetruckt, 
wie es in Malef izischen Sachen gegen der Uniuersitet ver- 
wandten soll gehalten werden , Haben wir zu erhaltung mehr 
fridens, auch darmit die mißbandlung nit vngestrafft beliben 
Vnd auch sölicher Artickel zu besserm verstand gebracht, mit 
Rat wissen vnd willen Rector , Doctorn vnd Regenten bemelter 
vnser Vniuersitet sollichen Artickel gelutert Wie nachuolgt Nemb- 
lieh ob sich zutrieg, das ain vniuersitet verwandter ain Malefi- 
zisch Sach vnd handlung begienge , gegen wiem das were , vnd 
der von dem Rector angenommen, alls er auch nach vermög der 
freiheit macht hat, Auch zu thun schuldig sein soll, oder ob 
ainer in vällen in der freiheit zugelassen von vnserm vogt oder 
gebuttel oder andern angenomen vnd vnserm Rector geani- 
wirt, wie sie vermög der freiheit zuthun schuldig, Soll derselbig 
so also vom Rector oder sust angenomen vnd v heran twirt, von 
Rector in guter verwarung vnd dermaßen mit vencknus vnd er- 
bern leuten verwaret vnd versichert werden, darmit man des 

1 8. S. 33. 



39. Ulrichs zweite Ordmmg v. 3. Nov. 1536. 187 

sicher sey, vud soll auch derselbig sollicher venknus nit erledigt 
werden, bis die Sachen Oberkait oder Interesse halben Rechtlich 
geortert vnd der Vbeltätter oder vbertreter sein gebürend vnd 
wolaerdient straue emphai^en hat, Sust in all ander wege lassen 
wir es bey vilgeraelter freyheit vnd vuser Confirmation , souil 
solliche die freyheit belangt, gentzlich bleiben. 

Vnd darmit ofiFtgemelte vnser Vniuersitet zusambt ermelten 
freyheiten in besser wesen gebracht, Auch mengklich wissen mog 
wie es mit vnd in söllicher Vniuersitet der leer vnd ander sachen 
halben soll gehalten werden, So haben Wir ain lüttere Ordnung 
vergriffen vnd stellen lassen, Inmasseu die von Artickel zu Ar- 
tickel nachvolgt. 

Zum ersten sollen hinflirter zu Tüwingen ordenlich lesen 
vnd leeren uff der hohen Schull zum wenigsten drey Theologi Sechs 
Jurisconsulti zwen Medici vffs wenigst, Auch vier Lectiones in arti- 
l)us gehalten werden, vnd dann aine besandere Aristotelis Auch 
aine Elementorum Arithmeticae vnd Geometrise vnd Sphserse, ainer 
der Mathemaiicam lese, Ainer authores prsecipuos vnd fürnemliche 
buecher in der Lateinischen, einer dessgleichen in der Griechi- 
schen Sprache, Ain Hebraeus, Item Pa^agogarcha vnd ime zuge- 
ordnete Magistri, vnd das es mit der Regierung vnd Leer in dem 
Contubemio oder versamlunge derienigen, so sich yff die Leerung 
guter kunst vnd Studium Artium begeben. Auch in dem Pseda- 
gogio vermög irer Statuten vnd Satzungen gehalten werde, 

ZumAndern sollen die Professores vnd Doctores der obern 
faculteten angenomen werden von dem Rectore vnd Gan- 
cellario. So der vorhanden vnd allen andern Doctoribus die do 
lesen in den obern faculteten. Die aber in artibus derglichen 
auch von gemelteu Doctoribus vnd Leseru, doch on beywesen 
des Gancellary, vnd mit derselbigen yetziger vnd ktinfftiger Zeite 
annemung also gehalten, das dieselben nach gelegenheit der Per- 
son vff ain bestimpte zeit, oder auch ir leben lang bestelt mögen 
werden. 

Am Dritten, das die drey zum wenigsten ordenliche Leser 
in Theologia teglich zwo Lectiouen halten, aine vor die ander 
nach Mittage, zu sollichen der Theologie Lection zunemen vnd 
zubestellen cristenliche Gotzforchtige Männer, vnd souerr es immer 
möglich erfame der sprachen, darmit im alten Testament durch 



188 39. IJlrichs Eweite Ordnung t. 3. Nov. 1586. 

hilff der Hebräischen, vnd im newen der Griechischen Zungen 
zu warem verstand, vßlegung vnd mainung möge gekommen 
werden, Vnd soll der Lector Noui Testamenti ain materia für- 
nemen, darinn er in ainem Jar oder zwaien, ainmal ordenlich 
ein gantze Summa der Cristenlichen leer vnd alle articulos des 
gloubeus handel vnd verclere, Dise Theologi sollen ire dispu- 
tation zu bequemmer zeit vleissig halten, Nemblich ein ieder 
ordenlicher leser der angetzognen dreier zweymal im Jar Souerr 
er anders respondentes vnd antwirter haben m£^. Wer aber sach, 
das ir einer vß vordrang der Schuler ir Promotion halb zwo 
Disputation gehalten hete, derselbig solte allsdann dasselbig Jare 
weiter nit schuldig sein zudisputiern , Es were dan sach, das er 
noch meer ervordert würde, von ainem Schuler seiner Promotion 
halb. Denn so solle der Decan derselben Facultet verschaffen. Das 
dem schuler ain Disputation gehalten, aber mit den declama- 
tionibus lut der Statuten zugeleben. Der disputator vnd ktinff'- 
tig President solle sein begriffne Artickel vnd Position, daruon 
er zu disputieren willens, dem Rectori Vniuersitatis förtrj^en 
vnd ofierirn , der mit rate seines Consilij , oder auch der Vni- 
uersitet dieselben zutzelassen oder zuuerwerffen macht haben, Vnd 
kein materia vsser des Rectors bewilligung gedisputiert werden. 
Item das die so in Theologia gradum nemen Wollen , zu keiner 
Weyhe verphlichte, denen auch vnnachteilig sein, ob sie derselben 
zeit verehelicht oder nachmals werden wölten. 

Zum Vierdten In Jure zwen Ordinarios zuhaben, der ainer 
lese in Canonico die Buecher, darus die gerichtlichen Processen 
gelernet, der ander In Iure Ciuili mit gewonlichen Apparatu, 
vnd zu denen einen der Institutiones mit gnugsamer grundlicher 
Vßlegung der text, vnuersompt auch des gewonlichen apparatus 
vnd Scribenten einfierung , Vnd dann aber ainen , der auch in 
Jure Ciuili mit dem Apparatu lesen solle. Also das stetig iu 
disem zwo Lectiones fürgeen, Eine Pandectarum vnd die ander 
Codicis. Neben denen aber (dieweil sechs Doctores dieser Pro- 
fession zuerhalten,) das tzu yedertzeit, nach erfordrung der loüff 
vnd gelegenheit der Schuler die Vniuersitet mit gemeinem Rat 
ordnen vnd verschaffen solle, was für Biecher der vberiger zweier 
ain jeder alls nemlich auch in Digestis oder Codice oder aber 
in Jure Canonico, Vnd dann auchVsus feudorum oder integrum 



39. Ulrichs zweite Ordnnng v. 3. Nov. 1536. 189 

Proceesuni iudicialem oder Vltimos libros codicis vnd dergleichen 
leseu vnd vßlegen solle, Vnd diser Faculfcet alle Doctores ynd 
Legenten schuldig seien, sich zu yedertzeit in vnsem Hendeln 
ynd Sachen zurathen gebruchen zu lassen. 

Zum fünf ften zwon Medicj ordenlich, zum wenigsten vnd 
teglichen lesen vnd leeren, die Biecher zu verstand der kunst, vnd 
dem gebruch dienstlich, iürnemlich Hippocratis vnd Glaleni, mit 
behilff der griechischen sprach , die dann dise in iren schritten 
gefiert haben, Dise sollen auch verbunden sein, dieApotecken 
zue Tüwingen vnd die andern im Land, sambt den bestelten 
Artzaten daselbs, doch die vCerthalb Tüwingen vf des hem Cbsten 
järlichen ainsmals zu rechter zeit, alls im Monat Julio sampt- 
lich zu visitim vnd besehen, ob dieselbig mit materialibus auch 
sunsten mit geife^hickten dienern wol versorgt sey, darmrb vfi der 
Apotecken den krancken nit mer nachteils , dan hilff eruolge. 
Sie sollen auch darob sein, das alle arzney Simplex vnd Comr 
posita vmb ain gleichen phenning gesetzt vnd gegeben vnd die 
nottürfftigen nit zu hardt beschwerdt werden. 

Item daß dise zwo Fakultet ir d isputatian auch vnd also 
halten, darmit jerlichen zu viermalen vffs wenigst in ainer yeden 
ardenlich disputiert vnd dise zal in allweg vntzergentzte ^ beleih, 
vnd solle die Yniuersitet herinnen zu yederzeit vnd nach der. sel-^ 
ben gelegenheit dise antzal der disputation auch zugemeren macht 
haben vnd darob sein, das einem yeden in den - ordenlichen Di- 
sputationen der dryen obern Faculteten Presidenten von der Yni- 
uersitet zu v^ehrung zwen floriii, einem Argumentanten aber vß 
den Doctoribus vnder zwayen batzen nit gereicht vnd gegeben, 
vnd damit etwas frnchtbars mit guter muos gehandelt , Ertzögten 
sich dan der Argumentanten souil oder die matery so weitlöffig, 
das maus vor mittag nit füglich enden konnte, Aisdan sollen 
auch die Stund nach mittag zu Vollziehung angefangner dispu-» 
tation genommen werden, Ynd auch mit offerirung der position 
zehalten aller gestalt wie von den Theologis vermeldet. 

Zum Sechßten In artibus zulesen, für die so Bacoalarij 
zttwerden begern, Dialectica vffs verstendigst vnd geschicktest 
derglichen auch Rethorica, vnd sollen die nutzlichsten Buecher 



1 vollständig, Schmelkr %y 59. 



190 49. Ulrichs zweite Ordnung v. 3. Nov. 1536. 

vnd lutere schriiFt herinne, vnd seu diser leer erwölt, auch yetzu- 
tzeiteD ains buchs Vollendung oder in mitte desselben die ge- 
leßne Buecher zu vbung getzogen werden, alles lut irer der Arti- 
sten reformierten Statuten. Für die so Magistri wollen werden 
zulesen Physica vnd Ethica nach anschickung der Yniuersitet vnd 
Superattendenten gemeine Lection zuhalten, denen so in Artibus 
promouiern wollen, Sphäram vnd Elementa Arithmeticä vnd Geo- 
metriä, Philosophiam Aristotelis auch der griechischen Sprach 
freye ledige stund. In Philosophia Aristotelis so gelesen, sollen 
alle leere in Artibus stillsten, auch ein stund zulesen in der La* 
teinischen sprach die iiimemlichen Biecher, Sonderlich Poetarum, 
zu derselben grundtlichen begrifF dienstlich. Item ein Lection 
Mathematum , Item ein Lection in der hebräischen sprach hoch 
vonnöten allen denen , so in der heiligen schrifft fruchtbarlich 
zustudiern fürhaben , vnd das in disen allen lection teglich für- 
gefam , vßgenommen die zugelafinen vacation vnd feirtag , vnd 
dieihenigen, so gradus begeren, die zuhören vnd complirn, ver- 
phlicht, doch das Mathemata vßgenommen, obenuermelter Biecher 
Sphärä vnd Elementorum Geometriä vnd die hebräischen Leetio 
firey vnd dartzu keiner verbunden sey. 

und dieweil Gotes Eere fürnemlich bedacht werden soll, 
Darmit in rechtem verstand der kristenlichen warheit die Jugent 
vffertzogen, die Studiosos Artium zu ainer Lection in Theologia 
Nemlich Noui Testamenti zuhalten, vnd das söllicher Lection 
Verweser sich nach gelegenheit, vnd dem verstand der Jugent 
richte, vnder dieser Lection auch sunst in artibus nit zulesen. 
Aber die Stipendiaten, so Theologiam zustudieren schuldig, vnd 
deren alter vnd geschicklicheit zu disem thüchtig ist, Sollen zu 
der Theologischen leere auch in der selben Facultet zuprocedieru 
vnd fürtzefarn bey verlierung irer Stipendia angehalten vrerden. 
Item die disputationes vnd exercitia oder Vbung in dieser pro- 
fession, derglichen auch die contubernalem disputationem zuhalten, 
lawt der vemewrten irer Statuten. 

Es soll auch ain Pedagogium angerichtet werden iür 
erliche kinder vom adel burgerschafft vnd anderer leut, die junge 
Studenten vff diser Vniuersitet zu Tüwingen haben wollen, zu 
desselben Versorgung ain geschickter erberer vnd gelerter Mann, 
als Psedagogarcha vnd Verwalter desselben aUergestalt wie sunst 



39. Ulrichs zweite Ordnung v. 3. Nov. 1536. 191 

aiu Magister vnd Professor bonarum artium bestelt aolle werden. 
Vnd inie orduung gegeben, dardurch yederteeit nötige vnd nütz- 
liche kinder lere daselbs gefieret vnd die knaben farnemlich in 
rechtem Reinem cristenlicheu verstand vnd zucht ertzogen, Also 
das die stack Cristenlichen Catechismi vnd dann Grammatica 
anch Zugehörigen Biechlein Terentij , Virgilij , Ciceronis disen 
knaben yßgelegt, vnd sie in der Musica geübt , auch in der kir- 
chen am Sonntag zusingen angehalten v^erden. Item zn gedach- 
tem Pedagogio beide Clöster der parfüsser vnd Augustiner oder 
deren ains, oder wa das füglich nit sein mag, ain ander bequem 
f&glich ort zuuerordnen, doch das mitlerweile bis söllichs in das 
werck kompt, vnd zum fürderlichsten das Pedagogium an gelegem 
fiiglichem ort angericht virerde. Item das gedachtem Pädago- 
garcbsß nach gelegenheit der Loüff, vnd meinig ^ der knaben ainer 
oder etliche Magistri zugeordnet, darmit dise leer gnugsamer 
völliger bequemer weyß vnd gestalt vCgericht werde. 

Ynd dieweil alle Facultet oder Profession vnderschidlichen 
erhalten werden sollen, Auch sich begeben mag, das zu merern 
mal die lectores der lateinischen vnd griechischen sprach facultati 
Artium nit eingeleibt vnd doch söUiche leer von der selben gar 
nit zuscheiden, das diser zwo lection Verwalter alles dasienig so 
gedachter facultet, das ist bonis artibus, vnd wie man es nennet 
literis, zu vfnemung, nutz, fiirdrung vnd gemerung dienet yeder- 
tzeit zuhandlen vnd thun schuldig sein Vnd fürnemlich mit sampt 
dem lectori Retorices die Declamation vnd Exercitia Retorica in 
rechtem gang vnd vbung erhalten. 

Es sollen auch nach anschickung der Yniuersitet etliche Ma- 
gistri in der Bursa verphlicht sein alle vierzehende tag ain d i s- 
putationem con tube rnalcm zehalten in der Communitet 
vnd ainen Respondenten haben , die schuler aber in der bursen 
zu disputiern getzogon , vnd die somigen von iren Magistris ge- 
strauet «werden, Vnd der President gietlich vnd getrewlich die 
knaben vnderrichten , formliche vnd geschickte Argument vnd 
Syllogismos zumachen vnd zugebruchen, Vnd zu diser disputation 
die Vniuersitet mit gemeinem Rate gelegne zeit ordnen. Auch 
dem Presidenten gebürliche Verehrung (die dann auch die andern 

1 menge. 



192 39« Ulrichs zi^eite Ordnung y. 8. Nov. 1536. 

Presidenten zu ordenlichen Disputation vnd Declamation oder 
Vbung in der Rethorica nach geuallen der Yniversitet von der 
facultate artium oder sunst yedesmals emphahen), Das söUicher 
Presidenten einer vnder dreyen batzen nit emphahe, der Argu- 
mentanten aber einer zu ordenlicher disputation aus den Magi- 
stris nit vnder ainen Schilling, Aber der Lector hebraicae linguae, 
dieweil dise sprach zu der theologischen Profession ftimemlich 
dienet, solle auch zu der Theologia getzogeu v^rerden vnd in Theo- 
logia ainen gradum haben, oder ia dartzu complim, ist änderst 
wol vnd füglich ain geschickter dergestalt zubekomben, 

Zum Sibenden das obertzelte bestalteu alle vnd iede zu- 
lesen, vnd ire stund vleißig ^oid getrewlich zuuerrichten schuldig vnd 
verbunden sein vßgenummen zugelaßner vnd vergundter vacation 
vnd feirtag. Wie dann die selben einer yeden Profession oder 
facultet zehalten gestattet, vnd in der selben vemewrten Statuten 
sonderlich vßgetruckt Wa auch einer solliche seine stund vnd 
lection versumbte. Der soll sein verson^bnuß, vnd wieuil der 
syen bey seinen trewen an aidsstatt den verordneten ynnemen» 
vnd vßgebens antzaigen, vnd souerr er alle tag zulesen schuldige 
nach seiner besoldung Summa straue gelt geben, Nemlioh für 
ain versumpte lection von hundert florin Solds einen halben vnd 
fönftzigen ain ort, vnd also furus nach antzal des Solds, Er hete 
dann sölhe versomnus vß zulaßung deß Rats der Vniuersität ver* 
gleichet vnd wider hereingebracht vnd compensiert^ Ob ainer 
aber durch alter, kranckheit oder sunst leibs not legerhafft würde 
oder verhindert. Also das er sein Lection wie vor nit versorgen 
noch vßrichten köndte oder möchte, dem solte herumb für ver- 
somnus ainiger abzug nit geschehen, vnd in disem valle die Vni- 
uersität nach notturfit der aussteenden lection halben gnugsame 
versehung thun. Würde ainer in der herschafft oder Vniuersitet 
gescheiten verschickt oder sunst beladen, solle ime dise zeit der 
werenden geschefften keine versumbnus zugeschriben , doch das 
in disem vall mit langwirigem vßsein vnd vertzug den Schulern 
kein nachteil erwachs, vnd zu versorgen derselben, der Rat der 
Vniuersitet vff weg trachte, darmit die ledig stund versehen vnd 
bestellet werde. 

In aignen geschefften, soll ain yeder mit erloubung 
des Rectoris vnd seiner Profession Decani allsdann zu verwaisen 



39. Ulrichs zweite Ordnuug v. 8. Nov. 1536. 193 

macht haben, Souerr er ain andern an sein Statt dieweil znlesen 
verordne. Geschehe aber dis nit, vnd einer etwas zugewynnen 
vnd aignen nutz zuschaffen vßzug doch mit erloubung wie ge- 
meldet, der soll von den versomten lectionen obgesetzte vnd an- 
gezogne Penen zubezalen schuldig sein. Were aber das einem 
dringende oder nötige geschefiPt, daran ime mercklich gelegen, 
derhalbeu dann erkantnus bey der Yniuersitet sten soll, fOrfielen, 
der soll nicht dester weniger erloubtnus wie gemelt zunemen, vnd 
auch der versumbten Lectionen strafgelt zugeben schuldig sein. 
Doch in disem letsten val von nutz wegen der Schuler zuzulaßen, 
das dan dazumal die versompten Lection anstatt der peen er- 
legung an den tagen , da man sunst nit liset ordenlicher weiß 
erfüllet vnd wider herein gebracht werden, vnd so das gescheen, 
weiterer Peen keiner schuldig sey. Mit vßraissen des Rectoris 
soll es lut der Statuten Vniuersitatis Vnd mit der Decanen also 
gehalten werden , das ein yeder des Rectoris vnd seiner facultet 
des negsten vor ime abgestandnen Decani gebtirliche erlouptnus 
erlang vnd dan nichtzit versompt hab. 

Zum Achtenden das zu der Ler der Vniuersitet vnd in 
der selben zulesen gelerte geschickte vnd Cristenliche männer ge- 
bracht vnd angenomen werden in allen faculteten, vnd die wider- 
wertigen der rechten waren Euangelischen leer vnd göttlicher 
warhait zuuermeiden, das auch die Doctores Juris vnd medicinae 
ire studia vnd ordenliche promotion gnugsamlich fürbringen vnd 
erweisen, vnd das in aller der obgedachten Leser vnd leerer an- 
nemung dieihenigen so die selben zubestellen beuelh haben, sweren 
dieselbigen zubestellen , die &ie tougenlich vnd vns vnd vnsern 
erben, auch der Vniuersitet am nutzlichsten bedunckent innen oder 
vCerhalb der Vniversitet. 

ZumNeundten, daß söUichen bestelten ire versprochne B e- 
so 1 d u n g namhafftig gemacht, doch zu yedertzeit den annemmern 
zugelassen die selben zumeren oder zumindern, wie es sich nach 
gelegenheit der Personen nutz vnd gut beduncken würdet. 

Zum Zehenden vier Superattendentes vnd vffseher 
zuwölen, das im Contubemio oder Bursa mit dem studio artium, 
wol recht vnd löblich, auch nützlich den Schulern gebalten, vnd 
denn ainen, der ein sonder vfsehen hab vff das Paedagogiima vnd 

Urkunden der U. Tübingen. 13 



194 3^- Ulrichs zweite Ordnung v. 3. Nov. 1536. 

das dise Superattendenten syen zwen Theologi, ain JuriscoDSultus 
vnd ain Medicus, vnd alle mutation oder halbe Jar vnder denen 
ordenlicb an des ainen statt in einer yeden facultet ain ander 
antrete, Allso das von ainem yff den andern söllichs ambt valle 
vnd vmbgehe, vnd von ersten ein Theologus, Volgends ein Jurist, 
vnd dann auch ein Medieus, wie gemeldt geendert. Dise Super- 
attendentes sollen alle saeh der Hawßhaltung, Kuehin vnd Kellei*s 
in vleissigem getrewem beleihe haben, das souil möglich herinnen 
die Schuler on beschwerd vnd Clag syen. Die sollen auch vfs 
wenigst viermal im Jar die ordenliche Disputation vnd exercitia 
in guten Künsten vnd studio artium visitirn vnd besuchen, ge- 
trewHche vnd vleissige einsehung thun, darmit dieselben gleich- 
messig den Statuten wol vnd nutzlich gehalten vnd geübt wer- 
den, auch soDst, so offt sie not vnd gut duncket, das Contuber- 
nium oder Bursen visitiern vnd haimsuchen vnd allsdanji für- 
nemlich aber in Visitierung der leer vnd disputatioii zu sich 
ziehen, einen inen fuglich vnd tuglichen Professorem vnd Leerer 
der guten Künsten vnd sprachen vnd in der leer iürfallenden 
mengein mit Rate desselben einsehen thun vnd diser Supperat- 
tendenten wale in vollem der Vniuersitet rate gescheen. Ge- 
dachte Superattendenten söUen auch darob sein, das die Magistri 
in dem Contubernio oder bursen vnd Pedagc^io zuhörn vnd Com- 
plim, ain yeder sein profession oder facultet, daruff er beschiden 
vnd sich gegeben angehalten , damit onuersombt dises stücks in 
allen faculteten zu yederzeit iunge schieüling vfFgetzogen vud der 
Vniuersitet nit allein disesmals , sonder auch hinfurt alweg ge- 
holffen, vnd die abgeenden ersetzt werden mögen. 

Zum Ailfften, das zu allen ordenlichen oratiou vnd 
zutzeiten der anzögung eines gewölten Rectoris, auch Promotion 
der Doctorum vnd Magistern, durch gebott des Rectoris die schuler 
gegenwertig zusein eruordert, mit angehengter zimlicher geltstraue, 
von den sömigen vnd abwesenden strengklich einzubringen. Es 
sollen auch dann vnd zutzeiten aines allerersten vnd new ange- 
nomen Doctoris vnd fOrnemen Lesers angang der dann durch 
öffentlich anschlahen , wie der gebruch , angezögt , die andern 
Doctores vnd leser auch die schuler gegenwertig sein, auch in 
einer Profession oder facultet in den disputationibus dergleichen 
anfang newer Biecher vff geschehne derhalben autzögung sie der 



30. ülriohfl zweite Ordnung ▼. 3. Nov. 1536. 1^5 

selben Profession iümembliek sich vndereinander visitieren vnd 
hören, vnd ein yeder so im tkut, wie sieh gebürt, desselben tags 
seiner Lection gefreyt sein, vnd »eh also, wie ein löblicher ge- 
brach vnder inen eeren vnd bonorim in keinem weg oflFentlich 
noch heimlich schmehen , lestem oder infamim , bey verlierung 
fürstlicher hnld, dann hierus merklicher der Vniuersiiet nachteil 
vnd zertrennung volgend znbesoi^en. 

Zum Zwölf ften das mit den Promotionibus leidliche 
vnd denienigen so in yeder facultet Oradus zunemen willen, er- 
tregliehe weiß fEbi^enomen, vnd den selbigen lut einer yeden &- 
cnltet Statuten nachgegangen werden. 

Zum dreytzeheuden, daß der zeins, vß dem contubernio 
oder bursa zu gemeiner Vniuersitet nutz vnd notturfft einge- 
nomen , das auch mit abschneidung der zweier weg vnd anderer 
zertrennung vnd in regierung bestellung versehung des Contubemij 
oder bursen gelebt, gehalten, vnd bestelt werde, nach den Satz- 
ungen vnd Statuten yetzund newgemachten, augenomen vnd be- 
stettigten. 

Zum viertzehenden mit bestellunge ains gemeinen Wirt z, 
vnd anderer yedertzeit nottürfftiger nütziger gelegner einsehung, 
Ordnung vnd fümemen des CoU^ij halben, der Vniuersitet Rate 
frey zelassen vnd haimzestellen zehandlen vnd zethun, nach vnd 
zu dem besten nutz vnd fromen gemeiner Vniuersitet, dieweil die 
Collegiaten den soUiehs etwan beuolhen gewesen abgegangen 
sind. 

Zum f ü nf tzehenden Wa clag von den Schülern oder andern 
fßr den Rector oder Gantzier so der vorhanden, keme, vber einen 
bestelten der eegemelten Vniuersitet seines vnfleiß der leer halben, 
der soll von einem Bector oder Cantzler, so der vorhanden, ge- 
recfatuertigt werden, vnd ob sich derselbig nit wölte beßern, So 
solle ein Rector oder Cantzler das vor an die Vniuersitet, vnd 
darnach an vns oder vnser erben gelangen lassen. Doch in ver- 
tzug des Rectors oder Gantzlers einem yeden der Vniuersitet 
fürdrung zuersucheui zuuei^onden. 

Zum Sechtzehenden Wa ainer seinen dienst vnd lectur 

der Vniuersitet vermög seiner bestallung vff sagen wölte, das der 

selbig, Süllichs durch den Rectorem ain halbes Jar zuuor der 

Vniuersitet antzögen, Vnd erloubtnus begern solle, Vnd der Rec- 

13* 



196 39. Ulrichs zweite Ordnung« v. 3. Nor. 1536. 

tor ime innerthalb ains monats antwirt zuwissen thun. Derglei- 
chen auch were der Vniuersitet gelegenheit nit einen lenger zu- 
behalten , das alsdann auch die Vniuersitet durch den Rector 
einem söllichen seinen dienst abkound, ain halbes Jar vor endung 
seiner bestallung zeit, der dann auch ein Monat irist zu vemerm 
anbringen ob ime das vonnöten vnd gelegen sein würde, haben 
solle, das also die Lection alltzeit bestelt vnd vnuersompt bleiben. 

Zum Sibenzehenden betreffend den fiscum der Vniuersi- 
tet vnd die verordneten oder depu taten ynnemens vnd vßgebens, 
auch den Sindicum zuhalten beyloüffig nach löblicher ersten^ 
vnd auch dis nötigen Stücks gants nützlicher Ordnung, Nemlich 
das hinfurter von der Vniuersitet vier personen erwölt werden, 
ein Theologus, zwen Juristen, ein Medicus oder aber ein Artist, 
die selbigen vier sollen zuuor sweren, in dem so sie erwölet sein 
getrewlich zehandlen, vnd daruff eintzunemen vnd vßgeben der 
vorgemelten Vniuersitet zeins vnd gülten, vnd die selben zins 
vnd gülten sollen gelegt werden in ein behaltnus, dartzu vier 
schlüßel sy en , vnd ir yeglicher den einen haben , Vnd söUiche 
vorgemelte zins vnd gülten einzusameln, solle ein Sindicus von 
der Vniuersitet bestelt vnd versoldet werden, die den obgemelten 
personen zu vberantwirten vnd darin auch die maü vnd der 
vleis werden gehalten, das der selb Sindicus oder die vier depu- 
taten, sölher zins gülten vnd einkomens keinest ainsmals vber 
zweintzig güldin zu irer behaltnus inhaben, auch nichts in iren 
oder andern, dann der Vniuersitet nutzen wenden, alles getrewlich 
vnd vngeuerde. 

Es sollen auch die genanten vier erwölten Personen wie ob- 
stet zu yedertzeit wein vnd körn heißen verkouffen, vnd wie sie 
das oder anders beuelhend oder bestellen, dem solle der Sindicus 
leben vnd nachkommen, das gelt einbringen vnd zu iren Händen 
antwirten , vnd inen , so dick sie das begern , Rechnung thun. 
Deßglichen sollen die Meier vnd ander Amptleut vff dem land 
vor den vier deputaten in beisein des Sindici Rechnung thun, 
darumb vnd vmb alles ir innemen vnd vßgeben sollen die selben 
vier Personen in beywesen eines von vnser oder vnsrer erben 
wegen darzu verordnet, vud auch des Cantzlers, so der vorhanden, 



1 Siehe S. 87. 



39. Ulrichs zweite Ordnung v. 3. Nov. 1536. 197 

der selben Vniversitet ains jeden Jars ain mal vngeuerlich vft 
dornstag in der Pfingstwochen oder darbey, gemeiner Vniuersitet 
redliche vffrechte Rechnung thun, Vnd in selbiger Rechnung 
vnderschidlich von Item zu Item aller vnderambtleut vnd ir in- 
nemen vnd vßgeben ynbringen, innhalt vnd vermög der getruck- 
ten Rechnungsordnung, wie man die bey vnser Rentkammer Vn- 
sers ftirstenthumbs zu thun phligt. Daruflf die Rechnujüg hinder 
die Vniuersitet in ein sonder behaltnus legen dartzu der Rector 
vnd vier decan Schlüssel sollen haben. Item es sol das super- 
est absein, vnd was von zinsen vnd einkommen abgelösst, von 
stund wider angelegt werden , vnd so also wie oblut , rechnung 
beschicht. Danntzumal mögen die von der Vniuersitet, die ge- 
melten vier oder ander zu disem ampt setzen vnd erwölen. Es 
sollen auch die gemelten vier vnder inen einen erwölen vnd den 
dem Sindico bestimmen, zu dem er in der Vniuersitet nottürffti- 
gen Sachen sein Zuflucht habe, Deßhalb derselbig yon inen er- 
wölte die andern drey zu ime versameln, Die vf des Sindicus für- 
halten zu nutz der Vniuersitet handien sollen. 

Zum Achtzehenden so die Vniuersitet mit gnugsamen ein- 
komen zu nottürflftiger besoldung gemelter yerordneter lerer vnd 
leser versehen, Auch iren aigen fiscum vnd etliche zugieng hat, 
Das alsdann ander zufellige Purden von inen selbs getragen, vnd 
zu erhaltung diser stiflftungen vnd Ordnungen auch beßerung der 
selben kein vnkost gesparet, fümemblich aber zum ersten die 
gebew so vorhanden, in wesen gehalten, die abgegangnen aber 
wider vff vnd zugericht werden. Zum andern das sie die Vni- 
uersitet ain gelegen ort zu einer Librari wele, daselbsthin mit 
gemeinem Rate aller Professom guete nutzliche biecher einem 
yeden vnuerhindert seiner notturfl't nach an dem selben ort zu- 
gebruchen gelegt. Dann söUichs nit allein von wegen der armen, 
So allerley Biecher zukouflfen nit vermögen, Sondern auch zu 
ehr der hohen schulen als ein wolgerüstes zugehörig zeughaws 
anzerichten in keinen weg vnderlassen werden soll, zu diser Li- 
brari auch ein gelerten Magistrum zubestellen, der gedachter Li- 
brari wart, darmit die selbig nit schaden neme vnd ein yeder 
freien zugang altzeit haben möge, vnd söllichen Magister mit einer 
bequemen besoldunge zuuergnuegen. 

Dieweil nu wib Hebtzoq Vlrich söUiche vorgeschriben 



198 39. ülrichB zweite Oi'dnung t. 8. Nov. 1536. 

Ordnung vnd darin verleibt Articl^el yiis vorlesen lassen, die ei- 
gentlich, vnd wolberatenlich besehen vnd erwegen , haben wir 
VHS die lassen geuallen, Heben demnach vorußgangen Ordnung 
vnd daruf geuolgte Confirmation, souil die selbigen diser zuwider, 
hiemit vff, confirmieren , bestetigen, roborieren vnd becrefPtigen 
in bester form vnd weiß, wie das sein soll, kann oder mag, dise 
Ordnung ¥nd daruf geuolgte glichmessige Statuten vnd Satz- 
ung gentzlich in craffb dis Briefs, Vnd wollend das deren in 
allweg nach allem irem Innhalt gelebt vnd nachkomen werde, 
mit dem vorbehält ob sich auch vber kurtz oder lang gefiegte, 
das gestalt der Sachen, gelegenheit der louff oder der Vniuersitet 
notturfft erfordern wölten, ain oder mer Artickel in diser neweu 
Ordnung begriffen, zuendern, zubessem, zumindem oder zumeren, 
Solle das yedertzeit vns vnsern erben vnd nachkomen vorbehalten 
sein. Doch dem was dauor durch die vniuersitet vnd deren ver- 
wandten in crafft diser Ordnung zugesagt versprochen vnd för- 
genomen on nachteilig vnd vnuerletzlich. 

Des zu Vrkund haben wir vnser Secret Insigel thun hencken 
an disen brieue, der geben ist zu Stutgarten vff den drittag des 
Monatz Nouembris als man zalt nach der geburt cristi vnsers 
lieben hem Tusent fttnfhundert sechs vnd dreissig iar. 

Nicolaus Müller 
gen, Meyer '. 

Univ. Archiv Mh. I, 16 Perg. mit Siegel. Abschrift Fach VI, 17. 
Eisenlohr 102. 



1 herzoglicher Vicecanzler. 



40. Artikel vom 11. April 1537. 199 



40. 

Artickel der Vniuersitet fürhalten, derii furter gelebt 

werden soll. 11. April 1537. 

Anfangs das von wegen meines gnedigen Fürsten vnd Herrn 
zwen Commissarii oder Saperattendentes nämlich Johann 
Brencius vnd Joachimus Camerarius erkiesst vnd ver- 
ordnet seyn, wölche zwen von sein F. Gnaden wegen darob vnd 
daran sein sollen, damit die aufgericht vnd bestätigt 
Ordnung in allweg ^etrewlich gehalten vnd dero gelept werde. 
Die sollen auch gewalt haben, wa die Vniuersitet in irem rat 
oder besonder Faculteten an gemelter Ordnung in den lectio- 
nibus vnd exercitien sömig vnd farlässig sein wurden, gepürlich 
und notwendig einsehns zethuu. Wann sy aber durch ir vilfel- 
tig manen vnd adhortation gemelte geprechen oder vnordnung 
uit abstellen oder dem mangel uit erstatten möchteu, sollen sy 
auch schuldig sein dasselbig verner an mein Gn. Fürsten vnd 
Herrn gelangen zelassen vnd seiner F. Gu. beuelch daruf zeer- 
warten. 

Sy sollen auch ain vff merken haben vnd sonderlich Joachi- 
mus, damit studia artium vnd bonarnm literarum sampt dem 
pedagogio angericht vnd verordnet werden. Solliche Commis- 
sarij mechten dann auch vmb den dritten theologum dergleichen 
vmb ander professores die cristlich vnd euangelischer religion 
genaigt vermög der Ordination an denen yeder zeit mangel sein 
wurd, sich vmbsehen vnd solliche für ander fiirdern, welchs sunst 
langksam, wies bisanher wol vermerckt, von statt gen will. Die- 
weil nun sy gemelter Sachen halben nach gelegenhait yeder zeit 
vnd hendel mit dem rath der vniuersitet von meins Gn. F. 
vnd Hern wegen zehandeln haben müssen, so sollen sy in 
gedachten sachen im rath gelassen gehorn, auch ir maynung vnd 
gut ansehen vernommen, sampt inen geratschlagt vnd tugentlich 
gefurdert werden. 

2. Verner so ist seiner F. Gnaden ernstlich beuelch das die 
Ordnung vermög irs inhalts nunfüro hin in allen puncten vnd 
Artickeln gehalten werden , vnd dann die hieuor gegebenen be- 



200 40. Artikel vom 11. April 1537. 

uelch Commission vnd bestallung der personen von meim Gn. 
Hern oder dem Commissarien, auch disem jetzigen gut ansehen 
vnd bedenken bei kraft pleiben sollen. Dann sunst sich onauf- 
hörlich Irrung teglichs zutragen vnd vil namhaftig personen hie- 
her berieft hinschellen ^ und pillich vrsach sich zubeclagen ge- 
wynnen vnirden, nit on sonder der schul grossen nachtail. 

3. Nachdem dann ain artickel in meins Gn. Fürsten vnd 
Herrn Ordination vermag, das all personen, so dann vflF diser hohen- 
schul zelesen vnd zeleren bestallt vnd angenomen werden, dem 
hailigen Euangelio cristi vnd der Religion, wie die von 
meinem Gn. Hern angericht, nit zuwider seyen, welchs aber 
vbel gehalten wird. Dieweil dann \iit allain die Jugent so 
in der leer vnd gotzforcht allhie vflferzogen soll werden, sonder 
auch ain gantze Statt Tuwingen, ja auch schier ain 
gantz Landschaft in solchen Sachen ir vffsehen auf die gelerten 
vnd vorsteer diser schul mer dann vf meins Gn. Hern Ord- 
nung hat, so ist meins Gn. Hern ernstlich beuelch will vnd 
maynung, das sy alle professores sich in der Religion Sachen für 
ander lüt meins Gn. Hern Ordnung gemeß halten vnd menig- 
liehen hierinn ain gut Ebenbild vortragen vnd niemand der Pro- 
fessoren vnd auch der schuler den falschen gotzdienst suche, son- 
der alle Studenten vnd der Vniuersitet zugewanten zu der crist- 
lichen leer vnd predig des gotzworts vleissig gezogen vnd sonder- 
lich all Stipendiaten den Catechismum, welch bisanher nit ge- 
scheen, zubesuchen angehalten werden. 

4. Zu verderst aber, das all Magistri in der Burs vnd Pe- 
dagogio, die man dann vil bas dann ander professores bekomen 
mag, dem hailigen wort gottes anhengig vnd genaigt verordnet 
werden vnd in demselben im dLscipelu ain gut Exempel seyen. 
Dann ye der juget halben tre£fenlich vnd vil daran gelegen sein 
will. Welche aber dem Euangelio widerwertig vnd sich 
meins Gn. Fürsten vnd Hern Ordnung in der Religion Sachen 
vßgangen nit vergleichen, sollen von stundan abgeschafft 
werden. 

5. Alsdann auch befunden, das allerlay mengel in dem auf- 
gerichten Stipendio* erscheinen vnd desselbigen Jungen, vn- 

1 wegziehen, vgl. Schmid Schw. WB. s. v. schell: von ynser statt 
Schellen. 2 die theologischen Stipendiaten sind gemeint 



40. Artikel vom 11. April 1587. 201 

angesehen dass sy bei der fundation die hailig gschrift zulern 
Tnd zestndiem verpflicht sind, wenig oder gar nicht zu dem crist- 
lichen. Catechismo gef&rdert werden, der cristlichen Religion wenig 
gemesshalten, das alsdann inen ein gelerter frommer cristlicher 
vnd eerlicher Magister zugeordnet werd, der ir preceptor sey, 
sy zu der cristlichen leer anhalte vnd dermassen irnhalb handle, 
damit sy in zucht gotesvorcht vnd leer wol vnd cristlich vffer- 
zogen werden. Welchem fttr sein besoldung gegeben werden 
mag die fünfzig guldin vnd der Tisch, die sunst vff ain priester 
bei der fundation sollten gewendt werden. 

6. So nun auch gemerckt, das das Pedagogium auss 
mangel aiuer behusung nit wie pillich aufgericht, welle mein 
Gn. Fürst vnd Her mit der zeit ain gnädigs einsehens thun lassen, 
darmit darzu ain behusung geordnet vnd gegeben werde. Doch 
das nichtdestoweniger mitler zeit in der ainen burs sollich pe- 
dagogium angericht vnd lut der Ordination gehalten werd. 

7. Wiewol auch mein gn. Fürst vnd Her verhofft, das auf 
all Studenten diser zeit der erschynung des hailigen Euangeliens 
ain gut aufsehens sollte gehapt vnd die laste r, darinn sy yp- 
piglich leben vnd das ir vnützlich verzern, auch sollte abgestellt 
worden sein, so verneme aber sein f. Gnaden, das diss gantz var- 
lässig gehalten vnd die Sachen also geraten, das etliche vätter 
verursacht werden, ire sön derwegen von diser Vniuersitet zuer- 
vordern, wie dann iüngst gescheen. So sey seiner f. Gnaden 
ernstlich beuelch, das der Rector vnd die herrn Consiliarii hier- 
über vleissiger dann bisanher beschehen ob der censur vnd straff 
der laster halten, vnd sonderlich das die vnnutzen leichtuertigen 
Studenten so vom Adel oder sunst hochs oder niders Stands, so 
zu dem das sy nit studiern , auch anderer frummen leut Kinder 
von der zucht vnd leer abziehen vnd verderben, daher dann der 
schul ain sonder bös nachgeschray erwechst, nit geduldet, sonder 
zustudiern vnd Erbarkait gehalten oder ausgeschlossen werden. 

8. Nachdem auch derOumass der vacancien vnd feyer- 
tagen vnzimlich vnd nichts guts pringt, das dann nach yeder 
facultet gelegenhait vff zimlich weg durch die Consiliarios sampt 
den bestimpten Commissariis gepracht vnd gekürzt wirden. Vnd 
sonderlich aber, das man an den alten feyrtagen so durch meins 
gn. Fürsten vnd Plern Kirchenordnung abgeschafft sind, des 



202 40. Artikel vom 11. April 1537. 

lesens nit oberstande, damit vil ander leut, so on das ain gross 
vflfsehen auf die schul haben, ires ounutzen feyrens von den ge- 
lerten, wie dann bisher oft geschehen, nit ursach nemen. 

9. Alsdann durch Philippum Melanchthonem wie er 
hie gewesen, für gut angesehen, das die zal der magistrorum 
in der Burs leerend etwas gemindert würde, sonderlich dieweil 
etlich vnder denselbigen gantz vnnutz vnd zu leeren zu diser zeit 
nit tougenlich, darzu dem gotzwort widerwertig wem, so nun in 
der Ordination auch hieoben ain Artikel begriffen , wie der Re- 
ligion halb die professores vnd sonderlich die magister gestalt 
vnd geartet sein sollen, das demnach solche die der Religion nit 
gemess abgeschafft werden, damit auch etwas cöst erspart 
vnd vf geschickt cristliche magistros irer lection vnd salaria ge- 
wandt wurden, ungeuerlich lut der verzaichnus, so Philippus 
hinder im verlassen. 

10. Verner ist bedacht, als Sinapius * teglich ankomeu 
soll, vnd dann die Ordination vermag, das zwen oder drey Me- 
dici erhalten werden' sollen , das darnach Doctor Michael 
R u c k e r * als ain iunger angeender vnd der sich der pratickh 
sonderlich vnderfitanden, dardurch mit der zeit in ainen grossen 
Ruf komen vnd der Vniuersitet ein gut lob pringen mag, bey 
seiner lection werde gelassen vnd aber Sinapius als der dritt 
Medicus verordnet. 

11. Dieweil auch befunden, das durch ain vermainte vnd 
nit endlich beschlossne addition der besoldungen der Vni- 



1 Johannes Sinapius, der sich als Arzt in Italien bei einer Her- 
zogin von Ferrara aufhielt, war von Ulrich berufen und auf seinen Befehl 
vom Senat mit einem Gehalt von 200 fi. angestellt (26. Jun. 1537. A Sen.) 
ist aber nie gekommen. Oryneeus schreibt an Blarer: si Sinapius non ve- 
nerit, quod sperare non possnm, scio nemiuem rebus modisque omnibus 
idoneum, linguarum et medicinsß singulariter eruditum, qui mihi spem de 
se amplissimam poUicetur. Epp. mss. S. Gall. XII. 12C. Bnefe des S. an 
Blarer u, aa. ebd. 53. 54. 152. Der Grund seines Ausbleibens war, wie aus 
einem Brief des 8. an den Senat d. d. ex aula Ferrariee X cal. Apr. 1541 
hervorgeht, dass er vergebens auf eine Forschrift des Herzogs bei seiner 
Herrin, damit sie ihn ziehen lasse, wartete. Ulrich war also inzwischen 
anderen Sinnes geworden. Später wurde S. Arzt des Bischofs Melchior 
Zobel in Würzburg und seines Nachfolgers, starb auch dort 1561. 

2 8, S. 166. 



40. Artikel vom 11. April 1537. 203 

uersitet seckel etwas beschwert, auch sunst in ander weg ersogen, 
also das gar nicht in Erario sein vermerckt, das hierufiP sy ain 
ileissig einsehen thun vnd also die sacheu angericht, damit sol- 
liehe addition aufgehapt oder geringert , auch in ander weg der 
Vniuersitet nutz vnd wolfart betracht werd. Dann die so von 
meim gn. Fürst vnd Herrn aus andern landen vmb fürderung 
vnd aufpawung der Vniuersitet berieft werden, mit merklichen 
costen ankörnen, derhalben sy mit salariis mer vnd höher bedacht 
werden, dann die andern, so vormals nach irn bestimpten besol- 
dungen zulesen verpflicht gewest sind. 

12. Dergleichen sollend sy mit endrung oder Ordnung des 
Sindici ein ernstlichs einsehens haben. Dann in seiner Rech- 
nung der vnzalichen Expens vncosten vnd andershalben grosse 
mengel befunden. Auch darneben sy ire Rechnungen fürter 
stellen lassen nach Inhalt fürgenomner Rentcamer Ordnung der 
Rechnung halber vfgericht vnd inen zugestellt. Dardurch aller- 
lay mengel abgewendt vnd sy allerlay mieg vnd arbeit entladen 
werden. 

13. Als Philippi Melanchthonis bedencken gewesen, 
das Micellus * als ein verrempter poet hieher berieft werden 
sollt, wellicher dann ain besondern ruff vnd lob der Vniuersitet 
pringe, vnd aber diser bisher nit erlangt, sollen sy nochmalen 
vleiss ankern, damit er oder ain ander an sein statt vnd aber 
Maister Benignus ' nach angeben Gamerarii wider in die 
Burs verordnet werde vnd neben ime auch ander geschickt vnd 
tougenlich, damit die bone artes wider in aufgang komen mögen. 

14. So sollen sy auch mit ernstlichem vleiss nach einem 
Mathematico vnd Hebreo trachten, damit dieselbigen als 
nutz vnd notwendig mit iren lectionen der Vniuer^tet ain eer 
vnd aufbawung pringen vnd geperen mögen. 

15. Nachdem sy auch gut wissens haben, das alle zwitracht 
vnd Spaltung zerrittung vnd Onorduung mitbringen, so ist meins 
Gn. Fürsten vnd Hern ernstlich beuelch, das sy sich wollen au- 



1 Johannes Micyllus seit 1527 Rector der Schale zu Frankfurt. 
Stirbt 1558 zu Strassburg. 2 Johannes Benignus aus Bietigheim 

war als Wittemberger Magister am 1. Juni 1535 in die Facnltät aufge- 
nommen worden, lehrt Rhetorik, Cicero, Quintilian und gelangt in der 
Folge zu einiger Geltung. Stirbt 1553, 



204 40, Artikel vom H. April 1537. 

fangs lut der Ordination in der Religion vnd globens 
Sachen meius gn. F. vnd Hern ausgangen Eirchenordnung ge- 
mess halten, ainhelligUch vergleichen vnd sich also erzaigen, das 
die discipul darab ein gut Exempel nemn vnd sich gleichförmig 
zehalten fQr sich selbs yndersteen mögen, auch inn vnd ausser- 
halb rats ain ander uit mit Schmitzworten etlicher Secten namen 
antasten. Dardurch nichts anders dann rotten, haimlich neid 
hass vnd vnainigkeii eruolgt, welchs der Vniuersitet ain mergck- 
lichen nachtail vnd apgang pringen würde. Derhalben sy sich 
hierinn ainhelligUch halten vnd beweisen wollen vnd inallweg 
fürnemen, was zu frid ainigkait vnd cristlich Religion dienstlich 
vnd erspriesslich sein mag. 

16. Vnd dieweil in der Ordination vnder andern artickeln 
begrifien, das ierlich die disputationen in superioribus facul- 
tatibus gehalten werden sollen, vnd aber sollichs bisanher vnder- 
lassen, so nun dise der Vniuersitet vnd den schulern vast nutz- 
lich, sollend die furter, wie die Ordination vermag, on ainiche 
wegerung ftirgenomen vnd gehalten werden. 

17. Am letzten aber befunden, das die Ordination noch 
nit von den Consiliariis zehalten geschworn vnd aber mein 
gn. Herr die confirmiert vnd vorhin von anfang geschworn ge- 
west, das dann alle so in den Rath der Vniuersitet genomen 
werden oder yetz darinn sein, gelobenvnd schwern sollen, 
dise Ordnung in allen puncten vnd artickeln helfen handthaben 
vnd deren zugeleben, wie dann pillich vnd die noturft eruordert. 



Gemelt artikel sind Vniuersitati vbergeben worden von des 
durchl. hochgepornen Fürsten vnd Herren Herrn Virich Hertzogen 
zu Wirtemj^rg usw. Räthen vf den XI. tag monats aprilis Anno 
1537, quod testor manu propria ego 

Gabriel Satler 
Notarius etc. 

Univ. Archiv, Abschrift VI, 25. 



41. Statuten d. U. von 1537. 205 



41. 

« 

Statuten der Universität von 1537. 

CONSTITVTIO ET ObDINATIO ScHOLASTICAB VnIÜERSITATIS 8TÜDI0RUM 
TUBINQAE IN SüEUIA CüM BXPOSITIONB StATÜTORUM ET LEGUM 

QUIBUS ILLA ADMINISTRETÜR. 

Neque vUa Respublica sine certa prsescriptione ac ordinatione 
legum stare, neque omnibus illse temporibns atque locis eeedem 
esse semper possunt. CJommutatis enim moribus, sententia, con- 
suetudine vitseque ipsins modo ac ratione, quod diuersis seculis 
fieri solet , illas et ipsas mutare et prsesenti nsui aecommodare 
necessitas quietis, pacis, ordinis postulat. Itaque omnibus setatir 
bus latas , auctas , abrogatas , immutatas leges et constitutioues 
Herum publicarum scimus, pro eo atque rerum casuumque natura 
tulit. Proinde recte atque laudabiliter feeisse iudicandum Illustris- 
simum principem Vdalricum etc. qui cum Scholas Tübingen- 
sis veteri fama et gloria ilhistris partim optima instituta per- 
tnrbata, partim prolatis optimis artibus ac disciplinis detrimenta 
sibi instauranda et sarcienda sumpsisset, imprimis aptis eonsen- 
taneisque legibus pietati, virtuti, tempori, quibus illa administrari 
conseruarique posset , componendis , summum ac publicum illius 
consilium praefecit* A quo confectas , oblatasque sibi ipse auto- 
ritate sua comprobauit, easque in posterum ualere statuit, ac omni 
ratione ac iure ratas firmasque esse uoluit, ipsiusque Scholae 
communi consilio custodiendas, seruaudas, promulgandas sequendas 
dedit atque commisit. Quas insuper etiam augeant, imminuant, 
mutent, componant, ut tempus quodque et quseque res ineiderit, 
quae sigilatim capitibus propriis expositsß subiectaeque sunt. 

De Vniuersitatis partibus boc est professionibu s 

quatuo r cap. 1. 

Vniuersitas igitur Scholastica, ubi inesset omni um rerum do- 
ctrina, absoluetur partibus quatuor professionum, quibus 
omnia quae disci cognoscique recte atque utiliter possunt, tradi 
solent. Pietatis ac rerum diuinarum Theologia est. Leges 
et Jura explicant qui inde Jurisconsulti nomiuantur. Cor- 



206 41- Statttten d. ü. von 1537. 

poris curam Medicina gerit. Ad has conscendi oportet de 
priiicipiis omnis sapieotise, hoc est, literis bonis atque artibus, 
philosophiam vno nomine yocamus: qua ipsa quarta pro- 
fessio constitaitur. His conficietur Vniuersitas Scbolae: 
deque ipsis summum consilium cogetur. Sed et singulse suam 
quandam administrationem habebaut, l^entque praßsideni studii 
sui, quem Deeanum nominant. Cum autem omnia quse dia- 
turna esse debeant, pra^scriptione legum ae ordinis maxime con- 
seruentur, neque tarnen fieri possit, ut omnium oonstitutiones, 
quibuscunque temporibns aptae congruentesque sint , Ideoqne cu- 
rabit Yniversitatis Senatus, ut legibus singulis temporibus 
cuncta ad rectitudinem et conuenientiam prsesertim temporum, mo- 
rum, consuetudinum , imprimis autem ad Veritatem ipsam, quse 
mutari non solet, sed saepe opprimitur, constituantur atque prse- 
finiantur. Nee non singularum professionum, legum statutoram- 
que promulgatio, renouatio, abrogatio esto, sed promulgata, re- 
nouata, abrogata, ita demum finna sunto, si consilii summi au- 
toritas illa comprobauerit , sique comprobatorum exempla rite 
et fideliter in membranis perscripta Yniuersitati Scholasticae in 
communi arca asseruanda, tradita et oblata fuerint. 

Deeanis singulorum professionum sui erunt consiliarii, 
cum quibus tractabunt negotia et res suse professionis , et bono- 
rum rationem proponent atque eonstituent, quos in primis caue- 
bunt, ne magis gratia aut pecunia moti, quam meritis eruditionis 
doctrineeque et virtutis contulisse ullis uideantur. 

De publico aerario Vniuersitatis cap. 2. 

Aerarii Vniuersitatis Scholae huius custodia demandator qnae- 
storibus seu deputatis quatuor, clauibus quatemis aperitor, 
quarum singulas singuli deputati tenento. In hoc inferetur si- 
gilluni magnum, priuilegiorum atque alia diplomata, pecunie, 
actorum libri. Cuius curationis negligentia in£delitasque maxima 
poena sancietur ad arbitrium publici consilii. Singuhe quoque 
professiones suos fiscos et arculas custodient ac asseruabnnt ea 
diligentia, qua in suis rebus uterentur. 

De Doctrinae temporibus ac ordine cap. 3. 
Singulas professiones solennium Conuentuum propria tempora, 



41. Statuten d. TJ. von 1537. 207 

quoad fieri poterit ab aliarum professiomim iisdem temporibus 
separata, Et su8B doctriuae certas statasque Loras habere oportet. 
Quae quibus datse fuerint obeundaa, ii illas sedulo obeunto. Ne 
quis de sua hora in aliam trauseat, neu suam horam negligat. Qui 
fecerit, quasstoribus ipse indicato, maltamque irrogatam aoluito. 

Omnium horarum doctrina* in membrana descript« proponi 
in eo loco debebunt, ubi senatus Vniuersitatis ScholasticBB , nee 
non singularum similiter professionum ibi, ubi ordinariae scholse 
a professoribus haberi consueuere. 

De vacationum temporibus cap. 4. 

Vacare ocio et docentibus ferialis esse vniuersis licitum fas- 
que esto ad natalitias ferias , a die memoriae Diui Thomae sacro 
usque ad festuni Epiphaniae. Item octiduum a Dominica, cuius est 
notatio Esto mihi, Item a die Jouis Gcenae Dominicas ad festiuita- 
tem pascalem Et ipsa festiuitate pascali, quae duret dies octo. 
Item octo dies festiuitatis pentecostes. Item Oriente canicula tan- 
tisper, quantisper professionibus singulis ab antiquo in hac Scho- 
lastica Vniuersitate est permissum. Item vindemialibus feriis a 
Diuo Michaele (29. Sept.) usque ad Diuum Lucam (18. Oct.) Item 
nundiualibus binis Georgii, et binis Martini. Item feriis Omnibus, 
quae secundura usum religionis nostrae publice obseruabuntur, et 
vocantur Ecclesiasticae , adque iUas diem quemque Jouis , qui ita 
ceciderit, ut aliae feriaß in ea hebdomade dierum non reperiantur. 
Sed et in suis quaeque professio statutis, hunc de feriis lo- 
cum explicabit, et quascunque concessas ab Vniuersitate sibi ob- 
tinebit. 

De Disputationibus cap. 5. 

Singulae professiones suse doclrinae disputationes statis 
temporibus exercento de quibus qui curationem illam acceperint, 
ipsi constituent. Qui praefectus fuerit, det operam, ut ita omnia 
instituantur atque gerantur , ut maxime e re discipulorum futu- 
rum esse iudicarit. Ostentandae suie eruditionis causa ne quid 
proponito neue dicito, sed commoda discipulorum respiciat. Si- 
militer faciant et ii, qui contra proposita, ut solet, argumentabuntur. 
Rixas, contumeliose dicta, conuitia uequis vsurpato, disputato 



208 41. Statuten d. U. von 1537. 

placide, prsefecto disputationis ne aduersator. Qua quidem in 
parte consilii publici erit in delinquentes arbitraria ammaduersio. 
Extemis ac peregrinis disputationes habere aliamque publieam 
functionem gerere apnd nos non licet. Quare qui ex illis capes- 
sere uoluerit, hanc copiam sibi factam a consilio su8b quisque 
professionis habeat. 

De Consilio Vniuersitatis Scholae hiiius cap. 6. 

Respublicee Consiliis et Magistratibus carere non possunt, iit- 
que in domo patremfamilias et herum , ita in rebus publicis se- 
natores et principes esse necesse est. Publicum igitur Consi- 
lium, quo ipsa plane Vniuersitas huius Scholae repraesentetur, 
quodque summura sit, ad hunc modum constituetur et cele- 
brabitur. 

Consilium publicum et summum explebunt omnes grofessores 
maiorum ac superiorum, ut uocantur, disciplinarum, cum Decano 
Artium professionis et duobus de consilio illius electis ad hoc 
Magistris. Hi cum res feret solenniter conuocantor, de proposito 
negotio deliberaturi senteutiam rogati fideliter dicunto. In quod 
autem plurium sententiae conuenerint , it ratum firmumque ha- 
betor. Si in pares sententias consultatio diuisa fuerit, alterius 
utrius partis, cui Rector suam adiunxerit, autoritas ualeto. Si 
quis publici consilii Senator solenniter vocatus non afl'uerit, illius 
absentia constitutionibus, decretis , decisionibus nihil officito. Si 
quod illorum aliquem negotium, de quo in consilio agatur , atti- 
gerit siue proprium ipsius fuerit, deliberationi ille ne interesto, 
ac secedito tantisper, dum de re ipsius peragatur. 

Si quis Senator consilio sit motus, siue perpetui seu certi 
temporis exclusione, is igitur abesto, neque tractationibus publicis 
sese ingerito. Quod si audacia illiu.« vicerit, neque consilio abesse 
non dubitarit, neque eijci se siuerit, ne quid agitor illo praesente 
neu proponitor , constituitor , deciditor , si quid horum factum 
fuerit, irritum et inane esto. 

Sententias Senatores rogati ordine et placide dicunto a male- 
dictis conuitiis, clamoribus contentionibus abstinento, ni fecerint 
consilio excluduntor et multam irrogatam arbitrio consilii sol- 
uunto. 



41. Statuten d. U. von 1537. 209 



Qui In Senatum consilij public! legetur in haec ca^ 

pita iurabit. 

1. Velle ante omnia in sententijs dicendis omnipotentis Dei 
honorem ac cultum et pietatem spectare. 

2. Cum lide, simplicitate, candore, quse sentiat, intelligat, norit, 
dicere. Nullius amore, odio, largitionibus moueri et a recto 
deduci. 

3. Rectori obedientiam dignam, et silentium caBlandorum prae- 
stare. 

4. Contra Illustrissimum principem ac Ducem huius ditionis, 
Rempublicam Scholasticam nihil improbe, seditiose, hostiliter 
moliri, ulla ratione ac via ^. 

De Rectore creando cap. 7. 

Rectorem principem administrationis Reipublicse Schola- 
lasticsß legat Senatus publici consilij Virum pietate, prudentia, 
honestate vitae, Eruditione spectatum, quem Reipublicae utiliter 
praefuturum sperent, neque professio aliqua certa, neque praeterea 
quicquam considerabitur, nisi forte extra hos aliquis hunc hono- 
rem virtute, generis nobilitate, fama, dignitate excellens mereatur, 
ut sunt Barones, Comites, Duces, Principes. Quibus tamen re- 
spectu nobilitatis ille mandabitur, ijs adiungetur quasi pro Rec- 
tore uel ipse prioris semestris Rector, uel alius Vir bonus, grauis, 
doctas ex senatoribus consilij Vniuersitas huius. Haec consuetae 
et solitae Electioni proposita lex esto. Neque uUius rei alio re- 
spectu, quam earum virtutum suffragaturos se cuiquam iurabunt 
Senatores prius quam suffragia ineant. 

Quem plurium suflfragia crearint, magistratum capescito. ni 
fecerit, si quidem ex eorum numero fuerit, quibus publice stipen- 
dia soluuntur ab Vniuersitate Scholastica, multam soluito floreno- 
rum duum, Cancellario propter autoritatem functionis illius 
excepto. Idemque solenni more, die, loco, studiosis declarator. 



1 Von späterer Hand: 5. Diligenter et sedulo lectioni suce prseesse. 

Urkunden der U. Tübingen. 14 



210 41. Statuten d. U. von 1537. 

Ipse Rector in hsBC Jurato. 

Velle se omni cura, diligentia, fide fungi officio suo, Inpri- 
mis piet^tem colere, paci et ocio Reipublicse studere, administra- 
tionem schalostioam sedulo, accurate fideliter agere. 

Rectoris prouincia seu officium. 

Rectoris prouincia hsec est : de ijs quae inciderint negotijs ac 
rebus referre ad Senatum publici consilij, sententias ordine rogare, 
compescere dissensiones , conteutionibus obsistere, in rixatores, 
contumaces animaduertere de consilij sententia. De quibus con- 
stitutum ac decretum fuerit, ea exequi. Referre in librum ea, 
quorum memoria conseruanda esse uideatur. In consilio omnibus- 
que solennibus conuentibus adesse. Nomina profitentium studio- 
sorum aduenarum recipere, promissione aut iure iurando astrin- 
gere. Juditia cum Equitate absque ullius personae respectu animo 
incorrupto exercere. Juditia ac sententias non uendere. Operam 
dare, ut in delinquentes secuudum statuta ac leges animaduerta- 
tur. Psenas et multas exigere pedelli ministerio, aut ipsum sol- 
uere. Nihil aduersum Iliustrissimum Principem nostrum, Rem- 
publicam Scholasticam moliri uUa ratione ac via. Denique omnium 
huius Scholasticas Yniuersitatis tanquam vnius corporis membrorum 
curam gerere. Animo et voluntate paterna statuta et leges Vni- 
uersitatis Scholasticae post Comitia proxime sequentibus diebus 
pro concione studiosse iuuentuti publice recitare, neque ultra men- 
sem illam publicationem differe. Huius Magistratus tempus se- 
mestre est. 

Rector quicunque creatus fuerit Cal. Maij, cum Senatum 
Yniuersitatis primum habebit, officium suum esse sciat, proponere 
Yniuersitatis Consilio mentionem de iure iurando praefecti 
inferioris et judicibus * huius oppidi, quo singulis annis ob- 
ligati sunt astringere sese de conseruandis priuilegijs Yniuersitatis 
nostree. Tum igitur de nulla alia re prius referet, quam de hac 
ipsa, ut primo quoque tempore perficiat *. 

Rector quibuscunque in casibus edicere, interdicere, mandare, 
significare aliquid publice poterit, adiecta etiam mediori ac con- 



1 judicum. 2 perficiatur. 



41. Statuten d. U. von 1587. 211 

uenieute multa pro rei natura. Qui ^ sicubi in legibus, statutis, 
interdictis, mülta poenaue expressa non legatur, sciendum arbitra- 
riam illam futuram accipi debere. 

Reetor etiam ne cum diminutione doctrinse publicae saepe 
Consilium cogatur prouideto, neque ullo priuatim petente Sena- 
tum habeat, nisi tali de causa, quam Deeani quatuor, aut 
qui ipsorum vices gerent, quibus prseterea Jure oonsultus tuub 
Professor accedat, approbauerint. Quod si tanta non nideatur, 
quare vniuersi conuocentur, ipsi decidant, aut rem tradant Reo- 
tori cum consiliarijs cognoscendam et definiendam. In hac parte 
delinquentem in Bectorem Yniuersitatis arbitrio animaduersio 
permissa esto. 

De Jurisdictio ne Rectoris cap. 8. 

Rector cum assessoribus Jus dicet causasque cognoscet stu- 
diosorum, delictorumque illos suorum causam dicere coram se iu- 
bebit. Gitabuntur autem rei de more a publico ministro. 

Assessores petenti Rectori statim ubi creatus fuerit, adiun- 
guntor ab Vniuersitate prioris semestris Rector et Deeani quatuor 
professionum. 

Horum cognitione res atque controuersise omnes statim deci- 
dentur ac dirimentur, neque scripta a partibus recipientur, nisi 
si hoc a Rectore et consilio impetrauerint , quorum arbitrio et 
prsescriptione tota iuditiorum ratio administrabitur. 

Assessores in sententijs dieendis ac dijudicandis causis inte- 
gritatem et fidem prsestanto, nulla re nisi veritate mouentor, ne 
protrahunto decisiones ac iudicationes , neue litigatores impensis 
aggrauent. Si fecerint psenam sustinento arbitratu Vniuersitatis 
scholse huius. 

A Rectore et Assessoribus ita demum prouocatio ad 
Gancellarium Vniuersitatis Scholastica; recipiatur, si procu- 
rator illius duos florenos pignori in litem apud Rectorem de- 
posuerit, et illam a se executum iri sufficiente cautione fidem 
fecerit. 

Rectori literas scriptaue, nisi iussu Consilij publici sigillo 
Scholeß solenniter obsignare non licet. Consiliarij Rectori parento, 



1 QU8B. 

14 



I 

■ 



212 41. Statnten d. ü. von 1537. 

aduocati assunto, nisi magna et probabili causa impediantnr, abs- 
que qua cuiusque absentia ^ multa esto cruciatorum quatuor. 

De Rationibus gesti Magistratus reddendis cap. 9. 

Retor intra dies quindecim cum Magistratu abierit ratio- 
nem reddito acceptorum et expensorum, oratione atque 
re satisfacito intra octiduum de omnibus qu8B requirentur, pecu- 
niam acquisitam tempore Magistratus sui fideliter inferto Erario. 
Ni fecerit, soluito multam floreni vnius aut contra iusiurandum 
fecisse iudicator. His peractis et explicatis rationibus pecuniam 
praesentem nouus Rector vna cum clauigeris in Erarium Vniuersi- 
tatis fideliter inferat ad idque faciendum jureiurando astrictuä esto. 

Quo die cum Rectore rationes putabuntur, omnium professio- 
num Decani et ipsi referunto rationes suas. 

Rector quo die Magistratu abierit, petito ut acta et gesta 
Magistratus sui decreto publici consilij rata firma habeantur. Idem 
curato recitari annotata consultorum et decretorum tempore Ma- 
gistratus sui, ut si quorum memoria diligentius conseruanda 
uideatur, ea in decretorum Jibrum prsecipuum referantur. Itemque 
Decani singularum professionum, ut rationes a se relatee comproben- 
tur, petere et easdem ostendere atque offen« Vniuersitati debent. 

De Contubernio inspiciendo cap. 10. 

Cancellarius Vniuersitatis vna cum secundo professore Theo- 
Ic^iae, Ecclesiae Tubingensis Decano, assumpto psedagogarcha Con- 
tubernij res inspiciet. Gurabit ut ibi Magistri habitent, qui cum 
istius Collegij Rectore mores adolescentum regere et priuatim 
etiam discipulos instituere uelint et possint. Quos etiam ut morum 
censores de discipulorum oeconomi et ministrorum officio singula- 
tim interrogabit. Si quis deliquisse iudicatus fuerit, eum uel ca- 
stigando uel multam irrogando, secundum delicti modum et pra&- 
scripta legum, meliorem reddere studebit. Exquiret neglectiones 
et delicta, paenas exiget, sacramentum dicere iubebit. 

Rector contubernij nullius nomen inscribat, nee uexationem 
etiam ulli decemat, nisi per pedellum aut alios fide dignos com- 
pererit, illum et apud Rectorem Vniuersitatis et Decanum nomen 
suum esse professum. 

1 absenti». 



41. Statuten d. U. von 1537. 218 

De Bectoris Salario cap. 11. 

Rector cum diligentia et fide tarn mercedes inscriptionis no- 
mine quam moltas ob delicta exactas inferat Erario Yniuersitatis 
ScholastiesB totas atque int^as prseterquam quod ministro pub- 
lico debitum decesserit. Ad hoc diligenter et fideliter faciendum 
iureiurando astrictus esto. Ipsi autem Rectori premium Vniuer- 
sitas persoluet ob nauatam ReipublicsB operam florenorum 
uiginti. Eidemque omnes Doctoratus candidati, quo die ho- 
nores capient, huius ipsins dignitatis causa singulatim pileuin 
donabunt. Sed et Rector granitati cuidam et honestati vitse tem- 
pore Magistratus sui, imprimis cum vestitu, tum comitatu aliquan- 
tulum sese extollere studebit. 

De Expensis Rectori concessis honoris causa 

cap. 12. 

Nobilitate, eruditione, virtute prsestantium virorum hospitum 
gratia, munerum offerendorum nomine, si Doctoratus dignitate 
prsediti sint, quantum impendi debeat, ipsius ai'bitrium Rectoris 
esto. Si alia in dignitate erunt inque alios honorificos Yniuersi- 
tatis Schol» huius usus , de pecunia publica Rectori impendere 
tantum liceat, quantum Decani quatuor professionum uel consulta 
Yniuersitatis permiserint. 

De professione nominum apud Rectorem et recep- 

tione nouorum cap. 13. 

Qui inter studiosos huius Scholse censeri, et priuil^js ipsius 
gaudere uoluerit primo mense aduentus in hoc oppidum sui pro- 
fiteatur apud Rectorem nomen suum et sacramentum in literariam 
hanc militiam det. Qui non fecerit priuilegiorum beneficia nihil 
ad se pertinere sciat. 

Inscriptionis nomine exiget Rector a singulis cruciatos 
tredecim. Hoc remitti egentibus uel totum uel ex parte atque 
ad tempus poterit. Nobilitate, opulentia, honoribus, dignitate 
praestantibus et in sublimioribus subsellijs locandis , quantum 
vulgo pendi soleat indicabitur. Sed ab ipsis non minus uno flo- 
reno poscetur , nisi forte eorum liberalitati , quod amplius dare 
uelint, relinquendum esse uideatur. 



214 41. Statuten d. U. von 1537. 

Si alienum quis nomen fuerit professus et pecuniam inscrip- 
tionis nomine soluerit, a studiosorum numero exclusus esto et 
pecunia careto. 

Qui studiorum causa huc uenerint ac nomina sua apud Rec- 
torem fuerint professi, Decanum eias facultatis, cui maxime 
operam daturi sunt , et si studiosi bonarum artium esse uolent, 
psedagogarcham nulla mora interposita iubeantur accedere 
et orare, ut in album eins Paeultatis referantur, (cui tarnen in- 
scriptionis nomine nihil persoluere cogentur). Ita enim fiet, ut 
singularum professionum Doctores et Magistri suos obseruare et 
non solum studia, sed mores etiam adoleseentisB gubernare, ac si 
ita res ferat , testimonia et faonores ipsis tuto conferre possint. 
Ne tamen negligentes Rectori et Decanis imponant, ipse Rector 
perscripto ad Decanum uel psedagogarcham nomine studiosi cer- 
tior fiet, num se illis indicarit. In delinquentes a Rectore ani- 
maduertetur. 

Decani singularum Facultatum, post noui Decani electionem, 
vna cum collegis consignationem auditorum suorum diligenter 
inspiciaut et inter se de profectu et diligentia suörum conferant, 
negligentes accersant, hortentur increpent, desperatse negligentiae 
et improbitatis discipulos Senatui significent, ut ueluti inutilia et 
putida membra a toto corpore Vniuersitatis resecentur. Si qui 
Magisterij gradum adepti progredi ad altiora studia uolent, eos 
Deeanus artium statim a promotionc monebit, ut nomen suum 
eins facultatis, cui se addicere uolent, Decano indicent aut paeda- 
gogarchse. 

Äbsque Magistro ac praBceptore uagabundos, qui Magistri 
et Doctores non sint, neminem ferri oportet. Itaque si uel Rec- 
tor ipse uel alij professores compererint in hac aliquem licentia 
uiuere, accersitum castigent uerbis et tempus prsescribant, intra 
quod subijcere se Magistro aut prseceptori debeat. Quod nisi 
obierit, a numero studiosorum excluditor. Eum autem praecep- 
torem accipiendum esse uolumus, qui uel Magisterij gradum in 
aliqua Academia sit adeptus, uel si Magister non sit, suam pie- 
tatem eruditionem et mores Rectori et facultati bonarum artium 
approbauerit. 

Qui ad honores et gradus studij philosophici aspirabunt, om- 
nes posthac in contubernio sub disciplina Rectoris et Magi- 



41. Statuten d. U. von 1537. 215 

stromm habitabnnt et cibum etiam capient, nisi forte quis in 
oppido cum doctore, praeceptore aut certe parentibus et propin- 
quis suis uixerit. lis enim ut extra Gollegium habitent sie eon- 
cedetur, si lectiones omnibus horis, quibus oportet, frequentarint 
et caetera quse ieges communitatis studij bonarum artium requi- 
runt fecerint. Qui ista neglexerit, sciat sibi aditum ad honores 
prseclusum esse. 

Quicunque bonorum gradus uUarum professionum affectabunt, 
eorum nomina Decanus professionis suie ad Rectorem defefat. 
Quae nisi in albo Yniuersitatis rite perscripta inueniantur, petendi 
bonores ins illis denegator. 

Cum etiam hactenus studiosi nonnuUi semestre ante bonorum 
•petitionem in conuictum professoris alicuius se contulerint et fu- 
cum facere praeceptoribus, ac si sub disciplina fuerint, sint conati, 
tales sciant sibi posthac probandum esse, quod toto completionis 
tempore uel in Gontubemio uel alibi sub idoneis pneceptoribus 
uixerint. 

Cimi nimia festinatio in cseteris rebus plerumque soleat esse 
in^BBlix, tum uero imprimis perniciosa est discentibus, quare nemo 
postbac ex ijs qui in paedagogio lectiones audiunt ad faeultates 
superiores admittatur, nisi fundamenta in bonis artibus et ijs 
praecipue, quae orationem formant et expoliunt probe iecerit, id- 
que de sententia Ck)llegij studij bonarum artium. Rector etiam 
et Decani si quem rudiorem festin are ad superiora animaduertent, 
ad psßdagogarcham eum et facultatis bonarum artium Magistros 
remittent. 

Sacramentum solemne quod Rectori dari solet 

cap. 14. 

Qui nomina Scholae huic dederint , iurabunt in haec capita. 

P r i m u m. Velle Religionem pie casteque colere. 

Secundum. Rectori et primoribus huius scholae obedire 
et eosdem reuerentia digna prosequi, neque ulla dictorum facto- 
rumue contumelia afficere. 

T e r t i u m. Aduersus lUustrissimum principem, Rempublicam 
cum Scholae tum oppidi huius nihil hostiliter, improbe, scelerate, 
moliri ac machinari ulla ratione ac via. 



216 41. Statuten d. ü. von 15S7. 

Quart um. In ius Tocatos propter contractus uel actus hie 
gestos coram Rectore causam dicere. 

Q u i u t u m. Exclusos propter improbitatem a consortio scho- 
lastico ex oppido primo quoque tempore discedere. 8i tamen uel 
ob ses alienum uel alias causas graues reuooentur, nisi satisfecerint, 
comparere et se coram Rectore prsBsentes sistere. 

Formula Sacramenti. 

» His pronuntiatis a Rectore, ita ut intelligautur a profitenti- 
bus nomen suum, in ipsa iurare Rector iubebit per DEVM vel 
his verbis : 

t Ita iuro ut nie BEVS adiuuet 

Cum autem iurisiuiandi singularis religio neque profananda 
esse uideatur, cumque multi pueri setate et animo imbecilli atque 
improuido adduci ad hanc professionem nominis soleaut, qui 
pueri adhuc fuerint, stipulata manu promittere eos iubebit Rector 
recitata capita monebitque iurisiurandi hanc promissionem loco 
accipi, ut meminerint se iuratos esse, cum primum quse religio 
, iurisiurandi sit intelligere ceperint. Sed et alijs in promissionibus 
solennis iurisiurandi sanctitas, nisi re flagitante, non usurpabitur 
ac stipulatione res peragetur. 

In leges et statuta qui deliquerint, periurio ideo infames 
haberi non debent, siquidem psenas subierint inflictas illis delicto 
suo. Ni forte hsec ipsa paena periurij legi alicui aut statuto ad- 
ijciatur. 

Rector etiam subscriptis legibus tenebitur cap. 15. 

Rector ne cui pecuniam inscriptionis nomine de- 
b i t a m condonato aut remittito, nisi iusta de causa, quam ipsam 
causam apponito uniuscuiusque nomini, similiter et inscriptionis 
diem. Si quid sine iusta causa remiserit, condonarit, ipse re- 
pendat. Remittendo autem uel totius mercedis uel partis illius 
causflB ferme istae fuerint. Si quis Doctoratus honores consecutus, 
aut Conductus stipendio ab Vniuersitate aduenerit et remitti 
hanc sibi uelit, ut hoc reuerentise illius detur, siue quis in illo- 
rum famulitio seu extra hoc se bona fide pauperem esse affir- 
marit. 



41. Statuten d. U. von 1587. 217 

Si quis Studiosus abfuerit hinc ultra semestre, reuersus 
ita demum priuilegijs Yniuersitatis gaudebit, si a Rectore denuo 
petierit ut in curam et ditionem Yniuersitatis recipiatur. 

Si quid edicendum fiierit, Rector pnescripta mandata autori- 
tate nominis sui in charta signata de more proponat. Prsescriptio 
autem talis sit Rector Yniuersitatis Scholasticse stu- 
dij Tttbingensis. 

Magistratum dum geret Rector, hoc est toto semestri sup, 
oppido itineris causa ne exito, nisi a Gonsiliarijs et Decanis qua- 
tuor facta sibi potestate, ipse indicato profectionem suam consilio 
secretiuri, aut uni saltem ex illis, aut si neque hoc &cere potue«- 
rit, ministro publico, ne ignoretur discessio ipsius. Yerum ab- 
senti Rectori, uel prioris semestris uel tertij uel etiam ulterioris, 
Rector substituetur, de sententia Consiliariorum et Decauorum 
quatuor. 

Insignia Rectoris, libros, Album Yniuersitatis, Chartas, Sigil- 
lum Rector fideliter et diligenter custodito, penes se habeto Ma- 
gistratus sui tempore. Qui finito tradito Rectori successori suo 
iam iurato Yniuersitati Scholasticas. Ni fecerit, contra ins iuran- 
dum facturum se sciat. 

De honoribus conferendis et promouendis ad gradus 

illorum cap. 16. 

Singularum profcssionum Doctores ac Magistri operam da- 
bunt, ut petentibus honores via atque ratio prsescribatur , qua 
peruenire ad petitos honores possiut, non illos quidem pecunia 
redemptos, sed meritos virtute et eruditione sua. Nemini ab 
Yniuersitate Scholastica excluso, nemini cui functione sua inter- 
dictum sit, nemini qui nomen suum apud Rectorem Yniuersitatis 
non fuerit professus, honores mandare fas esto, neque in ulla 
professione nisi ordine et consensu omnium gesta, hac in parte 
ualebunt. Denique intra prsescriptionem et statuta sua ab Yni- 
uersitate Scholastica approbata quaaque professio consistet secun- 
dumque illa totam. rationem conferendorum decemendorumque 
honorem moderabitur. Quod si quis hac in re ordinem conue- 
nientem audacia sua perturbauerit , in cum de sententia Consilii 
publici Yniuersitatis Scholasticse adnimaduertetur. 



218 41. Statuten d. U. von 1537. 

De honestate vitae et morum cap. 17. 

Nihil est in omnibus congr^ationibus magis necessarium 
l^bus , at boni in pace et quiete degere , coherceri mali iure 
possint. Tmprimis uero in studiosorum csetibus, ubi nisi pax et 
quies inuiolata seruetur, nihil recte fieri eorum, quorum illi causa 
instituti sunt, possit. Omnia autem violant paeem et quietem 
qqsß contra honestatem et decus fiunt. Quare ut laudabilis dis- 
ciplina custodiatur, qusedam studiosis honestatis ac decoris prse- 
cepta deinceps nunc exponentur, quibus qui parere libenter uo- 
luerint meliores , qui noluerint non certe deteriores coherciti 
pcenis afficientur. 

De Beligione. 

Etiam ij qui uera ratione Deum non coluerunt, ante omnia 
Deum colendum caste pieque adorandum, reuerendum esse tradi- 
derunt Quo magis in hac veritatis luce faciendum, ut diuini 
numinis cultus prsecipua cura nobis sit. Omnes igitur nullam 
rem diuini numinis yeneratione antiquiorem esse sinent. Qu8B 
cum meditatione assidua sacrarum literarum excitetur, nemo con- 
ciones et preces publicas, quas letanias uocant, negligat. Qui 
contra fecerit et festis prsecipue diebus sub concionibus a pedello 
in oppido aut campo repertus fuerit, in eum (nisi causas absentise 
suse grauissimas assignarit) de sententia Rectoris animaduertetur. 
Omnes etiam operam dent, ut vitse castimonia, pietate et rel^one 
probent se cura rerum sacrarum serio tangi. 

De Blasphemijs. 

Blasphemias, deierationes omnis generis, mendacia, maledicta 
omnes summa attentione declinent, quorum singulorum in accu- 
satos et conuictos ea Rectoris et Senatus animaduersio erit, qu» 
merito scel^ratorum esse debet, et pro indignitate uel atrocitate 
deierationis et Blasphemie ciuiliter uel criminaliter punientur. 

De Beuerentia erga praeceptores et diligentia in audiendis 

lectionibus. 

Adolescentes maiores natu et Magistros suos, qui instar pa- 
rentum sint cuique, uenerantor, obseruanto, obedientia et mori» 



41. Statuten d. U. von 1537. 219 

geratione pToseqanntor. Equales suos diligunto , officia vitse et 
studiorum inter se mutuifi animis et uolontatibus faciunto. 

Quicunque is commnnitatem et ins studiosorum huius Schol» 
recipi uoluerit, nomen suum apud Rectorem illius profiteatur, sa- 
cramentum det, sieut ille uerbis praeiuerit, pensionem inscriptionis 
soluat, ut statum est. 

Ynus quisqae eas boras, quibus docentes audire fuerit iussus, 
accurate obeat, neque unquam nisi iusta de causa absit. 

Suum quisque Magistrum seu praeceptorem habeto, qui uon 
habuerit, in eum ut dictum est, animaduertetur. Quid etiam Ma- 
gistri seu prseceptoris nomine intelligi debeat, supra est expositiim. 

De conflictibus et armorum vsu. 

Ne quis versator nocendi causa cum telo in publico, neu 
arma tractato, non stringat ferrum, non dimicet, neminem feriet, 
pulset, Isedat, sauciet. Iniuriae conuitijs uerborum inter equales 
dignitate factsd, multa esto denarium duum, id est cruciatorum 
XV. Si ad manus et arma fuerit deuentum, qui alterum impe- 
tierit, cruciatos soiuito XXII, siquidem non icerit neque Iseserit. 
Sin icerit, pulsarit, percusserit, absque tamen vulneratione exigitor 
multa floreni unius, si leuiter sauciarit, duorum florenorum multa 
irrogator. His delictis praeter multam, si res postulauerit, Rector 
paenam carceris attemperabit. De'atroci vulnere cognitio et sen- 
tentia et arbitrium Rectoris et Assessorum erit, suo cuiusque iure 
saluo. Similiter et cognitio erit Rectoris , cum quis praestantem 
dignitate Magistrum, Doctorem qui Mt^stratus gereut, oratione 
aut re ipsa laesisse dicetur. Omnibus autem qui gladios suos 
strinxerint arma adimet Rector, aut nomine armorum, si ita ipsi 
uidebitur florenum unum exiget, nisi forte quis probauerit, se 
ad propulsandum capitis periculum, aut iustam defensionem arma 
smnpsisse. 

Si quis publicos ministros uel uigiles Vniuersitatis 
oppidiue, uerbis aut re ipsa laesisse comperietur, is carcere diebus 
quindecim cohercetor, aut multam soiuito florenorum duum ad 
arbitrium Rectoris et Senatus, Grauius etiam hac in parte de- 
linquentibus paena augeatur. 

Discendarum bonarum literarum atque artium non latroci- 
nandi gratia Castus Scholastici babentur. Proinde armorum nullus 



220 41. Statuten d. ü. von 1537. 

potest esse in pace usus. Ad militarem omnino modum studiosos, 
ense transuerso, aut prseeminentia sua conspicuo, armari ferendum 
non est uisum, multo minus alio teli inusitati in pace et prse- 
cipue IsBtiferi genere. Si quis tarnen talis armaturse causam sese 
habere arbitrabitur , obtineat concessionem Bectoris , ut illo sibi 
modo liceat armato esse; absque qua quotiescunque illius modi 
aliquis arma gestauerit, affueritque in solenni qonuentu studioso- 
rum, aut ante Rectorem Vniuersitatemue , aut in iuditio, multe- 
tur triente floreni. Absque hac deformitate et cum debita mo- 
deratione gestantibus, ne quid multse infligitor, aut paen» im- 
ponitor. 

De diuagationibus nocturuis clamoribus et tumultibus tum abusu 

instrumentorum musicorum. 

Strepitu et clamoribus diumis interdictum esto Yniuersis, 
quo in genere delictis grauioribus aut leuioribus paena quoque 
earceris a Rectore attemperabitur. 

Si forte incendium extiterit, ne quis temere accurrat, qui 
ualidiores erunt, laborantibus opitulentur licet, nisi forte ingens 
uis flammsd aduocare uideatur uniuersos. 

In tumultuatione oppidanorum nemo procurrat, nemo se 
admisceat, sed domi quisque su^ remaneat. 

Noctu statim ab illo tempore, quo Signum sere uigilibus 
dari solet, quique domi sunto, per regiones yrbis et angiporta 
ne tumultuose uagantor, tum maxime a ui et dolo, inprimis re- 
serandarum aedium alienarnm abstinento. Si qua causa iuerit, 
cur noctu in publico sibi uersandum aliquis putarit, primum 
illam causam sibi probandum sciat. Deinde cum moderatione et 
absque tumultuatione cum lumine in publico uersator, ni fecerit 
diebus XV carcere cohercetor. Re&actores quidem sedium, et qui 
uim fecerint, hoc ipsum ob factum statim ut infames exclusionis 
de Yniuersitate Scholastica psenam sustinento. 

Nullus item leuissimo vulgi more per oppidum die noctuue 
tympana pulsari curet, aut alijs instrumentis musicis per vias 
grassetur, nisi impetrarit, ut hoc faceret a Rectore indulgente, in 
sodalitatibus et csetibus non inhonestis. Qui curarit, fecerit abs- 
que Rectoris permissione, in eum Rector de sententia Gonsilia- 



41. Statuten d. U. von 1587. 221 

riorom snorum pro delicti natura graniter animaduertet et fero- 
ciftm illios carcere domabit. 

Cum multi ssepe noctu gregatim obambulare soleaiit et 
ea res multorum sit incommodorum causa, Senatus omnes et sin- 
gulos hortatur, ut in posterum ab ista deambulandi ratione ab- 
stineant. Qui monitionibus istis locum non dederint, in eos ut 
perturbatores otij et pacis Mt^stratus Scholasticus grauissime est 
animaduersurus. 

Ad Rectorem ne qui agminatim neue turbulente ac- 
cedunto. Si magna res et ad plurimos pertinere uisa fuerit, duo 
tresue ad summum, qui apud Rectorem agant creentur. Qui- 
cunque, ut in hoc delinqueretur fecerit, contra iusiurandum se 
sciat fecisse. 

De lenocinijs scortatione et vagis libidinibus» 

Scortatione et vagis libidinibus nihil fsedius et turpius, qui- 
bus efficitur ut homo in proprium corpus peccet. Certum etiam 
est DEI iram eandem ob causam contra homines ssepius exarsisse. 
Propter illas enim libidines totus mundus eluuione summersus, 
florentissimaß vrbes deletse, homines prope innumerabiles extincti 
sunt, et sacrsB testantur literse scortatores a spe hsereditatis seter- 
nsß excidere. Quae cum ita sint, adolescentes consuetudinem illam 
libidinosam mulierum, conuiuia in ganeis locisque suspectis, leno- 
cinia et sodalitia omnia, quse eos inuitare ad turpitudiuem pos- 
sunt, tanquam praasentissimam pestem fugiant. Quod si quis 
eiusmodi turpitudinis reus fiet, in cum iuitio exemplum statuetur 
animaduersionis uehementis et eximise. Si perrexerit, nee se 
emendari sinet, a consortio scholastico excludetnr, ne alios ado- 
lescentes in societatem flagitiossB consuetudinis pertrahat. 

A turpitudine uerborum in nominandis omnibus ijs , quae 
factu foeda consentur , itemque a petulantia cum uerborum tum 
factorum abstinento omnes, ni fecerint psenam ad arbitrium Rec- 
toris sustinento. 

De Conuiuijs. 

In diuersorijs et cauponis nemo uersetur, assideat, 
epuletur, potet, nisi eo uenerit quserendi alicuius gratia, aut cum 
suo prseceptore, aut sit cum suis parentibus, propinquis, neces- 



222 41. Statuten d. U. von 1537. 

sarijs. Ne quis saltandi spectandi ant alterius rei gratia in 
eum locum, ubi publicse saltationes habentur, sese conferat, nisi 
forte Doßioxalfi» eum ehcnres ^ babebuntnr, ant alias honesta inni- 
tatione pudicse chorese particeps factus, et obseruata hac etiam 
in re honestate et decentia. Qui aliter fecerit, multam soloito 
cruciatorum XV. 

Gonuiuia, compotationes, ne quis alieno loco et tempore, 
neu barbarico ritu ac uesania uulgi celebrato. Neue quisquam 
alterum in propinando ad equalitatem adigat. Quod si quis fe- 
cisse comperiatur, illi multa irrogator cruciatorum XX. Si uero 
etiam furore aliquo aut turpitudine aut fseditate (ut sunt discur- 
sionum, clamorum, tumultuationum , vomitus) priora auxerit et 
accumulauerit, carcere compescitor plures paucioresue dies, ita ut 
Rector pro delicti atrocitate statuerit. 

Alesß fteditatem, damna, flagitia ac plane scurrilitatem ui- 
tanto omnes, neque indulgento inhonestis uoluptatibus, cum multsB 
honestffi suppeditent. Scurriles autem aleatores, quique illos te- 
xerint aut receperint, primum cum indicati fuerint, curato Rector 
moneri, ut improbi esse desinant, si nihil profecerit monendo, ab 
delatis postea ac damnatis hoc nomine multam exigito vnius 
floreni, a tertio delatis damnatisque duum, postea uero rursum dela- 
tos damnatosque, Üt desperatae malitiss, infamia exclusionis notato. 

Extra intraue oppidum publicos cffitus cogere et har 
bere commessandi conuiuandique gratia (ut saßpe ad choreas in 
urbe, et foris ad prata et fonticulos ac amnes fieri consueuit) nunc 
igitur deinceps eiusmodi castus cogere, facere ne liceat, nisi impe- 
trata uenia et facultate a Bectore. Qui secus fecerit, contra Jus- 
iurandum fecisse iudicator. 

De ablegandis uel excludendis propter intemperantiam. 

Qui negligentisB uel intemp erantiae sese dederint 
aut alias turbulenter se gesserint, ut post unam aut alteram ad- 
monitionem et castigationem emendatio conspiciatur nulla, ij ad 
parentes et propinquos de consilio Rector is et senatus ablegentur, 
ne iacturam temporis, ualetudinis et bonorum faciant. Si qui 
uero ad summum gradum improbitatis fuerint progressi, ij etiam 
infamia exclusionis notabunt ur. 



1 ms8. chore«. 



41. Statuten d. ü. von 1537. 223 

De Vestitu. 

Certum est amictnm et incessum ingenioi'um esse humanorum 
picturam. Itaque uestitus barbaricus haud dubie ingenij 
est leuis et distorti inditium. Quare ingenui adoiescentes uestitu 
utantur hosesto et eo qui ad usum maxime sit conueniens, nihil 
secundum prauitates Tulgares dissutmn, pictum, scissum sit, pe- 
tasos uillosos et uiatorios, capitia etiam equestria in urbe non 
gestent, pileos oblonges illos, qualibus tarcica barbaries de- 
lectatur, abominentur, togularum breuitate, quse uix pudendas 
corporis partes tegere possunt, scurras et moriones imitari eru- 
beseant. G aligas autem ultra genua diffluentes et affectata 
nouitate scissas, quae primo a carnificibus sunt usurpatse , existi- 
ment non modo Musarum cultores sed milites etiam dedecere. 
Galamo potius quam gladijs prominentia sua conspicuis uti uelint. 
Ineessus deformitate careat, rusticitas et barbaries absit. Qui 
contra statuta tali uestitu delectabuntur, sciant sibi in hac Schola 
posthac locum non esse futurum. 

De ijs qui aliorum rebus damnum dederint. 

Si quis nocendi causa domum, hortos, i^ros, atrium alienum 
ingressus esse probabitur, quamuis damnum non dederit, dimidij 
floreni multam soluito. Qui cum detrimento ingressus probabitur 
prseter multam damnum etiam datum sarciat, qua in parte cog- 
nitio penes Rectorem esto. 

Fures, oppugnatores a^dium, seditiosos, flagitijs ac scelere 
infames, ereptores alienorum, in huiusmodi statim qusestiones et 
iuditia exercebuntur. Daronatique de Vniuersitate scholastica exi- 
gentur neque enim ferri diutius in quieta Republica possunt. 

Earum rerum, quae res publice a Rectore Vuiuersitatis Scho- 
lastica^, professionum Decauis Doctoribusque aut Magistris quo- 
que tempore edictae, interdictae, mandataß significatae fiierint, ne 
quis chartam affixam ad ianuam templi Scholamue, ut assolet, 
refigito. Qui fecerit carcere puniatur ad arbitrium Rectoris. 

Mercaturas facere, aut institoriam exercere in hoc oppido 
studiorum cultoribus non licet. Qui fecerit, exercuerit, eius no- 
men relatum in album Rectoris inducitor. Ipse ne quo Schola- 
stico priuilegio gaudeto. 



224 41. Statuten d, U. von 1537. 

In muros oppidi ne quis conscendat, neue alia in loca 
publica sese inferat aut insinuet, vnde se abesse debere intelliget. 

De Famoso Libello. 

Nemo omnium ausit ullum libello famoso ac contume- 
lioso scripto ineessere atque infamare. In qua parte lassos se 
existimantibus iuris beneficio atque auxilio succurretur. Quin 
etiam, quiequam edere librörum scriptorumque, quacumque lingua 
et quocunque argumento, apud nos concessum nuUi sit, nisi per^ 
missu Rectoris et Decanorum quatuor, quibus omnia prius scripta 
quam typis excudantur ofFerri inspicienda debebunt. Nisi quis 
fecerit, aut si illis uetantibus scriptum suum euulgarit, in eum 
Brbitratu Rectoris animaduersio constituetur. 

Sequuntur statuta quaedam Juditiorum et Cognitionis 

causarum cap. 18. ^ 

Si litem Vniuersitatis Scbolastic« ciuis cum oppidano ha- 
buerit controuersia nata ijs temporibus, quibus studiorum gratia 
aSuerit, is igitur oppidauum intra oppidum Tubingense conueniat 
et coram illius iuditio, neque foro externo utatur. Etiam exe- 
cutionem et definitionem litis admittat de sententia iudicum illo- 
rum, niai forte bi in iure administrando negligentes aut remissi 
foerint. Qui contra fecerit atque ter monitus contra facere per- 
rexerit, periurio infamis habetor. 

Quicunque suo uel aliorum nomine causas iuditiarias coram 
nostro Consistorio agunt, illi neque dictis neque scriptis con- 
tumeliosis se inuicera Isedere, sed sine alterius iniuria modeste 
sua proponere debebunt. Qui uero contra fecerint, sciant se pae- 
näm uel multam ex arbitrio Rectoris et assessorum ipsis infli- 
gendam incursuros esse. 

Preeterea si tam grauis est controuersia, ut necesse sit eam 
scriptis proponere , Rector et consistoriales pro magnitudine et 
circumstantijs causse ligitantibus certum tempus prsescribere de- 
beut, intra quod ea quse iudici exhibere uolent binis exeinplari- 
bus et altemis uicibus Notario oflferre iubeantur. Quod si uero 
aliqui haue praefinitionem temporis non obseruauerint, siue prin- 
eipales ligitatores siue procuratores uel aduocati fuerint, eos omnes 
Bector et Assessores integro uel dimidiato floreno, prout uisum 



41. Statuten d. U. von 1537. 225 

faerit, multabunt et aduersario postulaute eosdem etiam in pae- 
nam dilatse litis condemnabunt, nisi iustas ob causas prorogatio- 
nem praestituti termini ab eodem Rectore et Assessoribus impe- 
trauerint. 

Nulliis Bubiectus iurisdictioni Vninersitatis Seholasticae huius 
causa controuersiaque orta tempore, quo studiorum gratia huc 
missus affuerit, aduersarium extrahat hinc ad aliud iuditium, 
sed coram Rectore conueniat, nisi quo minus faceret a Rectore 
impetrauerit. Qui aliter fecerit punitor arbitrio Rectoris et Con- 
siliariorum illius. Sic tamen hoc accipiendum, ne cui negatum 
beneficium iuris communis et legitima defensio erepta esse ui- 
deatur. 

De l^timis debitis et eorum solutione. 

Si quis postulatus apud Rectorem legitimi debiti moram 
solutionis fecerit, dies quindecim prsestituantur , intra quos illi 
cui debet satis faciat. Si diem hunc non obierit, multam soluito 
cruciatorum 4. Tum illi rursum quindecim dierum spacium so- 
lutioni praefiniatur, quibus creditori aut illi cui debet satisfaciat 
uel cum illis transigat. Ni factum fuerit, in custodiam detur pe- 
tente aduersario aut bona illius uendantur iuxta consuetudinem 
oppidi huius, deque pecunia confecta debitum dissoluatur. 

Legitim um debitum hoc demum habeatur, quod ob 
necessarias causas factum est. Nam quse in conuiuia immode- 
rata in tabernis , vestes sumptuosas et cum profusione quadam 
in esculenta et poculenta (ut uocant) extraordinaria apud eos 
qui conuictores ahmt, insumuntur, legitima posthac non iudi- 
cabuntur. 

De ijs qui Imperium Rectoris et Senatus detrectant. 

Qui Doctor, quique Magister fuerit, si Vniuersitati sehola- 
sticae parere nolit sique oratione corrigi se non fuerit passus, ex 
eorum numero cum quibus censetur, id est Doctorum Magistro- 
rumue excluditor. Qui illos ex studiosis honores consecutus non 
fuerit et Vninersitatis imperium detrectet, in improbitate sua 
persistens, caetu studiosorum expellitor. Id ubi factum erit, indi- 
cator Magistratui oppidano. Si in gratiam cum Vniuersitate re- 
dierit, sique paenam commeritam dederit, in communitatem quo- 

Urkanden der U. Tttbingen. 15 



226 ^l- Statuten d. ü. von 1537. 

que studiosorum recipitor. Atque inobedientia memorata paenae 
hoc Statute ea intelligenda , qua certis et destiuatis uon genera- 
libus mandatis aliquis audacter autoritate Magistratus contempta 
fuerit refragatus. 

In discipulos improbitatis et flagitiorum conuictos, Rectoris 
et Assessorum, in Doctores et Magistros Vniuersitatis Scholasticae 
animaduersio esto. 

Si quis priuilegiorum iuri renuntiari t, eins nomen 
in albo Rectoris deletor neque iterum recipitor, nisi de sententia 
Vniuersitatis Scholasticae, qua pennitiente, qui iterum recipi pe- 
tierit nomen suum, iterum persoluat debitam inscriptionis merce- 
dem. Quod si quis effecerit atque curauerit suum nomen in al- 
bum Rectoris inscribi dolo, hoc est, non ut studio disciplinarum 
atque artium operam quietius dare, sed in ligitationibus aut si- 
mili in causa adiuuari possit, illius cum de hoc constiterit, nomen 
deletor neque ipse priuilegijs gaudeat, quorum tamen beneficio 
et auxilio defendi famulitia et ministri Doctorum Magistrorumque 
ac. professorum debebunt , si ipsorum nomina inscripta in album 
Rectoris fuerint, quamuis studendi discendique causa apud nos 
non uersentur. 

De pace componenda et dirimendis dimicationibus. 

Dirimere dimicationes et pugnas, contentiones , denun- 
tiatione pacis seruandse cuiuis permissum esto, non obtemperanti 
psBua iniligitor de Consilij sententia. 

In dimicationibus inter studiosos et oppidanos omnes operam 
dent, ut contentiones et concertationes componantur et diriman- 
tur. Si autem compererit Senatus, aliquem ad eiusmodi couflictus 
non pacis, sed augendarum turbarum causa accurrisse, eum non 
minore seueritate quam ipsos authores est puniturus. 

De ijs qui Carcerem uel refringunt, uel cum ca.ptiuis coUo- 

quuntur. 

Carcerem ne quis refringito neue oppugnato, captiuos ue 
conator educere, eximere, clam dolo malo, vi, armis, coniuratione 
facta. Si quis fecerit periurij paenam luito et ab Vniuersitate 
Scholastica excluditor. 

Carcerem item ne quis vnus pluresue accedunto, ne cum 



41. Statuten d. ü. von 1537. 227 

captiuis colloquantur, msi facultate et venia a Rectore impetrata, 
aut carceris paenam arbitratu Kectoris sustineuto. 

DeDoetoribus et professiouumcapitibusQrdinandis 

eap. 19. 

Ordinis maxima cnra esse debet yniuersis, quo neglecto non 
modo commoda Reipublicee sed etiam decus conuelli solet, iu hac 
re prsecipuum fuerit suam quamque professionem dignitatem cou- 
ditionem tueri et ornare. Non detrabere de alterias professionis 
fama atque dignitate, uel in vniuersum uel singillatim , quocun- 
que loco aut tempore. Quod si quem fecisse rescitum planum- 
que factum fuerit , a suse functionis munere et Consilio Vniuer- 
sitatis remotus esto, donec meritam psenam arbitrio Yniuersitatis 
inflictam dederit et Isesae atque offenses professioni satisfecerit. 

Ordiuatio autem professionum talis esto, prineeps Theo- 
logia, tum deinde Jurisconsulti, mox Medicinaa Doctores, postremo 
bonarum literarum atque artium Magistri habendi. Primum lo- 
cum Rector Scholasticae Yniuersitatis semper habebit. In sin- 
gulis professionibus Decani illarum. Hos sequuntur Doctores, hos 
etiam qui licentiati uoeantur. Decanum studij artium Magistri 
studij illius ordine subsequentur. De professore uero Mathema- 
tum et interpraetibus linguarum iuditium quoque tempore Yni- 
uersitatis est futurum, quae curabit ut iilis pro cuiusque dignitate 
et praestantia conueniens locus assignetur. 

De petentibus recipi in ins Scholasticae Yniuersi- 
tatis cap. 20. 

Qui alibi honores consequuti fuere et coniungi nobis- 
cum in hac Yniuersitate Scholastica concupiuerint , recipi eos 
oportet in numerum saltem Doctorum, atque honoratorum singu- 
larum professionum, obseruatis in una quaque professione solen- 
nibus disputationum et doctrinae. Receptis autem de sententia 
SU8B cuiusque professionis consilij locus assignari debebit. Si non 
sint recepti, inter discipulos professionis quisque suae censetor. 

De Hospi tibus et dignitate ac nobilitate alijs prae- 

stantibus cap. 21. 

Hospites et externi ex aduerso Rectoris et Capitura Yni- 

15* 



228 41. Statuten d. ü. von 1537. 

aersitatis nostrse , ut ipsorum dignitas et prsestantia postnlabit, 
ita ordine locabuntur, similiter et dignitate ac nobilitate prse- 
stantes noD extemi, si eximia sit dignitas ac nobilitas, secundum 
hanc eodem modo contra Rectorem et Gapita Vniuersitatis huios 
locabuntur. Reliqui inter Magistros bonarum artium. Atque hoc 
ordine assidebitur in solennibus conuentibus alijsque in csetibus 
atque etiam in publico procedetur. Inter Rectorem quidem et 
Decanum Theologiae inseri neminem oportet, nisi forte exceilenti 
nobilitate aut dignitate praeditum, ut Principem, Comitem, Ba- 
ronem, Episcopum et Abbatem, et bis similes itemque Gancella- 
rium Vniuersitatis nostrse. Obseruabitur hoc quoque, ut prsefectus 
prior opidi huius cum Decano Theologise incedat post quidem 
Rectorem et Cancellarium Vniuersitatis nostrse. 

Verum cum in bis uarijs de causis saepe dubitationes oriantur, 
debebit minister publicus singulis semestribus chartam ordina- 
tionis a Rectore et Decanis petere et secundum descriptionem 
illam collocationes procurare. Nisi fecerit, si qua de hac contro- 
uersia extiterit, ipse minister luito psenam ad arbitrium Rectoris. 

Si Rector et Decani de ordinatione forte dubitauerint , rem 
ad consilium referant et iuxta illius constitutionem exequantur. 
Atque in hoc omnes illi morigerari debebunt neque quisquam 
reniti, neue in alium locum transire, neu alterum attrahere, ac- 
cersere , adducere uUa ratione in alienum locum. Qui fecerit 
multam exigitor quadrantis floreni. 

De Notario Vniuersitatis et Ministro publico, qui 

pedellus dicitur cap. 22. 

• 

Nota ri US quem Vniuersitas Scholastica legerit, iurabit in 
ea quae solent iurari a profitentibus nomen suum apud Rectorem. 
Tdem cum fide se ac diligentia functurum munere suo iuratus 
promittet praßterea celaturum secreta , non daturum se operam 
scriptionum. ijs quos abuti uelle et improbos esse sciuerit, acta 
cum fide et cura se annotaturum , literas et diplomata atque 
instrumenta quarumcunque rerura fideliter et caute uelle per- 
scribere. 

M e r c e s Notario ab Vniuersitate Scholastica decernetur, sed 
quoties Rector rationes retulerit dabitur Notario insuper vnus 



41. Statuten d. U. von 1537. 229 

florenos ; a petiiore iu iuditio debiti, si plus floreno vno petatur, 
crnciatum Notario exigere liceat, si minus dimidium. 

Similiter et minister publicus, qui pedellus dicitur, 
uocatus ad hoc munus in eai iurabit in quse profitentes nomen 
suum apud Rectorem iurare solent. Atque insnper, se munus 
suum cum fide et diligentia gesturum, praestiturum silentium 
celandorum. 

Minister publicus indies ad Rectorem accedito, quod iussus 
f uerit exequitor, semel item ad singularum professionum Decanos, 
promulgato quae de more consueuerunt, ante Rectorem cum scep- 
tro incedito, in conuentibus solennibus adesto, ordinationes curato, 
denuntiato Rectori, si quos compererit pro studiosis se gerere 
neque fiiisse sua apud Rectorem nomina professos, delinquentes 
contra leges et statuta Yniuersitatis et Rectoris apud Rectorem 
postulato atque accuset. Quibus mult» dictse fuere, annotata 
ülorum nomina habeto et exigere studeto. Vno integro illi die 
extra oppidum abesse ius non esto, nisi Rector hoc illi petenti 
ooncesserit, neque triduum, nisi permiserint quatuor professionum 
omnes Decani. 

Merces ministri publici. 

De pecunia quae numerari solet ab ijs quonmi nomina reci- 
piuntur a Rectore, cedet una pars tertia ministro publico. Si qui 
erunt nobilitate et dignitate prsestantes , quique in superioribus 
snbsellijs assidere uelint, ij dabunt ministro publico, quando in 
albnm Yniuersitatis * nomina ipsorum inscribentur , floreni qua- 
drantem, Et singulis Galendis Januarijs liberaliter eundem remu- 
nerabuntur. Qui citari per hunc aliquem uoluerit, dabit numulos 
duos. Qui arrestari quatuor. Cum honores aliquibus decernentur, 
statutam a singulis professionibus mercedem auferet. Quatuor 
quoque anni temporum dabuntur huic a discipulis studij artium 
inhonoratis numuli tres, a Baccalaureo quatuor, a discipulis et 
studiosis aliarum professionum sex. Eidem et de multaticia pe- 
cunia dabitur pars tertia. 

De Syndico Yniuersitatis cap. 23. 

Syndicum Yniuersitas leget virum bonum, procuratorem 
rerum suarum, hoc fiet circiter Yin. Cal. Julij. Huius munus 



230 41. Statuten d. U. Ton 1537. 

esto contuberuales pecunias recipere et conseruare, ecdesijs quae 
ad Vniuersitatem pertiueant, de Vniaersitatis sententia prospicere, 
celanda fideliter tegere , diem solutionuin non differre neque de- 
bitum remittere, sumptus et impensas fideliter facere in ea re in 
qua facere oportet, rationem reddere acceptorum et expensonim. 
Quee omnia quaeque ab'a ab Yniuersitate illi iniuncta fuerint se 
esse diligenter et fideliter curaturum iurabit. Pro ipsius uero 
laboribus salarium illi ab Yniuersitate Scholastica decemetur et 
prsebebitur. 

Atque bis ciirationibus praefecti singulis annis circiter festum 
pentecostes ab Yniuersitate petere debebunt, ut suam cuique cu- 
rationem retinere liceat. Quod si faciendum Yniuersitati uisum 
fuerit, in anuum sequentem rursus conducentur. Si quid etiam 
fuerit, in quo monendi castigandique uideantur, grauiter in hoc 
se Yniuersitas geret atque semper in memoriam illis reuocabit, 
quod iurati sint secreta se non reuelare uelle. 

De orationibus publice habendis cap. 24. 

Yeteribus placuit certis temporibus aduocata studiosorum 
omni concione orationem haberi. Quse tempora seruari nuUo 
modo possunt. Quin etiam ipsa argumenta indigua veritati cog- 
nit» ac declarataa futura sint. Retineatur tarnen ipsa res, quse 
non solum utilitatem, sed etiam dignitatem complectatur atque 
nunc quidem ad hunc modum vsurpetur. 

Ante natalem Christi de saluberrima Seruatoris et Domini 
nostri Jesu Christi Natiuitate a Doctore Theblogo oratio solennis 
habeatnr, cui omnes frequentes intererunt. Deinde singularum 
professionum Decani ijs temporibus, quibus hacteuus fieri con- 
sueuit, de laudibus Facultatis suas uel ipsi dicant aut erudiio 
alicui adolescenti hoc dicendi munus commendent. Ita singulis 
annis quinque orationes habebuntur, quibus et ad pietatem 
et studia cum humanitatis tum superiorimi professionum ingenia 
adolescentum accendi poterunt. 

De Funeribus. 

Funera Doctorum ac Magistrorum fient ad consuetum et 
uisitatum modum horum temporum. Omnes ordine prosequentor 
Doctores, Magistri, Discipuli edicto Rectoris congregati. Tum 



41. Statuten d. ü. von 1537. 231 

cui funus fiet, illius honorifica curatio suorain a singulis profes- 
sionibus suscipiatur. Et Magistri ac Doctores in ynaqnaque pro- 
fessione hoaorentur 0)*atione fnnebri, quod munus de sententia 
consilij uniuscuiosque professionis eiusdem professionis alicui de- 
mandator ciim premio aurei unius. 

Haec ut in prsesentia autoritate lllustrissimi principis nostri, 
et communi omnium qui consuli debuerunt consensu, ad hunc 
modum composita, constituta, correcta fuerunt. Tta omnibus 
temporibus eorum, ad quos de hac re referri oporteat, consensu 
ac Yoluntate heec quoque angere, diminuere, emendare ins fasque 
esto. Quod nisi recte atque ordine factum fuerit, sancta, firma, 
inuiolata haec omnibus tenentor atque custodiuntor. Qui priua- 
tim aut praepostere peruertere, conuellere, nouare conatus fuerit, 
' eum contra Rempubiicam Scholasticam esse facturum iudicatum 
esto , Neque quisque hoc modo priuatim atque prsepostere con- 
stitutis tenetor. 

Diese Statutes, das Werk eines Latinisten, können unmöglich, wie sie 
im Liber erectionis und darnach bei Eisenlohr S. 62 datiert sind, aus 1518 
stammen Der Fehler erklärt sich daraus, dass in dem Statutenbuch, wel- 
ches die undatierte Abschrift derselben enthält, unmittelbar darauf die mit 
1518 bezeichnete Ordinatio de viduis, übrigens auch eine spätere Copie, ein- 
getragen ist. Es ist aber kein Zweifel, dass diese Constitutio et or- 
dinatio diejenige ist, welche von Joachim Camerarius und Jo- 
hannes Brenz ausgearbeitet und im Mai 1537 der Universität zur Be- 
rathung vorgelegt wurde. Der erstere schreibt darüber an OrynsBus, 
dass sie das Werk, das er unvollendet gelassen, nunmehr zu Ende führen 
und die Gesetze der Universität ausarbeiten. Retinemus vetera pleraque 
et transferimus inorationem paulo meliorem. Vgl. zu N. 37. S. 174, 
Diese Redaction ist denn auch lange im Gebrauch geblieben, bis zur Con- 
stitutio Fridericiana 1601, indem die Statuten von 1583, unter Herzog 
Ludwig, als blose Umarbeitung der vorliegenden zu betrachten sind. Die 
benützte Abschrift auf Pergament, Univ. Archiv Fach VI, 20, scheint erst 
aus dem Jahr 1562 oder 67 zu stammen, vgl. f. 9 v. Eine weitere Abschrift 
von der gleichen Hand ist im Liber Erectionis eingebunden VI, 17a. Ein 
beglaubigtes Onginal ist auch im K, Staatsarchiv nicht zu finden gewesen. 



232 42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 



42. 

H. Ulrichs Ordnung der Artisten Facultät, 

vom 20. Juli 1544. 

■ 

Von Gottes gnaden Wnt Vlrich Hbbtzog zu Wirtbmberg vnd 
Teck, Gbaff zu Mümpeloart usw. Vrkunden vnd thun kund 
meuiglichem , Die weil niemandem der sich auch gerings Verstands 
gebraucht, verborgen, sonder offenbar am tag ligt, das vnser 
hohen schul zu Tüwingen vffgang derselben end, rechter vnd ge- 
wisser Scopus dahin gericht vnd gestellt sein soll, Vflf das solche 
Schul bey den frembden geriembt vnd geprisen, auch für sich 
selbs mit ainer guten anzal vnd menge der Schuler begabt, er- 
höcht vnd geziert werde, Zu welchem dann ain sondere Ordnung, 
Satzung vnd form, auch geschickte, gelerte, Christenliche vnd er- 
fame Männer vnd Professores, die iren Lectionen, vnd was inen 
zuuerwalten bevolhen, mit vleiß, lob vnd höchstem nutz vor sein 
mögen, gehörig gestelt, erweit vnd geordnet werden sollen. 

So nun die Schul an ir selbs, wa die anders als ain Corpus 
zu allen theilen gantz volkomen, nit zertrent noch zerthailt, son- 
der mit Iren vnderschidlichen Faculteten vnd Künsten begabt vnd 
geziert, als da seind die vnderschidlichen Leren vnd Professionen 
Nämlich der hailigen Göttlichen geschrift, der EBiserlichen vnd 
Gaistlichen Rechten, der Artzney, vnd auch Philosophiae, darinn 
der sprachen erfarung, auch was den rechten guten Künsten vnd 
bonis literis angehörig, begriffen sein sollen. Damit aber in dem 
allem, das fümembst vnd notwendigst stückh, das der anfang 
in der grundvestin fiirgenomen vnd das fundament recht gelegt 
werde, So ist von hohen nöten, das erstlich Studium Pbilosophise 
vnd Bonarum Literarum mit vleiß angefangen, Ernstlich getriben 
Vnd in das Werck gericht werd. 

Nachdem dann die drey Obern Faculteten laut vnser fürst- 
lichen Ordination vor acht Jarn vflFgericht vnd vnser Vniuersitet 
zugestelt, nach notturfft versehen, vnd wa derhalben mengel vor- 
handen mit personen oder sonst , das sie von dem Rat der Vni- 
ueraitet versprochen vnd zugesagt, dieselbigen zuergentzen, zuer- 
setzen vnd alle Sachen nach gemelter Ordination anzurichten vnd 



42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 233 

damit gnug zuthun haben, Auch derwegen die Philosophiam vud 
Studium bonarum Artium zu ieder zeit nach notturfft nit wol 
rersehen megen, Dieweil dann an solchem, als dem fundament 
merklichs gelegen, dardurch auch die obem Faculteten gepflantzt 
vnd erhalten, auch die Vniuersitet dauon ain sondern rum vnd 
Lob erlangen mögen, Vff das nun dis fundament der Philosophiie 
aller guter Künsten vnd Sprachen Leer vnd Institution recht ge- 
legt ynd in gang gebracht werden mög, So soll solches füi-ter- 
hin bey vnser Artistenfacultet zu Tüwingen vff volgend form, 
Ordnung, maß vnd Satzung gericht vnd gestelt sein, also, das die 
volgende personen, vud wer zu inen in rat gezogen, Allein der 
schul uffgang vnd nutz fär äugen setzen, ire ämpter, Lectiones 
vnd was Inen zuuerwalten beuolhen , one ainichen zwang oder 
trang der Herrn oder Doctorn der obern Faculteten, mit höchstem 
vleiß vnd ernst versehen, ordnen, setzen vnd bestellen sollen. 

Nämlich so sollen sie anfangs in der Bursch an gelegnem 
Ort, So lang vnd vil, biß darzu ain sonder Hauß gebawen wur- 
det, das Pedagogium für deren vom Adel vnd Ehrlicher 
böiger Kinder anrichten, Dieselbigen in etliche classes, wie zu 
Straßburg oder in ander Weg ordenlich thailen, vnd ietz hie zu 
M. Michaelem Vaj vnd M. Joannem Sechieln* verord- 
nen. Welche dann baid solche iunge Knaben die Grammaticam 
leren, mit beßtem vleiß instituieren vnd vnderweisen sollen, also 
das solche Knaben in leben vnd leer cristenlich vnd wol vfer- 
zogen werden. Vnd sollen beide obgemelt Magistri oder Prae- 
ceptores mit allem Vleiß dahin trachten, das die Jugend mit 
leuchten, kurtzen vnd wenig Regeln in der Grammatik auch bai- 
der Lateinischer vüd Griechischer sprachen vnderricht vnd Inen 
empsiger ernst vnd vleissiger trib ingebildet vnd darin nit zu 
lang vffgehalten, sonder das sie dardurch andere gute Kunst zu- 
lernen geschickt gemacht werden. Wiewol auch alle Artium 
Professores ain sonder gut vffmerken haben sollen , Das sie All 
ir Leer mit rainer guter zierlicher lateinischer sprach der Jugend 
fürtragen, So sollen doch gemelte der Grammatic Leser vnd Lerer 



1 Jo. Sechel — Ezechiel — von Tübingen inscr. 1535 mag. 1540, hat 
1543 die lectio Ethices im Contubemium ; spater Jurist, Hofrichter und Mit- 
glied des Oberraths. 



234 42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 

dahin trachten, Das sie gemelter gestalt, mit bestem vleiß die 
Jungen leren leben ynd treiben, Auch an Inen hieran kain man- 
gel erscheinen lassen. Dergleichen sollen sie auch iren beuohlnen 
Jungen wenig vnd gar leichte ynderweisung oder Ler der Dia- 
lectic vnd Rethorik fürtragen vnd inbilden, vflF das sie derselbigen 
auch ainen anfang haben, vnd darnach zu andern Künsten desto 
geschickter sein mögen, Vnd in dem allem nit allein empsiger 
Vleiß in vßlegung der Regeln vnd praecepten angekert werden, 
sonder auch dahin trachten sollen , damit in erholung der für- 
getragnen lection, Reguln vnd Pnecepten empsig gehandlet, vnd 
darinn Lob erlangt werd. Derwegen gedachte Mi^stri oder ainer 
vß inen täglich zu eingang irer Praelection mit vleiß von den 
Jungen erfordern vnd anhören sollen, die Summ vnd Inhalt der 
neehstvergangnen lection, vnd also auch nach gelegenheit der 
zeit vnd art der gelesnen materi, verer hindersich greiffen mögen, 
Vff das die Jugent stettigs ir yebung haben vnd hierauß ir Vleiß 
oder Onfleiß gespürt werden mög. 

In solchem Paedagogio soll auch angericht werden ain son- 
dere lebung zum wol reden, als durch kurtze Sentenz vnd ver- 
enderung derselbigen, die Di ome des in seiner Grammatik XQ^^^ 
ncnt, fabulen, erdichte Historien vnd sonst alles, so zu lebung 
der Jugend dienlich sein mag: als mit Episteln oder oration 
schreiben. Item vers machen. Wie dann dauon Camerarius 
ain Büchlin zu Tüwingen geschriben vnd verlassen hat\ 

Maister Michaelis besoldung soll sein wie bisher sechtzig 
guldin vnd M. Johann &echels viertzig guldin. 

Dialecticae Professio soll M. Joanni Mendlino in seiner 
Besoldung gelassen werden, doch das er ain Dialectic lese. Welche 
von der facultet hierzu bestimpt wurdet. 

Vnd damit dannocht in der Bursch oder Contubernio Com- 
pendium Phisices gelesen vnd getriben, soll Facultas das ver- 
ordnen, also das ain Compendium welches sie darzu nutz vnd 
fruchtbar achten, genomen vnd durch D. Michel Schweiker 
gelesen werd. 

Gemelte Lectiones vnd wie die hieuor in diser facultet ver- 



1 Uemeint sind wohl seine Klemenia rhetoric» proposita in Schola 
Tubingensi. 



42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 235 

ordnet , sollen also iu Contubernio gehalten rnd gelesen 
werden. 

Damit aber ynser Schul zu Tüwingen durch die Exercitia 
disputandi vnd declamandi, sonder auch mit lesen nachuolgender 
Künsten dester herrlicher in vffgang gebracht werden mög, Bo 
sollen nachuolgende Professores Artium ire lectiones vnd gemelte 
exercitia nach Anschickung der facultet publice in aula ma- 
iori halten vnd vollenden, so lang vnd vil bis den Artisten ain 
sonder aigen Lectorium geordnet vnd gebawen werdt. 

Als Ethicam soll lesen Mathias Illiricus am morgen 
vmb sechs vr, vnd im lesen, wie er zuthun wol waist, die sach 
dahin richten, Vff das die zuhörer ine leichtlich versten vnd 
den gemeinen brauch auch iebung diier kunst begreiffen megen, 
Vnd insonderhait vleiß ftirwenden, damit die Schuler in guten 
tugenden vnd sitten erbawet vnd geziert werden. Er soll auch 
den Schulern ad Studium diceudi allweg Sentenz mainung vnd 
vile der notwendigen handlungen anzaigen vnd fürmalen. 

Derselbig Illiricus soll auch ietzt also verordnet sein, das 
er alletag nach mittag vmb ain vr die Griechisch Lection mit 
vleiß versehen thue, vnd nit allain dasihenig, das zu fürderlicher 
begreiffung vnd verstand diser sprach gehörig, Sonder auch die 
färnembsten, nutzlichsten vnd treffenlichsten in solcher sprach 
Scribenten oder Authores vnder banden neme, als Homerum He- 
siodum Euripidem Sophoclem Demostenem Isocratem, etliche 
Büchlin Plutarchi vnd Xenophontis vnd anderer dapfferer Lerer 
in diser sprach, darus die Zuherer vnd schuler mit dapfferer vnd 
ansehenlicher Leer zuwissen vnd zureden vnderricht vnd begabt 
werden megen, vnd von disen baiden Lectionen soll Ime von 
der Vniuersitet fürohiu iärlich 150 guldin geraicht vnd bezalt 
werden, 

Rhetoricam vnd üratoriam soll alle tag am morgen 
vmb siben Vr M. Benignus lesen vnd mit bestem Vleiß dis 
also anrichten, vff das declamaudi exercitiura angericht vnd in 
gang gebracht werden meg. Vnd für sollich sein Lection soll 
ime fürterhin von der Vniuersitet bezalt werden iärlich 100 
guldin. 

Dieweil dann Mathematica nit die geringst vnder den 
bonis artibus ist, So soll fürterhin derselbigen Professor auch im 



236 42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 

Rat der Artisten Facultet gezogen vnd gebraucht werden , , Vnd 
alweg die Materi, so er zu lesen fümimpt, mit rat vnd vrtail 
der Artisten Facultet vnder band uemen, damit er nit allain den 
Zuhörern, Sonder auch allen guten Künsten nutz, ftlrderlich vnd 
förstendig sein meg. Darby dann der I m s e r als geschickt vnd 
taugenlich in seiner besoldung gelassen werden vnd alweg sein 
stund vmb Zwolft Vr zu mittag haben soll. 

Die Hebräisch sprach soll fürter durch M. Joa.nnem 
Hiltebrandum ' also auch vmb Zwölflf Vr gelesen werden, 
Wie er des von der Facultet zu jeder Zeit bescheiden wurdet, 
Vff das die Schuler daruon auch ainen sondern nutz haben vnd 
empfahen megen, Vnd dieweil er auch in dectamandi exercitio 
anrichtung thun, soll ime sein besoldung der sibentzig guldin 
pleiben. 

Doctor Melchior Volmar soll förohin der Lateinischen 
sprach Lectionem publicam vnd dann auch der Griechischen in 
Contubernio behalten, Vnd ferner auch de consilio Facultatis 
sein, vnd bey seiner Besoldung bleiben *. Doch soll er in sei- 
nem Lesen nit alweg zu lang harren in auslegung der werter 
sonder vilmehr sich befleissen , die sachen in ineu selbs vnd die 
sententz fürzutrageu , Vnd also den Jungen einzebilden , vff das 
sie an guten sitten vnd dapffem Künsten zunemen vnd vnder- 
riecht werden megen. Was er auch zulesen vorhatt, Soll er mit 
rat vnd anschickung seiner Facultet thun, vnd mit derselbigen 
anschickung fümemen dasihenig , das die Zungen vnd auch die 
Hertzen scherpffen vnd bessern mag. 

Diewei Doctor Jacob Scheckh Aristotelicam Physicam 
lectionem biß anhero mit lob gelesen, Soll er fOrterhin bey der- 
selben seiner Besoldung bleiben vnd soll auch allweg vmb vier 
vr öffentlich in aula lesen vnd mit bestem vleiß profitieren. 

Mit Maister Johan Schetiblin* soll gehandlet werden, 

1 Jo. Hilteprand aus Strassburg war schon 1536 als Hebrseus ange- 
nommen. Er hat nie einen sonderlichen Erfolg gehabt. Schnurrer Nachr. 
92. 2 Die folgende Lesart von B. scheint eine spätere Milderung der für 
Melchior Volmar verletzenden Worte zu sein: ... bleiben. Wann 
dann in künftig zeit ein anderer hierzu verordnet werden müst , so soll 
derselbig in seinem lesen sich befleissen usw. Was auch sollicher professor 
zulesen vorhat soll er gleich allen andern professorn pnblicis mit rat vnd 
anschick uug seiner facultet thun usw. 3 Jo. Scheubel — Scheybel, 



42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 237 

das er ymb aiu bestimpte Besoldung Euclidem zu lesen , auch 
Arithmetices vnd Geometrie 1er den Jungen einzubilden. 

So soll auch der iung Stipendiat von Nürnberg ^.verordnet 
werden, das er die Music nach Ordnung vnd rath der Facultet 
lesen welle, damit die Jungen auch im singen geiebt vnd ge- 
braucht werden megen, Vnd wann er magister werden, Soll er 
auch von der facultet Rath sein vnd ime auch etwas zu Besol- 
dung geraicht werden, 

Vnd damit diser ynser Ordnung steiff gelept , auch stracks 
nachgesetzt vnd die sach in rechten vffgang gebracht werd. So 
sollen alle ernante Professores mit höchstem Vleiß iren Lectionen 
auch was zu nutz der Schul inen zuthun beuolhen , vorsein, an- 
derer Sachen sich nit beladen vnd allweg dahin trachten, das sie 
ire Studia mit trewem ernst vnd lob vßrichten. Doch soll ainem 
yeden Magistro daneben vnbenomen sein, in den dryen obern 
Faculteten zu complieren vnd zu studieren. 

üff das auch in künfftig zeit an statt deren, so abgen möch- 
ten, nit ongeschickte oder onerfarne solcher Künsten vnd sprachen 
Menner bestelt vnd angenom^n werden möchten So soll allwegen 
von der Artisten Facultet, wie dann die ietz bestimpt, an des oder 
der abgangnen statt ainer oder mer Cristenlicher gelert, der spra- 
chen erfaren vnd zu des abgangnen Lection taugenlich personen 
in oder usserthalb der Vniuersitet mit vleiß erneut werden, Vnd 
welche sie also ernennen oder erkiesen, der Vniuersitet Rath oder 
der obern faculteten Doctom zubestettigen vnd zuconfirmiren, 
vndertheniglich fürbringen. Welche sie auch also anzunemen, mit 
ehrlichen Besoldungen zuuersehen ^nad zubestettigen verbunden 
vnd schuldig sein sollen. 

Damit nun die art vnd aigenschafft in Leren vnd Lernen 

Scheyble — von Kirchheim u. T. inscr. 1535 mag. 1546, soll in Wien und 
Leipzig studiert haben. Verf. mehrer mathematischer Werke. Er hat in 
der Folge mit allerlei Unglück und Armuth zu kämpfen. Stirbt 1570. 

1 Von einem Nürnberger Musiker ist sonst nichts zu finden, wohl aber 
enthält die Matrikel der Artisten folgenden Eintrag. IV. cal. Maii 1546 
Joannes Krapner (nach der Inscr. aus FrontenhauseYi) receptus est ad 
professionem Musices salario viginti florenorum, ut legat feriatis diebus 
Jovis Sabbati et Solis, item temporibus vacationum, prsedpue autem, ut 
artis usum tradat et eins in templo edat spedmina. Er steht noch 1559 
im Dienst. 



238 42. Ulrichs Ordnung der Artigten, 20. Juli 1544. 

nit vergebenlich oder one frucht abgang, sonder ain rechte iebung, 
beharrlicher brauch vnd exercitium dicendi, nit allain der Jugend 
verstand zu scherpffen vnd yffrichtig ' zumachen, sonder auch der 
Schul ainen sondern Rum zuerlangen, Sollen von den Deputa- 
ten der Artistenfacultät hierzu taugenlich, als ietz vnd 
damit benennt D. Jacob Scheck, Mathias Illiricus vnd 
Benignus, nach vermeg vnd vßwysung vnser fürstlichen Ordi- 
nation, dicendi exercüia angericht werden, also das ie zu Zeiten, 
als in vierzehen tagen oder in ainem Monat ainmal, nach gut 
Ansehen der Facultet, herrliche vnd nutzbare disputationes, dauon 
den Jungen frucht vnd nutz entsten mög, dergleichen auch pub- 
licae Declamationes angericht vnd gehalten werden. 

Sie die gemelten Deputaten sollen auch solche disputationes 
vnd Declamationes dergestalt anrichten , Vff das allweg dapffere, 
nutzbare vnd künstliche Materien vß allen guten Künsten erwe- 
let vnd vsserlesen werden. Welche dann im Wesen vnd Leben 
nutz bringen vnd nit allain frisch vnd frech zureden machen, 
oder die Zungen scherpffen können. Sonder auch dardurch der 
Jugend verstand in guten Künsten ^escherpfft vnd gemeret wer- 
den. Daneben auch alle ir Sachen vnd handlungen so sie zuuer- 
richten vorhaben mag oder deren färfallen wttrd, geschicklich 
anfahen, künstlich mittein zu gutem end pringen vnd dapffer in 
das werck richten meg. 

Hierzu sollen aber nit allein die Jungen, oder die, so noch 
nit vil erfaren, vnd die ongeiebten gebraucht vnd gezogen wer- 
denn, sonder ain ieder vß den gemelten Professorn, auch andere 
Magistri, nach Rat vnd Ordnung der Artisten Facultet ainer nach 
dem andern vnder Hand nemen, ieben vnd brauchen. Aber da- 
mit sollen nit hoch beschwert werden dieihenigen, so sollich 
exercitium Rhetoricum vnd Dialecticum anzurichten in Beuelch 
vnd vnderhanden haben. 

Es sollen auch den Professorn vnd Magistris, die sich in 
solchen exercitijs disputandi et declamandi ieben vnd brauchen wer- 
den, gute belonungen durch die Facultet, laut der hieuorigen 
Ordnung gemacht vnd geraicht werden, dardurch nit allain dis 
nutzbar werck in vffgang gebracht, sonder auch die Magistri 



1 A. liest : vffrüstig. 



42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 239 

hierzu geraitzt werden, vnd wä hiedurch der Pakultet Seckel zu 
gering sein oder erschöpfiPb werden wolt, soll durch der Vniuer- 
sitet seckel hierzu gegeben vnd verordnet werden, Vff das sollich 
löblich iebung nit vnderlassen pleib. 

Gleicher gestalt soll die Facultas die sontägliche dis- 
putationes Baccalaureorum mit bestem Vleiß ordnen vnd 
anrichten, Vnd in allweg dahin bedacht sein, damit solche exer* 
citia zu nutz gebraucht werden mögen, Vnd ob gleich die dispn- 
tationes, so bisher Contubernales genent worden, vffgehebt vnd 
abgethom wurden , Ist wenig daran gelegen, dann dieselbigen 
zuuil hinderlich gewest den Jungen an iren andern exercitiis vnd 
repetierung deßjjienigen, so inen vorgelesen worden. 

Der Artisten Rat oder Facultas soll auch mit Vleiß allweg 
dahin trachten, vff das zu Baccalaureis oder Magistris 
gemacht werden nit allain die, so ir Zeit erstanden vnd erfüllet, 
sonder die so verstand haben , mit guten Kimsten begäbet vnd 
Tugenden geziert seien, vnd ob gleich etwan ainer befunden, der 
sein Zeit nit gar compliert oder erstanden het, Doch geschickt 
vnd taugenlich befunden, Soll sie denselbigen nit verhindern, 
Sonder zu dem begerten gradum durch billiche Disputation zu- 
lassen vnd fiirdern. 

Fürohin soll auch durch sie keiner zu Magistro gemacht oder 
erhöcht werden. Er habe dann zuuor zum wenigsten ein kunst* 
reiche offenbare Declamation gethon vnd gehalten. Dar- 
durch dann Studium dicendi neben dem disputandi exercitio her- 
fürgebracht werden vnd in einen brauch komen meg. 

Dieweil auch befunden, das vß dem, wann die Magistranden 
nach dem examine , mit Pusaunen oder Trumeten offenlich vff 
der gassen vmbgefiert vnd beleitet werden, vnd dann daruff ain 
onordenliche Zech gehalten , Vil onrichtigkeit vnd ongeschickt 
Wesen eruolgt. Zu dem ain onnöttiger cost daruff gelegt, Soll 
dasselbig alles hiemit abgethon vffgefaapt vnd an desselbigen 
statt praudium Aristotelis, nach gut ansehen der Facultet, 
geordnet, Doch nit mit Vberfluss gehalten werden, 

Es soll auch sich fürter kainer vß den gemelten professom 
hinweg thun, noch sich abwesend halten, one vergönd erlaubnuß 
vnd bewilligen des Decani Facultatis, laut der Statuten. 

Alsdann in hunds tagen wie billich feriae gehalten vnd 



240 42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 

erschiesslicbe Vnderleibung * gegeben werden solle, Ist hiemit 
der Artisten Facultet zugelassen, die Zeit der hundstag ire Leo- 
tiones abzuwechseln, also das allein all tag drey gelesen vnd also 
solche Zeit vmbgewechselt werden. 

Nachdem auch Imbser, als Professor Mathematum In diser 
Artisten Rat gebraucht vnd gezogen werden soll, vnd aber ime 
oder iemand schwer fallen , das er zu den Examinibus geordnet 
solle werden, Soll er dergleichen auch andere die Magisterij gra- 
dum nit erlangt, sollicbs Lasts enthebt vnd hiemit erledigt sein. 

Alsdann auch erscheint vnd offenbar am tag ligt, das an 
ainem gelerten flirtreffenlichen vnd berümpten man bey der Schul 
zuerhalten vil vnd hoch gelegen, So soll auch ]j^iemit der Arti- 
sten Facultet gegundt vnd zugelassen sein, das sie mag nach D. 
Camerario*, Sturmio oder sonst ainem herlichen vnd be- 
rümpten man trachten, Vnd wo deren Ainer zuerheben vnd zu- 
erlangen sein weit, sollen sie dasselbig, vnd vff was maß das ge- 
scheen , an Vns Hertzog Vlrichen gelangen lassen vnd darüber 
vnsers Beuelchs erwarten. 

Vnd vff das bey den Professom der Obern vnd Nidern Fa- 
culteten, mit rat halten, bezalung der besolduugen auch anderm 
billiche gleichait gehalten werden mög, So sollen furterhiu gleich 
den Doctom der Obern Faculteten, die Artisten auch bezalt 
werden. Also wo den Doctorn fruchten, Wein gegeben oder vff 
den Guldin zu 15 Batzen ainer oder mehr Batzen gereicht , das 
gleichergestalt den Professorn Artium vnd bonarum Literarum 
solche bezalung auch beschehe vnd widerfare. 

. Es sollen auch fürterhin, wie biß daher derDecanus Facul- 
tatis Artium, sampt zwayen andern Professorn derselbigen Facul- 
tet, in der Vniuersitet Rath sein vnd pleiben, auch zu allen 
Sachen gebraucht vnd gezogen vnd gar nit vßgeschlossen werden, 
bis derwegen ain andere Ordnung fürgenommen wurdet. 

Allen obgemelten Professoribus, die sonst vnder den Docto- 
ribus oder Magistris artium nit pflegen ir Session zu haben, 
sollen in allen Promotionen vnd publicis actibus in Aula gegen 
den Doctom vber ir gebürende session verordnet vnd gegeben 
werden. 



1 Pause, Ruhe. 2 Camerai-ius war 1540 nach Leipzig abgegangen. 



43. Begleitschreiben 1544. 241 

An allen obgeschribuen Puncten vnd diser Ordnung soll der 
Yniuersitet Rath die gemelte Artisten trewlich vnd vätterlicli 
helfen fürderen, nit verächtlich halten, sonder ie zu Zeiten ire 
Actus auch besuchen vnd wa etwas einfallen, das zu endern, zu 
mindern oder zu mehren sein weit, soll dasselbig neben vnd mit 
den Artisten mit vleiß vnd guter vorbetrachtung bescheen, Vnd 
ieder Zeit gütiglich vnd freuntlich den Artisten angezaigt vnd 
dann gebessert werden. 

Doch nicht dest weniger wa nach eraischung diser Ordnung 
die alten oder new gemachte der Artisten Statuten zu endem 
oder gar abzuthun sein. So soll die Facultet dasselbig mit gutem 
rat zuthon macht haben, aber sunst vnd in ander weg vnser 
forstlichen alten vnd newen Ordination dise Ordnung kein abbruch 
geberen, sonder in wesen unverendert pleiben, Aber in allweg 
yns ynbenommen, sonder vorbehalten, dise Ordnung nach gelegen- 
hait der Zeit vnd personen zu endem, gar vffzuheben vnd abzu- 
thun nach vnserm wolgefallenn. 

Zu Vrkund mit vnserm vffgetruckten Secret besigelt, Geben 
zu Yrach uff den zwaintzigsten tag Julij Nach Christi vnsers 
lieben Hailands geburt Fünffzehenhundert vnd im vier vnd vier- 
tzigsten Jar. 

A. Gleichzeitige Abschrift in Ms. bist. 177 der K. öff. Bibl. f. 109. — 

B. Besiegelte Abschrift , ohne Unterschrift im Univ. Arch. VI, 17. 
Eisenlohr 213. 



43. 

Begleitschreiben zu vorstehender Ordnung, 23. Sept. 1544. 

Lieben getrewen. Nach dem wir jungst verrückter zeit 
etliche unser ret by euch zu Tubingen gehept, allerlei gebrechen 
vnd mengelf so etlicher personen auch lesens disputierens vnd 
anderer Sachen halben by euch befunden, insehens zuhaben vnd 
dan alle Sachen by euch dermassen anzerichten, vff das doch 
ainmallvnserVu iuersitet inainenvfgang gebracht 
werden mecht. Zu welhem dann ir auch zuhelfi'en vnd zu- 
furdem mit allem dem, so euch all vnd jeden insonderheit be- 
trifft vnderthenig vnd gewillig erbotten haben. Darob dann wir 

ürkanden der U. TAbingen. 16 



/ 



242 ^B. Begleitschreiben 154^. 

ain sonder gnädiges gefallen empfangen, gnediger hofnung ir 
werden solhs ewer personen lesens vnd lerens halben im werk 
erzaigen vnd gar kain mangell an euch erscheinen lassen. 

Dieweill aber nit geringe besehwerden by der Artisten 
Facultet befunden vnd one enderung derselbigen der schul nit 
bald geholffen, noch dieselbe zu ansehenlichem vffgang gebracht 
werden mag, so haben wir mit sonderm vleis vnd guter vorbe- 
trachtung auch zu gemelter vffgang solher schul ain Ordnung 
b^rifien vnd in Schriften verfassen lassen, wie es ftirter mit 
leren dedamieren vnd disputieren auch anderm durch die ver- 
ordnete Artisten gehalten werden soll. 

Weihe wir euch hiemit vbersenden mit gnedigem beuelh, 
das ir solhe Ordnung dem dechan vnd zugeordneten Artisten zu- 
stellen vbergeben vnd deren in alweg mit hechstem vleis zuge- 
leben beuelhen vnd ir auch hierin souil euch betrifft keinen 
mangel sein lassen vnd das also anschicken, damit vff ietziger 
mutation solche Ordnung angefengt vnd deren für vnd für bis 
vff vnser vemer enderung oder bedencken gelept vnd in das werk 
gericht werd. 

Souil dann vnsers oberuogts inTuwingen vnd lieben ge- 
trewen Sigmund Herters Eid vff vnser vorige Ordination 
vnd ewer fryheiten zuthun belangt, wellen wir der schul zuguten 
vfi' das mal vnd ime hiemit bewilligen vnd beuolhen haben euch 
gemelten gewonlichen aid zuerstatten. Aber von wegen bawung 
der heuser auch anderer mer gebrechen wellen wir nachge- 
denkens haben, wie denselb'gen auch abgeholfen werden mecht. 
Als dan auch vnsere lieben getrewen vogt burgermeister gericht 
rat vnd gemeine burgerschaft zu Tuwingen etliche beschwerd 
gegen euch vnd ir hinwider gegen inen haben, da wellen wir 
Ordnung geben, vff das ir so bald vnd meglich solcher beschwei- 
den halben für vnsere Ret gen Stutgart vertagt, gegen ainander 
nach notturft verhert vnd in der guete verglichen werden. 

Zu vfrichtung ewer bibliotekh megen wir leiden, das 
ir die buecher dartzu alhie geordnet hinweg fuern, zu euch brin- 
gen vnd die liberey vfrichten thuen *. 

1 Dieweil noch kheine Bucher zu Anrieh tung der Bibliothek gehörig 
der Yniu. zugestellt, besonder dieselben wie alte Stuckh zu Stutgarten über 
einem Haufen liegen , pitten Rector und Regenten , das die Bucher, sovil 



44. Deelaration der Ordnung der Artisten 1547. 243 

An dem allem wellen ench zum getrewlichsten ynd vleissig- 
aten erzaigen vnd beweisen. Das wellen wir g^en euch in 
gnaden erkennen vnd die gantz schul in gnedigem beuelh haben. 
Datum Stutg. d. 23. tag Septembris anno 44. 

D. J. Gnoder. 

Abechrift in dem Bande der K, öff. Bibliothek in Stuttgart, Ms. bist. 
177 fol. f. 120. 

44. 

Deelaration der Ordnung der Artisten, 

vom 25. Februar 1545. 

Von Gottes gnaden Wir Ulbich Hertzog zu Wirtemberg vnd 
Teckh, Graff zu Mömpelgart vrkunden vnd thun kund mennig- 
lichem. Als wir verschiner Zeitt, vß allerhand fürstlichen vns 
darzu bewegenden vrsachen vnd sonderlich vnser hohenschul zu 
Tüwingen zu erhaltung vnd vffgang , auch, also einem gemainen 
nutzen zu gutem, ein Ordnung gegeben, Welcher gestalt es für- 
terhin bey gemelter Vnser Hohenschul mit der Artisten Facultet 
vnd Studio Bonarum Litaramm gehalten werden solle, Welche 
Ordnung gedatomt Vrach den Zwaintzigsten tag Julij der weniger 
Zal im vier vnd viertzigsten Jar jüngst verschinen usw. Die wir 
auch den würdigen hoch vnd wolgelerten vnsem lieben Getrewen 
Rector vnd R^enten gedachter vnser Vniuersitet vnd Artisten 
Facultet (sich deren gemeß wissen zu halten) gnediglich zugesandt, 

Vnd aber erstgedachte Rector vnd Regenten In namen ge- 
mainer Vniuersitet, «ich solcher Vnser gegel)nen Ordnung in et- 
lichen puncten etlicher massen beschwerdt, vff mainung als ob 
dieselbigen etwas dunckel vnd vnlauter sein solte, vnd vns des- 
halb vmb deelaration vndertheniglich gebetten, auch wir vff sol- 
lichs (wie blUich) den Decanum vnd verordctete der Artisten Fa- 
cultet angeregter vbergebner Beschwerden vnd gebettner deelara- 
tion halben, auch gnediglich verhören lassen usw. 

dero der Yniu. zugeordnet, gnedigklich gen Tubingen geschafft vnd gelihen 
werden. 1543. Fach VI, 25. Schon im Januar 1539 hatte die Eegiernng 
gesagt: delectos esse iam qui libros ex monasterüs undique Stutgardiam 
mittaat; inde partem hnc sno tempore allatum in. ASen. 

16* 



244 ^^' Dodaration der Ordnung der Artisten 1545. 

So haben wir demnach vff angeregter vnser Vniuersitet articu] 
Yolgenden gnädigen Beschaid vnd declaration gegeben , Nemlich, 

Zum ersten, Als gedacht vnser Ordination neben anderm 
vermag, das die Professores Facultatis Artium, sampt denienigen 
so zu inen in Iren Rat gezogen, ire ämpter auch Lectiones, vnd 
was inen zuuerwalten beuolhen, one ainichen zwang oder drang 
der Doctorn der Obern Faculteten mit höchstem vleiß vnd ernst 
versehen, ordnen, setzen vnd bestellen sollen usw., Darby lassen 
wir es nochmals bleiben, doch mit dem Anhang, das Rector vnd 
Regenten der Vniuersitet , als das Haupt , vff gemelte Facultet 
ain väterliches, günstigs, freuntlichs vnd getrewes vffsehen haben, 
Vnd wo in obberürtem Puncten ainem oder mehr, oder sonst in 
volziehung solcher Facultet Statuten bey gedachten personen 
ainicher mangel oder saumnuß sein würde, alsdann sollen Rector 
vnd Regenten der Vniuersitet sie von der Facultat ernstlich 
vermanen soliche gebrechen abzustellen. Wo aber solichs nit 
wollte erschiessen oder statt haben, alsdann sollen die gemelte 
Rector vnd Regenten,, das fÜrderlich an vns gelangen lassen. So 
gedencken wir hierinnen nach gestalt der sachen gebürlichs ein- 
sehung znthun. 

Zum andern Souil Aulam maiorem belangt, der dann 
laut obbemelter vnser newen Ordination ettlichen Professoribus 
artium eingeben werden soll. Lassen wir es (in sonderlicher Be« 
trachtung klainer anzal diser Zeit der auditom in der Artzney, 
vnd das verhoffenlich die Artisten Facultet zunemen würdt) bey 
solicher Ordination bis vff vnser widerruffen bleiben. Vnd ist 
darneben vnser will vnd mainung, das die von der Vniuersitet 
den Zwayen Doctoribus Medicinas ain andern gelegnen Platz zu 
ainem auditorio fürderlich verordnen sollen. 

Ferner vnd zumDritten, So ist auch vnser mainung, das 
die Professores Artium frey steen sollen in den Obern Faculteten 
zu complieren oder nit. Doch so soll diser articul ällain vff die 
Professores Artium, so de consilio Facultatis Artium seind, ver« 
standen, aber der andern halben de pedagogio vnd Regentia in* 
massen von alter herkomen, gehalten werden, 

Dergleichen vnd zum vierdten sollen auch die Consi- 
liarij Facultatis Artium nochmals laut vnser gegebnen 
Ordination Ire Professores erkiesen vnd volgends der Vniuersitet 



44. Declaration der Ordnung der Artisten 1545. 245 

fürbringen, doch die von der Vniaersitet yfif geschicklichait ynd 
taugenlichait solcher personen vnd Ire geschöpffbe besoldungen 
ein getrewes vnd vleissigs vfiseheu haben. Ynd wa hierinnen 
ainicher fal oder mangel sein wolt, alsdann ist vnser will, mei- 
nung vnd beuelch, das die von der Vninersitet solichs an vns 
gelangen lassen. So gedencken wir hierinnen gnedigen gepür- 
Uchen ynd dermassen beschaid zugeben, welcher verhoffenUch 
zu erhaltung nutzen vnd yffgang, lob ynd preyO gemainer Yni* 
uersitet vnd Facultet fürderlich sein würdt. 

Zum Füufften, Souil den costen der eiercitia dis- 
putandi vnd declamandi etc. berürt, lassen wir es bey deshalb 
lautterm gestelten Articul bleiben, doch mit dem Zusatz, Wa 
Facultas Artium vß irem Fisco soliche exercitia nit ynderhalten 
möchten, Vnd sie von der Facultet deshalb von gemainer Vni- 
nersitet vß irem Fisco hilfiP vnd Zubuß haben wqlten, das alsdann 
die von der Facultet von irer Verwaltung innemens vnd vßgebens 
wegen, gemainer Vninersitet vffrichtige rechnung thon, Vnd wann 
in fisco Facultatis nichts mehr vorhanden, alsdann die Vninersitet 
vß irem Fisco soliche lobliche vnd seer nutzliche exercitia nach 
aller notdurfit erhalten sollen. 

Zum Sechsten wollen wir den Articul von wegen dispen- 
sierens mit den promouendis etc. dermassen limitiert vnd 
ingezogen haben, das solche dispensation mit Vorwissen der Vni- 
uersitet Gantzlers bescheen. 

Zum Sibenden, Souil das ußreisen der Artisten Fa- 
cultet Professom usw. belangt, lassen wir es vß beweglichen vr- 
sachen bey gegebner Ordination beruhen. Doch so ist dameben 
vnser will mainung vnd beuelch, das Bector vnd Bleuten vff 
solch der Professom ußraisen ain vleissigs vfiseheu haben, Vnd 
wa sie dasselbig auß vnfleiß, farlässigkait oder sonst vilfaltig vnd 
sonderlich zu nachtail vnd versaumnus der Schul zutragen wurde, 
alsdann sie Reotior vnd Regenten solchs an Vns gelangen lassen 
sollen. So wollen wir nach gestalt des Vnfleiß oder anderer 
saiunnuß emstlichs insehen thon lassen, 

ZumAchten Wiewol es gleichmessig, auch vß allerhandt 
bewegenden vrsachen billich were, das allen Professoribus Artium 
an iren Besoldungen nach Angebür derselbigen auch wein vnd 
körn vnd vffwechsel usw. gegeben würde, So wollen wir 



246 ^^' Vertrag zwischen Univ. u. Stadt 1545. 

doch diseD Articul dermassen limitiert vnd eingezogen haben« 
das derselbig allein yff die Professores Artium, so de consilio 
Facnltatis seind, verstanden vnd den andern an iren Besoldun- 
gen weder wein , körn , noch vffwechsel gegeben werden sollen, 
Zum Neundten, dieweil wir ein Articul in sich haltend, 
das der Decanus sampt andern zwayen Professorn de Consilio 
Facultatis Artium biß yff vnser enderung in der Yniuersitet Rath 
sein, auch zu allen sachen gebraucht werden sollen usw. vß ett- 
lichen ansehenlichen vns darzu bewegenden vrsachen in solche 
newe Ordnung gestelt, So lassen wir es (biß vff vnser widerruffen) 
nochmals darbey bleiben. Sunst aber vnd usserhalb obangeregter 
neun Articul soll vilgedachte vnser newe Ordination in eräfften 
bleiben, Doch so wollen wir vns nochmals' solche Ordination vnd 
darzu auch dise darufiF in angeregten neun Articuln gegebne 
declaration nach gelegenhait der Zeitt , personen vnd anderer 
vmbstend gar vffzuheben oder zu aim thail zumindern oder zu* 
mehren vorbehalten haben. Dess zu Yrkundt mit vnserm vffge* 
druckten Secret besigelt. Gegeben zu Nirthingen vfi den fünff 
vnd zwaintzigsten tag des Monats Februarij, Nach Christi vnsers 
lieben Hailands geburt. Im fünffzehenhundert vnd fünff vnd vier- 
tzigsten Jare, 

Besiegelte Abschrift im Univ. Archiv VI, 17. Eisenlohr 120. 



45. 

Vertrag zwischen Universität und Stadt über Wein- 
schank, Güter usw. 15. Jan. 1545. 

Von Gottes Gnaden wir Vleich Hbrtzog usw. thuen kunth 
meniglichem mit disem brieue Als sich etlich vil iar her zwi- 
schen den würdigen ersamen hoch vnd wolgelerten vnsern liben 
getrewen Rector vnd Regenten gemeiner vnser vniuersitet zu 
Tuwingen an ainem, vnd dann vnsern liben getrewen Burgermeister 
Gericht vnd Rat deuselbst von wegen gemeiner Statt am andern teil 
volgender puncten halb etwas nachperlicher irrungen erhalten: 

Derhalben ire baiderseits gesandten zu hieuor gehaltnen 



45. Vertrag zwiscben Univ^ ii. -Stadt 1545. 247 

guetUchen tagen auch vff heut dato widerumb vor vnsem Houe- 
meister cantzler vnd Räten vnd liben getrewen alhie zuw Stut- 
garten vertagt erschinen vnd nach noturft g^en ainander verhert : 
Das demnach sie die gedachte partheien nach vilgehapter 
mue vnd arbait mit irem guten wissen vnd willen entlich ver- 
glichen vnd verainigt worden seien inmassen hernach uolgt 
nämlich 

1. mag ein ieder Yniuersitet verwandter vor vnd nach S. 
Martins tag zu seinem hausgeprauch vermög irer fryhaiten wein 
in die Statt fuern. 

2. ob ainem vnser Yniuersitet verwandten in seinen aigen 
guetem, die er ietzo hat oder furter vberkomen, wein erwachsen 
oder sonst weingülten haben wurde, souil dann ime vber sein 
geprauch des vberpleiben, denselbigen mage er wol beim zapfen 
verschenken oder verkaufen. 

3. soll auch ainem ieden Professorn so aigin brauch vnd 
rouch hat, von dem wein daruf er gelihen oder den er sonst er- 
kauft hette, ierlichs dreissig Omen zunerschenken oder zu- 
uerkaufen zugelassen sein. 

4. Soll ain jeder vnser Yniuersitet verwandter, so kein pro- 
fessor ist vnd doch ain aigin brauch hat , von dem wein , so er 
ausserhalb seiner aigin gaeter v£P die rechnung genomen oder 
sonst erkaufft hette, ierlichs zehen Om zuuerkaufen oder zuner- 
schenken macht haben, 

5. welcher vnser Yniuersitet verwandter kein aigin brauch 
vnd rouch hat, derselbig soll weder zum zapfen zunerschenken 
noch sonst zuuerkaufen gwalt haben, es were dann, dass der- 
selbig von aigen gutem wein oder sollich ierlich gülten hette, 
denselbigen zunerschenken oder zuuerkaufen soll ime laut ob an- 
geregts andern artickels onabgeschlagen sein. 

Ynd damit man gruutlich wissen kende, wieuiel ain jeder 
vnser Yniuersitet verwandter ierlichs wein vff die wegen verkauft 
oder bym zapfen verschenkt habe, so soll derselbig zuzeiten des 
verkaufens oder schenkens by seinem guten truwen vnd glauben 
ainem geschworuen weiuzieher vff sein beger solUchs an- 
zaigen. Darus man sich auch gnugsam berichten kan , ob in 
craft obberierter Artickel derselbig vnser Yniuersitet zugehöriger 
sein bestimpte anzal weins hingeben habe oder nit. 



248 ^^* Vertrag zwischen Univ. u. Stadt 1545. 

6. souil gemainervnserVniuersitet wein belangt, sollen 
sie denselbigen von Tnser Yninersitet aigen gutem vnd gülten gen 
Tflwingen fallend daselbs wie vnser burger bym zapfen zuuer- 
schencken oder sonst zunerkaufen macht vnd gwalt haben. 

7. so mag ain ieder Vniuersitet verwandter ain aigne Be- 
hausung vnd ain ieder professor, so von vnser vniuersitet be- 
soldet ist, zusampt solcher behausung auch ain scheuren haben. 

8. soll nit allain erstgedachten professoribus , sonder auch 
allen andern vnsern Vniuersitet verwandten vergindt sein inn 
vnd ausserhalb der Statt vfif aigin grund vnd boden ain nuwe 
scheuren von grund aus zubauwen. 

9. so mag zusampt obgedachten haws vnd scheuren auch 
ain ieder professor, so gehörtermassen besoldet ist, 300 guldin 
vnd sonst ein anderer Vniuersitet verwandter 200 guldin werdt 
feld guter, als nämlich an äcker wisen wein vnd bomgarten 
in Tüwinger zwingen vnd bennen haben , vnd welher auf disen 
tag nit souil besesse zu denen so er also hat, bis vff angeregte 
som vnd doch nit weiter kauffen, welher aber vff disen tag vber an- 
geregte somma guter hette, dieselbigen mag er behalten. 

10. was ain ieder vnser Vniuersitet verwandter in erbs 
oder heurats weis in Tüwinger zwingen vnd bennen vber- 
kommen, das sollen sie zubehalten fug haben. 

11. megen gemeiner vnser Vniuersitet bursprocurator 
vnd sindicus, ain ieder ain aigin behausung auch darzu für 
300 guldin werdt feldgüter besitzen vnd wo sie die nit vorhin 
betten souil gelts werdt in Tüwinger zwingen vnd bennen er- 
kaufen vnd wo sie souil oder mer vorhin hetten, dieselbigen irer 
gelegenhait nach woll behalten. 

12. so sol ainem ieden vnser Vniuersitet verwandten so ain 
aigin hausprauch vnd rouch hat, vergindt sein zwo kuewen 
vnd souil gaissen vff deren von Tüwingen gemeine waid 
treiben zulassen vnd sie von der Vniuersitet mit belonung der 
hurten vnd andrem die waid betreffend wie vnser burger da- 
selbst gehalten werden. 

13. sollend die von Tüwingen mit gemeiner vnser Vniuer- 
sitet verwandten witwen vnd minderierigen Kinder Pfleg- 
schaften gar nichts zuthun haben, sonder disfals inhalt ge- 
meiner vnser Vniuersitet Statuten gehalten werden. 



46. Ulrich rügt Mängel d. U. 13. April 1456. 249 

Ynd 8oll diser vertrag nit allein yff die gegenwärtigen son- 
der auch alle nachkommende minersitet verwandte for ynd für 
verstanden werden, auch derselbig gemeiner Vniuersitet an deren 
habenden fryhaiten in all ander weg onnachtailig vHd baid teil 
solcher anger^ter irrungen halben hiemit gentzlich freuntlich 
vnd nachperlich veraint vnd vertragen sein. Inmassen sie dann 
zu baiderseits solhen obgeherten vertrag zu vnderthenigem danck 
angenomen vnd iedertail ains brieues begert, den wir inen vnder 
vnserm anhangenden gerichts insigell besigelt vnd geben haben 
zu Stutgarten 24. Martii 1545. 

Jacob von Kaltental 
Feßler D. Cantzler. 

üniv. Archiv Mh. I. 94. Perg. mit Siegel. 

Registr. der Stadt Tübingen. — Der Brief kostete die Taxa von ein 
guldin ein ort. Die Abschrift im Liber erectionis S. 341 gibt als Datum 
den 15. Januar 1545, vermuthlich dasjenige des im Eingang erwähnten 
gütlichen Tags. 



46, 

Herzog Ulrich rügt allerlei Mängel der Universitet 

13, April 1546. 

Von Gbttes Gnaden Ulrich Hertzog zu Wurtemberg usw. 

Vnsem günstigen Grus zuuor Würdigen Hochgelerten Er- 
samen vnd lieben getrewen. Ir wissen Euch wol vnd gnugsam 
zuerinnem , wie manigfaltig wir nun mer innerhalb zehen Jam 
ernstliche vnd fleissige handlung mit Euch pflegen vnd die sachten 
nach allem verflögen dahin richten lassen, vf das vnser Vniuer- 
sitet in allen faculteten mit tougenlichen geschickten gelerten 
personen ersetzt versehen vnd in einen ansehnlichen vfgang ge- 
pracht werden mechte. 

Darzu dann Ir das Ewer zethun vns bewilligt, wie Ir ouch 
das fär Euch selbs mit allem Ernst zethun sampt vnd sonders 
schuldig sind. Demnach wir verhoft vnd Euch getrawt Ir wur- 
den dem also mit besstem fleiß vnd Ernst nachkommen sein, 
sollichs vollends vnd gentzlich in das werck gepracht haben. So 



250 46. Ulrich rügt Mängel d. U. 13. Apr. 1546. 

werden aber wir hingegen glouplich bericht, das Ir in dem allem 
etwiis onfleissig sein sollen vnd Euch dergestalt gegen ain ander 
setzen vnd beweisen thnen, das daraus der begert aufgang nit 
allain verhindert, sonder ouch mit der zeit Zerrüttung vnd vnder- 
gang der Vniuersitefc volgen mecht. 

Vnd erstlich souil vnser wäre christenliche Religion, die 
Predig ouch die gantzen Theologj betrifiFt, da befinden wir, das 
etlich vnder Euch vnser waren christenlichen Religion nit zum 
bessten geneigt, ouch die Predigen onordenlich vnd wenig 
besuchen vnd in selbigen also halten , das nit allain die jungen 
Studenten bey Euch sich darob ergern, ain böß Exempel nemen, 
sonder auch also ainen ofientlichen Anstoß armen vnd reichen 
jungen vnd alten bringen. Zu dem das in der Theology nit 
mit fleiß gelesen, ouch gar wenig gedisputiert wurdet, haben Ir 
in so langerzeit noch nach khainem rechtschaffenen Theologo 
getrachtet, der doch kündte, vorab zu diser zeit, die Theologien 
by Euch wider in vffgang pringen helfen. 

Am andern souil Euch Juristen belangt, da vernemen 
wir, das etlich auß Euch ouch beschwert haben vnser Hofge- 
richt, welches dan nit das geringst klainet in vnserm Fürsten* 
thumb ist, zu besitzen vnd also vnser Landschaft nutz zesein, 
auß vrsachen denselbigen wissend. Wann aber Hofgericht zu 
Rottenburg gehalten oder sust bandlungen ausserhalb zuuerrichten 
sein, da ist man geflissen, da waist man die Sachen mit allem 
fleiß zufürdern. Zudem das Ir in sollichen Ewer Lectionen ver- 
somen vnd khain Neglecta wie von alter geben sollen, mit wel- 
chem dann der Vniuersitet nit geringer abbruch beschicht. 

Zum dritten So seyen wir durch die Doctores Medi- 
cine bei Euch kurtzuerwilter zeit in einem schreiben gnugsam 
bericht worden, das vnser Apotheker zu Stutgarten, Ciriacas 
Hörn, ainBaingefäß aines menschlichen Gorpers haben soll, 
welches also geschaffen, das es den Jungen, so in der Artzney 
bei Euch studieren, vast nutzlich vnd dienstlich sein mecht, der- 
gestalt das sie darauß im Ougenschein erlernen mechten, wie die 
gebain in Menschen geartet vnd ains vf das ander sazet oder 
gericht ist '. Darumb ouch vil junge Artzet vor der zeit von 



1 Die Mediciner hatten am 2. Jan. 1546 den Herzog gebeten, dass er 



46. Ulrich rügt Mängel d. U. 18. Apr. 1546. 251 

Eueh in ItaBen gessogen, dis zuerfaren vnd zuerlernen. Vnd 
wiewol sie die Artzat vmb frucht nutz vnd wolstand der Vni- 
mrsitet diß sekhöuffen vnd ineu der notturft nach zugepruchen 
haben vnder band zegeben fleissig vnd bittlich angebalten haben, 
aber Ir inen soUichs abgeschlagen. 

Am vierten Werden wir ouch bericht, das by vnsern 
Stipendiaten, ouch etlichen andern Studenten by Euch grosse 
leichtuertigkeit seye mit tantzen, onordenlichem gassen loufPen, 
vberflüssigem trinken vnd anderm. Also wann gleich die von 
der Artisten Faeultet bey den iren sollichs abwenden vnd in ain 
besseruDg mit straf vnd sust gern richten weiten, so welle doch 
inen durch Euch hierzu nit zum beßten geholfen werden, noch 
mit fleiß bef&rderung beschehen. 

Daizu langt vns ouch an, das Ir die Artisten in promo» 
tionibus die Jungen etwas hoch beschweren vbernomen, die on- 
geschickten durchkommen lassen vnd etlich auß Euch farlessig 
lesen sollen. 

Zu dem das New Pedagogium niendert von statt gen 
welle, daruon Ir Artisten souil Vertröstung gethan haben. Aus 
welchem allem die Vniuersitet wenig gefürdert, sondern vil mer 
in abgang gepracht wurdet. 

Dieweil dann hierinn schier Ewer aller onfleiß vnd farlessig- 
keit befanden vnd vns aber deren lenger zuzesehen kheins wegs 
gelten, sonder dargegen ain ernstlich ynsehen zehaben bedacht 
sind, so ist dem allem nach an Euch all vnd jeden insonderheit 
vnsers gnedigs begem ouch ernstlicher beuelh: 

Das Ir erstlich die Predigen wie sich gepürt mit guter 
Ordnung fleissig besuchen, darinn* den Jungen ein gut exempel 
vortragen vnd ain recht gotselig wesen in leer vnd zucht bey 
fler vniuersitet anrichten, 

ainen rechtgeschaffnen Theologum förderlich bestellen, vorab 
Doctorem Marppachium^, wo der wie wir bericht zuerlangen. 



die Universität zum Ankauf des Beinmanns yeranlasse. Derselbe wird 
1547 wirklich um die hohe Summe von 30 Gulden erkauft; ein Häuslein 
dazu vom Schreiner kostet 12 Batzen. 

1 Joh. Marbach aus Lindau war einige Jahre zuvor in Wittenberg 
Doctor geworden, obwohl ihn Melanchthon als mediocriter doctus befand. 
Man hat mit demselben schon 1545 unterhandelt, ihn aber nicht nach 



252 46. Ulrich rügt Mangel d. ü. 18. Apr. 1546. 

fürderlich fttr Euch erfordern, vnd yff ain bestallung mit ime 
handlen ynd scbliessen , oder wa Ir gedächten , das ainer oder 
mer auß den jungen Theologen bey Euch , die in kurtzer zeit 
Doctorat annemen, die gelert, der sprachen erfaren, ain soUiche 
Lectur versehen mechten, das Ir dieselbigen vns anzeigen, alG- 
dann wir euch derwegen vnser Meinung ouch gnediglich eroffiien 
wellen. 

Darneben Ir Juristen, ouch andere, souil möglich ire Leo- 
tionen nicht versomen, im faal aber das durch iemand versompt 
würd, ewere Neglecta, wie von alter herkommen, bezalen ynd 
der Vniuersitet zu nutz vfifheben lassen. 

Ynd Ir Artisten das so Euch zustendig mit allem fleiß 
verrichten vnd Euch Ewerm vilfaltigen erpieten nach in allweg 
fleissig halten vnd beweisen, die onzüchtige handlungen by den 
Ewern nit gestatten, sonder wie sich gepürt strafen, in promo- 
tionibus die Jungen nit mer vbememen vnd die ongeschickten 
nit durchkommen lassen, sonder Euch in dem vnd anderm der 
Ordination vnd statutis gemeß erzeigen vnd ir all in guter Ain- 
helligkeit die sachen also anrichten, damit die recht Gottesforcht 
leer vnd zucht bey alten vnd jungeji ain fürgang haben mög. 

Dester mer Ir vns vrsach geben die Vniuersitet zubefürdem 
vnd in gnedigen beuelch zuhaben. 

Das alles zugeschehen wellen wir vns zu Euch verlassen vnd 
sind Euch mit gnaden geneigt. 

Datum Beblingen den XTTT tag Aprilis A. XLYI. 

D. J. Gnoder. 

Univ. Archiv. Fach XXVm, 6. Original. 



Tübingen berufen, sondern er fand in Strassburg seine Stelle, wo er 1581 
starb. 



r' 



STATUTEN 



DER 



PACÜLTÄTEN UND BÜRSEN 



Es sind zwei Heihen von Statuten der Facul täten vorhanden, 
eine erste in die Ursprünge der Universität fallende, welche den Jahren 
1480 bis 1497, und eine zweite, welche der Zeit der Reformation von 
1 536 bis 1539 angehört. Ausserdem hat die theologische Facultät eine 
Reihe speoieller Satzungen im Jahre 1496 mit Universität, Kanzler und 
Herzog vereinbart, und die Facultät der Artisten, deren Verhältnisse 
wegen der ihr unterstellten Börsen die verwickeltsten waren und am meisten 
der Fortbildung bedurften, ihre Statuten im Jahre 1505 ergänzt und thdl- 
weise abgeändert. 

Während die erste Reihe durchaus auf den von anderen Universitäten 
herbeigebrachten Vorlagen beruht und sich in der alten Terminologie bewegt, 
wird in der zweiten die Form nach dem humanistischen Geschmack umge- 
modelt und ist die Hand eines Redactors, des Joa. Camerarius, in 
allen erkennbar. 



FACULTAS THEOLOGICA 

L 
STATUTA 1480. . 

In nomine sancte et indiuidue trinitatis Amen. Cum inter 
alias nobis ab alfco coneessas industrias illa non minima eensea- 
tur, que sie hominum mentes eleuat, yt que fidei sunt orthodoxe 
sapiant et ceteris doctrinis mellifluis supeme yeritatis viam de- 
monstrent: hinc est quod anno a natiuitate domini millesimo 
quadringentesimo octuagesimo tempore reincipieudorum actuum 
scolasticonim alme huius vniaersitatis Tuwingensis nos deeanus 
totaque facultas theologica vniuersitatis eiusdem — vt saltem 
ipsa nostra facultas in suis debitis doctrinis et exerciciis non 
tepescat, sed dietim fructum parturiat salutarem snisque in mem* 
bris debitum suscipiat incrementum — matura per nos delibera- 
tione prefaabita statuta quedam et ordinationes edendum duximus 
et condendum atque presentium tenore in dei nomine condimus 
et ordinamus, per nos et nostros ipsius nostre facultatis succes- 
sores irreftragabiliter et inconuulse semanda, quatenus modo de* 
bito theologico studio adhibito amplius ipsius facultatis supposita 
proficere videantur. Hec denique statuta per dictam nostram 
vniuersitatem examinata et admissa suoque sigillo approbata et 
roborata infra seriatim meminimus inserenda hunc tenorem com- 
prehendencia. 

Inprimis itaque in cuiusuis ordinationis auctoris nomine in- 
choantes statuimus, quod regens quicunque in facultate nostra 
theologica statuta huiusmodi ipsius facultatis theologice pro posse 
manuteneat facultatemque eandem diligenter promoueat. 



256 Facultas theologica. 

Item quod in principio vacantiarum collationes disputationes 
et responsiones inter magistros et seolares distribuantur. 

Item statuimus, quod quUibet magistrorum r^entium l^endo 
suum faciat debitum, similiter quolibet anno vnam coUationem 
et ad minus vnam disputacionem , aut alias juxta ordinationem 
domini uostri patroni, si aliter duxerit ordinandum. 

Item si magister vel Scolaris absens fuerit — si verisimiliter 
debito venerit tempore — non minus pro eo premissa distribu- 
antur, quam distributionem decanus ei intimet. 

Statuimus similiter, quod prima disputacio fiat a festo 
omnium sanctorum vsque natiuitatem Christi, 2" a tali festo vs- 
que ad quadragesimam, 3' a quadragesima vsque ad festum pen- 
tfaecostes, et si plures liant, quarta fiat a tali tempore vsque ad 
vacantias. Alie distribuantur in bec tempora. 

Tales autem disputationes fiant diebus ieiunalibus aut sextis 
feriis, si fieri possint. 

Item disputans non cogatur aliquem inuitare ad prandium, 
sed si velit possit inuitare magistros theologie. 

Item Yolens disputare duos menses ante disputacionem re- 
spondenti titulum assignet. Si tarnen presidenti et respondenti 
placuerit abbreuiare poterint. 

Item huiusmodi disputationes tempore hyemali incipiantur 
bora sexta, estiuali vero hora quinta. 

Item magistri recipiant titulos in materia fecunda. argu- 
menta etiam pro possibilitate soluant. 

Item respondentes vltra mediam horam suas positiones non 
extendant. 

Item disputans respondentem vltra tres horas non teneat $k 
tempore quo disputacionem incepit, vt volentes arguere locum 
habeant. 

Item hortatur facultas, vt quisque suum faciat debitum, quod 
i^entes singulos actus publicos et principia visitent. 

Juramentum decani. 

Preterea statuimus et ordinamus, quod quilibet decanus fa- 
cultatis theologice juret, quod statuta pro se et suppositis pro 
posse integre seruet. 



Statata 1480. 257 

Qaodque circa initia yacantiarom statuta in domo sua sin* 
gulifl annis pronuntiet. 

Statuta non iuranda per decanum. 

Ordinamus insuper, quod circa initia yacantiarum in con- 
nocatione procedatur hoc modo. Primo erit deliberatio pro ordi- 
nationibus et sti^tutis pronunciandis , 2** pro distributione coUa- 
tionum disputationum et responsionum inter magistros et scolares 
et earum assignatione , 3*" super earum publicatione , quarto de 
promouendis illo anno habeatur coUoquium. 

Item rationabili causa subsistente decanus possit cum Cur- 
sore yel sententiario dispensare, vt in festo coUegii legat ^. 

Item si decanus se yltra duos menses absentare yelit, 
mf^istro presenti seniori librum facultatis cum ipsius sigillo 
presentet. 

Hortamur etiam, quod in singulis actibus facultatis theo- 
Ic^ce cum diligencia suum faciat debitum. 

Statuimus denique, quod in promotionibus equaliter et labo- 
res et lucra exinde prouenientia distribuantur , et hoc inter doc- 
tores actu regentes in eadem facultate. 

Statuta singulis annis generaliter legenda. 

Amplius statuimus, quod promouendus ad cursum, si 
fuerit in artibus magister yel altioris gradus. quinque annis lec- 
tiones audierit, aut Septem, si magister non fuerit. 

Preterea quod vnum sententiarium et ynum cursorem integre 
audiat, ad minus etiam in scolis semel pro suo temptamine pub- 
lice respondeat, sub pena non admissionis, nisi ex legittima causa 
aliquid fuerit moderandum. 

Item yolens promoueri ad cursum sentencias yel licenciam 
prius pro suo examine publice respondeat. 

Item yolens promoueri teneatur petere a facultate recipi et 
admitti ad cursum aut sentencias. 



1 der Absatz fehlt in VI, 17. Festa coUegii sind Feiertage der üni- 
yersität nnd Facultäten, die nicht zugleich allgemeine Feiertage, festa fori, 
sind. 8. n. Stat. fac jar. s. tit. vacantise und Stat. fac. med. s. tit. de 
doctoribus regentibus und de feriis. 

Urkunden der U. Tttbingen, 17 



258 Facultas theologica. 

Item si aliquis magistrorum habuerit aliquam causam contra 
admittendum, proponat in facultate, et si fuerit inuentum legit- 
time obstaDS, non admittatur. 

Item post predicta eadem facultas iudicabit de ydoneitate 
sua sciencia et moribus, et conclusione habita dicat decanus: 
admitto vos nomine fdcultatiSf salvo tarnen quod pritis iuretis 
statuta cursorem coneementia, 

Juramentum ad cursum admissi. 

Ego... iuro retierenciam magistrorum, et bonum facultaiis 
fideliter promouere , decano facultatis in licitis et honestis übe- 
dire, et istum gradum in nulla alia vniuersitate resummere, et 
per duos annos quolibet anno octua^ginta capitula in libris michi 
assignatis legere, et omni anno respondere, et semel collationem 
facere. 

Item infra octo dies eum, quem audiero aliquid dissonum 
fidei asserere, ordinario loci aut decano aut magistris theologie 
denunciare. 

Item omnem actum gradum in theologia concernentem in 
cappa faciam. 

Item ante principium cursus mei vnum florenum soluam 
facultati, similiter et pedello vnum florenum \ 

Item non dogmatisabo dogmata Wiclcleff neque Johan- 
nis Husss, dogmatisantem talia ut supra denunciabo. con- 
suetudines deniqne et libertates facultatis theologice iuxta vires 
manutenebo. 

Hortamur preterea, quod baccalaureus facere volens colla- 
tionem presentet eam prius magistro dirigenti eum ad corri- 
gendum vel abbreuiandum. 

Item nullus deferat annulum, nisi ex dignitate eum con- 
cernat. Similiter in aliis vestibus et moribus se honeste regat. 

Juramentum ad sentencias admissi. 

JEgo . . . iuro in nulla alia vniuersitate sentencias legere 
pro forma, et promitto bona fide primo anno primum et secun- 

1 XIT, 21 setzt dafür r Item ante prindpium cursus mei ad fiscum vzii- 
uersitatis dimidium florenum, rectori Tniuersitatis quinque solidos, facultati 
ynum et pedellis vnum florenos soluam. 



statuta 1480. 259 

dum libros senienciarum legere, qualibet hora michi <is$ignata 
vüra vnam distincHonem^ non legere, nisi hngiorem breuiori ad- 
derem, et in secundo anno tercium et qttartum libros, textum 
per conelusiones legendo et diligenter exponendo. 

Item omni anno respondere et collationem facere, vt supra 
de Cursore habitum est 

Item in principio libri primi duos florenos soluere facultati 
et pedeüo vnum, et in quolibet libro principium facere. 

Item faciens principium in tertium librum sit et reputetur 
baccalaureus in theologia formatus. 

Statuta volentis procedere ad licenciam. 

Statuimus, quod yolens promoueri ad licenciam petat sibi 
fieri congregationem omnium magistrorum regentimn. qua facta, 
vt sibi licencia couferatur, petat. et si maiori parti de sua ydo- 
neitate eonstiterit, admittatur et decanus vel alius nomine facul- 
tatis eum cancellario vel eins vices gerenti presentet orans, Yt 
sibi tempore congruo licenciam conferat. 

De negligenciis statuta. 

Statuimus et ordinamus, quod baccalaurei in anno quo sen- 
tencias aut cursus l^unt, etiam in anno iufra cursum et senten- 
tias magistros audiant, sub pena retardationis, nisi ex causa cum 
tali videatur dispensandum. 

Preterea baccalaurii teneantur singulas disputationes m^i- 
strorum yisitare a principio ysque ad finem, et in eis arguere, 
insuper promouendorum principia et resumptiones lectionum post 
yacancias, sub priori pena. 

Item baccalaurii suas responsiones et coUationes diligenter 
perficiant. 

Baccalaureusque post responsionem in prandio yltra vnum 
fiorenum non exponat. 

Item alibi promotus iuret statuta seruare et bursas soluere 
et pedello satisfacere, ac si hie promotus esset. 

Juramentum promouendi ad licenciam. 

Ego . . . iuro obedienciam Romane ecclesie, reverenciam ma- 
gistrorum in theologia seruare atque procurare^ pacem eciam 

17* 



260 Facultas theologica. 

inter magistros et scolares atqtie religiosos promouere, licentiam 
non resummere, in alia vniuersitate birrefum non recipere, tres 
florenös ad fiscum soluere, statuta et statuenda seruare tempore 
demum recipiendi birretum sicut videhitur magistris expedire *. 

Ordo promouendorum. 

Forma depositionis coram cancellario. Decanus vel senior 
loquens dicat nomine facultatis: reverende canccUarie vel vice- 
cancellarie etc. 

Cancellarius eum suscipiat ad licenciam suscipiendam tem- 
pore oportuno. et tempore oportuno cedulam mittat, quod tali 
die et hora sit in tali loco ad capiendum licenciam in theologia. 
et illa publice intimentur. 

In die autem et hora cancellarius yel vicecancellarius faciat 
coUationem de recommendacione licenciandi yel doctorandi; qua 
facta fiectat genua , et cancellarius yel yicecancellarius dicat : 
auctoritate omnipotentis dei et sancte sedis apostolice etc. michi 
concessa, do tibi licenciam incipiendi in theologia et magisterium 
sive doctoratum capiendi , et demum omnes actus ad kunc gra- 
dum spectantes faciendi, postquam solennitaies feceris ad hoc 
requisitas, in nomine patris et filii et Spiritus sancti. premisso 
tarnen iuramento prehabito. 

Item yesperie fiant post prandium hoc modo. Magister 
tenens vesperias disputet ynam questionem, ad quam respondebit 
ynus de baccalauriis yel alius Scolaris theologie, cui presidens 
arguat, et breyiter post hoc arguant baccalaurii. et post solum 
seniori magistro respondeat. deinde ynus de senioribus magistris 
proponat ynam questionem cum exposicione terminorum et argu- 



1 XII, 21 setzt stattdessen: Ego., iuro obedientiam Romane ecclesie 
seruare, necnon magistris in theologia reuerentiam exhibere, pacem etiam 
inter magistros et scolares atque religiosos promouere, licentiam non re- 
summere , in alia vniuersitate birretum non recipere , vnum denique flore- 
num ad fiscum vniuersitatis , rectori vniuersitatis dimidinm florenum, tres 
florenös fisco facultatis tfieologice et vnum florenum pedellis soluere, statuta 
et statuenda seruare tempore receptionis birreti, sicut videbitur magistris 
expedire, in aula magisterii, cum hanc tenere contigerit, vltra tria milia 
turonensium argenteorum iuxta cle. de magistris, (s. S. 19, 2) cum sit 
nimis, non expendere. 



Zusätze zu den Statuten. 261 

mentis pro vtraque parte. Qua per yesperiandum determinata 
magister proponens questionem arguat contra dicta aliqua, et 
postea sequens magister contra alia. boc facto fiat commenda- 
cio per vesperias tenentem. 

In aula. 

Primo aulandus flectat genua et iuret reverentiam magi- 
strorum et quod fidele testimonium perhibeat de promouendis. 
Tuncque magister smis imposito sibi birreto dicat: incipiatis in 
nomine pairis et filii et Spiritus sancti. Et statim nouus ma- 
gister recommendacionem {aciat sacre scripture. Qua finita ali- 
qnis magister in artibus proponat questionem cum argumentis 
disputandam per nouum magistrum, ad quam vnus de senioribus 
baccalauriis respondeat, cui et magister nouus arguat, et post 
eum magister qui birretum imposuit. Post hoc sui^at vnus de 
senioribus magistris proponendo queetionem ynam cum argumen- 
tis hincinde, ad quam respondeat vnus de magistris per totum 
stando^ cui aliquotiens replicetur. Post hoc alius de magistris 
per totum stando, cui aliquotiens replicetur. Post hoc alius de 
magistris per contrarium contra eandem questionem et aliter ter- 
minos exponendo arguat ad partes, cui alius respondeat aliquo 
modo oppositum tenendo illi magistro, qui prius ad eandem que- 
stionem respondit, cui proponens postea per aliquas rationes 
arguat. 

Statutenbuch, Univ. Archiv Xu, 21. Perg. und VI, 17 Perg. — üni- 
versitati Halensi gratulantur etc. TubingsB 1867 [C. Weizsäcker]. S. 1. 
Eisenlohr 373. 

IL 

Zusätze zu den Statuten. 

Sequuutur quedam alia superaddita statuta per yniuersitatem 
approbata. 

Conclusit nostra facultas theologica, quod quiuis in theologia 
licentiam recipiens seorsum pedellis vnum florenum tribuat, cum 
hoc autem insignia recipiens tres fiorenos pedellis det neque ad 
quid aliud dandum teneatur. 



262 Facultas theologica. 

Insuper ordinauit facultas quod doctorandus in theologia 
dare debeat et teneatur in actu doctorali vnicuique sequentium 
vnum birretum competens et honestum, yidelicet domino rec- 
tori vniuersitatis, domino cancellario, singalis doctoribus in vni- 
uersitate regen tibus, vna cum vno pare cyrothecarum cerui- 
narum. Item comitibus baronibus ceterisque per yniuersitatem 
singulari decreto in opposito banco locatis, decano eciam ecclesie, 
plebano, antiquis canonicis, decano facultatis artium, licentiatis 
superiorum facultatum, baccalauriis quoque theologie in vesperiis 
aut aula doctorali arguentibo» yel respondentibus doctorandus 
similiter cyrothei*.as ceruinas dare debeat et teneatur. Verum 
aliis magistris, canonicis quoque iunioribus ecclesie loci, nee non 
consulibus huius ciuitatis humiliores cyrothece et minus preciose 
sufficiant. 

Preterea ad licentiam admitti volens, priusquam a domino 
cancellario ei licentia conferatur, magistris theologie regentibns 
octo fiorenos renenses dare debeat et teneatur inter eos equa 
portione distribuendos. Cum vero deinceps insignia magistralia 
in theologia recipere desideret, soluere teneatur quatuor florenos 
eisdem. 

Yolens quoque in theologia licentiam recipere teneatur ma- 
gistro presidenti in coUatione licentie dare ynum fiorenum ante 
licentie coUationem, non curato sive Ucentia sola siye licentia 
simul cum vesperiis ei conferantur. 

Quod si plures in simul licentiam recipiaut, nichilominus 
quiuis pro sua persona dictum florenum soluere teneatur. 

Insignia vero magistralia recipere volens teneatur magistro 
cathedram tenenti, suo videlicet promotori, dare vnum fiorenum, 
et si plures simul insigniantur, non minus quilibet eorum vnum 
florenum soluat.. 

' Ceterum si doctorandus in theologia aliquem ex magistris 
theologie de regeutia existentibus ad coram se certandum habere 
Teilt (gallorum nomine vt aijunt) in aula doctorali, non tenea- 
tur talis magister laborem subire certaminis nisi honorario vnius 
floreni saluo. Itaque duobus gallis duo fioreni dentur, et si simul 
plures insigniantur , nichilominus quiuis vnum fiorenum soluat 
vni gallo et alteri similiter vnum. 

Habeat eciam facultas theologica facultatem qualificandi et 



Zusätze zu den Statuten. 263 

conducendi prandium per doctorem oouellum aut plures tales 
dandam, personamm temporis et numero ' doctorandorum, condi- 
tioBibus et circumstaBtiis consideratis. cui facultatis dispositioni 
et ordinationi promouendus seu promouendi ea in parte stare et 
acquiescere debeant. 

Statuit facultas theologica, quod de cetero in die S. Thome 
de Aquino in eadem facultate festum sit habendum. Qnod si 
id ipsuni festum aut quodcunque aliud alicuius quatuor doctorum 
ecclesie ^ in alium diem quoad ecclesiasticum offitium transferri 
contigerit, quod eadem translationis die in dicta facultate festum 
habeatur, non obstante quod in illum diem non inciderit. 

Item magistri tbeologie bic promoti , etiam si non sint de 
regentia facultatis tbeologice, in actibns vniuersitatis sedere de- 
beant in banco vniuersitatis inter alios doctores tbeologie de re- 
gentia existentes. Qui vero alibi promoti fuerint et vt hospites 
aduenerint, in banco. ex opposito in dictis actibus vniuersitatis 
sedeant, nisi forsan tales vt compromotores alicuius in theologia 
promouendi vel vt galli aduenerint. £x tunc enim veluti ceteri 
regentes locari debeant. Hec duo ultima conclusa et statuta 
vniuersitas approbauit in vigilia assumptionis Marie anno Chri 
etc. 94*°. 

Insuper conclusit et statuit dicta facultas (prout eciam vni- 
uersitati post premissa proxima post octavam Laurentii congre- 
gate fieri placuit)^ quod decanus facultatis tbeologice, qui ex quo- 
dam statuto eiusdem facultatis statuta circa initia vacantiarum 
pronunciare babet, eadem statuta in domo sua pronunciare possit, 
ad arbitrium tamen ipsius facultatis tbeologice. Ita quod, si 
maluerit facultas, huiusmodi statuta non in domo sed in scolis 
tempore lectionis ordinarie vltimo vel circiter per decanum legan- 
tur. Nisi forsan facultas de alio deliberandum duxerit, quod 
mi^s Visum fuerit expedire. 

Univ. Archiy XII, 21, wie oben. 



1 numeri. 2 Ambrosius, Augustinus, Hieronymus, Gregorius M. 



264 Facultas theologica. 

IIL 

Ordinatio Faciiltatis theologicae 1496. 

In nomine sangte et indiuidae trinitatis feliciter Amen. 

Nos Recfcor et Vniuersitas studii generalis Tuwingensis et pre- 
sertim Decanus et Facultas Theologica dusdem notom esse volumus 
presentinm Inspectoribus Vniuersis et precipue hiis, quos nunc et 
in futurum nosse fuerit oportunum. Quod cum inter cetera sal- 
uatori nostro deo prestanda obsequia, ea non minima habeamus, 
per que katholice fidei archana cognosci, diuinorum preceptorom 
series amplecti ac demum a priscis parentibus contractus fomes 
restringi queant. hinc est quod nos predicte Vniuersitas et fa- 
cultas theologica cupientes munerum in agro dominico fructum 
gignere yalentium in ipsa theologica facultate nostre Yniuersita- 
tis adaugeri , quatenus diuini verbi sparso jsemine christicolarum 
lucrifiant anime, ac tandem superorum agmini pro captanda au- 
reola associentur, quasdem ordinationes salutares deinceps perpe- 
tuo in ipsa facultate theologica seruandas et custodiendas de oon*- 
sensu libero et expresso Venerabilis et Eximii viri Domini Jo- 
hannis Vergennhanns Juris Pontificii Doctoris, prepositi 
Ecclesie Collegiate Beatissime virginis Marie Sanctorumque Georgii 
et Martini nostri loci Tuwingen, nee non dicte nostre Yniuersitatis 
Cancellarii apostolici condidimus fecimus et instituimus subscripta 
puncta et capitula seriatim de verbo ad verbum comprehendentes. 

In primis itaque in illius nomine initium sumentes , qui 
cuiuslibet boni operis auctor est et patrator, volumus et ordina- 
mus quod de cetero in nostra facultate theologica predicta qua- 
tuor habeantur Magistri theologie ordiuarii, duo inquam de via 
realium et duo de via modernorum, de quibus duo, vnus scilicet 
realista, alter modernus ducentos habeant fiorenos, in stipendio 
equa porcione inter eos diuidendos, alii duo centum florenos si- 
militer inter se distribuendos. Qui quatuor ordinarii curabunt at- 
que prouidebunt, quod singulis diebus, quibus hactenus legi con- 
sueuit ordinarie in theologia, per vnum ex eis suo ordine vna 
perficiatur lectio ordinaria. Denique duo vnius vie magistri cura- 
bunt, quod per se vna theologica resumptio quolibet die, quo legi 
eolet ordinarie, pro sue yie auditoribus perficiatur, et idem cura- 



Ordinatio 1496. 265 

bunt dao Magistri alterius yie, sola ea die, qua is cui resumptio 
pro tone incmnbit legit ordinarie , simul etiam quadragesimaU 
tempore exceptis, poteruntque Magistri huiusmodi resumptiones 
domi vel in scholis publiois perficere , quod eormn arbitrio et 
beneplacito relinquendum duximns. Item duo Magistri ynios yie, 
qnoad resnmptiones per se perficiendas taliter inter se conue- 
niant et conuenire debent, quod ynus ex ipsis per dimidium an- 
nmn supradictam periiciat resumptionem, alter autem per reliqnum 
dimidinm annum, vel altemis angariis huiusmodi tempora equaliter 
diuidendo, seeundum quod ipsis magis expediens visum esse fuerit, 
dummodo nequaquam altematis diebus aut mensibus illam perficere 
Gontendant. Poteritque resumptor pro tempore yie sue socium 
substituere, si se ex aliqua causa ingruente abseutare vel ad tem« 
pus modicum infirmari contingeret, quem si habere nequiret, 
eandem quam neglexit alio tempore supplere valeat resumptionem. 
Item si alieui Magistrorum resumentium placuerit vel domi vel 
in publicis scolis extraordinariam in theologia sua sponte et ob 
exercicium scholarium teuere disputationem, is a tot oenseatur 
liberatus resumptionibns, per quot horas huiusmodi tenuerit dispu- 
tationem. Haue autem extraordinariam yocsati volumus dispu- 
tationem, ad quam tenendam Magistri theologie non astringuntur 
ex ordinatione principis nostri patroni bone memorie, in qua 
denique Magister ipse non presidet, sed tantum assidet, dirigens 
arguentes et respondentem , scolasque ^ in soluendis argumentis 
informat nee ipse quasi per horam vt alias consueta solennitate 
respondentem impugnat aut examinat, cui etiam ceteri theologie 
Magistri interesse non tenentur, nisi voluerint, respondens eciam 
ipse non tot conclusiones , vt in ordinariis fieri solet disputatio- 
nibus, ponit nee prolixam conclusionum determinationem deducit, 
sed pauculis positis conclusionibus statim in manus opponentium 
et interrogantium relinquitur, in quibus profecto disputationibus 
animosiores nati * sunt esse arguentes simul et respondentes, quam 
in plurimorum presentia. Quod si alieui Mi^istrorum placeat po- 
tius aliquam solennem et ordinariam teuere disputationem , ad 
quam tamen non sit ex ordinatione astrictus, etiam de illa vo- 
lumus et ordinamus, vt ob eam magister ipse a tot liberetur re- 



1 scolaresque. 2 rati. 



266 Facultas theologica. 

sumptionibus , per quot eciam horas huiusmodi producta fuerit 
dispntatio. 

Item Magistri resumentes debebunt resnmere regulariter 
scriptmn alicuius doctoris theologie circa Sententiarum libros di- 
gestum aut quotlibeta Tel summam alicuius doctoris theologie 
ea pertractantem , que in Sententiarum libris memorantur. Si 
tamen Magister ipse resumens ob materie qualitatem, que circa 
predicta scripta quotlibeta vel summas doctorum emergit, neces- 
sarium iudicauerit vel vtile, ad aliquantulum temporis interse- 
rendo et quasi pro ampliatione digrediendo resumere titulum ali* 
quem de summa alicuius coUectoris, id eins arbitrio relinquendum 
duzimus, eo quod coUectores in certis titulis nonnunquam ma- 
terias saltem i^ibilium et casualium rerum particularius , quam 
qui maiestatem Sententiarum conmientati sunt, digesserunt. Quin 
imo si interdum vtilitas aut rationabilis poposcerit causa, posset 
resumptor ad tempus alium ytilem tractatulum resumere, dum- 
modo eciam auditores eundem sibi comparandum inuenirent. Re- 
gularis tamen resumptio et regulariter loquendo fieri debet in 
scriptis et summis atque quotlibetis supra memoratis, neque 
tantnm in apicibus speculatiuis et scholasticis , verum etiam in 
materia moralium casualium atque agibilium suos curent insti- 
tuere in resumptionibus auditores. 

Item Magistri distinctarum yiarum ita distinctis resumere 
curent horis, vt auditores ytriusque vie si optauerint ytramque 
yisitare resumptionem valeant, nisi aliquo impedimento occurrente 
id ad tempus saltem modicum obseruari nequeat. Item resumptor 
aliqua die debitam negligens resumptionem eandem alia die rar 
cante supplere valeat, dummodo huiusmodi suppletio intra eandem 
fiat angariam, in qua commissä extat negligentia, sine huiusmodi 
suppletio uegligentiam ipsam sequatur, siue eandem quadam pro- 
uidentia suadente precesserit. Item Magister theologie debitam 
negligens resumptionem sese super ea fide qua et super lectione 
ordinaria n^lecta denunciare sit astrictus, soluat quoque penam 
quatuor solidorum pro vna resumptione neglecta et pro yna or- 
dinaria neglecta ynam libram quatuor solidos, dummodo iste Ma- 
gister in stipaidio summam centum habeat florenorum. Si au- 
tem in stipendio habeat tantum quinquaginta , is soluat pro or- 
dinaria neglecta medium fiorenum et pro resumptione quatuor 



Ordinatio 1496. 267 

solidoe. Item si coiitigerit resumptorem ex rationabili causa 
alium Magistrum theologie vel ealtem Licentiatum , qui loco sui 
resumat, ad tempus breue substituere, nollam teneatur substituens 
ob ordinationem prineipis patroni nostri bone memorie licentiam 
petere vel obtinere '. Item quod sicut non obligatur quispiam or- 
dinariornm sese snper ordinariis lectionibus tanquam negligeotem 
denunciare, quando ita repentinum ei occorrerit impedimentum, 
quod breuitate obetante temporis alium neqaiuit substituere, ita 
id idem atque simile in prefatis obseruetu): resumptionibus. Item 
sicut si ex accidente Tel senio quispiam ordinariorum diuturnam 
incidens infirmitatem seu valitudinem, ob quam lectionem ordina« 
riam perficere nequit, uon tenetur per alium suam prouidere 
lectionem ordinariam, ita idem in resumptionibus obseruetur. Quod 
etiam ipsius, qui huiusmodi incidisset valitudinem, conscientie com- 
mittatur. Item si Magistro collationem facere debenti magis 
placuerit aliquando collationis loco aliquam deuotam vel alias utilem 
materiam extraordinarie quindecim resumere diebus, aut in pub- 
licis seolis die aliqua vacante extraordinariam tenere trium ho« 
rarum spatio disputationem, liberum sit eidem hanc tanquam in 
melius quid et vtilius facere commutacionem. 

Item Magister theologie Ordinarius non habens nisi quinqua» 
ginta fiorenos, non sit astrictus ad aliquam collationem nisi al- 
tematis annis et in anno nonnisi ad vnam disputationem ordi* 
nariam, sie etenim saluabitur nichilominus ordinationis ipsius 
effectus atque dispositio. Petit denique Facultas ipsa, vt talibus 
ordinariis yniuersitas apud principem pro tempore atque ceteros 
ad eeclesiastica beneficia presentare habentes, auxilio velit esse 
et promotioni, vt exilitate stipendiorum durante talia consequi 
beneficia queant, de quibus ipsi in absentia defectus stipendiorum 
suorum supplere Yaleant. Item si futuris temporibus Magistri 
theologie experiantur auditorum in visitandis et audiendis resump- 
tionibus negligentiam, habeat theologiea facultas potestatem cour 
ficiendi ea et talia statuta et ordinationes , quibus ad diligentius 
yisitandum constringantur, de quo futuris temporibus, cum expe- 
rimenta claruerint, uberior fiat deliberatio atque prouisio. Item 
quod presentes tres ordinarii ad huiusmodi resumptiones non 

1 8. S. 86. 



268 Facultas theologica. 

astringantur, nisi cum quartus accesserit eis ordinarins. Si tarnen 
ipsi sua sponte actu et de presenti incipere vel continuare velint 
resumptiones prefatas, censeantur ipsi, cum vterque dimidium 
modo supradicto resumeudo compleuerit annum, eam que ad se 
pertinebit resumptionem perfecisse, ita yt illa decursa et completa, 
reliqui duo ordinarii pro sua sorte eis resumendo per reliquum 
dimidium annum succedant. 

Item si vnus ex quatuor ordinariis diuturnam yt supra inci- 
deret infirmitatem, reliqui tres illius egrotantis vel yalitudinarii 
resumptionem vel collationem aut disputationera, prout etiam in 
ordinatione disponitur \ perficere non sint astricti. Nichilominus 
tamen in tali casu quiuis eorundem trium eam, que ad se ipsum 
attinet, collationem et disputationes ordinarias atque resumptiones 
suam contingentes personam ezplere studeat. Ne vero ordinariam 
lectionem, que quartum ordinarium et egrotantem ex ordine re* 
spiceret, omnimodo vacare contingat, yolumus atque ordinamus, 
yt in tali casu nichilominus tres reliqui eandem lectionem ordi- 
nariam per ynum ex eis, secundum quod de hoc inter se conue- 
nerint, perficere curent atque studeant, in cuius oneris pariter 
et resumptioDum predictarum releuamen atque recompensam eos- 
dem tres absoluimus ab eo onere, quod in ordinatione principis 
et pätroni nostri disponitur, scilioet quod si ex tribus ordinariis 
vnum in diutinam yalitudinem incidere contingeret, duo reliqui 
eiusdem lectionem ordinariam prouidere sint astricti. ünde in 
tali casu, quo ordinariorum numerus yalentium legere ad duali- 
tatem redigeretur, reliquis duobus adhuc yiuentibus sed egrotan- 
tibus, volumus quod uterque legere yalentium non sit obligatos 
nisi ad prouidendum sue proprio lectioni ordinarie, quam scilicet 
quarto die perficere tenetur, pariter et resumptioni cum ynica 
disputatione ordinaria atque yna collatione. 

Preterea quandocunque Stipendium aliquod yni ex quatuor 
supradictis magistris theologie ordinariis debitum yacare per 
mortem vel resignationem aut aliter contigerit, ex tunc nequa- 
quam ceteros tres ad supradictas yel yllas resumptiones astrin- 
gimus, donec et quousque quartus eisdem cum stipendio accesserit. 
Et idem si duo stipendia modo supradicto yacauerint, obseruari 
placuit. 

1 8 S. 86. 



r 



Ordinaüo 1496. 269 

Item in euentum, quo aliquis supradictorum ordinariorum 
forte ob materie quam resumendam assumpsit prolixitatem et 
condependentiam in ea parte anni, qaa ipsum contigerit, diutius 
quam sors sua exigeret suam produceret resumptionem, volumus, 
quod si socium vie sue coordinarium et in resumptione sibi * 
successurum habuerit, is ex post tanto diutius resumat, quanto 
alius amplius quam debuit suam prorogauit resumptionem, prout 
ipsos inter se super eo conuenire yolumus. Si yero pro tunc 
sotium yie post se resumpturum, puta quia egritudine Tel etatis 
valitudine grauatum, seeundum ea que supra expressa sunt non 
habuerit, ex tunc illi tanto tardias prosequenti anno ad resump- 
tionem sese contingentem redire liceat, quanto in precedenti 
anno productiori tempore resumendo laborauit. 

Deuique Toluit nostra vniuersitas, quod , quam primum illa 
ad eam deuenerit facultatem, qua quartum theologum ac 
extraordinarium iuris iuxta tenorem huius nouissime ordinacionis 
stipendiare possit, ex tunc mox ad electionem huiusmodi theologi 
et extraordinarii iuris simul procedere debeat. 

In quorum fidem et testimonium premissorum nos rector et 
vniuersitas necnou facultas theologica predicti sigilla nostra pre« 
sentibus duximus subappendenda. Nos vero Johannes Ver- 
gennhanns prepositus et cancellarius prefatus f atemur et reco- 
gnoscimus palam per presentes, premissa omnia et singula tam 
de illustris principis et fundatoris nostre vniuersitatis Ebebhabbi 
Ducis IN WiBTEMBERG BT Dbok ctc. quam uostTO conscusu et vo- 
luntate processisse. Idcirco ordinationem huiusmodi et alia premissa 
approbandum auctorisandum et roboraudum duximus ac approbamus 
auctorisamus et roboramus per presentes, in cuius rei euidentiam 
nostrum sigillum similiter presentibus duximus subappendendum. 
Datimi Tuwingen a. d. 1496 die nona M. Octobris, in quam 
festum S. Dionisii incidit, indicione quartadecima. 

Univ. Archiv Mh. I, 10 Perg. mit Siegeln der Facultät und des Kanz- 
lers, und Xlly 21. Eisenlohr 56. Weizsäcker 15. 



270 Facultas theologica. 



IV. 

[Statuta 1538.] 

Si quam omnium professionum ordo decet, Theologiam 
inprimis huiiis obseruatione decorari existimandum , quse, quanio 
maior illius est prestantia, tanto accuratius coli debet. Hüs enim 
artibus omamenta hominom opinionibus plerumqne conciliantiir. 
Hsec autem sola veritatis ratione continetur et commendatur, a 
qua si ordinis quasi concinnitas absit, manifestum est illam oon- 
sistere non posse. Qui quidem modus maxime eonueuiens et rectus 
hoc tempore videretur futurus esse, eum breviter paucis capitibns 
descripsimus. Atque is in hac professione yt comprobatus ab 
vniuersitate ipsa scholastica, merito yalere obseruarique ab Om- 
nibus TheologisB studiosis atque professoribus debebit, quo omnia 
decenter et placide gerantur. Et ad laudem primum DE]I, de* 
inde etiam vsum salutarem hominum constituantur , quo neqae 
Deo quicquam gratius neque vniuersitati nostr» seholasticse glo- 
riosius fieri possit. 

De Decano. 

Primum omnium preponi vnum aliquem buic curae oportet, 
yt recte et ordine secundum expositam praescriptionem omnia ge- 
rantur, qui quidem Decanus vt haetenus vocetur. Eum Theo- 
logiae professores, qui reipublicae Theologie» professionis presuni, 
eo die, quo Bector studii huius legitur, legunto. ' 

Sacramentum Decani. 

Velle se omni cura diligentia et fide fungi officio suo , im- 
primis pietatem colere, paci et otio reipublicsB studere, admini- 
strationem scholasticam professionis suae sedulo, aecurate, fideiiter 
agere. 



Decani prouincia seu officium. 



Vt sacrae literae vere et genuine doceantur, nuUum erro- 
rem ac prauitatem doctrinae fouere, defendere, inuehere 
yelle. Disputationes, orationes singulis suo quoque tempore dis- 



statuta 1538. 271 

tribuere, Theologiae candidatos in album recensere. Consilium 
cogere« sententias rogare, quae memoria confleruanda in librum 
statutorum referre, de pecuniis receptis fidam rationem reddere. 

Si Decanus officium suum exercere nequiuerit, alias eligatnr. 
Si vero abeundnm ei sit, vices praecedens gerat. Functo officio 
munu3 facultati resignato, successori rationem reddito. 

De vita et honestate. 

Omnes homines honestas et decus decet, hinc leges traditae, 
vt qui parere libenter voluerint, meliores, qui uoluerint, certe 
nou deteriores coherciti poenis efficiantur. Theologiae vero stu- 
diosos houestatem et decorem maxime seruare oportet, ut lux 
eorum coram hominibus sie luceat, ut pater noster, qui est in 
coelis, a cunctis glorificetur, et ne nomen Dei coram hominibus 
audiat male. Communibus igitur de honestate yitae et morum 
scholasticis legibus et ipsi tenentor, et tanto magis, quanto 
plus honestas eos decet, transgressores secundum excessum pu- 
niuntor. 

De bis qui gradum facere volunt. 

Arrogantia ignorantiae comes, radix est omniam errorum. 
Nemo igitur indoctus, imperitus ad hon o res, ignorantia pecuuia 
redempta, sed commendatus virtute et eruditione sua admittatur. 

Gandidatus Theologiae, consensu totius Theologicae 
facultatis consilii, specimen publicum publica disputatioue suae 
eruditionis datow Deinde inscribitor albo facultatis. Libri duo 
ex veteri ac nouo Testamento assignantor, quos publice profi- 
teatur, fide data inprimis, triennio si magister fuerit, sin minus 
quadriennio se studiose diligenter Professores sacrarum literarum 
audiyisse, neglexisse buius doctrinae horas nullas. Et si quas 
neglexerit, narret, det pro neglectis poenam. Disputationibus 
.interfuisse ab initio ad finem usque. Nee baccalaureorum, quos 
Tocant, lectiones contempsisse sed compleuisse. 

Sacramentum. 

Yelle optima fide, summo studio sacris incumbere , germane 
interpretari , Praeceptoribus obedire, debitum honorem deferre, 
paci studere, aduersus veram Christi religionem nihil docere, hae- 



272 Facultas theologica. 

reti(M)s deferre et alibi hunc honorem non reiterare *, facto lura- 
mento candidatus sacrarum literarum statuto tempore ab exordio 
suae lectionis orationem in laudem sacrarum literarum habeat, 
singulis deinde diebus legat, sancte interpretetur, nee plus capite 
vno lectione vna absolyat. 

Admissus, legendo et audiendo, biennium completo. 

Libris finitis, eruditionis et promotionis suaß specimen pub- 
lice disputatione dato. 

Interim professores legentes studiose ac diligenter audiat. 

De gradu summo, quem licentiatum aut doctora- 

tum appellant. 

Publice disputando respondeto, nisi senatui Theologicae pro- 
fessionis secus visum fuerit, admitti petito, admissus cancellario 
yniuersitatis scholae huius representator, examinator, promouetor^ 
ordine pristino reseruato. 

Impensae Baccalaurei. 

Dans nomen munusculum ex saccaro in signum receptionis in 
album Theologorum dato« 

Bectori yniuersitatis cruciatos XI. 

Fisco yniuersitatis cruciatos XXX. 

Fisco facultatis Theologicae fiorinos II. 

Pedello ynum soluito. 

Et in principio suse lectionis Doctoribus, Baccalaureis suee 
professionis prandium dato. 

Impensae licentiati. 

Fisco yniuersitatis florinum ynum. 
Fisco facultatis fiorinos IIL 
Doctoribus VIII. 

Pedello florinum ynum. Et refeetionem mediocrem dato. 
Cum yero Doctoris nomen futuris temporibus apud nos su- 
mere cupit, tanto minus dato, quantum dederit prius. 



1 Zusatz : Doctorum et professorum huius collegii in petitione et con* 
secutione g^adus iudido stare. 



statuta .1538. 273 

Impensae Doctoratus. 

Rectori vniaersitatis cruciatos XXX. 
Pisco yniuersitatis fiorinum ynum. 
Facultatis fiorinos III. 
• Examinatoribus florinos XIL 
Promotori IV. 
Pedello floriDOS III. 
Cetera ut moris est. 

De bis qui alibi gradum fecerunt. 

Si quis, cum alibi gradum fecerit, ad nos migraus in Matri- 
culam reeipiatnr, satisfactis singolis, ac si hie honorem susce- 
pisset, eundem quem apud suos locum, apud nos habeto. Non 
recipiatur autem, nisi literis testibus, aut iuramento se alibi pro- 
motum fidem feeerit publiceque specimen suae doctrinae dederit. 

De orationibus publice habendis vide statutum Gymnasii. 

Item de funebri oratione. 

4 

Statutenbuch der theologischen Facultät. Univ. Archiv Fach XII, 21. 
Ohne Datum, es kann aber nicht zweifelhaft sein, dass diese Statuten dem 
J. 1538 angehören, s. oben S. 174. 



Urkunden der U. Tübingen. 18 



FACULTAS JURIDICA. 

i. 

STATUTA FACULTATIS JURIDICE 1495. 

In nomine sancte ac indiuidue trinitatis Amen. Vt insignis 
nostre alme Vniuersitatis Tuwingen iuridica facultas pro superna 
Propaganda iustitia, qua vnicuique quod suum est donare consve- 
uit, iugiter vigere atque illius membra in hiis que divine veritati 
viciniora sunt videantur proficere Idcirco Nos Decanus et fa- 
cultas predicta statuta subscripta ab ipsius facultatis membris, 
prout vnumquodque in genere vel in specie concernere videntur, 
fideliter seruanda decreuimus matura deliberatione ordinanda con- 
denda et instituenda Illaque diuino inuocato auxilio ordinamus 
et instituimus per presentes que subscripta sunt capitula conti- 
nencia, reseruata nobis potestate et facultate libera statuta huius- 
modi mutandi minuendi augendi corrigendi declarandi et inter- 
pretandi prout rerum ac temporum causantibus euentibus visum 
fuerit expedire. In quorum fidem ac robur presentem rotulum 
huiusmodi statuta in se continentem exinde fieri et sigilli facul- 
tatis nostre iussimus appensioue communiri. Que etiam statuta 
per Yniuersitatem congregatam sunt confirmata anno millesimo 
quadringentesimo nonagesimo quinto. 

Tenor statutorum facultatis iuridicß. 

Officium Decani. 

Inprimis itaque statuimus, vt in die electionis noui Rectoris 
vel saltem infra octauam doctoribus regentibus in facultate suffi- 
cienter congregatis eligatur in decanum facultatis doctor, 



statuta 1495. 275 

quem ordo t^tigerit, ita quod procedatar a seniore in iuniorem 
secundum ordinem, quem in facultate faabent, et circulo peracto 
incipiatur itenun a seniore. Qui quidem decanos sit electos dun- 
taxat per tempus iUius rectoris sit mansurus. Electus vero talis 
tenetur assumere fauiusmodi officium sub pena duorum florenorum 
fisea fineoltaiia soluendorum, nisi causa legitima coram facultate 
proposita se debite yslettk excusare. 

Item statuimus quod decanus enm electioni de se facte con- 
senserit mox iuret in manus decani precedentis proximi, aut eo 
non existente alterius proximi precedentis in presentia fiicoltatis, 
quod officium suum fideliter exercebit Et quod pretextu eins 
ilil attemptabit scieuter, quod aliquo modo in nostre Vniuer- 
sitatis aut nostre facultatis damnum aut preiudicium vergere 
possit etc. 

Statuimus quod si decanus suum officium non potest exer- 
cere siue decedat siue recedat a loco infra mutationem verisimi- 
liter non reuersurus tunc nouus decanus eligatur, qui in sequenti 
mutatione sit continuaturus, si priori non fuerit vltra duodecim 
septimanas in officio. 

De iuramento intrantiura facultatem. 

Statuimus quod decanus decetero nuUmn doctorem non im- 
matriculatum vel alteri facultati obligatum in congregationem fa- 
cultatis admittat votandi aut tractandi causa. Item nuUus etiam 
admittatur, nisi prius coram facultate iuraverit secundum talem 
modum: Vos iurabitis deliberare consulere et votare fideliter ad 
honorem , vtilitatem et honestatem iuridice facultatis Et quod 
secreta consilia facultatis, que decanus mandauerit celanda ad 
tempus vel perpetuo iuxta facta qualitatem, non reuelabitis Et 
quod parebitis mandatis decani in licitis et honestis suum offitium 
concernentibus Et quod statuta facultatis iuridice firmiter ob- 
seruabitis sine dolo. Dicite: Ita iura, quod me Dens adiuuet 
et evangeliorum conditores. 

Officium Decani. 

Statuimus quod si quisquam doctorum requirat decanum, 
quatenus mandet, yt yotum suum aut aliud qnod in facultate 

18* 



276 Facultas Joridica. 

duxit proponendum, teneator secretum, quod tunc decanus te- 
neatur illud tenere et mandare ab aliis teneri secretam perpetuo 
vel ad tempus iuxta facti qualitatem. 

Item statuimus quod post noui decani electionem infra oeta- 
uam antiquus decanus de singulis computum faciat fideliter 
atque peccuniam et siugula alia que sunt facultatis ipsi nouo 
decano presentet et fideliter assignet sub debito iuramenti. 

Statuimus etiam quod decanus pro suo stipendio debeat 
percipere a facultate vnum florenum. 

Insuper statuimus quod quilibet decanus inscribat promotos 
tempore sui decanatus in matriculam facultatis, et quantnm 
facultati dederint, cum anno dominico ac die mensis Et propter 
hoc decano soluere tenentur Baccalaurei quatuor solidos, licen- 
tiatus vel doctor Septem solidos Etsi alibi promoti fuerint vltra 
predicta doctor vel licentiatus petens admitti ad regentiam soluat 
facultati iuridice vnum florenum et decano vt alii hie promoti, 
pedellis vero dimidium florenum, Baccalaureus vero soluat me- 
dietatem horum etc. 

Item decanus tenetur facere publicam intimationera pro- 
motionum proraotore et promouendis expressis, per manum 
Notarii sub sigillo facultatis etc. 

Statuimus insuper quod facultas habeat arcbam duabus 
seris et clauibus munitam, in quam includentur instrumenta fa- 
cultatis, fiscus et alia obuenientia facultati. Harum autem da- 
uium vnam habeat decanus pro tempore, alteram vero is, quem 
facultas elegerit. 

Item statuimus quod decanus post admissionem alicuius 
promouendi ad publicum exameri teneatur id per cedulam 
vel pedellum intimare ad quinque dies ante diem examinis pub- 
lici cuilibet doctori regenti Et nichilominus die immediate pre- 
cedente examen publicum teneatur singulis doctoribus intimare 
per cedulam, quod crastina die mane intersint misse de spiritu 
sancto Et postquam puncta fuerint assignata, teneatur singulis 
doctoribus regentibus per cedulam puncta et locum examinis vna 
cum hora significare et eosdem per iuramenta ad hoc vocare. 

Statuimus quod decanus pro tempore statim admisso quocun- 
que ad examen priuatum teneatur recipere ad manus suas ab exa- 
minando omnia, que tenebitur exponere doctoribus examinatoribus 



statuta 1495. 277 

pro examinibus et eis satisfacere AHa vero omnia cuicunque sol- 
uenda ante promotionem publicam. alioquin promotor ipsuin non 
promoueat. 

Item decanus ante actum auisare debet promouendos d e 1 o- 
catione, si simul plures promoaeiidi sunt, eos inscribendo se- 
cundum ordinem et locationem. 

Statuimus etiam quod decanus indieluonis (die 19. Maii) 
faciat celebrari missam in capella vniuersitatis , ad quam oranes 
doctores licentiatos et scolares vocet, vt ei intersint. 

De lectionibus. 

Statuimus vt quilibet doctor facultatis stipendiatus singulis 
diebus priuatis vnam lectionem legat secundum tenorem sue con- 
ductionis ac horis a facultate determinatis, exceptis vacationibus. 

Sequuntur vacantie. 

Item a feste Thome apostoli vsque Epiphanie dorn. Ab Esto- 
mihi Ysque ad dominicam Invocayit A dominica palmarum vsque 
ad octauas pasce A dominica vocem iocunditatis ^ vsque ad diem 
Martis post Trinitatis Item nundinarum semper per duos dies 
A festo Natiuitatis Marie vsque ad festum Luce evangeliste pro 
tempore autumnali. Excepta etiam volumus esse festa collegii 
videlicet festum Kathedre Petri, Gregorii pape, Anrbrosii, Tri- 
nitatis, luonis , visitationis Marie et si aliud vuiuersitas duxerit 
feriandum, vndecim millium virginum, Conceptionis et presenta- 
tionis beate Marie virginis Adiectis quintis feriis, cum integra 
fuerit septimana, quas statuimus feriandas non obstante quod 
eadem septimana aliud festum habuerit propter disputationem in 
aliqua superiori facultate celebratam vel collationem factam aut 
missam vniuersitatis habitam. 

Statuit preterea quod illi qui debent interesse examini pri- 
uato, non sint astricti illa die ad legendum Et nichilominus 
festum habeant Jouis Et idem quando licentiandi vel baccalau- 
reandi examinantur vel doctores licentiati Magistri vel baccalaurei 
in superioribus facultatibus promoueantur. 



1 sva. Bogate. 



278 Facultas Juridica. 

Statuimus quod quilibet doctor legens possit loco lectionis 
sue tenere vDum circulum, quo facto non censeatur aliquid 
neglexisse. Et si quis aliquam lectionem vel plures neglexerit, 
quod tunc possit infra illam angariam teuere vuum vel plures 
circulos et sie euitare penam illius lectionis ueglecte. Dummodo 
tarnen per huiusraodi circulum non impediatur alia lectio ordinaria 
in iuridica facultate. 

Item nuUus Scolaris iuris etiamsi sit Baccalaureus iuris as- 
cendat kathedram doctoralem in scolis siue legat siue resumat 
pro se siue pro alio vices doctoris supplendo Sed stet in inferiori, 
dummodo tamen ad hoc licentiam a decano vel alias secundum 
ordinationem habuerit. 

De modo forma ac qualitate promouendorum. 

Statuimus et ordinamus quod yolens promoueri ad aliquem 
gradum in iure debeat adire decanum facultatis iuridice, qui con- 
gregabit doctores regentes in eadem facultate, coram quibus is 
qui promoueri desiderat petat se admitti ad examen pro gradu, 
quem voluerit adipisci. Et postea mox iuret, quod si retar- 
datus ftierit aut reprobatus , quod non velit id vindicare per se 
vel per alium directe vel indirecte, quouis quesito ingenio vel 
colore. 

Item quod super interrogatis velit dicere veritatem sibi 
scitam sine dolo et fraude. Quo facto promouendus exeat et 
respouRum facultatis exspectet. Interea vero facultas deliberando 
de eins admissione inquiret, vtrum debito tempore studuerit, lec- 
tiones et alia compleuerit iuxta facultatis ordinationes ac statuta 
et secimdum hoc promouendo dabit responsum. 

Quocirca statuimus quod nullus admittatur ad examen pro 
gradu baccalaureatus in iure Nisi prius in presentia facul- 
tatis docuerit per legitima documenta aut saltem proprio suo 
iuramento (si facultati inspecta conditione persone id videbitur 
sufficere), quod per duos annos cum dimidio audierit lectiones ac 
studuerit in scolis in iure, in quo promoueri desiderat et hoc in 
studio generali ac priuilegiato, ita quod videlicet per dictum tem- 
pus ordinarium et legentem in nouis iuribus audiuerit. Poterit 
tamen facultas inspecta ydoneitate persone promouendi ex causa 



statuta 1495. 279 

dispensare in dimidio anno tantum. Teneturque circulum publice 
ynum tenere. 

Istis expeditis et per facoltatem precognitis poterit facultas 
(si ei yidebitur) examen aperire 'eidem. Quo facto assignabitur 
promouendo dies, quo Ordinarius suus maue assignabit sibi punc- 
tum in iure , in quo promoueri desiderat , quod recitabit et ad 
ipsum respondebit eodem die post prandium hora secunda vel 
tertia, prout placuerit ordinario. Qui quidem Ordinarius eodem 
mane punctum et horam examinis cum loco singulis doctoribus 
in facultate regentibus per cedulam intimare debebit, vt intersint 
examini ipsius promouendi. Quo finito iurent omnes, quod non 
velint eum promouere, nisi credant eum ydoneum Secluso amore 
vel odio. Quo facto et examinato per facultatem admisso et ap- 
probato designetur eidem dies, quo Ordinarius suus publice ac 
solenniter ei gradum conferat baccalaureatus, proposita sibi quae- 
stione, quam et determinabit. 

De licentiando. 

Statuimus itaque quod nuUus admittatur ad examen pro gradu 
licentie in iure, nisi prius in presentia facultatis docuerit le- 
gitime vel saltem suo iuramento (si facultati inspecta persone 
qualitate id videtur sufficere) quod per quinque annos lectiones pub- 
lice audiuerit in scolis ac studuerit in eo iure, in quo promoueri 
desiderat, in aliquo studio generali vel priuilegiato Ita videlicet quod 
ordinariam lectionem semper in iure canonico volens promo- 
ueri Eit Sextum et Clementinas semel ad finem audiuerit. Volens 
vero promoueri in iure civili doceat, quod ordinariam semper 
et ynam ex aliis ad minus audiuerit. Potest tamen facultas 
in hoc ex causa illas permutare et cum eo in vno anno dispen- 
sare tantum. Teneturque vnam repetitionem publice facere ac 
cursum sibi a facultate assignatum complere. Poterit tamen fa- 
cultas super hiis ex causa dispensare. 

Item statuimus , quod si quis per integrum quinquennium 
in vno iure audiuerit et infra idem quinquennium in altero iure 
per triennium , quod tunc habeat facultas (attenta jdonietate 
persone) facultatem dispensandi. Preterea si per quinquennium 
in vno compleuerit iure, finito quinquennio si in altero comple- 



280 Facultas Juridica. 

uerit per biennium possit facultas dispensare, vt in vtroque iure 
promoueatur. 

Promouendus itaque ad gradum licentie adeat decanum fa- 
cultatis iuridice, qui cougregabit doctores regentes in ea , coram 
quibus primo iuret, yt supra de Baccalaureando disponitur, Deinde 
doceat se compleuisse , vt supra propositum est statutum. Quo 
per facultatem ad examen admisso designentur sibi promotores 
et compromotores iuxta statutum sequens. 

Statuimus quod promotor pr incipalis in iure cano- 
n i c licentiandi sit Ordinarius eiusdem iuris Compromotores de- 
bent esse habentes lecturas nouorum iurium et extraordinariam 
iuris canonici. In defectum autem illorum decanus pro tempore, 
si non est de numero legentium, in eo iure alius precedens de- 
beat esse vnus de illis tribus promotoribus. Promotor vero 
principalis in iure ciuili debet esse Ordinarius, eiusdem 
compromotores vero volumus esse obtinentes lecturas in Digestis 
et Institutis. In defectum vero habeat locum, quod supra statuitur. 
Si vero promouendus cupiat promoueri in vtroque, tunc debet 
habere duos promotores et in quolibet iure duos compromotores 
ut supra expressum est. 

Statuimus quod promouendo admisso et promotoribus de- 
signatis Ordinarius cum aliis promotoribus assignent sibi diem, 
quo mane sibi puncta designent pro examine priuato in 
eo iure, in quo promoueri desiderat. Que eodem die post pran- 
dium hora secunda vel tertia prout examinatoribus placuerit re- 
citabit et ad ea respondebit. Quo peracto si non omnes tres eum 
ad gradum huiusmodi sufßcientem crediderint, repellatur pro hac 
vice, premisso per eos iuramento quod nee odio nee amore ad 
hoc moueantur. Si vero omnes tres simul eum sufficientem 
iudicauerint , poterunt eundem domino Gancellario presentare, 
coram quo de eiusdem sufßcientia prestabunt iuramentum cre- 
dulitatis. Quo facto dominus Cancellarius aperiet sibi examen 
publicum defignando diem et horam pro punctis eidem as- 
signandis. 

Quo die adueniente licentiandus manius quo fieri potest 
disponat legi missam de spiritu sancto, cui intersint singuli doc- 
tores in facultate regentes, oblaturi ad altare de peccunia promo- 
uendi. Missa vero peracta intrent doctores Sacristiam et ibi inter se 



Statnta 1495. 



281 



secreto deliberent de punctis ipsi examinando assignandis. Que 
quidem puncta a doctoribus vel eorum maiore parte deliberata, 
decanus protunc statim eidem assignet prout sequitur. Quocirca 
statuimus, quod petenti subire examen publicum pro liceutia dun- 
taxat in iure canonico assignentur duo puncta vuum in decreta- 
libus, reliquum vero in decreto. Ita tarnen vt non punctetur in 
distinctionibus. Pariformiter volenti examinari pro licentia in 
iure ciuili assignentur duo puncta, vnum in Codice, reliquum 
vero in Digesto veteri. Ita tarnen quod punctetur in locis ordi- 
nariis. Statuimus preterea quod punctis pro examine publico, 
vt premissum, assignatis promouendus eodem die post prandium 
hora secunda teneatur ea recitare in presentia domin i Cancellarii 
et totius facultatis iuridice vocata vt supra de officio decani ha- 
betur. Qua recitatione finita examiuetur ipse promouendus circa 
ea a doctoribus facultatis. Peracto vero examine exeat 
promouendus, deinde habita deliberatione super examine ac suf- 
fidentia et ydoneitate promouendi et eo approbato dominus Can- 
cellarius designabit diem et locum, quibus sibi licentiam conferat« 

Quod si promouendo placuerit, poterit eodem die etiam in- 
signia doctoralia suscipere, si id permissum fuerit a fa- 
cultate. ' 

Item statuimus, quod quicunque doctor examini publico effec- 
tualiter non interfiierit, pro quocunque gradu peccunia carebit in 
tali examine publico inter Examinatores distribuenda Etiam si 
ex causa rationabili absens fuerit. 



In altero tantum 



De expensis promouendorum in Jure. 

Rectori V ß. 

fisco Vniu. Xnil /?. 

fisco facult. 11 flor. 

pro kathedralibus II flor. 

pro examine IUI flor. 

pedellis VII /?. Et prandium 
pro Omnibus de consilio vniu. 

tenetur soluere vt supra, 
preterquam quod dabit pro 
examine VIII fl. 



Baccalaureandus 



In vtroque 



282 



Facalta« Juridica. 



In iure canonico 
vel civili tantum 



Licentiandus * 



In vtroque 



Doctorandus prius 
licentiatus 



In altero tantum 



In vtroque 



Rectori XIHI ß. 

Cancellario I flor. 

fisco Vniu. I flor. 

fisco fac. II flor. 

pro examine VII flor. 

promotori pro kathedralibus 

in fl. 

duobus compromotoribus II fl. 
pedellis XIIII /?. 
Confectiones et vina vt fa- 
cultas ordinabit. 

Rectori XIIII /?. 
Cancellario I flor. 
fisco Vniu. I flor. 
fisco fac. IUI flor. 
pro examine XIIII flor. 
pro kathedralibus promoto- 
ribus Iin fl. 
quatuor compromotoribus 

im fl. 

pedellis I flor. 

confectiones vt ordinabit fa- 
cultas. 

fisco facult. I flor. 

pro kathedral. II flor. 

pedellis II flor. 

prandium pro omnibus birre- 
tatis cuilibet doctori regenti 
vnum birretum ad ordinatio- 
nem facultatis , cyrothecas 
ceruinas pro doctoribus, alias 
bonas pro magistris. 

fisco facult. II fior. 

pro kathedr. Uli flor. 

pro doctoribus fac. IUI fl. 

pedellis II flor. 

prandium birreta ac cyrothe- 
cas vt supra. 



statuta 1495. 



283 



Doctorandus non 
licentiatus 



In altero tantum 



In rtroque 



Rectori XIIII /?. 
Gancell. I flor. 
fisco Vniu. I flor. 
fidco fac. ni flor. 
pro examine VII flor. 
promotoribus pro kathedral. 

im fl. 

duobus compromot, II flor. 

pedellis II flor, 

prandium birreta cyrothecas 

vt supra. 
Rectori XIIII ß. 
Cancell. I. flor. 
fisco Vniu. I flor. 
fisco fac. VI flor. 
pro exam. XIIII flor. 
promotoribus duobus pro ka- 

thedr. IUI flor. 
quorum compromot. Uli fl. 
pedellis HI flor. 
prandium birreta cyrothecas 

vt supra. 

Statuimus quod si duo simul admittantur ad licentiam 
quilibet soluat vt supra de licentiato reperitur expressum. Si 
yero duo admittantur ad suscipienda insignia doctoralia, ex- 
tunc si prius fuerint licentiati , quilibet soluat vt supra de doc- 
torando reperitur Sic tamen quod cuilibet doctori facultatis iuri- 
dioe regenti addant ad birretum vnum florenum. Quod si prius 
non fuerint licentiati, quilibet eorum soluat vt supra de docto- 
rando non licentiato Ita tamen vt cuilibet doctori facultatis re- 
genti superaddant ad birretum duos florenos. 

Statuimus, quod Baccalaureus hie promotus postea 
ad licentiam in vtroque duntaxat duodecim florenos soluat pro 
examine publico, Item si duo simul promoueantur ad baccalau« 
reatum, quod tunc vltra expensas supra signatas prouidebunt et 
expensabunt in prandio omnes doctores de consilio vniuersitatis 
vna cum Cancellario pedellis et notario, omnes collegiatos, duos 
rectores C!onuentores et duos seniores magistros extra consilium fa- 



284 Facultas Juridica. 

cnltatis artium ambarum viarum Et si tres fuerint, vltra etiam 
admitti non debent, tunc facultas habet expensas prandii ordinäre 

Statuimus quod facultas ordinäre debeat, quo persone vltra 
birretatos inuitari debeant de officialibus comitibus et fratribus 
ordinum Et qualitatem prandii et coUationis per se vel alios de- 
putatos disponere et vnum deputare, qui tertia die ante actum 
personas inuitandas inuitare debeat Sed promouendus de orna- 
mentis et vasis argenteis prouidere teneatur. 

Item statuimus quod licentiandus inter assumendum licen- 
tiam in ipso actu publice legat vnum capitulum iu decretalibus 
vel vnam legem, si in iure ciuili vel eligat prout ipsi placuerit, 
si in vtroque promoueatur. Et peracta coUatione post exhibitas 
confectiones ipse licentiandus agat gratias hiis qui actui inter- 
fuerint Et si duo sunt, vnus legat, alter referat gratias. Item 
Stent simul licentiandi in inferiori kathedra, doctorandi vero in 
superiori. 

Juramentum licentiandorum. 

Statuimus quod quilibet licentiandus iintequam promoueatur 
iuret infrascriptos articulos, tangendo crucem in cedula signatam. 
. Primo iurabitis quod inantea obediens esse velitis decano 
inclite facultatis iuridice totique facultati in licitis et honestis. 

Secundo quod tam Rectori et Gancellario quam decano iuri- 
dice facultatis et eorum vices gerentibus nee non doctoribus in 
eadem facultate regentibus decentem reuerentiam et honorem 
deferatis. 

Tertio quod bonum et vtilitatem huius alme Yniuersitatis 
et facultatis iuridice proposse procurabitis ad quemcunque statum 
vos peruenire contigerit. 

Quarto quod hunc gradum licentie et etiam insignia docto- 
ralia in nuUa alia vniuersitate resumatis vel assumatis. 

Quinto quod si contigerit vos determinare vel respondere in 
materia fidei veritatem concernente , quod partem fidei tenebitis 
et rationes contrarias proposse dissoluetis. 

Sexto quod non exponetis in vestris principiis pro assump- 
tione gradus vltra summam contentam in Clementina secunda 
de mi^stris Dolo et fraude in predictis omnibus et singulis 
amotis. 



. statuta 1495. 285 

Juirameutum baccalaureandorum. 

Primo iurabitis quod inantea obediens esse velitis Decano 
inclit« facultatis iuridice totique facultati huius abne Vniuersita- 
tis in licitis et honestis Eidemque et doctoribus regentibus in ea 
debitum honorem et reuerentiam deferatis. 

Secundo quod pro posse vestro procurabitis bonum et vtili- 
tatem huius alme Vniuersitatis atque facultatis iuridice Ad quera- 
cunque statum vos peruenire contingat Dolo et fraude remotia« 

De officio pedellorum. 

P e d e 1 1 i iurabunt coram tota facultate in nianus Decani, 
quod officium fideliter exequi velint, prout eis a decano et facul- 
tate iniungitur. Petant etiam a principio cuiuslibet decanatus, 
si saltem in officio manere velint, a facultate continuari. Item 
officium pedelli est Decanum pro tempore ad minimum semel in 
die in domo sua yisitare Ad mandatum suum doctores diligenter 
conuocare Scolas purgare Intimationes facultatis scribere et pub- 
licare Yacantias et festa intimare Disputationibus publicis inter- 
esse Et alia per Decanum iniuncta facere Et vltra vnum diem 
aut noctem ab hoc oppido se non absentare sine expresso con* 
sensu decani Item vota et alia consilia facultatis secreta et que- 
cunque in eedulis conuocationum contenta aut alias casualiter 
audita sine speciali mandato non reuelet. Item pedelli a scola- 
ribus Tel promouendis non debent quicquam extorquere in sta- 
tu tis non expressum. Liberaliter tarnen oblata recipere possunt. 
Item in publicis actibus licentiandorum' et doctorandorum duo 
sceptra habeantur. 

Haec statuta confirmata sunt per totam Yniuersitatem ad hoc 
Bpecialiter conuocatam Die festa SS. Simonis et lüde Apostolo- 
rum A. D. Millesimo quadringentesimo Nonagesimo quinto. 

Univ. Archiv. XIIT, 8. Perg. mit Siegel Eisenlohr 292. 



286 Facultas Juridica. 



IL 

Statuten von 1539. 

LIBELUB8 OTATVTORVM FACVLTATI8 IVßlDICAK 

CAPVT L 

De electione Administratoris negotiorum huius 

Studij, qui Decanus dicitur. 

Eodem die uel intra octiduum, quo magistratus suus nouo 
Rectori Yniuersitatis Scholae nostrae demandatus est, Doctores 
Studij Juris, isti tantum, qui ordinarie l^es et Jura tum pro- 
fiteantur, ad eligendum ex eodem doctorum numero, semestris 
temporis Decauum, conueniunto. Quo loco ille huic muneri 
preficiendus erit, quem ordo proposcerit, ita ut a Seniore ad Ju- 
niorem, et ab hoc rursus ad illum, secundum ordinem, quem 
quisque in hoc coU^o tenet, procedatur. — Hoc modo desig- 
natus Decanus semestris temporis magistratum gerito, quem 
nisi statim ineat, aut si adsumere negligat uel recuset, modo 
non legitimam iustae ezcusationis causam adferat et probet, mul- 
tam aerario FacuUatis duos aureos pendere cogitor. 

IL 

De officio Decani et de Jureiurando, quod is teue- 

tur prsestare. 

Inter auspicia sui magistratus iuret prioris semestris Decauo, 
aut eo non praesenti, proximo eins antecessori, coram spectanti- 
bus de eodem Gonsilio Doctoribus omnibus : Velle, quod ad vtrius- 
que iuris studium et praecipuum emolumentum spectet, diligenter 
et sedulo curare, omnem delato sibi muneri operam adhibere et 
undecunque damnum aliquod imminere uideat, uel Vniuersitati, 
uel studio nostrae Facultatis, illud pro uirili sua arcere et amo- 
liri. Quod si Decanus morte interceptus ab officio suo cadat, 
suum tamen ei salarium cedito, si ob priuata negotia ad finem 
semestris sui abfuturus sit hoc oppido, nouus iste in locum eius 



statuta 1539. 287 

surrogetur (salario pro rata parte inter eos diuiso) quem ordo 
sequentis semestris ad idem munus suscipiendum reposcet. 

III. 

De iuramento recipiendorum inConsilium et Sena- 
tum Studij Juris. 

1. Sancimus praeterea, ut deinceps Decanus neminem ex 
Doctoribus aut quibuslibet alijs, qui non sit nostri ordinis, nee 
in album Studij iuris sit inscriptus, nee in aliqua priuilegiata et 
approbata Yniuersitate rite promotus, Consilijs nostrae professio- 
nis adhibeat. Imo omnes iam memorati et praeterea qui non 
sacramento Jurisiurando se nobis adstrinxerint, e senatoria nostra 
concione exclusi sunto. 

2. Formula uero Juramenti, quod praestabunt singuli, quot- 
quot in hoc albo nobiscum esse uelint, talis esto. 

3. Jurabitis, velle ad honorem, vtilitatem et honestatem Ju- 
ridicae professionis nullius odio aut amore consultare, sufPr^^a 
et sententias dicere, silentium in rebus uel ad tempus uel per- 
petuo celandis demandatum praestare, obsequio et ueneratione 
digna Statuta nostri Ordinis, et iussa Decani atque simul omne 
legitimum Imperium capescere. 

Dicite, 
Ita iura, quod me Deu8 adiuuet. f 

4. Statuimus etiam, ut quandocunque ex Doctoribus quis- 
piam suffragiura suum secretum mauere, aut ad certum temporis 
spacium, siue in perpetuum, prout factum exigit, silentio credi- 
tum esse uelit, ut admonitus eins rei Decanus stricte illud et ob- 
servet et ab alijs obseruari curet et demandet. 

IUI. 

Defunctus suo munere Decanus, quomodo rationem 

deponere debeat. 

1. Infra octauum diem, quo magistratum suum alteri con- 
cessit, rationes suas Decanus apud Jureconsultorum collegium 
deponito. 

2. Atque pecuniam libros signum et literas et quaecunque 



288 Facultas Joridica. 

alia facultatis sunt, nouo Decano sub fide Juramenti sui ad ma- 
nus reddito. 

V. 

Praemium Decani. 

1. Honorarium precium Decani, pro laboribus et operis im* 
pensis uice Stipendij de aerario Studij Juris persoluendum , sex 
floreoi sunto. 

2. Quisque Decanus omnium ex ordine nomina, qui sub ma- 
gistratu suo bonorum insignia adepti sunt, et precium aerario 
studii iuris ab eis in pecunia numeratum in albo huius studij 
anno simul ac die additis, ex more conscribito. Pro qua inscrip- 
tione Baccalaureus quatuor solidos, Licentiatus uero uel Doctor 
Septem solidos ei soluere tenentor. 

3. Si aduena sit, siue Doctor, siue Licentiatus, huc ad nos 
profectus, et in numerum Gonsiliariorum adhibitus, Gollegio nostro 
florinum unum, Decano similiter, ut isti, qui hie apud nos gra- 
dus fecerunt aut titulos consecuti sunt, Ministris autem publicis 
dimidium florinum soluito. Baccalaureus uero dimidio minus 
praestato. 

4. Decanus gradum decernentis et eorum quibus decemi de- 
bet , expressa nomina per manum Notarij et sub sigillo Gollegij 
in studio Juris publice adfigi curato. 

5. Collegium Studij Juris habeat deinceps arcam, duabus 
'seris et clauibus probe munitam, in qua instrumenta et alia sibi 
necessaria inclusa seruantor. Glauium unam Decanus, alteram ad 
id deputatus successor habento. 

VI. 

De petitione bonorum. 

1. Vbi petens honorem admissus est ad publicum e xa- 
m e n , Decanus hoc per Schedulam uel ministrum publicum quin- 
que diebus antequam peragatur istud Doctoribus indicato. Et 
nihilominus tamen pridie ante insequentem publici examinis diem, 
reliquos ac singulos Doctores per Schedulam mane ad horam 
quintam tempore hyemali, ad quartam uero horam aestiuo tem- 
pore in ecclesiam conuocato. Primum illic, ut gratiam Spiritus 



statuta 1539. 289 

saucti implorent, Deinde materiam ulterius in examine progre- 
diendi atque respondendi , uel tit uocant, puncta Candidatis dis- 
tribuant et designent. Quibas ita peractis Decanus uuicuique 
Doctori materiam, de qua inquiri debet, et tarn locum, quam 
tempus et horam examinis significato, et ut ibi simul conueniant, 
per Jnramenta sua admonentor et uocantor. 

2. Decanus etiam a Candidato, quam primum admissus est 
ad examen priuatum, pecuniam Doctoribus pro labore, quem 
in explorando ipsius ingenio capient debitam, ad se deponi exi- 
gito. Caeteras autem impensas quibuscunque debitas, nisi ante 
promotionem publicam per omnia exsoluerit, promotori titulum 
ei eonferre prohibetor. 

8. Priusquam conuentus pro distributione bonorum publice 
oelebretm', Candidati si sint plures, per Decanum de locatione 
conciliantor, ut ordo inscriptionis inter eos recte obseruetur. Curet 
in die luonis haben orationem in laudem legum aut luonis, 
et inuitentur ad prandium Doctores cum studiosis Juris et pedello, 
et tantum sint ad hoc festum professores Juris asymboli cum 
Oratore et pedello. 

De lectionibus et ferijs. 

Doctores , ut ordinarie doceant conducti singulis diebus pub- 
lice unam lectionem hora constituta sibi in auditorio Juris sin- 
guli praelegunto, demptis vacationum ac feriarum diebus, quorum 
Catalogus bis sequitur. 

Yacationum haec sunt tempora. 

A Vigilia Thomae Apostoli usque ad Epiphaniae diem. 

Ab Esto mihi usque ad Dominicam Inuocauit. 

A Vigilia Palmarum usque ad octauas Paschatis. 

A Vigilia Pentecostes usque ad Festum Trinitatis. 

His duo in singulis Nundinis dies accedunto. 

A sexta die Julij usque ad decimam Augusti pro Canicula- 
ribus. 

A festo Michaelis usque ad Diui Lucae diem pro Vindemia- 
libus. 

His accedunt festa, quae uocantur CoUegij, Diuorum 
Sebastiani. Gr^orij. Gonradi. 

Urkunden der U. Tübingen. 19 



2d0 Factiltas Juridlca. 

Petri Cathedrae. Ambrosij. Barbarae. 

Triniiatis. luonis. 

Yisitationis Mariae. Yndecim milliom Virginum. 

Annunciationis Mariae. Vdabrici. 

Mauritij Othmari Nicolai. Omnium Sanctorum. 

Dies Festi Diuae Mariae Virginia. 

Augustini. Exaltationis Grucis. Animarum. 
Et si Yniuersitas duxerit alias ordinandas esse ferias, Item 
feria quinta, videlicet dies Jouis semper his annumeretur, quam- 
uis etiam aliae, forte ob disputationes. uel certa negotia, lectiones 
in ea septimana fuerint intermissae, uel plures etiam in eandem 
hebdomadam inciderint feriae. 

Qui intersunt priuato Examini, non solum eo ipso die, sed 
nee minus die Jouis eiusdem hebdomadae a lectione cessanto, nee 
refert sed idem est siue pro Baccalaureis, siue pro Licentiatis uel 
Doctoribus insigniendis , modo in superioribus professionibus eo 
fine inquisitio fiat. 

Item Doctor legens, loco neglectae lectionis, potest audito- 
ribus eircum se uel ad se congregatis, lepidam quandam et utilem 
ex Jure Disputationem mouere et proponere et cum eis per c i r- 
culum agitare eam, quod uulgo uocant, et quoties in quartali 
unius anni hoc se fecisse probabit, toties poenam neglectae lec- 
tionis aboleto , dummodo non alia ordinaria lectio huius studij 
per hanc disputationem impediatur. 

Nullus Jurisprudentiae studiosus, etiam si sit Baccalaureus 
iuris, siue in locum alicuius Doctoris, pro quo legat aut tradat 
aliquid, subrogatus sit, siue non, audeat doctoream in scholis Ca- 
thedram ascendere, sed in inferiori, si licentiam a Decano ha- 
buerit, uel alias ex ordinatione permissum sit, locum docendi 
sibi capito. 

Quibus conditio nibus in Studio honores peti possunt. 

Qui decreuit adspirare ad honores, et ea de causa suos prae- 
ceptores rogare et conuenire uelit, primum ille nomen suum apud 
Decanum profitetor, utque Doctorum Gonsilium conuocet, petito. 
Decanus quod est rogatus faciat et Doctores conuocet. Goram 
quibus iussus adesse Candidatus ueniat et paucis quid roget ad 
eos referat. 



statuta 1539. 291 

Interim iurabit Domino Decano, quod uelit, quoquomodo iu- 
dicium de se cadat, ad repuisam uel ad ignominiam, obedientiam 
tarnen et uenerationem praeceptoribus suis praestare nihilque per 
se uel per alium suo nomine quod irae aut uindictae suspicionem 
arguat, machinari. Pariter promittat ex bona fide et pro yeri- 
tate ad interrogata se responsurum esse, postea dimittatur et 
responsum Facultatis expectet. 

Interim Consiliarij deliberent et conferant inter se, ne quod 
ad l^timum tempus istius studij, ad statuta et ordinationes 
pertinet, Candidatus parum absoluerit, neue maiores defectus in 
eo comperiantur, ut admitti nefas sit, quibus diligenter exploratis, 
responsum ei dabunt. 

Vt Baccalaureus quis in iure creetur, per certa indicia 
uel si uisum fuerit consilio, per iuramentum suum duos annos 
cum dimidio iuris studio, propter quod hunc honorem petit, in- 
uigilasse se probato, neque satis est, nisi eas lectiones, quas au- 
thoritas praeceptorum ordinauerit, et in ea Vniuersitate, cui pri- 
uilegia concessa sint, audiuisse, intra hoc spatium doceat. Poterit 
iamen facultas probata Candidati industria ex praescripto tem- 
pore dimidimn annum remittere, sed adhuc requiritur, ut pro 
circulo, quem uocant, publice semel responderit. 

His ita ex Decreto Consilij expeditis et praemissis Candidato 
praefinietur dies, quo praeceptorum suorum iudicio et examin i 
se submittat, et Deputatus illi Ordinarius mane materiam in eo 
Jure, quo gradum sibi decerni petit, respondendi proponat. Eo- 
dem porro die hora pomeridiana secunda uel tertia ex senten- 
tia ordinarij Doctoris designatam sibi materiam primum reci- 
tato, postea ad eandem Doctoribus secundum interrogata sua re- 
spondeto. 

Sed et Ordinarius qua hora, quo loco et cuius materiae exa- 

mine inquirendus sit Candidatus, Doctoribus quorum praesentia 

et testimonio illic opus erit, per literas et ministrum indicato. 

Qui finito examine iurent, se nolle moueri amore uel odio, neque 

aliter admissuros Candidatum, nisi idoneum compererint aut ho- 

nore isto dignum existimarint. Quod si, ut iste honor ei con- 

feratur, singulorum suffragijs dignus iudicatus fuerit, praefiniatur 

iterum dies, quo Delegatus eum Ordinarius proposita tamen quae- 

stione,. quam tractet, Baccalaureum publice et solemniter creet. 

19* 



292 Facultas Juridica. 

De Candidato ad consequendam Licentiam. 

Nemo iudicium Examiuis pro gradu Licentiae obito, nisi 
legitime, uel si consilio uisum sit, etiam iuramento suo, Docto- 
rum lectiones, quas audire legitimum sit, toto quiuquemiio in 
alterutro Jure, cuius nomine iusignia petit, et ubi priuilegium 
scholae, copiam et facultatem conferendi istius honoris habet, au- 
diuisse docuerit. Hoc uidelicet modo, quod ordinariam lectionem 
(in Jure Canonico uolens creari) non neglexerit, Sextum et 
Clementinas semel ad finem legi audiuerit. Honorem uero eun- 
dem petens in Studio Juris Ciuilis, ordinariae lectionis et 
ex reliquis unius cuiusdam ad minus assiduum se fuisse audito- 
rem probato. 

Reformatio Statuti Anno MDXXXV. Die 2. Septem b. 

Permissum tamen est Si candidatus quispiam, licet tempus 
legitimum sui Studij non absoluerit, eruditione autem non sit 
inferior illis, qui nullum in eo defectum admiserint, et industria 
ac honestas hominis tantopere inquisitoribus probetur , vnum de 
quinquennio annum remittere. 

Candidatus repetitionem etiam publice peragito et praesidi 
duos florenos soluito pro laboribus, et docendi munus a Docto- 
ribus sibi demandatum, qui cursus uulgo uocatur, perficito, nisi 
certis de causis illa sibi condonentur. 

Si quis in alterutro Jure per integrum quinquennium au- 
diendis lectionibus sedulam operam nauauit, in altero autem Jure 
triennio solum docentes audiuit Eruditione tamen satis profecisse 
eum constet, iterum Facultati ins et potestas remittendi, ut modo 
dictum est, esto. 

Praeterea si quinquennalem operam in studio alterius Juris 
expleuerit et postea, eo finito quinquennio, operam audiendo prae* 
beat, etiam in altero iure Docentibus spacio duorum annorum, 
sadem potestas in utroque Jure admittendi permittitor. 

Petens honorem Licentiae , Decanum adito , et ut conuocet 
Doctores sui consilij petito, coram illis appareto, et quid roget 
referto, apud illos iuramentum, sub ea forma quae paulo superius 
cripta reperietur, ab eo exigitor. Deinde interrogatis Doctorum, 



statuta 1539. 293 

an ordinationibos, quo ad tempus, et alia praescripta Yniuersitatis 
In ista professione satisfecisse ratum facere possit, respondeto. 

Qui professores dignum admissione iudicatum in- 

quirere et creare debent. 

Ordinarij primum Lectores et deinde reliqai professoi^s quo- 
que, quilibet in sua facultate, alij in Jure Canonico, alij in Jure 
cinili, licentiae gradum petentis tarn examinatores quam promo- 
tores sunto. Si quod unus sit, qui dicatur ordinarie legere in 
Jure Canonico, et alij duo, quorum alter noua iura, alter extra- 
ordinariam Juris Canonici lectionem profiteantur. Ex bis uero, 
si quis deficiat, Decanus istius temporis tertij locum suppleat, 
quod si Professor eiusdem iuris sit, et adbuc tarnen locus uacet, 
tunc is, qui in eo magistratu ipsum praecessit, in locum uacantis 
succedat. Par erit ratio Decernentium gradus in Jure Ciuili, vt 
sit unus, qui dicatur ordinarie legere, reliqui duo, qui operam 
praelegendis Digestis et Institutionibus impendunt, et aliquo ex 
bis deficiente, locum babeat idem, quod supra statuitur. Sin 
autem Candidatus petat eundem bonorem in vtroque Jure sibi 
decemi, tunc in quolibet Jure ynus, quem liceat nominare Ordi- 
narium, et duo alij professores ei del^antor. 

De priuato Examine cum Candidato ad licentiam 

instituendo. 

Admisso ad Examen Candidato Ordinarius et Examinatores 
delegati locum et diem statuant, cuius diluculo ibi appareat au- 
diturus, qui respondendi tractatus, et ut nostri uocant, quae 
puncta, ut ad ea ex süi Juris studio respondeat, ipsi commit- 
tentur. Eodem porro die, post prandium, bora secunda uel tertia, 
quemadmodum Inquisitoribus mente sedebit, ad eundem locum 
redito, tractatum sibi commissum recitato, postea secundum eum 
ad interrogata Doctoribus respondeto. Ybi si non omnes idoneum, 
aut tali bonore dignum eum imo potius tantisper repulsam pati 
debere iudicauerint, donec solidiores sui studij radices iecerit, ad 
aliquod spacium eum repellunto. 

Jurent autem se nee odio aut amore, nee inuidia aut bene- 
uolentia moueri, sed veritatis studio tale iudicium nee aliud bona 
conscientia potuisse ferre. Si uero omnes idoneum et dignum 



294 Facultas Juridica. 

iudicauerint , ad Dominum Cancellarium eum deducunto et satis 
probatum eum sibi esse testimonium sub iaramento credulitatis 
ferunto. Porro Cancellarius ad examen publicum admittere eum 
non differto, diem et boram quibus uouae materiae ei proponan- 
tur, praefinito. 

De publico Examine cum Candidato ad licentiam 

instituendo. 

Si dies praefinita adfulserit, surgente aurora, quam primum 
potest Candidatus, templum ingreditor et ibi Doctores expectato, 
qui inuocatione Spiritus sancti prius adhibita, in secretum Eccle- 
siae locum concedunto. Debent enim mire consiliam, quos trac- 
tatus aut quae puncta rursus illi committere et proponere uelint, 
et si consilio maturato in eä re conclusum est, Decano delegetur 
tota statim materia, illi demandanda eo modo, ut sequitur. 

Petenti se submittere publico examini pro consequenda li- 
centia saltem in Jure Canonico statui debent et demandari duo 
tractatus, vnus in Decretalibus, alter uero in Decreto. In distinc- 
tionibus tarnen norint nihil examinandum debere proponi. Pari 
ratione, qui subit examen in Jure Giuili, respondebit ad duos 
tractatus , quorum alter ex Codice , alter ex Digesto veteri ipsi 
designetur, sumptis ad hoc tantum locis ordinariis. 

Eos tractatus uel puncta (ut allegauimus) eodem postea die 
hora pomeridiana secunda Candidatus primum coram Cancellario 
et consilio professionis Juridicae recitato, cuius forma etiam supra 
de officio Decani descripta est; finita ea recitatione, faciant cum 
eo professores periculum ingenij et eruflitionis et progressus stu- 
dij, ingenijque vires explorent. Qui si ad finem huius materiae 
responderit, paulisper dimittitor, ut interim Examinatores de re- 
sponsionibus et eruditione eins consultent, et an idoneum esse, 
et dignum probent, aut indignum iudicent, sententia» dicant. Et 
si illorum testimonio probetur dignus, Cancellarius ad certum 
diem publico indicto conuentu Candidato licentiam conferet, cui 
si cordi sedet, poterit, modo Gollegio Doctorum quoque probetur, 
eadem die doctorea insignia suscipere. 

Quacunque ex legitima etiam causa Doctor quispiain absens 
fuerit, quando Candidatus pro quouis gradu caeteris Doctoribus 



statuta 1539. 



295 



Candidatus, utfiat 

Baccalaureus, 

soluito 



In altero Jure 






In utroque 



specimen ingenij sni in examine publico praebet, is pecunia inter 
sisgulos, qui in ipso examine adfuerint, distribuenda careto. 

De Impensis Candidatorum. 

Rectori quinque solidos. 

Fisco studij Juris unum fl. 

Fisco Vniuersit. dimidium fl. 

Pro Cathedralibus tres fl. 

jPro Examine sex fl. 

Ministris uel pedellis sept. sol. 

Prandium pro omnibus, qui 
sunt in Gonsilio Yniuersitatis 
huius Scholae. 

fTenetur soluere eadem quae 
supra, nisi quod pendet pro 

examine XII fl. et pro Ca- 

thedraUbus IV fl. 
Rectori dimidium fl. 
CanceUario unum fl. 
Fisco Yniuersitatis unum fl. 
Fisco Studij Juris duos fl. 
Pro laboribus impensis in 

examen X fl. 
Conferenti insignia tres fl. 
Reliquis Doctoribus actu pro* 

fitentibus tres fl. 
Ministris publicis dimidium fl. 
Duas libras zaccari singulis 

Doctoribus sui Collegij. 
Caetera soluet paria, exceptis 

quae sequuntur. 
Aerario Collegij Juris tres fl. 
Pro laboribus impensis in 

examen XX fl. 
Conferenti insignia sex fl. 
Reliquis Doctoribus actu pro- 

fitentibus sex fl. 
Ministris unum fl. 



In altero Canonico 
uel Ciuili tantum 



Candidatus pro 

consequenda 

licentia 



In utroque 



296 



Facultas Juridica. 



In altero tantum 

hie promotus 

antea. 



Licentiatus Doc- 

toreum petens 

titulum 



In utroque antea 
hie promotus 



Petens Doctoreum 

titulum is qui 

prius non erat 

Lieentiatus 

soluito. 



In altero uel Ca- 

nonieo uel Ciuilil 

tantum Jure 



Aerario nostriCoUegij unumfl« 

Conferenti insignia duos fl. 

Doetoribus nostri CoUegij 
aetu profitentibus duos fl. 

Ministris publieis duos fl. 

Prandium ex sententia et ar- 

) bitrio nostri CoUegij. 

Cuilibet Doetori in Studio 
iuris profitenti duos pileos 
et reliquis D. Doetoribus, 
prout aliae facultates sta- 
tuerint. 

ChjTotheeas, ut Consilium 
Doetorum ordinabit. 

Aerario Collegij duos fl. 

Conferenti insignia quatuor fl. 

Doetoribus Collegij Juris acta 
profitentibus quatuor fl. 

Caetera soluet paria ei, qui 
profitetur in altero Jure se 
Candidatum duntaxat. 

Reetori dimidium fl. 

Canoellario unum fl. 

Aerario Yniuersitatis nostrae 
seholae unum fl. 

Aerario Collegij Juris tres fl. 

Pro laboribus impensis in 
examen deeem fl. 

Conferenti insignia quatuor fl. 

Reliquis Doetoribus aetu pro- 
fitentibus quatuor fl. 

Ministris publieis duos fl. 

Prandium | 

Pileos Jperinde ut supra. 

Chyrotheeas 

Duas libras zaeeari singulis 
Doetoribus sui Collegij. 



In utroque Jure 



Statuta 1589. 297 

Caetera, quae hie non Gnint, 
signata, snperioribus paria 
soluet. • 

Aerario CoUegij Juris sex fl. 

Pro laboribus impen^is in 
examen XX fl. 

Conferentibus insignia duobus 
Doctoribus sex fl. 

Gaeteris de Gonsilio Collegij 
Juris Doctoribus et actu 
profitentibus sex fl. 

Ministris publicis tres fl. 

Hoc loco sciendum est, quod pecunia pro habito examine 
Deeano numerata ad eum modam est distribnenda, ut Ordinarij 
semper dnplum ferant. 

Si sint duo Candidati ad consequendam licentiam, tantundem 
quilibet, ut supra praemisimus, eodemque modo, ac si unus tan- 
tum esset, soluito. Si uero duo aut plures adspirent simul ad 
consequenda Doctorea insignia, si prius fuerunt Licentiati, par 
soluendi ratio, ut supra de impensis Licentiati ostendimus, etiam 
esto, nisi quod cuilibet Doctori Collegij eiusdem Juris praeter 
pileos honori datos, aureum nummum insuper uterque numerabit. 
Si prius non fuerunt Licentiati, ad easdem impensas, ad quas 
teneri diximus potentes Doctoreum Titulum nondum Licentiatos, 
persoluendas obligati sunto, modo ad pileos professoribus honori 
datos singuli reliquos adhuc duos addant florinos. 

Baccalaurei honorem in nostra adeptus, pro publico ad 
consequendam vtriusque Juris licentiam examine duodecim florinos 
tantum soluere tenetor. 

Quoties duo sunt, qui se Baccalaureos creari petant, tunc 
quilibet easdem a se impensas exigi meminerit, quas supra uni 
ordinatas esse uidimus, sed expensas in prandio plures pariter 
sustinebunt, nam praeter Doctores, qui sunt in Consilio Vniuer- 
sitatis huius scholae et praeter Cancellarium inuitabunt etiam 
suis impendijs ad prandium Decanum facultatis artinm et Con- 
tubemij Rectorem, ut uocant, Item professores artium, et extra 
Senatum professionis artium adhuc duos seniores magistros. Si 
tres creentur Baccalaurei , nam plures non debent admitti , fa- 



298 Facultas Juridica. 

eultas prandij iippensas disponendi penes Collegium studij Ju- 
ris esto. 

Statnat atque disponat Doctoinim Juris Collegium etiam, qui 
(extra illos, quos ordo Consilij de Senatu Vniuersitatis ad pran- 
dium ordinarie uocari poscit) eidem Conuiuio et hospitalitati ut 
Comites Officiales etc. sinfc adhibendi. lidem Doctores Collegij 
Juris, per se uel per alios suo nomine, pro ferculis cum hospite 
et de pecunia viritim pro prandio soluenda, conueniunto. Vni 
cuidam id munus, ut triduo, antequam conferantur insignia Can- 
didatis, hospites ad eundem conuentum et ad prandium inuitet, 
demandanto. Candidati autein ipsi de vasis et poculis argenteis, 
commodato accipiendis, prospiciunto. 

Gandidatus constltutus in subsellio, priusquam Licentiatus 
creetur, in conuentu publice legat capitulum aliquod ex Decreta- 
libus , quo ad Jus Canonicum , vel legem quandam , quo ad ius 
Ciuile, si in altero honorem sibi conferri petat. Atque si uelit 
in vtroque sibi iure gradum decerni, vtrum maluerit ex bis pub- 
lice l^endum arripiat. Ybi si sint caetera ad finem deducta, 
ipse postremo omnium gratias agat illis, qui testes et spectatores 
sui honoris adfuerunt. 

Si duo sunt, in quos honor idem est collatus, alter legat, 
alter gratiarum actione finem imponat. Pertinet ad yrbanitatem 
et modestiam etc. ut inferiorem Cathedram occupent, qui licentiae 
gradum decerni sibi petunt, superiorem autem, qui ut titulmn 
Doctoreum consequantur, adducti sunt. 

Jura men tum Candidatorumproconsequenda licentia. 

Antequam Licentiatus creeris, Digitos cruci in charta signa- 
tae admoueto et in haec capita quae sequuntur iurato. 

Primum caput, in quod iurabitis, est Velle in posterum 
sicut retro actis temporibus venerationem et obedientiam non 
solum Decano, sed et toti CoUegio Studij Juris praestare, nullum 
l^itimum detrectare imperium. 

Secundum caput est, Velle Rectori et Cancellario Vniuer- 
sitatis laudatissimae nostrae Scholae et uices eorüm gerentibus 
summum et honorem et uenerationem deferre. 

Tertium caput est, Velle vtilitatem non tarn Vniuersae 



statuta 1539. 299 

hnius incljtae scholae, quam studij iuris, ad quodcunque honoris 
fastigiam euecti fueritis, augere, damna uero auertere. 

Quart um caput est, Yelle Licentiae aut Doctorea insignia 
in nuUa alia Academia iterare aut repetere. 

Q u i n t u m caput est , Velle , si oriatur de fide Christiana 
Disputatio, et submittatur aut tradatur etiam nostris decisionibus, 
partes fidei et veritatis pro virili tueri, rationes contrarias et ca- 
uiUationes penitus destruere. 

Sex tum caput est, Velle in bonorum ac insignium prae- 
sentium gradus Doctorei adeptioue sumptus facere non inhonestos 
aut illicitos, sed conuenientes et tales, quales sunt a Juribus ipsis 
praefiniti et statuti, et non ultra. Et postremum, contra ea om- 
nia, quae nunc dicta et praelecta uobis sunt, nihil neque dolo 
neque fraude unquam admittere. 

Juramenta Candidatorum ad primam lauream, quae 

Baccalaureis confertur. 

Primum est, quod iurabitis, uelle obedientiam et Studium 
obtemperandi Decano uestro, postea CoUegio Studij Juris prae- 
stare, nuUum legitimum decretare imperium. Porro eidem quo- 
que Decano et Doctoribus in iure praelegentibus , reuerenter as- 
surgere, honorem et venerationem deferre. Simili ratione iura- 
bitis, uelle bonum et utilitatem Vniuersitatis huius scholae, prae- 
cipue autem studij Juris, pro virili augere, ad quamcunque hono- 
ris aut fortunae eminentiam perueniatis, et in bis nihil neque 
dolo neque fraude admittere. 

De offitio ministrorum publicorum. 

Ministri publici, qui et pedelli uocantur, promittant per fidem 
iuramenti et sub poena periurij, Decano praesentibus omnibus 
quotquot in CoUegio studij iuris sunt, se iussibus et mandatis 
Decani et Doctorum et delegato muneri diligenter auscultaturos esse. 

Tempore quo legitur et designatur nouus Decanus, iterum, 
nisi uelint abdicari, in officio retineri petant. 

Officium Ministri seruientis Decano. 

Aedes Decani, si saepius non uacet, omni die semel intrato. 
Ybi iussus est, Doctores diligenter conuocato, Scholas emundato, 



300 Faeoltas Juridica. 

Intimationis schedas scribito et publicato, Yacationum feriaram- 
que tempora publice suo tempore affigito. Disputationibus pub- 
lieis interesto, et alia per Decanum sibi del^ata facito. Vitra 
unam diem et noctem ab hoc oppido citra manifestum Decani 
consensum ne abesto. Suffiragia et secreta consilia forte audita 
aut in scriptis hinc inde deferendis uisa, quae celanda duxerit, 
absque singulari iussu, ne reuelato. 

Item ministris publicis a Caudidatis plus emungere , quam 
in ordinatione Yniuersitatis praefinitum est, nephas esto, munus 
tarnen honorarium, quod ex liberalitate eis oblatum est, recipere 
permittimus. 

In publicis conuentionibus , quando Licentiae uel Doctorea 
insignia conferuntur, duo sceptra habentor. 

Statuta haec confirmata a Senatu Scholae 
sunt 13. Septembr. Anno 1539. 

Univ. Archiv XIII, 3. Pap. Eisenlohr 800. 



FACULTAS MEDICA. 

I. 

STATUTA FACULTATIS MEDICINALIS VNIUERSI- 

TATIS TÜWINGEN 1497. 

In nomine sancte et indiuidue Trinitatis. Amen. Vt huius 
alme yniuersitatis Tuwingen percelebris facultas medicinalis (que 
pro sanitate vitaque hominum tuenda et conseruanda admodum 
Ytilis et necessaria existit) iugiter vigere eiusqiie membra pro- 
ficere valeant, Nos Decanus ipsaque facultas medicinalis dicte 
yniuersitatis quedam Statuta, a membris eiusdem seruanda, edenda 
meminimus condenda et ordinanda , presenti quoque scripto ma- 
tura deliberatione preuia diuinoque fauente auxilio instituimus 
condimus et ordinamus, hunc, qui subscriptus est, tenorem com- 
prehendencia, Potestate tamen libera et auctoritate, Statuta huius- 
modi immutandi augendi minuendi corrigendi interpretandi et 
declarandi, prout visum fuerit expedire Nobis et nostris de 
vniuersitate et facultate successoribus, plene reseruata. 

De electione et officio decani. 

Statuimus itaque inprimis, vt infra octauam electionis noui 
Rectoris, doctoribus medicine phisice cbirogieque sufficienter con- 
gregatis in decanum facultatis eligatur doctor ydoneus. actu 
regens , ita vt is, in quem maior pars facultatis consenserit , sit 
decanus per tempus illius Rectorie duntaxat permansurus Electus- 
que talis decanatus officium assumere teneatur sub pena duorum 
florenorum Renensium fisco facultatis soluendorum Si non legit- 
time coram facultate se possit excusare. Idemque mox, vt elec- 



302 Facultas Medica. 

tioni de se facte consensit, juret et promittat coram faeultate in 
manus prioris decani , Eins officium fideliter exercere , ac eius 
pretextu nil scienter et studiose, quod in preiudicium vel dam- 
num vniuersitatis aut facultatis nostre vergere possit, attemptare 
Cumque de suo officio cedit, fidelem faciat facultati compntiun 
infra quindenam Peccunias quoque, priuilegia et instrumenta nouo 
decano presentet et assignet Et ea in cistam seu archam 
facultatis duabus seris seratam et munitam reponat, Pro qua ar- 
cha due claues fieri et cuilibet ordinariorum vna tradi debet. 

Statuimus etiam, vt in decanum electus, si aliquo euentu 
eius officium gerere non possit, aut saltem eundem a loco abesse 
contingat, senior doctor eius vices fideliter gerere debeat, vsque 
ad alterius reditum, vel noui decani electionem, si opus fuerit. 

Item ordinamus, vt quicunque decanus pro tempore existens, 
promotos sub eo inscribat in matricula facultatis Annum do- 
minice incamationis cum die Mensis quidque facultati dederit 
annotando. 

Item quod omnibus sub eo vel aliis decanis in nostra faeul- 
tate promotis in hac nostra vniuersitate priuilegia seu instru- 
menta sue promotionis petentibus dare teneatur In forma ab hac 
nostra vniuersitate emanare solita. 

Iniungimus etiam eidem, quatenus nuUum forensem doctorem 
in nostre facultatis matricula non intitulatum In congregatione 
facultatis admittst, votandi practicandi aut tractandi gratia, prius- 
quam coram faeultate iuramentum prestiterit secundum modum 
infra scriptum , hijs solis demptis , quos ob penuriam doctorum 
tempore promotionis graduandorum facultas duxerit aduocandos ^ 

Iuramentum Intrantium et Recipiendorum. 

lurabitis parere domino Decano facultatis medicine in licitis 
et honestis, suum officium concernentibus Statuta quoque et sta- 
tuenda pro regimine facultatis edita vel edenda seruare sine dolo 
Atque ad vtilitatem et honorem facultatis deliberare consulere et 
votare vel balotare velitis fideliter. Dicat: Jta iuro Sic me Beus 
adiuvet et Sanctorum Etmngeliorum conditores. 



1 Späterer Ziisatz: Item nullus doctor iuedicine censeatur de consilio 
facaltatis medicinalis, nisi actu legens. 



statuta 1497. 303 

De doctoribus regentibus. 

Ordinamus vt quilibet doctor facultatis actu legens Singulis 
annis saltem semel disputationem faciat Semper duas dispu- 
tando questiones, vnam theoricam alterara vero practicam Sab 
pena in ordinatione contenta Item quod scolaribus disputare uo- 
lentibus rogatus presideat. In disputatione quoque doctoris omnes 
alii facultatis doctores compareant et intersint. 

Insuper statuimas quod quilibet legens doctor singulis pri- 
uatis diebus vnam lectionem in scolis publicis legat diligenter, 
Exceptis vacationibus, que sunt A Vigilia S. Thome Apo- 
stoli Ysque ad Epiphaniam domiui inclusiue Ab Estomichi vsquc 
ad Inuocauit A vigilia palmarum vsque ad octauas pasce Item a 
yigilia penthecostes vsque ad diem octauum Et autumnali tempore 
per duos integros menses Quibus Scolares practicam videre et 
simplicia campestria puta herbas radices etc. querere et eanun 
virtutes studio agnosere debent. Excepta quoque volumus esse 
festa collegii, que sunt festum kathedre S. Petri, Gregorii, Am- 
brosii, Nundinarum per duos dies, Yisitationis Beate virginis, 
Jheronjmi, Dijonisii, Cosme et Damiani, Luce, Conceptionis Beate 
virginis Et si quod aliud vniuersitas duxerit feriaudum adjectis 
ferüs quintis, dum integra fuerit ebdomada. Excusatumque ha- 
bere phisicum volumus, si interdum ad venerabiles viros aut ma- 
tronas honestas causa medendi ierit Si tamen hoc rarius fiat 
lectionesque medio tempore neglectas vacantiarum tempore pro 
libito Scolariuüi recuperauerit. 

De libris legendis. 

Statuimas preterea, quod mane legens ordinariam primo 
anno legat libros artis siue tegni Galieni Secundo anno 
primum libram canonum Auicenne quo ad primas fen eins, 
tertio anno Amphorismos Ypocritis cum pronosticis aut 
regimento acutorum eiusdem Semper cum commento Galieni. 
Legens vero post meridiem practice vno anno legat primam 
fen quarti canonis de febribus, cum secunda eiusdem de crisi et 
criticis diebus. Secundo anno legat Basim in nono libro 
ad Almansorem regem cum fen quarta primi Aut legat duas vel 
tres fen tertii canonis Auicenne principaliores prout Scola- 



304 Facultas Medica. 

ribus placuerit Tertio anno legat libros Galieni de ingenio 
sanitatis a septimo incipiendo vsque ad quartmn decimum Aut 
loco eomm libros de accidente et morbo vel etiam libros de iu- 
terioribus einsdem, prout visum fuerit expedire Scolaribas. 

Gompletis hijs tribus annis iterum eodem ordine iamdictos 
libros legere incipiant yt supra Nisi pro vtilitate Studentiam fa- 
cultas aliter duxerit legendum vel immutandum , dolo et fraude 
semotis. 

In chirogia vero legens legat post Meridiem In quarto 
canone Avicenne Incipiendo a fen tertia procedendo vsque ad 
quintam inclusiue Quam lectionem singulis legat annis Nisi per 
facultatem de Albucasi aut alio ex antiquis autoribus l^eudo 
ordinatum fuerit Et presertim septima quarti Avicenne vtüiter 
legi posset. Quodsi numerus doctorum l^entium accresceret, pro 
extraordinariis lectionibus volumus legi ysagogas Johannitii, 
Tractatus vrinarum et pulsuum Egidij, Galienumin libris 
complexionum, In libro de malicia complexionis diverse In de re- 
gimine sanorum Et de simplicibus farmaciis Johannem Mesue 
Damascenum Rabii Moysenque in eorum amforismis, 
Viaticum et Avicennam in fen, que ordinarie non legentur *. 



1 Nicht alle hier vorgeschriebenen Lehrbücher — meist kurze Tractate 
oder Abschnitte grössere Werke — waren schon damals gedruckt. Den Schü- 
lern wurde der Text gewöhnlich dictiert. üeberall sind natürlich die lateini- 
schen Uebersetzungen gemeint. Des AbulKasim Chirurgie erschien zuerst 
in Venedig 1497, in demselben Jahr zu Leipzig die Isagoge in tegni Galieni 
des Johannitius oder Honein ben Ishak, die übrigens schon 1483 und 
87 in Venedig gedruckt war. Von Johannes Mesue de simpl. pharm, 
sind zahlreiche Drucke seit 1471 vorhanden. Aegidius Corboliensis 
— von Corbeil bei Paris — eines Saleritaners Verse über Puls und Urin 
sind seit 1483 Öfters gedruckt, unter Damascenus ist der sog. ältere 
Mesue zu verstehen, dessen Aphorismen zuerst in Bologna 1498 erscheinen. 
Rabbi Moses ist Maimonides ; seine Aphorismen sind ebenfalls in Bo- 
logna 1489, dann öfters in Venedig gedruckt. Das Viaticum ist die 
dem Constantinus Monachus Africanus zugeschriebene Ueber- 
setzung eines älteren Buchs, von welcher Drucke aus so früher Zeit nicht 
bekannt sind. Vom Kanon des Avicenna undBhazes Buch an Alman- 
sor lieferte Mailand 1473 und 1481 die ersten Ausgaben. Die fast auf 
jeder grösseren Bibliothek vorhandenen Abschriften dieser Lehrbücher 
zeigen, dass bis zum Schluss des Jahrhunderts die italienischen Drucke sich 
in Deutschland noch nicht verbreitet hatten. 



statuta 1497. 305 

De promouendis. 

Statuimus quod inBaccalaureum medicine phisice nuUus 
promoueatur Nisi docuerit se in yniuersitate priuilegiata lectiones 
in eadem audiuisse ad duos annos Quodqne disputationem pub- 
licam in medicina fecerit fraude doloque semotis In chirogia vero 
ordinamus vnum annum cum disputatione chirogica. 

Yolumus tarnen quod in medicinali facultate nemo cogatur 
baccalaureari , .ymo quod omisso baccalaureatu (decurso tamen 
tempore requisito et studio expleto) licentiam adipisci, doctoralia- 
que insignia obtinere possit. 

Item Baccalaureis medicine iniungimus, si ad alteriora in 
hae facultate tendunt, quod cursum aliquem a facultate deputan- 
dum adimpleant. 

Amplius ordinamus, vt in licentiatum medicine phisice 
nemo promoueatur, nisi duos integros audierit cursus in theorica 
et totidem in practica post sui magisterium in artibus Suasque 
publice fecerit disputationes. Quod si artium Meister non sit, 
plari studeat tempore Nisi de eins ydoneitate facultati constiterit, 
poterit enim tunc secum super illo dispensari. 

Si vero vltra id etiam in chirogia promoueri desiderat, 
addimus quod ad minus vno anno lectiones in chirogia audire 
debeat et practice doctoris interesse. Si tamen in sola chirogia 
promoueri cupit, statuimus, quod per duos annos lectiones chirogie 
hie Tel in alia priuilegiata yniuersitate audierit diligenter dispu- 
tationesque publicas chirogicas fecerit et anothomiam siue cor- 
poris dismembrationem fieri viderit , prout infra dicetur. Haue 
enim sibi magis necessariam fore, plane constat. Statuimus etiam, 
vt in hac nostra facultate promoueri volentes ante licentiam vel 
insigniorum ^ receptionem in opido Tuwingen per se practicare 
non presumant ^ Nichilominus iniungimus eisdem, vt doctores 
in practica sequantur ad minus integro anno et ab eis practicam 
diligenter videant et addiscaut Quodque intra menia huius vrbis 
nemo ad practicandum admittatur Nisi doctor huius vel alte- 
rius priuilegiate vniuersitatis In qua diligenter exercitia et lec- 



1 insignium. 2 späterer Zusatz : sub pena non admissioius. 

Urkunden der ü. Tübingen. 20 



306 Facultas medica. 

tiones in medicina audierit De quo fidem per viua testimonia 
aut patentes literas facere debet Et si talis non extiterit Noii 
recipiatur nee admittatar. 

De anothomia fienda. 

Ordinamus etiam quod singulis tribus aut ad plus quatuor 
aunis semel celebretur dismem bratio corporis buniani, 
morti damnati, si haberi poterit, et hoc fiat tempore frigidissimo, 
prope festa Natalis Christi. Interea autem quod peragitur ano- 
thomia volumus , quod omni mane legatur missa pro defunctis, 
propriis nostris expeusis, quam omnes qui anothomiam videre 
desiderant audiant deuote et pro anima defuncti apud Deum in- 
tercedant. Qua peracta Ordinarius cum sociis et scolaribus ad 
locum vbi anothomiam celebraturus est, se conferat et secundum 
ordinationem doctorum precipue Mundini lectionem de parte tunc 
conspicienda faciat et postea correspondenter eadem pars ad ocu- 
lum distincte ostendatur. Actu vero anothomie integre completo 
corpus anothomizati cum omnibus reliquiis eins a doctoribus me- 
dicine et Magistris Scolaribusque facultatis artium pro honore 
facultatis Medicine ad sepulturam conducatur, Et ibidem officium 
defunctorum in ecclesia pro salute anime anothomizati solenniter 
peragatur. 

Preterea statu imus et admonemus Ne aliquis audientium et 
videntium anothomiam presumat aliquid capere vel furari de 
corpore anothomizandi sub debito prestiti iuramenti. 

Expense huius actus. 

Statuimus insuper vt quicunque anothomie interesse volu- 
erit, priusquam primam lectionem audiat vel aliquid de anotho- 
mia videat, florenum renensem ad fiscum facultatis reponat, de 
quibus peccuniis expense hincinde fiende soluantur. 

Denique ordinamus quod facultas medicine pro hoc actu 
archam fieri faciat sera et claue munitam In quam iragmenta et 
reliquie anothomizati cum instrumentis vtendis vsque ad tempus 
sepulture recludantur Clauis vero apud ordinarium illius facul- 
tatis lectorem reponatur. 



statuta 14d7. 307 

De modo et forma promouendorum. 

Statuimus preterea quod desiderans in Baccalaureum medi- 
cine promoueri srne facultatis decanum accedere debet rogando, 
vt doctores cougregari faciat Coram quibus sie congregatis fidem 
de tempore sui studii disputationeque peracta facere habebit, po- 
stea poterit sibi examen aperiri. Dehinc deliberatione habita 
certo die in aüquo puncto sibi assignato in libris Ypocratis aut 
Galieni examinetnr. Quod si approbetur et admittatur, designe- 
tur dies, quo promotor suus paruam faciat oratiunculam et Bac- 
calaureando questionem proponat, quam ipse assumat dissoluat- 
que cum gratiarum actione subsecuta. 

Licentiandus vero si baccalaureatum non acceperit pro primo 
examine a suis promotoribus approbari debet in presentatione per 
iuramentum credulitatis. 

Doctorandus igitur in medicina instar aliarum vniuersitatum 
non promoueatur, nisi duplici approbatus examine, quorum pri- 
mum sit priuatum factum a promotoribus, qui postea promouen- 
dum presentare habent in presentia dominorum Rectoris et Can- 
cellarii yniuersitatis Ac de eins ydoueitate iuramentum creduli- 
tatis prestare. Deinde Gancellarius (si videbitur) diem et horam 
assignet Et designato die assignentur promouendo duo puncta 
post primam missam eiusdem diei assignate, vnum in theorica, 
aliud in practica, que hora prima aut secunda post meridiem re- 
citare debet £t circa ea a doctoribus sue facultatis secundo ac 
publice examinari in presentia Rectoris et Cancellarii yniuersitatis 
aliisque (vt visum fuerit) aduocatis. 

Examine peracto promouendus exeat et veniam petat. Hiiic 
yero deliberatione aut balotatione habita super examine et eo 
ydoneo comperto vnus ex examinatoribus ipsum tanquam ydoneum 
ad licent^am et doctoralia insignia presentet Jurameuto tamen 
credulitatis super approbatione ipsius ab vniuersis doctoribus pre- 
stito. Idemque of^cium Cancellarii requirat pro danda licentia 
ad recipienda doctoralia insignia. Deinceps Gancellarius assigna- 
bit diem, qua sibi licentiam conferet in aula yniuersitatis. Si 
tamen insignia cum Lac recipere velit, poterunt licentia et in- 
signia eadem die in ecclesia Collegiata publice et solenniter pre- 

stari et conferri. 

20* 



308 Facultas Medica. 

Tandem statuimus quod Baccalaureus medicine Rectori yni- 
uersitatis soluat YII solidos hallen, facultati Tnum florenum re- 
nensem cum dimidio Et cuilibet examinatorum vnum florenum 
Pedello vero septem solidos hallen. Prandiumque parari faciat 
taliter, quod eins occasione omnibus computatis patiatur expens&s 
decem florenorum tantum Nisi sponte ampliare voluerit. 

Insuper expense pro Rectore et fisco vniuersitatis solui de- 
bebunt iuxta Statuta yniuersitatis yt puta dimidius florenus pro 
Rectore et vnus florenus pro fisco yniuersitatis Et postea pro 
doctoratu nil horum. 

Item licentiandus pedello dare tenetur ynum florenmn, si- 
militer doctorandus seorsum. Quod si simul licentiam recipiat et 
insignia, pedello exponat duos florenos Cuilibet Docfcori facultatis 
pro priuato examine ynum florenum, Similiter pro publico exa- 
mine ynum florenum Si intersint. Item promotori quatuor flo- 
renos ad kathedram Si simul licentiam et insignia recipiat. Quod 
si seorsum quis licentiam recipiat, promotori tres florenos et 
postea pro doctoratu duos florenos propter duplices labores tradat 
et assignet '. Preterea recipiens licentiam seorsum collationem 
dabit hactenus consuetam. Pro fisco facultatis tres florenos. Re- 
cipiens autem insignia dare tenebitur prandium, birreta et cyro- 
thecas, prout in aliis superioribus facultatibus fieri consueuit. 

Quod si seorsum quis recipiat licentiam ad fiscum facultatis 
duos florenos, deinde in doctoratu ynum florenum soluat. Si si- 
mul licentiam recipiat et insignia dabit tres florenos pro facul- 
tatis fisco. Demum pro licentia danda Domino Cancellario yni- 
uersitatis ynus florenus est exponendus per licentiam petentera. 

Juret nichilominus licentiandus iuramentum consuetum su- 
periorum facultatum , presertim quod in nulla alia yniuersitate 
insignia recipere yelit. 

Hec etenim statuta per almam yniuersitatem studii Tuwin- 
gensis seu eandem representantes denuo approbata et ratificata 
sunt in yigilia assumptionis Beatissime Virginis Marie Anno Sal- 
uatoris 1497. 

GregoriusMaij Imperiali auctoritate 
publicus et yniuersitatis Notarius iuratus. 



1 spaterer Zusatz: Item presidenti vnum florenum. 



statuta 1538. 309 

Univ. Archiv XTV. 5. Perg, Die Zeit der ersten Abfassung dieser im 
J. 1497 wider bestätigten Statuten lässt sich nicht bestimmen. Die Angabe 
bei Eisenlohr 320, dass dieselben vom 1. Oktober 1481 datieren, beruht auf 
einem Irrthum. Es findet sich nämlich vor dem vorletzten Absatz folgen- 
der Einschub von späterer Hand, über welchem jener Herausgeber den 
wirklichen Schluss übersehen hat : Si vero cum hoc in chyrurgia quoque 
promoueri voluerit, vltra addat omnium predictarum ezpensarum medie- 
tatem. Approbatum per totam vniuersitatem prima Octobris anno etc. 
XXXI (d. i. 1531, nicht 1481) Wolfgangus Stetter Notarius. 



IL 

Leges et constitutiones collegii medici vniuersitatis 

scholae Tubingensis [1538]. 

Non minus lepide quam sapienter Cicero Bespublicas sine 
lege corporibus nostris mente destitutis comparauit. Yt enim 
illa nisi mens accedat suis partibus, vt nervis sanguine et mem- 
bris uti non possunt : Sic etiam Respublicae , nisi in iis legum 
uigeat autoritas, instabiles sint et mox intereant necesse est. 
Hinc non sine optimo consilio maiores nostri, vt nuUi penitus 
hominum cetus essent absque legibus uoluerunt, quod perspectum 
plane haberent natura sie comparatum esse, vt nihil quod uiuendi 
ratione ac ordine careret diu incolume permaneret. Proinde quum 
ad cuiusque Reipublicae durationem legitimis quibusdam consti- 
tutionibus opus esse cernerent, Collegii quoque Medici Vniuersi- 
tatis scholae huius administrationem legibus suorum temporum 
moribus ac institutis conuenientibus stabilire ac munire curauerunt. 
Verum cum Illustrissimo Principi nostro ac domino 
clementissimo Vd aleicho etc. operae pretium esse uisum sit, vt 
non solum Vniuersitatis scholae huius uerum etiam reliquarum om- 
nium professionum leges seorsim repurgarentur et ad nostra plane 
tempora, in quibus vna cum literis onmes reuixere disciplinae, 
accomodarentur, ne huius imperium detrectare uideremur, antiquis 
nonnihil immutatis, et si quando necesse fuit prorsus abolitis, vt 
deinceps res Collegii Medici ad eum qui sequitur administrentur 
modum decreuimus. 



310 Facultas medica. 

De huius studii administrationis principe, qui 

decanus dicitur. 

Titulus I. 

Intra octauum, quo Rector Vniuersitatis scholae huius de- 
siguatus magistratum iniit diem, illius temporis Decanus con- 
silium studii medicinae, in quo nulli nisi qui ut ordinarie medi- 
cinam doceant ab Yniuersitate huius scholae conducti sunt cen- 
sentor, ad designandum semjBstris temporis Decanum 
conuocet, ubi illi sane is demandetur honor, cui plurimi suffragati 
sint, et quem ordo poposcerit, a seniore enim ad iuniorem et ab 
hoc rursns ad illum progrediendum. Designatus Decanus statim 
magistratum ineat, quod si intra unius diei spatium facere ne- 
glexerit et delatum sibi magistratum accipere sine iusta excu- 
satione recusarit , multam aerario studii medicinae soluito duum 
florinorum. 

Jusiurandum Decani. 

Juret uelle res studii medicinae ac munus sibi delatum cu- 
rare diligenter, quod facere se conueniens sit haud uegligere, 
neque quicquam quod huic studio damno esse possit machinari. 
Libros, signum, pecuniam, literas, denique singula, quae a prioris 
semestris Decano in arca reposita acceperit, accurata diligentia 
et fidelitate custodire. Intra octo dierum spatium, quo magistratu 
abierit, rationes deponere apud studii medicinae consiliarios , et 
si quid uUius rei aut nummorum desit, mox numerata pecunia 
sarcire. 

Officium Decani. 

Ne abesto oppido ultra dies quatuordecim nisi permissione 
Consilii studii huius, cumque hac in suum locum seniore ex oon- 
siliariis substituto aut nouo, si qua necessitas urgeat, Decano de- 
signato. Nomina illorum, qui sub magistratu suo doctoreos con- 
secuti sunt honores singulatim in albo studii huius perscripta 
habeto, anno ac die additis. Omnibus studii huius doctoreos 
honores in Yniuersitate scholae huius consecutis, si eins rei te- 
stimonium exigant, diplomata Ac literas testes, forma 



Statuta 1538. 311 

hactenus usitata, exhibeto. In quarum consecntione florinus ynus 
persoluitor, cuius pars vna Decaiio, altera vero huius CoU^i 
aerario cedat. Pari ratione diplomata studioruiu et diligentia 
anseultationis testes petentibus haud deneget, modo antea flori- 
num vnum persoluerint facultati, caius altera quidem pars De- 
cano debetiir. 

NuUi praeterea medendi rationem in hoc oppido exercere 
permittat, qui in Vniuersitate scholae huius insignia doctorea 
non conseentus sit, ant si aduena fuerit, qni in album studii 
mediciuae non inscriptus sit. Inscriptionis vero pretium, quod 
advena pendat, florii\us vnus esto. Singulis praeterea annis, idque 
mense Jnlio ex Hlustrissimi principis nostri decreto cum reliquis 
ordinarie in hac schola medicinam docentibus Doctoribus offi- 
c i n a m diligenter inspiciat , atque ut singula medicamenta iusto 
uendantur precio, curet. 

Praemium Decani. 

Decano pendetur honorarium pretium laboris atque operae 
hoc tempore de aerario studii huius florinorum trium et 
conoedetur merces inscriptionis eorum, qui sub illius magistratu 
doctoream consecuti sunt lauream, quarta nimirum aurei unius 
pars. Altera quoque pro exhibendiä diplomatibus seu instrumen* 
tis datae pecuniae pars illius esto. 

De doctrina studii medicinae. 

Titulus IL 

Yetus docendi ratio, qua maiores nostri in scholis medicis 
usi sunt, bis temporibus, in quibus Graecae potissimum linguae 
atque latinae uiget studium, magnaque probatissimorum rei me- 
dices scriptorum copia existit, tolerari haud potest. Proinde cum 
sapientissimi quique communibus moribus tanquam scenae esse 
obsecundandum praeceperint , ineunda quoque ratio docendi me- 
dicinam erit, quae huic seculo conueniet. 

Et quum nemo sit, qui nesciat Ar ab es omnia ferme sua 
e Graecis transcripsisse, parcissime deinceps ad doctrinam studii 
huius adhibebuntur, quod consultius sit artis praecepta a fontibus, 
quam turbidis riuulis haurire. Posthabitis itaque quam maxime 



312 Facultas Medica. 

fieri potest Arabibus, ac aliis ineptis ac barbaris autoribus unus 
deinceps Hippocrates et Galenus, qui artem hanc absolu- 
tissime tradiderunt, publice medicinae initiatis ennarrabuntur. Ex 
quamplurimis vero Hippocratis scriptis potissimiim libri de 
natura humana, Apborismorum, praesagiorum , De ratione victus 
in morbis acutis Sextusque Epidemicon explicabuntur. Infcer in- 
numera autem Galeni opera baec prae aliis enarrabuntur: De 
temperamentis, De simplicium medicamentorum facultatibus , De 
inaequali intemperie, De naturalibus facultatibus , De usu par- 
tium corporis humani, De aiSFectis locis, De raorborum diffe- 
rentiis , De morborum causis , De sympt^niatum causis , De 
ratione curandi per sanguinis missionem, Medendi methodus, Ea- 
dem ad Glauconem, De diflferentiis febrium, De crisibus, De die- 
bus indicatoriis, Ars medica. Inter explicandum passim Graeca 
latinis conferantur. Caeterum cum simplicium medicamentorum 
effigies ac formas nemo Graecorum, cuius hodie extent opera, 
extra unum Dioscoridem descripserit, curabit fidus interpres, 
vt si qua de iis inter praelegendum mentio incidat, illorum ex 
Dioscoride historias afPerat et pro uirili explanet. 

Aestatis denique tempore cum medicinae studiosis rura mon- 
tesque saepius petat ac plantar um uultum diligenter obseruet 
illisque uiuas eorundem imagines demonstret, neque ut hactenus 
consueuere multi, simplicium notitiam seplasiariis illis hominibus 
rudibus et stultis mulierculis committat. Haec itaque docendi 
ratio posthac in scholis medicis obseruator. Licebit tamen, si 
ita uisum auditoribus omnibus fuerit, ex Arabibus Razem in 
nono ad Almansorem, et quartam primi aut primam quartiAui- 
cennae passim adhibito iudicio interpretari. 

De disputationibus habendis. 

Titulus III. 

Doctores ordinario docendi munere fimgentes quater sin- 
gulis annis disputationi publicae praesunto. Proponentur 
tum descripta in cbarta a Doctore futurae disputationis praeside 
ante quinque dies themata iis de rebus, quarum anteacto tem- 
pore in scholis medicis frequens facta mentio est ; hoc enim pacto 
medicinae initiativ ea quae inter praelegendum audiuere in memo- 



Statnta 1538. 313 

riam denuo reuocabuntur. Disputationis praeses, nisi cum respon- 
dentem deficere aincique senserit, ne interloquitor. Decanus cum 
reliquis huius studii ordinariifi professoribus toto disputationis 
tempore assidento aut multam dimidiati florini soluunto. Dispu- 
tationes aestate hora sexta incipiuntor, hyeme septima. Singuli 
qui medicinae nomina dederunt studiosi, singulis disputationibus 
aliquod suae eruditionis specimen ezbibento atque argumenta 
contra respondeutem proferunto, quod qui facere neglexerit, ad 
bonorum petitionem ne admittitor. 

De feriis. 

Titulus im. 

Singuli Doctores ordinarie docentes singulis diebus publice 
horam unam in scholis medicis praelegunto, demptis uacatio- 
nibus ac feriis, quae communes illis cum professoribus Theo- 
logiae sunto. Yacationum uero haec erunt tempora. Primo 
A festo diui Thomae apostoli usque ad Epiphaniae diem. Se- 
cundo Ab Estomihi usque ad dominicam Inuocauit. Tertio 
a die Palmarum in octauum paschatos. Quarto A uigilia pen- 
tecostes usque ad Trinitatis festa. Quo tempore doctores cum 
studiosis rura ac montes ad uisendas herbas iam recens enatas 
ac teneras petunto. Quinto A die sexta Julii usque ad deci- 
mum Augusti, hoc est Laurentii diem. Quo iterura tempore Doc- 
tores cum studiosis ad uisendas plantas Soribus ac semine prae- 
gnantes rura et agros adeunto. Sexto A Michaelis festo usque 
ad diui Lucae diem. Septimo His duo in singulis nundinis 
dies adduntor. Festa, quae uocant CoUegii, communia cum Theo- 
logiae professoribus erunt dies conuersionis diui Pauli, Gregorii 
summi pontificis, Ambrosii episcopi, Georgii, diui Marci, Visita* 
tionis Mariae, Assumptionis Mariae, Augustini, Natiuitatis Mariae, 
Cosmae et Damiani, Martini, Catbarinae, Nicolai. Item dies Jo- 
uis, quamuis illa hebdomada aliae interciderint feriae. Cessabunt 
denique a docendi munere iis diebus, quibus de ritu religionis 
nostrae festa in ecclesia celebrabuntur ^ 



1 Von späterer Hand ist der Tag des Augustin gestrichen und Aller- 
heiligen eingefügt. 



314 Facultas Medica. 

De ueglectis in docendo horis. 

Si quis docendi fanctionem ad aegros extra huius oppidi 
moeuia habitantes uocatus, unum aut alterum diem intermiserit, 
is de neglectis lectionibus quod ordinatio Illustrissimi principis 
statuit fisco pendat. 

De anatome seu corporis dissectione fienda. 

Titulus V. 

Singulis annis bis, si fieri commode potest, integra corporis 

bumani aut partis saltem eiusdem alicuius dissectio celebrator. 

Dura dissectio habetur, aliquod de ea re Galeni, qui in con- 

sectionibus exercitatissimus fuit, scriptum praelegatur, et qui 

praelegit ea quae ille docet uidentium et assistentium oculis de- 

monstret. Mundini de anatome scriptum, quod hactenus ad 

eam rem adhibitum est, quod mendis et erratis innumeris refer- 

tum sit, prorsus negligendum erit. Quicunque dissectioni inter- 

esse uoluerit, vnum, si integra fuerit, florinum, Si uero partLs^ 

dimidium aut quartam fiorini partem iuxta Collegii huius studii 

aestimationem soluito, vt ex pecuniis coUectis necessaria compa- 

rentur. Immunes tamen sint Domini Doctores de consilio Vni- 

uersitatis neque ab illis quicquam mercedis nomine exigatur. 

De discipulis studii medicinae et p et itione bonorum. 

Titulus VI. 

Quicunque sibi honores decerni petent, ordine et rite ad 
illos procedant. Detineantur itaque in hoc studio certo ac l^i- 
timo quodam tempore, ne leuiter quis artis degustatis praeceptis 
sese pro absolute instituto uenditet. Et cum vnum omnium esse 
tempus non expediat, qui antea philof>ophiae praecepta perdidicere 
et Magisterii honores consecuti sunt , hi integros annos tres 
medicinae studiis inuigilanto. Alii qui hos honores non ambie- 
runt annos quatuor operam medicinae nauanto. Vtrique pro- 
fessores illius assiduo et diligenter audiunto, nullam horam illius 
doctrinae negligunto, praesertim quas audire legitimum sit. 

Nemo ad petitionem bonorum admittitor, qui non semel or- 



. Statnta 1538. 315 

dinarie respöndendi mnnus obierit. Nemo etiam aspiret ad ho- 
Dores doctoreos, qui in plurimis disputationibus non affuerit et 
argumenta non protulerit. Sioguli denique aliquot hebdomadis 
ante bonorum petitionem disputationem publicam instituunto sub 
praeside, qui ordinarie medicinam in vniuersitate scbolae buius 
^ doceat, cui florini duo persoluuntor. Praeses, quem ordo pro- 
poscit, intra sex hebdomadarum spatium disputationi praeesto aut 
multam quatuor floriuorum soluito. Caeterum in iis qui honores 
petunt nunquam non eruditionis et uitae int^ritatis potins quam 
aetatis aut praescripti temporis ratio babenda erii Ideoque si 
quispiam studii sui tempus legitimum ad unguem, ut dici solit, 
non absoluisse oompertus fuerit, eruditione tamen iis, qui boc 
ipsum oompleuerint, par aut superior iuerit, cum illo Decano et 
Gonsilio CoUegii medici transigendi et paciscendi ins esto. Gon- 
cessum autem est, vi de praescripto tempore dimidiati anni spa- 
eiam remittant, Sic tamen vt in certis ac singularibus casibus 
et personis vniuersitatis iudicio stetur. NuUi, qui doctoreos con- 
sequi sperat honores ante illorum consecutionem in hoc oppido 
medendi rationem exercere phas esto. Doctoribus tamen ordinarie 
dooentibus, cum a^os inuisunt, adsint, vt ab aliis exquisitam 
carandi methodum perdiscant. 

De ratione petendorum bonorum. 

Titulus Vn. 

Petitums honores doctoreos nomen suum apud decanum pro* 
fitetor et vt Consilium studii huius conuocet petito. Decanus 
petitioni illius annuat et consilium conuocet, ipse quoque candi* 
datus iussus adesse tum appareat et quid conetur paucis ad Con- 
silium referat. Quo facto Decano solenniter promittat se ad xin- 
terrogata pro conscientia sua et ueritate responsurum esse. Inter- 
rogata uero iis de rebus sunto. 

Primum. Num in album Vniuersitatis Scholae huius 
inscriptus sit. Neque enim alicui ad honores aspirare liceat, nisi 
nomen suum antea apud Rectoreni Vniuersitatis scholae huius 
professus fuerit. 

Secundum. An studii sui tempus legitimum ac prae- 
scriptum in vniuersitate scholae huius aut alia absoluerit, idque 



316 f'acultas medica. . 

testimoniis Doctorum siiorum planum ac ratum facturum se 
confidat. 

Tertium. An disputationibus plurimis cum attentione et 
discendi uoluntate interfuerit et argumenta prout constitutum est 
produxerit. 

Quart um. An semöl extraordinarie respondendi prouinciam 
obierit. 

Qu in tum. Deinceps iusiurandum illi Decanus praelegat, 
quod exigi solet ab iis, quorum ingenium explorandum erit, quod 
habetur infra in titulo nono de iureiurando. 

Sex tum. Postquam baec peracta sunt, pecuniam infra in 
titulo de impensis Candidatorum expressam apud Decanum et 
huius studii Gonsilium deponat. 

Quo facto Candidato praefinietur dies, quo quasi in campum 
descendat explorandi ingenii et eruditionis suae. 

Primum omnium num Candidatus eo quem petiit honore dig- 
nus sitpriuato examine inquiritor. Quo peracto et idoneo 
candidato inuento Inquisitores illum ad Cancellarium dedu- 
cant , cui per Decanum ut is , qui communi et suo ac aliorum 
huius stüdii doctorum testimonio probatus sit, et ad publicum 
examen admitti debeat, commendetur. Ad Decani commendatio- 
nem Cancellarius publicum examen certis die et hora con- 
stituet. Ad constitutum diem Candidato duo Themata mane inque 
eins diei aurora in Collegii aestuario magno propouuntor, ad quae 
hora secunda pomeridiana respondebit, praesentibus Cancellario, 
Decano et aliis Gonsilii studii huius Doctoribus. Examine per- 
fecto Candidatus ueniam precatus exeat, donec Inquisitores de eius 
responsione consultarint ac sententias suas in praesentia Cancellarii 
dixerint. Quod si singulorum suffragiis, cui doctorei concernantur 
honores, dignus iudicatus fuerit Candidatus, tum illi pro conse- 
quenda, ut uocant, Licentia Cancellarius diem designet. 

Constituto die Cancellarius in publico studiosorum a Decano 
solenniter indicto conuentu Candidato licentiam in Aula vniuer- 
sitatis scholae huius conferat. Qua collata mox in Doctorem 
ab aliquo, quem ordo poposcerit, studii huius ordinario professore 
iisdem loco et hora creetur, qui et ipse honeste pro consuetudine 
horum temporum uestitus orationem iis quae geruntur consen- 
taneam habebit, utque singula ordine fiant diligenter curabit. 



statuta 1538. 317 

Munus hoc dicendi atque praesidendi primum senior ex Docto- 
ribus Consilii studii huius obito, deineeps qui aetate illi proximus 
est, donec ad iuniorem deuentum sit. 

De impensis Candidatorum. 

Titulus VIII. 

Quum mos creandorum Baculariorum in medica pro/essione 
iam dudum sua sponte desierit, nemo posthac ad honores petendos 
admittitor, nisi qui Licentiam simulque iusignia Doctorea se uelle 
consequi promiserit ^. In iis uero consequendis , ne res magni 
precii temere prostitutae uilescant, ii sumptus faciendi erant: 

Rectori Yniuersitatis scholae huius dimidium florini soluitor. 

Aerario Yniuersitatis scholae huius 

Aerario CoUegii medici 

Praesidi disputationis extraordinariae . 

Üoctoribus Consilii studii huius . . . 

Conferenti insignia doctorea .... 

Duas quoque tiaras aut earundem pretium singulis 
doctoribus facultatis ^. 

Ministro publico flor. III. 

Examinatoribus ' flor. VI. 

Cancellario flor. I. 

Decauo inscriptionis nomine cruc. XV. 

Ad conuiuium inuitabuntur omnes dignitate et bonorum 
insignibus clari siue ad Vniuersitatem scholae huius pertineant 
siue extra illam degant in hoc oppido. Inuitabuntur et ambo 
praefecti Ducales De senatu oppidi duo priraores natu maximi 
Scriba oppidanus Cellarius Pucalis Et extra hos illi quoque, quos 
Decano et Consilio studii huius inuitari placuerit. 



. . . flor. 


I. 


. . . flor. 


nn. 


. . . flor. 


II. 


. . . flor. 


X. 


. . . flor. 


VI. 



1 Hiezu eine Randnote von der Hand des L e o n h. F u c h s : De Li- 
centiatis tarnen ad nos aliunde aduentantibus Anno 1502 die Sept. 6 in 
senatu decretum est, vt illi priusquam ad honores doctoratos admittantur, 
aut publice disputent aut cursum peragant pro facultatis arbitrio et sumptus 
omnes, extra eos qui pro examinibus penduntur, ferant. — 2 Der Werth 
des Huts wird zu einem Gulden, ein Paar Handschuhe zu 6 Kreutzern, ein 
Pfund Zucker, das ebenfalls zu den Gaben gehörte, zu 6 Batzen ange. 
geben. 



318 Facultas Medica. 

De iureinrando. 

Titulus IX. 

Vt facile quaeuis iuramenta , sicubi iis opus fuerit, inueniri 
possint, sub anuin siogula titulum redacta coUocari curauimus. 

Jusiurandum eoruin , qui c o n s i 1 i o studii medicinae adhi- 
bentur. 

Yelle obedientiam et uenerationem se praestare Decano, nul- 
luni legitimum detrectare Imperium, constitutiones GoUegii huius 
latas et deinceps ferendas obseruare, sufiragia nullius odio aut 
amore ferre, diligent^ singula ad communem studii medicinae 
utilitatem referre, Silentium praestiturum celandorum. Dicat: 
Ita iuro, ut me Dens adiuvet f 

Jusiurandum examinandorum: Passuros se omnem iudi- 
ciorum euentum, neque si repulsam tulerint aut omnino a peti- 
tione exclusi fuerint, iram aut uindictam se uel per alium suo 
nomine usurpaturos esse. 

Jusiurandum exquisitorum: Promittant decano non 
passuros affici mouerique animos suos beneuolentia, odio, lar- 
gitionibus aut spe futuri questus. Examinandorum se curam 
habituros. 

Jusiurandum Candidatorum: Yenerationem ac obedien- 
tiam Bectori Yniuersitatis seholae huius, domino Cancellario, De- 
cano et Consilio studii medicinae se praestituros , nuUum legiti- 
mum detrectare imperium. Quod pro uirili sua commoda cum 
Yniuersitatis seholae huius tum praecipue studii medicinae omni 
tempore, ad quamcunque honoris eminentiam euecti fuerint, au- 
gere uelint, malum uero auertere. Yelle Licentiae ac Doctoreos 
honores in nuUa alia Yniuersitatis schola iterare. Insignia doc- 
torea ritu solenni praefinito a Consilio studii huius, persolutis 
Omnibus impensis de more debitis capessere. 

Gonclusio. 

De Omnibus iis iam memoratis legibus et constitutionibus 
quouis tempore arbitrium, existimatio, interpretatio, mutatio, ab- 
rogatio penes Gollegium studii medicinae esto, modo ex- 
pressus oonsensus et autoritas consilii Yniuersitatis aecedat, vi 



statuta 1538/ 



319 



illas emendeut, corrigant, augeant, iinminuant, reuocent, pro eo 
atque usus et tempora poscent. Nihil euiiii est, quod ad omnes 
rerum ac temporum occasiones perpetuo accoinodari possit. 

Univ. Arch. XIV. 9. Statutenbuch Pap. Eisenlohr 325. Diese Statuten 
sind ohne Zweifel dieselben von welchen die A Sen. 4. Mai 1538 die Notiz 
enthalten: R-elatum de statutis medicoruni. Damals wurden sie bestätigt 
s. S. 174. 



FACULTAS ARTIUM. 

i. 

I und II STATUTEN von 1477—88 und 1505. 

Mit der Aufschrift: Erste Statuten der Artisten Facultät 
vom Jahr 1488 enthält die Eisenlohrsche Sammlung der Ü.G. 812 die- 
jenigen Statuten, welche in dem Band Fach XV, 15 stehen. Diese Fassung 
(B) ist aber weit ausführlicher und viel jünger als die im folgenden zu 
Grund gelegte Bedaction (A) aus Sammelband Fach VI, 17 Pergament. 
Woher jener Herausgeber die Jahreszahl 1488 genommen habe, ist nicht 
ersichtlich. In dem Bande selbst fehlt jedes Datum. Dagegen ist die 
ältere bisher unbekannte Redaction A in der Ueberschrift auf dem Deck- 
blatt mit 1488 bezeichnet. Hier rührt die Zahl offenbar daher, dass einige 
Zusätze zu diesen Statuten, welche am Ende des Heftes nachgetragen sind, 
aus dem Anfange des J. 1488 datiert sind. In Ermanglung eines anderen 
hat der Registrator dieses Datums sich bedient. Die Statuten selbst müssen 
vielmehr älter sein. In Wirklichkeit ergibt sich durch Vergleichung der 
in dem Liber Decanatus Fach XV, 14 und in dem Bande Sanctiones et 
Statuta Fach XV, 17 mit Zeitangabe enthaltenen einzelnen Conclusa der 
Facultät, dass A überhaupt die erste Redaction ist, B aber etwa aus den 
Jahren 1505 bis 1510 stammt. 

B ist mit Absicht in vielen Artikeln weit ausführlicher gefasst als A 
und enthält manche Bestimmungen, welche zur Zeit der Zusammenstellung 
von A zwar längst vorhanden waren, aber bei der Redaction der Statuten, 
als zu sehr in das einzelne gehend, beiseite gelassen wurden. Später scheint 
man diese Ergänzung nöthig gefunden zu haben. 

Auf die Geschichte jener ersten Statuten A wirft einiges Licht ein Ein- 
trag in dem Liber Decanatus f. 25: Eadem die [2. Aug. 1484] M. Conr. 
Summenhart' Rector Univ. decanum requisivit, ut condusiones facul- 
tatis non confirmatas jnxta statutum desuper factum universitati remitteret 



1 8o ichreibt er in der Matr. Fac. Art. selbst mehrmala seinen Namen, bei anderen 
findet man in der Begel die Schreibang Sammerhart. 



statuta 1477 u. 1505. 321 

confirmandafi. — Tuncque [5. Aug.] per facuitatem condusum est, quod 
condosa facultatis universitati non remitti aut presentari debeant per 
illam coufirmanda, sed ipsa facultas condudendi et conclusa confir- 
mandi per se habeat auctoritatem, quod de mente etiam fuisset 
Domini nostri gratiosi. Der Facultät lagen Verhältmsse im Sinn, wie sie 
etwa in Paris bestanden ; sie wollte eine selbstst&ndige Eörpersdiaft in der 
Universität sein, aber die vom Abt Heinridi gegebenen Statuten S. 41 
lassen keinen Zweifel darüber, dass sie sidi damit zu viel heraus nahm. 
Darum beruft sie sich auch nicht auf die Statuten der Universität, sondern 
auf die Absicht oder Ansicht des Fürsten. Summenhart selbst gehörte zu 
der Facultät, er ist noch 1487—88 ihr Dekan und vielleicht hat er in dieser 
Stellung veranlasst, was er 1484 ohne Erfolg verlangt hatte. 

Es ist aber eine Sammlung der Conclusa der Facultät, ein Statuten- 
bueh, nicht allein 1484 vorhanden und im Gebrauch gewesen, sondern in 
der ersten Convocatio der jungen Facultät am 7. October 1477 ist be- 
reits von einem liber statutorum die Rede, nach dessen Rubris: de 
consilio facultatis und de pedelli offido die betrefiEenden Personen beeidigt 
werden, Lib. Decf. 1. 2. Man war also schon vorher unter den Gründern 
der Universität über die wesentlichen Vorschriften einig geworden und 
hatte dabei vermuthlich die ersten Mitglieder der Facultät, die primasvi 
collegiati et stipendiarii zu Rathe gezogen, nämlich die Magister 
Johannes Stein, Conrad Vesseler, Wilhelm Mütschelin und 
Conrad Scheferlin (vgl. die Matrikel), welche auf Grund derselben die 
Constituierung der Facultät vornahmen, wobei vierzehen Magister in die 
Regentia eintraten. Diese mit der Zeit weiter ausgeführten Statuten 
scheint man endlich im Winter 1487 bis 88 der Universität zur Bestä- 
tigung vorzulegen sich entschlossen zu haben, wovon die im Eingang 
stehenden vorsichtigen Worte: ipsius universitatis munimine sub- 
eunte Zeugniss geben. Man vermied den Ausdruck confirmatio oder 
approbatio und wählte den schwächeren, der meist für Besiegelung 
gebraucht ist. 



Urknnden der ü. Tfiblngon. 



21 



I. 

A. STATUTA FACULTATIS ARTISTICAE, 1477-88. 

1. In nomine sancte et indiuidue Trinitatis. Amen. 
Volens insignis Facultas " Abtistioa alwle Vniuersitatis 

DüwiNGEN sibi commissos filios et salutaribus folgere virtutibus 
et doctrinis laudatis decorari, quatenas ab ignorancie purgati 
squalore sciencias aliis serere valeant et fructiim gignere in do- 
mino profuturum Statuta quedam per ipsius facultatis Sup- 
posita pro tempore, diiiina fauente clemencia, fideliter et incon- 
uulse seruanda maturo deliberamine preuio condidit et feeit ipsius 
vniuersitatis munimine subeunte, facitque et ordinat per prosen- 
tes Hec que sequuntur capitula comprehendentia. 

De festo S. Katherine. 

2. Inprimis itaque Sanetissimam dei virginem et martirem 
Katherinam, que sapientum victrix extitit, ipsa facultas in pa- 
tronam eligens dignissimam Statuit et a posteris singulis ipsius 
facultatis Suppositis inviolabiliter obseruari voluit, ut ipsius 
S. Bjitherine patrone nostre festum [25. Nov.] per eam faculta- 
tem cum primis Vesperis et Missa solenni solitaque collacione 
peragi debeat et celebrari '. 

IL 
B. STATUTA 1505. 

' B schaltet nach Absatz 2 ein: 

Item in festo S. Catherine virginis et martiris gloriose, pa- 
trone nostre, post primas vesperas collatio fieri debet, pro 
cuius celeriori fine huiusmodi de consensu dominorum prepositi 
et decani ecclesie collegiate loci, per vnam horam anticipentur 
Item decauus ecclesie ad rogatum facultatis officium misse can- 
tet, Et ante quam solennis doctorum et magistrorum processio 



r 



Statuta 1477 u. 1505. 323 

3. Preterea Quia et fratribus et Benefactoribus nostris vices 
reddere iubemor Statuit atque pro ipsius fncultatis incremeuto 
vberiori ordinauit, vt eorundem fratrum et Benefactorum om- 
nium defuuctorum memoria, cum Missa celebranda defuneto- 

cmn sceptro fiat vniuersitatis, Decanus facultatis artium Rectori 
yniuersitatis pro tempore iungatur in choro, qui simul in pro- 
cessione omnes alios antecedant. 

Maudet etiam huius intuitu decanus domiuica proxima ante 
Gatharine mandato scripto, tarn in dicta ecclesia, quam in 
bursis et earum ianuis publicando, omnibus tam birretatis quam 
Scolaribus facultatis artium, reliquaimm facultatum superiorum, 
tam capita quam membra exhortando, vt primis vesperis coUa- 
tioni et officio misse intersint, necnon oblationi per ea fieude, 
prout facultatis artium membra in hijs negligentia quatuor soli- 
dorum h. cupiant penam euitare. 

Item omnes et singuli magistri de regen tia facultatis, in 
eodem festo S. Gatharine intersint processioni solenni, sub pena 
suspensionis a regentia per integrum annum et priuationis 
prandij, [ita quod ad facultatem non sit recipiendus, etiam quo- 
cumque modo ante annum]. 

Item omnes et singuli de regentia facultatis artium in- 
gredientes processionem incipiant a choro, redeundo denuo ad 
cborum vel capellam vniuersitatis , sub pena priuationis prandii. 

Item decanus facultatis artium in vigilia Gatharine per se 
ipsum collationem faciat, non substituendo alium sine consensu 
facultatis, sub pena vnius floreni fisco facultatis artium irremis- 
sibiliter soluendi, et carentia diraidij floreni, quem alias de col- 
latione haberet. 

De expensis in festo S. Gatharine. 

Item in festo Gatharine habeatur prandium moderatum, 
expensis facultatis, quod conducetur per decanum et facultatem, 
secundum quod yidebitur ipsis congruentius. 

Item domino decano medium floreni, pro collatione habenda 
in vigilia S. Gatharine. 

Item ynam libram cerae pro candelis conficiendis. 

Item celebranti officium in die S. Gatharine, duos solidos, 

21* 



324 Facultas Artium. 

rum solita annis singulis die Mercurij angariali in quadragesima 
peragatur. His itaque missis prememoratis Magistros omnes et 
nobiles , Baccalaureos quoque et Scolares ipsius facultatis babitu 
decenti debitaque reuerencia a principio vsque in finem interesse 
et debito seruato ordine ofFerre voluit sub pena quatuor solido- 
rum h. Quo circa statuit similiter Yt decanus ipsius Facultatis 
eosdem omnes et singulos per publicam intimationem con- 
uocet suis suppositis mandando, Doctores yero et alia vniuersi- 
tatis supposita, quatenus missis huiusmodi interesse velint, ex- 
hortando, prout ipsam artisticam facultatem magis honorare 
cupiant. 

Prouideat quoque decanus pro tempore de singulis ad 
officia buiusmodi necessariis et opportunis videlicet de presby- 
tero Missam celebrante Ministrantibus Cantoribus Gandelis et 
pannis supra feretram ponendis. Exponat denique isipse de fisco 
facultatis premissorum intuitu: Celebranti duos solidos h. , cui- 
libet Ministrantium octo denarios, Totidem Rectori Scolarium, 

Item ministrantibus ad altare, cuilibet vuum /? h. 
Item cantoribus, cuilibet octo denarios, 
Item iuueuibus deferentibus candelas 1 /?. 
Item edituo duos solidos h., quorum loco hucusque consueuit 
accipere prandium, 

Item rectori scolarium, duos solidos h. 
Item organiste, duos solidos h. 
Item ejus famulo, tres denarios '. 

De personis ad prandium Catharine iuuitandis. 

Item inprimis inuitentur ad prandium Catharine omnes de 
consilio vniuersitatis et regentia facultatis, in cuius repensam 
vniuersitas soluet singulis annis facultati artium 1 fl. 

Item D. Prepositus ecclesie coUegiate S. Georgii vna cum 
decano, plebano et predicatore ad hoc prandium inuitentur. 

Item de aliis personis egregiis aut spectabilibus , qui non 
sunt de consilio vniuersitatis aut de regentia fac. artium, an ad 
hoc prandium sint inuitandi, relinquitur arbitrio fac. artium, 
secundum quod ipsum actum cupiunt honorari. 

1 Zusatz: Item choralibus octo nummos. 



statuta 1477 u. 1505. 325 

Organiste et eum iaufintibus quindecim denarios, Sacriste ynum 
solidom, Juuenibus candelas facultatis deferentibus vnum solidum 
h., Pauperibus denique precipue Scolaribus tres solidos h. 

Placuit preterea vt exequie honeste juxta defuncti qua- 
litatem peragantur ita quod pro diuitibus moderati sumptus pro 
candelis et aliis, pro pauperibus vero per facultatem dei intuitu 
singula expendantur \ 

^ B. setzt statt des zweiten und dritten Absatzes von 3 : 

Item missa facultatis tempore quadragesimali fiat in 
monadteriis altematis vicibus et honoretur conuentus celebrans 
hanc missam quatuordecim aut sedecim solidis pro piscibus. 

Item decanus ex officii debito exigat penas a negligentibus 
interesse huic misse. 

Item defuncto magistro de consilio fac. actu exist^te 
sue peractionis primus septimus et tricesimus per fac. celebretur 
iu capella yniuersitatis sub prima missa cum officio misse de- 
cantando atque ministrantibus ciun candelarum vini et panis im- 
positione. 

Aliorum vero doctorum de consilio yniuersitatis, ma- 
gistrorum de regentia et scolasticorum de fac. a. so«- 
lus primus {ZusaU: peragatur cum impositione vini et panis). 

Item funus predictorum omnium ducatur cum tota fac. 
atque quatuor candelis accensis, similiter panno facultatis fer- 
etro supraposito et solenni processione ad locum sepulture. 

Item decanus per intimationem in bursis aut alias, sicut 
sibi visum fuerit expedire, conuocet omnes magistros et scolares, 
magistros sub pena octo den. et scolares sub pena solidi ad 
huiusmodi peractiones Missarum, ad cui4is pene executionem de- 
canum volumus esse astrictum. 

De expensis in funere et exequijs, 

Celebranti missam duos solidos, ministrantibus, cuilibet 
vnum solidum, 

Edituo vnum solidum, 

Bectori scolarium octo denarios, 

Scolaribus habituatis, candelas deferentibus et crucem, ante 
et circa funus, cuilibet ij den. 



326 Facultas Artium. 

De Matricula et Regentibus in facultate artium 
et quis ipsius membrum ceuseatur. , 

4. Statuitur quod omnium Magistrorum in artibus re- 
gentium sit vna facultas Concors, ab vno decano regenda, In 
qua BegenvS non censeatur, Nisi Magister in Matriculam facul- 
tatis inscriptus et eidera iuratus Qui disputationes ordinarias 
sub pena carentie presentiarum visitauerit et ordine suo dis- 
putauerit formaleque exercitium annis singulis rite perfecerit. 

5. Baccalaureus quoque volens facultati artium incor- 
porari Et in artibus continuare similiter inscribatur Alioquin 
ipsius facultatis membrum minime censeatur, actusque lectiones et 
exercitia, si qua compleuerit, ad gradus adeptionem sibi nequa- 
quam computentur. Magistros vero nostre facultatis Matricule 
non inscriptos hie in ipsa nostra facultate regere, legere aut 
disputare actusque lectiones et exercitia ab eisdem audita ad 
gradus in artibus adeptionem computari, Scolares quoque nostros 
audire tales nequaquam yolumus, Sub graui pena a facultate ar- 
tium indubie dictanda. 

6. Quo circa dicta facultas decreuit habere Matriculam 
quandam specialem in qua omnia supposita sua promota con- 
scribere possit Et si deo volente Magistrum vel Baccalauremn 
sie matricule nostre inscriptum viam universe carnis migrare 
contingeret, extunc per facultatem illius defuncti tanquam fratris 
nostri secundum ordinationem desuper conceptam exequie peragi 
debeant *. 

7. Preterea Statuit Facultas, vt quilibet Magister siue Bac- 
calaureus pro inscriptione in Matriculam decano persoluat duos 
solidos h. 

De fisco facultatis artium. 

8. Placuit quod Decanus fisco deputata in archam facul- 
tatis diligenter reponat, cuius arche claues habeant duo Seniores 
Magistri, vtriusque vie vel duo consiliarij cum Decano, juraturi, 
Quod fideliter res commissas cum clauibus velint custodire*. 

^ Die Worte : Et si - - debeant fallen weg. Ebenso Absatz 7. 
* Der Titel lautet in B : 



statuta 1477 u. 1505. 327 

De electione decani eiusque officio jura- 

mento et potestate. 

9. Statuit artium facultas Vt Rectore Vniuersitatis electo 
statin! eadem die, decanus pro tempore omnes Magistros de con- 
silio facultatis ad electionem noui decani per pedellurn nomi- 
natim conuocari faciat, Et extunc eligatur per ioramentum pre- 
stitum in Decanum Magister ydoneus grauis et morigeratus actu 
Regens, Qui ad minus quatuor annorum sit Meister, Ita quod, 
in quem maior pars facultatis cousenserit vel in quem decanus 
antiquus parilitate Totorum concurrente declinauerii, habeatur 
nouus decanus solum per vnius anni cursum permansurus. Qui 
et decanatum (postquam sibi de electione constiterit) infra diem 
naturalem sub pena duorum florenorum fisco facultatis applican- 
dorum assumere teneatur. 

10. Juret quoque decanus Sic primum electus in Manus an- 
tiqui decani vel Senioris Magistri in totius facultatis presentia hoc 
modo : 

Ego Juro et promitto Vohis domino Decano antiqtw aut 
vices gereiiti totique facultati artium, quod fideliter pro facul- 
tate artium agere volo, officium meum accurate exercere, sta- 
tuta et in facultate conclusa pro posse munutenere, congrega- 
tiones facultatis iuxta ordinationes et statuta facere, Ordinafiones 
et Statuta ipsius facultatis infra Mensem cum debita exharta- 
tione pro suppositorum Moribus et Disciplina in Scolis publi- 
care^ Sigillum*, librum Statutorum et actorum, Matriculam et 

Placuit, quod decanus fisco deputata in arcam facultatis 
diügenter reponat, sub debito juramenti. 

Area autem facultatis quatuor claues habere debet, quarum 
vnam decanus pro tempore, reliquas duas consiliarii decani, quar- 
tam vero senior illius vie, de qua decanus non est, fideliter ser- 
uent et custodiant, 

Item clauigeri eligantur eodem die, quo antiquus decanus 
rationem facit, Juretque decanus cum clauigeris, quod fideliter 
res commissas cum clauibus velint custodire. 



* Des silbernen Scepters der Facultftt geschieht weder hier noch 
oben bei dem Cerimoniell des Katharinenfestes Erwähnung, obschon das 



328 Facultas Artium. 

alia per anfiquum Decanuvn michi oblata et commissa sub üda 
custodia tenere, Ntdlas literas dbsque facultaiis expresso con- 
sensti vel consiliariorum meorum sigülare, Bationem de sin- 
gülis perceptis et expositis infra mevsem post mei officij re- 
signationem coram facultate fideliter facere et facultati inprompta 
pecunia de restantia satis facere, Statuta denique me concer- 
nentia infra octo dies perlegere. 

11. Officium preterea Decani sit, in Disputatione or- 
dinaria singula disponere, a Recitatione positionixm vsque ad 
finem per se vel per alium permanere, Congregationera cum ar- 
ticulorum formatione et horam comparendi, preter consiliariorum 
consensum, nisi necessitas exposcat, non facere, et illam per ce- 
dulam cum articulis deliberandis, Nisi causa obstiterit, Sub pena 
arbitraria a facultate infligenda iutimare, Vota singulorum se- 
cundum ordinem attente coUigere, Juxta pluralitatem votorum 
tunc presentium vel cum suo, si paria fuerint, concludere, Om- 
nia conclusa sub suo officio signare, Signata infra Mensem post 
resignationem officii, vt memoratu digna in libro actorum sig- 
nentur, coram facultate pronunciare, Receptos ad regentiam fa- 
cultatis ad matriculam suo ordine conscribere, Singulos excessus 
et negligentias in publicis et bursalibus actibus magistrorum et 
Huppositorum pro posse corrigere et emendare. Adhoc etiam si 
opus fuerit, facultatis vel Vniuersitatis auxilium implorare, Sine 
facultatis consensu ab hoc opido ultra quindenam se non ab- 
sentare. Sin autem Vices suas antiquo sue vie decano vel se- 
niori Magistro committere, festa facultatis artium, Yacantias et 
cessatioues ab actibus per pedellum auisatus intimare, Et rebel- 
les Magistros a Begentia et consilio suspendere. Et vt decanus 
huic suo officio, accuratius intendere possit, Placuit facultati, vt 



Scepter der Universität genannt ist und jenes um so mehr anzuführen war, 
als es gerade das Bild dieser Patronin der Facultät trägt. Man wird da- 
raus schliessen dürfen, dass die betreffenden Abschnitte vor Erwerbung 
des Scepters redigiert waren. — Das Scepter, welches wie das Sigill 
noch vorhanden ist, lieferte Michel Goldschmid von Weilerstadt am 
29. Mai 1482 ab. Es wog 3 Mark 2'/« Loth und würde mit 32 fl. 2 ff. 8 iJ 
Heller, nebst einer propina von V» A» bezahlt. Fach XV, 14 und Crusius 
Excc Mh. 369. S. 556. Die Facultät in Heidelberg hatte für ihr schwereres 
Scepter mit demselben Bild 1454 die Summe von 54 ü. 5 /? bezahlt. 



statuta 1477 u. 1505. 329 

isipse ex fisco facultatis quatnor florenos cum intitulatura Bacca- 
laureandorum et Magistrandorum , non obstantibus alijs sibi de- 
bitis, leuare habeat. 

12. Denique statuit facultas, Yt inantea Decanus Bon ha* 
beat neque debeat exponere quicquam nomine facultatis yltra 
quartam floreni, Nisi* cum conformi omnium Magistrorum 

^ Von hier an hat B. : nisi cum maioris partis magistrorum 
de consilio fac. consensu. 

Item electio decani fac. a. per yota occulte prestita 
fiat, preuia tamen interlocutione, ita tamen quod omnium et sin- 
gulorum Vota ab antiquo decano coUigantur. 

De pecunia per Decanum recipienda et exponenda. 

Quilibet Decanus nouiter electus , mox post rationem per 
antiquum Decanum factam, pecuniam per eundem Decanum an- 
tiquum presentatam in presentia facultatis yna cum cera et aliis 
ad fac. spectantibus ad et in arcam integre deponere et recludere 
debet, sub debito piestiti iuramenti. In quam arcam eciam duo 
zedule, quarum vna recessum antiqui Decani, reliqua summam 
totam repertam retineant, includantur. 

Item Decanus ad vsum vltra decem florinos de pecunia fa- 
cultatis per iuramentum non recipiat. 

Item magister de consilio fac. artium statum suum mu- 
tans in yno florino honoretur, post scilicet primicias celebratas, 
post solennisationem matrimonij , post receptionem insignium 
doctoralium in tribus superioribus facultatibus. Decanus vero, si 
statum mutauerit, in duobus florinis honoretur. 

Item Decanus legendo statuta facultatis potest recipere ex 
fisco quartam partem floreni, in subsidium collationis habende 
cum magistris eum honorantibus. 

Item Decanus magistros in prandiis suo ordine locare habeat, 
si quis autem circa hoc Decano seu eins mandato non obtempe- 
rauerit, talis suis expensis prandium soluat, ad cuius pene exac- 
tionem Decanus diligenter vigilare habeat. 

Item decetero Decanus facultatis artium stallum habeat in 
capella yniuersitatis, in sedibus doctorum, quem pedellus ad actus 
publicos atque ad templum semper comitetur. 



330 Facultas Artdmn. 

de consilio facultaiis, NuUo discrepante, consensu. Non etiam 
iaispe Decaniis huiasmodi quartam floreni ant minus expendat, 
Nisi vniformi suorum Consiliariorum concurrente assensn nnllo 
contra dicente« 

De consiliarijs decano deputandis eornmque 

officio et juramento. 

13. Amplius Statuit Facultas et ordinauit, yt quo decanus 
eligatur die eligi debeant et duo Gonsiliarij eiusdem, Quo- 
rum vnus antiquus decanus immediatus (si commoditas admittat) 
Alter vero alterius vie ad minus triimi annorum Magister exis- 
tant, Quorum consilio Decanus facere [habeat] coogregationes 
facultatis artium Sub pena per Deeanum et eos aut alterum eorum 
cum Decano dictanda. 

14. Jurabunt itaque Gonsiliarij ijdem coram facultate in 
manus decani, Quod officium eorum fideliter exercere velint sine 
dolo. Sit autem eorum officium de congregationibus facul- 
tatis faciendis sub pena per eos dictanda, cum decano deliberare, 
Deeanum quotiens fuerit vtile et necessarium pro facienda con- 
gregatione requirere. Sigillo facultatis cum decano sigillare, 
Denique ad iussum decani, quotiens per pedellum yocati fuerint 
in negocio facultatis ad eundem deeanum yenire et properare. 

15. Item Statuit facultas, quod electos in Gonsiliarium, Si 
iurare recuset, vt premissum est, soluat pro pena ynum florenum 
fisco facultatis applicandum. 

De consilio facultatis ac qui et quales ad ipsum 
recipi debeant prestandoque Juram ento per eosdem. 

16. Placuit facultati vt de cettero omnes magistri qui in regentia 
facultatis duos annos compleuerint, Sub pena amissionis regentie 
ad consilium facultatis recipi petant, qui et omnes recipiantur, 
Nisi forte canonicum obstiterit impedimentum Ita tamen quod 
habito singulorum consilio non nisi parium de singulis viis vota 
computentur, a senioribus de consilio iiichoando ^. 

^ statt Absatz 16 hat B. : Item de consilio fac. a. debent 
esse quatuor collegiati, decem conuentores, duo pedagogi et duo 
resumptores magistrandorom de ytraque via. 



StatuU 1477 u. 1505. 331 

17. Statuit insuper ipsa facultas, vt ad oonsilium recipi desi* 
derans, priusquam recipiatur, iuramentum in manns decani solenne 
prestet, rt sequitur : primo iurabit quod super omnibus propositis 
sanius oonsilium dare velit, prout sua conscientia super re proposita 
dictaverit, Qtfodqtie Bonum faeultatis, yuitatem et honorem pro 
posse et nosse procurabit, Item quod secreta consilij facultatis artium 
et quecunque decanus eiusdem mandauerit non revelari vel perpetuo 
vel ad tempus, iuxta facti qualitatem, non revelet, Jteni quod 
Magistrum sie vel sie deliberantem , precipue in odiosis, directe 
vel indirecte nutu vel signo non prodat. Reuerenter decanum 
et Magistros Seniores de facultate tractabit, Decano eidem in 
hiis que facultatem concernunt obediat, Vocatus denique a decano 
sub pena in cedula conuocationis dictata vel dictanda compareat. 
Preterea Statuit facultas quod quilibet in facultate contra alium 
querelam faciens, is quoque aduersus quem querela formatur, vel 
saltem pro se aut alio supplicans, mox formata vel supplica- 
tione vel querela a consilib exeat, donec preuia deliberacione 
decanus duxerit eum reuocandura. Ita tarnen, quod in alijs for- 
sitan tunc propositis articulis Voto suo is non spolietur. Cette- 
rum Similiter statuit facultas, quod si vocatus ad consilium non 
comparuerit vel etiam per pedellum pluries quesitus reperCns non 
extiterit, quod tunc alij presentes de consilio concludendi et dis- 
ponendi habeant facultatem, Ac si absentes presentes forent, Si 
saltem nuUi viarum quid preiudiciale tractetur. 

De leetionibus et exercitijs pro vtroque gradu '. 

18. Statuit facultas artistica, Vt decanus omni anno ad fe- 
stum S. Ambrosij [4. Apr.] singulos Magistros in facultate eadem 

^Statt der Titel 18 bis 25 hat B. folgende: 

De leetionibus et exerciciis in bursis pro vtroque 

gradu. 

In maiori logica mane ante prandium hora sexta, in am- 
babus bursis. 

In paruis naturalibus hora septima ante prandium, in 
ambabus bursis. 



332 Facultas Artium. 

regenies solis Canonicis coUegij exceptis, conuocet sub pena pri- 
uationis regencie ad eligeudum leetiones et exercicia formalia per 
tuuc instantem annum exercitanda. Ita tarnen quod discreta fiat 
in qualibet via electio a magistris eiusdem vie secundmn ordinem 

In PetroHispano et paruis logicalibns post pran- 
pium in hora prima, in ambabus bursis. 

In libris phisicorum, ethicorum, et de anima, hora 
secunda post prandimn. Est tamen ibi quoad libros de anima 
diuersitas in bursis. 

In grammatica post prandium hora quarta, nisi forte in 
ieiunio propter eontionem in cenobiis habendam. Tunc enim eli- 
gatur hora secunda vel alia conueniens. 

Delectionibuset resumptionibus inbursahabendis. 

Item nuUus magistrorum de aliquo exercitio plus pastus 
a Scolaribus exigere debet, quam juxta ratam temporis. Tempus 
autem a prima die exercitii inchoandum veniet, quam quiuis di- 
ligenter notare debet , quod si quis scolarium plus dederit, nihi- 
lominus ille sequenti magistro suam portionem astringatur dare. 

N^que aliquis magistrorum formale exercitium alibi, 
quam in bursa aut alio loco forsan per yniuersitatem et facul- 
tatem deputato exercere debet, sub amissione totius pastus, fisco 
facultatis applicandi. 

NuUus etiam magistrorum siue ordinarie siue extraordinarie 
resumens alium in hora sibi deputata impediat, videlicet lectionem 
vel exercitium yltra horam protrahendo. 

Insuper, ne baccalaurij aut scolares ab actibus formalibus 
quacunque occasioone retrahantur, statuit artium fac., vi tempore 
disputationis ordinarie tam magistrorum quam baccalaureorum 
aliorumque actuum fbrmalium, nullus magistrorum aut baccalan- 
reorum resumere aut alium quemcunque actum scolasticum facere 
presumat, sub pena duorum solidorum fisco applicandorum, totiens 
quotiens huic contrauenerit statuto. 

De pedagogio. 

Item de qualibet via, in electione noui decani, eligatur vnus, 
qui Sit superintendens pedagogij, 



r 



statuta 1477 u. 1505. 338 

senii procedendo. Quod si numerus exerciciorum a numero Ma- 
gistronuu regencium et eligencium defecerit, possint ex tunc 
Magistri quos ordo ille non tetigerit cum quibuscuaque superio- 
ribus coucurrere. Si autem aliquid nondum electum restet, facultas 

Item singuli scolares ysque ad baccalaureatus adeptionem 
pedagogij resumptionem visitare sint astricti, sub pena solutionis 
totius pastus. 

Item pedagogus a scolaribus pedagogij non accipiat salarij 
nomine vltra vnum aureum , per integrum annum, ab illis yero, 
qui infra annum lectiones audire cessant, recipiat secundum ratam 
temporis. 

Item rectores pedagogij a scolaribus, cum quibus est habita 
taxa, Tel qui ipsam adhuc concupiscunt, pastum exigere non de- 
bent, nihilominus tamen lignalia et alia soluent. 

De resumptoribus magistrandorum. 

Yoluit facultas, quod resumptor magistrandorum imme- 
diäte post diem promotionis nouellorum magistrorum, cum ms^- 
strandis sese ad futuram promotionem examini submittere volen- 
tibus, incipiat xepetere ante prandium in logicaAristotelis, 
post prandium vero in phisica, ytrobique textualia declarando, 
prout tempus patitur. Ita tamen , quod singularem faciat dili- 
gentiam in yeteri arte, libris priorum et posteriorum, 
item in quatuor libris phisicorum, de anima et paruis 
naturalibus. Etyt omnia illa debite fiant, Rectores bursarum 
superintendere debent. 

Yoluit denique facultas, omnes et singulos magistrandos esse 
astrictos ad audiendum huiusmodi repetitiones, pro quibus singuli 
magistrandi dabunt resumptori quatuor solidos. Nee aliquis mar 
gistrandorum ab auditione illarum excusabitur per hoc , si dicat, 
se prius audiuisse illas repetitiones, Nisi eas tanquam magistran- 
dus audiuerit et int^rum pastum soluerit resumptori. 

Si yero aliquis magistrandorum legitimam pretenderet habere 
causam, propter quam ipsum resumptorem nollet audire, yel 
etiam non posset, talis eandem causam facultati proponat, quam 
facultas, prout sibi equum yidebitur, approbare yel reprobare 
potest. Yoluit tamen facultas, quod resumptor illius yie, de qua 



334 Facultas Artium. 

yt eligatur prouidesL Ibna placuit facultati , quod Magister li- 
brum quem semel elegit infra qninquenuium denuo eligere 
eundem non possit 

19. Item statuit simUiter, quod ynusquisque Magistrarom 
legens aut exerciians statim ad cont actum horeScolas intret 
lectioBem aut exercicium incipiat per boram iutegram continuando, 
vt non yltra, ne alios actus impediat. In ebdomada, si fuerit 
integra, non nisi vnum festum faciat, in non integra vero 
iiu]lum nisi aliqüod festum coUegii in tali septimana occurrat, 
sub grauibus penis a facultate infligendis. Nee citra tempus sue 
lectioni aut exercicio prefixum et vt infra a facultate düfinitum 
ipsum exercicium aut leccionem finire presumat, neque vltra spa- 
cium vnius septimane excedat sub peua amissionis pastus eiusdem 
exercicii et leccionis, dolo tarnen et fraude seclusis. 

20. Amplius placuit facultati, quod talis seruetur legendi 
forma, vt videlicet primum Magister cum diligencia morose 

est magistrandus , qui huiusmodi causam proponere vult, ante* 
propositionem jexeat. 

Item si aliquis m^istrandorum post medium Tel circa finem 
mutationis illas repetitiones audire inciperet, talis nihilominus 
integrum pastum soluat, ac si a principio mutationis easdem au- 
dire incepisset. Nisi hoc ex legitima causa factum fuisset, quam, 
vt supra, facultati proponere debet. 

Yoluit denique facultas, quod magistrandus ex alia Yuiuer- 
sitate adueniens, toto tempore quo hie in nostra vniuersitate vt 
magistrandus stetit, soluat resumptori integrum pastum, videlicet 
eptomodatim quatuor solidos. lUo vero tempore quo non fuit 
hie, computando a primo die, quo resumptor incepit repetere illis 
magistrandis , cum quibus talis alienus promoueri cupit, soluet 
resumptori pro qualibet septimana octo nummos. 

Item pauper qui taxam recepit , resumptori medium soluat 
pastum. Per hoc tamen facultas voluit claudere viam, quin si 
talis pauper in sumptibus, vestimentis et aliis vanitatibus exces- 
siuus fuerit, ab eodem vltra medium pastum exigere possit. Si 
vero humilis, discretus, parcus et studiosus fuerit, et a resumptore 
gratiam petierit, tunc resumptor minus dimidia parte vel omnino 
nihil recipere possit. 



r 



Statuta 1477 u. 1505. 335 

teztum l^at, quateaus Soolares omnes texfcus sues (quos habere 
debent) corrigere possint et punctare, deinde textum diuidendo 
et artificialiter continuando sentenciam summarie et per modum 
conclusionis exprimat, nichil ad pennas dando exceptis dumtaxat 
diuisioaibus continuacionibus et sentenciis textus. 

21. Geterum statuit facultas, vt infra 8cripti libri legantur 
et exercitentur ordine et tempore aimotatis pro pastu eis annexo, 
ad quem integre teneatur quilibet siue Baecalaureus siue Scolaris 
et nou minorem, preter decani et ad taxam deputatorum de- 
cretum. 

Exercicia pro Scolaribus cum lectione. 

22. Ysagoge Porphirii lectio hora * — ^ Y /? 

exercitium hora secunda^ '^' 

Predicamenta et peri arminias [de interpretatione] Aristo- 
telis eisdem horis XVI ß, 

Priorum analiticorum lectio et exercitium eisdem horis XV /?. 

Posteriorum analiticorum lectio hora octaaa dempto titulo 
de iguoranciis, exercitium hora secunda IX ß. 

Quatuor libri Topicorum ab eisdem horis VIII ß. 

Elencorum ab * — VIII ß, 

Tres primi tractatus Summe Naturalium Alberti, exer- 
citium post prandium hora quarta, precium IX ß, 

Ultimi duo libri A. ^ exercicium precium IX /?. 

Exercicia pro eisdem absque lectione. 

23. Primus quartus et quintus tractatus Petri Hyspani 
h. sexta VIII ß. 

Secundus et tercius VI /?. 
Parua logicalia ^ XIV ß* 



1 Angabe der Stunde ist offen gelassen. 2 Lücke. 

3 De proprietatibus terminorum sc. suppositione, ampliatione, appella- 
tione, restrictione , alienatione Aristoteles speciales libros non edidit, sed 
alii autores utiles tractatus ediderunt ex bis qu» sparsim philosopbus in 
suis libris posuerat; et ista sie edita " dicuntur Parva Logicalia eo 
quod a minoribus auctoribus respectu Aristotelis sunt edita. Prantl G. 
d. Logik II, 204. Sie bilden den Inhalt der 5 letzten Bücher der Summula 
des Petrus Hispanus. 



336 Facultas Artium. 

Et secundnm hanc ordiDacionem Scolaris per int^um an- 
uum semper habet duo exercicia et vnam lectionem, sed ab Yr- 
bani [25. Mai] vsque Vdalrici [4. Jul.] ynam habet lectionem 
et tria exercicia. 

Summa pastus exerciciorum formalium et lectionum pro 
gradu Baccalaureatus quatuor floreni '. 

Exercicia vero pro Baccalauriis cum lectione. 

24. Phisioorum quatuor primi A. lectio et exercitium mane 
hora sexta, precium yna libra. 

Quatuor vltimi eisdem horis legantur et exercitentur , pre- 
cium XV ß h. 

De celo et mundo preter tercinm lectio hora sexta exerci- 
cium ... 1 libr. h. 

De generatione et corruptione A. lectio et exercicium vt su- 
pra, precium XV ß h. 

De anima, precium XIIII ß h. 

Metaphisica preter tercium et yndecimum a Luce [18. Oct.] 
vsque purificacionis [2. Febr.] aut Valentini [14. Febr.], 

Metheororum a purificätionis aut Valentini vsque Philippi 
[1. Mai]. 

Ethicorum et economicorum a Philippi vsque Natiuitatis 
Marie [8. Sept.]. 

Paruorum naturalium a Natiuitatis Marie vsque Luce. 

Exercicia Gonuentorum pro Baccalauriis. 

25. Ethicorum quinque primorumj 

Paruorum Naturalium > Pastus 11 florenorum. 

Metheororum trium primorum ) 
Siunma pastus pro eisdem actibus IUI floreni. Ttaque 
Baccalaureus quottidie per circulum anni diebus saltem quibus 
l^endum est duas lecfciones habebit cum duobus exercitiis. 

De ordinaria disputacione Magistrorum. 

26. Statuit facultas, quod Magister actu regens, quociens- 
cunque eum ordo tetigerit, in habitu ordinär ie disputare 



1 der Gulden = 28 Schilling, das Pfund Heller ^ 20 Schüling. 



^ 



statuta 1477 u. 1505. 337 

teneatur sab pena medii floreni, nisi forte illo tempore presens 
non esset, vel ex racionabili causa, quam decauus cum consilia- 
riis approbare habeant , pro tunc disputare non posset. Extunc 
enim decanus, ne scole negligantur, de ali o disputante provideat, 
et nichilominus Meister talis neglectam disputacionem liuius- 
modi posterius supplebit, sub pena priori, si saltem de regencia 
facultatis arcium esse velit. 

27. Girculo auiem Magistronim finito Decanus pro tunc 
existens, tanquam caput facultatis, primum et ante omnes alios 
disputabit, nisi forte Rector Yniuersiiatis protunc de regencia 
facultatis fuerit, extunc decanum precedere habebit, itaque de- 
inceps alii Magistri secundum ordinem matricule disputent, hora 
sexta in estate et septima in iieme inceptantes. Sophiste quo- 
que, qui de numero senarium excedere non debebunt, ex quibus 
adminus vnus grammaticus sit, per horam audiantur, deinde dis- 
putans duas tantum questiones proponat, contra quarum posiciones 
tres aut quatuor raciones deducat. Äd has etenim questiones 
dumtaxat quatuor Baccalaurios ad maximum sibi contradicentes 
respondere volumus. 

28. Insuper statuit arcium facultas, vt nullus arguens vltra 
tria argumenta proponat, quorum eciam duo tantum deducat. 

29. Decanus eciam presidentem et respondentem (si opus 
fuerit) dirigat, idem faciat in absencia decani ille, cui ipse deca- 
nus vices commiserit, aliis tacentibus, sub pena Septem solidorum 
fisco tptiens quociens applicandorum. 

30. Talis autem disputacio deinceps qualibet septimana semel 
sabbatina die fiat, in qua decanus cuilibet disputantium suo 
ordine quatuor denarios distribuat, duplo semper decano et pre- 
sidenti cedente '. 

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* Statt der Absätze 28. 29. 30 gibt B. folgende ausführliche Be- 
stimmungen über Disputationen: Insuper rector vniuersitatis pro 
tempore a disputatione ordinaria supportatus esse debet, si petat, 
sui officii durante tempore. 

Item conclusum est, quod nullus magistrorum aut Baccalau- 
reorum facultatis artium, cuiusuis vie, in illarum questionum vel 
sophismatum titulis, super quibus ipse disputaturus existit in 
eadem facultate, presumat vUum verbum mordax vel punc- 

Urkunden der U. Tabingen. 22 



838 Facultas Artium. 

De statu st udentium facultatis artium. 

31, Placuit, vt quilibet tarn Baccalaureus quam Scolaris rii- 
ligenter audire teneatur omues lectiones formales cum 

tiuum, aüt ex quo alios alterius vel illius vie magistros vel 
Baccalaureos exacerbari , morderi vel' ad dissentiones prouocari 
contingat. Ad quas precaueudum ordinamus, quod pedellus per 
quindecim dies permoneat magistrum vel baccalaureum presessu- 
rum, quatenus se disponat ad presideudum, atque in octaua ante 
sue disputationis diem tradat eidem pedello zedulam suarum po- 
sitionum disputandarum, quam et idem pedellus primo ante om- 
nem earundem positionum intimatiönem vel publicationem pre- 
sentare teneatur antiquo decano, consiliario alterius yie, cum nouo 
decano eiusdem facultatis, quibus si non de concordi Yoto vtrius- 
que vel vnius tantum, alterius forte vie, in qua magister preses-- 
sums est, positiones ipse vel earum aliqua, aut earundem ponendi 
modus placuerint, teneatur extunc prefatus magister vel Bacca- 
laureus disputaturus , taliter alterare et variare positiones suas, 
qualiter ab vtroque decementur disputande, alioquin omnino de 
illis supersedeatur. 

Verba auteni mordentia, exacerbatiua atque punctiua, a qui- 
bus in ipsis positionibus erogandis atque intimandis abstinendum 
est, hec que sequuntur, et eis equiualentia indicamus, heresis, 
hereticum, sapiens heresim, erronetim in fide, suspectum in fide, 
periculosum, sommare^ erroneum^ eciam si i« fide non apponat, 
stolidum, asini7ium, irrationabile, falsissimum, itiprobabilissimumj 
maledictutn, vel bis eciam contraria, vel magis rationahile, ma- 
gis probabile, vcrissimum, magis verum, magis probabile, vel 
probabilissimum , que omnia et decani et consiliariorum suorum 
iudicio pariter et discretioni duximus committenda ad arbitrandimi. 

Et si aliquis magistrorum huic salubri statuto non paruerit, 
verum aliquam positionem, que aliquid ex bis verbis, aut eis con- 
similibus contineret, intimauerit, ipsa non preostensa nee appro- 
bata, modo predicto , Is ipso facto, duorum florenorum mulctam 
artium fac. fisco irremissibiliter soluendam incurrat. Suspensus 
quoque sit a regimine fac. artium, atque ab oranibus emolumentis 
eiusdem, ita quod nullum ins eidem in hijs, in quocunque foro 



statuta 1477 u. 1505. 339 

exercitiis secundum suum statum, yt premissum est, a principio 
Tsqne ad finem, et boc ex proprio Tel alieno textu, ita tarnen, 
quod andientes ex vbo textu numerum temarium non excedant. 
Lectiones quoqtie et exercitia ueglecta, et in quibus inscdencias 

acquiratur, ueque pro ipso taliter suspenso vniuersitas quoquo 
modo se intromittat, suspensionis penam relaxando, donec facul- 
tas duxerit seeum dispensandum pluralitate votorum, absque de- 
cani Yoto. 

Talis autem disputatio deinceps qualibet septimana semel 
sabbatina die fiat, in qua decanus, cuilibet disputantium, suo 
ordine quatuor denarios restituat, duplo semper decano et presi- 
denti cedente. 

Insuper quiuis magister suis loco et ordine per se presidere 
teneatur. 

Item si quis magistrorum presidere non possit, Is per se 
decanum accedat causam allegaturus, cur presidere non valeat, 
que deinde caasa, si decano et suis consiliariis rationabilis visa 
fuerit, approbetur ac per decanum de alio disputante prouideatur, 
nee talis magister ad presidendum admonitus per pedellum aut 
cedulam pedello traditam se erga decanum, cur presidere non 
possit, excuset, nee ipse pedellus talem excusationem ad decanum 
referre presumat, sub pena per facultatem arbitranda. 

Item magister volens protiteri accipiat questiones et so- 
phismata pro capacitate respondentium et huiusmodi questiones 
et sophismata ipsis respondentibus per triduum ante disputatio- 
nem declarare et cum eis disputare teneatur, iuxta vniuersitatis 
statutum. 

Item magistri artium in hyeme hora septima, in estate 
vero hora sexta disputationem artium incipiant, in cuius ex- 
ordio per integram horam magister presidens respondentibus po- 
sitiones proponere declarare et cum ipsis disputare astrictus sit, 
sub pena priuationis presentiarum. 

Pedellus quoque super eo vigilare et tales negligentias de- 
cano denunciare, sub pena priuationis presentie, teneatiur. 

Statuimus denique, quod quoad supramemoratas penas trans- 

gressoribus inJBigendas, aut ad declarandum eos huiusmodi penas 

incurrisse iudices existant, decanus fac. a. aut vicem tenens, 

22* 



340 Facultas Artimn. 

commisit, signare tenentur, sub pena retardacionis in finem, vt 
tempore admissionis ad temptamen super hijs coram facultate 
deponere et dispensacionem petere possit. 

32. Insuper, ne Baccalaurii aut Scolares ab actibus for- 

cum suo predecessore, quibus in hac parte vniuersitas atque 
artium fac. tributam potestatem siue iurisdictionem esse volunt 
atque dedarant, in notoriis de piano et sine iuris strepitu cog- 
noscendi et decemendi competere. In aliis excessibus decanus 
facultati denunciet, yt facultas ipsa, appellatione remota, de piano 
et sine strepitu iuris cognoseat atque decernat penas transgres- 
soribus infligendas , iuxta excessus qualitatem ac facti circum- 
stantiam, atque secundum incorrigibilitatem vel contemptus quan- 
titatem. 

Sin auteni predicti iudices non concordauerint , adiungatur 
eisdem decanus facultatis theologice pro tempore , cui similem 
tributam vult vniuersitas esse potestatem. 

De disputatione magistrorum quantum ad ar- 

g u e n t e s. 

Magister volens arguere disputationis locum ingrediatur h o- 
neste vestitus, cum capicio et birreto decenti. 

Item magister suo ordine et loco argumentari et post deduc- 
tionem suorum argumentorum in loco disputationis, donec ma- 
gister eum sequens sua argumenta deduxerit, permanere teneatur, 
sub pena priuationis presentiarum. 

Si vero aliquis magistrorum propter lectionem aliquam or- 
dinariam ordinem et locum suum neglexerit, et eam causam de- 
cano allegauerit , babebit decanus iuxta persone qualitatem dis- 
cernere, et si talis sit, qui eo tempore lectiones visitare consue- 
uit, eundem si sua argumenta, vt decet, deduxerit, presentijs non 
priuabit. 

Item quo major in disputatione obseruetur honestas ac matu- 
ritas, voluit eciam facultas, vt magister arguens, latinis et non 
teutonicis arguat verbis , ne potius risum, quam vtilitatem 
disputando promoueat, pena sub eadem. 

Item nullus arguens vltra tria argumenta proponat, quorum 
duo duutaxat deduoat, sub pena priuationis presentiarum, et si 



statuta 1477 u. 1505. 341 

malibus quacunque occasione retrahantur, statuit artium facul- 
tas, Yt tempore disputacionis ordinarie tarn Magistrorum quam 
Baccalaureorum aliorumque actuum formalium nullus Magistro- 
rum aut Baccalaureorum resumere, aut alium quemcunque actum 

haue penam non curauerit et per decauum admonitus non cessa- 
uerit, pena arbitraria per facultatem infligenda puniatur. 

Item magister arguens suum argumentum proponere et sco- 
1ares id ipsum assumere debent, presidente scolarem sie dirigente : 
ecee illa est maior aut minor et quid dicis ad eam^ quod si 
respoudeus non respondeat, quia forsan ignarus, presidens magi- 
ster soluere possit argumentum, arguente nihil replicante. 

Item in disputatione magistrali artistarum neque arguens 
neque magister presidens Ulis vtantur terminis vel loquendi mo- 
dis videlicet heresia, hereticum et similibus, dicendo vel infe- 
rendo aliquid fore hereticum vel sapere heresim, suspectum de 
heresi, erroneum in fide, vel damnatum per ecclesiam^ asininum 
vel stolidum, verum ab illis abstinere omnino volumus et mode- 
stis vti verbis scolasticis , puta sie dicendo : non videtur verum, 
vel est inconueniens^ inprobaiile, inopinabile. Volumus preterea, 
vt omnes a reliquis verbis, licet minus mordacibus, abstinere stu- 
deant, rationibus et auctoritatibus, non contumeliis aut conuiciis 
disputando. Qui sd eciam in huiusmodi, licet minus mordacibus, 
excesserint, subiacent pene duorum florenonun, vt habetur supra 
capitulo precedenti , sie incipienti : Item conclusum est , quod 
nullus magistrorum etc. 

Insuper volumus, vt de nulla disputatione mere theolo- 
gica quisquam artistarum se in scolis eorundem introraittat, ita 
vt pro conclusione vel positione sue disputationis teneat, nee 
vlhim doctorem sue vie quisquam alio extoUat vel efferat titulo, 
quam consueto. Et si inter disputandum aliqua occurrerit pro- 
positio theologica, que pregnans existat aut aliquam obscuritatem 
pre se ferat, quam arguens ipse vel assumit, vel inferre eonatur, 
extunc ipse magister presidens, eandem nequaquam iudicare ha- 
beat, si vera sit vel falsa, verum dicat: neque vestrum est, hie 
ülam inferre vel assumere, neque meum est, hie ad eam respon- 
dere. Quod si deinde ad hec verba presidentis vel decani aut 
vicedecani (quem sub sui officij debito, vt diligenter in hoc casu 



342 Facultas Artiiim. 

scolasticum facere presumat, sub pena duorum solidorum fisco 
applicandorum, tociens quociens huic contrauenerit statato. 

33. Item statuit, quod singuli Scolares et Baccalaurii in 
tercia aut quarta lectione, similiter et exercicio, se inscribi 

silentium inponat, astrictum esse Yolumus) arguens quiescere nolit, 
Presidenten! ipsum aut respondentem impellat atque inducere 
conetur, yt respondeat, extune talis magister arguens penam in- 
currat 1 flor. 

Item nuUus magistrorum in eorundem disputatione alteri 
magistro, qui tunc actu arguit, aut antequam argumenta sua 
consummauit atque quieuit, suum argumentum soluendi aut repre- 
hendendi animo reassumere presumat, neque verba sua eidem ad- 
huc interponat aut intermisceat vel interrumpat, quibus alteri 
suum argumentum soluere conetur, aut quibue eum, quo minus 
pacifice ipsum deducere queat, impediat, neque volumus quem- 
quam per hoc releuari , quod dicat se aliquid dicturum cum li- 
centia vel supportatione decani, vel cuiusuis alterius, sed ipso facto 
incurrere dimidij floreni penam sine gracia fisco fac. soluendi. 

Item magistris, qui tempore disputationis ordinarie sunt in 
examine aut temptamine , si alias consueuerint visitare disputa- 
tiones, debet dari pecunia, que magistris arguentibus dari solet. 

• 
De officio Decani in disputatione ordinaria ma- 
gistrorum et baccalaureorum. 

Decanus in propria persona disputationibus tarn magistix)- 
rum quam baccalaureorum presens sit a principio vsque ad finem. 
Quod si n^ligens fuerit, per facultatem admoneatur, et si ad- 
monitus se non emendauerit, sed in sua negligentia perseueraue- 
rit, facultas eum iuxta excessus qualitatem punire aut alium eli- 
gere teneatur. 

Item si nonnunquam cohtingeret, quod decanus ex causa 
legitima in persona propria vni vel pluribus disputationibus in- 
teresse non posset, tunc vnum alium, deconsilio facultatis 
existentem substituat, qui omnia ea, que ipsum decanum in actu 
disputationis concemunt, diligenter faciat, sub eodem debito quo 
decanus. 

Item decanus in disputatione nuUa soluere debet argumenta, 



statuta 1477 u, 1505. 343 

carent et ante fiuem totalis libri singuli cedulas recognicionum 
de auditis recipiaut , quas etiam tempore admissionis ad temp- 
tamen facultati palam presentent, sub pena retardaeionis. Magi- 
stris quoque pro pastu in prompta pecunia vel pignora infra 

sed potius tarn presidentem quam respondentem dirigere et ma- 
gistris argueutibus silentium inponere, quatenus singnlis arguendi 
locus paieat. 

Item deeanus nuUam positionem mere theologicam, 
iuridicam aut medicinalem in disputatione ordinaria fa- 
cultatis artium siue magistrorum siue baccalaureorum admittat. 

« 

De disputatione ordinaria baccalaureorum, quan- 

tum ad presidentes. 

Baccalaureus complens, quotienscunque eum ordo teti- 
gerit, ordinarie per se in propria persona presidere teneatur. 
Quo dsi neglexerit, yltra retardationis penam, facultati artium Sep- 
tem solidos irremissibiliter persoluat, nisi forte illo tempore pre^ens 
non esset, yel ex rationabili causa, (quam deeanus cum consilia- 
rijs suis approbare habeat) protunc presidere non posset. Extunc 
enim deeanus, ne scole negligantur, de alio disputante prouideat, 
et nihilominus baccalaureus talis neglectam disputationem postea 
supplebit, sub pena priori, si saltem complens censeri velit. Talis 
autem disputatio qualibet septimana die dominiea fiat. Et pe- 
dellus debet baccalaureum professurum per quindenam antea aui- 
sare, quod se ad presidendum disponat, debetque idem pedellus 
per octiduum ante professionis diem positiones apud eundem bac- 
calaureum afferre et decano ad examinandum easdem presentare. 

Item baccalaureus volens presidere accipiat questiones 
et sophismata pro capacitate respondentium , et huiusmodi 
questiones et sophismata ipsis respondentibus ante declaret et 
cum ipsis disputet. 

Item baccalaurij artium hora duodecima disputationis 
actum incipiant, in cuius exordio per integram horam bacca- 
laureus presidens respondentibus positiones preponere, declarare, 
et cum ipsis disputare astrictus sit, sub pena Septem solidorum 
irremissibiliter persoluendorum. Super quo pedellus vigilare et 
tales negligentias decano denunciare teneatur. 



344 Facultas Artium. 

duos menses redimendo satisfaciant. Quod si aliquis dolose se iion 
inscriberet et cedulam recognicionis non reciperet, aut etiam 
Magistro non satisf aceret , eidem liber ille pro audito non repu- 
tetur eundemque audire teueatur et nichilominus Magistro legenti 
in integro pastu sit obligatiis. 

Item baccalaurens nee mordacia nee punctiua uerba 
suis positionibus inserat, et idem de baccalaureis arguentibus in- 
telligatur, sicut supra in statuto de disputatione magistrorum 
ordinatum est, sub pena eadem ibidem contenta. 

Statuit facultas, quod quilibet complens ad gradum magi- 
sterij astrictus sit ad minus bis extraordinarie presidere,' 
tempore quo alias non habentur ordiuarie lectiones, sub pena 
duarum librarum cere. 

De disputatione ordinaria baccalaureorum quan- 

tum ad arguentes. 

Baccalaureus arguere volens disputationis locum ingrediatur 
honeste vestitus, cum capitio, sub pena non completionis. 

Item baccalaureus suo ordine et loco argumentari et post 
deductionem saorum argumentorum in loco disputationis, donec 
baccalaureus eum sequens sua argumenta deduxerit, permanere 
teneatur, sub pena non completionis. 

Item nullus baccalaureorum, siue presidens siue arguens, in 
disputatione teutonicis vtatur verbis , sed 1 a t i n i s et dis- 
cretis. 

Item baccalaureus arguens ad iussionem Decani c esset, 
sub pena arbitraria, iuxta excessus qualitatem per facultatem 
infligenda. 

Nullus insuper baccalaureorum predictorum (presidente bac- 
calaureo dempto) alij baccalaureo suum argumentum in dictis 
publicis actibus soluat , neque eciam baccalaureus presidens in 
solutione argumentorum baccalaureos arguentes verbis afficiat de- 
risorijs, opprobriosis aut iniuriosis quibuscunque, sed arguentium 
ratioues (sicut videbitur) tranquillitate et modestia, quibus po- 
tent, soluere curet, sub pena grauiori, procul dubio, huic man- 
dato contrauenientes infligenda, quos etiam per pedellum nostre 
vniuersitatis nobis sub prestiti iuramenti debito, volumus denunciari. 



statuta 1477 u. 1505. 845 

34. Preterea statuit facultas, vt quilibet promouendus in 
artibus visitare teneatur triginta disputaciones ordinarias 
Magifitroram , Scolaris quidem in principio, Baccalaureus vero a 
proposicione questionura Ysque ad finem racionabili cessante causa 
perseueret quousque gradum , ad quem anhelat , adeptus fuerit, 
sub pena non computacionis. 

35. Quilibet preterea promouendus, tam Baccalaureus quam 
Scolaris, quater adminus Magistris ordinarie et bis extra- 
ordinarie aliasque tociens quociens a Magistro sue vie requisitus 
fuerit, respondere sit astrictus. 

36 Item Scolaris promouendus diligenter visitare teneatur 
omnes disputaciones ordinarias Baccalaureorum , dominicis diebus 
a principio manendo vsque ad finem donec ad gradus optati adep- 
cionem, sitque ScoUris similiter astrictus Baccalaureo vel Bacca- 
laureis quater adminus ordinarie respondere diebus dominicis, 
in quadragesima et quinquies extraordinarie. 

37. Kursus statuit artium facultas, quod quilibet promouen- 
dus in artibus siue Baccalaureus siue Scolaris debet compleuisse 
studio yacando annum cum dimidio in bac Tel alia vniuer- 
sitate, aut saltem in nostra vel alia a sede apostolica priuilegiata. 



De disputatiöne bursali *. 

Yoluit facultas , quod disputator bursalis singulis quindenis 
cum exacta diligentia pro vtilitate et qualitate baccalaureorum et 
scolarium, ter resumere et semel disputare, atque in actibus illis 
absentes signare eosque rectori burse et conuentoribus denuntiare, 
sub officij sui debito, astrictus sit. Quod si talis disputator in 
supradictis negligens fuerit, tunc rector burse, fraterna precedente 
admonitione eundem facultatis decano denuntiare debet, qui qui- 
dem decanus id ipsum facnltati proponere debet. 

It«m vacantie, que in superioribus facultatibus habentur, 
non inpedient disputationem bursalem, quin in eisdem dispu- 
tator, prout supra, disputare teneatur, demptis vacationibus au- 
tumnalibus. 



1 ausführliche Bestimmungen hierüber aus dem J. 1528 finden sich in 
den Bänden Fach VI, 21 f. 91. Fach XV, 15, 



346 Facultas Artium. 

computando tempus exercitia et lectiones a die intitiilacionis in 
Matriculam yniuersitatis et facultatis, si sit Baccalaureus. 

38. Habeat eciam facultas plenam facultatem dispensandi 
cum Scolaribus in quarta parte anni , cum Baccalaureis yero ad 
magisterium in dimidio anno, racionabili tarnen causa et legitima 
id exigente, puta quod si Mttgistrum habuerit pro eo deponentem, 
aut alias sufficiens reperiatur. 

39. Statuit similiter facultas, quod Baccalaureus vel Scolaris 
de vna via ad aliam se transferens adminus teneatur in alia 
pro adepcione gradus annum compleuisse, absque dispensacione. 
Quod intelligi yolumus de Scolaribus et Baccalaureis in nostra 
vniuersitate enutritis, quod si etiam talis per annum se absenta- 
uerit a nostra vniuersitate et postea reuersus fuerit, Über sit 
tanquam aliunde veniens. 

40. Iterum statuit facultas, quod de cetero in dispensa- 
cionibus a Scolaribus pro excessibus negligenciis aut aliis qui- 
buscunque nihil recipiatur, sed admittendi simpliciter admittantur 
et repellendi repellantur, Magistrorum tarnen iure saluo, quo 
Scolaris duos solidos et Magistrandus duplum dare habebit. 

41. Nullus itaque tempore lectionuni exercitiorum aut dis- 
putationum truphis aut insolenciis Magistrum aut Scolares 
afficere, molestare aut impedire vnquam presumat , sub pena re- 
tard acionis. 

42. Denique nullus siue Baccalaureus siue Scolaris ce du las 
actus aut lectiones nostre facultatis intimantes ante tempus de- 
bitum, scilicet pulsum vesperanim, deponat, sub pena vnius 
floreni *. 

' Die Artikel dieses Titels hat B. zum Theil in anderer Reihenfolge 
und dazu folgende weitere: 

Item vt negligentia, quam hactenus nonuUi tarn bacca- 
laurei quam scolares in responsionibus supradictis commiserunt, 
coerceatur, statuit fac. et inuiolabiliter seruari voluit, quod bac- 
calaureus siue Scolaris pro negligentia vnius responsionis soluat 
vnam libram cere, si vero duas neglexerit, duas libras et si tres 
neglexerit responsiones , tres libras cere persoluat , Et cum hoc 
carceris pena ad fac. arbitrium puniatur, Sed si quatuor siue 



w 



statuta 1477 u. 1505. 347 

De resumpcionibus. 

43. Statuit facultas, vfc quilibet Scolaris a Magistro re- 
gente quocunque voluerit, Conuentoribus duntaxat exceptis, audire 
possit rep eticiones siue resumpciones omnium vel ali- 

baccalaureorum siue magisirorum responsiones neglexerit, penitus 
non admittatur. 

Item tarn baccalanrei quam scolares tenentur disputationes 
bursales toto tempore completionis , videlicet anno cum dimidio, 
frequentare, et si quis vltra sex neglexerit, per fac. artium ne- 
quaquam admittatur, sed pene retardationis subiaceat. 

Ceterum non inprouide statuit facultas et obseruari voluit, 
vt nullus ipsius fac. baccalaureus vel Scolaris, cniuscunque con- 
ditiouis extiterit, alium siue baccalaureum, scolarem, beanum siue 
nouicium, aat quomodocunque alias coudictionatum, in disputatio- 
nibus magistrorum vel baccalaureorum , aut quibuslibet alijs ac- 
tibus scolasticis, presertim publicis, verbis, factis aut signis quo- 
modolibet vexare, molestare aut perturbare presumat. 

Item nullus scolarium siue baccalaureorum extra bursas, 
lectiones pro aliquo gradu complere censeatur, nisi ab vniuersi- 
tate et facultate licentia obtenta aut famulus siue discipulus ali- 
cuius doctoris vel magistri de regentia fac. artium existentis fuerit, 
aut alias cum parentibus vel consanguineis , in tercio consan- 
guinitatis gradu coniunctis. Hij enim eisdem gaudent priuilegijs, 
quibus bursales. 

Yoluit tamen ipsa facultas , ad precauendum fraudes , quod 
stare volentes cum consanguineis presentent se facultati et eandem 
de gradu consanguinitatis sufficienter doceant. 

Insuper voluit fiacultas, quod scolares, cum magistris de re- 
gentia facultatis extra bursam habitare volentes ipsis eisdem le- 
gibus, quibus bursales conuentoribus, subditi sint. 

Denique voluit, quod magistri de regentia fac, si extra con- 
silium extiterint, volentes secum habere scolares complentes, pre- 
sentent se coram facultate et hoc eidem indicent. 

Is autem duntaxat in bursa stare censetur, qui in illa vt 
censualis moratur, burse mensam habet et ea vtitur, in couducta 
habitatione dormit et noctumo tempore quiescit , exercitia solita 



348 FacultaB Artium. 

quorum librorum formalium gradum, ad quem anhelat, concer- 
nencium in vltimo medio anno. Qui pastus nomine dare debebit 
per septimanam octo denarios. Baccalaureus vero a suis conuen- 
toribus solum (si voluerit) audiat resumpciones , nisi forte con- 

audit aliaque facit et operatur, prout ad incolas bursanmi speo- 
tare videtur et pertinere. 

De commutatione actuum neglectorum. 

Placuit quod rectores bursarum de cetero lectiones et exer- 
citia neglecta scolaribus et baccalaureis artium in alios actus, si 
petant, commutare possint. 

Item hij qui habent defectum vnius totalis libri, veniant 
ante tempus admissionis ad facultatem pro dispensatione aut 
commutatione. Aliter cum eisdem facultas non dispensabit tem- 
pore admissionis, Nee conuentores habent amplius eciam defectus 
vnius libri aut plurium partialium librorum commutare, sed ipsa 
facultas. Partialem autem librum dici voluit illum, qui cum 
alijs facit vnum totalem librum, secundum diuisionem conuenien- 
tem, vt primus phisicorum aut secundus etc. 

De temporibus promotionum. 

Item dominica proxima ante angariam in quadragesima in- 
timetur examen pro baccalaureatu et die Jouis sequenti aperiatur. 
Item in angaria penthecostes. 

Examen vero bacx^laureandorum , quod habetur circa anga- 
riam crucis, intimetur dominica ante festum natiuitatis marie et 
tertia die sequenti aperiatur , nisi fuerit festum. Tunc enim ^ 
quarta die aperiatur. Voluit tamen facultas , quod festum dedi- 
cationis ecclesie constantiensis non impediat actum admissionis. 

Examen vero baccalaureandorum, quod habetur circa anga- 
riam Lucie [13. Dec], intimetur in die s. Nicolaj [6. Dec.], quod 
in die conceptionis marie post prandium similis aperiatur. 

Item voluit facultas, quod tempus completionis computetur 
promouendis ad dominicam post angariam. 

Examen vero pro magistrandis tempore estiuali, intimetur 



statuta 1477 u. 1505. 349 

uentores resumere non possent aut vellent. Pro quo Baccalaureus 
per septimauam dabit duos solidos. Si autem Scolaris vel Bacca- 
laureus alias resumpciones habere desideraret, audire poterit illas, 
pro vt maluerit, a quocunque, ita tarnen, quod Scolaris per septi- 
mauam vltra vnum solidum Baccalaureus vero vltra octo denarios 
Don grauetur neque Magister facultatem habeat minus recipiendi, 
nisi forte iuxta taxam minus decernatur ^. 

De Tax atoribus. 

Statuitur, vt qualibet mutacione decanus publice intiroet, quöd, 
si qui paupertate grauati pro exerciciis integrum pastum soluere 
non babeant, tales coram eo et conuentoribus , aliisque duobus 
vtrinsque vie Magistris ex consilio facultatis ab ipsa facultate 
sibi adiunctis certa hora compareant, taxam pastus recipientes, 
sub pena solucionis integri pastus. Haue autem taxacionem fa- 
cultas et decani et taxatorum conscienciis relinquit, eorum con* 
sciencias huius pretextu Yolens esse onei'atas '. 

in die s. Viti [15. Jun.] et tercia die sequenti aperiatur, nisi fuerit 
festum. Tunc enim quarta die aperiatur. 

Tempore vero hijemali examen pro magistrandis intimetur 
in die s. Joannis ev. et quarta die sequenti aperiatur. 

* Dieser Titel fehlt in B. 

^ B. fügt hei: Petentes taxam debent iurare, quod nee ex 
propriis facultatibus, nee ex cuiuscunque amicorum subsidio vltra 
sedecim florinos leuare possint. 

Visum interdum fuit, quod taxam recipientes habundantes 
fecerunt sumptus in cibo et potn. Idcirco, ne ob id magistri 
defraudentur, conclusum fuit sub Dec. M. Martini Plansch de 
Domstetten A. 1488, quod nuUus inantea dispensationem quam- 
cunque assequatur, nisi in vniuersitate per vnam mutationem 
parce viuendo steterit , vino a pincema , specialibus a preposito 
burse minime vsus. Alioquin aliorum pascibilium onera integra 
gerere debet. Quod si cum quopiam, vt prefertur, dispensatum 
extiterit et ille post huiusmodi dispensationem sumptus, pascibiles 
concementes , facere ceperit , is ad solutionem pastus vt ceteri 
compellatur. 



350 Facult^ Artliun. 

De Magistris et Baccalaareis aliarum vniiiersi- 

t a t u m. 

45. Facultas statuit, quod Magister vel Baccalaureus alibi 
promotus ad nostram facultatem recipi et ei incorporari desi- 
derans, priusquam ad aliquem actum scolasticum admittatur, in- 
scriptus sit Matricule huius alme vniuersitatis et eidem iuratus. 
Deinde de gradu suo coram tota facultate per testes aut literas 
patentes vel iurameutum (si condicioue persone attenta facultati 
videatur sufficere) doceat sufficienter, ad respondandumque pub- 
lice in disputacione ordinaria admitti petat. Quo peracto si denuo 
petat et facultati acceptandus videatur, iurabit in manus decani 
coram facultate hec que sequuntur capitula: 

Primo quod Magister sit vel Baccalaureus talis vniuersitatis 
vti proposuit, 

Secundo quod pro posse suo manutenebit Statuta ordina- 
ciones et libertates facultatis, sub penis in ipsis contentis, 

Tercio quod decano et senioribus Magistris reuerenciam 
exhibebit, 

Quarto quod bonum et incrementum facultatis artium stu- 
deat procurare, ad quemcunque statum ipsum contingat pervenire, 

Quinto quod ad vocacionem decani facultatis artium, quo- 
ciens pro bono ipsius facultatis yocatus fuerit, veniat, sub pena 
in cedula conuocacionis comprehensa, 

Sexto iurabit Baccalaureus, quod non velit hie in vniuer- 
sitate deferre capucium aut habitum alium cum pellibus de vario 
aut serico foderatum * neque birretum, nisi super hys secum dis- 
pensatum extiterit, vel fortasse in Magistrum aut doctorem vel 
ad prelaturam aliquam eundem promoueri contigerit. 

46. Amplius statuit facultas, quod Magister vel Baccalaureus 
alterius vniuersitatis ad Regenciam vel consorcium Baccalaureorum 
nostre facultatis assumptus, duntaxat hos Magistros vel Bacca- 
laureos ipsius nostre facultatis precedat ordine et loco quos ante- 
cedit in magisterio vel Baccalaureatu medietate annorum 
sibidefalcata, etsi medietate annorum defalcata Magister 
vel Baccalaureus nostre facultatis in anuo promocionis secum 



1 gefüttert, verbrämt. 



statuta 1477 u. 1505. 351 

concurrerit, eciam locum ante talem Magistrum vel Baccalaureum 
alterius vniuersitatis habebit, nisi super hys concordi singulorum 
Yoto Dullo contradicente special! ter fuerit dispensatum, 

47. Item, quod Magister alterius yniuersitatis hie asssumptus 
teneatur persoluere fisco iacultatis vnum florenum, Baccalaureus 
vero dimidium, et illorum decauo quilibet duos solides pro in- 
titulatura, 

48. Denique uuUus Baccalaureus membrum facultatis artium 
esse censeatur, nisi Matricule facultatis rite inscriptus et 
iuratus fuerit , neque lectiones exercitia aut alii actus scolastici 
ad aliquem gradum in facultate artium sibi proficiant aut quo- 
modolibet computentur, nisi modo pronotato facultati artium rite 
fuerit incorporatus '. 

De temptamine pro vtroque gradu. 

49. Statuit facultas, quod tempore temptaminis instante de« 
canus per publicam intimacionem Scolaribus vel Baccalanreis se 
examini summittere volentibus notificet , quod die precedente 
conuocacionem facultatis artium pro admissione seu dispensacione 
super defectibus coram ipso certa hora pro intitulatura compa- 
reant, sub pena non admissionis pro hac vice. Quibus sie com-* 
parentibus decanus et nomina et ordinem eorum ex Matricula 
Yniuersitatis aut eciam facultatis, quo ad Baccalaureos , colligat 
et conscribat, vt tempore dispensacionis facultatem super hjs 
cerciorem reddere possit *. 

' B. fügt bei : Item baccalaureus veniens ab alia vniuersitate, 
eciam si ad facultatem artium hie non sit receptus, propter ob- 
stans iuramentum forsan in alia vniuersitate prestitum, nihilo- 
minus complere censetur, sine tamen dispensatione non pro- 
moueatur. 

Item scolares de aüjs vniuersitatibus venientes, examine non- 
dum finito, ad ipsum, si facultati visum fuerit oportunum, ad- 
mitti possunt, nuUo saltem impediraento alio obstante. 

* Auf diesen Abschnitt folgen in B. die weiteren Titel: 

De promouendorum intitulatura et defectuum 

recitatione. 

Item priraum, priusquam ad dispensationem admittatur, coram 



352 Facultas Artiuin. 

Juramen tum promouendorum antedispensacionem. 

50. Insuper statuit ipsa facultas, quod quilibet Baccalaureus 
vel Scolaris se temptamini pro aliquo gradu summittere volens, 

decano et magistris per facultatem sibi condeputatis , quilibet 
Scolaris compareat, huinsmodi iurameotum prestatido: Ego iura 
et promitto vohis domino decano et ceteris condeputatis vohis 
magistris hie presentibus , quod super otnnibus interrogaiorijs 
per vos faciendis, veritatem dicere volo, dolo et fraude penitus 
semotis, Sic me deus adiuuet et savctorum evangeliorum con- 
ditores. 

luterrogetur promouendus Scolaris, 

Primo an a die iutitulature in matriculam vniuersitatis, 
vsque in dominicam proximam post angariam, in qua promoueri 
velit, annum cum dimidio compleuerit, stando ordinarie in bursa 
aut cum parentibus, consanguineis , doctoribus vel magistris seu 
alias cum vniuersitatis et facultatis licentia, yt habetur in titulo 
de statu studentium, in capitulo: Item nullus scolarium. Bacca^ 
laureus vero interrogetur, an a die sue promotionis vsque in diem 
decimum, post admissionis diem computando, annum cum dimidio 
compleuerit stando vt supra. 

Secundo an audiuerit legi omnes libros, videlicet veteris 
artis et noue Logice, suis loco et tempore, a collegiatis vel eorum 
substitutis , et ex textu proprio vel alieno , ita tamen quod non 
nisi mettertius fuerit. 

Tercio an audierit singula exercitia ad gradum, ad quem 
anhelat, requisita publice in bursa loco et tempore per facultatem 
ad hoc deputatis, et an magistris pro laboribus satisfecerit. 

Quarto an lectionum et exercitiorum per se auditorum 
recognitiones habeat, quas tunc presentet. 

Quinto an signauerit lectiones et exercitia, quibus absens 
aut insolentias commiserit. 

S e X 1 an sabbatinis diebus triginta sessiones magistrorum 
et totidem baccalaureorum compleuerit diebus dominicis. 

Septimo an satisfecerit conuentoribus pro censu domus, 
eciam illius mutationis in qua est, similiter preposito et pincerne 



statuta 1477 u. 1505. 353 

priusquam ad reciiacionem defectuum suorum admittatur, et an- 
tequam in congregacione Magistrorom de regencia facultatis super 
moribus et jdoneitate eius deliberetur, iuret in manus decani, 
Quod sit membrum vniaersitatis et facultatis (si Aierit Baeca- 
laureus), item quod nee verbo nee facto se velit yindicare, per 
se vel per alium, directe vel iudirecte, quouis quesito ingenio vel 
colore, inquantum retardatus fuerit yel reiectus vel aliter, quam 
sibi placuerit, locatus. Item quod non velit secreta facultatis aut 
kamere reuelare, precipue que a decano demandantur non reue- 
landa. 

burse pro victualibus, ac eciam ceteris magistris pro resumptio- 
nibus et alijs laboribus. 

QuUibet eciam decanus tunc omnes promouendos, vt predic- 
tis satisfaciant, priusquam se facultati pro dispensatione presen- 
tent, sub pena retardationis, et sine spe promotionis et admissio- 
nis, admonere debet. 

Octauo, an disputationes bursales omnes compleuerit per 
annum cum dimidio. Nam si vltra sex neglexerit, penam retar- 
dationis incurret. 

Nono, an in actibus omnibus lectionum, exercitiorum et 
disputationum permanserit a principio vsque in finem. 

Decimo Scolaris interrogetur, an quater magistris et quater 
baecalaureijs responderit. Baccalaureus vero interrogetur, an quater 
magistris responderit. 

Yn decimo interrogetur baccalaureus, an et quotiens ex- 
traordinarie presiderit, Scolaris vero, an et quotiens extraordinarie 
baecalaureijs responderit. 

Item quilibet Scolaris post intitulaturam se ad patriam re- 
cipieus, tempus sue absentie perdere debet, Ita quod in nostra 
vniuersitate non censeatur complere tempus, si saltem tuli tem- 
pore in facultate actus fiant. De quo eciam exacte a decano 
tempore examinis defectuum est querendum. 

Et pro informatione decani , et scolarium , quantum ad- ca- 
pitulum precedens, conclusum est, quod Scolaris vel baccalaureus 
a loco recedens, qui propter suam absentiam aliquorum exerci- 
tiorum et lectionum defectus recipit, quod is cum temporis de- 

Urknnden der U. Tübingen. 23 



354 Facultas Artiam. 

Quomodo qualificati esse debent promouendi. 

51. Stotnit faculfias, qnod nuUus Magistronmi aliquem ina- 
bilem vel infamem, cui legitimum obstiterit impedimentam , ad 
examen liceucie vel Baccalaureatua promoueat, aut pro ipso pre- 
sentando .deponat, sab pena suspensionis a regeucia, vel alia per 
facultaiem infligenda. 

52. Quocirea statuit facultas, vt subscripti a temptamine sint 
exclosi, videlicet lusores discoli brigatores infames, Doctoribus 
vel Magistris irreverenciam exhibentes, in vestibas contra prohi- 
bicionem statutorum vniuersitatis incedentes aut alias non Sco- 
lastice se gereutes, lupanar aliave loca suspecta suspectasque 
mulieres frequenter visitantes, qui et propter exoessus coram 
Rectore sepius comparuerint , presertim eciam hy, qui propter 
retardacionem aut aliam causam quamcunque Magistro minas 
imposuerint aut Magistrum verbis vel factis, per se vel alium, 
publice vel occulte affecerint et molestauerint. Tales etenim spe 
careant promocionis, donec Magistro satisfeoerint et facultati. 

53. Item statuit similiter facultas, vt nullus Scolariuni aut 
Baccalaureorum amplius ad examen vel temptamen admittatur, 
nisi Magistrum vel Magistros de singulis exerciciis lectionibus et 
aliis quibuscunque Bursam concementibus realiterpersoluerit 
et cum^effectu, quoilque quilibet Magistrorum in presencia facul- 
tatis contra talem deponerc astrictus sit, bone fidei debito. 

54. Cetterum statuit facultas, quod Magister repetens vel 
resumens vna cum Gonuentoribus de persona aut insufificiencia 
sui Scolaris vel Baccalaurei tempore presentacionis coram facul- 
täte deponat et curam ipsius pre cetteris habere teneatur ^ 

fectu seu absentia non habeat siraul exercitiorum et lectionum 
defectum signare. 

^ Statt der Abschnitte 54 bis 56 hat B. : Item nullus scolarium 
vel baccalaureorum, nisi prius censum domus integre soluerit 
conuentoribus, ad aliquod temptamen admittatur vel examen, et 
decanus nullum debet examinare. 

De dispensatione tempore admissionis. 
Item facultas dispensare non habet vltra sexaginta defectus. 



statuta 1477 u. 1505, 355 



ü 



55. Item vt Studentes magis disciplinam valeant, statuit ipsa 
facultas et ordinauit, quod Scolares et Baccalaurei tempore dis- 
pensacionis sine admissionis ad temptameu per iuramenttim reci- 
tare teneantur numenim lectionum exerciciorum ac disputacionum 
per eos neglectarum in fiuem, rt si quia Scolarium vel Bacea- 
lanreorum sine legitimis causis (quas pro tunc allegare teneatur 
iB pmencia facaltatis) neglexisset, in aliquo librorum formaliter 
pro gradu reqtnsüovai tot lectiones et exercicia aut disputaeiones, 
qaod facultati cum tali non Yideatiir dispensandum, ex tunc talis 
ad temptamen vel examen non admittatnr. 

56. Vult insuper dieta facultas, quod qui in kekionibus et 
exerciciis aut disputacionibus a principio yel circa id ipsum non 
fuerint, quod illis eedem lectiones exercicia aut disputaeiones in 
nnmerum neglectarum computentar ; qui autem tempore lectionum 
exerciciorum rel disputacionum truphas aut alias insolencias, qui- 
bus alios audientes vel sattem magistrum legentem impediuerint, 
coromisernnt, pena retardacionis coerceantur. 

57. Qnilibet eciam promouendus in artibus, priusquam ad 
temptamen admittatur, cedulas recognicionum de omnibus 
per se auditis lectionibus et exerciciis palam facultati presentet, 
sub pena non admissionis. 

Item facultas vltra sex disputationes bursales dispensare 
non habet. 

Item facultas tempore admissionis in defectu libri totalis 
neglecti dispensare nequit. 

Item cancellarius reseruauit sibi dispensationem super tem- 
poris defectu cum promouendis, ita quod nee vniuersitas, nee fa- 
cultas, quicquam in hoc presumant. 

NuUa insuper pecunia, in promoueudorum dispensatione, a 

quoquam pro negligencijs et excessibus recipiatur, magistris appli- 

cando, Nisi quod Scolaris duos et magistrandus quatuor solidos 

mi^istris de facultate pro admissione soluat, per hoc tamen ipsi 

facultati non est sublata potestas puniendi negligentias, excessus 

et delicta promoueudorum , fisco facultatis applicandarum , nisi 

essent talia delicta, propter que promouendus, ex statuto, quali- 

tate persone inspecta, esset retardandus. 

23* 



356 Facultas Artium. 

Jurameuta promouendorum. 

58. Item promoaendus in artibus, priusquam ad temp- 
tamen admititatur , iuret in manus decani coram tota facultate 
hec que seqnuntur capitula: primo quod a die intitulacionis in 
Matriculam vniuersitatis compleuerit studio yacando annum cum 
dimidio in hac yniuersitate vel alia aut in hac vel alia priuile- 
giata stando inibi ordinarie, Si autem iuxta statuta vniuersitatis 
extraordinarie steterit duos annos se compleuisse iurabit. Se- 
en n d o quod a die intitulacionis in Matriculam yninersitatis aut 
eciam facultatis, si Baccalaureus fuerit, infra tempus complecionis 
audiuerit omnes lectiones formales cum exerciciis secuudum suum 
statum, yt premittitur, a principio vsque ad finem diligenter, ex 
textu proprio vel alio, ita tamen, quod audiendo ex alieno textu 
non nisi metsecundus aut tercius fuerit. Tercio iurabit quod 
hucusque ab inicio sue complecionis omnes disputaciones ordi- 
narias Magistrorum visitauerit, et Scolaris quidem a principio, 
Baccalaureus vero a proposicione questionum, vsque ad finem 
permanserit, quodque adminus quater Magistris ordinarie et bis 
extraordinarie aliasque quociens a Magistro sue vie requisrtus 
fuerit, responderit. Quarto iurabit Baccalaureus in quadrage- 
sima quater et dominicis diebus iuxta Statutum se disputasse, 
Scolaris vero iurabit, quod quater adminus ordinarie dominicis 
diebus et quinquies extraordinarie, in quadragesima Baccalaureo 
vel Baccalaureis responderit, quorum eciam disputaciones ordina- 
rias dominicis diebus diligenter a principio vsque in finem per- 
manendo visitauerit sine dolo. Si quis denique in premissis vel 
aliquo eorum- deficiat, hoc coram decano et facultate (priusquam 
ad iuramentum admittatur) deponat dispensacionem (si velit) 
petendo ^. 

De temptatoribus eligendis. 

59. Yoluit facultas et ordinauit, quod Baccalaureis sine Sco- 
laribus vtriusque vie per totam facultatem ad temptamen admissis, 
eligantur per sortem quatuor Magistri pro temptandis in qualibet 

^ Der Titel fehlt in B. an dieser Stelle, s. jedoch oben den Titel: 
interrogetur promouendus. 



statuta 1477 u. 1505. 357 

via, sie videlicet, quod tot cedule conuolute in birretum ponantur, 
qnot vnius vie fuerint Magistri, decano excepto. Qaarum cedu- 
larum quatuor tantum nomine *teniptator' signentur. Qnas qui- 
cunque Magistri extraxerint, pro temptatoribus habeantur, Qui 
diligenter examinabunt eum decano Baccalaureandos vel Magi- 
strandos in hys que gradum suum concernunt, ita quod per libros 
formaliter requisitos procedatnr a grammatica inchoando proce- 
dendoque a seniore ad iuniorem seeundum ordinem in Matricula 
vniuersitatis conscriptum. vel facultatis si Bacealaureus fuerit, 
itaque Scolare vel Magistrando examinato mox deliberacio fiat, 
an admittendus veniat an non ^ 

De Juramentis temptatorum. 

m 

60. Ordinauit et statuit facultas, quod, vt premittitur, in 
temptatorem electus huiusmodi temptandi onus assumere teneatur, 
sub pena duorum florenorum fisco facultatis applicandorum. Ju- 
retque temptator vna cum decano hoc modo: primo quod nul- 
lum temptare velit et examinare, nisi per facultatem vt supra 
admissum et presentatum, secundo quod fideliter examinare 
velit, ita quod per eins torporem aut n^ligenciam dignos repelli 
et iudignos ad gradum admitti non contingat, tercio quod a 
temptando vel temptandis nihil recipiat aut quouis modo extor- 
queat, neque aliquem ipsorum fauore indebito promoueat, aut 

* B. fugt bei : Item nunquam duo fratres, in eodem examine 
debent esse examinatores. 

Item si contingeret, quod aliquiß temptatorum vel exami- 
natorum haberet filium , eciam priuignum , fratrem vel alium 
consanguineum sibi in tercio gradu iuuctum, tunc talis magister 
post temptamen vel examen primo dabit votum suum, quoad 
promouendum vel locandum , quo facto exibit. Ita quod in eins 
absentia alij magistri vna cum Decano possint sua vota dare, 
quoad talem promouendum vel locandum. Per hoc tamen non 
censetur huic ms^istro derogatum, quin possit esse presens et 
Votum suum dare vna cum alijs temptatoribus vel examinatoribus, 
quantum ad promotionem vel locationem aliorum promouendorum, 
sibi non consanguineorum. 



358 Facultas Artium. 

odio repellat, sed moribus et sciencia temptandi diligenter pen- 
satis dignum. admittat et indignum repellat, quarto quod exa- 
minatos et promotos poDat in ordine et locis, Baccalaureandos 
quidem seeundum ordinem, quem in Matricula Yuiuersitatis ob- 
tinent, nisi nobilitas persone presbiteratus aut ordo, siue eciam 
excessus notabilis aut niorum leuitas suum ordinem mutAuerit, 
Magistrandos vero secundum merita sua, que in hys quinquc 
precipue attendi volumus, scilicet sciencia, moribus, eloquencia, 
spe proficiendi et nobilitate generis, quinto quod miUius pro- 
mocionem aut reieccionem ante publicam decani yocacionem, ne- 
que alicuius locum aut solennem locacionem, nee suum aut al- 
terius votum circa admissiouem cuiuscunque, retardacionem , re- 
ieccionem aut locacionem manifestare quouis modo presumat '. 

^ Hier schaltet B. folgende Titel ein: 

De presentatione candelarum. 

Decanus bacealaureijs admissis candelas per pedellum pre- 
sentet, cum cedulis sigillatis hec verba continentibus : 

Decanus facidtatis artium studij tuwingetisis de fiiagistro- 
rum temptatorum consensu vos N, baccalaureum admittit ad exa- 
m&ii licentie per dominum cancellarium loco ei tempore sibi 
placentibus aperiendum. 

De temptatoribus et examinatoribus temptami nis 
vel examinis tempore abeuntibus. 

Item nullus temptator vel examinator electus tempore exa- 
minis vel temptaminis se absentare debet, sed simul cum ceteris 
Omnibus examinatoribus temptamini, examini et locationi inter- 
esse, nisi a decauo et tota facultate licentiam habeat, que qui- 
dem licentia dari non debet, nisi ex causa legitima approbata et 
fide loco iuramenti firmata. 

Item surrogatus onus temptandi et examinandi subire te- 
ueatur, sub pena illa, qua alij examinatores electi, vt supra in 
iuramentis temptatorum. 

Item si aliquis examinatorum eciam cum licentia, antequam 
aliquis examinandorum sue vie fuerit examinatus, vel eciam inter 
temptandum, vel eciam inter examinandum abiret, talis exami- 



statuta 1477 u. 1505. 359 



De modo presentandi Bacc alaureandos. 

61. Statuit facultas, yt quicunque Scolares a temptatoribus 
cum decano, quem semper ex officio temptamlui Interesse Tolumus, 
reperti fuerint ydouei ad talem gradum aut per maiorem partem 
eorundem iudicati fuerint suificientes, vel decanus, parilitate vo- 
torum existente, ad vnam partem secundum suam conscienciam 
deelinauerit, tales Scolares per Seniorem Magistrum vel tempta- 
torem pro tunc in facultat« ad hoc congregata sine scrupulo 
consciencie decano vel eius locum tenenti presententur. 
Qui tunc illos in facultatem acceptare habeat et approbare, nisi 
canonicum obstiterit impedimentmn , super quo Magistros tunc 
presentes requirat faciatque prout facultati videbitur expedire. 
Et priusquam incorporentur siue in consorcium Baccalaureorum 
nostre facultatis suscipiantur , iurabynt ea puncta, que postea 
continentur sub rubro : de iuramento ante determinacionem Bac- 
calaureorum. 

nator debet carere tota pecunia, que datur pro examine. Que 
quidem pecunia illis personis distribuatur , de quibus alius exa- 
minator surrogatur, ita quod de tali pecunia, examinatoribus 
prius electis nihil cedat, sed totum illis, qui tenentur expectare 
secundam electionem. 

Item pecunia, que datur examinatoribus inter examinandum 
pro munusculis, primo loco vel alias pro collationibus, cedat soli 
surrogato. 

Item si aliquis temptatorum vel examinatorum , sine scitu 
et consensu, vt supra, abiret, pecuniam quam pro examine accepit, 
reddere ienetur, que, vt supra, distribuatur , et statim alius in 
locum eius eligatur. Qui sie electus et surrogatus omnem pe- 
cuniam, que dari solet pro birreto, munusculis et alias pro col- 
lationibus, leuare habeat, et ille abiens nihilominus facultatis 
fisco, iuxta statutum eiusdem, duos soluat florenos. 

Item vicedecanus, qui prestitit iuramentum tanquam exami- 
nator, emolumenta eiusdem examinis per totum examen perci- 
pere habet. 



360 Facultas Artium. 

Quomodo presentari debeaut Baccalaurei temptati 
domino Cancellario vel eius vices gerenti. 

62. Voluit Facultas Artium, vt Baccalaurei temptati et vt 
supra a lemptatoribus cum decano ad examen admissi per De- 
canum et temptatores sine scrupulo consciencie Domino Can- 
cellario aut vices eius gerenti presententur, et petat De- 
canus nomine facultatis artium, quatenus ipse dominus Cancellarius 
vel vices eius tenens Baccalaureis presentibus temptatis et ad 
examen admissis examen aperire velit et vnum quemque eorum 
per cedulam sigillatam, in qua dies hora et locus examinis sig- 
nentur, vt consuetum est, ad examen vocare. 

63. Placuit quoque, vt Cancellarius vel eius vicem gerens 
cum temptatoribus per facultatem ad hoc electis diligenter per 
quindenam (nisi paucitas Magistrandorum aliud suadeat) publice 
examinet, ita videlicet, quod singulis doctoribus et Magistris liber 
pateat ad examen aggressus ^. 

De modo presentandi Baccalaureos examinatos. 

64. Statuit facultas, quod Baccalaurei examinati, et vt supra 
de presentacione Baccalaureandorum notatum est, ad magistralem 
dignitatem jdonei reperti atque iudicati per vicecancellarium et 
examinatores domino cancellario, vel per decanum Cancellario aut 

^ Statt des Abschnittes 63 hat B. : Examen publicum pro ma- 
gisterio per solam octauam durare et continuari debet, ita quod 
in ambabus viis altemis vicibus examinetur. 

De locationis promouendorum publication e. 

Item iuramentum prestitum a promouendis, quod non ve- 
lint se vindicare, in quantum fuerint reiecti vel aliter quam pla- 
cuerit sibi locati, illud inquam iuramentum debet ante locatio- 
uem eis reuocari in memoriam. 

Ttem iurabit quilibet promouendus ante sue locationis publi- 
cationem , quod inira mensem , hoc est ad diem , quem facultas 
cum promouendorum cousensu statuerit , gradum recipere velit, 
sub modo et forma in facultate statutis, vt infra habetur. 



statuta 1477 u. 1505. 361 

vicem tenenti, cum reuerencia debita et consueta [consiietis] mu- 
nusculis presententur , petendo, vt ipse caiicellarius vel vicem 
tenens dominis Baccalaureis temptatis examiiiatis et iudicio exa- 
minatorum gradu Magisterii dignis, hie iam presentibus in pri- 
uato licenciam accipiendi insignia magistralia couferre 
dignetur, publice vero atque solenniter oportuuo postea tempore 
et ytinam breui *. 

De In corporacione Magistrandorum ad regenciam 

in facultate artium. 

65. Voluit obseruari facultas, vt quiuis Baccalaureus post- 
quam temptatus examinatus et (vt premittitur) domino Cancellario 
vel vices eins gerenti rite presentatus fuerit, ad consorcium 
regenciam in facultate arcium graciose admitti petat, qui et 
a facultate eadem admittatur canonico cessante impedimento, su- 
per quo Decanus Magiätros tunc presentes requirat et faciat, 
prout facultati videbitur expedire, et antequam incorporetur , iu- 
rabit ea que subsequeute rubro dinoscuntur conscripta. 

Juramentum ante determinacionem Baccalaurean- 
dorum et Magistrandorum inmanus decani coram 

facultate prestandum. 

66. Facultas statuit, quod quilibet promouendus ante deter- 
minacionem vel insigniorum Magistralium recepcionem, in manus 
decani coram tota facultate iuramentum prestet solenne, hec que 
sequuntur capitula comprehendens , primo quod debitam reue- 

* B. fügt bei: Item ad huiusmodi presentationem quilibet 
magistrandus dabit quartam partem floreni pro munusculis, 
de qua pecunia summatim collecta cancellarius honoretur iuxta 
statutum in antiquis libris positum sie sonans: 

Honoretur dominus cancellarius in duabus scatulis confec- 
tionum et vna meusura malmaseti , aut equiualenti , iuxta facul- 
tati» moderamen. 

Item reliqua pecunia inter magistros examinatores diuidatur. 
Et si aliquis tempore presentatiouis absens fuerit, Sua parte de 
munusculis distribuendis carebit, quam alij presentes inter se 
diuidere possunt. 



362 



Facultas Artium. 



renciain obedienciam et honorem decano et Magistris facultatis 
artium huius studii deferat, secundo quod ad vocacionem decani 
compareat, quocienseunque pro bono facultatis vocatus ertiterit, 
quam diu compleuerit vel rexerit in eadem facultate, tercio 
quod infra mensem a tempore sue locacionis inmediate compu- 
tandum scitu decani preuia solita in raluis intimacione, sub suo 
Conuentore (si Baccalaureandus fuerit), Magistrandus vero ßub 
decano pro tempore gradum recipere velit adhibitis et obseruatis 
soleimitatibus in huinsmodi actu solitis et consuetis. 

Quarto iurabit, quod ad prandium determinature Magistran- 
dus invitet omnes birreiatos de gremio Vniuersitatis. Baccalau- 
reandus vero ad minus invitet Rectorem Vniuersitatis et decanum 
cum temptatoribus suis et Magistros de consilio facultatis artium, 
si expense suffecerint *. 

Quinto quod expensas subscriptas ante actum et in actu 
persoluere velit: 

¥isco Vniuersitatis VII ß h. 

Fisco facultatis vnum flor. 

Conuentori suo pro kathedralibus vnum flor. 

Pro prandio vnam libram h. 

Pro expensis examinis dimidium flor. 

Pedello V /? h. *. 

Fisco Vniuersitatis medium flor. 

Fisco facultatis duos flor. 

Reetori Vniuersitatis V ß, h. 

Conuentori suo pro kathedralibus II flor. 

Pro expensis prandii Aristotelis expensabunt 

omnes birretatos *. 
Pro expensis examinis vnum flor. 
Pro laboribus Magistrorum temptatorum 

vnum flor. 
Pedello X /?. h. 



Baccalaureandus 
persoluat 



Magistrandus 
vero persoluat 



* Der vierte Punct ist in B. ausgefallen. Die Zählung springt von 
tercio auf quitito. 

* B setzt bei: Decano duos ß pro intitulatura. 
^ in B, ist hier 1 flor. angesetzt. 



r 



statuta H77 u. 1505. 363 

Decano promotori omnes vnum florenum pro 
Magistrandus birreto. 

vero persoluat jCuilibet respondenti vnum birretum in valore 

I dimidii floreni adminus. 
Item duo primi Magistrandi Magistros temptaiores et exa- 
minatores in birretis bonorabunt, sicuti bactenus est obseruatuni. 
Sexto ^ inrabit, quod complere velit annum integrum 
inmediatum post suam promocionem hie in facultate aut Vniuer- 
sitate. Declarat aatem facultas hune complere Magistrum, vide- 
licet qui tociens ordinarie disputauerit, quociens ipsum ordo in 
anno suam promocionem immediate sequente seu in anno com- 
plecionis tetigerit, et preterea quater extraordinarie , Baccalau- 
remn vero, si tociens ordinarie dominicis diebus disputauerit, 
quociens ipsum in anno, in quo complere debet et proponit, 
ordo tetigerit, quinquies quoque extraordinarie in quadragesima *. 

^ Der Absatz fehlt. 

* B. lässt hier zwei weitere Titel folgen : 

De prandijs conducendis et hospitibus inuitandis. 

Decanus pro tempore vna cum facultate de expensis pran- 
diorum deliberare , hospitem in faciem facultatis vocare et cum 
eo conuenire debet. 

Item ad prandium baccalaureandorum inuitetur rector vni- 
uersitatis, decanus et magistri de consilio fac. artium, vt supra 
in titulo de iuramento baccalaureandorum ante determinationem. 

Ex liberalitate tamen aliquaudo cancellarius vocari consueuit. 

Item domini superiutendentes aliquando ex liberalitate vo- 
cati sunt , qui ins habere se pretenderunt , vt habetur in libro 
magno folio 54 *. 

Item baccalaureij nouelli prandia sua persoluere tenentur et 
prandio conducto interesse, nisi paupertas eosdem excusaret. Tunc 
veniam habere et recipere debent a decano. 

Item magister promouens baccalaureandos eciam gratias in 
prandio agere debet. 

* Dieses grosse Buch ist, wie das Gitat ausweist, der Band Sanc- 
tiones et Statuta Fach XV, 17. Der erwähnte Eintrag ist aus d. 
J. 1506. 



364 Facultas Artium. 

De Juramento in acta determi natu re a magistran- 
dis vel Baccalaureandis prestando. 

67. Statuit facultas, quod promouendus, cum iam questionem 
suam pro gradus adepcione determinauerit , antequam ei gradus 

Item si in baccalaureorum prandio remanserit aliqua pecunia, 
de ea, quam ijdem pro prandio , vt supra in eorum iuramento 
continetur, persoluere tenentur, talis pecunia inter magistros de 
facultatis consilio diuidatur. 

Item p'randium aristotelis pendente publico examine 
celebrari debet. 

Ad prandium aristotelis inuitetur dominus rector, cancellarius, 
cum singulis tam de vniuersitatis quam facultatis consilio exi- 
stentibus. 

Item de alijs personis, siue sint doctores, licentiati aut alias 
honorabiles, qui non sunt de consilio vniuersitatis vel facultatis, 
relinquitur arbitrio facultatis iuxta numerum magistrandorum. 

Item ad verum magistrandorum prandium inuitantuir 
omnes birretati de gremio vniuersitatis, Et Uli quoque qui inter 
birretatos locati sunt, vt canonici ecclesiarum cathedralium, pre- 
positi ecclesiarum coUegiatarum et similiter. 

Item duo prefecti loci, duo seniores de consulatu cum ciui- 
tatis scriba. Per seniores autem eos intelligimus , qui vniuersi- 
tati iurati sunt. 

Item cellarius ducis. 

De alijs vero personis egregijs et venerabilibus , de quibus 
supra non fit expressa mentio, relinquitur facultatis arbitrio, 
prout volt personas huiusmodi et actum determinationis ho- 
norari. 

Item omnes persone de consilio facultatis tenentur esse in 
actu promotionis baccalaureorum, et actu finito decanum ad edes 
hospitis comitari sub pena priuationis prandij. 

In actu vero promotionis magistrorum idem intelligi volu- 
mus de Omnibus magistris, etiam extra facultatis consiliura exi- 
stentibus, ad cuius pene exactionem decanus sit astrictus et super 
eo pedellus diligenter vigilabit. 



statuta 1477 u. 1505. 365 

conferatur, ad delationem Notarii vel Pedelli vuiuersitatis iura- 
mentum prestet, vt sequitiir. 

Baccalaureaudus itaque iarabit, quod per amplius obe- 
diens esse velit Rectori huius alrae vniuersitatis atque decano 
facultatis artium totique facultati, in Ileitis et boiiestis, s eciindo 
quod pro posse 8uo procurabit bonum huius ahne vniuersitatis 
atque facultatis artium , ad quemcunque statum ipsum pervenire 
contingat, tercio quod istum gradum in nuUa alia voiuersitate 
resumat. Quarto iurabit, quod bic in vniuersitate velit com- 
plere integrum annum post suam promocionem immediatum stu- 

De actu dete rminationis magifftrandorum, 

Item promotio magistrandonun in aula collegij fieri 
debet. 

Quilibet magistrandus debet habere magistrum sibi paratum 
ad respondendum, cui birretum in valore dimidij floreni vel tan- 
tum pecunie dabit. 

Yoluit tarnen facultas, quod talis magister respoudens vel 
determinans vni duntaxat magistro nouello questionem assumat 
siue determinabit , et non duobus nee pluribus, sub pena priua- 
tionis omnium birretorum vel pecuniarum, sibi de huiusmodi 
questionibus cedentium, ita quod talis magister, penitus nihil 
leaet, sed totum facultatis fisco applicetur. 

Et decanus ex officij sui debito astrictus sit, talem si sibi 
denuncietur, iuxta precedens conclusum punire. 

Item magistri sana conscientia retinere possunt pecuriiara 
receptam a nouellis magistris pro questione, licet eis ad questio- 
nem non respondent. 

Item magister nouellus librum suum totalem in partialem 
diuidat, et librum primum in tractatus ac primum tractatum in 
capitula. Inde suam moueat questionem, dimittendo mentem li- 
brorum partialium, tractatuum et capitulorum singulorum. 

Item decanus per se ipsum magistrandos promouere debet, 
nisi habuerit consensum substituendi alium , iuxta vniuersitatis 
ordinationem. 

Item decanus actum promotionis faciat pallio rubeo cum 
capicie clericali et alias honeste vestitus. 



366 Facultas Artiiim. 

dio vacando, nisi super eo per facultatem fuerit seeum dispen- 
satuiD K 

68. Magistrandus yero iurabit, quod Rectori Gancellario 
et Viceeaneellario huius alme Vninersitatis decentem deferat re- 
uerenetma et honorem, seciiudo quod pro posse suo procurabit 
bouum huius alme yniuersitatis et facnitatis artram , ad qvcm- 
canque staium ipsum pervenire eontingat, tercio quod istum 
gradum licencie in nulla alia yniuersitate resumat, quarto quod 
si eontingat eum determinare aut respondere in materia verita- 
tem fidei tangente, vt de creacione aut mundi etemitate vel hiiius- 
modi , quod partem fidei tenebit et contrarias raciones pro posse 
dissoluet, quintoj quod eomplebit annum integrum post suam 
promoeionem immediatum hie in vniuersitate studio vacando, 
nisi per facultatem artium super hoc secum fuerit dispensatum ^. 

Statuta infra scripta diligenter sunt attendenda^ 

69. Statuit artiam facultas, quod de cetero nallus Magistro- 
rura de aliquo exercicio plus de pastu exigere debeat a Scola- 
ribus, quam sibi cedere debet iuxta ratum temporis. Tempus 
autem computandum fore facultas declarat a primo die, quo quis 

* Punct 4 fehlt in B. * ebenso. 
^ Hier folgt in B. der Titel : 

De expensis tempore promotionum per facultatem 

f aciendis. 

Habeant examinatores quolibet die pro examine baccalau- 
reandorum tres sol. et totidem de examine magistrandorum , se- 
cluso examine publico, de quo aliter per vniuersitatem est or- 
dinatum. 

Item magistris, qui tempore disputationis ordinarie sunt in 
examine etc. videsupra in titulo de disputatione magistrorum. 

Item famulis ciuitatis, qui magistris nouellis vina, quibus 
a consulibus donantur, portant, dari debent 5 sol. 

Item in prandio magistroriun quatuor , baccalaureorum vero 

duo et uon plüres solidi ad culinam donentur. 

^ Dieser und beide folgende Titel, welche in einer besonderen Ord- 
nung für die Bursen begriffen wurden, fehlen in B. 



statuta 1477 u. 1505. 367 

audire incipit aliquod exercitium vsque in finem, quam alias 
iuxta statuta tale exercitium expirare debet. Ideoque placet fa- 
cultati, vt quilibet Scolaris ipsius incepcionem signare nou ob- 
mittat in finem, vt Magistrum exercentem de huiusmodi ipse 
certificare valeat super solucione. Si quis autem Scolarium Ma- 
gistro plus dederit , quam vt premittitur , nihilominus sequenti 
Magistro iuxta ratum temporis satisfacere teneatur. Magister 
vero, qui plus inbursauit, quam vt dictum est, Scolari peccuniam 
reddere debet et totidem facultati in penam soluere teneatur. 

70. Preterea statuit artium facultas, quod de cetero nullus 
inhabitancium Bursas, cuiuscunque status aut condicionis existat, 
urinam in cannam lapideam siue in bursarum curiam proicere 
presumat sub pena vnius solidi, irremissibiliter soluendi tociens 
quociens huius statuti transgressor inventus fuit. Conuentores 
vero ad exigendum dictam penam a quolibet transgressore sub 
debito suorum officiorum astrictos fore dicta facultas pretendit. 

71. Insuper dicta facultas statuit, quod nullus Scolarium pro 
aliquo gradu tempus compleat extra Bursas locatus, nisi ab 
vniuersitate et facultate obteiita licencia, nisi sit famulus doctoris 
aut Magistri aut cum parentibus steterit. 

72. Denique facultas statuit, quod nullus siue Baccalaureus 
sine Scolaris facultatis artium in mensa alius Burse foueatur, 
nisi sit in Bursa locatus. Aliarum vero facultatum Scolaris, ubi- 
cunque locatus fuerit, in lupi et aliarum penarum recompensam 
omni septimana, vltra alias expensas necessarias II d. soluat. 

73. Insuper statuit artium facultas, vt nullus Magistrorum 
sab debito prestiti iuramenti a scolaribus pit) resumpcionibus 
eis factis plus recipere audeat, quam de hoc caueatur in statutis 
sub titulo de resumpcionibus. 

74. Insuper statuit artium facultas, quod de cetero Bacca- 
laureandi nullas expensas habere debent ducendo Scolares ad bai- 
neu m neque processiones siue sit cum fistulacionibus et 
cum fistulatoribus [siue non],- sub pena non admissionis pro hac vice. 

De debito bursarum regimine ab earundum Recto- 

ribus aliisque obseruando. 

75. Statuit artium facultas, vt nullus Baccalaureus siue Sco- 
laris ad aliquam Bursam assumatur aut iam assumptus foueatur, 



368 Facultas Artium. 

nisi sponte et libere in bursalium presencia, palam et manifeste 
Conuentori burse hanc subscriptam faciat promissionem : 

P r i m o quod contra Conuentorem Burse non insurgat, eins 
direC43ionem et informacionem pacienter audiat, in licitis et ho- 
nestis obtemperando , secundo quod nullas conspiraciones et 
ligas contra Conuentorem faciat, faciendisque nullatenus interesse 
velit, tercio quod Communitatem Burse in suis vtensilibus, item 
et domum ipsam ac suam habitacionem in suis structuris, fene- 
stris, seris et aliis non ledat aut damnificet. Quod si quitquam 
de vtensilibus, fenestris seris aut aliis structuris leserit corru- 
perit aut deturpauerit, quod extunc bona fide loco iuramenti infra 
diem naturalem, dum se (vt prefertur) excessisse discusserit, Gou" 
uentori Burse se ipsum presentabit et deuunciabit, sie quod lesa 
fracta aut deturpata iuxta Rectoris burse arbitrium emendabit. 

76. Amplius statuit ipsa facultas, quod nullus Bector Burse 
scienter aliquem non intitulatum Matricule huius alme 
Vniuersitatis in bursa sua vltra octo dies foueat, sub pena vnius 
floreni. 

77. Item quod Conuentores teneantur expellere a Bursa 
publicos lusores et meretricarios sub pena amissionis regencie. Si* 
militer inobedientes rebellos et discolos et precipue hos, qui con- 
spiraciones discordias aut aiia illicita in bursis excitant, dum- 
modo moniti non destiterint de Bursis dimittant et expellant 
cum effectu, isto saluo, quod sie vt prefertur expulsi teneantur 
nihilominus censum domus lignalia et alia eos secundum consue- 
tudinem Bursarum et pro mutacione contingencia, aliasque pro 
actibus Scolasticia iuxta ratum temporis in penam suorum ex- 
cessuum persoluere. 

78. Item statuit, quod a Bursis propter dictas et consimiles 
causas expulsi ad aliam nullatenus recipiantur, nisi Rector Vni- 
uersitatis vna cum quatuor facultatum decanus decreuerint eos fore 
recipiendos. Alioquin eos recipiens a regimine Burse ipso facto 
sit suspensus. 

79. Item nullus Bursalis ausu temerario cum suo contendat 
Conuentore aut convicia vel alia oifensiua in publico vel priuato 
ei dicat, sub pena dimidii floreni. 

80. Iterum nullus, silencio sibi per Conuentorem imposito, 
rebellisare presumat, sub pena Septem solidorum h. 



statuta 1477 u. 1505. 369 

81. Quilibet eciam sub pena dimidii floreni commodum' 
aperire teneatur aut aliam quamcunque clausuram qaocienscun- 
que per Gonnentorem super eo fuerit requisitus. 

82. Nemo denique lumina in suis cubilibus mungendo 
scintillas aut fauillas ad pauimenta lignea domus proiciat, sub 
pena quatuor solidorum h. tociens quociens fecerit. 

83. Item nullus Bursalium cenam facere audeat vel pran- 
dium extra Communitatem Burse, nisi expressa Gonuentoris li- 
cencia super eo obtenta, sub pena vnius solidi h. Quod si pro- 
curator vel alius burse famulus per se aut alium quiequam coutra 
dictum facultatis statutum molitus tuerit, soluat penam duorum 
solidorum h. 

84. Item quod nullus siue Baccalaureus siue Scolaris alium 
verbis aut factis contumeliosis et opprobriosis afficiat aut mo- 
lestet, sub pena trium solidorum h. ; quod si alicuius offensio 
verbalis vel effectiualis notabilis aut atrox fuerit, Gonuentor 
Burse offendentem Rectori Yniuersitatis denunciare poterit, cuius 
arbitrio pena iniungatur qualitate delicti considerata. 

85. Item idem statuit de illis, qui vicinis aut aliis honestis 
personis circa Bursam realem aut verbalem iniuriam aut turba- 
cionem intulerint vel saltem instrumentis musicis indebite vsi 
extiterint aliasque clamores et strepitus fecerint indecentes. 

86. Item statuit facultas, quod nullum eius suppositum in 
Camera vel alias in quocunque loco arma teneat. Sed si 
qua habeat Conuentori Burse indilate presentet, sub pena amis- 
sionis armorum Gonuentori applicandorum. 

87. Statuit eciam, quod supposita facultatis non magis ta- 
berne vacent, dimicature aut quintern e ^ quam philo- 
sophie, neque ducant aut visitent choreas precipue publicas, 
sub pena retardacionis. 

88. Item, quod si quis Bursalium cum suspecta muliere 



1 Gemach. 

2 bezeichnet sowohl Trommel und Trompete als Laute, steht aber hier 
irrthümlich. Die Wiener Statuten von 1385 schreiben ebenfalls: 
Scolaris non vacet magis taberne dimicature aut quinteme, quam Physice 
aut Logice seu sue facultati, nee ducat publice in vico choream. Es ist 
die qnintena oder qnintana gemeint, ein Reiterspiel: das Stechen 
nach der Puppe. 

Urkunden der U. Tttbingen. 9 24 



370 Facultas Artium. 

in Bursa repertus fuerit, prima vice soluat Septem solidos h. 
pene nomine, secunda vice duplum, et sie deinceps, et niehilomi- 
minus a Bursa excludatur; idem voluit facultas per omnia ob- 
seruari circa cohabitantes eidera, delinquentem super eo Rectori 
Burse sine Conuentori non denunciantes. 

89. Item quod nuUum facultatis suppositum publice aut 
priuate pro pecunia ludere presumat, sub pena trium soli- 
dorum h. et exclusionis a bursa, si aliquociens monitus non de- 
stiterit. Eidem pene facultas eos qui in habitacionibus suis tales 
ludere permittunt uolt esse subiectos. 

90, Item quod nullus preter consensum Conuentoris Burse 
seras quocunque ingenio vel modo aperiat, sub pena vnius 
floreni. Idem statuit de illis, qui per insolitas ostiorum fenestra- 
rum murorum vel tectorum aperturas ingrediuntur vel egre- 
diuntur. 

91; Tterum quod nullus absque licencia Conuentoris extra 
Bursam per noctes, sub pena quatuor solidornm h. siue in 
ciuitate siue extra ciuitatem quis fuerit. 

92. Item statuit, si quis hora nona vel postea a Conuentore 
quesitus in Bursa repertus non fuerit, similiter si quis ad clausas 
Bursas (vt intromittatur) indiscretis pulsibus strepitibus aut cla- 
moribus vel inhabitantes vel vicinos molestare presumpserit pena 
sub eadem. 

93. NuUum eciam facultatis suppositum in communitatibus 
Bursarum theutunicum loquatur, sub pena lupi. 

94. Item quod audientes exercicia formalia in bursis, in qui- 
bus non • sunt locati, neque in eadem mensam non habentes con- 
tribuant pro quolibet exercicio vnum denarium per septimanam, 
quam diu stubara communitatis calefieri contingat. 

95. Statuit similiter, quod si quis Conuentorum pro honesto 
regimine sibi commissorum quedam alia rationabilia conderet 
statuta, quod illa transgredientes penas eorundem statutorum sine 
contradiccione persoluant. 

96. Iterum statuit facultas quod si quis Scolarium vel Bac- 
calaureorum penas huiusmodi recusaret, talis Rectori Vniuersitatis 
denunciatus duplum pene soluere cogatur. 

97. Quodque memorate pene, vt sequitur, distribuantur, 
videlicet pene a theutunisantibus et cum suspectis mulieribus 



statuta 1477 ii. 1505. 371 

repertis date Communitati Burse ad expensas cedant, aliaram 
penarum sola tercia parte relicta Conuentori, saluo eo quod iuxta 
predictum statutum arma amissa Conuentori remaneant. 

De faniulis bursarum et iuramento fidelitatis 

eorun dem. 

98. Statuit facultas vt quilibet Conuentor sub debito iura- 
menti non permittat scienter per queüicunque familiärem Burse 
in empcionibus , yendicionibus et aliis Bursam coucenientibus 
fraudem committi, neque eciam vUus Conuentorum per iurameu- 
tum de eetero aliquem in famulum Burse recipiat, nisi fidelitatis 
iuramento preuio hec eapitula continente: primo quod iuxta 
posse et nosse suum procurare velit honorem et vtilitatem Burse, 
et ipsi conuentori in licitis et honestis obedire, secundo quod 
nullam fraudem in empcionibus et vendicionibus carnium et pa- 
num et aliarum rerum communitatem Burse coucemencium scien- 
ter committere velit, puta quod aliquid pro certo precio emat et 
Burse carius vendat aut eonsimiliter , neque aliquod conuentum 
ant pactum cum pistore, carnifice babeat aut alio quocunque, 
quo communitas Burse defraudetur, viliores videlicet cames panes 
aut hniusniodi recipiendo, aut carius forsitan huiusmodi et con- 
similia disponendo, tercio quod nichil lucri directe vel indi- 
recte per se vel alium in panibus carnibus vino ac aliis commu- 
nitatem Burse concernentibus recipere velit salario sibi deputato 
dempto. Sponte tarnen Rectore Burse quecunque oblata reci- 
pere poterit. Quarto quod requisitus a Conuentore singulos 
excedentes aut Bursam seu Gomnmnitatem in feuestris seris aut 
aliis structuris dampnificantes denunciare velit. 

De officio pedelli facultatis et eins iuramento^ 

99. Officium pedelli statuit fore facultas, vt decano pro tem- 
pore obediat, ipsumque quottidie adminus semel in domo sua 

^ Vor diesem Titel fügt B. ein: 

De litteris testimonialibus et earum sigillation e. 

Si quis litterale [velit habere] testimonium de auditis in 
papiro distribuendum [describendum] , decano pro stipendio suo 

24* 



372 Facultas Artium. 

yisitet, ad mandatum ipsius diligeuter Magistros conuocet, scolas 
purget, intimaciones facultatis artium conscribat, vacancias et 
festa coUegii intimet, in disputacione ordinaria a principio pro- 
posicionis questionum in finem vsque permaneat, in actibus pub- 
licis Magistros debito ordine locet, et alia per deeanum sibi in- 
iuneta faciat. Preterea pedellus ab hoc opido per ynum diem 
aut noctem sine speciali licencia deeani et expressa se non ab- 
sentet. Quodque in disputacione ordinaria cuiuscunque Magistri 
vel Baccalaurei precedente vel saltem eadem die sequentem Ma- 
gistrum vel Baccalaureum , quem ordo disputandi tetigerit, yt 
proxime disputare debeat, auiset, et si talis, quem ordo dispu- 
tandi tetigerit, presens non esset vel disputare quacunque occa- 
sione recusaret , extunc statim pedellus deeanum super eo aui- 
sare curet. 

100. Item quod Yota aut alia consilii facultatis secreta, eciam 
quecunque in cedulis conuocacionum contenta aut alias casualiter 
audita siue speciali mandato non reuelet. A principio eciam cuius- 
libet decanatus petat (si velit) a facultate in officio suo conti- 
nuari. Denique iurabit coram tota facultate in manus deeani, quod 
officium suum fideliter et absque dolo et fraude exequi velit, prout 
sibi a decano et facultate iniungitur '. 

4 sol., sin autem in pergameno habere cupiat, duplum hör um 
soluat. [ygl. Liber dec. f. 39]. 

Talis etiam ynum solidum soluat pro decano et suis con- 
siliariis distribuendum. 

Item nulle littere testimoniales sigillentur nisi omnes magi- 
stri de consilio fac. in hoc consenserint. 

^ B. lautet von hier an bis zu Ende: 

Item pedellus suis expensis temporibus promotionum cathe- 
dram et aulam omare et disponere debet, prout ad eins spectat 
officium, alioquin decanus pecuniam pedello cedendam arrestare 
habet, 

Insuper pedellus magistros in prandijs locare debet, eo or- 
dine, quem illi alias inter se habent, et illum preter deeani com- 
missa aut yicem gerentis non mutare, 

Item pedello pro sui officij continuatione petenti, similiter 
et famulo suo, per expressum in modura auisationis dicatur, vt 



statuta 1477 u. 1505. 373 

De salario pedelli. 

101. Statuit facultas, quod quilibet Baccalaureus in 
qualibet angaria teneatur pedello persoluere quatuor denarios, 

debitam reuerentiam decano et omnibus magistris de regentia 
exhibeant, sessionibus seu disputationibus magistrorum, a propo- 
sitione questionum , baccalaureorum vero , a principio vsque in 
finem interesse ac intendere fideliter studeant. Item decanum 
ipsum omnibus diebus festiuis, presertim in solennitatibus ad 
ecclesiam conducere curet. 

De famulo pedelli, 

Famulus pedelli, antequam ad officium acceptetur, facultati 
presentatus, iuramenti capitula per pedellum ipsum iurari solita 
iurare teneatur, 

De salario ped elli, 

Statuit facultas, quod quilibet baccalaureus in qualibet an- 
garia teneatur pedello persoluere quatuor denarios, Scolaris vero 
tres denarios vsuales, alioquin ad promotionem aliquam non ad- 
mittatur. 

De officio notarij, 

Item notarius scribere habet duodecim intimationes promo- 
uendorum pro vtroque gradu. 

Item binas. carthas pro taxa pauperum. 

Item recessus duarum rationum per decanum fiendarum, pro 
quibus, singulis mutationibus seu tempore rationum, ei dari debet 
vnus florenus, 

Item notarius intimationes in peractioue exequiarum et omnia 
alia facultatem concernentia scribere debet. Si quid autem vltra 
premissa scripserit, de eo singulare competens habet precium, 
sine tamen dolo et fraude. 

Decautioneetsolutionepecuniarum procuratoribus 
vtriusque vie a facultate artium mutuo dandarum. 

Item facultas artium, vt pia mater, prospicere yolens suis 
circa mensam bursalem, mutuo dedit procuratoribus cuiusque 



374 Facultas Artiuin. 

Scolaris vero tres denarios vsuales, alioquin ad promocionem 
aliquam non admittatur. Item Baccalaureandus tempore 
determinacionis , cum gradum Baccalaureatus assumere voluerit, 
pedello soluat quinque solidos h., LiceDciandus vero tempore 

vie ducentos aureos, vt lautius in futurum bursales reficiantur, 
l^ibus tarnen, pactis et condietionibus infra scriptis. 

Primo quod propter istos quadringentos cogantur procura- 
tores bursarum singula esculenta pro mensa bursali, exceptis solis 
panibus comparare pro pecunia prompta, non dififerendo solutio- 
nem vltra octauam, 

Secundo quod cum requisitus fuerit procurator, extunc 
infra dimidij anni spacium cogatur satisfacere facultati in prompta 
pecunia, 

Item si contingeret procuratorem cedere officio vel sponte vel 
alias, extunc a die qua cessit, in omnibus et singulis quindenis se- 
quentibus soluat decano facultatis artium semper viginti florenos, 
succedenti procuratori subministrandos, pro victualibus in prompta 
pecunia emendis, et cum hoc, si vltra summam viginti floreno- 
rum infra quindenam a suis debitoribus leuaret, timc medietatem 
illius pecunie leuate, ratione procuratie, restituat decano infra 
octauam, douec satisfecerit facultati, si non facit aliam cautionem 
legalem per iuramentum, dolo et fraude seclusis. 

Item quilibet procurator, antequum obulum leuet, super istis 
ducentis florenis prius faciat sufficientem cautionem, iuxta bene- 
placitum omnium superintendentium vtriusque vie, et cum hoc, 
postquam officio sponte vel alias cesserit, eo ipso omnia nomina 
debitorum bursalium sint ipsi facultati inpignorata, pro huiusmodi 
debito ducentorum florenorum. 

Moderatio statuti incipientis: Item si contingeret 

procu ratorem. 

Circa pecuniam quadringentorum florenorum restituendorum 
per procuratores bursarum facta est modificatio seu adiectio talis 
per totam facultatem in presentia superintendentum vtriusque vie, 

Primo quod quilibet procurator post finem officij sui faciat 
bonam diligentiam , quoad nomina debitorum inbursandorum, 
quousque obnoxius est facultati bona fide. 



Verordnungen 148Ö. 375 

locacioiiis in ecclesia totidem, et similiter faciat, cum insignia 
Magistralia receperit, nee pedellus ab aliquo predictorum plus 
extorquere presumat, nisi quis libere amplius expendere velit, 
tune enim pedellus id gratuite recipere potest. 



III. 

VERORDNUNGEN VON 1488. 

Sequitur copia Nouorum Statutorum seu Ordina- 
tion um etc. facultatis artistice. 

Quamuis hactenus Statuta quedam Vniuers itatis sa- 
lubriter sint edita vi am et raodum in Vniuersitate nostra pro- 
cedendi tangentia, verum iuxta varios temporum et rerum euen- 
tus huiusmodi Statuta necessario interdum mutanda veniunt et 
emendanda, prout potestas et facultas huiusmodi quibusdam Sta- 
tutorum conditoribus expresse dinoscitur reseruata Idcirco pro 
maiori et ipsius Vuiuersi tatis et facultatis artistice 
commodo profecta et vtilitate tam Illustris dominus noster do- 
minus Ebbbhabdüs comes de Wirtemberg et Montepeligardo etc. 
Senior, patronus nostre vniuersitatis , quam alii, ad quos dicta 
commutandi et emendandi facultas spectat, Die vicesima septima 
mensis Marcij anni Saluatoris etc. octuagesimi octaui personaliter 
conuenientes Quedam Statuta noua facultatem artium con- 
cernencia edenda duxerunt et ordinanda atque illico ediderunt et 
et ordinarunt in forma subscripta. 

Secundo quod viginti florenos de quindena in quindenam 
soluendos restituat decano bona fide loco iuramenti, si totidem 
leuauerit, Aut si minus viginti florenis leuauerit infra quindenam, 
eosdem consimiliter restituat pena ac obligatione priori. 

Tercio si vltra viginti florenos infra quindenam a debito- 
ribus leuauerit, medietatem huius similiter decano restituat bona 
fide loco iuramenti, Nisi de consensu superintendentum vtriusque 
vie illud vltra medietatem destinaretur in alium vsum pro bono 
burse. 



376 Facultas Artinm. 

Statuentes quod omnia et singula huiusmodi statuta in fa- 
cultate artium predicta irrefragabiliter et inconuulse teneri et 
seruari debeant sine dolo non obstantibus in hijs et circa ea 
Omnibus et singulis tarn vniuersitatis quam facultatis eiusdem 
constitutionibus statutis et ordinationibus et aliis quibuscunque 
contra premissa quomodolibet facientibus aut facere potentibus, 
que dicti statutorum interpretes in bijs voluerunt non obstare. 

Tenor autem statutorum eorundem sequitur hoc modo. 

De numero Conuentorum Bursarum et eorundem 

electione actiua et passiua. 

Decetero habeantur in qualibet via quinque Conuentores, 
quorum vnus sit economus, qui presit vni exercitio modo vt 
infra, Et secundo presit illis duobus actibus Burse scilicet com- 
putationi bursali, fiende omni septimana semel et hoc die Sab- 
bati, secundo coUectioni ceusus bursalis. Alii quatuor pre- 
sint aliis quatuor, quilibet scilicet vni exercitiorum. 

De predictis quinque Magistris debent duo esse theolog i, 
duoMagistri Juriste, et vnus medicus, et hoc si habean- 
tur abiles sufficienter de predictis facultatibus. Vno denique 
eorum cedente, reliqui quatuor habeaut facultatem aliquem eli- 
gendi in locum eins qui cessit vel decessit, ita tamem quod eli- 
gant vnum de illa facultate de qua fuit qui cessit, si abilis in- 
ueniri potest de eadem. Quod si non, accedant vniuersitatem, pe- 
tentes licenciam ab eadem eligendi aliquem de alia facultate. 
Cui si peticio rationabilis visa fuerit det eisdem licenciam petitam, 
qui eligant quem velint cuiuscunque facultatis fuerit. 

Item si quatuor in electione quinti parilitatem facerent vo- 
torum Rector vniuersitatis protunc habeat concludere. 

Item Conuentores electionem per eos fiendam faciaut pre- 
stito iuramento vel fide loco iuramenti, quod eligere velint virum 
ydoneum et vtilem burse ac facultati dolo et fraude seclusis. 

Item quinque Conuentores habeant potestatem eligendi sex- 
tum, qui sit resumptor pro solis magistrandis, qui et 
a quolibet magistrando leuare habeat per ebdomadam duos soli- 
dos h. in die per horam resumendo. Poteritque ille sextus esse 
de quacunque facultate. Non minus, si per duas horas resumat, 
habebit de qualibet duos solidos vnam in physica, aliam in logica. 



Verordnungen 1488. 377 

Item ijdem Gonaentores vna cum sexto scilicet resumptore 
atque CioUegiatis sue vie habeant eligere Magistrum pedago- 
gio presidentem, poteritque pedagf^ista eligi de quacunque 
facultate. 

De actibas Conuentorum. 

Decetero omni die (demptis certis de quibus infra) habean- 
tur in Bursa quinque exercitia, primu.m et generale in logica 
arte veteri et noua per horam per integrum an.num, ad quod 
confluere habeant scolares et baccalaurij. Secundum in trae- 
tatibus peri herminias ac paruis logicalibus. 

Tertium in illis quatuor scilicet generalibus Donati, am- 
barum partium Alexandri , latinitatibus ac generalibus priorum 
logicalium. Et hec duo pro scolaribus fiant Sub horis tamen si 
fieri potest, quibus ad eadem conuenire possent Baccalaurij, si 
qui fuerint et vellent. Cessetque exercitium Alberti ac actus 
bursalis, loco quorum amborum tercium predictum habeatur. 
Quartum in libris phisicorum, de generatione, ethicorum. Quin- 
tum in de celo, de animo, metbeoris et paruis naturalibus Sub 
horis tamen si fieri potest in quibus ad eadem Scolares, si qui 
abiles essent et vellent, conuenire possent. Detque Scolaris per 
annum quatuor florenos Et Baccalaureus quatuor cum dimidio, 
finitoque anno sue completionis det postea per mutationem. 

NuUus conuentor nee resumptor Ordinarius nee pedagogista 
possit se immiscere aliis resumptionibus quam sibi (vt dictum 
est) deputatis. Nisi quis predictorum haberet iuvenes specialit^r 
sibi recommissos a parentibus aut aliis quorum interest, tuuc 
enim poterit eisdem resumere si voluerit, dolo et fraude seclusis. 
Sic tamen quod non resumat pluribus quam quatuor Habeantque 
ceteri Magistri a predictis potestatem resumendi Scolaribus ad 
baccalaureatum aut alias lacere eis resumptiones Demptis resump- 
tionibus ad magisteriimi. 

Item inter Conuentores quinque semper sit vnus ebdoma- 
d a r i u s cuius sit facere illa, p r i m o constituere lupum et eun- 
dem legere, s e c u n d o visitare de nocte ter vel quater secundum 
exigentiam, tertio preesse clausioni et apertioni burse, quarto 
presidere mense bursali Nisi ex causa alium (ex solis tamen 
conuentoribus) substituat, quinto suscitare scolares ad exercitium 



378 Facultas Artium. 

de mane atqiie diebus festiuis ad diuina ad eademque processio- 
Daliter deducere , prelecta cedula Scolarium , tarn ad exercitium 
quam ad diuina Sexto in sua ebdomada vna cum economo 
interesse computationi bursali. 

Item omnes quinque debeut inhabitare bursam Nisi ex 
rationabili causa quatuor concorditer licentiam darent quinto, et 
tres quarto, et non ultra. 

De consilio facultatis. 

Omues coUegiaü conuentores ordinarii resumptores ac peda- 
gogiste sint de consilio facultatis siue compleuerint biennium siue 
non Et nulli alii. 

• 

De tempt atoribus. 

Soli illi qui sunt de consilio predicte facultatis eligantur in 
temptatores. 

D e collegiatis. 

CoUegiati eliganj^ur hoc modo scilicet per quatuor decanos 
quatuor facultatum cum residuo coUegiato illius vie de qua fuit 
qui cessit vel decessit. Et semper sint duo in via moderna et duo 
in via antiqua. Inter quos . quatuor sint semper duo theologi, 
vnus in via moderna et alter in via antiqua, alii vero duo sint 
de facultate iuris et medicine *. 



1 üeber die CoUegiaten wurden im J. 1508 oder kurz darauf folgende 
Bestimmungen getroffen Fach VI, 21 f. 87. 

Ttem omnis collegiatus assumptus vel assumendus debet esse an- 
nalis. 

Item omnis collegiatus debet hie in rniuersitate nostra moram et do- 
micilium habere. 

Item quod nuUus collegiatus exeat in mutatione, qua legere non te- 
netur, nisi in causa propria, prindpis aut vniuersitatis, sub pena et forma 
vidimationis * , ita quod si a]iqua die legibili exiret , dato quod per istam 
mutationem non legeret, duos solides soluere tenetur pene nomine, ac si 
tali die legere cogeretur et non legisset. 

Item si etiam in causa propria exire vellet, exeat hoc modo, quod ad 
minus sit presens et personaliter resideat per annum per duas tertias anni 
sub bona fide. 

* wohl 8va. bei Strafe der EutlaBsung — des vidimus oder Laafpaeses — für den 
Fall, dass er die folgenden Strafen nicht entrichtete. 



Verordnungen 1488. 379 



De conditionibus conuentorum. 

Primo omnes sint paris auctoritatis ac pares in pastu, 
dempto quod economus habeat continue mensam bursalem et 
salarium sibi ab vniuersitate deputatum Et ebdomadarius per eb- 



Item ta^tum dao collegiati tenentur legere per mutationem, vnus 
pro baccalauriis at alius pro scolaribus, prout infra ad legendi Ordinatio- 
nen!. Et alii duo de consilio vniuersitatis existunt et debent se habere ut 
supra ezpressum est. 

Sequuntur libri per collegiatos legendi. 

Inprimis legat primus collegiatus totam logicam resecando et amit- 
tendo inutilia. 

Item 2« secundus legat philosophiam naturalem, scilicet Septem 
libros physicornm prelereundo sextum librum. 

Item libros de generatione, de anima et celo et mundo. 

In mutatione hyemali. 

Item tertius collegiatus legat septem libros Ethicorum et quartus sex 
libros Metaphysices et tres vltimos Ethicorum. 

Item si collegiati discordarent in electione librorum, tunc fiat electio 
huiusmodi per sortem. 

Item quilibet collegiatus debet et tenetur per se ipsum preesse Icctioni 
sue, ad quam ordinatus est, et pro neglecta lectione soluere penam iuxta 
stipendii exigentiam et se per juramentum denuntiare tempore distribu- 
tionis stipendionmi prout quiuis alius doctor legens. 

Item collegiatus collegiuminhabitans tenetur quamcunque struc- 
turam per se vel alium destructam aut deturpatam suis expensis reficere 
seu refecta soluere vel tantundem de stipendio defalcare, quantum pro re 
refecta expositum fuerit vel exponendum. Nisi ipsum qui huiusmodi rem 
annihilauerit, denuntiauerit vniuersitati. Hoc intelligitur de omnibus col- 
legiatis simul sumptum. 

Item nuUus collegiatus aliquem ad se redpere debet nisi famulum 
suum sine licentia vniuersitatis et debet habere collegium in bona clausura. 

Item coUe^atus in assumptione iurare debet, quod quicquid in habi- 
tatione sua destructum vel deturpatum fuerit per se vel alium debet se 
denuntiare Rectori vniuersitatis , et precipue quando se a coUegio alienare 
vult, quatenus per sindicum conspiciatur , an ne habitationem suam relin- 
quat, prout inuenerit, et si quid destructum fuerit reficere. 

Item collegiatus qui non compleuit, debet totaliter complere in sua 
facultate et pro neglecta lectione soluere et se per juramentum tempore 
distributionis stipendiorum denuntiare. 



380 Facoltaa Artium. 

domadam suam, alias nuUus conuentorum habeat mensam bursalem. 
Secundo predicti quinque couuentores habeant duas stubellas 
cum dimidia, a quanim censu sint omnino liberi. 

Tertio nuUus absentet se a loco Nisi ex necessaria et rar 
tionabili causa Et tunc suum exercitium et officium per alium 
conuentorem vel alium (si recusarent) prouideat, si possit. 

Quart o decetero nulle habeantur vacantie Sed omnibus 
diebus cogantur conuentores exercere, demptis qui seqiAintnr die- 
bus, scilicet festis ecclesie, festis collegii, festis Jouis, dummodo 
in eadem ebdomada non iuciderit festum collegii Diebus rogatio- 
num, et hoc in horis sub quibus fuerit officium diuinum et pro- 
cessio in ebdomada sancta a quarta feria inclusiue vsque ad quar- 
tam pasce inclusiue In camis priuio a secunda feria vsque ad 
quartam inclusiue Item hora quarta in profestis celebrium fe- 
storum Item sub horis in quibus sint disputationes in superio- 
ribus facultatibus , et etiam ordinarie in artibus Et in quibus 
fiunt solennes actas vniuersitatis, aut promotiones solennes. 

Q u i n t o Conuentores prudenter exerceant predictos libros 
eis deputatos, hoc scilicet modo, vt materiam sterilem transiliant, 
quatinus vtiliori diutius immorari possint, puerilia in Aristotelis 
logica ibidem transiliant, ea remittentes ad peri herminias, et 
contra difficilia in peri herminias ad logica Aristotelis remittant 
Ne aliter faciendo eandem materiam bis exerceri contingat et 
aliam uec semel dictam amitti. Ideo libros Aristotelis eodem 
tempore cum tractatibus peri herminias exerceant eisdem corre- 
spondentes Et in thopicis generalia Aristotelis faciant similiter 
in elenrcis, alia in tractatibus peri herminias inuenient. 

Sexto finito anno vel dimidio, si se economus gra- 
uatum officio economic putet, assumant alium, quem vel arte* 
si voluerint elegerint, dummodo super in computatione et census 
collectione inabilem non ceciderit electio. 

De exercitiis etc. finito anno poterit quis alium cursum 



Item collegiatuB theologus assumendus debet sie esse condictionatus, 
quod sit actu theologus, ita scilicet quod primas lectiones in theologia 
visitauerit. 

Item CoUegiatus debet viuere legibus conditis et condendis. 

* auf ktinstliche Weise z. B. durch ein Spiel, sorte, durch Loos, Wür- 
fel u. dgl. 



statuta 1536. Sgl 

eligere Ita quod reliqui teneantur permutare secum, exerciciaque 
Sorte vel arte diuidant per cursus. 

Univ. Archiv VI, 17, im Anhang zu den ersten Statuten. 



IV. 

STATUTEN VON 1536. 

Ein Statutenbuch Fach XV, 15« enthält folgende Einträge : 
Statuta Studii Artium f. 1—25. Ohne Datum. 
Ordnung der Artisten Facultät a. 1544. [s. oben N. 42]. f. 1—13. 
Ordnung der Artisten Facultät a. 1557 f. 1—11. 

Auf dem Umschlag der Statuta fügt M. Garbicius, welcher, wie 
später M. Crusius, die Bücher der Facultät mit seinen Zuthaten zu ver- 
zieren liebte, die Worte bei : descripta a. 1556 M. Decembri sub M. Mathia 
Garbicio Illyrico Decano Illum. Dass die Statuten älter sind als 1556 und 
dass es sich wirklich nur um eine Abschrift handelte, geht schon aus 
der Reihenfolge hervor, welche bei den Einträgen befolgt wurde. Und es 
ist deutlich, dass die^e Statuten die nach der Reformation, wie in allen 
übrigen Facultäten (s. S. 174), nothwendig gewordene und von Seiten der 
Regierung verlangte Umarbeitung enthalten, auf welche schon in H. Ul- 
richs Ordnung vom 3. Nov. 1536 S. 190 Bezug genommen wird. 

Das Actenstück zeigt durchaus die Schreibart, sogar die besonderen 
Ausdrücke und gesuchten lateinischen Umschreibungen der Constitutio et 
ordinatio von 1537, darf also wie jene für eine Arbeit des Joa. Came- 
rarius gelten. Dabei bleibt allerdings nicht ausgeschlossen, dass bei der 
Abschrift im J. 1556 da und dort eine kleine Aenderung gemacht sein 
kann. 

Der Band, in welchem diese Statuten sich finden, ist dem Hg. der U.G. 
anbekannt geblieben. 

De administratione studii bonarum artium. 

Studia bonarum artium, qua deinceps ratione ac uia geri 
administrarique rectum et eonueniens esset, secundum hanc, ut 
inprimis debuere, diligeuter et ipsa coustituta, definita, perscripta 
sunt ad eum modum, qui sequitur. Sed hanc rationem uel ut 
quondam loquebantur facultatera artium multi infimam fecere, 
quod sane ita sit uel negligentisB nostrse uel temporum uitio. 



382 Facultas Artiom. 

Hoc tarnen fateantur omnes necesse est, ut ignoratis figuris 
literarum atque potestate lectio nuUa constiterit , ita absque ar- 
tium bonaruni studio ad professioues illas, ut uolunt, maiores 
neminem accessurum, aut sine pra^sidio illarum notitiam harum 
conseruaturum esse. Quapropter in omni scholastica republiea 
hsec pars neglecta ^ insanabile vulnus infligere solet, tanquam 
corpori ipsi communitatis seu, ut usitatiore uocabulp utamur, 
Yninarsitaiis studiorum. Recte autem et ordine administrata 
illud laudabile et eximium opus doctrinse atqne oraditionis non 
solum sustinere, sed etiam absoluere atque perfieere consueuit. 
Constituta quidem ita omnia sunt, ut qua parte a prioribus re- 
cedere uideantur ea uel ratione atque temporibus mutatis uel sua 
rectitudine facile defendi possint, neque cuiusquam eontumeliam 
uUas innouationes complecti, sed iis tantum operam nauatam pu- 
tandum, qui studio et cupiditate bonarum artium atque discipli- 
narum hanc curam atque prospectionem mererentur. 

De orationibus publice habendis, curatione prse- 
positorum administrationis studii artium, Cap. I. 

Adglutinatae qusedam orationes a ueteribus fuere rebus 
scholasticis, ac retinere quidem illas aequum, sed pristinus modus 
intolerabilis est. Ita igitur instituejitur. Princeps studii artium, 
quem.Decanum dizere pro imperio in studiosos artium suo, 
contionem aduocato in locum publicum scholse et primum ipse, 
.proxime Rector Gontubernii mat^riam aptam et conueuientem 
ueritati moribus bonis ac studiis iuuentutis dicito. 

Et quia singulis annis binae contiones habendae, argumenta 
licet ita distribuant, ut prior oratio complectatur studii artium 
laudes ac prseconia. Altera cohortatio sit ad uitae ac morum 
castitatem atque decus. His accedet, cum ita ceciderit, tertia, 
qusß funebris sit, cum quis honoratus eruditusque ac professor 
studii bonarum artium, literarum humanitatis siue nostrae seu 
alterius scholsB ciuis in hoc oppido mortem oppetierit, tum enim 
Decanus pro contione qu«) res feret composita ad utilitatem au- 



1 unleserlich wegen eines durch mehrere Blätter gehenden Flecks. 
Das verschwundene konnte sonst überall mit Sicherheit ergänzt werden. 



statuta 1536. 388 

ditorum dicet, prius tarnen consulto consilio studii artium, cui 
curee erit, ut hie honor omnibus qui digni sunt habeatur. Haie 
dies praefiniri non potest, sed prionim duum tempora statuenda, 
unum ad VII Cal. Decembris alterum ad XI Cal. Martii. 

Qui dixerit, illi munuseulum dator dimidiati florini, sed 
in f unebri duplicator. In qua etiam permissum esto Decano , si 
quid ipsum moretur, in suum locuni aliuni substituere, qui dicat. 
Reliquas duas ipse et Rector Contubernii per se obeunto, nisi 
ita impediti morbo aut necessitate salutis fortunarumque suarum, 
ut omnino neqneant. Si tarnen ita ceciderit, ut qui Rector Con- 
tubernii esset, in Decanum lectus sit, cohortationis , hoc est al- 
terius orationis illius munus PsedagogarchsB dabitur. 

De Albo Communitatis studii artium Cap. IL 

Magistrorum bonas artes profitentium unum corpus cen- 
setor. Horum caput esto et princeps, qui Decanus dici con- 
sueuit. Is Album habeto peculiare huius studii , in quo per- 
scribentur nomina eorum, qui studii huius honores petent. Qui 
non inscriptus fuerit alienus habetor, ad honores ne admittitor, 
nuUo iure huius studii in nostra schola utitor, si profiteri ausit 
cohercetor. 

De fisco studii huius Cap. III. 

Decanus quae debentur fisco in illum fideliter inferat. Hie 
non uisiquatuor clauibus recludi possit, atque unam De- 
canus illius temporis , daas Consiliarii ipsius duo , quartum qui 
proxime ante illud munus gesserit , asseruato. His eo ipso die 
claues committentur, quo Decanus, cui iam succeditur, rationem 
reddet. Atque tum de fidelitate custodiae i'urabit tam Decanus, 
qui tum creatus, quam hi, quibus clauium cura commissa fuerit. 

De huius studii administrationis Principe, qui 

Decanus dicitur Cap. IUI. 

Decimo octauo die Octobris, ubi fastis asscribitur S. Lucse 
nomen, declarato Rectore Vniuersitatis scholaB huius conuocabit 
Decanus illius temporis consilium studii artium ad designandum 
secuturi anni Decanum. Hic assumetur ex numero Magistro- 
rum , qui stipendiis ad docendum condueti sunt ab Vniuersitate 



384 Facultas Artium. 

scholsß huius. Creabitur autem suffragiis ita ut illi mandetur 
honor, cui plurimi suffragati sint, neqae quicquam spectabitur 
aut ualebit, nisi pietas eruditio uirtus. Itaque suffragia laturi 
iurati erunt. Quod si suffragia paria fiierint, accessione sua rem 
Decanus temporis illius concludet. Sed designatus Decanos statim 
Magistratum ineat. Quod si intra spacium ynius diei uon fecerit, 
mulctam fisco huius studii soluiix) florenorum duum. Geret autem 
annum unum et ineundo in haec iurabit in consilio. 

Sacramentum Decani. 

Volle studii artium res ac communitatem sibi maximsB esse 
curae pati: quod facere se conueniens debitumque sit, non negli- 
gere: leges et statuta huius studii tueri ac conseruare: primo 
mense anni sui illa in contione studiosorum artium recitare : 
libros Signum album, denique quse a prioris anni Decano acce- 
perit custodire fidelitate et diligentia summa: nihil literarum 
nisi de sententia consilii obsignare neque edere : primo illo mense, 
quo magistratum obierit , rationes deponere apud studii artium 
communitatem et si quid ullius rei aut numorum desit, explere 
statim numerata pecunia: postremo sui muneris proprias leges, 
quo minus in faciendo officiimi suum decipiatur, intra dies ab 
inito Magistratu octo, notas pellectasque habere. 

Decani Prouincia. 

Decani disputationum cura propria est, de quarum ratione 
in sequentibus exponetur. Jussum est eorum nomina, qui honores 
se peterp professi apud illum fuerint, Rectori Vniuersitatis deferre, 
ut intelligi possit, utrum in Album illius inscripta ea fuerint. 

Item Gonsiliüm ne cogito, nisi re prius communicata 
cum Consiliariis suis, praeterquam aliquo subito ac necessario 
casu Consilii habendi causam in n^harta descriptam explicet. 

Sententias ordine et exquisite rogabit, secundum plurimas 
aut in paritate sua accessione auctam partem decernet. De qui- 
bus constitutum fuerat sub anno suo notato, et primo mense ex 
quo Magistratu abiit inter acta referto. 

Magistrorum profitentium bonas artes atque lit^ras sigillatim 
atque peculiariter perscripta nomina habeto. 

Quacunque in re publicam administrationem huius <^tadii 



statuta 1536. 385 

claudicare inque illa delinqui cognouerit, annititor, ut corrigat, 
si non quibit ad Consilium suum aut quatuor uiros prsesides 
Gontubernii, uel etiam si res poscet, Yniuersitatem huias scholse 
deferto. 

Ne abesto oppido ultra dies XV nisi permissione Consilii 
studii huius, cumque bac substituto in suum locum altero ex 
Cionsiliariis. 

Ferias et uacationes promulgato. 

In Magistros improbos et neglectores Ordinis ac Imperii de 
Consilii sententia animaduertito. 

Impensas buius studii nomine praecipuas ne facito nisi de- 
cretas in Gonsilio ; mediocres ipse de sententia Gonsiliariorum 
fideliter exequitor. 

Cum primum magistratum inierit, rationibus a prioris anni 
Deeano relatis pecuniam traditam una cum aliis huius studii 
propriis integram recondito ac in arcam communem deponito ; 
additis cbartis duabus, in quarum una conclusio rationum prioris 
anni Decani, in altera totius pecunisB summa perscripta sit. 

Ipsi autem Deeano X floreni, quibus utatur quosque priua- 
tim tractet, concedautur, ultra quos ne quid publicae pecuniae in 
usus suos trahito. 

In publicis Conuiuiis, quo quisque loco sedere debeat, Deca- 
nus prsescribito , a quo imperatum ordinem qui turbare ausus 
fuerit, de conuiuio exigitor. 

• De prsßmiis Decani. 

Deeano pendetur honorarium precium laboris atque operae 
de fisco huius studii florenprum quatuor et concedetur mer- 
ces inscriptionis eorum, qui sua apud illum nomina profitebuntur. 
Quo die statuta recitarit, impendere de fisci pecunia ad Con- 
uiuio lum Magistris praesentibus instruendum liceat cruciatos XV. 

In publicis coetibus certo loco honoretur, si quam pro- 
gressionem dignitatum ac bonorum fecerit, siue genus uitae a 
priore laudabilius, ut exempli causa de celibatu in matrimonium 
ingressus fuerit, prsemio de pecunia fisci afficitor florenorum duum. 
Idem curato alteri cuilibet Magistro professori artium in pro- 
fessione honoium et ad hunc modum mutatione generis uitae 
munusculum de fisco huius studii floreni vnius. 

Urkunden der U. Tübingen. 25 



386 Facaltas Artium. 

De Consiliariis Decani Cap. V. 

Adiuncti Decano duo iliius Consiliarii erunt, cum qui- 
bus communicata causa , si quando res poscere uidebitur consi- 
lium Gommunitatis huius studii conuocabit interminatione ad- 
ditae mulctae, quse exigatur a non apparentibus. Hi designantor 
ita ut vnus, si fieri possit, de duobus sit prioris anni Decanus, 
alter ex Magistris Gommuuitatis studii huius, grauioris uitse et 
sßtatis. Ab iis iusiurandum dabitur in Consüio studii huius in 
hanc sententiam: 

Velle in deliberationibus suadendo dissuadendo consulendo 
statuendo fidem ueritatem reipublicse respectum sequi, Decreto- 
rum Chartas una cum Decano obsignare, Decano accersenti prsesto 
esse. Hoc facere recusanti mulcta imponitor floreni unius. 

De Consilio Gommunitatis studii artium Gap. VI. 

Gonsilium Gommunitatis hi absoluent: Decanus, Magistri 
contubemalis GoU^ii et Magistri Paedagogii. Hi dabunt iusiu- 
randum in hanc quisque sententiam: 

Velle in deliberando consulendo decernendo suffragando sen- 
tentiis ferendis pietatem fidem integritatem respectum dignitatis 
et commoditatum huius studii sequi, preestare silentium celan- 
dorum, reuereri Decanum et aetate ac dignitate praestantiores Ma- 
gistros, uocatum se in consilio adesse aut mulctam dictam soluere. 

In consilio is, de cuius causa ac re deliberabitur , abesto 
inter deliberandum. Si quis accersitus ad consilium non uenerit, 
eins absentia decisionibus ac decretis nequaquam officito. 

De doctrina studii bonarum artium Gap. VII. 

Doctrina bonarum artium certae ]*ationis ac modi praescripta 
quondam fuit honores ut fit gradatim petentibus. Id quidem 
recte factum, sed ratio uetus ac modus intolerabilis his tempo- 
ribus uidetur. Doctrina igitur bonarum artium ad talem ut se- 
quitur praescriptionem tractabitur : 

Hora ante meridiem VI tradentur praecepta Dialecticae. 

Hora VII Rhetoricae. 

Haec frequentabunt candidati, qui Baccalaureatum petent. 



statuta 1536. 387 

lisdeiB horis VII Physica, VIII Ethica tradentur, quse 
discant Magisterii bonorum candidati. 

Hora XI utrisqae Eaclidis scripta enarrabuutur. 

Hora I lingusB graecee, HI linguüe latinaß probati 
authores IV Philosophia Aristotelica ordiue ac uia con- 
uenieute. 

Atque insuper sacrarum literamm interpretationes ut sednlo 
et diligenter audiaut omnes bonarum artium studiosi, Magistro- 
rum cura et attentio erit. 

Hora XII erit hebraicarum literarum, ad quam quos 
ire oporteat Magistrorum iudicium esto. 

Atqu^ harum operarum precium persoluetur ab Vniuersitate 
scholl huius, ut a discipulis quicquam exigi non debeat. Si quis 
tarnen extraordinarium et priuatum laborem docendi sumpserit 
(quod jSat absque ullius detrimento etiam absque perturbatione 
ordinis publicae doctrinae) mercedem illi pendi uetabit nemo. 

De Psedagogio Cap. VIII. 

In Psedagogio puerilis doctrina exercebitur. Paedagogar- 
e h ae administrationis cura esto. Cum uolet quicquid conueniens 
iudicarit pueris illis suis enarrato, praescribito modum discendi, 
in classes discernito. Cognoscito progressiones, pröescribito exer- 
citiorum modum, dato materias scripturarum, sed Magistri Paeda- 
gogarchaB assunto et obsequuntor, statas autem horas habento, 
quibus pueros doceant : 

Hora XII Grammati cae lafcinse praßcepta tradeut. 

VIII seu IX in formulis latini sermonis exercebunt et 
inducent ad scriptiones de sententia PaeJagogarchae. 

Hora XI Epistolas aut Officia aut similem libellum Cice- 
ronis ennarrabunt. * 

Hora III Terentium. 

Non autem fieri potest neque faciendum est, ut quasi ad 
normam haec doctrina adaequetur et praefiniatur. Relinquitur 
igitur iudicio CoUegii artium tota ratio et cura pro re tempore 
captu copia discipulorum, sed hoc iliius tamen quasi filo regetur. 

De feriis Cap. IX. 

Feriarum multitudine nimium cessari in studiis non oportet 

25* 



388 Facultas Artium, 

quare ne quis bonarum artium atque literarum in Contubernio 
Academias Paedagogioue aut extra haec loca doctrinam publice 
exercens feriatus ullis diebus esto, nisi quibus legitime uacationes 
et ocium conceditur statutum ab Vniuersitate scholastica. 

D e Disputation ibus quibus Magistri prsesint Cap. X. 

Dies sabbathi disputationum erit a Magistris exercen- 
darum. lUo Magistri a publica doctrina feriati sunto. Decanus 
qui creatus fuerit XV Cal. Octobris, ut dictum est, hoc exerci- 
tium ordietur proximo post honorem captum die sabbathi. Atque 
ita deinceps XV quoque die hoc exemplum Magistrorum unus 
disputationi prseerit. 

Quo tarnen res ordine geratur Decanus ante dies decem et 
quatuor curationem hanc Magistrorum alicui dabit, dum toto 
illorum numero consumpto initium ad Decanum reuertatur. 

Quem autem locus et series disputationi prajfecerit, illi tem- 
pus ante quatuor et decem dies per ministrum publicum Decanus 
indicito, quo accuratius procurare possit. 

Proponentur tunc descripta in charta a Magistro disputa- 
tionis futurae praeside, quatuor aut quinque dies ante, capita 
quaterna iis de rebus, de quibus ordinariae scholas habentur, 
id est literis artibus disciplinis, quae uno graeco nomine Philoso- 
phiae omnia comprehenduntur. 

Ad haec assidebunt quatuor Baccalaurei, quorum singula sin- 
gulorum propria sint, de quibus cum omnibus uolentibus ratione 
et uia ut solet disserant et asserta sua studeant defendere. Neque 
interloquitor Magister disputationis autor, nisi cum aliquem suo- 
rum deficere uincique senserit. Totam autem rem ita moderator, 
ne quid fieri aut dici, turbulenter proterue contumeliose patiatur. 

Decanus assideto toto tempore disptitationis aut mulctam 
soluito, suam etiam auctoritatem, si res postulet interponito. Si 
quid ipsi quo minus adesset obstiterit, Magistrum aliquem loco 
suo praeficito. 

Inprimis Magistri ordine et serie conueniente de editioribus 
subselliis disputanto. 

Quibus ipsis Decanus singulis praemiolum curato, numo- 
rum nostratium quatuor. Ipsius ac praefecti disputationi erit 
duplum. 



statuta 1536. 389 

Magister, cui curatio disputationis faerit data, ipse exerceto 
aut si fieri hoc nequeat, coram se Decano atque Consiliariis illius 
excasato, quibus causa probata substitüatur alias, hac tarnen lege, 
ut cum primum licuerit, ille qui tum suum locum non obiit, 
alieno sane tempore disputationi praesit. Ni ita fecerit, puniatur 
arbitrio Consilii. 

Huius studii disputationes sestate hora sexta incipiuntor, 
hyeme hora septima. 

Magister praefectus disputationi priusquam copiam faciat 
certaminis, ipse proposita capita suis de loco superiore interpre- 
tator et quantum poterit paratos ad illa defendenda efficito. 

Si quid contra haec admissum fuerit, quicunque admiserit, 
in eum animaduersio Decani esto, sed qui uolet ad Consilium 
prouocato. 

De disputationibus Baccalaureor um Cap. XL 

Diebus feriarum dominicaliimi contione dimissa ex templo, 
hoc est hora circiter XII, disputatio ab aliquo Baccalaureo exer- 
cebitur, simili ratione uia ac modo ut superius est commemoratum, 
nisi quod capita attemperata ad captum iuuentutis esse debebunt. 

De Rhetoricis Exercitiis Cap. XII. 

Yt autem disputationiim quasi prelium ad ingenia animos- 
que in disserendo exacuendos repertum est, ita alteri parti suam 
quoque palestram atque ludum aperiri oportet, ubi dicendo dila- 
tandoque inuenta studiosi exerceantur, ut sicut iam quam bene 
et recte interrogare, apposite atque diserte respondere, dissoluere 
plane, concludere acute, coUigere apte scirent, Magistris signifi- 
cationem, exemplum Comrailitonibus suis dederunt: ita nunc in 
perpetua oratione et ductu quodam suo orationisque bonae ele- 
gantis copiosae exquisitae ad ueterum perfectionem compositione 
periculum faciant, ut non solum in disputatores , sed oratores 
quoque euadant. 

Quapropter quoque die XV, quemadmodum de disputationibus 
est dictum, iis quidem sabbathi diebus, qui tempori disputatio- 
num medii intercedent, simili ordine ac serie, initio facto a De- 
cano, Magistri exigent a studiosis publice scriptum, cuius 
ante dies decem et quatuor materia seu argumentum promulgatimi 



390 Facultas Artium. 

sit. QiidB Studiosi attulerint Magistro, cuius tum erit cflratio, 
tradunto, ille recitato de superiore loco et emendato impertito- 
que suam meritis laudem. Si nihil allatum fuerit, at ipse ne- 
gligentiam et socordiam illorum uerbis reprehendito , posthac 
ne ad eum modum uegligentes esse uelint moneto, ad assiduita- 
tem huius operis hortator, exponito quantum in eo utilitatis in- 
sit, quid desertio damni datura sit. 

Sed materiae erunt eius generis, quod Rliotorica Progymnas- 
mata dixere, fabulae historiae narratiunculae paraphrases astruc- 
tiones destructiones et bis similia. Ita progredientibus studiis 
iuuentutis ad integras Declamationes deuenietur, quas Ma- 
gistri primum obibunt, mox et studiosos reliquos inducent in 
hanc uiam. Atque disputationum itemque Rhetorici studii scholas 
coluisse petentibus honores neeessarium esto. 

De diseipulis studii bonarum artium et petitione 

bonorum Cap. XIII. 

Honores diligentia assiduitate uigilantia singulari, unde pro- 
fectus abesse uequit, ineumbentibus bonarum artium studiis ha- 
beri solent, quorum sunt quasi gradus quidam, per quos fieri 
progressiones consueuere. Hoc nou modo ipsoruni causa, quibus 
hi mandantur, fit, sed cousulitur etiam omnibus, quorum usus 
indiget periti.« literarimi et quasi artificibas disciplinarum. Testi- 
monium est enim hoc grauitatis illorum et scientise, ut in delectu 
imperitiores errare non fere possint. Non solura autem qui ho- 
nores sibi decerni petent ordine et rite ad illos procedent, sed 
reliqui etiam studiosi, si qui ab hac forte cura aberunt, studiorum 

» 

tamen spacia scite et decenter conficient. 

Primum igitur nemo ausit se pro studioso bonarum artium 
uendita,re, qui non Magistro se alicui certo et suo subdi- 
derit, cuius cura et disciplina peculiariter instituatur. Magistrum 
autem nunc intelligi uoluraus honores huius nominis consecutum. 
Si quis tamen eruditus, qui gradum istum nondum conscendisset, 
pueros ac discipulos habere uoluerit, ita ei demum hoc facere 
liceat, si prius ipse sese uni uel Doctori uel Magistro studii bo- 
narum artium huius scholae subdiderit et habendorum discipulo- 
rum potestatem ab Vniuersitate scholastica obtinuerit, qua? etiam 



statuta 1536. 391 

fieri «Omnibus petentibus, nisi indoctissimi sint, debet. Hoc or- 
dine qui stiiduerint bonis artibus, illis ne abesto, si in coutu- 
bernio degendum sibi non putarint, si tarnen apud suos Magi- 
stros ac praeceptores in oppido manserint. Quinetiam cum pa- 
rentibus ac propinquis suis uiuere liceat, si tarnen sub Magistri 
alicuius sint disciplina. 

Quod si quis imperium Magistri aut praeceptoris ferre noluerit, 
cum uita delectetur libertatis illegitimaB, sciat sibi illo toto texn- 
pore incerti cursus sui bonorum uiam esse obstrusam. 

Qui quidem ad honorcs aspirabunt, prsescripto tempore doc* 
trinae artium operam dabunt, non solum ut eruditione promereri 
illos, sed etiam exemplum suum discendi ac recte uiuendi pro- 
bare possint. 

Gradus autem duo sunt, vnus eorum qui Baccalaurei 
dicti sunt a prioribus, qu8B sane uox retineatur, sed res intelli- 
gatur de quodam testimonio bonsß spei, in quam uenire debeant, 
qui illis hoc datum esse cognouerunt, ut hinc ad altius quoddam 
fastigium conscensuri esse uideantur. Alter Magist ror um est, 
quos sicut nomen ipsum declarat, uoluere iam et aliorum studia 
inoderari ac regere, prsBstantia quadam eruditionis hanc non so- 
lum facultatem sed etiam ius quoddam consecutos. 

Qui igitur Baccalaurei fieri uolent, annum ad minimum 
vnum et semestre bonarum literarum atque artium studiis inui- 
gilanto, professores illarum assidue et diligenter audiunto, nullam 
horam illius doctrin» negligunto, prsesertim si quas obire l^iti- 
mum sit, ut Dialecticte Rhetoricseque praeceptorum, elementorum 
Euclidis, philosophiae Aristotelicse, latinarum grsecarumque, inpri- 
mis uero sacrarum literarum, in quibus obeundis assiduitatem ac 
diligentiam suam planam facere tenentor testimoniis magistrorum 
profitentium. 

Sed ad secundum gradum Magist erii tantundem quidem 
temporis in tali assiduitate ac diligentia completum esse idque 
aliquem testatum facere posse, prse cseteris uero Physicse ac Ethi- 
C8ß Philosophiae prsecepta sedulo se cognouisse ordinariis illis 
horis, docento. In hoc si quis aliquem quo minus ei noceat, si 
tempore praefinito deficiatur, adiuuare et callide prouehere aut 
gratia authoritate ui largitionibus se moueri aliosue opitulatores 
acquiri suadere patiue uelit, qui fecerit, in eum ac corruptos 



892 Facultas Aitium. 

animaduersio consilii esto. Hsoc tarnen quatenas proprie ad aolos 
huias scholfß sbadiosos pertinent, cum seueriora iusto videri pos- 
sint, moderatione quadam molliri solent, ut postea dicetur. 

De tempore ac ratione petendorum bonorum. 

Quatuor anni temporibus Baccalaurei fiunt, ad XIII Cal. 
Martii, ad XIIII Cal. Junii, ad Idus Sept., ad XVIII Cal. Januarii. 
His igitur temporibus comitia promulgabuntur feriis propinquis, pro 
eo atque antea factitatum eet more. Tum igitur Candidati no- 
mina sua apud Decanum profitebuntur, qui vniuscuiusque nomen 
recipiet et referet in Album suum. Quo faucio consilium Decanus 
conuocabit Magistrorum huius studii et professorum apud se no- 
mina recitabit, qui et ipsi ante iussi adesse tum apparebunt. Et 
primum solemniter promittent Decano, se ad interrogata pro 
conscientia sua et ueritate responsuros esse. Interrogata autem 
erunt de üs rebus potissimum, quas res facere eos oportuit, ita 
ut subiecta sunt. 

An studii sui tempus legitimum compleuerit, seque testi- 
moniis hoc magistrorum suorum planum facturum esse confidat. 
Tempus autem hoc ducetur ab eo die, quo in Album Vniuersi- 
tatis huius schplee nomen alicuius fuerit inscriptum. 

An disputationibus triginta interfuerit cum attentione et 
discendi uoiuntate non solum Baccalaureorum, sed etiam Mf^i- 
strorum ; itemque an triginta materias scripserit et publice emen* 
dandas obtulerit. 

An quee debuerit Magistris suis aut contubemii curatoribus, 
itemque mercedes habitationis persoluerit. Nam si quis hoc cal- 
lide aut proterue omiserit, ab bonorum petitione repdlitor. Caö- 
terum Decanus ante hoc tempus admoneri omnes hac de re 
curato. 

An quater in disputationibus Baccalaureorum assederit pro* 
pugnator et defensor propositorum capitum disputationis. 

Qui Magisterii honores petere uolent similiter interroga- 
buntur, sed seeundum interrogatum ita informetur: 

An disputationibus triginta Magistrorum attente et discendi 
uoiuntate interfuerit et scriptas materias quadraginta obtulerit 
publice recitandas. Si tamen hoc ^xercitium ad Declamationes 



statuta 1536. 393 

faerit dednctum una breuiore declamatione decem, longiore scripta 
ttiginti compensautor. Sed et quartum ita: 

An quatuor in disputationibus Magistronim assederit propo- 
fidtorum capitum defensor. 

Piflßterea iureiurando deuinciet utrosque Decanos passuros 
omnem euentum comitiorum neque si repulsam tulerint, aut om- 
nino a petitione exclusi sint, iram aut uindictam se usurpatu- 
ro8 esse. 

Cum nero certa aliquis de causa honores celerius sibi con- 
sequendos, neque decursum prsefiniti temporis expectandum pu- 
tarit, facere Decanus de Consilii seutentia poterit, ut priuilegium 
ei concedente etiam Oancellario concedat ante tempus suum pe- 
tendi, pro quo exigentur fisco Communitatis studii huins in re- 
quisitos singulos menses singuli denarü id est cruciati octo. l^isi 
propter tenuitatem aliane de causa remitti hsec summa ex parte 
uel etiam tota debere uideatur. non tarnen plus trimestri uno 
remittere, ac si quid ulterius petatur Baccalaurei qui fieri uo- 
lent ad Yniuersitatis C!onsi1ium, qui Magistri ad Oancellarium 
abl^are debent. Aetas quidem neque tenerior neque firmior 
ulli neque oberit neque proderit, sed honores ingenio ac in stu- 
diis prc^essionibus non annis decementur. 

Nemo discipulum suum non idoneum ad petendos honores 
producat. Non idonei aatem censentor rüdes penitus literarum 
atque artium ignari, improbi, legum et uirtutis negleetores, pe* 
tulantes, libidinosi, infames flagitüs, audaces, pulsatores. 

Atque post hsec omnia peracta admissi pendent singuli, 
qui Baccalaurei fieri uolent , cruciatos quatuor , qui Magistri 
duplum. 

Post haec prsefinietur Gandidatis dies, quo quasi in campum 
descendant ingenii et eruditionis suae. Tum inquisitio demanda- 
bitur in futuros Baccalaureos profeesoribus literarum atque ar- 
tium publicis. 

In Magistros futuros quatuor, sie quidem ut qui semel hanc 
prouinciam gesserint, illis iterum non tradatur, nii^i cum toto 
numero Magistrorum consumpto ad priores series ipsa redierit. 

Initium autem ab setate prouectioribus ac dignitate praestan- 
tioribus capietur atque ita procedetur ordine. Decanus dabit 



394 Facultas Artium. 

operam, iit inquisitioni et ipse frequenter ii>tersit, uelut inspector 
et si res ita tulerit arbiter. 

Quibus inquirendi munus datum fuerit atque ordine fuerit 
delatum, iis detrectare ius non esto. Si fecerint mulcta ab eis 
petitor florinoruin duum. Si qua tarnen re causaque urgente 
obire uel adesse illo tempore non potuerint, ea re causaque De- 
cano probata surrogetur absenti alius de sententia Consilii, cuius 
et ipsius sint commoda ita ut labor examinationis. 

De inquisitionibus siue examinibus. 

Quibus inquisitionis onus incumbet, promittant inquisitionis 
in mores ae eruditionem eorum, quos ipsis Gomnounitas huius 
studii obtulerit, fidelitatem et diligentiam, non passuros flecti 
mouerique animos suos beneuolentia odio largitionibus , ordinan- 
dorum curam se habituros conuenientem , tarn eorum qui Bac- 
ealaurei, quam qui Magistri desismati sunt, silentium prsesti- 
turos ceelandorum. 

Baccalaurei. 

Baccalaurei qui fieri uoluerunt, ubi compertum fuerit et iu- 
dicatum ab inquisitoribus eos esse illo honore dignos, consen- 
tientibus omnibus inquisitoribus aut pluribus adducentur ad De- 
eanum, qui curabit eorum nomina inscribi in Album Communi- 
tatis buius studii ad eorum, qui in hac ante schola Baccalaurei 
facti fuere. 

Ibi promittent Decano decretos honores baccalaureatus eo 
ritu eaque solennitate inituros se demandante uno Magistro huic 
curationi praefecto, qua consuetum et usitatum sit illos honores 
iniri atque capessi, persolutis omnibus sumptrbtts-.ei impensis de 
more debitis, quibus consumatis floreni non toti quatuor efficiun- 
tur. Sigillatim autem bis nominibus petuntur quse subscripta sunt. 

Fisco Vniu. schola3 huius soluuntur cruciati XV. 

Fisco Communitatis studii artium soluitur florinus I. 

Magistris Collegii praesidentise nomine I florinus. 

Ad impensas examinationis dimidium florini ^ 



1 beigesetzt: quod ad inscriptionem pertinet. 



statuta 1536. 395 

Ad impensas prandü solennis singuli bessern florini con- 
feruüt *. 

Ministro publice Vniu. scholae huius cruciati XI. 

Decano inscriptionis nomine numerantur IV cruciati. 

Promittent etiam se omni cultu reuerenti» atque obedientise 
ipsum Decanum et reliquos Magistros professores artium singu- 
lariter obselruaturos, profuturos, quacunque in re possint, Commu- 
nitati studii artium, nocituros in nulla. 

Honores uero demandabuntur designatis Baciialaureis publica 
laudatione Magistri unius de Consilio, ad quem illa curatio or- 
dine progressa deuenerit, in conuentu studiosorum a Decano so- 
lenniter indicto. 

Magistri. 

In creandis Magistris plus adhiberi festiuitatum non fuerifc 
inconueniens, recidentur tarnen quaedam de vsurpatis olim super- 
uacua. 

Probata eorum qui Magistrales honores petierint eruditione 
ac uita ab iis quibus inquisitio in illos data fuit, omnibus con- 
sentientibus uel accessione Decani in suflfragiorum paritate nu- 
mero aucto, significabit hoc honorificum iudicium de illis inqui- 
sitorum Decanus singuHs missa per publicum ministrum indica- 
tione in hanc sententiam prsescripta: 

Decanus studii bonarum artium scholm Tuhingensis N. N. 
saluteni. Comprohata uita ac eruditione tua ab inqiiisitoribus^ 
qiios in te dederat Communitas studii nostri^ quod fcelix ac 
faustum Sit pergere te iubemus ad honorum quos petis conse^ 
cutionem, publice etiam iudicium de te nostrtim confirmaturum 
inquisitionem in te dante domino Cancellario. Hoc te scire uo- 
lumus, Vale. 

Caereos accendi et prseferri huic nuncio non est necesse 
uisum, itaque hoc quidem tempore a ritu hoc illi amouebuntur *. 



1 beigefügt: 1 Ib. 

2 Hiemit wird der alte Gebrauch der prsesentatio candelarum 
abgeschafft. Bei Bestellung der Botschaft des Dekans an den Candidaten, 
dass er zur Promotion zugelassen sei, wurden Wachslichter vorgetragen. 
Das geschah sowohl bei baccalaureandis als magistrandis. 



396 Facultas Artium. 

Posthaec deducentur Gandidati ad D. Gancellarium et 
testimonio communi inquisitorum commendati illi oflFerentur. 

Quibus ipse publicam inquisi tionem atque examina- 
tionem prs6stituat, ad quam singuli ab eo accerseiitur in locum 
et tempus , de quo illos certiores reddiderit. Absoluetur autem 
publica examiuatio intra dies octo. 

Quibus et ipsis peractis cum solenni oblatione ftiunuscu- 
lorum delicatioris escae atque potus deducentur ad D. Gancel- 
larium uel qui uicem illius geret, peteturque ab eo, ut honores 
Magistrales illi.s decemat et ineundorum atque gerendorum facul- 
tatem nunc quidem concedat, postea uero etiam publice conferat 
atque declaret. 

Munusculorum autem nomine pendent singuli Gandidati cru- 
ciatos quindecim, de quibus insumetur in munuscula, quantum 
Gonsilio studii huius insumendum fuerit uisum, reliquum inqui- 
sitoribus distribuetur. Atque ita post inquisitiones perfectas et 
ubi rite ad D. Gancellarium deducti fuerint , designati Magistri 
ad Gommunitatem studii artium recipientur, permissa 
illis facultate docendi, profitendi, exercendi bonas literas ac artes. 
Idque statim fiat, nisi quid magnopere obstiterit, quod a Gom- 
munitate huius studii dijudicabitur. 

Antea quam publice magistrales conferantur designatis ho- 
nores, promittent singuli reuerentiam et morigerationem Decano 
et aliis Magistris studii artium se praestituros : quod bonum pos- 
sint Gommunitati studii artium conciliaturos malum auersuros, 
apud Decanum uocatos se apparituros ad tractationem rei pub- 
licsB. Inire et capessere se uelle honores magistrales ritu solenni 
praßfinito a Gonsilio studii artium die et loco, persolutis omnibus 
impensis et sumptibus de more debitis. Hi consumati florinos 
circiter duodecim conficiunt, his potissimum nominibus quae se- 
quuntur : 

Fisco Vniu. scholae huius dimidium florini soluitur a singulis. 

Fisco facultatis florini duo. 

Rectori Vniu. scholae huius cruciati XL 

Magistris GoUegii contubernalis praesidentiae nomine florini 
duo. 

Impensarum nomine in examinationem priuatam florinus unus. 

In publicum cruciati XV. 



statuta 1536. 397 

■ 

Ministro publice cruciati XXIV. 

In sumptus epulares florini tres. 

Ad prandium Aristotelis singuli floriiium unum. 

Decano laudationis nomine dabitur ab uniuersis florinus iinus. 

Eidem inscriptionis nomine cruciati VIII. 

In solenni declarationis celebritate nouis Magistris ad quae- 
stionem aliquam responderi solet. 

Hoc fiet a beneuolentibus et inductis sensu humanitatis, non 
conductis pileoli mercede, etiam ii qui reliquis anteferentur et 
quasi ordinem ducent duo. 

Quid Magistris inquisitoribus suis dare donareque uelint, 
liberalitatis ipsorum esto, ut si quid dandum non putarint, re- 
quiri ab ipsis nihil possit. 

Examinat ionum modus et obseruatio. 

Quia uero non potest eadem ratio inquisitionum seruari, 
quam quondam tenuere, ideo conuenientem melioribus studiis et 
instittitae doctrinae modum illorum quendam uisum est hoc loco 
exponere, qui nunc deinceps obseruari debeat. 

Ac primum cum Baccalaureis ita peragetur. Cum ali- 
qui, qui se petere hunc honorem, sicut dictum est, fuerint apud 
Decanum professi, praescribatur illis dies, quo ad examen assint. 
Hoc agetur a Magistris, quibus ea prouincia obuenerit, sedulo 
et liberaliter. Pacient autem periculum in iis literis atque arti- 
bus, quarum doctrina ordinaria est proposita cursui tendeutium 
ad hunc honorem. 

HöBC prsecepta sunt Dialecticaj atque Rhetoricse et exempla 
illorum de bonis autoribus linguae gnecae atque latinae itemque 
elementa Geometriae. 

Atque tum benigne conferetur honor bene meritis. Interroga- 
bitur autem quisque non amplius una hora et dimidiata. Consueto 
tempore diei examen incipietur atque finietur. Praemium Ma- 
gistri, qui administrabunt, accipient expositura capiteXV, id est 
a singulis candidatis florini dimidium et in dies cruciatos VII 
de fisco studii artium. Quae omnia placide inter se partientur. 

Qui Magistri neri uolent, omisso et cum his tentamine, 
quotquot erunt petitores illius honoris examinentur priuatim, 
singuli una hora et dimidiata. Huius inquisitionis communes 



398 FacDltos Artimn. 

iuterrogationes sunto ingenuarum artium atque disciplinarum 
atque linguse graecae ac latinae secuudum propositam huius scholae 
doctrinam. 

Tum deinde comprobata eruditione candidatorum decernetur 
authoritate Cancellarii publica inquisitio more et ritu con- 
ueniente, ut dictum est. Ea administrabitur pauIo seuerius. Nam 
et iuterrogationes peruagabuntur per totius Philosophiae prsecepta 
et iu illius interdum difficilioribus locis insistent, ut cognosci in 
studiis diligentia et assiduitas atque profectus quorumque possit. 
Atque ita de sententia inquisitorum Cancellarii autoritate decer- 
nentur bonores candidatis, ita quidem ordinatis, ut meritum eru- 
ditionis illorum exigere uisum fuerit. Et postea publice etiam 
conferentur solennitate congruente. 

Prsemia autem erunt inquisitorum hac. Vnum florenum 
ad examen priuatum singuli candidati pendent. Haec summa 
pecuuiaß in inquisitores Decanumque et Magistros Gonsilii diui- 
detur. In ipsos inquisitores impendet facultas cruciatos VII, ut 
est expositum capite XY. De impeusis munusculorum nomine est 
dictum. Reliqui sunt cruciati XV, quos numerabunt ad publicam 
examinationem singuli candidati Communitati studii artium. Qusß 
impendet in inquisitores quoque tempore pro copia candidatorum, 
quantum quidem statuerit Consilium Vniuersitatis scbolsß huius, 
ad quod quoque tempore ea de re referretur. 

De solenni declaratione nouorum Magistrorum 

Cap. xun. 

Qui iam digui uisi atque reperti fuere, quibus honores ma- 
gistrales decernerentur , iis publice pro contione studiosorum in- 
signia bonorum, ut solet conferentur. Haec curatio est De- 
cani propria, quam nisi Vniuersitas permiserit illi scholas huius, 
ut alium substitueret, obire ipsum oportet. Peragetur autem hoc 
munus a Decano conueniente ritu. Ipse erit honeste pro con- 
suetudine horum temporum uestitus orationemque habebit con- 
sentaneam bis, quae geruntur, utque omnia fiant ordine uidebit. 

De promissione nouorum cum ^accalaureorum 

tum Magistrorum. 

Poscente Notario uel publico ministro promittet tam Bacca- 
laureus quam Magister nouus: 



statuta 1586. 399 

Velle et in posterum obedientiani et uenerationem se prsßstare 
Rectori Vuiu. scholae huius, Domino Cancellario, Decano ac Con- 
silio studii artium , nuUum legitimum detreetare imperium , pro 
uirili sua commoda cum Vniuersitatis huius scholae, tum praici- 
cipue studii artium omni tempore augere. 

De suraptibus, qui a Communitate studii artium 

fiunt Cap. XV. 

Inquisitioni atque examinationi prsepositis M a g i s t r i s pen- 
dentur de fisco Communitatis studii artium singulis diebus cru- 
ciati VII, siue baccalaurei siue magistrales honores petantur. In 
examine tarnen publico accipient mercedem constitutam a Con- 
silio Vniuecsitatis scholae huius. 

Ministris reipublicae oppidanse, cum a Magistratibus munera 
nouis Magistris attulerint, dabuntur cruciati XL 

Co eis donabuntur ob prandium Magistrorum cruciati X, ob 
prandium Baccalaureorum V. 

Sed praecipui sumptus prandiorum erunt de quibus ita 
obseruabitur. Prandium Baccalaureorum instruetur consueto more 
et solitis sumptibus, inuitatis iis qui ab antiquo inuitari de- 
bebunt. 

Prandium unum Aristotelicum dixere , quod Magistro- 
rum nomine pendatur. Hoc superuacaueum uisum. Sed unum 
magistrale prandium ita instruetur. 

Inuitabuntur omnes dignitate et bonorum insignibus clari 
siue ad Vniuersitatem scholae huius pertineant, siue extra illam 
degant in oppido hoc. Inuitabuntur et ambo praefecti ducales, 
de senatu oppidano duo primores natu maxinii, qui et Vniuer- 
sitati scholae huius iureiurando obnoxii sint, scriba oppidanus, 
cellarius ducalis et praeter hos ii quoque, quos inuitari Consilio 
communi studii artium placuerit. Declarabitur autem in Con- 
silio referente Decano de instructione conuiuii et coram omnibus 
cum instructore praesente de impensis conueuietur. 

De iis Baccalaureis acMagistris, qui in aliis scho- 
lis honores consecuti huc secontulerunt Cap. XVI. 

Si quis in alia schola Baccalaureus Magisterue factus huc 
se contulerit et recipi in cousortium nostrorum uoluerit, primum 



400 Facultas Artitim. 

omnium in Album Vnmersitatis huius scolae inscriptum nomen 
esto. Mox fidem facito Baccalaareum alibi aut Magistrum se 
factum esse. Tum deinde petito iura scolasticsB nostrse dignitatis, 
itaque demum impetret, si in haec prius iurauerit: 

Esse alibi honores, quorum ius in hac sehola petat, se conse- 
cutum. Velle pro uirili Gommunitatem studii artium tueri ac con- 
seruare, colere Decanum et dignitate et setate prsestantes, omni 
ratione ac tempore commoda huius studii augere, Decano In- 
time accersenti praesto esse. 

De ordinatione cur» erit Gonsilio studii huius, qua in re 
potisäimum setas äc eruditio uel etiam dignitas spectabitur recepti 
in consortium bonorum nostrorum. 

Si quid Baccalaureo alterius scholsß obstiterit, quo minus 
profectus huc recipi posset, petere tarnen magistrales honores Uli 
ius fasque esto, sed non admittitor tamen ad illos, nisi causa 
cognita. 

Ab iis, qui recipientur in nostrorum bonorum consortium, 
si Baccalaurei erunt, exigitor florini dimidium, si M^istri, flo- 
rinus imus. Inscriptionis uero nomine pendet Magister cruciatos 
VIII, Baccalaureus IV. 

Nee admittitor nisi publico specimine dato. 

Diplomate sicui usus, fuerit, soluat pro chartaceo cru- 
ciatos IV Decano, si de membranis confici petierit, duplum item- 
que Decano et consiliarüs tres. 

Ne quid autem diplomatis literarumue publicarum signator, 
nisi de sententia communi Consilii studii bonarum artium scolse 
huius. 

De publico ministro huius studii et scriba seuNo- 
tario et curatore mensae contubernalis Cap. XVII. 

Ministri publici munus officium promissio itemque usus 
scribae et conuentio cum praepositis cibo ac potu curando ea sit 
eaque seruetur, quae de more solet, congruenter tamen horum 
temporum rationi ac praesentibus moribus. 

Ac scribaB quidem ministrique publici officia, ut ab 
antiquo fuere, hodiernae consuetudini accommodabuntur. 

De praepositis uero ilUs quae rectissime quoque tempore 



statuta 1536. 401 

poterunt ac debebunt constitui, ea consideratis commodis cum 
publicis tum singulorum diligenter atque prudenter constituantur. 

Quin etiam si quid inter progressiones rerum scholasticarum 
uel deesse aliquid necessitati atque iisui uel superesse iudicabitur 
siue quod parum intelligetur , seu perperam propositum sit, de 
iis Omnibus quoque tempore arbitrium existimatio interpretatio 
mutatio abrogatio penes Vniuersitatem scholae huius esto, ut su- 
periores constitutiones emendent corrigant augeant diminuant re- 
uocent pro eo atque vsus poscet et ipsorum sapientia decernet. 
Nihil enim semel ad omnes casus occasionesque rerum ac tem- 
porum sufficienter describi possit. 



Urkunden der U. Tübingen. 26 



BÜRSJ;. 

Die Bursen waren eine für die Universitäten des Mittelaltei*s 
wesentliche Einrichtung, um nicht blos den Aufwand der Schüler 
zu mindern, sondern auch um den klerikalen und klösterlichen 
Zuschnitt des Studiums zu wahren. Meist enthalten die Ü.Sta- 
tuten die Bestimmung, dass jeder Scholar einer Burse angehören 
müsse, und Ausnahmen werden möglichst beschränkt. 

In die Burse trat schon der Knabe ein, um die Lateinschule 
derselben, in Tübingen das Pädagogium genannt, zu besuchen, 
und blieb bis er den Grad des Magister artiuni erlangt 
hatte, von welchem aus zu dem Studium der drei oberen Facul- 
täten übergegangen wurde. Also erst mit etwas reiferen Jahren 
und nach Erlangung des Grades, durch welchen er ein v'bllbe- 
rechtigtes Mitglied der Körperschaft geworden war, stand ihm 
frei sich von jener Gemeinschaft zu trennen und sein Leben nach 
Gutdünken einzurichten. 

Es lässt sich annehmen , dass der Aufenthalt in der Burse 
nach Absolvierung des Pädagogiums in der Kegel drei Jahre, 
das Fachstudium bis zu fünf Jahren in Anspruch nahm. 

Die Artisten Facultät , welche die Bursen regierte , ihre 
sämmtlichen Supposita in denselben beisamraenhielt, das Ver- 
mögen verwaltete, welches von den Universitäten selbst oder von 
milder Hand diesen Anstalten zugewandt wurde, gewann dadurch 
jene Selbstständigkeit neben den übrigen Facultäten , die zuerst 
auf der Pariser Schule ausgebildet später auch auf den deutschen 
erstrebt wurde. Sie war dadurch für die sonstige Zurücksetzung 
in etwas entschädigt. 

In Tübingen wurden zu Bursen kurz nach der Gründung 
Häuser erworben und gebaut (s. S. 67) an dem Abhang zwischen 



Bursee. 403 

den Gebäuden der Universität und der Stadtmauer gelegen, klein 
und unansehnlich ^ Im Lauf des 16. Jahrhunderts , nachdem 
die Realist enburs 1534 bei dem Brand des Universitätshauses 
mit zu Grunde gegangen war, wurden mehrere derselben in einen 
grösseren Bau von vier Stockwerken umgestaltet. 

Die Scheidung in die zwei Wege der Realisten und der Mo- 
dernen hatte bis dahin eine äusserliche Trennung begünstigt. 
Das feindselige Verhalten der einen gegen die andern hätte beim 
Zusammenwohnen zu Händeln geführt. Es war desswegen sogar 
der einen Secte das Betreten der anderen Burse untersagt. Ob- 
gleich schon die östreichische Regierung 1525 jenen Zwiespalt 
der Wege aufhebt, die Namen verbannt (s. S. 147), dauerte doch 
die alte Unterscheidung fort und müssen auch die Reformatoren 
wider auf Vereinigung dringen. Am wirksamsten hat wohl jener 
Brand die Zusammenlegung gefördert, indem er einen Theil der 
Realisten ihres Obdachs beraubte. Gleichzeitig erlosch aber auch 
durch den Fortschritt des Wissens der alte Gegensatz philoso- 
phischer Lehre. 

Die Reformatoren wollen die Burse oder, wie sie dieselbe 
umnennen , das Contubernium in wesentlich derselben Be- 
stimmung wie bisher erhalten. Nach der Mitte des Jahrhunderts 
werden aber diese Anstalten den jungen Leuten, die man jetzt 
Studiosi nennt, zu enge. Wer in den günstigen Verhältnissen 
ist, um des billigeren Lebens im Contubernium nicht zu bedürfen, 
dem ist schon durch Herzog Christophs Ordnung von 1557 der 
einfache Ausweg gezeigt, dass er einen privatum pra^ceptorem 
annahm. Dafür war nicht weiter nöthig, als dass er von irgend 
einem Magister sich dessen besondere Aufsicht zusagen Hess, 
welche nicht einschloss , dass er mit dem Studiosen hätte zu- 
sammenleben müssen. Die Constitutio Fridericiana von 1601 
ertheilt diese Erlaubniss förmlich. 

Sobald aber das Contubernium aus einer dem Organismus 
der Universität unentbehrlichen Unterrichtsanstalt zu einem Kost- 



1 Lib. dec. f. 3. Item Ordinate tunc fuerunt — 7. Oct. 1477 — qua- 
tnor domus pro bursis habendis atque a facultate qiiatuor Magistri depii- 
tati et approbati ad regendas easdem bursa« videlicet M. Job. Stein, 
M. Oonr. Feaseler, M. Herrn. Vetter et M. Wilh. Mütschelin. 
Feasler und Mütschelin gehören zur via antiqua, die andern zur moderna. 

26* 



404 Bursas. 

haus für Bedürftige geworden war, Hess die Sorge für dessen 
Unterhaltung nach. Die Beiträge aus öifentlichen Mitteln na- 
mentlich an Früchten — bis zu 300 Scheffeln jährlich — flössen 
unregelmässig, der Besuch der Anstalt wurde ungleichförmig. 
Kurz vor der Reformation zählte laut den erhaltenen Rechnungen 
der Bursrectoren die Bursa realium 3 Magister und 19 Scho- 
laren, die Bursa modernorum 42 Personen . Nach der Ver- 
einigung beider finden wir 1543 und nachher sogar bis 80 und 
90 Bursalen. Rector war damals durch eine Reihe von Jahren 
Johannes Mendlin von Tübingen (s.S. 234), früherer Prior 
in Bebenhausen, der sein Amt gern und gut verwaltet zu haben 
scheint. Er machte 1576 kurz vor seinem Tod selbst eine Stif- 
tung, aber nicht zur Burse sondern zum Martinianimi. 

Die Facultät hatte an dem Hause eigentlich nur noch das 
Interesse, dass sie den Rector stellte und einigen ihrer Mitglieder 
aus dessen Verwaltung kleine Geldbezüge zuflössen. Gleichzeitig 
hat das fürstliche Stipendium, dessen Zöglinge längere 
Zeit in der Bursa zu Gast gewesen waren, die bekannte theo- 
logische Anstalt, welche jetzt die Bezeichnung des evangelisch 
theologischen Seminars führt, gemeinhin aber mit dem alten 
Namen das Stift heisst, den grössteu Theil der Aufgabe von 
Burse oder Contubernium übernommen. Und in den Einrich- 
tungen dieses Hauses lebt noch heute die alte Bursenordnung 
fort. 

Unbemittelte Lehrer suchten auch noch im 17. Jahrhundert 
den Posten des Rectors, wie Wilhelm Schickard (von 1619 an). 
Obgleich das Contubernium stets eine Anzahl von Bewohnern 
hatte, scheint es gleichwohl schon gegen Ende des 16. Jahrh. 
vorzugsweise eine billige Speiseanstalt für Externe gewesen zu 
sein. M. Crusius erwähnt, dass 1591 sich 109 Tischgänger dort 
sättigten um den Preis von 13 Schilling oder 7 Batzen in der 
Woche *. Eine eraiehende Aufgabe hatte die Anstalt nicht mehr. 
Der dreissigjährige Krieg zerrüttete sie wie alles übrige. Und 
obwohl man sie wieder etwas aufrichtete, so ist doch gegen Ende 
des Jahrhunderts in den Berichten des Senats »dieses verarmbte 



1 1695, in einer »theuren und betrübten Zeit« war der Preis auf 18 
bis 20 Batzen gestiegen. 



Bursee. 405 

Corpus« (1682) »dieses fast zerfalleae Corpus« (1705) mehr ein 
Gegenstand des Mitleids als des Interesses. 

Kurz zuvor aber sollen noch laut einer Aeusserung von 
Rector und Senat (1695), ehe diese Kriegsdrangsale also stark 
eingerissen, von den benachbarten Reichsstädten besonders auch 
von Augsburg, item aus dem Anspachischen sich eine grosse 
Zahl Studiosorum eben um dieses Contubemii willen allher ge- 
zogen haben. 

^ Bis an sein Ende aber ist dem Contubemium als eine Er- 
innerung an Formen alter Zeit noch geblieben, was A. F. Bök 
Gesch. d. IT. T. 1774. S. 310 schildert. »Auch inscribieren hier 
die neu ankommenden Studierenden und bezahlen etwas, wenn 
sie nicht schon auf einer andern Universität gewesen , für die 
Deposition, deren Andenken nur bei- den aus den Kloster- 
schulen hieher beförderten Stipendiaten, ohne die geringste Di- 
vexation, durch Vorzeigung der vorhandenen Reste aus den Zeiten 
des Pennalisraus und Ertheilung historischer Nachrichten von 
ihrem Ursprung und vormaligen Gebrauch, wie auch durch eine 
öfifentliche Rede von dem Ersten unter den Kandidaten der Ma- 
gisterwürde in etwas erhalten wird.« 

Wie früher die Bursen den ankommenden Beanus empfien- 
gen und ihren Insassen nicht wehrten mit demselben die etwas 
plumpen Ceremonien des Hörnerabstossens , der Depositio vorzu- 
nehmen, so hat das Contubemium noch vor hundert Jahren we- 
nigstens die Folterwerkzeuge vorgewiesen und hatte die Gebühren 
der Deposition einzuziehen, welche seit 1744 der U.Bibliothek 
zuflössen. 

Die letzten Einträge in das Register des Contuberniums 
(Fach XV, 19) sind von 1800. Nun glaubte man aber die An- 
stalt gänzlich entbehren zu können und überwies das Haus den 
Bedürfnissen der Mediciner. Von 1803 bis 1805 dauert der Um- 
bau des schadhaft gewordenen Gebäudes, dessen Kosten man 
mühsam aufbrachte, um dort ein Ki^nkenhaus einzurichten. 

Man nannte dasselbe Klinikum, und diese Bezeichnung ist 
dem Hause geblieben. 



I. 

STATUTA VON 1505. 

Die folgenden Statuten für die Bursen, eine Revision und lose Zu- 
sammenstellung der zahlreichen Beschlüsse, welche die Facultät über Ver- 
waltung Einrichtung und Lehrgang gefasst hatte, scheinen mit der zwei- 
ten Redaction der Facultäts Statuten etwa gleichzeitig zu sein. Sie sind 
mit jenen in einem Bande zusammengeschrieben Fach VI, 21. Da Nach- 
träge zu denselben f. 87. aus October 1508 datiert sind, und nicht abzu- 
sehen ist, warum diese conclusa nicht in die Redaction aufgenommen wor- 
den sein sollten, wenn sie schon vorgelegen hätten, so darf man wohl 
schliessen, dass diese Statuten vor 1508 fallen. Und es wird hiedurch 
zugleich die oben S. 320 aufgestellte Vermuthung über die Zeit der z w ei- 
ten Redaction der Facultäts-Statuten bestätigt. 

Bei dem Abdruck sind grössere Abschnitte, welche ebenso in den Sta- 
tuta facultatis sich finden , nicht widerholt , sondern durch Verwei- 
sungen ersetzt worden. Alle und jede Widerholung hat sich aber nicht 
füglich vermeiden lassen, ohne dass der Zusammenhang auf lästige Art 
gestört worden wäre. 

Ordo actus visitationis bursanim. 

Rector vniuersitatis priusquam bursas visitet aiiiset ad octa- 
vani precedentem Rectorem burse et Conuentores, vfc se hincinde 
solerter informent de defectibus commissis, quatiuus postea 
inquisiti melius respondere queant. 

De visitatione bursarum. 

Item statuit alma vuiuersitas, quod Rector infra mensis spa- 
cium post suam electionem , aut quam primum commode poterit, 
vna cum decano facultatis artium et cum duobus senioribus ma- 
gistris eiusdem facultatis omnes et singulas bursas predicte fa- 
cultatis visitabit, ac cor am Rectoribus bursarum et scolaribus 
eorundem statuta nostre vniuersitatis sub rubrica de officio 



statuta 1505. 407 

rectoris bursarum descripta publice legi faciat, et ab eis- 
dein per eorum fidem diligenter inquirat, an huiusmodi statuta 
ibidem obseruentur. Quod si in aliquo defeetiim aut negligentiam 
fore comperiat, illud soUicite emendare et corrigere penasque in 
eins statutis contentas exigere velit, promissionem quoque a Rec- 
toribus bursarum de clausura earundem juxta statutorum teno- 
rem illic solenniter recipere ab eisdem. 

Voluit etiam et statuit vniuersitas, quod omnes et singuli 
officiales tam yniuersitatis quam singularum facultatum prestent 
corporaliter sua juramenta debita, antequam de suorum offi- 
ciorum exercitione se intromittant. 

Insuper voluit vniuersitas, quod quilibet Rector burse, con- 
uentor, resumptor magistrandorum et pedagogista promittant, 
quod si per eos quorum intererit correptus vel depositus fuerit, 
non id aduersus tales vindicare velit, via facti directe vel indi- 
recte. Viam juris autem nemini voluit esse preclusam, saluo ta- 
rnen statato vniuersitatis de negociis in studio emergentibus , in 
quo casu vniuersitas suam faciat causam. 

Promissio Rectoris burse et conuentorum. 

Ego promitto meis hursdlihus fideliter in morihus diciplina 
et doctrina preesse ' , hursam meam horis stattitis ah vniuersi- 
täte firmitate non ficta claudere, cum mihi ex officio claves te- 
nere competierit, clausamque congruis temporibus proposse teuere. 
Discolum vel vagabundum mecum non tenere, quin illum Rectori 
vniuersitatis aut eius vices gerenti per me vel per alium infra 
triduum denunciem emendandum. Ä beano pro beanie deposi- 
tione non plus tertia parte floreni renensis exigere aut exigi 
permittere, licencia ad amplius exponendum ab universitate non 
obtenta ^ Quod si per eos quorum interest correptus vel depo- 
situs fuero non id adversus tales vindicare volo via facti directe 
vel indirecte. 



1 beigefügt: ipsosque fideliter ad latinisandum inducere. 

2 beigefügt : infra mensis spatiiim qualibet mutatione cum sindico ra* 
donem facere de censu domus ac de receptis solutum facere. 



408 Bursee. 

Promissio conuentorum, cum primum assumuntur, 

de obediendo Rectori burse. 

Item quilibet conuentur assumendus , priusquam assumatur, 
promittat bona fide loco iuramenti: quod Rectori burse obedire 
velit in singulis, que secundum tenorem statntorum vniuersitatis 
et facultatis artium aut ordinationum bursalium debitum coucer- 
nunt regimen burse, atque contra Rectorem burse non insurgere, 
ad eius vocationem sine dolo et fraude illico comparere, in euen- 
tum etiam, in quem sibi vices Rectoris committi contigerit, ex- 
tunc ad exercendum fideliter officium eiusdem astrictus esse velit. 
Nee sibi procurare velit claues burse clauibus similes. Similiter 
sie substitutus ea capitula Rectori burse promittere debet, que 
ceteri magistri non conuentores tarnen bursam inbabitantes Rec- 
tori vniuersitatis promittere sunt astricti. 

Promissio pedagogiet resumptoris magistrandorum. 

Ego promitto meis btirsahbus scolaribus fideliter in moribus 
diseiplina et doctrina preesse ^ 

Discolum vel vagabundum incorrigibilem mecum iwn teiwre, 
quin illum Rectori burse vel eius vicem tenenti per me vel cdium 
infra triduum denuncieni emendandum^ pro augniento et honore 
burse fideliter agere, Rectori burse et conuentoribus in licitis et 
honestis regimen et statum bonum burse concernentibus obedire. 

Nidlas conspiraciones aut ligas facere in preiudicium 
burse ac Rectoris eiusdem, pariter et conuentorum. Neque his 
forsitan attemptandis interesse^ scolares denique contra vniuer- 
sitatis ac facultatis seu aliorum quorum interest ordinaciones 
minime defendere, Insuper promitto , quod si per eos quorum 
interest correptus vel depositus fuero , non id adversus tales 
vindicare volo via facti directe vel indirecte. 

Item volumus quod illa promissio et precedens que respicit 
conuentores, s tat im prestetur ab electo conuentore resumptore 
vel pedagogo in manus Rectoris vniuersitatis presente Rectore 
burse huius vel illius de qua est qui iurare habet, sub pena 
privacionis omnis emolimenti ratione talis officii. Nee debet 



1 beigefügt: ipsosque fideliter ad latinisandum inducere. 



statuta 1505. 409 

electio censeri sortita suum effectum, nisi electns prius iurauerit 
prout tenetur secundum ordinacionem quorum iuterest. 

Promissio bursalium magistrorum aliorum a pre- 

missis of f icialibus. 

Statuimus similiter , iit magistri bursam inhabitantes ^ pro- 
mittant bona fide: quod fideliter pro augmento et honore burse 
agere velint, Rectori burse ac conuentoribus in Ileitis et honestis 
regimen et statum bonum burse concernentibus obedire. NuUas 
c onspirationes aut ligas facere in preiudicium burse aut 
Rectoris eiusdem aut conuentoris. Neque bis forsan attemptandis 
interesse, Seolares denique contra vniuersitatis aut faeultatis seu 
etiam aliorum quorum interest ordinaciones minime defendere^ 

De non fouendis hospitibus. 

Ad precauendum expensas illicitas in bursalibus statuimus, 
ut Rectores bursarum mandent procuratoribus suis, Ne cibum 
vel potum ministrent hospitibus bursalium, etiam si illos in com- 
muuitate reficere vellent, sub pena unius solidi h. , nisi habita 
licentia a Rectore burse, qui etiam non debet passim licentiara 
concedere, nisi illi essent consanguinei vel affines, super quo ma- 
ture veritatem inquirat. 

^ De bursse clausura et clauium custodia. 

Item Rector burse, vel eins vices gereutes, faciat daudi bur- 
sam mox post campanam die wachtglock vulgo nominatani 
per juramentum. 

Item Solus Rector burse (vel eins vices gerens in sua ab- 
sentia) apud se habeat burse c lau es in bona custodia et clau- 
sura, ita ut nullus alius absque eius consensu illis uti valeat, 
sub pena quarte partis floreni tociens quociens omiserit. Item 
non habeat rector burse in potestate sua cuiquam etiam magistro 
conuentori claues burse communicare aut committere per jura- 



1 Beisatz: sicut omnes offidales et seolares extra bursam habitastes. 

2 Beisatz: Item promittat etiam si hie complevit gratis et alibi pro- 
movebitur , quod velit solvere juxta conclusum ultimum De qualitate pro- 
movendorum fol. 63 fade conv. Das Citat passt zu keinem der Statuten- 
bücher. 



410 Bure». 

mentiini, nisi substitueudo talem vicerectorem, cum bursam exire 
voluerit. 

Item faraulus clauiger jurare debet in assumptione 
sua, quod fideliter daudere et aperire velit, nuUi claues com- 
mittere sine licentia verl vel vicereetoris atque post clausionem 
de uocte et apertioneni de mane eidem indelate claues presentare. 

Item famulus juratus quocienscunque aliquem emittere vult 
magistrum conuentorem a Rectore burse claues petat, qui Rector 
famulum interrogare debet, quem emittere velit, sub pena unius 
solidi tociens quociens omiserit soluendi. 

Item st^tuimus, ut nullus alius a predictis scilicet Rectore 
et vicerectore claues similes clauibus burse habeat procuret vel 
utatur per juramentura. 

De silentio in mensa. 

Item tam conuentores quam magistri ceteri mensam in bursa 
habentes congruum debent habere silentium in mensa, et 
eorum exemplo etiam scolares similiter inducantur , teneaturque 
B^ctor burse vel vicem tenens, in absentia vero illorum alii con- 
uentores , eosdem omnes bortari ad congruum silencium seruan- 
dum, hortationem non curantes denuntiare infra octo dies super- 
intendentibus de pena transgredientium arbitraturis , sub pena 
duorum solidorum h. tociens quociens omiserint. Scolares trans- 
gredientes juxta arbitrium suum corrigant et castigent sub pena 
eadem. 

Item Nullus rector aut conuentor burse scienter aliquem 
non immatriculatum matricule nostre vniuersitatis in bursa 
sua ultra octo dies foueat sub pena unius floreni ren. Nee etiam 
a b e a n i o quemquam absoluere presumat, nisi hujusmodi intitu- 
latio sibi certa fuerit sub pena eadem. 

Item Conuentores infra triduum debent publicos lusores 
et meretricarios nee non inobedientes rebelles discolos ac 
discordias et conspirationes facientes Rectori vniuersitatis denun- 
ciare, dummodo saltem moniti non destiterint, per juramentum, 
ut supra in prima promissione conuentorum, eo saluo quod sie 
expulsi nichilominus censum burse, Hgnalia et alia secundum con- 
suetudinem bursärum per mutationem concernentia, etiam pastum 
pro actibus scolasticis juxta ratum temporis soluere teneantur. 



statuta 1505. 411 

De refectione in com miinit ate habenda. 

Item Rector et singuli conuentores suam refectiouem prandii 
et cene semper in communitate habeant, nisi hospitem bo- 
norabilem ^ babeant. Similiter omnes officiales et famuli mensam 
ex ofßcio bursalem participanies, excepta causa infirmitatis merito 
excusantis, sub pena 2 ß b. quociens quis coutrauenerit soluen- 
dorum. Volentes vero babere speciales refectiones illas 
cum refusione omnis damni burse ex hoc quomodocunque emer- 
gere potentis ratione vtensilium juxta arbitrium Rectoris burse 
laciant priuati communi burse mensa, pena sub eadem. 

Item nemini committeutur vtensilia burse, ut sunt scamna 
disci ^ rel. sine consensu Rectoris burse sub pena quiuque ß. 

De speciali scolarium superintendentia. 

Statuimus etiam, ut in qualibet bursa iuxta numerum con- 
uentorum bursas inhabitantium fiant partes bursalium sorte 
vel alio modo numero equali, ita ut quilibet conuentor bursam 
inhabitans numerum scolarium habeat, ad quos preter generalem 
Obligationen! (qua omnibus preesse et prodesse tenetur) speciali- 
ter oculura habere debet, vt tales honestius et diligentius vivant 
et studeant, et maxime circa expeiisas quas cum procuratore et 
pincerna facimit, quatinus curare possit, vt tales sibi legem pro 
suis positam non excedant. 

De sumptibus. 
Volumus denique, quod prepositus et pincerna leges 



1 Erläutert durch ein späteres Statut f. 88 v.: hospes honorabi- 
lis ia vel hie est: persona non leuis, ob cuius honorem et reuerentiam 
precise conuiuatio illa tunc ordinata est alias non habenda et que non 
est in fraudem statuti citata vel vocata» ut sie ea presente habeatur occasio 
comedendi extra communitatem. In quo tamen nihiloniiuus Reetor burse 
et eptomodarius se debet facere presentem communitati ex hoe donee re- 
fectio bursalium fuerit consummata, ut singula fiant debita curatione. Alias 
nunquam licet Rectori burse aut conuentori siue licentia superintendentium 
suas refectiones habere extra communitatem sub pena quinque solidorum, 
quos per iuramentum prestitum intra triduum post h\iiusmodi excessnm 
debet dare cum efFeetu superintendentibus vie sue totiens quotiens cogno- 
uerit se mane et sero huiusmodi statuto contrauenisse. 

2 Teller. 



412 BursfiB. 

sibi datas a coDuentoribus circa suos seruent per iuramentum 
atque singulis septimanis iu preseutia conueutorum l^antur 
publice omnia specialia in bursa per iuramentum, que ipsi ac 
famuli eorum bursalibus transacta septimana dispensauerunt, non 
solum ad credenciam sed etiam pro peccunia prompta, vt con- 
uentores predicti audire valeant et scire, an leges date preposito 
et pincerne circa suos sunt servate. 

Item etiam omues et singuli alii de vniuersitate volentes 
dare esculenta et potulenta bursalibus debent illa omnia et sin- 
gula, non obstante si forte aliquid dederint eis pro prompta 
peccunia seu mox vendiderint, per iuramentum palam et pub- 
lice legere quolibet die dominico et legi viuere, quam ipsis 
dabunt conuentores et Rectores bursarum pro ciborum ac potus 
bursalium dispensacione. 

De conuentoribus. 

Item quilibet conuentor non corrigens vel non denuncians 
Rectori burse scolares insolencias vel strepitus commi- 
uitantes ^ iuxta tenorem huiusmodi statuti solvat 2 ß. 

Item si qui conuentorum pro honesto' regimine sibi com- 
missorum quedam alia rationabilia condiderint, statim illa trans- 
gredientes penas inibi expressas siue condictiones soluant. Quod 
si quis scolarium siue baccalaureorum penas huiusmodi soluere 
recusauerit, talis Rectori vniuersitatis denunciatus duplum peue 
soluere cogätur. 

Item NuUus conuentorum presumat a quoquam ad bursam 
suam diuertente pro utensilium conseruatione plus quatuor 
solidis h. exigere aut minus recipere, saluo uno solido pro scam- 
nis dando. 

De promissione bursali ab extra stantibus 

e X i g e n d a. 

Item^volumus etiam, quod magistri conuentores a scolaribiLs 
extra bursas stantibus lectiones et exercicia in bursa audientibus 
promissionem bursalem eos concernentemrecipiant infra 
octo dies sub pena priuacionis ipso facto etiam emolimenti pro 



1 später : committentes. 



statuta 1505. 413 

tempore , quo ille qui non fecit bursaleiD promissionem exer- 
cicia audiuerit, communitati burse applicandi per iuramentuni. 

De introducentibus mulieres suspectas. 

Item Magister vel conuentor introducens miilierem su- 
spectam in bursam soluat prima vice duos florenos, secuuda 
vice quatuor et tercia vice suspendatur a regencia et a bursa 
excludatur. 

Super quibus Rector burse conuentores et alios magistros, 
et conuentores rectorem burse Rectori vniuersitatis sub debito 
prestiti iuramenti denunciare debent. 

De CO nuentoribus. 

Conuentores sub pena quatuor ß a singulis, qui scolares ad 
bursam suam adducunt, inquirere debent, anne ipsi conuentores 
hujusmodi illorum peccunias pro eorum usu servare debeant 
aut ipsi novelli easdem in sua potestate retinere. 

Item nullus magistrorum sub debito prestiti iuramenti a 
Scolaribus pro resumptionibiis eis facti« plus recipere presumat 
quam de hoc sub titulo de resumptionibus* cautum re- 
peritur. 

De rectore burse et conuentoribus. 

Habeat insuper Rector burse curam domus, ligna et alia 
domui necessaria temporibus congruis fideliter procuret, nil huius 
intuitu sibi vsurpando, bursam etiam claudi disponat, claues 
apud se vel alium fidelem iuratum teneat, ut supra habetur. 
Excessus iuxta statuta corrigat et supposita non corrigibilia tan- 
dem a scolarium consortio excludat, sibique specialiter commissos, 
si ad Studium et disciplinam invtiles videantur, superintendeu- 
tibus denunciet. Magistros denique cohabitantes honeste tractet, 
odio et amore seclusis. In quibus Omnibus si negligens repertus 
fuerit, in vno floreno tociens quociens mulctetur, tandemque si 
se non emendauerit a bursa excludatur. 

Item conuentores introitura et exitum singulorum de 
bursa signent, censiim ea cum diligentia coUigant, qua suura 



1 8. oben S. 347, 



414 BurssB. 

exigere et colligere essent parati, collecta quoque vniuersitati 
vel eins procuratori presentent, de quibus vniuersitati rationes 
faciant. Denique cameras iuxta scolarium qualitatem et mul- 
titudinem atque ipsarura camerarum capacitatem pro utilitate 
vniuersitatis fideliter distribuant, in huiusmodi saorum labonim 
remunerationem de quolibet floreno sex A levatnri. 

Item conuentoribus omnia kathedralia sue vie, mcnsam 
bursalem sine vino, armaque in caraeris reperta cum tertia 
parte omnium aliarum penarum, lupo et penis propter viles mu- 
lieres repertas exclusis, lupum totum cum duabus tertiis ali- 
arum penarum communitati cedere volumus. 

Item statuimus, ut quilibet conuentor habeat curam dili- 
gentem super armis statuto vniuersitatis prohibitis suorum 
bursalium. Item quod si arma apud aliquem reperiat, illa ab 
eodem exigat ac retineat. Si autem bursalis dare recusauerit, 
talem Rectori vniuersitatis denuntiet, sub pena quarte partis 
floreni tociens quociens omiserit. 

Stfttuimus, ut magistri conuentores sua exercicia incipi- 
ant et finiant iuxta quoddam statutum bursale desuper concep- 
tum, sub pena in eo contenta, super quo denunciare se tenentur^ 
dum a superintendentibus de hoc interrogati fuerint. 

Item NuUus conuentor se ab^sentet vel abeat sine licencia 
sui superintendentis ad hoc pro tunc ordinati, qua obtenta alium 
in locum eius substituat conuentorem. Quod si commode habere 
non poterit, alium magistrum ad hoc ydoneum cum consensu 
prefati superintendentis sue vie subordinet. Insnper non rediens 
termino sibi statuto vel sine eius licencia abiens sit ipso facto 
officio privatus. Interim alius ydoneus ab illis quorum interest 
in locum eius surrogetur ^ 

1 Dafür später : Rector Biirse aut conuentor volens cum fauore super- 
intendentis abire, etiam aninio redeundi eodem die, vel per alium dicere 
habita causa rationabili, debet per se ipsum fauorem a superintendente 
habere ante suam abitionem vel substitutionem. Si vero non potest per se 
ipsum adire superintendentem, recipiat per alium magistrum conuentorem vel 
ofticialem sue abitionis licenciam vel substitutiouis , causa plene instructa. 
Insuper debet suum vicarium, si est officialis burse, ad minus per horam 
aut duas si non officialis, prius certiorem reddere aut facere de materia, 
quam pro eo docebit. 

Contraueniens illi statuto in toto vel in parte debet et tenetur se ipsum 



statuta 1505. 415 

De temptatoribus. 

Item de cetero nnlli quorum interest promouendos temptare 
tempore temptaminis, quod fit ante admissionem, licet 
aliquid potulenti vel esculeuti vel alias quidquam a temptaudis 
exigere, sed a baccalaureandis duos et a magistrandis quatuor 
solidos levare possunt et non amplius, per iuramentum, aut ab 
eis oblatum recipiant. Non minus tamen ter baccalaurendos et 
quater magistrandos interpolatim temptare teneantur sub pena 
quarte partis floreni. Sirailiter de cetero omnes oniittantur ex- 
pense in quibuscunque invitacionibus preter sumptus in 
vino paue caseo et fructibus, sub pena unius quarte partis floreni. 

De rationem facientibus. 

Item conducentes prandia et rationem cum hospite de eisdem 
facientes nullos faciant sumptus vel expensas, sub pena quarte 
partis floreni ren. a quolibet eorum solvendi, cum contrarium 
fecerit. 

De magistris. 

Item quilibet magistrorum, quorum est admissos promo- 
viere, actum per se ipsum faciat, sub pena quarte partis floreni, 
Nisi alium substituendi a superintendente habeat licenciam. 

Item magister quilibet de facultate artium per se ipsum 
disputando presideat cum potest, quociens ordo tetigerit, sub 
pena 7 /? h. decano applicandorum. 

Item quilibet ebdomodarius tempore promotionis 



intra triduum, totiens quotiens cognouerit se contrauenisse, superintendenti 
denunciare et penam luere pro ^singulis excessibus singulatim per iura- 
mentum mox post suam denunciationem. 

Quod si quis non redierit termino sibi statuto, aut si quis sine licentia 
superintendentium abierit, sit ipso facto priuatus suo officio. Quo non ob- 
stante debet nihilominus mox cum redierit intra triduum suam abitionem 
aut abscntiam superintendenti denunciare. Quod siue fecerit siue non, pos- 
sunt superintendentes alium conuentorem eligere vel si expediens videbitur, 
prefatum magistrum officio priuatum iterum reassnmere auditis causis sue 
absentie vel negligentie sue condictionis cuiuscunque. Quarum penarum 
prefatarum solutio fieri debet in manus superintendentis huius vel illius 
vie, in qua quis deliquit, sub penis prout disponitur. f. 89. 



416 ßurssB« 

in facultate artium ante initium actus per mediam horam per 
pulsum campanelle diligenter faciat scolarinm sue burse congre- 
gationem, coram quibus registrum l^at et singulos absentes 
pena triam denariorum puniat atque cum eisdem actum decenter 
ingrediatur, sub pena quatuor solidorum. Volumus etiam ce- 
dulam legi ante exercicium et conductiones ad ecciesiam, sub 
pena trium denariorum. 

De promouente Decano. 

Item quilibet decanus pro tempore magistrandos promo- 
uendos per se ipsum promoueat, sub pena quarte partis floreni 
et carentie (quo ad decanum aut suum substitutum) florini ka- 
thedranti ex statuto debiti, nisi obtineat fauorem a suo super- 
intendente alium substitnendi. Similiter singulis d i s p u t a- 
t i o n i b u s baccalariorum et magistrorum personaliter intersit 
decanus, nisi cum fauore superintendentis alium substituat, sub 
pena Septem solidorum. 

Concessit denique vniuersitas superintendentibus illius vie, 
cuius decanus est, quod decanum etiam collegiatum usque ad 
depositionemab officio inclusione decanatus in predictis 
negligentem punire possint. 

Contra pedagogii^ excessus. 

Item Yolumus, quod in ambabus bursis et pedagogio iuuenes 
imbuantur in exercicio grammaticali , in Donato et partibus 
Alexandri* per iuramentum, et quod tenens actus gramma- 



1 Zu Gunsten des Pädagogiums hat die üniyersität auf Antrag der 
Pacultät am 7. Januar 1528 beschlossen Fach XV, 15. VI, 21 f. 91: 

Item omnes quotquot in hac Yniuersitate sunt discipulorum preceptores 
docentes eos grammaticam logicam rhetoricam et alias artes liberales, dis- 
cipulos suos ad pedagogium mittere sint astricti, quod si facere negle- 
xerint^ nihilo minus pedagogo illius burse, cuius discipulus est, soluere an- 
nuatim pro vnoquoque suorum discipulorum cogantur aureum vnum, eum- 
que soluant -de mercede, quam a discipulo leuant de sua peccunia, ne dis- 
cipulus ulterius grauetur. 

2Doctrinale puerorum des Alexander de villaDei, 
von welchem mehrere Ausgaben mit Commentaren in Tübingen erschienen, 
1512. 1514. 



statuta 1505. 417 

ticales non studeat nouitabibus, reprehendendo scandalose textum 
biblie et iuris , item doctores sanctos etc. , item communem 
usum, Sed si voluerint dicere aliqiiid, dicant : ita habet Alexander 
et it<a est usus, sed iuxta poetam illum vel alium ita dicen- 
dum est. 

De festis. 

Item cessare debent de cetero omnia festa preter festa fori 
et eollegii * et louis, si tarnen in illa septimana non fuerit aliud 
festum, et preter quatuor dies in earnispriuio. Scbolaresque ad 
manendum inducantur sub pena computacionis illonim dierum 
in duplieem defectum temporis exerciciorum. Poterunt tarnen 
conuentores tempore vindemiarum pro aliquibus diebus licentiam 
petere ab vniuersitate. 

De magistro presidente. 

Item magister presessurus per biduum aut triduum prius i u 
bursa disputet cum suis respondentibus sua sophismata ante 
presidenciam, sub pena VII ß, Super quo se deuunciare in visi- 
tatione bursarum sit astrictus. 

Item Tolumus quod omnia illa equaliter obseruentur in ani- 
babus bursis ita quod sine scitu et consensu superintendentium 
omuium ambarum viarum nichil in predictis in vna bursa mu- 
tetur, nisi in alia idem fiat. 

De statu scolarium. 

Item volumus et statuimus, ut statum scolares coneernentem 
Conuentores observent penam exigendo. Quod si non fecerint 
ipsi candem soluere teneantur. 

De uegligentiis signandis. 

Item Yolumus quod magistri signent quociens negligunt 
exercicia sua, cum hie sunt et presentes in loeo, vt postea inter- 
rogati bona fide dicere valeant numerum uegligentiarum et pro 
qualibet negligentia commissa soluant 2 ß. 

1 s. S. 257. 

Urkanden der U. Tabingen. 27 



418 BursfB. 

De penis. 

Item Yolumus , quod omnes pene a magistrif; aecepte con- 
ueriantur in utilitatem burse, nulla de ilHs parte conuentoribus 
cedente. 

De visitatione. 

Preterea volumus, ut conuentor aut alius iuterrogatos su- 
per observantia predictorum omnium eum concernentiuin, 
respondeat sub bona fide se seruasse vel non seruasse, vel tali 
modo seruani, exprimendo modum et declarando, quem visitan- 
tes ceteri possunt approbare vel reprobare. Quod si quis re- 
sponderit, se seruasse sicut hactenus vel sicut moris est et simi- 
liter, ille debet perinde penam soluere, ae si se non seruasse diceret. 

Item statuimus, quod visitantes nulli penali reperto penam 
remittere habeant aut ipsi de suo soluant. 

De conflictibus denunciandis. 

Item quilibet conuentor aut magister yidens scolarium in 
lectorio vel in curia artistarum conflictum rixaro aut se- 
ditionem Rectori yniuersitatis eosdem per iuranientum de- 
nunctiare debet quantocius. Si vero uon viderit, de post tarnen 
veridica relatione didicerit, ad idem sit astrictus. 

De familiaribus burse. 
Hier folgt Abschnitt 98 der Statuta fac. artinm, oben S. ö71. 

Item de cetero prepositi bursarum* cum pistoribus 
et carnificibus pactum facere debebunt, vt eis pro debitis ex- 
pectent ad terminum competentera *. 



1 die Speisemeister. 

2 Von späterer Hand auf einen freigebliebenen Raum eingefügt: Con- 
ventores habentes secum scolares, quibus specialiter resumant, 
debent cum magistris non officialibus buraam inhabitantibus et scolares 
quibus resumant desiderantibus diuidere mercedem, dummodo ille magister 
et illi magist ri sie bursam inhabitantes et scolares desiderantes fuen'nt a 
superintendentibus illius vie , cujus magister est vel magistri, sunt appro- 
bati et admissi , ita quod totum arbitrio superintendentium com- 
mittatur. Secundo» quod magistri non uxorati invitentur ad bursam 
tali spe, quod pre ceteris vniuersitas velit eos habere commendatos et pro- 



statuta 1505. 410 

De lusibns. 

Item nullus magister de regencia existens in bur^a 
cum alio vel aliis raagistris ludat, sub pena Septem solidorum 
h. tocius quocicns soluendorum. Item nullus^ ms^^ister et ma- 
xime eonueiitor cum aut coram scolaribus pro re miuima aut 
zecha ludere presumat, sub pena unius florini et coufiscacionis 
lucratorum. 

Statuimus etiam , ut quilibet magistrorum scolares d a m- 
nura communitati burse aut structure domus inferentes aut 
alias excedentes, una cum qualitate damni, Rectori burse de- 
nunctiet sine dolo et fraude, sub pena unius solidi tociens qaociens. 

De scolaribus. 

Hier folgen Bestimmungen, welche auch in die Statuta facultatis 
Aufnahme gefunden haben als die Abschnitte 85. 90 bis 102, oben S. 370 if. 

Sodann soll bei der Verlesung folgender Titel hier eingeschaltet 
werden : 

De projicientibus extra bursam. 

Prohibet vninersitas, ue quisquam bursalium aut etiam qui 
non est bm*salis, sed tamen tunc receptus in bursa, projiciat 
quouis tempore, die aut nocte, queuis offensiua, vasa fictilia, la- 
pides, ligna, stercora, vrinalia et cetera similia extra bursam, 
per fenestras aut alias in plateas vicos aut curiam burse, sub 
pena exclusionis porpetue a bursa vel alia grauiori secundum 
qualitatem delicti. Aut si forte projiciens non esset bursalis, 
simili pena plecti debent, in quonim habitatione illa continguut, 
si, dum eis innotuerit, illud fa<:inus ibi esse commissum, aut in 
alia habitatione, talem iactum siue iacientem et projicientem 
non denuutiaverint Rectori burse iufra diem naturalem. Qui 
Rector burse facta sibi denuntiatione tenetur, s^ub officii sui de- 



motos. Item quod magistri extra bursarum conuentores emolumenta, 
que haberent intuitu resumptionum a scolaribus, etiam diuidant ciun ma- 
gistris incolis bursarum, arbitrio superintendentium sue vie. Item quod 
cathedralia et beanalia debeant cedere solis conuentoribus 
bursam inhabitantibus. Item omnes magistri officiales non uxorati 
de cetero debeant manere in bursa sub pena priuationis officii sui. 

27» 



420 Burse. 

bito, denuntiafcum mox arrestare vice et nomine Rectoris vniuer- 
sitatis. Quod si compertum fuerit debentem denuutiare fraudem 
commisisse, vt reus euadat et effugiat, prius quam arrestetur, 
arbitraria plectetur pena condigna. f. 90. 

De bursalibus. 

Item bursales simpliciter debent subesse Rectori et 
conuentoribus burse et eis debitam reuerenciam exhibere eisque 
parere in bis que burse concemunt ytilitatem. 

Item nullus bursalis ausu temerario rectore aut conuentore 
burse contendere presumat, conuicia de eis dicat, aut alia quibus 
eum offendat, sub pena medii fl. vniuersitatis fisco tociens quo- 
eiens soluendi. 

Denique nullus Scolaris aut baccalaureus facultatis artium 
quamdiu extra bursam locatus fuerit priuilegiis gaudere aut 
pro studente tueri Seu in bac vniuersitate lectiones sibi ad 
gradum computari vel ad aliquem gradum in artibus promoueri 
debet rationabili causa cessante, quam si per rectorem vniu. et 
suos assessores approbata fuerit. Ex licencia eorundem talis 
Scolaris aut baccalaureus in aliquo alio loco honesto stare poterit, 
ita tarnen quod huiusmodi licentiam scriptis notarii vniuersitatis 
ostendat, vbi causa licencie concesse cum anno et die ac loco 
standi notentur, quatenus postea de ipsa licencia luculentius 
constare poterit, pro premissis tamen prius a facultate licencia 
obtenta. 

Volumus tarnen studentes stantes apud pareutes consangui- 
neos doctores aut magistros regenciam habentes eisdem quibus 
bursales gaudere priuilegiis. Super cuius statuti obseruancia 
magistri in visitacione bursarum se denunctiare teneantur. Notario 
insuper vniuersitatis pro literis licencie huiusmodi non amplius 
quam tres denarii salarii nomine dari debebunt. 

Is dumtaxat in bursa stare censetur, qui in illa ut cen- 
sualis moratur, burse mensam habet et ea utitur, in con- 
dncta habitatione nocturno tempore quiescit, exercicia solita au- 
dit aliaque facit et operatur, prout ad incolas l)ursarum spec- 
tare videtur et pertinere. 

Item insuper nullus scolarium extra bursam locatus pro 
aliquo gradu tempus complere censeatur, nisi et ab vniuer- 



statuta 1505. 421 

sitate et facultate licencia obtenta, aut famulus sit doctoris aut 
magistri, vel saltem alias cum parentibus steterit sicut premis- 
sum est. 

Item nulli magistronim vel scolarium liceat a quoquam 
eonim, qui a beanio sunt absoluti, aliquid eornutalium 
aut alio sub colore exigere, potest tarnen Rector burse, cum sint 
quinque aut sex novicii, permittere, si volunt, ut simul loco eor- 
nutalium dent unam assaturam vel equiualens pro tota bursa, 
ita tarnen quod ultra dnos sol. nullus gravetur, sub pena quarte 
partis floreni. 

Amplius inliibemus, ne magistrandi vel baccalaureandi, cum 
temptamiue finito per temptatores sint admissi et eorum ad- 
missio extiterit publicata, ceteros scolares baccalaureos aut arti- 
fices suos Tel alios laicos ad balneum ducant aut pro eisdem 
inductis, vt hactenus feeerunt, expensas balnei soluant, nee postea 
pro eis zechas teneant, ueque in fraudem liuius statuti seu 
institutionis aliquid attemptent, quominus seruetur, et per hoc 
a supervacuifi et invtilibus expensis coerceantur. Qua in re volu- 
mus similiter congruas (ut supra) penas per Rectores bursarum 
in suis statutis bursalibus decerni et a transgressoribus sub pena 
quinque sol. b. exigi. 

Baccalaureandi nullas expensas habere debent in inductione 
scolarium ad balneum aut processionibus sine cum mimis 
siue absque talibus, sub pena non admissionis pro eadem vice. 

Item nullus baccalaureus aut Scolaris stubam aliquam 
absque eorum quorum interest licencia de cetero extra bur- 
sam conducere presuraat, sub pena duorum florenomm. 

Nullus denique scolarium etiam pro modico aut zecha lu- 
dere presumat, sub pena vnius floreni et confiscationis lucra- 
torum. Sub eadem etiam pena magistri et maxime conuentores 
cum aut coram scolaribus pro re minima aut zecha ludere non 
attemptent. 

Item nuUum suppositum facultatis artium accedere debet 
choreas nuptiales ad eas specialiter non invitatum, neqne 
quisquam choream non uuptialem procuret aut fieri ordinet. 
Non etiam quisquam scolarium ad sie per studentes aut laicos 
ordinatas choreas inuitatus aut non inuitatus accedere presumat, 
sub pena Septem solidorum tociens quociens soluendorum. 



422 Bursae. 

Scolares ingredientes vel egredientes de uua bursa ad 
aliam per valuas bnrsamm soluat qualibet vice quatnoi* solidos. 

Item de arresto sine licencia recedens tutus non sit, sed 
contra talem tanquam periurum procedendnm erit. 

Item nullus bnrsam inhabitantium , cuiuscimque status aut 
condictionis fuerit, in canoam lapideam vel curiam burse uri- 
nam prqjicere presumat, sab pena vnias solidi tocieus quociens 
irremisibiliter soluendi, ad cnius pene exactionem conuentores 
sub suorum officiorum debito sunt astricti. 

Item nullus baccalauriorum aut scolarium facultatis artium 
in mensa alterius burse foueatur, sub pena taute peccunie 
quam sie prefatus ibi consumpsit, nisi in eadem bursa locatus 
fuerit. Aliarum vero facultatum Scolaris, vbicunque locatus ex- 
titerit, in lupi et aliarum penarum recompensam qualibet septi- 
mana ultra alias expeusas nominatas duos solvat denarios. 

Zusatz: Item singuli niagistri officiales etiam et alii secum scolares 
artium habentes, quötiescunque scolarem burse tentonicum loqiü audi- 
verint, eum desuper corrigant fideliter et acriter. Conuentores et ofGciales 
tales signent certa pena puniendos, que pene ab omnibus conuentoribus et 
officialibus in vnum redaete legende sint die dominico, sub pena vnius 
solidi. 

De lupo. 

Item statuimus et omnino observari volumus, vt magistri 
conuentores scolares suos modo meliori quo poteruut, inducant 
adlatinisaudum, et specialiter statuimus, ut omni septi- 
mana per conuentores ad minus vnus constituatur 1 u p u s \ qui 
bona fide scribat orationes integras atque illum vel illos quibus 
vel cui locutus fuit, vt, cum conueutori videbitur expedire, valeat 



1 So heisst nicht blos der geheime Aufpasser, welcher die gegen das 
Gebot deutsch gesprochenen Worte der Mitfchüler zu verzeichnen und dem 
Magister zu übergeben hat, sondern auch die von ihm gemachte Aufzeich- 
nung, welche zur Beschämung der Uebertreter öffentlich verlesen wird. 
Ein Statutenbuch Fach XV, 21 f. 12 enthält darüber noch die weiteren 
Bestimmungen: Lupus in vel extra communitate scribatur. Quilibet bur- 
salis a conuentore in vulgari sermone auditus soluat unum numum ultra 
communem lupum , etiam si eadem oratio fuerit lupo inscripta. Das 
nach der Reformation eingeführte Statut empfiehlt zwar den Schülern das 
Latein namentlich in Gegenwart der Lehrer, schafft aber den lupus ab. 



statuta 1505. 423 

illum uut illos audire , anne talis talia sit locutus ad precauen- 
dam fraudem aliquam allegatam et oblocutiones. 

Volumus item, quod unus ex duobus excessiuis in lupo 
(couscriptis) legat ad mensam per illam septimaiiam, iuxta ar- 
bitrium Rectoris bnrse aut ebdomadarii, qui lupum coustitiiit. 
Qui quem vult ex illis duobus ordinäre potest, alius vero mini- 
stret ad mensam sive baccalaureus sive Scolaris fnerit. 

Preterea volumus ut omni septimana die dominica post 
prandipm ante gratias legatur lupus publice, et ut predictum 
modum conscribendi lupum servent Rectores et conuentores, sub 
pena quinque solidorum tociens quociens soluendorum, si in toto 
vel in parte premissum non servayerit modum. 

Item statuimus quod magistri tenentes secum baccalaureos 
seu scolares constituant lupum in sua stuba, sub pena trium 
solidorum tociens quociens omiserint per eosdem soluendorum. 

Item statuimus , vt magistri habentes apud se baccalarios 
vel scolares sint frequenter latini cum eis Et in yisitacione 
bursaruni interrogati sub bona fide dicere teneantur, an credant 
probabiliter se plus fuisse cum eis latinos quam vulgares. Et 
si quis hoc non dicere voluerit aut potuerit, puniatur in uno 
fiorino. 

De vestibus et habitibus. 

Statuimus, ut Rectores et conuentores bursarum curent, 
quatenus sui bursales honeste vestiti togis et tunicis in 
plateis et scolis decenter iuxta vniuersitatls statuta incedant, ut 
putu Ne aliquis magistrorum de regencia aut etiam baccalaureus 
vel suppositum vtatur vestibus aut caligis partiti siui varii co- 
loris, nee manicarum scissura non clausa nodulis, nee pheriphe- 
riis vestium alterius coloris a veste pectorali , Nee calceis ad 
pedicas usque vel fere scissis et apertis. Nee incedat discalceatus 
aut mitratus. Magistri utantur capucio et birreto magi- 
strali, prout vniuersitatis statutum habet. 

Nee licet eisdem in publico habere paterloquia in collo, nee 
deferre birretum plicatum. Baccalaurii vero et scolares 
facultatis artium ituri ad actus publicos, processiones , ad terap- 
lum aut pro spacio in vel extra conununitatem debent incedere 



424 BursflB. 

cum capucio clericali sine birreto ^ , exceptis religiosis et sacris 
initiatis, sub pena statuti iociens quociens aliquis predictorum 
transgressor compertus ftierit. Quibus magistri in visitatione bur- 
sali interrogati per eorum fidem respondere tenentur et yeritatem 
dicere *. 

Item ordinamus, ut quivis magistrorum de consilio artium 
facultatis intersit Visitation! bursali, sub pena privationis 
officii sui ipso facto, nisi cum liceneia omnium superintendentium 
sue vie. Qua kabita cum redierit tenetur nichilominus interro- 
gatus super omnibus respondere ut ceteri presentes. 

Item magistri rectores pedagogi singulis mutacio- 
nibus officia sua in manus superintendencium et conuentorum 
resignent et eos ad continuandum hujusmodi officia sua petant, 
si yelint. Idem vniuersitas de deputato resumptore uult ob- 
seruari. Omnes coUegiati electioni pedagogiste interesse de- 
bebunt et ad id vocari quilibet in via sua. 

Item iunior conuentorum inhabitare debet stubam versus 
curiam, sub pena priuacionis ofGcii. 

Vniuersitas congregata per juramentum conclusit concordi 
Yoto, quod de cetero in c omputacionibus facultatis artium 
ad minimum duo de superintendentibus interesse debeant et 
teneantur. 

Preterea eodem die dedit vniuersitas plenam potestatem do- 
minis superintendentibus deponendi conuentores juxta ar- 
bitrium merito excessus eorundem et etiam disponendi circa bur- 
sas et regimen bursarum prout ipsis visum fuerit expedire. Casu 
autem, quo predicti superintendentes duo circa hujusmodi desti- 
tucionem discordarent, debent ad se vocare seniorem collegiatum 
vie conuentoris destituendi, absque justificatione autoritativa vel 
judiciaria cuiuscunque '. 

1 Das Barett kommt nur den Promovierten zu. Gleichwohl hatte die 
Universität schon 1488 dasselbe den Baccalaurei und Scholares, in Ueberein- 
stimmung mit einem Beschluss der Facultät, zugestanden. Man ist al^er 
später vdeder strenger geworden. 

2 abgeändert: Conuentor videns suos scolasticos aut baccalaureos in 
bis exoedere debet ipsum semel vel bis admonere et hortari, vt se confor- 
met Statute. Qui si se non emendanerit, debet ipsum punire et rebelles 
Vniu. Rectori denuntiare, vel ipse conuentor de suo soluet. 

3 Dominica post Luce anno octauo [1508] conclusum est per vniaersita- 



Statuten des Contubemiums 1536. 425 

Insuper dedit eisdem plenaiu potestatem reqnirendi sub fidei 
debiio tarn bursarura famulos quam ceteros bursarum atque pe- 
dagogii scolares et baccalaureos , quociens necessitas aiit utilitas 
exegerit ad dicendum et revelandum eisdem defectus regiminis 
bursarum et pedagogii. Sive tales defectus a rectore burse sive 
ab eisdem conuentoribus rectore pedagogii vel resumptore com- 
mittantur aut commissi extiterint, quatenus huiusraodi defectus 
a superintendentibus emendari valeant. 



II. 

STATUTEN DES CONTUBEßNlUMS 1536. 

Die neue Organisation des Contubemiums* und des in demselben 
begriffenen Pädagogiums ist durchaus das Werk des Joa. Camerarius. 
Die Aenderungen, welche er einführt, sind abgesehen von der schon früher 
beschlossenen Aufhebung der zwei Wege nicht erheblich, mögen aber 
von den Zeitgenossen höher angeschlagen worden sein. Offenbar lag ihr 
Verdienst in der Abschaffung einiger scholastischer Formen. Die Haupt- 
sache war aber, worauf des Herzogs Erlasse am meisten Gewicht legen, 
die Gewinnung der richtigen Männer für den neuen philologischen Unter- 
richt. 

Camerarius hat jedoch nicht mehr Zeit gehabt das Erlöschen des alten 
Geistes abzuwarten und Jünger des neuen heranzubilden. Er verlies» 
Tübingen schon im Spätsommer 1541. Was der nächste Anläse seines Weg- 
gangs gewesen sei, ist von ihm selbst nirgends ausdrücklich gesagt, wie er 
auch in seinem unten folgenden Abschiedsschreiben an Rector und Rath 
der Universität keinen Grund angibt, sondern sich nach der Sitte jener 
Zeit in allgemeinen schönen Redensarten bewegt. Die Senatsprotokolle des 
Jahres fehlen, in denen wir die Erklärungen zu suchen hätten, auf welche 
das Schreiben sich beruft. Ob dieselben übrigens, falls wir sie hätten, das 
sagten was wir zu erfahren wünschen , ist zweifelhaft ; denn diese Proto- 
kolle pflegen eine magere und vorsichtige Zusammenfassung der Verhand- 
lungen zu sein. Am nächsten liegt die Vermuthung, dass zwei unangenehme 

tem, quod destitutus per superintendentes officialis burse, etiam conuentor, 
sit ineligibilis ad officium illud a (juo destitutus est, quam diu super- 
intendentes vel maior pars eorum talem depositum habere volunt. 

Similiter is qui depositus est, pro quo deposito scolares, ut reassumatur, 
contra voluntatem superintendentium laborant, ipso facto ait ineligibilis ad 
omne bursale officium, f. 87. 

♦ Schon in H. Ulriohs Ordnung vom 3. Nov. 1530 S. 190. WS wird anf die neuen Sta- 
tuten Bezug genommen. 



426 Bursae. 

Erfahrungen , die eine von Seiten der Universität , die andere von Seiten 
der Regierung ihm Tübingen entleideten. 

Camerarius war der Wortführer der Artisten in ihrem Kampf um 
eine würdigere Stellung der Facultät, insbesondere um das Recht auf Theil- 
nahme ihrer Deputierten an den Verhandlungen des Senats. Im Februar 
1540 hatte er im Auftrag der Facultät eine dringende Vorstellung beim 
Senat eingereicht und befürwortet. Sie wurde nicht berücksichtigt und mit 
der bezeichnenden Signatur: Causam Joa. Camer arii betreffend zu 
den Acten gelegt Fach XV, 1. lieber diesen Handel enthält die Matrikel 
der Artisten den gleichzeitigen Eintrag von der Hand des damaligen De- 
kans M. Johannes Benignus: Cum senatores collegii artium contra 
veterem morem ac ius suum a deliberationibus publicis per consilium Vni- 
uersitatis saepius et tum maxime excluderentur, cum de singularum perso- 
narum huius Academi» commodis augendis tractaretur, vt sunt distribu- 
tiones frumentorum et vini nee non etiam pecuniae, fuit in hoc suo deca- 
natu author consilio studii bonarum artium Benignus jam Decanus, vt 
ius suum accedendi ad eas deliberationes repeteretur. Qua in petitione re- 
pulsam tulit artium facultas iniquitate reliquarum facultatum repudiata. 
Jus hoc accedendi ad omnes deliberationes publicas tribuerat coUegio ar- 
tium reformatio scholro per Dom. Camerarium anno 1586 conscripta, in 
qua excludere consiliarios facultatis in personarum conductionibus permitte- 
batur (S. 187. 208). Quod ius doctores postea etiam contra uoluntatem 
Camerarii ad nimium multas res exteuderunt. 

In fieser Frage, von welcher das Gedeihen der humanistischen Studien 
wesentlich abhieng, nichts auszurichten musste C. sehr empfindlich sein. 
Noch verletzender aber und mittelbar eine Bedrohung seiner eigenen Stel- 
lung war das Vorgehen der Regierung gegen Johann Forster. Came- 
rarius war gegen Ende des Jahrs 1538 in Wittenberg gewesen, um sich 
bei Luther und Melanchthon in allerlei Fragen der Universität Raths zu 
erholen. Das wichtigste Ergebniss war , dass namentlich nach Luthers 
Wunsch und auf Betreiben des C. am 15. December J. Forster von Augs- 
burg für eine theologische und für die hebräische Lection angenommen 
wurde. Bald erhoben sich aber von aussen her Klagen gegen seinen rück- 
sichtslosen Lutheranismus. Er sollte auf dem Katheder den Oecolampad, 
Blarer u. a. geschmäht haben , nicht in Tübingen sondern in Reutlingen 
zur Communion gehen und dergleichen. 

Am Hofe und bei der Regierung war eine starke antilutherische Strö- 
mung eingetreten. Die fürstlichen Räthe, welche im September 1540 zur 
Visitation nach Tübingen gekommen waren, BalthasarvonGültlingen, 
D. Jo. Knoder, der Kanzler Nie. Maier und D. Philipp Lang führ- 
ten die schärfste Sprache gegen Forster und drohten bereits mit seiner 
Entlassung. Der Senat bittet die Sache quam minima invidiaan den 
Herzog zu bringen und fügt bei : negare Forsterum quemquam ita repre- 
hendisse pubKce, prieterea quum a Luthero et Philippo commendatus esset, 
eam rem, si contingeret eum dimitti, scholee fraudi detrimentoque futuram. 



Statuten des ContubermumH 1536. 427 

Diese drohenden Wolken hatte C. aufsteigen sehen, denn er sehreibt 
am 17. August 1540 : salutis mees ac meorum interdnm obliuisci cogunt quse- 
dam arroif j;rff mala pnblicai illa quidem non tarn sua natura quam culpa quo- 
rundam. Verum nihil audeo horum literis committere. Epp. libri Y. Francof. 
1595. S. 165. Wirklich erfolgte die Entlassung Forsters kurze Zeit darauf. 

Derselbe Glossator der Matrikel, welcher oben erwähnt ist, schreibt 
darüber : Hoc anno lues cepit ac pestis TnbingsB grassari, propter quam dis- 
sipatio scolse magna facta est. (Die Bursen flohen nach Hirsau, die oberen 
Facultäten nach Rottenburg. wo 1542 der Bector gewählt wird.) Eodem 
anno grauibus caussis inducti D. Canierarius et Doctor Ludw. Grem- 
p i u s disoessere a scola, quod f uisset D.D. JohannesForsterus parum 
honorifice a principalibns consiliariis dimissus. — Forster scheidet als guter 
Freund von der Universität und gibt seinen CoUegen ein valete und 
lotsige, wovon wir aus den Rechnungen hören, weil die Universität sei- 
ner Frau 8 Batzen in die Kuchin schenkt. 

Camerarius gibt seine Stelle auf, ohne eine andere in bestimmter Aus- 
sicht zu haben. Aber schon in Hall, wo er auf dem Wege nach Nürnberg 
eine Zeit verweilt, und von wo wahrscheinlich auch der folgende Brief ge- 
schrieben ist, trifft ihn der Antrag des Herzogs Moritz, der ihn nach 
Leipzig fährte. Sein Abschiedsbrief an die Universität lautet ; 

S. D. Etsi coram plane exposui uobis sententiam meam, quemadnio- 
dum et uos maxime uelle et rae dignum esse existimaueram, neque credidi 
opus esse uel uobis dato uel mihi accepto responso, cognoui tarnen me po- 
stero die quam discesserim a ministro publico requisitum esse. Hoc interpre- 
tor in partem optimam et ascribo humanitati ac beneuolentiie erga me uestroB. 

Atque ego, si nihil obstaret, istuc redire measque abducere cupiebam. 
Verum cum alia tum ortus motus , etsi, ut didtur et ego gaudeo, inanior 
Tubingam quoque impetentis pestilentise in caussa fuit, ut et meos ad me 
accerserem neque reuertendum istuc mihi hoc tempore putarem, unde, cum 
ibi ueluti hospes aliquot annis perbenigne tractatus fuissem nee inoffidose 
dimitterer, secundum notam uobis, doctissimi uiri, sententiam homericam: 

Visum autem est significare uobis non mal am mihi conditionem a prin- 
dpe Moricio, ut Lipsise doctnuam et cultum exerceam studiorum meo- 
rum, ante paucos dies literis ad me missis oblatam meque illa usiurum esse, 
quod mihi meisque bene uertat, decreuisse. Quamquam autem et ante hoc 
tempus a diuersis expetita fuerit opera mea, nunc tarnen primum non re- 
cnsandam mihi occasionem meiiores, ut spero, fadendi res meas'putavi. 

Me istic et fuisso libenter et grauatim recessisse, obscurum esse spero 
posse nemini, cum nullsß unquam ex me quere!» de meis rebus a quoquam 
auditse sint, et quantam molestiam quantaque detrimenta migratio mea 
complexura esset, me etiam prseuidisse credere uos omnes arbitror. Sed 
quia hoc negotium diuinitus et motum esse et gubernari i>ersuasum mihi 
est, peto a uobis, ut, cum in Academia uobis uestra operam mihi dare 
posthac non magis concedatur, primum desertionem necessariam lod mei, 



428 Bursae. 

in quo- magno fanore uestro collocatus fui, boni consulere et istic etiam, 
quo iam tendo, me habere pro uestro uelitis. 

Ac fortasse utrorumque e re discessio hsec euentura est. Ego quidem, 
quamuis a conuictu et usu consuetudinis uestrsB separer, alienari tarnen 
me a uobis neque publice neque priuatim patiar unqne. Cumque ut fas 
est benefidorum et amoris erga me uestri recordatns fuero, quantum nobis 
debeam neque obliuiscar. Et cum nuUo modo possim omnia, quantum 
quoque tempore licebit, cupide persoluam. 

Nullius me iniuria istinc repnlit, quin etiam fateor ingenue, mihi pub- 
lice plus honoris habitum, quam mereri potuisse uidear, singulos etiam me 
coluisse, cum quidam et iudiciis clarissimis et g^auissimis testimoniis me 
ornarent et eximise dilectionis affectu prosecuti officiis etiam amicitiae sum- 
msB preesto mihi fuerint. 

Audio sparsos fuisse rumores me conspirasse cum quibusdam 
ad discedendum, quod, qui animaduertere uolet, qua diligentia quan- 
dam copiolam rei domesticse prseparauerim , et qusB damna in hac repen- 
tina migratione me facere necesse sit, refutatione mea nequaquam indi- 
gere, hooque consilium subito me c^episse facile perspiciet. 

Quodsi post nonniillam assiduitatem opersB fideliter nauatse Academiae 
uestrse non censui me ac meos negligendos, cum etiam ut hanc curam sus- 
ciperem non leuibus caussis impellerer ac res ipsa non tarn mouere quam 
cogere uideretur, ueniam datum iri huic facto meo confido ab iis, qui in 
consideratione horum temporum non malitiose facta commode interpretari, 
ut omnes bonos decet, uoluerint. Vulgo fortasse alii aUas suspiciones col- 
ligent. Vtinam uero abessent maximse et urgentissimse causs» discessionis 
mesß, ego uobiscum mihi remanere concedi inprimis Isatarer. Nunc in mo- 
lestia gaudeo sie me uos relinquere, ut et uoluntas prsBclara erga me uestra 
et Studium debitum a me uobis firmum et immobile consistat. 

Reliqua utrique permittamus Deo. Vos uelim, si qua in re opera oon- 
silioue meo aut publice aut priuatim recte usuros putaueritis, ita a me 
omnia parata fore petentibus uobis statuatis, ut a minime ingrato ac im- 
memore optime meritis esse debeant. Vicissim de uestra beneuolentia ipse 
mihi omnia policebor. 

Qnod si quid forte de absente, ut fit, ad uos delatum fnerit, quo ue- 
strum quilibet offendi posse uideatur, peto ab vniuersis et singulis, id quod 
eequissimum uidetur et quod Tragoedia sapientise prseceptum esse ait, ut 
uelitis etiam orationem contrariam audire atque ita demum re cognita 
sententiam ferre. Nam ego , si quid forte obiectum sit , in eo uel defen- 
dendo uel infidando , uel ad extremum deprecando satisfacturum me Om- 
nibus confido. Valete IUI Cal. Octobris An. MDXLI. 

Joachimus Camerarius Pab. 

Magnifico D. Rectori et ampliss. Consilio AcademisB Tubingensis Domi- 
nis suis benignissimis. 

Fach XV, 1. Der Registrator bemerkt auf der Rückseite: Joachimus 
Camerarius ex improuiso ab vniuersitate discedit. 



Statuten des ContuberDinm 1536. 429 

De Oontubernii Vniuersitatis Tubingensis scholaß 

administratione. 

Contuberuium studiosorum , Bursarnm veteri nomine appel- 
latum, domicilium ac coetiis bonas artes discentium, ybi custo- 
diatur exquisita disciplina morum ac studioram iuuentutis^ in 
meliorem et ipsum statum post priorem negligentiam redactum 
fnit, ad hunc modum, qui suis capitibus seu titulis explicatiis 
sequitur. 

Caput seu titulus primus. 

Vnum esse contuberniorum corpus oportet. Contuberniorum 
quodam tempore dissensiones fuere, natae de studiorum diuersi- 
tate, quam fere dissimilitudo voluntatuni sequitur. Quae tarnen 
sensim euauesceutes toUi coepere. Eas abolitas ita esse oportet, 
vt quatenus fieri possit nuUae reliquise illarum superesse vi- 
deantur. Vnum enim prorsus corpus censendum omnium, 
qui Ulis in sedibus docendarum colendarumque bonarum artium 
gratia preefuerint, quique illarum discendarum causa eo se rece- 
perunt. 

Caput IL De Quatuorviris Contubernii. 

Quatuorviri cum autoritate publica preponentur Contubernio 
Vniuersitatis consilio, qui praesides sint illius vel potius cen- 
sores. Horum delectus erit talis, vt sint Theologiae Doctor 

vnus , jurisconsultus vnus , Medicus Doctor vnus *. His 

omnes penes quos est aliqua Contubernii administratio , vt suis 
praesidibus parebunt , neque cuiquam liberum concessumque esto 
imperio illorum detrectare, non reclamare animaduersioni iustae 
delictorum suorum. De quibus cognoscendis potestas plena prae- 
sidum erit, inter quos si forte sententiaß in statuenda poena de- 
licto in diversitate pares fuerint, arbitratione vnius ex gran- 



1 Hier ist ein Satz getilgt, aus welchem sich noch entziffern lässt, dass 
der vierte ein Mitglied der Artisten Facultät und zwar für damals der 
Commissarins 111. Principis, also Joa. Camerarius, sein sollte. Diese 
Aenderung ist somit nach seinem Abgang gemacht. Statt eines Theo- 
logen werden jetzt zwei eingesetzt. 



430 Bursee. 

dioribus natu inter Magistros, quorum est aliqua functio publica 
in Contubemio, res decidetur. 

lidem inspicient administrationem contubemii , et in 
singulos magistros inquirent, videbuntque ne quid detrimenti 
Contubernii res capiant vUius, cuius in hoc functio sit, negli- 
gentisB aut improbitate. lisdem ins est concessum exautoran- 
dorum omnium, qui aliquod in contubernio muuus gerant, mo- 
uendorumque loco suo, denique faciendi instituendi omnia, quibus 
Contubernium conseruatuni auctumque iri statuerint. lidem ex 
stndiosis Contubernii incolis nee non ministris ac quibuscunque 
visura fuerit, exquirent diligenter de administratorum cura at- 
que offitio, quo melius ac certius omnia nota compertaque ha- 
bere possint. 

Caput III. De Rectore Contubernii. 

Rector Contubernii vnius, vt diximus, (nou enim feretur 
vlla segregatio) qui sit tanquam pater iamilias et custos Con- 
tubernii, habebit delegata sua curationis munera, vt sciat qua 
in parte praeesse debeat, ad hunc modum. 

Operara dabit, ne quis ex coetu Contubernali in studiis lit- 
terarum atque artium somnolente, neu in prauitate vita; atque 
morum turpiter versetur. Improbum aut sceleratum et imperii 
detrectautem neminem fouebit, sed intra triduum ad R e c t o r e m 
Vniuersitatis huius scholse, aut eum qui vicem huius gerat, 
deferet. Si monita castigationesque suas parui fieri a discipulis 
videat apud praesides quatuor ea de re conqueratur. 

Qui in hanc primum nostram Rempubliciam scolasticam sese 
contulerint, neque in aliam ante sint accepti, Rector Contuber- 
nii, vt moderate pro veteri ritu quasi initiorum vexentur, cura- 
bit. Debebunt autem omnes suum apud illum nomen profiteri. 
Tum ipse vexationem eis decernet, siue in Contubernio siue 
extra volent subire apud sunm magistrum. Hbbc vexationis cu- 
ratio demandabitur vni ex Contubernii' famulis, qui moderate vel 
in Contubernio vel extra illud eani exequetur. 

Quisque autem aduenarum pendet Rectori nisi tenuitatis ex- 
cusatione liberetur, triobola tria, id est cruciatos XII, quorum V * 



1 Die Rechnung geht hier nicht mehr nach Schilling und Pfennig, 



Statuten des Contuberniuma 1536. 431 

largietur adolescentibus Ulis, qaibus hoc vexationis muaus ipse 
attribuerit. Reliquum coUegio magistrorum conseruabit. Nam 
comune erit omnium. 

Videbit idem Rector «des Contubemales vt sarte tectae 
prestentur, vt debito tempore obsereiitur et pandantur. Sed cum 
hieme clausse fuerint uoctu hora IX aestate vero X, postea iiisi 
grauissimo et plane necessario casu non reserabnntur. 

De lignis et aliis necessariis rebus Contubernio suo quo- 
que tempore prouidebit. In delinquentes secundum leges et 
statuta. Contubernalia animaduertet. Quae et ipse solenniter, 
ante inspectionem Rectoris Vniuersitatis ineolis preleget et ab 
ilHs obedientiam et moderationem , vt fieri consueuit, histipula- 
bitur. Mercedes habitationum exiget, et exactas inferet 
Vniuersitatis huiu8 scho!« serario, rationibus ad Sindicum illius 
relatis, singulorum semestriura pfimo quoque mense. 

Caput IV. De Magistris stipendiis Vniuersitatis 
huius scholse ad bonas artes publice docendas 

conductis. 

Conuentores quondam et collegiatos sui seculi no- 
minibus aliquos magistros dixere. Hoc collegium aocipiendum 
eorum magistrorum, qui quoque tempore conducti fuerint stipen- 
diis Vniuersitatis huius scholee ad bonas artes in Contubernio 
docendas. Hi Rectorem tanquam principem coUegii sui specta- 
bunt et colent, parebuntque eiusdem omnibus iussis convenien- 
tibus ad statuta et leges contubemales. Impium ducent aduer- 
sus hunc clam palamue consilium aut coetum habere. Aedium 
ipsi nullas claues habento. Aduocati a Rectore suo sedulo as- 
sunto. Suas horas in docendo sedulo obibunt. Discipulorum 
improbitatem , negligentiam , vitia nuUa ferent impunita , atque 
cum castigatione sua nihil proficere se senserint, improbos apud 
quatuor viros Praesides Contubemii , flagitiosos apud Rectorem 
Vniuersitatis huius scholse accusabunt. Discipulos habebunt pa- 
riter distributos, vel sorte vel quacunique ratione. Quseque il- 



sondern nach Gulden, Batzen (triobolum) und Kreuzer. Unten sind denarii 
zu 7 Vt Kreuzer also Achtelsgulden erwähnt , abgerundet zu 8 Kreuzer 
S. 393. 



432 BiirsoB. 

loruni pars cuique obuenerit, eam singularifcer respiciet ac cura- 
bit, quamuis vniuersorum curam gerere debeat. Inprimis videbit, 
ne sumptus faciant immodicos aut vefcitos. 

Caput V. De Psedagogii constitutione et Psedagog- 

areha. 

Paßdagogio, (cuius muneris ratio in formulis instaurationis 
scholse ab lUustrissimo principe nostro Vdalrico prsestituta, ex- 
posita est) qui prefectus fuerit ab Vniuersitate scholae huius sti- 
pendioque affectus paedagogarcha nominetur. Huic aliquot 
attribuantur magistri« qui onera cum illo sustiueant pueritise 
erudiendae. A quibus ipse assiduitatem fidemque in curanda 
pueritia sibi commissa et obedientiam imperii sui legittimi ac 
congruentis ad Psedagogii Constitutionen! instipulabitur. 

Aedium assignatarum Paedagogio curam geret cum occlu- 
dendarum tum aperiendarum suo tempore. Et claues ipse tene- 
bit, vt de Rectore contubemali est dictum. Puerilia studia tarn 
litterarum quam vitae ac morum tractabit et constituet non so- 
lum suo arbitrio, sed eins quoque, qui rationem illorum aliquam 
de autoritate consilii Vniuersitatis subiecerit. Hunc etiam vt 
prassidem suum paedagogarcha spectabit et venerabitur. Erga 
discentes tardius aut oscitanter, ergaque petulantes et honestatis 
neglectores pro delicti modo ita se geret, vt omnes intelligant 
animaduerti ab ipso in malos et inertes ac socordes attente so- 
lere. In summa tamen seueritate iracundia aberit et moderatio 
digna bonarum artium disciplinis custodietur. 

Ad vsiun linguae latiuae pueros maxime locuturos in pre- 
sentia ipsius aut magistrorum aliorumue doctorum hominum 
accurate iuducet. Improbum refragatorem, audacem, neglectorem, 
vbi post castigationem meliorem non fieri cernet, ad praBsidem 
suum nomen illius deferet. 

In attributos sibi magistros monitionum, obiurgationis, sub- 
iectionum illi ins esto, animaduertere ob delictum non liceat, sed 
hoc reseruatum esto priesidi ipsius, a quo fiat de sententia con- 
silii Vniuersitatis huius scholae. 

Paedagogarcha ipse illique attributi magistri ad collegium 
magistrorum pertinere constant, neque quicquam inter hos 



Statuten des Contuberniums 1536. 433 

discriminis esse iudicandum , nisi diuersitatem quandam doctrinae. 
Pasdagogarchas puerilis educatio proprie sit commissa. 

Caput VI. De praeside PaedagogarcbiaB. 

Ex sententia consilii Vniuersitatis huius demandabitur vni 
alicai homini latinarum grsecarumque litterarum perito et ver- 
sato in studiis artium cura et respectos psedagogii , qui videat, 
yt omnia in illias administratione ordine et recte gerantur. 
Psddagogarchara moneat, obiurget, doceat, hortetur, denique 
prsesit functioni muneris ipsius. Sed animaduersio in Psedagog- 
archam ob delictum Consilii Vniuersitatis huius sehoke esto. 

Caput VII. De Consilio Contubernii. 

In deliberationibus omnibus non grauibus Rector vnum aut 
alterum de collegio Magistrum sibi aduocabit. In grauioribus 
de vniuersis consilium constituet. Si quid omnino explicari non 
poterit, eins decisionem a quatuor viris praesidibus Con- 
tubernii petent. 

Caput VIII. De incolis contubernalium aedium. 

Quieunque studiosi in Contubernio degent legibus contuber- 
nalibus tenebuntur, cum quiete et pudore viuent, Rectori im- 
primis ac suis magistris morigeri erunt, non dabunt Contubernio 
damnum, yndeeunque illatum iri tijnebunt, eam in partem pro 
virili se Opponent. 

Caput IX. De famulis. 

Famuli contubemalis communitatis prassto erunt iussis le- 
gittimis, inprimis Rectoris ac Magistrorum collegii, quibus et 
sacramento obnoxii siut, sed tarnen et aliorum aequis et concessis 
postulationibus inseruient. Suam operam fideliter ac cum in- 
dustria peragent et datum pensum absoluent. Non refragatores, 
non oblocutores, non responsatores erunt, sed cum silentio et 
placide facient offitium suum. 

Urkunden der U. Tübingen. 28 



434 Burse. 

Caput X. De forniulis sacramentorum , qiiaß a sin- 
gulis praedictarum conditionum solennitur 

dari solent. 

Rectoris Contubernii: 

Velle snis cum fide et assiduitate prsBcepta vitse et doctriuse 
tradere, Contubernii sedes claudi curare, claues teuere, improbos 
et flagitiosos studiorumque neglectores prsBsidibus Contubernii 
aut Rectori Vniuersitatis huius scholse, aut huius vicem gerenti 
indicare, vexationes initiorum moderari, neque a nouis amplius 
exigere, quam constitutum sit, rationes putare cum sindico prae- 
scriptis temporibus et pecuniam debitam serario Vniuersitatis 
huius scholse inferre, poense sibi inflictse aut mulct» postulare, 
non reclamare, neque vUa violenta aut improba ratione sese 
vlcisci. In haec statim post designationera sui iurato. 

Magistrorum Collegii: 

Velle Rectoris Contubernii legittimis iussis parere omnium 
rerum, quae contubernali constitutione contineantur. Apud aduo- 
cantem se Rectorem statim apparere. Aduersus illum nihil clam 
palamue machiuari. 

Claues sedium nuUas habere. 

Poenam mulctamque commeritam pati neque vUam vim op- 
ponerie nee ad vindictam sui vsurpare. 

Paedagogarcb se et Magistrorum illi attri- 

butorum: 

Velle pueritiam sibi commissam curae et fidei suae ad ho- 
nestatem vitae et eruditionem edueere, desperatae malitiae fouere 
neminem. 

Nihil quicquam vlla ratione contra res contubernii ac illius 
administratores moliri , sed ad dignitatem omnium et commuui- 
tatis contubernalis incrementa pro virili elaborare. 

Poenam mulctamque debitam delictis suis sustinere, a vi 
contraria et vindicatione abstinere. 

In haec, vbi illis muneris sui functio demandata fuerit, sta- 
tim iuranto. 



Statuten dea Contuberniums 1536. 435 

Aliorum Magistrorum incolarum Contubernii 
sine publice administratione: 

Velle Commoda et formam Contubernii sibi curte esse pati 
summa cum iide. 

Quod ad leges contubernales attinet, Rectori et consilio 
illius obtemperare. 

Aduersus illum contraue magistros collegii nihil vUa ratione 
aut via machinari., 

Suos discipulos in improbitate aut petulantia aduersum leges 
nequaquam fouere neque tueri. 

Studiosorum Contubernii incolarum: 

Velle morigerum Rectori Contubernii et Magistris Collegii 
esse , nullis aduersus illos consiliis , couspirationibus , machi- 
nationibus neque praeesse neque interesse. 

Contubernii neque rebus neque domui damnum dare, si 
quid dederint biduo se indicare Rectori et de illius mandato 
compensare. 

Haec apud Rectorem iu Consilio collegii promittant. 

Famulorum Communitatis coutubernalium: 

Velle pro virili sua tueri ac augere famam et commoda 
Contubernii. 

Ad omnia et legittima iussa Rectori et magistris de CoUegio 
pi-sesto esse. 

In curando penu cellisque, et pretio commemorando rerum 
ad victum et vsum necessariarum , denique omuibus in rebus ac 
partibus seruitii sui infidelitat>em et fraudes omnis generis vitare, 
neque vllum suum lucrum facere. 

Suo salario et si quid forte dono detur contentum esse. 

Damnosos Contubernii domui aut rebus, si quos compererit, 
Rectori Contubernii indicare. 

In ha;c iuranto apud Rectorem in Collegii consilio vniuersi. 
Sed famulus, cuius fidei daues aedium a Rectore Contubernii fue- 
rint commissi, insuper et hoc iurato: 

Velle diligenter et cum fide tempore praefinito aedium fores 

occludere atque reserare, postque illas occlusas ac reseratas sta- 

28* 



1 



436 BuTBiß, 

tim rectori claues in maiius tradere, vel si rector absit eius 
vicem gerenti. 

Neminem post occlusionem forium nisi de rectoris Tolnntate 
emittere et intromittere. 

Caput secundum Statutorum et legum cbn- 

tubernalium. 

Omnibus temporibus necessario semper curatum est, ne qui 
eoetus ac congregationes hominum absque legibus relinquerentur, 
quibus non solum boui praemiis, sed etiam ac multo magis mali 
poena afficerentur. Ipsa enim natiu'a rerum fert, vt nihil abs- 
que ordine ac ratione diu incolume permanere valeat, vt ad om- 
nium durationem legittimas constitutiones requirantur neque alia 
sit diuturnitatis custodia. Itaque et contubernii administratio, 
illius dignitas ac status legibus suis munitus atque firmatus est 
conuenientem ad modum studiorum rectitudini atque vitae ho- 
nestati et comoditatibus publicis. Quibus boni libenter et cupide 
parebunt, malis, vt meritum illorum feret, poense infligantur, 
yt quos primum numinis metus, deinde publica quies, postremo 
respectus salutis ipsorum non continuerit neque mouerit, malo 
saltem suo, aut non esse improbi aut aliis non nocere improbi- 
tate sua cogantur. 

Qu8ß ad Rectorem Contubernii proprie pertinent. I. 

Rector vbi sedium Contubernalium fores clausae vt est dic- 
tum fuerint, nullius respectu aperiri sinet, nisi causa cognita ac 
probata. Quod si temere patefieri siuerit, quotiescunque hoc 
fecerit, toties mulctam pendat trioboli id est cruciatorum IV. 
Eiusdem est tempora, quibus quisque ad contubernium diuer- 
terit, itemque inde abierit uotata et certa habere, quo pensiones 
atque mercedes debitse ab incolis exigi possin t, de quibus quidem 
rationes vt dictum est referre ad Sindicum Vniuersitatis 
eum oportet. Praterea iurato vt habitationes studiosis conueni- 
euter et apte distribuantur. Pro hac sua opera praemium capito 
eruciatos II, de singulis florinis ex mercedibus cousumatis. 

QuiB cum ad Rectorem tum ad totum coUegium 

Magistrorum. IL 

Ante omnia pietatis studiosi et veritatis amatores, alieni a 



Statuten des Contuberniums 1536. 437 

snperstitionibus prseficiuntor muneribus publicis in Contubemio. 
De religionis recta et exquisita ratione atque etiam vsu, qui con- 
temtim, ridicule, contumeliose loquatur nemo fertor. Denique 
numinis int^lligentia, veneratio, cultus, respectus ab bis primum 
ac potissimum praestator aut priuantor munere suo. Et quia 
Rector ac Magistri CoUegii quo magis assidue, quoque propius 
suos affuerint, eo melius ac rectius cum illis actum iri constat, 
(perpetua enira Actione atque formatione teneris animis opus 
est) ideo Rector et Magistri coUegii contubernalis in Contuber- 
nio degunto, pascuntor, cubanto. Quod nisi faciant, functio illis 
adimatur muneris sui. Si tamen aut hoc tempore vxorem 
aliquis ipsorum habuerit, aut posthac duxerit (liberum enim 
hoc esse debet) eum vt ad inhabitationem Contubernii astrictimi 
esse non oportet, ita assiduitatem et curam muneris sui obeundi 
praestandam sibi esse sciat, aut priuatum se illo iri. 

in. 

Gommoda sequum fuerit communicari, si labores communes 
sint, proinde nihil noceat vUi Contubernii administrationi cui- 
piam prseposito , si in Contubernio , quod vxorem habeat , non 
arbitretur sibi habitandum, sed aequaliter omnibus diuidantur, 
qu8B prius tantum iuter incolas contubernii fuere distributa. 
Quibus quidem addi raercedes priuatorum laborum et volun- 
tarisß in docendo operae non oportet. Sed hi fructus cuiusque 
sui ac proprii sunto. 

IIIL 

Detrimenta Contubernii perssque omnibus, quoad fieri 
potest auertenda sunt. Cumque fraude f a m u 1 o r u m communium 
plerumque magna damna dari communitati soleant, det quisque 
eorum, quibus administratio Contubernii demandata est, operam, 
yt probos et perspectae fidei ministros communitas habeat. Si 
quid a quoquam fraudulante geri animaduerterit, ne dissimulato. 
Nullum ad famulitii operas admittat, nisi addictum iureiurando, 
cuius formula supra exposita est. Qui fecerit, priuare eum 
munere suo prsesidibus Contubernii ius esto. 

V. 
Nequis studiosum contubernalem foueto, non patitor amplius 



-138 BiirsaB. 

diebus octo in suo coetu viuere, quem seiet non dedisse nomen 
suum in scolasticam ciuitaiem, neqne inalbumRectoris Vni- 
uersitatis huius scholae nominatim relatum esse. Neu Rector 
initia vexationum nouis decernat, nisi cognouerit apud Rectorem 
Vniuersitatis professos. Qui contra fecerit, mulctam unias flo- 
reni soluito. • 

VI. 

In primis annitantur magistri, vt a discipulis amentur. 
Hoc facile obtinebunt, si illos paterno affectu fuerint complexi. 
Declarent igitur virtuti se, non commodis uUis seruire. Asue- 
faciant iuuentutem libenter ad se accedere, non fugitare conspec- 
tum siium ; benigne appellent, moueant, doceant, terrores et minas 
quasi in vagina ad necessarios ysus condunto. Neque nisi opus 
sit, seueritatem admodum vsurpabunt. Leuiores igitur reprehen- 
dant, dissolutiores obiurgent, somnolentos exhortentur. At im- 
probos, flagitiosos, impudicos, sceleratos, insolentes, seditiosos, tur- 
bulentos, neglectores studiorum suorum, magistri si castigatione 
sua nihilo meliores facere potuerint, accusent apud Rectorem 
Vniuersitatis scholae huius, ac de contubemio coetuque stu- 
diosorum eiiciunto. Prius tamen. vt Contubernio debita per- 
soluantur, Recfcor Contuberuii videto. Si non fecerit, damnum 
datum Contubernio reponito et insuper multam triboli id est cru- 
ciatorum IUI soluito. Item Rector ab ynoquoque suarum habi- 
tationum incola vtensilium nomine neque plus exigito nee 
minus accipito cruciatis XII, et insuper cruciatos X ad ligna 
ab incola exigito, ab externo XII. 

vn. 

Si quis magister in Contubernium prostituti pudoris su- 
spectam mulierem introduxerit , mulctam soluito florenorum 
duum. Si iterum fecerit, soluito duplicem mulctam. Si tertio, 
munere suo priuatus Contubernio expellitor. Indicatio autem esto 
hac l^e non solum coucessa sed etiam imperata omnibus, prae- 
sertim autem Rectori et Magistris inter sese. Indicator autem 
flagitium Rectori Vniuersitatis huius scolse. 

VIIL 
Eorundem erit videre, nequid apud suos armorum reposi- 



Statuten des ContuberBiiims 1536. 439 

tum sit, non ab Ulis tractetur, eomm qusB prsesertim noxia esse 
soleant, yt sunt arcus et quse Bombardsß vocantur, et quicquid 
tormentorum in genere fuerit. Suos gladiolos et sparos, si recon- 
ditos habuerint, in habitationibiis retinere ipsos magistri sinunto. 
Si protulerint et tractarint sine causa gestando, adimunto. Qua 
in re si quem habuerit renitentem sibi,*illum indicet Rectori 
Vniuersitatis b uius scolae , auc mulctam soluito denarium 
duum id est cruciatorum XV. 

vini. 

Si quis de Goll^o Magistrorum hör am suam, quam in 
docendo seruare iussus fuerit, non obierit siue »ua sponte mutarit, 
soluito mulctam cruciatorum quatuor et in solenni inspectione 
sese indicato. Si horam aliquam in docendo neglexerit qusesto- 
ribus, dum Stipendium recipiet, neglectionem suam iudi(*/ato et 
debitam mulctam soluito, adque hsec facienda iureiurando astric- 
tus habetor. 

X. 

Rector qui in Contubemio conductus stipendiis Vniuersita- 
tis buius docet, ab Omnibus et singulis in Contubemio quidem 
non habitantibus, sed ad illorum doctrinam percipiendam venien- 
tibus promissionem coutubernalem exigito, idque intra 
die3 octo, ex quo extranei contubernalem doctrinam frequentare 
coeperint. Ni fecerit poenam sustineto arbitrio praesidum 
Contuberni i. 

XL 

Idem et psedagogarcbae faciendum atque omnino ad illum et 
magistros qui in paedagogio curabunt pertinere omnia putandum, 
quaB in contubernalibus constitutionibus continentur, conseruata 
tarnen diuersitate doctrinae et muneris paedagogiae et puerilis 
aetatis respectu. 

XII. 

Munia quaa essent communia omni Magistrorum col le- 
gi o, quo accuratius gerantur, peculiaris ab antiquo cura cuique 
singularum hebdomadum dierum demandatur, qui et ex hoc Heb- 



440 Burs». 

domodarius dicitur. Huius eeto illo tempore prsecipua et sin- 
gulariter delegata prouintia inspectionis onmium, quse in Contu- 
bernio fieri moribus atque legibus debeant. Inprimis ne quis . vel 
magistrorum vel discipulorum recedat ab offitio suo. 

Hie ad omnes publicos conuentus, quibus studiosos inter- 
esse oporteat, yt sunt disputationum, inspectionum, cum leges et 
statuta solenniter recitantur, cum honores meritis mandantur, cum 
sacraß conciones feriarum temporibus habentur — ad hos igitur 
conuentus Hebdomodarius signo dato, vt solet, studiosos congre- 
gabit, vnaque cum eis in publicum ordine ac decoro seruato pro- 
gredietur. Quoque minus fallatur, de carta omnium studiosorum 
nomina interdum pronunciato, vt de responsionibufi intelligatur 
an omnes assint. Idem et inter docendum nonnunquam faciet. 
Si qui autem abfuerint, cum quidem ad solennes coetus eundum 
esset, ab eorum singulis mulctam exigito assis id est cruciati 
vnius. 

Hac lege et paedagogarcha tenetor, sed illius pueri pce- 
nam absentiaß suae dabunt caesi virgis. Tenentor et omnes magi- 
stri, qui extra Contubemium discipulos habent ita, vt aut ipsi cum 
suis haue prssscriptionem seruent, aut mittant suos illis in Gon- 
tubernium temporibus, vt omni ratione studiosi cogantur ad illos 
non solum vtiles sed etiam necessarios conuentus. 

xm. 

Si quis de Collegio Magistrorum vxorem habuerit, cum ad 
assiduitatem et curam obeundi muiieris sui prasstandam astric- 
tus sit, quamuis ad Contubernii habitationem non adigi .debeat, 
tamen labores communes atque etiam singulares detrectare non 
oportet, inprimis in hebdomadis suae curatione, qua etiam in Con- 
tubernio diu noctuque adesse, non aliter ac si incola illius sit, 
aut alterum ex magistris, qui hoc assiduitatis munus suo loco 
obeat, substituere debebit. 

xmi. 

Mulctas exactas ne magistri collegii inter se partiuntor 
neque priuatim vsurpanto, sed illae ad Contubernii impensas ac 
vsus repositae sunto. 



Statuten des Contubemmms 1536. 441 

XV. 

Quicunque magister conspicatus faerit in vllo loco studiosos 
rixantes, confligentes, tumultoantes, quiue datum ab aliquo dam- 
num rebus Gontubemii cognouerit, Rectori V u iuersitatis 
huios schoke indicato. Ni f ecerit, contra iusiurandum fecisse iu- 
dicator, et danmum acceptam restituere oogitor. Quod si res co* 
ram Rectore coutubernali decidi non poterit , ad cognitionem 
Rectoris Vniuersitatis scholasticse deferatar. 

XVI. 

• 

Cum Omnibus in rebus potentissima exempla ad docendum 
esse constet, annitentur magistri, vt discipulos suos non solum 
oratione sed etiam vita instruant, inprimis leuitatem, obscoenita- 
tem, turpitudinem dictorum factorumque ab illorum occulis et 
sensibus remouebunt. Ssepe enim vna improba aut spurea voce 
totus animus iuuenilis peruertitur et detorquctur ad vitia. Con- 
uiuia iutempestiua , potationes deformes, rixationes, aleae lusus 
scurriles vitanto. Ni fecerint mulctam ynius floreni soluunto. 

xvn. 

Perquam ytiliter fit, cum assuescnnt ad vsum locntionis 
latinse studiosi illius linguse, sed hoc nisi vera ratione admi- 
nistretur nocet. Nam temere quacunque lingua vti veritatem 
illius corrumpifc. Dabunt igitur Magistri operam, yt ita educent 
suos discipulos, ne multnm loquantur, garritusque et loquacitatem 
inter ipsos compescent. Goram vero se atque aliis doctis, a qui- 
bus errata in loquendo emendari possint, latina lingua vti cogent. 
In reliquis dabunt operam, vt sciant non solum quid agant, sed 
etiam quid loquantur sui. 

Potissimum autem sermone produntur ingenia, in quo si di- 
ligentes, vt fides illorum hortatur, tuerint, jam plane superuaca- 
nea erit illa lupi, quem olim dixere, obseruatio, quae et hoc 
quidem tempore sublata esto. 

XVIII. 

Magistri coUegii incoromuni mensa Gontubernii pascantur, 
neque absint a prandio ccenaue, nisi iusta de causa, g uam p r se- 



442 BurssB. 

sidibus Contubernii probare debent. Quodsi, cur abessen t, 
cauöam prassidibus Don probarint, triobulo seu cruciatis IUI mulc- 
tentur. Si tarnen re aut dignitate cuinspiam flagitante hospes 
non ynlgaris inuit^ndus videatur , cuius reuerentise lautior 
meusa quam communis debeatur, liceat extra mensam communem 
conuiuium instruere. Ita tarnen vi damnum hae in parte si 
quod contubernium fecerit, maxime utensilium nomine, de sententia 
Kectoris Contubernii sarciatur. Dabunt tarnen tum omaes 
operam, vt, si nllo modo fieri possit, prius apud communem men- 
sam assint. Contra facientibus mulcta cruciatorum IUI indicitor. 
Est autem accipiendum nihil bac pra^scriptione aliud statui quam 
yt caueatur, ue discipuli ad mensas absque magistro relinquantur. 

XVIIIL 

Quo quisque Magister munere ipse fungetur, prsesertim si 
quod solenne sit, nisi quo minus faceret, vtique prasficere alium 
liceret, prsesides Contubernii permiserint. In hoc qui deliquerit, 
cruciatorum X multam soluito. 

XX. 

Leges et statuta administrationis Contubemalis omnibus 
temporibus re poscente augere Magistrorum Collegio li- 
ceat, sed illa tamen augmenta tum demum rata sunto, si a prse- 
sidibus Contubernii non impröbata fuerint. Maxime quod ad 
curam rei familiaris attinet. Culinae et cellae vinariaß procurato- 
res legibus a coll^io Magistrorum propositis viaunto, seque fao- 
turos iusiurandum danto. Si quis autem incolarum Contubernii 
statutis magistrorum suorum reclamarit, accusator apud prsesides 
Contubernii, punitor arbitrio illorum. 

XXL 

Magistri etiam coUegii dent operam , vt morum ciuilitatem, 
maxime dum cibus capitur, vtque ipsum suum quoddam mens» 
decorum custodiant, quo exemplo studiosi rusticitatem et in- 
elegentiam hac quoque in parte exuant. Inprimis clamores ab- 
erunt. Ipsi etiam, quid fieri deceat, imperitos docento. Non 
£acientes castiganto, improbos et detrectantes monitionum accu- 
santo apud praesides Contubernii* 



Statuten des Contuberxiiums 1536. 443 



xxu. 



Studiosis inoolis Contubernii sua Magistri assiduitate 
maxime consulere prodesseque poterint. Quare nequis de Golle- 
gio Magistrorum, oppido itineris faciendi causa egreditor, nisi 
primum snbstituto alio ad functionem muueris sui, et exora- 
tis prsBsidibus Contubernii, vt facere sibi liceat. Accedito autem 
ipse, si yUo modo poterit ad prsesides, vel saltem illorum ynnm 
aetate et dignitate prsestantem reliquis et discessionis suae facul* 
tatem obtineto. Et quem in suum locum substituerit tempestiue 
certiorem facito, vi ad doceudnm ille paratus veuiat. Quamdiu 
etiam sibi yt abesse liceret impetrarit, tamdiu abesto. Si diutius 
abfuerit siue contra superius statuta fecerit, hoc suum delictum 
praesidibus iudicato , quibus ipsum priuare munere ac honore 
ins esto. 

XXIII. 

Mulctse qu8ß a studiosis exiguntur Contubernii ad necessarios 
vsus reseruantor. Ipsi Magistri suorum delictorum multas prie- 
sidum Yui persoluunto. 

XIIII. 

Conuentorum et collegiatorum prioris seculi appel- 
latio emendata est Gollegii Magistrorum in Coutubemio 
nomine. Vnam enim omnium, qui conducti stipendiis ab vniuer- 
sitate scolse huius bonas artes docent, ratiouem esse putandum. 
Recteque Collegium deinceps nominabitur. Quos (non enim 
horum teniporum consuetudo neque ipsius veritatis nunc emicans 
lumen, similia studia priorum retineri patitur), quid docere quaa- 
que horas occupare aequum sit, Sequilar. Hoc quisque fideliter 
et sedulo praestabit, aut nisi praestiterit, contra iusiurandum da- 
tum Vniuersitati scholaB huius facere se seiet. 

Ac primum. Cum haec doctrina contubernalis proposita 
sit prsecipue iis, qui studiorum in litteris ac bonis artibus suo- 
rum praemia et honores ambiant, ad quos veterum laudabili in- 
stituto quasi per gradus quosdam couscendatur, s i prius per haue 
doctrinam decurrerint et confeceriut atque expleuerint tanquam 
spatium illius, quemadmodura suis legibus praescriptum est. Ideo 



444 Burssß. 

rectam et defiuitam ratiouem atque etiam tempora stata illius 
esse oportet. Quam in prsesentia rationem quseque tempora ad 
hunc qui subiicitur modum reetissime constitutum iri visum: 

Hora ant^meridiana sexta doceantur praecepta Dialecticae. 

Septima. Rhetoricse. 

Haec discent candidati bonorum bacealaureatus, vt dixere*. 

Disputationes contubernales pro eo atque praescrip- 
tap qnoque tempore ab Vniuersitate scolastica fuerint, ita obeuntor 
atque curantor, in qua re praesidum Contnbemii in negligentia» 
animaduersio esto. 

Si in c(jetu contubernali , aut aliquo qui huc pertineat, fue- 
rint pueri imperiti elementorum Grammaticae inPaedagogium 
ad discendum mittuntor a Magistris collegii contubernalis. Ni 
fecerint animaduersionem praesidum arbitrariam sufferunto. De 
Paedagogii antem propria doctrina, cum est ratio exposita in con- 
stitutionibus studii artium, tum praesidi illius curae sit. 

Quicunque alii Magistri extra Collegium in Contu- 
bernio manere volent, sie degunto, ne a laudabili consuetudine, 
institutis, l^bus contubemii discedant, neue contra quicqnam 
audeant. Ni fecerint expelluntor. 

Feriarum multitudine cum studiis damnum dari soleat, 
nemo de CoUegio magistrorum alias ferias quam concessas statuto 
comunitatis studii artium vsurpato, aut pcenam luito praesidum 
arbitrio. Ipse autem hoc se fecisse , quotiescunque fecerit, illis 
indicato. 

Praesidum qnatuor Contubemii praecipuum offitium est 
inspectionis rerum contubemii. Quod quo tempore libuerit, facere 
illis licet. Tum non modo interrogati m^stri sed et discipuli 
et ministri simpliciter et liquide respondento. Nemo meudatium 
dicito aut veritatem callide involuito. Magistri etiam fideliter 
de discipulorum suorum ingeniis profectuque quas sciuerint expo- 
nant. Atque praesides ad quos autores ordinariis horis extra 
Contubemium audiendos ire iusserint, ad illos vt eant curanto. 
Ni fecerint, animaduersio in ipsos praesidum arbitrii esto. 



1 Dieser Stundenplan ist nicht weiter eingetragen worden und die 
Lücke geblieben, da man sich wohl überzeugte, dass dergleichen nicht für 
die Dauer vorauszubestimmen ist. 



Statuten des Contuberniums 1536. 445 

Singulis semestribus Contabernii res soleuniter a Rectore 
Vniuersitatis, Decano vt nominant studii bonanun artium 
et grandioribos duobus Magistris de CoUegio adhibitis, in- 
spici consueuere, primo mense quo ille magistratum iniit. Tum 
omnes Magistri Contubernii administratores ac incolae yna cum 
discipulis suis cumque ministris praesto sunto et ad interrogata 
singuli fideliter et clare respondento, sacramentuni dauto, suorum 
munerum vlteriorem functiouem obtineuto. Qui non fecerit, ino- 
uetor ac priuator loco honore munere suo. 

Leges et statuta, quae ad studiosos et discipulos 

Contubernii proprie pertinent. 

I. 

Quieunque in Contubernio degere manereque voluerit, cogitor 
promissione contubernali sese Rectori et Magistris astringere, 
cuius formula superius exposita est, ac primum Deum caste et 
pie colito, venerator conuenienti ratione ac vera rituura et cere- 
moniarum. Ni fecerit Contubernio eiicitor. 

U. 

Nequis iussis magistrorum legittimis refn^ari, neue obiur- 
gationi reclamare , neue cagistationi reniti audeai. Qui fecerit 
denarium duum id est cruciatorum XV, si protemitatem, contu- 
meliam maledicta aduersus illos vsurparit, dimidiati floreni mulc- 
tam soluito. 

IIL 

Cubiculum suum, suasque arculas quisque a Rectore 
aut Ms^^istro aliquo Collegii iussus aperito, noienti multa in- 
dicatur denarium quatuor id est dimidiati floreni. 

im. 

Lumina in cubiculis vniuersi attentione et sollicitudine 
summa tractauto. Ne scintillantes fimgos in pauimentum ligneum 
abiiciunto. In quo qui deliquerit mulctam soluito denarium 
duum. 

V. 

Discipnli contubernales, quibus commnniter collegium Magi-' 



446 Burssß. 

strorum prseest, in C!ontubernio pascentur et illius mensse appa- 
ratu vtantur , vnde etiam abesse liberum non esto , a Bectore 
aut aliquo Magistrorum coUegii impetratum habento. Delinquen- 
tibus in hac parte mulcta dicitor cruciatorum duum. Sed mini- 
stris et quorum aliqua est curatio Contabemii dupla. 

VI. 

Bixarum, criminationum, maledictorum inter studiosos multa 
est cruciatorum sex. Sed contumeliarum, infamationis, pulsatio- 
num facinora Rectori Vniuersitatis huius scholae indican- 
tor ; deierationes, execrationes , blasphemise aliqua pro atrocitate 
insigni nota, de seutentia praesidum puniantur. 

VII. 

Studii bouarum artium causa congregati ad diuersa ne ap- 
plicanto sese. Cum imperitis barum, dissolutis, flagitiosis ne 
commiscentor. Diuersoria, cauponas, tabernas ne intranto 
commessandi, ludendi, bachaudi gratia. In publico ne saltanto, 
neue choreas ducunto, nisi nuptiarum forte aut similis festiuitatis 
participes facti inuitatione. In Coutubernium suspectae pudicitise 
mulierem ne quis introducito. Qui fecerit mulctam denarium 
duum soluito, si iterum atque iterum fecerit, multa duplicator 
ac triplicator et Contubernio tanquam desperatas improbitatis eii- 
citor. Eadem multa esto in eos qui compererint bac in parte 
aliquos deliquisse et ad Rectorem Contubernii non detulerint^ 

vm. 

Aleaj scurrilitate interdictum esto. Qui vsurparint, quiue 
vsurpatores texerint, eandem multam soluunto. 

Villi. 

In Coutubernium ne quis alieuo tempore ac loco ingreditor, 
ne quid serse fraude aut vi recludito, ne per fenestras, neu quas 
rimas sese inferto. Qui fecerit vno florenb multator. 

X. 

Clausis hora vt lex iubet foribus Contubernii, si quis 
intra hoc non reperiatur , siue post illud tempus pulsatione ad 



Statuten des Contuberniums 1536. 447